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Siri-Verzögerung: Apple veröffentlicht Stellungnahme | heise online


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Nach einem Bericht, dass Apple seine kontextsensitive (und damit verbesserte) Sprachassistenz Siri wohl erneut um mehrere Monate verschieben wird, kam es am Donnerstag zu einem Börsenbeben: Insgesamt 5 Prozent verloren die Anteilsscheine des iPhone-Herstellers an der US-Technologiebörse NASDAQ. Meldungen zu Beschwerden der US-Kommunikationsaufsicht FTC an Apple News taten ihr Übriges. Apple sah sich gezwungen, öffentlich Stellung zu nehmen – und tat dies gegenüber dem amerikanischen Börsensender CNBC dann auch.

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Allerdings fielen die Angaben wortkarg aus. Der Konzern teilte lediglich mit, dass die verbesserte Siri weiterhin „auf Kurs für [einen Start im Jahr] 2026“ sei. Apple hatte sich bis dato nie auf ein bestimmtes Datum festgelegt, allerdings gab es immer wieder Berichte mit Verweis auf Insider, die bestätigten, dass der ursprüngliche Umsetzungsplan für iOS 26.4 vorgesehen war. Bloomberg hatte nun gemeldet, dass Apple es wohl auch bis dahin nicht schafft, da es erneut Probleme mit der Software gibt – dieses Mal vermutlich durch die Einbindung von Googles Gemini-Modellen.

Statt eines Komplettstarts mit iOS 26.4 im März ist nun geplant, die Funktionen über die Versionen zu verteilen, also auch in iOS 26.5 und womöglich weiteren Versionen. Eine echte Chatbot-Siri wird nicht vor iOS 27 erwartet. Auch dieses wird 2026 erscheinen – wie üblich wohl im September. Mit seiner Stellungnahme hält sich Apple also die Tür auf, die Neuerungen nochmals zu verzögern. Ob es so kommt, ist aber unklar.

Apple hatte seine Sprachassistenz als eines der ersten Unternehmen seines Kalibers bereits im Jahr 2011 gestartet. Über die Jahre kam es nur zu sehr „sanften“ Verbesserungen, vielfach klagen Nutzer über Probleme beim Verständnis und vor allem der Intelligenz des Systems. Im Sommer 2024 hatte Apple dann angekündigt, man wolle Siri KI-fizieren – mit sogenannten kontextsensitiven Funktionen und dem Zugriff auf Apps sowie den Dingen, die auf dem Bildschirm zu sehen sind. Schließlich musste der Konzern einräumen, dass das Siri-Upgrade nicht fertig wird.

Die Idee soll nun sein, die 2024 angekündigten Features im Rahmen von iOS 26 einzuführen. Dabei sollen einfachere Gemini-Modelle helfen, die lokal sowie in Apples eigener Cloud laufen. Einen echten Chatbot gibt es dann wie erwähnt mit iOS 27 – basierend auf besseren Gemini-Modellen, die dann auch Googles Cloud direkt nutzen, wenn auch, so Apples Plan, datenschutzfreundlich.

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(bsc)



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Künstliche Intelligenz

Tisch als Tastatur und Touchpad: Was taugt Metas futuristische Eingabemethode?


Die Oberflächen-Tastatur ist eine neue Funktion, die mit Horizon OS 85 eingeführt wurde. Sie wird derzeit schrittweise für Nutzer freigeschaltet. Laut den Versionshinweisen wird ausschließlich Meta Quest 3 unterstützt. Quest 3S sowie ältere Headsets bleiben vorerst außen vor.

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Da es sich um eine experimentelle Funktion handelt, müssen Sie sie in den Einstellungen unter „Experimentell“ zunächst aktivieren. Danach lässt sie sich unter „Geräte“ einrichten, allerdings nur mit der englischen Lokalisierung des Betriebssystems.

Um die Oberflächen-Tastatur zu nutzen, müssen Sie die Hände flach auf die gewünschte Oberfläche legen. Nach einem kurzen Scanvorgang erscheinen die flachen Umrisse von Tastatur und Touchpad auf dem Tisch (siehe Video unten). Praktisch: Über eine digitale Griffleiste lässt sich die Position der Tastatur nachträglich anpassen. Das Touchpad können Sie auch links neben der Tastatur platzieren, es bleibt jedoch an diese gebunden und lässt sich nicht frei im Raum verschieben.

Die Oberflächen-Tastatur unterstützt Mehrfingereingaben sowie das gleichzeitige Drücken der Umschalttaste für Großschreibung. Aktivierte Tasten leuchten kurz auf und geben so ein visuelles Trefferfeedback. Das System erfasst die Umrisse der Hände und schneidet sie in Echtzeit aus der digitalen Projektion heraus, sodass die Hände sichtbar bleiben und die Tastatur realistisch verdecken.

Tempo und Genauigkeit der Eingabemethode liegen laut Meta bei etwa 37 Wörtern pro Minute und einer Fehlerrate von 3 Prozent. Damit liegt sie in etwa auf dem Niveau der Texteingabe auf einem Smartphone.

Bei unseren Tests erwies sich die Oberflächen-Tastatur als ausreichend gut, um kurze WhatsApp-Nachrichten zu verfassen oder Suchbegriffe im Browser einzugeben. Für diesen Beitrag machten wir mit der Tastatur Notizen, während wir die neue Funktion testeten.

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Für anspruchsvollere Aufgaben wie Textverarbeitung eignet sich die virtuelle Tastatur nur eingeschränkt. Das fehlende Tastenfeedback und die höhere Fehlerquote ermüden schnell. Zudem fehlen in der aktuellen Version wichtige Tasten, die man von physischen Tastaturen kennt, darunter die Pfeiltasten, Tabulator und nicht zuletzt Strg. Auch die Umlauttasten sucht man vergeblich, da aktuell nur ein englisches Tastaturlayout unterstützt wird.

Apropos fehlendes Tastenfeedback: Da man keine Tasten unter den Fingern spürt und die Fingerposition auf der glatten Oberfläche schwer einzuschätzen ist, fällt das Schreiben ohne Blick auf die Tasten deutlich schwerer. Deshalb blendet Meta direkt über der Tastatur ein Textfeld für die Eingaben ein. So bleiben Tastatur und Text gleichzeitig im Blick.

Technisch gesehen ist die Oberflächen-Tastatur eine kleine Meisterleistung: Sie verlässt sich ausschließlich auf optisches Hand-Tracking und ein neuronales Netz, das feinste Fingerbewegungen häufig selbst dann vorhersagen kann, wenn sich Finger gegenseitig verdecken und von den Kameras der Quest nur teilweise erfasst werden.

Das rein optische Funktionsprinzip bringt jedoch systembedingte Nachteile mit sich. Im Dunkeln lässt sich nicht schreiben, weil die Kameras die Hände nicht mehr erkennen. Und ist der Blickwinkel zu flach, etwa weil man sich weit zurücklehnt, arbeitet das System weniger zuverlässig.

Das virtuelle Touchpad unterstützt laut Meta Linksklick per Tippen, Ziehen per Doppeltipp mit anschließender Bewegung sowie vertikales und horizontales Scrollen mit Zeige- und Mittelfinger. In unserem Test zeigte sich, dass durch gleichzeitiges Tippen mit beiden Fingern auch ein Rechtsklick möglich ist, etwa um ein Kontextmenü zu öffnen. Kurioserweise wird das Klicken mit einem anderen Finger als dem Zeigefinger nicht unterstützt. In den Einstellungen lassen sich die Sensibilität des Touchpad-Trackings, die Scrollgeschwindigkeit und weitere Parameter anpassen.

In der Praxis gefiel uns das virtuelle Touchpad besser als die Touch-Tastatur, weil es sich vielseitiger nutzen lässt: Es eignet sich gut für die Systemnavigation sowie für Aufgaben wie Browsen und Multitasking, ohne dass man zu Controllern oder klassischem Handtracking greifen muss.

Metas Lösung kann eine physische Tastatur nicht ersetzen. Sie ist der bisherigen „Lufttastatur“ vieler VR-Brillen bei Schreibtempo und Haptik aber deutlich überlegen und führt zudem ein virtuelles Touchpad ein. Was heute noch wie ein Kuriosum wirkt, dürfte in einigen Jahren zu einer Standardfunktion von VR-Brillen werden.

Beim Funktionsumfang gibt es noch viel Luft nach oben. Meta hat jedoch bereits angedeutet, dass es nicht bei dieser ersten Version bleiben wird. Spannend wird sein, ob und wie Metas Neural Band diese Eingabemethode ergänzen wird: Es könnte die Haptik unterstützen und Tastatureingaben über muskuläre Signalerfassung präzisieren.

Zurückgehalten wird die Lösung von Metas VR-Betriebssystem, das noch immer wie ein Sammelsurium disparater Bedienkonzepte wirkt, die sich gegenseitig im Weg stehen, anstatt sich organisch zu ergänzen. Es bleibt abzuwarten, ob Meta dieses Problem mit Horizon OS 2 und der Verpflichtung von Apples UI-Designchef in den Griff bekommt.


(tobe)



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Missing Link: Gasversorgung – Zwischen echten Problemen und Panikmache


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Dauerfrost, Schnee und Eis: Genau in so einem Winter steigt der Gasbedarf. Öffentlichkeit und Politik sind seit der Kürzung der Gaslieferungen aus Russland 2021/22 sensibilisiert. „Gasspeicher leeren sich rapide immer schneller!“ heißt es in aufmerksamkeitsheischende Videos auf Youtube. Auf TikTok, X und in der Bild wird Panik geschürt: Müssen wir alle erfrieren? Und wer ist daran schuld?

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Tatsächlich läuft in diesem Winter manches nicht rund. Wenn der Winter so kalt ist, friert die Ostsee stellenweise zu. Wenn es länger kalt ist, friert sie noch mehr zu – denn sie ist an vielen Stellen kein tiefes Gewässer. Vor Rügen ist die Ostsee selten tiefer als 20 Meter. Was Winterurlauber an der Binzer Strandpromenade zum Spaziergang auf dem Eis einlud, ist ein Problem für die Energieversorgung.

Auch die Prorer Wiek, die Bucht zwischen Sassnitz und Binz, in welcher der Hafen Mukran liegt, ist in diesem Winter zugefroren. Selbst die Bojen, die die sichere Fahrrinne in den Hafen markieren, waren teilweise verschwunden. In einem flachen Gewässer wie der Ostsee sind sie besonders wichtig.

Schiffe mit LNG konnten das Terminal im Hafen von Mukran deshalb nicht anfahren oder verlassen, sagt die „Deutsche Regas“ , der private Betreiber des Terminals auf Rügen. Seit Ende Januar sitzt hier der LNG-Tanker „Maran Gas Nice“ fest.




Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.

Für die Sicherheit des Fahrwassers ist die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes zuständig. Die schickte am Dienstag ihr Mehrzweckschiff „Neuwerk“ aus Cuxhaven nach Rügen, um das Eis zu brechen. Als die Neuwerk am Mittwochnachmittag die Fahrrinne in der Binzer Bucht freifährt, folgt in dichtem Abstand die „Maran Gas Nice“. Gleich vier Schlepper müssen den LNG-Tanker sicher durch die Eislandschaften der Ostsee bringen.

Seit dem 27. Januar lag die „Maran Gas Nice” an der schwimmenden Flüssiggasumschlagstation (FSRU) „Neptune“ an – viel länger als geplant. Das Flüssiggas ist sie zwei Wochen später längst los, und draußen vor den Kreidefelsen wartet mit der „Minerva Amorgos“ seit Tagen der nächste LNG-Tanker darauf, einlaufen zu können.

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Röhren für die Pipeline lagern beim Hafen von Mukran.

(Bild: Falk Steiner)

Vom Hafen Mukran führt eine Pipeline um Rügen herum durch den Greifswalder Bodden nach Lubmin auf dem Festland, wo die Nordstream-Pipelines endeten. Die neue Leitung wurde mit Restrohren des Nordstream-2-Projekts gebaut, die in Mukran zwischengelagert waren. Jetzt strömt das auf der Neptune regasifizierte Gas durch die Pipeline nach Lubmin und geht von dort über die Gasleitungsnetze in die Republik.

Das Gas kommt nun statt aus Russland unter anderem aus Katar und den Vereinigten Staaten. Die „Maran Gas Nice“ kam aus den USA, vom Cameron-LNG-Terminal in Louisiana.

Verflüssigtes Erdgas ist höchst umstritten. Experten verweisen auf Umweltschäden beim zur Förderung genutzten Fracking. Zudem ist LNG wegen des aufwändigen Verfahrens teurer als durch eine Pipeline angeliefertes Erdgas. Doch LNG ist nur ein kleiner Teil des Gases, das Deutschland bislang auf den Weltmärkten bezieht und mit dem es seine Importe aus Russland weitgehend ersetzt hat.

Weitgehend, weil es bis Ende 2026 noch einen Sonderfall gibt: „Sefe Germany“, die ehemalige, von der Bundesregierung unter Zwangsverwaltung gestellte Gazprom Deutschland, hat einen langfristigen Liefervertrag über 2,9 Millionen Tonnen Erdgas jährlich mit einem Flüssiggaslieferanten, der eine Tochter eines russischen Pipelinebetreiberkonsortiums ist.

Bisher hat der Bund keine Möglichkeit gesehen, aus diesem Vertrag auszusteigen. Erst wenn Anfang 2027 das 19. EU-Sanktionspaket gegen Russland voll greift, darf die Sefe Germany sich auf höhere Gewalt berufen – und die erwartbare Schadenersatzforderung direkt an die Mitgliedsstaaten weiterreichen.

Europaweit gibt es mehrere solcher Altverträge, die nun für LNG zum 1. Januar 2027 und für Pipelinegas zum 1. November 2027 per EU-Sanktionen enden. Rein aus Versorgungssicherheitsaspekten betrachtet ist das kein gutes Timing. Denn die Gasspeicher sind leer wie nie. Bei knapp über 26 Prozent liegt der Füllstand Anfang der zweiten Februarwoche noch, das entspricht rund 65 Terawattstunden.

Wie die Speicher künftig aufgefüllt werden, ist derzeit ausschließlich Sache des Marktes. Die Politik hatte versprochen, auf teure Markteingriffe zu verzichten. Die Unternehmen sollen es selbst regeln.

Im Schnitt rund 2100 Gigawattstunden (2,1 Terawattstunden) entnahmen Haushalte, Gewerbe und Industrie im Januar täglich aus dem Netz – fast so viel wie im Mittel der Vorkrisenjahre 2018 bis 2021. Trotz aller neu gebauten Dämmmaßnahmen und Wärmepumpen sinkt der Gasverbrauch nicht so schnell, wie erhofft.

Das hat auch etwas mit den Preisen zu tun: Selbst wenn die Kilowattstunde für Endverbraucher nicht wieder das 2021er-Niveau von teils unter 5 Cent pro kWh erreicht hat, liegt allen Panikmachern zum Trotz der Preis für Neukunden auch im Februar bei knapp über 8, teils 9 Cent. Bestandskunden zahlen jedoch oft darüber liegende Preise, der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weist einen Durchschnittspreis von derzeit etwa 11 Cent pro Kilowattstunde aus.

Dazu kommt: Um die Industrie international wettbewerbsfähig zu halten, hat die schwarz-rote Bundesregierung zuletzt versucht, die Kosten für Energie insgesamt zu verringern – auch und gerade für Erdgas.

Keinen Grund für zur Panik sieht das Haus der zuständigen Ministerin. „Pipeline- und LNG-Importe sind bisher zuverlässig auf hohem Niveau“, sagt eine Sprecherin des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). „Trotz vergleichsweise niedriger Füllstände besteht kein staatlicher Handlungsbedarf.“ Grundsätzlich stehe ausreichend Gas zur Verfügung.



Herkunft des in die EU importrierten Gases.

(Bild: heise medien)

Und auch wenn ein LNG-Terminal in Deutschland nicht erreichbar sein sollte, gebe es genügend Einspeise- und Pipelinekapazitäten in Nachbarstaaten, die mitgenutzt werden könnten, so das Ministerium. Derzeit kommt der Löwenanteil des in Deutschland verfeuerten Erdgases aus Norwegen, das mit den Feldern unter der Nordsee einen Großteil seines Staates und weltweite Investments finanziert. Der Großteil der EU-LNG-Importe kam im Januar hingegen aus den USA.

Doch der niedrige Speicherfüllstand, der Menschen Sorgen bereitet, ist real. Selbst als Russland strategisch die Gasspeicher in Deutschland nicht mehr befüllte, wenige Monate vor dem Angriff auf die Ukraine, war Ende Januar noch mehr Gas eingespeichert als heute. Genau das fördert Spekulationen – und sorgt auch im politischen Berlin durchaus für Nachdenken. Nicht nur, dass ehemals in Verantwortung stehende Grünen-Politiker der CDU-Energieministerin nun vorhalten, ihrer Verantwortung nicht gerecht zu werden – oder sich an LNG von Donald Trumps Gnaden zu ketten.

Doch die Speicherfüllstands-Werte sind tatsächlich nur ein Ausschnitt des Geschehens. Denn die verschiedenen Speicher in Deutschland fassen 251 Terawattstunden Gas, zuzüglich notwendigem „Kissengas“. 864 Terawattstunden Gas verbrauchte die Bundesrepublik 2025, davon einen Gutteil in den Wintermonaten. Das Grundproblem ist leicht beschrieben: Es kann im Sommer gar nicht so viel eingespeichert werden, wie im Winter benötigt wird. Es muss also gerade während der Verbrauchsmonate nachgefüllt werden. Aber das Speichern scheint nicht mehr so attraktiv zu sein.

Der Speicher Wolfersberg etwa wurde für diesen Winter kaum mehr gebucht, sagt der Betreiber BayernUGS (Untergrundspeicher). Inzwischen hat der Anbieter angekündigt, den Speicher stilllegen lassen zu wollen. Und auch ein zweiter Erdgasspeicher in Bayern steht vor dem Aus: Der von Uniper betriebene Speicher Breitbrunn soll ebenfalls stillgelegt werden.

Beide gehören zu jenen vier Speichern, die eigentlich als Reservespeicher dienen und zum 1. Februar mit 40 Prozent gefüllt hätten sein sollen. Im industriestarken, aber windarmen Bayern ist Gas auch für die Stromerzeugung relevant. Die Realität aber zeigt: Wolfersberg lag bei weniger als fünf, Breitbrunn bei weniger als 14 Prozent. Der Markt sieht keinen Bedarf.

„Es ist richtig, dass einzelne Speicheranlagen die individuellen Füllstandsvorgaben nicht erreicht haben“, sagt eine Sprecherin der Bundesnetzagentur als zuständige Aufsichtsbehörde. „In der Gesamtbetrachtung wurde allerdings die nationale Vorgabe über alle deutschen Speicher erfüllt und sogar leicht übertroffen.“ Offenkundig gab es kein Problem aus Sicht der Verantwortlichen.

Die Betreiber zum Einspeichern weiterer Mengen zu zwingen, hätte vor dem 1. Februar geschehen müssen. „Insofern eröffnet das bestehende Speichergesetz mit Blick auf den laufenden Winter keine Handlungsmöglichkeiten mehr“, erklärt die Sprecherin der Bundesnetzagentur. „Bis zum Stichtag wurde keine Notwendigkeit für Maßnahmen nach dem Gasspeichergesetz gesehen.“ Sprich: es gibt keine Folgen für die Betreiber.

Hat Bayern aber jetzt aufgrund der niedrigen Füllstände tatsächlich ein Problem? Oder Süddeutschland? Nein, sagt das Bundeswirtschaftsministerium. Das sei nicht der Fall: Bayern sei an zwei Speicher in Österreich angebunden. Und die sind tatsächlich zum einen deutlich größer als Wolfersberg und Breitbrunn, zum anderen auch besser befüllt. Ist damit nicht alles gut?

Nicht ganz, denn in ganz Europa sind die Speicherfüllstände deutlich geringer als vor Jahresfrist. In den Niederlanden, viele Jahre selbst einer der größten Gasproduzenten Europas und heute vor allem LNG-Durchleitungsland, sind die Speicher unter 20 Prozent befüllt. Das System europäischer Solidarität hat viele Komponenten – und macht nationale Betrachtungen schwierig.

Nur wenn wesentliche Teile Europas weniger Erdgas verbrauchen, die Wasserstoffproduktion an Fahrt aufnimmt und dort durch Erneuerbare gedeckte Elektrifizierung stattfindet, wo es möglich ist, wird der Verbrauch bei gleichzeitigem Ausphasen von Kohlekraftwerken deutlich sinken können. Und damit auch der Bedarf. Doch bislang sieht es nicht danach aus, dass auch der Gasbedarf stark sinken könnte.

Die „saisonale Nachfrage” in den Ausspeichermonaten November bis März sei um „circa 13 Prozent zurückgegangen (von 575 auf 502 TWh)“, antwortet BMWE-Staatssekretär Frank Wetzel in einer Antwort auf eine Anfrage der bayerischen Grünen-Abgeordneten Lisa Badum. Was er meint: Tatsächlich liegt im Mittel der Bedarf etwas niedriger.

Aber sind Mittelwerte bei etwas so wetterabhängigem wie der Gasversorgung ein guter Ratgeber für Politiker? Im Januar 2026 etwa lag der Verbrauch rund 275 Gigawattstunden über dem Vorjahr – und sogar 100 Gigawattstunden mehr als im Durchschnitt der billigen Jahre bis 2021. Ein Ausreißer, aber das muss nicht so bleiben. Und wenn ganz Europa einmal von einer großen Kältewelle betroffen wäre, würde das ein noch viel größeres Problem auslösen.

Dass es in Zukunft keine strengeren Winter als den 2025/2026 gibt, darauf zu spekulieren verbietet sich für Politiker. Und die Kostennote des Gaseinkaufs von 2022 ist noch nicht vergessen. Damals hat der Staat binnen fünf Monaten 8,7 Milliarden Euro ausgegeben – aber nur vorgestreckt. Bis zum vergangenen Jahr haben Gaskunden das mit der sogenannten Gasspeicherumlage abgestottert. Die Ende 2025 noch offenen 3,06 Milliarden Euro wurden dann aus dem Klima- und Transformationsfonds beglichen – also wiederum auf alle umgelegt.

Diese Form der staatlichen Intervention war teuer. Zu teuer, sagen alle Beteiligten, auch, weil damit der Marktpreis für Gas 2022 künstlich in die Höhe getrieben wurde. Die Speicher waren voll – mit Gas zu Mondpreisen, das später mit viel Verlust weiterverkauft wurde.

Was aber sind Stellschrauben, um Versorgungssicherheit und Markt in Einklang zu bringen und das Land warm durch die nächsten Winter zu bringen? Eine seit dem Herbst vorliegende Studie für das Energieministerium wird derzeit noch ausgewertet.

„Ein staatlicher Eingriff soll nur erfolgen, wenn die Versorgungssicherheit nachhaltig erhöht, kosteneffizient ausgestaltet werden kann und die Marktakteure nicht aus der Verantwortung nimmt“, erklärt eine BMWE-Sprecherin die Leitlinie für die Gasspeicher. Sprich: Das Risiko soll nicht erneut vergesellschaftet werden können.

Wie das allerdings tatsächlich gewährleistet werden kann, ist noch offen. Die Studienautoren jedenfalls sprachen sich vor allem für die Schaffung einer „strategischen Reserve“ aus, bei der ein Teil der Gasspeicherkapazität dem Markt entzogen wird. Sie warnten jedoch vor den Preissteigerungen, die damit einhergehen könnten. Aber auch das ist vor allem eine nationale, keine europäische Betrachtung.

Am Mittwochabend hat die „Maran Gas Nice“ nach ihrem unfreiwillig verlängerten Aufenthalt in Rügen das Kap Arkona hinter sich gelassen, am Donnerstagmorgen passierte sie den großen Belt. Wenn sie von ihrer LNG-Tankstelle wiederkommt, wird es wahrscheinlich in der Ostsee kein Eis mehr geben. Aber eben auch weniger akuten Bedarf. Ob die Aufregung um den Gasspeicherfüllstand sich dann gelegt hat, hängt auch davon ab, ob ein nachvollziehbares Konzept für die Zukunft vorliegt.


(vbr)



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Bislang bester Hinweis: Stern ist ohne Supernova in Schwarzes Loch kollabiert


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Schon vor Jahren hat ein Weltraumteleskop offenbar den direkten Kollaps eines Sterns in ein Schwarzes Loch beobachtet, entdeckt wurde das aber erst jetzt. Das hat die Columbia University aus New York publik gemacht. Geschehen ist das demnach in der Andromedagalaxie, einem Nachbarn unserer Milchstraße. Vorher wurde solch ein Vorgang zwar möglicherweise schon einmal beobachtet, aber in einer zehnmal so großen Entfernung und 100-mal lichtschwächer, schreibt die Forschungsgruppe. Deshalb handle es sich um die mit Abstand beste Beobachtung eines solchen Ereignisses. Gleichzeitig sei der Stern aber so massereich gewesen, dass er nach bisherigem Verständnis in einer Supernova hätte enden müssen. Warum das nicht geschehen ist, ist unklar.

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Gefunden wurde der verschwindende Stern in Daten des Weltraumteleskops Neowise der NASA. Das hat aufgezeichnet, wie das Objekt mit der Bezeichnung M31-2014-DS1 im Jahr 2014 im infraroten Spektrum langsam heller geworden ist, schreibt die Forschungsgruppe. Zwischen 2017 und 2022 ist er dann vergleichsweise abrupt immer dunkler geworden, bis er sich überhaupt nicht mehr nachweisen ließ. Das sei als gescheiterte Supernova zu interpretieren, bei der der Stern direkt in ein Schwarzes Loch kollabiert sei, meinen die Forscherinnen und Forscher. Weil der Stern am Ende nur noch etwa die fünffache Masse unserer Sonne hatte und damit eigentlich zu klein für diesen Prozess sein sollte, unterstreiche das, dass wir den noch nicht ausreichend verstehen.

Während es leicht sei, helle Supernova-Explosionen zu entdecken, sei es bemerkenswert schwierig, Sterne auszumachen, die einfach verschwinden, erklärt Forschungsleiter Kishalay De. Trotzdem findet er es schockierend, dass ein derart massereicher Stern „im Prinzip verschwinden und dann ohne Explosion sterben kann, ohne dass jemand das für fünf Jahre mitbekommen hat“. Das habe Einfluss auf unser Verständnis davon, wie Sterne enden. Der Fund zeige, dass das still und leise geschehen könne, ohne dass jemand das mitbekommt. Selbst wenn es vergleichsweise nahe geschieht. Die Forschungsgruppe hat ihre Arbeit im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht.


(mho)



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