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Tails 7.7: Warnung vor abgelaufenen Secure-Boot-Zertifikaten


Die anonymisierende Linux-Distribution Tails ist in Version 7.7 erschienen. Sie kann ab jetzt etwa vor veralteten Secure-Boot-Zertifikaten von Microsoft warnen.

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In der Versionsankündigung schreiben die Tails-Macher, dass Microsoft die alten Secure-Boot-Zertifikate austauscht, die ab Juni 2026 ablaufen, und Tails einen Dialog anzeigt, wenn der Computer veraltete Secure-Boot-Zertifikate nutzt und ein Update dafür benötigt. In einem eigenen Problembericht erklären sie, dass Tails nach einem künftigen Update dadurch nicht mehr starten könnte. Unklar ist, wann das passiert, da das Timing davon abhängt, wann Tails Änderungen aus Debian übernimmt. Jedoch könnten Computer dann einen „Secure Boot Violation“-Fehler ausgeben. Als Lösung geben sie an, Windows zu starten und dort die Secure-Boot-Zertifikate mittels Windows Update zu installieren. Unter Linux helfe der fwupd-Daemon; Linux-Distributionen, die den Gnome-Desktop einsetzen, wenden die Aktualisierung automatisch durch Gnome-Software an. Zudem gibt es die Möglichkeit, Secure Boot im BIOS zu deaktivieren.

Weiter haben die Programmierer den Tor-Browser auf Version 15.0.10 aktualisiert. Der setzt auf Firefox 140.10.0esr und bringt dadurch einige Sicherheitsfixes mit, außerdem ist OpenSSL in dem Paket auf neuerem Stand. Thunderbird ist in Version 140.9.1 dabei – ab Version 7.8 von Tails ist das nicht mehr Standard und das Installationspaket von Thunderbird wandert in den persistenten Speicher, sodass von dort die aktuelle Fassung beim Tails-Start installiert werden kann. Zudem haben die Entwickler einen Rechtefehler korrigiert: Der /root-Ordner ist nun nur noch vom User root lesbar.

Die aktualisierten Abbilder stehen wie immer zum Verfrachten auf USB-Sticks sowie als ISO-Images fürs Brennen auf DVDs oder die Nutzung in der VM bereit.

Vor einer Woche hat das Projekt Tails 7.6.2 als Notfallupdate herausgegeben. Es schloss eine Sicherheitslücke in Flatpak, die Angreifern das Ausbrechen aus der Sicherheitsumgebung des Tor-Browsers ermöglicht hat.


(dmk)



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Warner-Aktionäre billigen Kauf durch Paramount


Aktionäre des Medienriesen Warner Bros. Discovery haben der Übernahme durch den Hollywood-Rivalen Paramount zugestimmt. Der etwa 110 Milliarden Dollar schwere Deal nimmt damit eine wichtige Hürde, die Freigabe durch Regulierungsbehörden steht aber noch aus. Nach vorläufiger Auszählung sei die Transaktion mit „überwältigender“ Mehrheit gebilligt worden, teilte der Warner-Konzern mit. Die Zustimmung galt bereits als sicher.

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Ursprünglich wollte Netflix das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner kaufen. Paramount stach den Streaming-Marktführer jedoch mit einem höheren Angebot für das gesamte Unternehmen samt der Fernsehsender wie unter anderem CNN aus.

Paramount, das im vergangenen Jahr von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison übernommen wurde, besserte das Gebot für den Konzern Warner Bros. Discovery von 30 auf 31 Dollar pro Aktie nach. Der Warner-Verwaltungsrat entschied danach, dass das Angebot der zuvor bereits angenommenen Offerte von Netflix überlegen ist. Netflix wollte nicht mehr nachlegen.

Paramount wird von Larry Ellisons Sohn, dem Filmproduzenten David Ellison geführt. Er will mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery an Gewicht in Hollywood gewinnen. Paramount gehört zu den kleineren Playern der Branche. Zu Warner gehören derweil unter anderem das DC-Superhelden-Universum mit Superman und Batman, Filmreihen wie „Harry Potter“ sowie ein starkes Streaming-Geschäft auf Basis des Bezahlsenders HBO.

In dem Bieterkampf geht es auch um das Schicksal des Nachrichtensenders CNN, bei dem oft kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet wird. Trump sagte im Dezember, es müsse sichergestellt werden, dass CNN bei einem Deal auf jeden Fall den Besitzer wechsele.

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Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Unbegründet ist die Sorge nicht: Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS schlug seit der Übernahme durch die Ellisons zum Teil einen freundlichen Ton gegenüber der Trump-Regierung an.


(mho)



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Schnelle Überwasserdrohne von Saildrone soll U-Boote jagen


Das US-Unternehmen Saildrone hat ein neues autonomes Wasserfahrzeug vorgestellt. Ursprünglich waren die unbemannten Überwasserdrohnen auf Forschungszwecke spezialisiert. Zunehmend werden sie aber auch vom Militär genutzt. Die neue ist eigens dafür entwickelt worden und soll in erster Linie zur U-Bootbekämpfung eingesetzt werden.

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Spectre ist bisher größte Überwasserdrohne (Unmanned Surface Vehicle, USV) von Saildrone: Der Rumpf, der aus Aluminium besteht, ist 52 Meter lang. Das USV wiege 250 Tonnen und könne mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 Knoten, knapp 56 Kilometer pro Stunde (km/h), durchs Wasser pflügen, teilte das US-Unternehmen mit.

Saildrones – der Name legt es nahe – bewegten sich ursprünglich mit Windkraft übers Wasser, wobei der Antrieb dabei kein konventionelles Segel, sondern ein starrer Flügel aus einem Verbundwerkstoff ist. Bei der Spectre Silent Endurance ist dieser etwa 43 Meter hoch.

Hinzu kommt ein leiser Elektromotor. Er schafft immerhin 12 Knoten (gut 22 km/h). Die Reichweite der Spectre Silent Endurance im elektrischen Betrieb bei dieser Geschwindigkeit gibt das Unternehmen mit 8000 Seemeilen, knapp 15.000 Kilometer, an.

Die neueren, größeren Modelle stattet Saildrone alternativ mit einem Dieselantrieb. Bei der Spectre Stealth Strike hat dieser eine Leistung von 5000 PS. Damit schafft die Drohne mit der Zuladung von 25 Tonnen und vollen Tanks noch 27 Knoten (50 km/h). Ist die Diesel-betriebene Spectre mit 25 Knoten (46 km/h) bei 25 Tonnen Beladung unterwegs, soll sie mit einer Tankladung knapp bei ruhiger See 3300 Seemeilen schaffen, das sind über 6000 Kilometer.

Die Ladung wird in einer verschließbaren Bucht am Heck der Spectre verstaut. Dort ist Platz für zwei 40-Fuß-Container oder fünf 20-Fuß-Container. Die maximale Nutzlastkapazität beträgt über 70 Tonnen.

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Die Spectre ist vor allem für die U-Bootbekämpfung konzipiert. So kann sie etwa mit verschiedenen Schleppsonarsystemen ausgestattet werden, um Unterwasserfahrzeuge zu orten, während sie selbst im Segel- oder Elektrobetrieb kaum zu hören ist. Zudem hat die Spectre nur eine sehr geringe akustische Signatur.

Andere Einsatzmöglichkeiten sind etwa die Aufklärung über Wasser, elektronische Kriegsführung oder Minenlegen. Schließlich kann Spectre auch mit zwei Raketenstartgeräten ausgestattet werden.


(wpl)



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Sozialgerichte kämpfen mit KI-Klagen – oft zum Bürgergeld


Eine Welle von Eilverfahren vor allem zum Bürgergeld und zur Arbeitslosenversicherung belastet die nordrhein-westfälischen Sozialgerichte. Die Klagen im einstweiligen Rechtsschutz seien bei den acht NRW-Sozialgerichten 2025 sprunghaft um mehr als 55 Prozent auf 7615 gestiegen, sagte der Präsident des Landessozialgerichtes (LSG), Jens Blüggel, bei der Jahres-Pressekonferenz in Essen. Im laufenden Jahr gehe dies ungebremst weiter.

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Die Klagewelle spiegele teils die aktuelle konjunkturelle Entwicklung wider. Eine Ursache sei sicher aber auch, dass Kläger ohne anwaltliche Vertretung mit KI-Hilfe erstellte Schriftsätze einreichten. Diese seien oft sehr lang und enthielten eine Vielzahl oft nicht zielführender Anträge und Verweise auf Rechtsprechung, die es teilweise gar nicht gebe, so das Gericht. Es handele sich dabei um einen bundesweiten Trend.

So habe es mehrfach „Untätigkeitsbeschwerden“ beim NRW-LSG über angeblich zu lange Verfahrenszeiten bei Sozialgerichten gegeben, berichtete die LSG-Vizepräsidentin Dörte Bergmann – offenbar KI-halluziniert, denn eine solche Beschwerdemöglichkeit existiere gar nicht.

KI-Schriftsätze seien schon äußerlich oft an ihren Untergliederungen mit zahlreichen Einzelpunkten zu erkennen. In Sozialgerichtsprozessen stießen Richter bei ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Beratung von Klägern neuerdings gelegentlich auf die Antwort: „Die KI sagt aber das und das“, so Bergmann.

Hintergrund sei auch die seit Jahren sinkende Anzahl von Sozialrechtsanwälten angesichts der vergleichsweise geringen Vergütung in diesem Gebiet, sagte Blüggel. „Die Bürger helfen sich selbst mit KI.“ Um die Rechtslage bei überlangen Schriftsätzen schneller zu bearbeiten, teste die NRW-Sozialgerichtsbarkeit selbst KI-Lösungen. Dafür bestünden aber äußerst strikte Datenschutzauflagen, betonte Blüggel.

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Für das Inkrafttreten der Bürgergeld-Reform zur neuen Grundsicherung zum 1. Juli rechnet das LSG mit weiteren Prozessen. Ansatzpunkte könnten die härteren Sanktionen bei Terminversäumnissen, die schärferen Kontrollen vorhandenen Vermögens und die Auflagen zur Angemessenheit der Wohnungen sein, sagte Blüggel. Die NRW-Sozialgerichte hätten für 2027 bereits größeren Personalbedarf angemeldet.

In der NRW-Sozialgerichtsbarkeit gibt es aktuell 340 Richterstellen, wie Blüggel sagte. Etwa jedes vierte Sozialgerichtsverfahren in Deutschland wird in NRW entschieden. Die Verfahrensdauer lag bei den NRW-Sozialgerichten 2025 bei 15,6 Monaten, im Eilverfahren bei 1,3 Monaten. Besonders dringende Verfahren etwa um Stromsperren für Familien mit Kindern oder kompletten Leistungsentzug bei Verstößen würden aber noch schneller behandelt, sagte Blüggel.


(mho)



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