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Künstliche Intelligenz

Top 10: Das beste Digitalradio mit DAB+ und ASA im Test – Warnmeldung im Notfall


Radios mit ASA (Automatic Safety Alert) warnen die Bevölkerung im Katastrophenfall per digitalem Rundfunk (DAB+ und DRM). Wir zeigen die besten Modelle.

„Warn-Apps“ auf Smartphones sind im Ernstfall oft nur eingeschränkt nutzbar: Sie benötigen vergleichsweise viele Daten, zudem brechen Mobilfunknetze bei Großschadenslagen häufig als Erstes zusammen. Abhilfe schaffen sollen datensparsame Cell-Broadcast-Warnungen direkt über die Mobilfunknetze oder ein eigener Warnkanal im Digitalradio DAB+. Allerdings können ältere Endgeräte diese Warnmeldungen häufig nicht empfangen oder auswerten.

Welches DAB+-Radio mit ASA ist das beste?

Testsieger ist das Telestar TOP 250. Es bietet das beste Gesamtpaket und verfügt über Internetradio – was viele Geräte in diesem Testfeld nicht bieten. Zudem ist es mit rund 98 Euro vergleichsweise günstig.

Knapp dahinter folgt das Telestar TOP 300 als Technologiesieger. Zusätzlich zur Ausstattung des TOP 250 bietet dieses Modell noch einen CD-Spieler – falls jemand so etwas nutzt. Mit knapp 141 Euro ist es etwas teurer.

KURZÜBERSICHT

Der Telestar TOP 250 überzeugt mit reichhaltiger Ausstattung und einem stimmigen Preis-Leistungs-Verhältnis – besonders für alle, denen ASA wichtig ist, bietet er ein hervorragendes Multifunktionsradio. Mit einem Listenpreis von knapp 98 Euro ist es zudem ein attraktives Gesamtpaket.

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsytem 
  • großer Leistungsumfang
  • Internetradio

NACHTEILE

  • kein aptX, AAC oder LDAC bei Bluetooth
  • kein Betrieb ohne Netzstrom

Das Telestar TOP 300 ist eine kompakte Multimedia-Station mit umfangreicher Ausstattung, gutem Klang und zuverlässigem Empfang. Design, Bedienung und Funktionsvielfalt werden positiv bewertet. Trotz des vergleichsweise hohen, aber fairen Preises von 141 Euro bleibt als einziger Kritikpunkt der fehlende Akku.

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsytem
  • großer Leistungsumfang
  • leistungsfähiger Equalizer, guter Klang
  • CD-Player & Aufnahmefunktion

NACHTEILE

  • kein aptX, AAC oder LDAC bei Bluetooth
  • nur Betrieb mit Netzstrom

Das Technisat Digitradio 1A für 59 Euro ist klein und bietet neben gutem Empfang auch einen guten Klang. Zwar hat es nur wenige Funktionen, diese beherrscht es allerdings gut und bietet eine auch bei Stromausfall funktionierende ASA-Notfallwarnung. Wenn man es auf Reisen mitnimmt, wird man allerdings eine Weckfunktion vermissen.

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • guter Klang
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsystem 
  • Betrieb auch mobil und bei Stromausfall
  • gute Bedienbarkeit 

NACHTEILE

  • keine Weckfunktion trotz Uhrzeit
  • Betrieb mit externen Ladegeräten mit Quick Charge (QC) nicht möglich

Ratgeber

Fehlende Notfallwarnsysteme

Deutschland ist bei Naturkatastrophen bislang vergleichsweise glimpflich davongekommen. Im vergangenen Jahrhundert ragen primär die Hamburger Sturmflut von 1962 sowie die Schneekatastrophe des Winters 1978/1979 heraus, als im Norden Deutschlands nicht nur Verkehrswege blockiert waren, sondern auch Strommasten umknickten. In beiden Fällen leisteten Funkamateure mit Notfunkausrüstung wertvolle Hilfe bei den Einsätzen. Ansonsten blieben der Rundfunk und die Luftschutzsirenen als zentrale Mittel, um die Bevölkerung zu warnen und zu informieren, damit sie sich vorbereiten oder in Sicherheit bringen konnte.

Dass schwere Katastrophen in Deutschland bislang selten sind und das Land weder regelmäßig von Hurrikanen noch von Tsunamis betroffen ist, stellt jedoch keine Garantie für die Zukunft dar. Die Flutkatastrophe im Ahrtal mit Hunderten Todesopfern – begünstigt durch problematischen Landschafts- und Hausbau in Kombination mit Extremwetterlagen – führte schmerzhaft vor Augen, dass auch hierzulande jederzeit mit Katastrophen zu rechnen ist. Neben Naturereignissen sind zudem technische Unglücke wie Chemie- oder Atomunfälle nicht auszuschließen.

Trotz moderner Technik verfügt Deutschland derzeit über kein flächendeckend zuverlässig funktionierendes Katastrophen-Warnsystem. Ein Radio muss erst eingeschaltet werden und hilft bei nachts aufziehenden Gefahrenlagen daher nur eingeschränkt. Die Luftschutzsirenen wurden wiederum in vielen Kommunen nach dem Ende des Kalten Krieges abgebaut. Dabei erfüllten sie neben der Warnung vor Luftangriffen und der Alarmierung der Feuerwehr – die heute überwiegend über stille Funkrufempfänger erfolgt – vorwiegend eine wichtige Aufgabe: die Bevölkerung aus dem Schlaf zu holen und sie so auf weiterführende Informationen etwa über den Rundfunk aufmerksam zu machen.

US-Warnsysteme

Auch im Ausland standen bei der Entwicklung von Alarmsystemen zunächst militärische Bedrohungen im Vordergrund, nicht Naturkatastrophen. In den USA wurde 1951 mit Conelrad (Control of Electromagnetic Radiation) ein Luftschutz-Warnsystem eingeführt, das die Bevölkerung per Rundfunk über rasch wechselnde Senderstandorte auf zwei Mittelwellenfrequenzen informieren sollte. Ziel war es, zu verhindern, dass angreifende Bomber die Rundfunksender als Funkfeuer zur Zielführung nutzen konnten – eine Taktik, die im Zweiten Weltkrieg bei Angriffen auf Deutschland Anwendung fand.

Ab 1957 wurde Conelrad auch für Naturkatastrophen eingesetzt, 1963 löste das Emergency Broadcast System (EBS) es ab. Der Grund: Die größte Bedrohung waren inzwischen nicht mehr Bomber, sondern Interkontinentalraketen. Bomber konnten Radiosignale nutzen, um ihr Ziel zu finden – genau das sollte Conelrad durch ständiges Frequenzwechseln verhindern. Raketen hingegen fliegen auf einer vorprogrammierten Bahn und brauchen dafür kein Radio. Das Frequenzwechselverfahren war damit überflüssig, ein neues Warnsystem musste her.

Die US-amerikanischen Warnsysteme sollten zunächst vorrangig dem Präsidenten ermöglichen, die gesamte Bevölkerung im Kriegsfall oder bei landesweiten Notlagen zu erreichen. Erst schrittweise wurde EBS auch für Warnungen auf Ebene einzelner Bundesstaaten oder lokal eingesetzt. Zwischen 1976 und 1996 wurde das System rund 20.000-mal aktiviert – angesichts der in den USA häufigen extremen Wetterlagen. Ein landesweiter Alarm wurde hingegen nie ausgelöst. Später wurde EBS durch das heute noch genutzte Emergency Alert System (EAS) abgelöst.

Der Vorteil des Nachfolgesystems liegt in der digitalen Codierung: Warnungen lassen sich gezielt auf bestimmte Regionen beschränken, zudem kann der Anlass – etwa Erdbeben oder Hurrikan – mit übertragen werden. Das Vorgängersystem war dagegen anfällig für Fehlalarme. Auslöser war ein analoger, unangenehm klingender Zweiton, der laufende Programme unterbrach und zugleich die automatische Weiterleitung an andere Sender startete. Spielfilme, Nachrichtensendungen oder sogar Werbespots mit Original-Warntönen führten wiederholt zu unbeabsichtigten Alarmen und in der Folge zu teils millionenschweren Strafzahlungen.

Auch regelmäßige Testaussendungen offenbarten Schwächen: Ein erheblicher Teil der Anlagen funktionierte nicht korrekt, zudem kam es immer wieder zu Fehlalarmen, etwa wenn bei Tests falsche Tonbänder eingelegt wurden und ein Probelauf unbeabsichtigt zum Ernstfall wurde. Als Vorbild für ein neues deutsches Warnsystem eignet sich EAS daher nur bedingt – grundsätzlich zeigt es jedoch, dass ein flächendeckendes Warnsystem technisch realisierbar ist.

Warn-Apps

NINA und Katwarn sind die bekanntesten Apps, die auf Smartphones Katastrophenalarm auslösen sollen. In der Praxis funktionierte das bei Tests jedoch häufig erst nach Stunden. Das ist wenig überraschend: Im Alarmfall werden die Warnmeldungen über das Mobilfunknetz einzeln per TCP/IP an jedes einzelne Smartphone versandt – inklusive Rückmeldung.

Wenn Millionen Geräte gleichzeitig erreichbar sein sollen, teils ohne LTE-Empfang und mit langsamen Datenverbindungen, stößt dieses Verfahren zwangsläufig an seine Grenzen. Es ist ebenso ineffizient, wie es wäre, jedes Telefon einzeln per SMS, E-Mail oder automatisiertem Anruf zu alarmieren. Mit den 20 Mitgliedern einer örtlichen freiwilligen Feuerwehr mag das funktionieren, nicht jedoch mit der Bevölkerung eines ganzen Landstrichs. Bis dahin hat eine Flut wie im Ahrtal – wo zudem zu spät gewarnt wurde – die Infrastruktur längst zerstört.

Abhilfe schaffen nur echte Broadcast-Technologien: etwa Warnungen über den Rundfunk – allerdings nicht analog, sondern digital und idealerweise mit der Fähigkeit, auch bei inaktivem Gerät einen Alarm auszulösen. Viele Menschen legen ihr Smartphone bewusst nicht neben das Bett, um ungestört schlafen zu können. Ein Radiowecker hingegen steht häufig auf dem Nachttisch, was dem Rundfunk hier einen klaren Vorteil verschafft.

EWF (Emergency Warning Functionality) und ASA (Automatic Safety Alert) heißen die beiden Ausbaustufen des Warnsystems. Es handelt sich um eine deutsche Entwicklung, die von Beginn an auf internationale Nutzung ausgelegt ist.

Mit dem Übergang von EWF zu ASA wurde eine entscheidende Funktion ergänzt: der Standortbezug. Während EWF alle Empfänger im Sendebereich gleichermaßen alarmierte, erlaubte ASA eine gezielte regionale Warnung. Ein Fabrikbrand in Wanne-Eickel ist in Berchtesgaden nicht relevant und kein Grund, Menschen dort um zwei Uhr nachts aus dem Schlaf zu reißen, um vorsorglich die Fenster zu schließen. Lokale Warnungen ließen sich zuvor nur über lokale DAB+-Ensembles verbreiten, nicht jedoch über bundesweite Programme – ein Mangel, der an die frühen Einschränkungen des US-amerikanischen Conelrad-Systems erinnerte.

ASA auf DAB+

ASA kann DAB+-Radios automatisch auf einen Warnkanal umschalten und sogar aus dem Standby aktivieren. Eine kurze Sprachmeldung wird wiedergegeben, ergänzend lassen sich Textinformationen im Journaline-Format des Fraunhofer-Instituts anzeigen – auch in Fremdsprachen sowie barrierefrei für Hörgeschädigte. Getestet wird das System bereits seit 2014, und der bundesweite DAB+-Multiplex kann ASA-Signale technisch ausstrahlen. Im Regelbetrieb kommt ASA bislang jedoch nicht zum Einsatz – aktiviert wird es derzeit nur an bundesweiten Warntagen.

Daneben existieren regionale Testmöglichkeiten. In Bayern sendet etwa der DAB-Testkanal 10D, ausgestrahlt ausschließlich von den Standorten Wendelstein und Büttelberg, zweimal pro Stunde eine Testwarnung. Nutzerinnen und Nutzer im Empfangsgebiet können damit ihr Gerät überprüfen, müssen dafür jedoch zuvor den Standort im Radio auf Sydney oder Melbourne einstellen. Das Gerät schaltet sich dann zwar aus dem Standby ein, jedoch nicht ensembleübergreifend wie bei einem echten Alarm. Dies ist bewusst so umgesetzt: Würde der Testmodus unbeabsichtigt ausgelöst, wäre die Verunsicherung groß. Entsprechend ist die manuelle Umstellung des Standorts Voraussetzung für den Testbetrieb.

Gerätestandort

ASA-Alarmmeldungen lassen sich standortbezogen auswerten. Damit ein Radio weiß, für welchen Bereich Warnungen relevant sind, muss sein Standort einmalig hinterlegt werden. Prinzipiell ließe sich dafür der im Amateurfunk etablierte QTH-Locator nutzen, der außerhalb dieser Szene jedoch kaum bekannt ist. Daher wurde ein eigenes System entwickelt, das mit einem zwölfstelligen Zifferncode arbeitet.

Das klingt zunächst kompliziert, ist in der Praxis aber einfach: Über die Website www.asa.radio lässt sich der Code für den eigenen Standort bequem ermitteln – für die Redaktion lautet er beispielsweise 1257-4148-4257. Dieser Code wird einmalig im Empfänger gespeichert, sofern das Gerät nicht regelmäßig an anderen Orten genutzt wird oder es sich um ein Autoradio handelt.

Autoradios mit ASA- oder EWF-Unterstützung gibt es bislang allerdings nicht. Hier wäre vermutlich eine Kopplung mit GPS erforderlich, um den aktuellen Standort automatisch zu bestimmen. Bei tragbaren Geräten wie dem Technisat Digitradio 1 A müsste der Standort theoretisch je nach Nutzung zu Hause, im Büro oder unterwegs angepasst werden. In der Praxis dürfte die Standortauflösung derzeit jedoch feiner sein als die regionale Differenzierung der Warnmeldungen – während eines Spaziergangs muss der Standort daher sicher nicht laufend aktualisiert werden.

Zum Redaktionsschluss gab es laut dabplus.de lediglich 14 ASA-zertifizierte Empfänger. Daneben existieren weitere ASA-fähige Geräte, die bislang nicht zertifiziert sind, da das Verfahren vergleichsweise aufwendig und kostenintensiv ist. EWF-taugliche Empfänger können ASA-Warnungen grundsätzlich nicht empfangen; umgekehrt ist das System jedoch abwärtskompatibel: ASA-Empfänger können auch EWF-Signale auswerten. Diese sollen künftig allerdings nicht mehr ausgestrahlt werden.

Ob sich bestehende EWF-Geräte per Firmware-Update für ASA nachrüsten lassen, hängt vom jeweiligen Modell ab. Technisch ist dies möglich, bei günstigen Importgeräten aus China jedoch eher unwahrscheinlich – und auch bei Produkten deutscher Hersteller keineswegs garantiert. Hinzu kommt, dass eine nachträgliche ASA-Zertifizierung für bereits verkaufte oder nicht mehr produzierte Geräte zusätzliche Kosten verursacht.

Erstes ASA-zertifiziertes Gerät am Markt

Das Digitradio 3 ASA ist das erste offiziell ASA-zertifizierte Radio im Handel. Es empfängt UKW analog und DAB+ digital, lässt sich als Bluetooth-Lautsprecher nutzen und spielt Inhalte von Medienservern, USB-Sticks oder analogen Quellen ab. Zusätzlich beherrscht es die Wiedergabe von Audio-CDs und MP3-CDs. Auf Internetradio muss man allerdings verzichten: Weder ein Ethernet-Anschluss noch WLAN sind vorhanden.

Technisat bietet zwar mit dem Digitradio 3 IR ein zum gleichen Listenpreis erhältliches Modell mit WLAN-Internetradio an, dieses unterstützt jedoch kein ASA. Umgekehrt fehlt beim ASA-Modell das Internetradio. Ebenfalls im Programm ist das etwas günstigere Digitradio 3 VOICE mit Sprachsteuerung und Sprachausgabe, das sich speziell an Menschen mit Sehbehinderung richtet – ebenfalls ohne ASA.

Die Telestar-Story: ASA vom EWF-Pionier

Bereits zur IFA 2022 brachte Telestar mit dem DIRA M 1 A und dem DIRA M 1 A mobil die ersten DAB+-Radios auf den Markt, die EWF – den Vorläufer von ASA – vollständig gemäß Spezifikation empfangen konnten. Das mobile Modell mit integriertem Akku bleibt auch bei Stromausfall betriebsbereit und schaltet automatisch auf Akkubetrieb um, obwohl das Netzteil noch eingesteckt ist, aber keine Spannung mehr liefert.

Als deutsche Produkte bieten die Radios einen heute seltenen Vorteil: eine dedizierte „rote Taste“ zur Aufnahme auf USB-Stick. Solche Funktionen sind bei importierten Radios aufgrund erhöhter Einfuhrzölle rar geworden. Die Aufnahme funktioniert in allen Betriebsarten – UKW, DAB+ und Internetradio – und erlaubt es, Sendungen direkt mitzuschneiden.

Im April 2024 wurde jedoch überraschend angekündigt, Telestar zum Jahresende abzuwickeln – zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Die Verkaufszahlen des gut ausgestatteten DIRA M 1 A entwickelten sich gerade positiv. Telestar war eine Tochter der Techniropa Holding, zu der auch TechniSat gehört. Nach dem Tod des Gründers Peter Lepper im Januar 2024 änderte sich die strategische Ausrichtung: Mit einem ähnlichen Portfolio wie TechniSat galt Telestar konzernintern als Konkurrenz. Sämtliche Mitarbeitenden wurden gekündigt, der Betrieb eingestellt und die Markenrechte an die niederländische Commaxx Group verkauft.

Doch Telestar kehrte zurück: Der frühere Mitarbeiter Frank Kirwel erwarb gemeinsam mit Sven Melzer (Geschäftsführer von Megasat) die Markenrechte von Commaxx und gründete das Unternehmen neu. Als Weiterentwicklung des DIRA M 1 A sind nun die technisch überarbeiteten Modelle Top 200 (Mono) und Top 250 (Stereo) erhältlich. Sie unterstützen das aktuelle ASA-Warnsystem, verfügen allerdings über keinen integrierten Akku.

Für Nutzer älterer Telestar-Geräte bleibt Commaxx für Service und Support zuständig; ein nachträgliches ASA-Update wäre technisch möglich, müsste aber von dort angeboten werden. Die neue Telestar betreut ausschließlich die aktuellen Modelle und stellt deren künftige ASA-Aktualisierung sicher. Der Radioempfang über DAB+, UKW und Internet funktioniert bei allen Geräten uneingeschränkt weiter – ASA-Warnungen unterstützen derzeit jedoch nur die neuen Modelle.

Frontier-Chipsätze künftig mit EWF/ASA

ASA-fähige Geräte sind bislang noch rar, Besserung zeichnet sich jedoch ab. Immer mehr neue Radios unterstützen den EWF- und ASA-Standard, und der Digitalradio-Chiphersteller Frontier plant, diese Funktionen künftig vollständig in seine Chipsätze zu integrieren. Damit sollten zahlreiche neue DAB+-Radios ASA künftig bereits ab Werk beherrschen.

Andere DAB+-Radios können Warnmeldungen zwar grundsätzlich wiedergeben, erfordern dafür jedoch ein manuelles Umschalten auf den Warnkanal. Eine automatische Umschaltung erfolgt nicht, ebenso wenig ein Einschalten aus dem Standby. Zudem beschränkt sich die Ausgabe auf die Sprachmeldung, Textinformationen werden nicht angezeigt.

UKW mit RDS wäre prinzipiell auch für Notfall-Warnungen geeignet

Übrigens enthält bereits der analoge UKW-Rundfunk im RDS-System eine vergleichbare Funktion, die Verkehrsfunk-Kennung. Sie verleiht einem Sender Priorität und löst in Autoradios ein automatisches Umschalten auf diesen Kanal aus. Eine entsprechende Funktion ist auch in DAB+-Autoradios verfügbar.

Von ausgeschalteten Empfängern wird dieses Signal jedoch nicht empfangen, ein Radio schaltet sich dadurch nicht automatisch ein. Zudem wird die Kennung im Alltag so häufig aktiviert, wenngleich es auf den Straßen nichts Relevantes zu melden gibt, dass sie sich kaum zur Übermittlung von Katastrophenwarnungen eignet.

Fazit

Für nächtliche Alarmmeldungen am Bett stellt ASA über DAB+ eine sinnvolle Alternative zu anderen Warnsystemen dar. Ein Mobiltelefon sollte man dort aus naheliegenden Gründen nicht liegen haben, während ein Radiowecker häufig ohnehin auf dem Nachttisch steht. Im Auto wiederum kann das Mobiltelefon zusätzlich ablenken.

Noch sind allerdings nur wenige aktuelle DAB+-Radios mit ASA ausgestattet. Bei einer Neuanschaffung lohnt es sich dennoch, auf diese Funktion zu achten, da sie keinen zusätzlichen Aufwand verursacht.

Am meisten überzeugt haben uns in unseren Tests die Modelle von Telestar, die als einzige auch Internetradio bieten. Der Funktionsumfang ist ansonsten bei allen Geräten ähnlich. Das Digitradio 1A von Technisat ist besonders günstig und als einziges Gerät mit Akku auch mobil einsetzbar.

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Digitalradio Telestar TOP 250 im Test: EWF-Pionier kehrt mit ASA zurück

Telestar ist zurück und bringt mit dem TOP 250 eines der ersten DAB+-Radios mit ASA-Warnfunktion. Was es kann, zeigt der Test.

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsytem 
  • großer Leistungsumfang
  • Internetradio

NACHTEILE

  • kein aptX, AAC oder LDAC bei Bluetooth
  • kein Betrieb ohne Netzstrom

Telestar ist zurück und bringt mit dem TOP 250 eines der ersten DAB+-Radios mit ASA-Warnfunktion. Was es kann, zeigt der Test.

Das DIRA M 1 A (Testbericht) von Telestar war das erste DAB+-Radio, das mit dem neuen Katastrophenwarnsystem EWF ausgestattet wurde. EWF ist inzwischen Geschichte – zeitweise galt das auch für Telestar selbst. Nun ist der Hersteller zurück. Wie schlägt sich das aktuelle DAB+-Radio aus dem Hause Telestar mit der inzwischen eingeführten ASA-Warnfunktion?

Wer nachts ruhig schlafen möchte, ohne das Risiko einzugehen, eine Katastrophenwarnung zu verpassen, und zugleich auf ein störendes Smartphone am Bett verzichten will, findet in einem DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion eine praktikable Lösung. Noch ist die Auswahl an entsprechenden Geräten überschaubar, dieses Modell gehört zu den Ersten. Es unterstützt sämtliche Funktionen des neuen Warnsystems. Doch was bietet es darüber hinaus?

Obwohl EWF bereits seit mehr als zehn Jahren entwickelt und erprobt wurde, fehlten lange Zeit geeignete Endgeräte – ähnlich wie in der Anfangsphase von DAB+. Erst zur IFA 2022 stellte Telestar mit dem DIRA M 1 A und dem DIRA M 1 A mobil passende Radios vor. Sie waren vergleichsweise günstig und boten damals einzigartige Funktionen. Dem Unternehmen selbst brachte das jedoch kein Glück: Die Konzernmutter schloss Telestar überraschend auf dem Höhepunkt seines Erfolgs.

Inzwischen wurde Telestar neu gegründet und ist mit dem TOP 250 wieder am Markt vertreten. Das Multifunktionsradio unterstützt ASA-Warnungen über DAB+ und markiert zugleich den technologischen Fortschritt gegenüber EWF. Der entscheidende Unterschied: ASA arbeitet standortbezogen. Nach einmaliger Hinterlegung des eigenen Standorts im Radio werden nur noch Warnmeldungen für die jeweilige Region ausgegeben – und nicht mehr für das gesamte Bundesgebiet.

Ausstattung und Design

Mit 27,6 cm Breite, 11,8 cm Höhe und 13,0 cm Tiefe findet das Telestar TOP 250 problemlos auf dem Nachttisch Platz. Mit 1440 g ist es auch ohne separaten Tragegriff noch gut transportabel, etwa für den Einsatz in einem anderen Raum.

Analoge Audioquellen lassen sich über eine 3,5-mm-Klinkenbuchse einspeisen, ein Kopfhörerausgang ist ebenfalls vorhanden. Das Netzteil mit 15 V und 1,5 A ist extern ausgeführt. Die Teleskopantenne für UKW und DAB+ kann abgeschraubt werden, sodass auch der Anschluss an eine Außenantenne oder eine Kabelanlage möglich ist.

Eine Fernbedienung gehört zum Lieferumfang, wodurch sich das Gerät auch als Tuner- oder Internetradio-Erweiterung für eine bestehende Anlage eignet. Die Bedienlogik unterscheidet sich leicht zwischen Gerät und Fernbedienung, die Tasten sind jedoch in beiden Fällen gut lesbar beschriftet und nicht, wie bei manchen aktuellen Produkten, unglücklich Ton in Ton ausgeführt. Alternativ lässt sich das TOP 250 auch per Smartphone-App steuern.

Als Multifunktionsradio beherrscht das Gerät den Empfang von UKW und DAB+, kann als Bluetooth-Lautsprecher dienen, Audioinhalte von Medienservern, USB-Datenträgern oder analogen Quellen wiedergeben und fungiert über 2,4‐GHz-WLAN als Internetradio. Viele Streams stehen in mehreren Qualitätsstufen zur Verfügung, was bei Internetradios keineswegs selbstverständlich ist. Möglich wird das durch einen vom Hersteller als „Nicent Solution“ bezeichneten, eigenentwickelten Chipsatz.

Für die Senderspeicherung stehen jeweils 100 feste Speicherplätze für UKW und DAB+ sowie 500 Plätze für Internetradiostationen zur Verfügung. Mehrere Weck- und Einschlaffunktionen erlauben zudem die Nutzung als vollwertiger Radiowecker.

Ein weiterer Pluspunkt ist die integrierte Aufnahmefunktion auf USB-Speicher. Solche Funktionen sind bei Radios inzwischen selten geworden, unter anderem wegen höherer Einfuhrzölle. Die Aufnahme lässt sich in allen Betriebsarten nutzen, also bei UKW, DAB+ und Internetradio, auch zeitgesteuert. So lassen sich Sendungen ohne PC direkt mitschneiden und archivieren.

Das 6,1 cm große Farbdisplay bietet eine einstellbare Helligkeit und kann bei Bedarf vollständig abgedunkelt oder auf eine reine Uhranzeige reduziert werden. Damit eignet sich das TOP 250 auch für den Einsatz am Bett. Die ausführliche Anleitung erläutert sämtliche Funktionen verständlich.

ASA-Warnsystem

Zu den interessantesten Funktionen des TOP 250 zählt die Unterstützung des ASA-Warnsystems. Das Radio kann bei einem ASA-Alarm nicht nur aus dem Standby heraus einschalten oder von anderen Sendern und Programmquellen automatisch umschalten, sondern stellt Warnmeldungen zusätzlich im Journaline-Format als Text dar. Die Anzeige ist mehrsprachig möglich.

In den Einstellungen lässt sich festlegen, ob das Gerät auf Testmeldungen, ausschließlich auf echte Warnungen oder gar nicht reagieren soll. Diese Option sollte nach der Inbetriebnahme überprüft werden, damit das Radio im Ernstfall auch tatsächlich Alarm auslöst. Voraussetzung dafür ist die Eingabe des eigenen Standortcodes.

Einen integrierten Akku, der Warnungen auch bei Stromausfall ermöglichen würde, besitzt das TOP 250 allerdings nicht. Damit bleibt es hinter dem früheren DIRA M 1 A mobil zurück.

Empfang und Klang

Der Empfang überzeugt in allen Betriebsarten. Das ist selbst dann relevant, wenn das Gerät hauptsächlich zur Wiedergabe von Inhalten über USB genutzt wird, da die ASA-Warnfunktion nicht an einem schwachen Empfang scheitern darf.

Bei passender Equalizer-Einstellung liefern die zwei 7,6-cm-Lautsprecher mit insgesamt 10 W Ausgangsleistung einen ausgewogenen Klang, der sich auch als Radiowecker bewährt. Die maximale Lautstärke reicht selbst für Tiefschläfer aus. Beim Bluetooth-Betrieb steht allerdings nur der SBC-Standardcodec zur Verfügung.

Preis

Das Telestar TOP 250 hat einen Listenpreis von knapp 98 Euro. Angesichts der umfangreichen Ausstattung ist das ein attraktiver Preis.

Fazit

Die Ausstattung des Telestar TOP 250 ist sehr reichhaltig und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Wem ASA wichtig ist, der ist hier richtig und bekommt dazu noch ein richtig gutes Multifunktionsradio.

Telestar TOP 300 im Test: Internetradio mit DAB+ und ASA-Warnfunktion überzeugt

Das Telestar TOP 300 ist ein schickes Multitalent mit DAB+ inklusive ASA-Warnfunktion, Internetradio, Streaming und CD. Unser Test zeigt Bedienung, Klang und Empfang.

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsytem
  • großer Leistungsumfang
  • leistungsfähiger Equalizer, guter Klang
  • CD-Player & Aufnahmefunktion

NACHTEILE

  • kein aptX, AAC oder LDAC bei Bluetooth
  • nur Betrieb mit Netzstrom

Das Telestar TOP 300 ist ein schickes Multitalent mit DAB+ inklusive ASA-Warnfunktion, Internetradio, Streaming und CD. Unser Test zeigt Bedienung, Klang und Empfang.

Wer nachts ruhig schlafen möchte, ohne eine Katastrophenwarnung zu verpassen oder das Smartphone neben dem Bett liegen zu haben, profitiert von einem DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion. Entsprechende Geräte sind bislang rar. Der neue ASA-Standard unterscheidet sich vom inzwischen eingestellten EWF durch den Standortbezug: Ist der Aufenthaltsort im Radio hinterlegt, werden ausschließlich relevante Warnmeldungen empfangen – nicht mehr flächendeckend für die gesamte Republik.

Telestar gehörte zu den ersten Herstellern von DAB+-Radios mit EWF-Katastrophenalarmsystem. Der EWF-Standard ist inzwischen Geschichte – und zeitweise galt das auch für Telestar. Nun ist der Hersteller zurück. Wie schlägt sich das Telestar TOP 300 mit der aktuellen ASA-Warnfunktion im Test?

Ausstattung und Design

Mit 36 cm Breite, 14,5 cm Höhe und 17,2 cm Tiefe findet das Telestar-Gerät zwar noch auf dem Nachttisch Platz. Mit 3560 g ist es aber nicht mehr als portabel anzusehen. Dafür kann es neben dem Schlafzimmer auch größere Räume solide beschallen. Analoge Signale können per 3,5-mm-Klinkenstecket sowohl eingespielt (AUX) als auch ausgespielt (Kopfhöreranschluss) werden. Das Netzteil (15 V/2,4 A) ist leider extern, proprietär und sehr wuchtig. Die Teleskopantenne für UKW und DAB+ kann abgeschraubt werden, womit ein Anschluss an Außenantennen oder Kabel möglich ist.

Zusätzlich wird eine Fernbedienung mitgeliefert, sodass das TOP 300 auch als Tuner- und Internetradio-Ergänzung einer größeren Anlage genutzt werden kann, obwohl es schon fast eine solche ersetzen kann, wenn kein Fernsehton genutzt werden soll. Die Bedienung am Gerät und an der Fernbedienung ist nicht ganz identisch, doch sind an beiden die Tasten gut erkennbar beschriftet, nicht „schwarz auf schwarz“, wie bei so manchem aktuellen Produkt. Wer nichts anderes als sein Smartphone mehr in die Hand nehmen möchte, kann das TOP 300 auch per App bedienen.

Das Gerät ist ein vollwertiges Multifunktionsradio: Es empfängt UKW analog und DAB+ digital, lässt sich als Bluetooth-Lautsprecher nutzen und spielt Inhalte von Medienservern, USB-Sticks, CDs sowie aus analogen Quellen ab. Über 2,4-GHz-WLAN dient es auch als Internetradio. Viele Streams stehen dabei in mehreren Qualitätsstufen zur Auswahl – ein Angebot, das nur wenige Internetradios machen. Der Grund ist ein selbst entwickelter Chipsatz, den der Hersteller Nicent Solution nennt.

Mit je 100 integrierten, also nicht nur über ein Portal abrufbaren Senderspeichern für UKW und DAB+ sowie 500 für Internetradiostationen ist auch bei einem breiten Musikgeschmack genug Platz, um alle interessanten Sender abzuspeichern. Mehrere Weck- und Einschlaffunktionen ermöglichen die vollwertige Nutzung als Radiowecker. Und nur im Modell TOP 300 sind auch einige Streamingdienste wie Qobuz oder Tidal nativ integriert.

Als deutsches Produkt (wenn auch in Shenzhen gefertigt) hat das TOP 300 noch einen weiteren Vorteil: Es hat eine Funktion zum Aufzeichnen auf einen USB-Stick. Bei Radios sind diese aufgrund dann erhöhter Einfuhrzölle aus den heute üblichen Fertigungsländern sehr rar geworden. Und diese Taste funktioniert in allen Betriebsarten, ob UKW-analog, DAB+ oder auch Internetradio. Man kann also schon einmal eine besondere Sendung auch ohne PC „mitschneiden“ und dauerhaft aufbewahren – auch zeitgesteuert wie früher beim Videorekorder.

Das farbige Display misst 3,2 Zoll (8,1 cm) in der Diagonale. Die Helligkeit kann angepasst werden: Im ausgeschalteten Zustand bleibt die Anzeige dunkel oder zeigt auf Wunsch die Uhrzeit an. Am Bett stört es damit nicht. Die Anleitung ist ausführlich und erläutert sämtliche Gerätefunktionen verständlich.

Der Equalizer bietet zwar die üblichen Presets wie „Rock“ und „Jazz“, die klanglich meist wenig überzeugen. In den erweiterten Einstellungen steht jedoch ein vollwertiger grafischer und parametrischer Equalizer zur Verfügung. Grafisch lassen sich 18 Frequenzbänder anheben oder absenken – statt der sonst üblichen zehn. Zusätzlich können die Mittenfrequenzen der einzelnen Bänder parametrisch angepasst werden, sofern man den Klang fein abstimmen möchte.

ASA-Warnsystem

Zu den interessantesten Funktionen des TOP 300 zählt definitiv die ASA-Warnfunktion: Bei einem Alarm schaltet das Gerät selbstständig aus dem Standby oder von anderen Programmquellen um. Zudem lassen sich Warnmeldungen im Journaline-Format mehrsprachig als Text anzeigen.

Nutzer können festlegen, ob das Radio auf Testmeldungen, ausschließlich auf reale Warnungen oder gar nicht reagieren soll. Diese Einstellung sollte nach der Inbetriebnahme überprüft werden, ebenso die Eingabe des eigenen Standortcodes – nur dann löst das Gerät im Ernstfall zuverlässig Alarm aus. Einen Akku für den Betrieb bei Stromausfall besitzt das TOP 300 allerdings nicht.

Empfang und Klang

Der Empfang ist in allen Betriebsarten ausgezeichnet. Dies ist selbst für reine USB-Musikhörer wichtig, da die ASA-Warnfunktion ja nicht an unzureichendem Empfang scheitern soll. Allerdings ist sie aktuell – wie bei allen ASA-Radios – ausschließlich über DAB+ verfügbar.

Das TOP 300 liefert bei geeigneter Equalizer-Einstellung, die ausgiebig optimiert werden kann, aus zwei Lautsprechern mit 7,6 cm Durchmesser und 15 W Audioleistung einen ausgezeichneten Klang. Tatsächlich ist es dank seines größeren Gehäuses bei Aufstellung in Raumecken bereits so bassstark, dass man die tiefen Töne im Equalizer reduzieren und nicht anheben muss. Die Lautstärke ist auch für Tiefschläfer ausreichend, falls man es als Radiowecker nutzt. Bei Bluetooth ist allerdings nur der SBC-Standardcodec geboten.

Preis

Das Telestar TOP 300 hat einen für die gebotene Leistung attraktiven Listenpreis knapp unter 180 Euro. Am Markt ist es schon ab 141 Euro zu finden.

Fazit

Mit dem TOP 300 hat Telestar eine gelungene Multimedia-Station im Angebot. Neben dem satten Funktionsumfang mit DAB+ inklusive ASA-Warnfunktion, Internetradio, Streaming und CD-Wiedergabe überzeugen auch der gute Klang und der ordentliche Empfang. Weitere Pluspunkte sind der kompakte Formfaktor, die Bedienung und das aus unserer Sicht schicke Design.

Dieses Gesamtpaket ist zwar nicht besonders günstig, der aufgerufene Marktpreis ist aber fair und angemessen. Einzig der fehlende Akku trübt das ansonsten einwandfreie Gesamtergebnis.

Technisat Digitradio 1A im Test: kleines DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion & Akku

Das DAB+-Radio Digitradio 1A von Technisat ist klein, mobil und mit der ASA-Warnfunktion für Notfälle ausgestattet. Ob das moderne Taschenradio zuverlässig funktioniert, zeigt unser Test.

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • guter Klang
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsystem 
  • Betrieb auch mobil und bei Stromausfall
  • gute Bedienbarkeit 

NACHTEILE

  • keine Weckfunktion trotz Uhrzeit
  • Betrieb mit externen Ladegeräten mit Quick Charge (QC) nicht möglich

Das DAB+-Radio Digitradio 1A von Technisat ist klein, mobil und mit der ASA-Warnfunktion für Notfälle ausgestattet. Ob das moderne Taschenradio zuverlässig funktioniert, zeigt unser Test.

Das Digitradio 3 ASA von Technisat war das erste DAB+-Radio, das für das neue ASA-Katastrophenalarmsystem zertifiziert wurde. Auch kompakte Taschenradios hat Technisat im Programm. Dazu gehört das Viola 3, das zwar erschwinglich und klein ist, bei Klang und Empfang aber schwächelt. Das Digitradio 1A ist ebenfalls mobil, aber solider, hat die neue ASA-Katastrophenwarnfunktion zu bieten und funktioniert auch bei Stromausfall und unterwegs.

Wer nachts gut und sicher schlafen will, ohne Angst, im Schlaf eine Katastrophenwarnung zu verpassen – und ohne nerviges Handy am Bett –, dem hilft ein DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion. Noch gibt es nur wenige Modelle, dieses ist eines der Ersten. Was das Digitradio 1A für rund 59 Euro neben den Funktionen des neuen Warnsystems alles bietet, zeigt unser Test.

Ausstattung und Design

Mit 15,6 cm Breite, 9,2 cm Höhe und 3,34 cm Tiefe ist das Technisat-Gerät nicht größer als ein Smartphone, nur etwas dicker. Es passt so tatsächlich noch in etwas größere Taschen. Natürlich kann man es auch auf den Nachttisch stellen, wo es dank des eingebauten Akkus auch bei Stromausfall warnen und bis zu 10 Stunden spielen kann. Da Radiobetrieb und Akkuladen über einen 5-V-USB-C-Anschluss laufen, wird unterbrechungsfrei auf Akkubetrieb umgeschaltet. Mit nur 272 g macht es sich auch gut im Urlaubsgepäck oder beim tatsächlichen mobilen Betrieb, etwa einem Spaziergang.

Ein Ärgernis bleibt: Der USB-C-Anschluss ist laut Anleitung nicht für andere Netzteile vorgesehen. Offenbar setzt das Radio den USB-C-Standard nur unvollständig um, sodass viele Ladegeräte die Stromabgabe verweigern. Die Ursache sind möglicherweise fehlende CC-Widerstände, ein in günstigen Geräten häufig anzutreffendes Problem.

Auf Nachfrage bestätigte der Hersteller, dass dies eine Ansage aus reiner Vorsicht sei. Andere USB-Netzteile mit USB-A bei 5 V sollten prinzipiell funktionieren. Allerdings unterstützt das Digitradio 1 A kein Quick Charge – entsprechende Ladegeräte verweigern dann ihren Dienst. So können Probleme mit USB-C-auf-USB-C-Kabeln auftreten, während die Stromversorgung über USB-A-auf-USB-C meist funktionieren sollte. Im Test konnten wir das Gerät auch mit anderen Netzteilen laden, eine Garantie, dass es immer gelingt, hat man nicht. Sicherer ist es, das originale Ladegerät zu nutzen.

Das steht nicht im Widerspruch zur EU-USB-C-Verordnung. Diese schreibt lediglich den einheitlichen physischen Ladeanschluss vor, nicht aber die vollständige Unterstützung von USB-C- oder USB-Power-Delivery-Funktionen. Entsprechend können Geräte formal regelkonform sein, auch wenn sie mit USB-C-auf-USB-C-Netzteilen nicht zuverlässig laden. Ein Ärgernis auf Reisen ist das dennoch.

Zur Lautstärke-, Sender- und Menüeinstellung ist leider kein Drehknopf, sondern ein Tastenkreuz vorgesehen, wie von Fernbedienungen bekannt. Eine solche liegt allerdings nicht bei und wäre bei einem Taschenradio auch absurd. Die Bedienung im Dunkeln sollte trotzdem einwandfrei funktionieren, die Tasten sind groß und die dimmbare, zweizeilige OLED-Anzeige gut erkennbar, und der Einschaltknopf befindet sich separat auf der Oberseite.

Das Radio spielt Mono. Eine 3,5-mm-Klinkenbuchse dient zum Anschluss eines Kopfhörers, womit dann auch Stereobetrieb möglich ist. Eine Teleskopantenne sorgt für stabilen Empfang auf UKW und DAB+ an jedem Standort. Bluetooth oder Internetradio sind nicht vorhanden, bei einem portablen Gerät aber auch kein zwingendes Muss. Die Funktionen eines Radio-/Reiseweckers vermisst man schon eher. Die Uhrzeit wird dennoch angezeigt und stellt sich automatisch, sobald Sender empfangbar sind.

ASA-Warnsystem

Das Technisat Digitradio 1A hat das neue ASA-Warnsystem an Bord. Es kann aus dem Standby oder von anderen DAB+-Sendern, nicht aber bei UKW-Empfang, bei einem ASA-Alarm das Radio ein- und umschalten. Dankenswerterweise wird der Benutzer über eine kurze Einblendung informiert, ob ASA aktiv ist oder nicht, denn wie bei allen bislang lieferbaren Geräten ist die ASA-Funktion nur im ausgeschalteten Zustand oder im DAB+-Betrieb verfügbar.

Wenn man das Gerät nicht nur zu einem Spaziergang um den Block, sondern in die Arbeit oder auf Reisen mitnimmt, ist allerdings der Standort für ASA anzupassen, um die richtigen Meldungen zu erhalten. Außerhalb Deutschlands sind aktuell aber noch keine ASA-Meldungen verfügbar, und auch in Deutschland ist ASA bislang nicht im Regelbetrieb.

Empfang und Klang

Der Empfang ist auf UKW und DAB+ gut. Dies ist wichtig, da die ASA-Warnfunktion ja nicht an unzureichendem Empfang scheitern soll. Das Gerät liefert bei 1 W Ausgangsleistung einen für die Kleinheit guten Klang ohne weitere Einstellmöglichkeiten. Über Kopfhörer ist auch Stereowiedergabe in guter Qualität möglich.

Preis

Die UVP des Digitradio 1A liegt bei 75 Euro, allerdings ist das Gerät im freien Handel schon für etwa 59 Euro erhältlich. Damit ist das Gerät zwar nicht günstig, der Preis ist aus unserer Sicht aber gerechtfertigt.

Fazit

Das Technisat Digitradio 1A ist kompakt und überzeugt mit gutem Empfang sowie ordentlichem Klang. Der Funktionsumfang fällt zwar überschaubar aus, das Radio erfüllt seine Aufgaben jedoch zuverlässig und bietet mit der ASA-Notfallwarnung ein Sicherheitsplus, das auch bei Stromausfall funktioniert.

Auf Reisen fehlt allerdings eine Weckfunktion. Ärgerlich ist zudem der USB-C-Anschluss: Der Hersteller rät in der Anleitung ausdrücklich von der Nutzung externer Ladegeräte ab – vermutlich, weil der Anschluss den USB-C-Standard nicht vollständig umsetzt, etwa durch fehlende CC-Widerstände.

DAB+-Radio Kenwood CR-ST85DAB im Test: ASA-Warnfunktion, Bluetooth & guter Klang

Kenwood bietet mit dem CR-ST85DAB ein kompaktes Kofferradio zur stationären Nutzung. Neben dem DAB+-Empfang ist auch das neue ASA-Warnsystem an Bord.

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsystem
  • gute Bedienung
  • guter Klang

Kenwood bietet mit dem CR-ST85DAB ein kompaktes Kofferradio zur stationären Nutzung. Neben dem DAB+-Empfang ist auch das neue ASA-Warnsystem an Bord.

Wer auch ohne Handy keine Katastrophenwarnung verpassen will, greift zu einem DAB+-Radio mit ASA-Funktion. Noch gibt es nur wenige Modelle, die den neuen Standard unterstützen. Dieses ist eines der ersten Digitalradios mit dieser Warnfunktion. Wie sich das Radio in der Praxis schlägt und was es sonst zu bieten hat, zeigt unser Test.

Ausstattung und Design

Mit 24,5 cm Breite, 14,5 cm Höhe und 10,5 cm Tiefe findet das Kenwood-Radio auch auf dem Nachttisch Platz, ohne zu viel Platz einzunehmen – trotzdem bietet es dank ausreichenden Volumens ausgewachsenen Klang. Es wiegt 1700 g und steht somit sicher auch beim nächtlichen Tasten nach den Bedienknöpfen. Angenehm ist hierbei, dass sowohl zur Regulierung der Lautstärke als auch zur Sendereinstellung und Menüwahl zwei große Drehknöpfe vorgesehen sind, die man auch im Dunkeln gut findet.

Das Gerät macht sich ebenso gut in anderen Räumen, benötigt allerdings immer einen Netzanschluss mit einem externen Steckernetzteil (12 V / 2 A), was das Tragen von Raum zu Raum etwas verkompliziert – der Akkubetrieb ist nicht vorgesehen. Zwei 3,5-mm-Klinkenbuchsen zum Anschluss externer analoger Signalquellen oder einer größeren Anlage (Line Out) befinden sich neben dem Stromversorgungsanschluss auf der Rückseite. Die Nutzung eines Kopfhörers ist nicht vorgesehen. Auch ein USB-Port ist rückseitig zu finden, der allerdings nur für Servicezwecke gedacht ist, nicht zum Abspielen von MP3-Dateien oder zum Laden von Smartphones. Eine Teleskopantenne sorgt für stabilen Empfang an jedem Standort.

Die Kopplung über Bluetooth ist ebenfalls möglich, aber nur mit Standardcodecs. AAC oder aptX gibt es nicht, was schade ist, da sich bei diesem Gerät die Nutzung als Bluetooth-Lautsprecher lohnen würde.

Das Gerät bietet die üblichen Funktionen eines Radioweckers, dazu der Empfang über UKW und DAB+ sowie die Wiedergabe externer Quellen analog und per Bluetooth. Zudem gibt es ausgiebige Schlummer- und Weckfunktionen mit zwei unabhängigen Weckern, die wahlweise einmalig, werktags, am Wochenende oder täglich wecken. Außerdem ist einstellbar, wie lange (15 bis 120 Minuten) die Musik beim Aufwecken spielt. Internetradio ist nicht vorhanden, zum sicheren Wecken wäre diese Quelle aber auch nur bedingt tauglich.

Die Uhrzeit stellt sich automatisch, sobald Sender empfangbar sind, auch von UKW. Die in verschiedenen Helligkeitsstufen einstellbare farbige Anzeige mit einer Diagonale von 2,4 Zoll (6 cm) erlaubt es auch nachts, die Zeit abzulesen, wenn man sie nicht automatisch abdunkelt.

Aus unserer Sicht bietet das Gerät, abgesehen von der USB-MP3-Wiedergabe, ein besseres Display, besseren Klang und eine einfachere Bedienung als der Radiowecker Kenwood CR-ST55DAB (Testbericht).

ASA-Warnsystem

Der Kenwood CR-ST85DAB ist mit dem neuen ASA-Warnsystem ausgestattet. Bei einem entsprechenden Alarm schaltet sich das Radio aus dem Standby ein oder wechselt automatisch von einem anderen DAB+-Sender auf den Warnkanal. Befindet sich das Gerät jedoch im UKW-Betrieb oder gibt Inhalte über USB oder Bluetooth wieder, erfolgt keine automatische Umschaltung – ASA-Warnungen werden in diesem Fall trotz eingeschaltetem Gerät nicht ausgegeben. Immerhin informiert eine Einblendung im Display darüber, ob die ASA-Funktion aktuell aktiviert ist.

Empfang und Klang

Der Empfang bei UKW und DAB+ ist gut. Dies ist wichtig, da die ASA-Warnfunktion ja nicht an unzureichendem Empfang scheitern soll. Das Gerät liefert bei einer Ausgangsleistung von 2 × 10 W einen guten Klang. Die Klang-Einstellmöglichkeiten bieten neben den üblichen Wahlmöglichkeiten wie Normal, Rock und Jazz auch eine richtige Bass- und Höhenregelung. Die beiden Frontlautsprecher liefern einen klaren Klang, der aber natürlich nur in Gerätenähe einen Stereo-Effekt bieten kann.

Preis und Einschätzung

Das Kenwood CR-ST85DAB ist mit einem Listenpreis von knapp über 129 Euro nicht billig, aber in Anbetracht von Ausstattung und Klang noch angemessen.

Fazit

Kenwood bietet mit dem CR-ST85DAB ein gelungenes Gesamtpaket zum gehobenen, aber akzeptablen Preis. Neben dem integrierten ASA-Notfallsystem und dem guten Empfang punktet das Radio mit einfacher Bedienung und ordentlichem Stereoklang.

Schade ist lediglich, dass weder Batterie- noch Akkubetrieb möglich sind. Damit eignet sich das Gerät nicht als mobiler Lautsprecher, und bei einem Stromausfall bleibt auch eine ASA-Warnung aus.

Eine Alternative vom gleichen Hersteller zu vergleichbarem Preis ist das Modell Kenwood CR-M70DAB. Das als Seniorenradio vermarktete Gerät punktet mit größeren Tasten, einer großen Anzeige und einer einfachen Bedienung. Außerdem bietet es Akkubetrieb und warnt somit auch während eines Stromausfalls. Dafür lässt beim CR-M70DAB trotz vergleichbarer Größe der Klang zu wünschen übrig.

Technisat Digitradio 3 ASA im Test: Erstes DAB+-Radio mit ASA-Zertifizierung

Das Technisat Digitradio 3 ASA ist das erste DAB+-Radio mit Zertifizierung für das Katastrophenwarnsystem ASA. Was kann das Gerät noch?

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsytem 
  • großer Leistungsumfang
  • guter Klang, CDs abspielbar

NACHTEILE

  • kein aptX, AAC oder LDAC bei Bluetooth
  • nur Betrieb mit Netzstrom
  • ohne Internetradio in der ASA-Version möglich

Das Technisat Digitradio 3 ASA ist das erste DAB+-Radio mit Zertifizierung für das Katastrophenwarnsystem ASA. Was kann das Gerät noch?

Nachts sicher schlafen, ohne eine Katastrophenwarnung zu verpassen und ohne nerviges Handy am Bett: Das gelingt mit einem DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion. Noch gibt es nur wenige Modelle. Das Digitradio 3 ASA von Technisat ist das erste zertifizierte und lieferbare Gerät. Es beherrscht alle Funktionen des neuen Warnsystems und bringt darüber hinaus noch einiges mehr mit.

Der ASA-Vorläufer EWF wurde zwar über zehn Jahre lang entwickelt und getestet, doch ähnlich wie bei der einstigen DAB-Einführung fehlte es zunächst an passenden Geräten. Erst zur IFA 2022 präsentierte Telestar die ersten zwei Modelle. Inzwischen ist EWF bereits wieder Geschichte, der Nachfolger heißt ASA. Der entscheidende Unterschied: ASA arbeitet standortbezogen. Hinterlegt man seinen Standort im Radio, erhält man nur Warnmeldungen für die eigene Region statt für die ganze Republik. ASA-Geräte können zwar auch ältere EWF-Warnungen dekodieren, diese werden jedoch nicht mehr ausgestrahlt. Umgekehrt verstehen EWF-Geräte kein ASA.

Technisat gehört wie das inzwischen eigenständige Telestar zur Techniropa-Gruppe und unterstützt DAB und DAB+ von Anfang an.

Ausstattung und Design

Mit 38 cm Breite, 13,3 cm Höhe und 17,9 cm Tiefe passt das Digitradio 3 ASA nicht auf jeden Nachttisch und schon gar nicht in die Küche, wofür es ohnehin zu schade wäre. Fürs Wohnzimmer eignet es sich dagegen bestens. Mit 3,62 kg ist es allerdings kein Gerät, das man ständig von Raum zu Raum trägt.

Analoge Signale lassen sich per 3,5-mm-Klinke sowohl einspeisen (AUX) als auch ausgeben (Kopfhörer). Das Netzteil mit 12 V/3 A ist leider extern. Die Teleskopantenne für UKW und DAB+ lässt sich abschrauben, sodass auch der Anschluss an eine Außenantenne oder ein Kabel möglich ist.

Das Gerät empfängt UKW analog und DAB+ digital, dient als Bluetooth-Lautsprecher und spielt Medien von Servern, USB-Sticks oder Analogquellen ab. Auch CDs und MP3-CDs können wiedergegeben werden. Internetradio bietet das Gerät allerdings nicht, weder per Ethernet noch per WLAN. Technisat hat zwar mit dem Digitradio 3 IR ein preisgleiches Modell mit WLAN-Internetradio im Programm, das verzichtet dann aber auf ASA. Ebenso gibt es das günstigere Digitradio 3 VOICE mit Sprachsteuerung und -ausgabe speziell für Menschen mit Sehbehinderung. Warum ASA und Internetradio nicht in einem Gerät vereinbar sein sollen, bleibt unverständlich.

Eine Fernbedienung liegt bei, sodass sich das Radio auch als Tuner-Ergänzung einer größeren Anlage nutzen lässt. Die Bedienung ist komfortabel, allerdings hat Technisat auf der Fernbedienung die Tasten für Stummschaltung und Ausschalten genau andersherum angeordnet als die meisten anderen Hersteller. Statt das Gerät auszuschalten, schaltet man es so leicht versehentlich nur stumm – den Stromlieferanten freut es.

Das monochrome OLED-Display ist hell und lässt sich dimmen. Sleeptimer und Weckfunktionen sind ebenfalls an Bord, das Digitradio 3 ASA taugt also auch als hochwertiger Radiowecker. Die Anleitung ist angenehm ausführlich und erklärt alle Gerätefunktionen.

ASA-Warnsystem

Hier liegt die eigentliche Stärke des Digitradio 3 ASA: Das Radio kann bei einem ASA-Alarm aus dem Standby aufwachen oder von anderen Sendern und Programmquellen umschalten. Zusätzlich zeigt es Warnmeldungen im Journaline-Format als Text in mehreren Sprachen auf dem Display an.

In den Einstellungen lässt sich festlegen, ob das Radio auf Testmeldungen, nur auf echte Warnmeldungen oder gar nicht reagieren soll. Diese Einstellung sollte nach der Inbetriebnahme unbedingt kontrolliert werden, damit das Gerät im Katastrophenfall auch tatsächlich Alarm auslöst. Zwingend notwendig ist dafür die Eingabe des eigenen Standortcodes. Einen eingebauten Akku für den Betrieb bei Stromausfall hat das Digitradio 3 ASA leider nicht.

Empfang und Klang

Der Empfang ist in allen Betriebsarten ausgezeichnet. Das ist auch für Nutzer wichtig, die das Radio nur als USB-Musikplayer verwenden: Die ASA-Warnfunktion soll schließlich nicht an mangelhaftem Empfang scheitern. Klanglich liefert das Digitradio 3 ASA dank Elac-Soundsystem mit zwei Lautsprechern und 10 W Audioleistung bei passender Equalizer-Einstellung ein angemessenes Ergebnis mit ausreichender Lautstärke. Bei Bluetooth steht allerdings nur der SBC-Standardcodec zur Verfügung.

Preis

Das Technisat Digitradio 3 ASA hat einen Listenpreis von 270 Euro. Die Variante mit Internetradio, aber ohne ASA (Digitradio 3 IR) kostet ebenso viel, das Basismodell ohne beides ist mit 265 Euro nur geringfügig günstiger.

Der Straßenpreis für das ASA-Modell beginnt bei knapp unter 200 Euro, die Varianten ohne ASA sind im Handel deutlich günstiger. Damit liegt das Gerät preislich spürbar über einfacheren DAB+-Radios, bietet dafür aber hohe Klangqualität und ein integriertes CD-Laufwerk.

Fazit

Die Ausstattung des Technisat Digitradio 3 ASA ist reichhaltig, der Klang gut. Warum Technisat beim Digitradio 3 aber ASA nur ohne Internetradio anbietet und umgekehrt, bleibt unverständlich. Wer zertifiziertes ASA, guten Klang und ein integriertes CD-Laufwerk sucht, ist hier richtig.

Albrecht DR 760 im Test: DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion & einfacher Bedienung

Albrecht ist bekannt für hochwertige Funkgeräte, Radios und Kurbelradios. In diesem Test zeigt das DAB+-Radio DR 760, was es neben der ASA-Warnfunktion bietet.

VORTEILE

  • guter Empfang
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsystem
  • großes Display
  • einfache Bedienung

NACHTEILE

  • Mono-Wiedergabe
  • gehobener Preis
  • kein Betrieb ohne Netzstrom

Albrecht ist bekannt für hochwertige Funkgeräte, Radios und Kurbelradios. In diesem Test zeigt das DAB+-Radio DR 760, was es neben der ASA-Warnfunktion bietet.

Wer nachts ruhig schlafen möchte, ohne eine wichtige Katastrophenmeldung zu verpassen – ganz ohne das Smartphone am Bett – findet in einem DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion eine praktische Lösung. Noch sind solche Geräte selten, dieses Modell gehört zu den Vorreitern und unterstützt alle Funktionen des neuen Warnsystems. Doch was bietet es darüber hinaus?

Ausstattung und Design

Mit 25 cm Breite, 16 cm Höhe und 13,5 cm Tiefe findet das Albrecht-Gerät problemlos auf einem Nachttisch Platz. Zugleich taugt es als alltagstauglicher Begleiter: seniorengerecht gestaltet, mit wohnlichem Design statt Medizingeräte-Optik. Das Gewicht von 1860 g unterstreicht den Anspruch auf soliden Klang. Hinzu kommen ein knapp 11 cm (4,3 Zoll) großes, gut ablesbares Display und eine bewusst einfach gehaltene Bedienung.

Zwei klassische Drehregler für Lautstärke und Senderwahl sowie ergänzende Drucktasten für Senderspeicher und Wecker sorgen für eine intuitive Handhabung. Auf verschachtelte Multifunktionsbelegungen verzichtet Albrecht. Die Teleskopantenne ermöglicht stabilen Empfang, auch bei freier Aufstellung.

Auf der Rückseite sitzen ein Kopfhöreranschluss (3,5-mm-Klinke) und ein analoger Eingang im gleichen Format. Dort wird auch das externe Netzteil (12 V/1,5 A) angeschlossen. Eine Fernbedienung gehört nicht zum Lieferumfang – angesichts der übersichtlichen Bedienstruktur ist sie allerdings entbehrlich.

Das Gerät bietet die heute üblichen Funktionen eines Radioweckers und Tischradios: Empfang via UKW und DAB+, Weckfunktionen sowie die Wiedergabe externer Signalquellen – analog oder per Bluetooth. Auf Internetradio und andere Online-Dienste verzichtet es bewusst. Entsprechend ist kein WLAN erforderlich, die Einrichtung bleibt überschaubar. Durch die Konzentration auf das Wesentliche gelingt die Inbetriebnahme schnell – selbst die Eingabe des ASA-Standorts ist nahezu ohne Blick ins Handbuch erledigt.

Es stehen zwei unabhängige Weckzeiten zur Verfügung. Diese lassen sich wahlweise für Werktage, das Wochenende oder täglich aktivieren. Zudem kann festgelegt werden, wie lange nach dem Weckzeitpunkt Musik abgespielt wird. Die Uhrzeit synchronisiert sich automatisch, sobald ein DAB+-Signal empfangen wird.

Die große, farbige Anzeige (4,3 Zoll) ist gut ablesbar, sodass selbst Menschen mit Brille die Uhrzeit nachts problemlos erkennen können, ohne ihre Sehhilfe aufsetzen zu müssen. Dank drei wählbarer Helligkeitsstufen sowie der Möglichkeit, die Anzeige vollständig auszuschalten, lässt sich die Beleuchtung individuell anpassen – oder ganz deaktivieren, wenn man es beim Schlafen lieber komplett dunkel mag.

ASA-Warnsystem

Das Albrecht DR 760 unterstützt das neue ASA-Warnsystem: Bei einem Alarm schaltet es sich aus dem Standby ein oder wechselt automatisch vom laufenden Programm. Wird jedoch über UKW oder eine externe Quelle – analog oder per Bluetooth – gehört, ist ASA deaktiviert, da der DAB+-Empfang chipsatzbedingt nicht parallel möglich ist. Eine kurze Einblendung informiert darüber, ob ASA aktuell aktiv ist.

Empfang und Klang

Der Empfang bei UKW und DAB+ ist in der Praxis gut. Dies ist wichtig, da die ASA-Warnfunktion nicht am Empfang scheitern darf. Das Gerät liefert bei 5 W Ausgangsleistung einen abgerundeten, nicht unangenehmen und ausreichend kräftigen Klang in Mono – Stereowiedergabe ist nur über Kopfhörer möglich. Klanglich stehen Presets wie Rock oder Jazz sowie eine manuelle Bass- und Höhenregelung zur Verfügung. Der frontal montierte Lautsprecher arbeitet in einem Bassreflexgehäuse und liefert einen klaren, gut verständlichen Klang für Sprache und Musik.

Preis

Mit einem Preis von rund 112 Euro zählt das Albrecht DR 760 nicht zu den günstigsten Geräten seiner Klasse. Angesichts von Verarbeitung, Bedienkomfort und ASA-Unterstützung geht der Preis jedoch in Ordnung – auch als Geschenk macht das Radio eine solide Figur.

Fazit

Trotz des gehobenen Preises überzeugt das Gesamtpaket des Albrecht DR 760. Es punktet vorrangig mit seinem gelungenen Design und der klar strukturierten, intuitiven Bedienung. ASA ist ebenfalls an Bord und sorgt für ein zusätzliches Maß an Sicherheit. Zwar gibt das Radio ausschließlich in Mono wieder, klanglich überzeugt es dabei jedoch mit einer angenehm ausgewogenen Abstimmung. Bedauerlich ist lediglich das Fehlen eines integrierten Akkus, der bei Stromausfällen weiterhin Warnmeldungen ermöglichen würde.

Wer eine etwas komplexere Bedienung akzeptiert, erhält mit dem Kenwood CR-ST55DAB Stereoklang, höhere Audioqualität und die Möglichkeit zur MP3-Wiedergabe. Anzeige und Empfang bewegen sich auf ähnlichem Niveau, auch ASA wird unterstützt. Für Nutzerinnen und Nutzer, die Wert auf maximale Einfachheit legen, bleibt das DR 760 jedoch die stimmigere Wahl.

Kenwood CR-M25DAB im Test: Mini-Digitalradio mit Akku und ASA-Warnfunktion

Kenwood bietet ein Taschenradio mit ASA-Katastrophenwarnung, das auch bei Stromausfall funktioniert. Kann es dem Smartphone Konkurrenz machen?

VORTEILE

  • guter Empfang
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsystem
  • Betrieb auch mobil und bei Stromausfall
  • gute Bedienbarkeit mit Drehknopf
  • fairer Preis

Kenwood bietet ein Taschenradio mit ASA-Katastrophenwarnung, das auch bei Stromausfall funktioniert. Kann es dem Smartphone Konkurrenz machen?

Nachts sicher schlafen, ohne eine Katastrophenwarnung zu verschlafen – und ohne Smartphone auf dem Nachttisch: Das verspricht ein DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion. Kenwoods Taschenradio gehört zu den ersten Modellen, die den vollen Funktionsumfang des neuen Warnsystems unterstützen. Was kann es darüber hinaus?

Ausstattung und Design

Mit 15,6 × 9 × 4 cm ist das Kenwood-Radio kaum größer als ein Smartphone, nur deutlich dicker. Bei 330 g passt es noch in eine geräumige Jackentasche und taugt auch als Reiseradio.

Ein eingebauter Akku hält bis zu sieben Stunden durch und macht das Gerät unabhängig von der Steckdose – auf dem Nachttisch warnt es so auch bei Stromausfall. Die Stromversorgung läuft über USB-C mit 5 Volt; fällt die externe Versorgung weg, schaltet das Radio unterbrechungsfrei auf Akkubetrieb um.

Das mitgelieferte Netzteil (5 V/1 A) lädt den Akku in rund vier Stunden, bei eingeschaltetem Gerät dauert es etwas länger. Andere USB-Quellen funktionieren ebenfalls, an einem Standard-USB-Port mit 0,5 A dauert das Laden entsprechend länger.

Neben neun Drucktasten sitzt auf der Oberseite ein großer Drehknopf für Lautstärke und Menünavigation, der sich auch im Dunkeln sicher ertasten lässt. Eine 3,5-mm-Klinkenbuchse ermöglicht Kopfhörerbetrieb in Stereo, eine Teleskopantenne sorgt für stabilen Empfang.

Das Radio empfängt UKW und DAB+, gibt externe Quellen analog sowie per Bluetooth wieder – Internetradio fehlt, was bei einem portablen Gerät ohne WLAN-Anbindung konsequent ist. Zwei unabhängige Wecker lassen sich einmalig, werktags, am Wochenende oder täglich konfigurieren, inklusive einstellbarer Nachlaufzeit von 15 bis 120 Minuten. Schlummerfunktionen sind ebenfalls an Bord.

Die zweizeilige, hinterleuchtete LC-Anzeige lässt sich in der Helligkeit regeln oder automatisch abschalten – nachts lässt sich die Uhrzeit so ablesen, ohne zu blenden. Die Uhr synchronisiert sich automatisch, sobald Sender empfangbar sind.

Ein wichtiger Punkt: ASA-Katastrophenwarnungen empfängt das Radio ausschließlich über DAB+-Kanäle, die das Warnsystem unterstützen. Wer UKW, Bluetooth oder einen DAB-Kanal ohne ASA-Unterstützung nutzt, erhält keine Warnmeldungen.

ASA-Warnsystem

Das Kenwood CR-M25DAB unterstützt das neue ASA-Warnsystem. Aus dem Standby oder während des DAB+-Empfangs schaltet sich das Radio bei einem ASA-Alarm automatisch ein oder auf den warnenden Sender um. Bei UKW-Empfang, Bluetooth oder analoger Wiedergabe bleibt die Funktion hingegen inaktiv – wie bei allen bislang erhältlichen ASA-Radios. Beim Ein- und Ausschalten blendet das Gerät kurz den aktuellen ASA-Status ein, sodass der Nutzer erkennen kann, ob die Warnfunktion gerade greift.

Wer das Radio nicht nur zu Hause nutzt, sondern zur Arbeit oder auf Reisen mitnimmt, muss den eingestellten Standort anpassen, um die regional zutreffenden Warnmeldungen zu empfangen. Außerhalb Deutschlands sendet derzeit kein Anbieter ASA-Meldungen, und auch hierzulande befindet sich das System bisher nicht im Regelbetrieb.

Empfang und Klang

Sowohl auf UKW als auch über DAB+ empfängt das Kenwood zuverlässig – eine Voraussetzung dafür, dass die ASA-Warnfunktion im Ernstfall nicht am Empfang scheitert. Klanglich bewegt sich das Radio mit seinem kleinen Lautsprecher und 1,5 W Ausgangsleistung auf Taschenradio-Niveau: dünn, ohne Klangregelung. Über Kopfhörer gibt das Gerät Stereo in deutlich besserer Qualität wieder.

Preis

Der Listenpreis des Kenwood CR-M25DAB liegt bei 50 Euro. Die Straßenpreise liegen mit knapp 45 Euro nahe an diesem Bereich.

Fazit

Das Kenwood CR-M25DAB ist ein kompakter Radiowecker mit einem klaren Alleinstellungsmerkmal: der ASA-Katastrophenwarnung, die dank eingebautem Akku auch bei Stromausfall funktioniert. Dazu kommen durchdachte Weckfunktionen, zuverlässiger Empfang und ein reisetaugliches Format.

Klanglich muss man Abstriche machen – mehr als das Taschenradio-Niveau liefert der kleine Lautsprecher nicht. Wer damit leben kann und vor allem Wert auf die Warnfunktion legt, bekommt ein sinnvolles Gerät für den Nachttisch und unterwegs.

Kenwood CR-ST55DAB im Test: Radiowecker mit DAB+, ASA & Bluetooth

Kenwood steht für Funktechnik, Hi-Fi und Autoradios. Ein Radiowecker des Herstellers sollte mehr bieten als Discounterware – ob das gelingt?

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsystem
  • großes Display
  • USB-Ladebuchse auf der Rückseite

NACHTEILE

  • Bedienung etwas kompliziert
  • gehobener Preis
  • kein Betrieb ohne Netzstrom

Kenwood steht für Funktechnik, Hi-Fi und Autoradios. Ein Radiowecker des Herstellers sollte mehr bieten als Discounterware – ob das gelingt?

Wer nachts bewusst auf das Smartphone am Bett verzichten möchte und trotzdem keine Katastrophenwarnung verpassen will, findet im Kenwood CR-ST55DAB eine durchdachte Alternative. Der DAB+-Radiowecker gehört zu den ersten Modellen mit integrierter ASA-Funktion und vereint damit ein modernes Warnsystem mit klassischer Radiowecker-Ausstattung. Was der Radiowecker Kenwood CR-ST55DAB kann, zeigt unser Test.

Ausstattung und Design

Mit 19 cm Breite, 8 cm Höhe und 12,5 cm Tiefe passt der Kenwood CR-ST55DAB problemlos auf nahezu jeden Nachttisch. Mit 890 g bringt er genug Gewicht mit, um auch beim Drücken der Tasten sicher stehen zu bleiben. Auf der Rückseite sitzen eine 3,5-mm-Klinkenbuchse, ein USB-Port mit 5 V und 1 A zum Laden externer Geräte sowie die Wurfantenne. Der USB-Anschluss beherrscht Schnellladen nicht, als zusätzliche Stromquelle fürs Smartphone taugt er aber. Die flexible Antenne minimiert das Risiko, sich zu verletzen oder sie abzubrechen. Für optimalen Empfang sollte sie möglichst frei positioniert oder aufgehängt werden.

Die Klinkenbuchse dient nicht als Kopfhörerausgang, sondern als Analogeingang, etwa für einen CD-Player. Alternativ lassen sich Zuspieler per Bluetooth koppeln, allerdings nur mit den Standard-Codecs. AAC oder aptX unterstützt der CR-ST55DAB nicht. Bei einem Radiowecker ist das allerdings kein zwingendes Muss. Über den USB-Port spielt das Gerät zudem MP3-Dateien von entsprechend formatierten Sticks ab. Diese müssen mit FAT16 oder FAT32 eingerichtet sein und sollten maximal 32 GB groß sein. Für längere Musik- oder Podcast-Sessions reicht das aus. Das Testgerät erkannte NTFS-formatierte Datenträger nicht.

Angeschlossen wird der Radiowecker über ein externes Netzteil mit 9 V und 1,5 A. Ein integriertes Netzteil hätte Kabelsalat vermeiden können. So bleibt das Gerät immerhin kompakt. Eine Fernbedienung legt Kenwood nicht bei. Im typischen Nachttischbetrieb ist sie auch entbehrlich. Wer sein Smartphone dennoch griffbereit haben möchte, kann es in der vertieften Ablage auf der Oberseite ablegen. Eine induktive Ladefunktion gibt es dort allerdings nicht.

Für einen Radiowecker ist der Funktionsumfang beachtlich. Das Gerät bietet UKW- und DAB+-Empfang, analoge und drahtlose Zuspielung per Bluetooth, MP3-Wiedergabe über USB sowie vielfältige Schlummer- und Weckoptionen. Bis zu drei unabhängige Weckzeiten können konfiguriert werden. Diese lassen sich für Werktage, das Wochenende oder täglich programmieren. Sogar die Dauer der Weckwiedergabe ist einstellbar.

Ein Internetradio bietet der CR-ST55DAB nicht. Für einen zuverlässigen Weckbetrieb ist das allerdings nur bedingt ein Nachteil, da Internetradio stets eine stabile Netzwerkverbindung voraussetzt. Im Gegenzug bietet das Kenwood-Gerät bei vergleichbarer Anzeige deutlich mehr Funktionen als etwa der Albrecht DR 455, ist jedoch ausschließlich über Tasten zu bedienen. Im Dunkeln die richtige der insgesamt zehn Tasten zu treffen, erweist sich in der Praxis als wenig komfortabel.

Die Uhrzeit stellt sich automatisch ein, sobald ein empfangbarer Sender gefunden wird, auch über UKW. Ein manuelles Nachjustieren ist in der Regel nicht nötig.

Die große, kontrastreiche Anzeige ist gut ablesbar und ermöglicht es auch Brillenträgern, nachts einen schnellen Blick auf die Uhrzeit zu werfen. Die Helligkeit lässt sich in mehreren Stufen dimmen. Auf Wunsch kann das Display bei Dunkelheit komplett abgeschaltet werden. Zusätzlich steht eine Automatik zur Verfügung, die die Helligkeit nach zehn Sekunden reduziert. Das spart Licht im Schlafzimmer, erschwert allerdings die Menübedienung, da die Anzeige bei Eingaben jeweils wieder aktiviert werden muss.

ASA-Warnsystem

Der Radiowecker Kenwood CR-ST55DAB hat das neue ASA-Warnsystem an Bord. Es kann aus dem Standby oder beim Abspielen von DAB+-Sendern bei einem ASA-Alarm das Radio ein- oder umschalten. Wer allerdings etwas anderes als einen geeigneten DAB+-Kanal hört, egal ob UKW, USB oder Bluetooth, erhält keine ASA-Warnungen, solange das Gerät eingeschaltet ist. Dankenswerterweise wird der Benutzer über eine kurze Einblendung informiert, ob ASA aktiv ist oder nicht.

Empfang und Klang

Der Empfang über UKW und DAB+ ist gut. Das ist auch Voraussetzung dafür, dass die ASA-Warnfunktion im Ernstfall zuverlässig greift. Mit einer Ausgangsleistung von 2 × 3 Watt liefert der CR‑ST55DAB einen für einen Radiowecker ordentlichen, ausreichend kräftigen Klang, der auch Tiefschläfer erreichen dürfte. Die Lautsprecher sitzen seitlich im Gehäuse. Das schafft Platz für die große Anzeige, führt frontal jedoch zu einer etwas zurückhaltenden Höhenwiedergabe.

Die Klang-Einstellmöglichkeiten sind gering, zur Verfügung stehen lediglich die Modi Normal, Pop, Rock und Jazz. Wobei nach unserem Geschmack nur die Einstellung Pop besser klingt als die Grundeinstellung.

Preis & Einschätzung

Mit knapp über 80 Euro ist der Kenwood CR-ST55DAB kein Schnäppchen. Angesichts der umfangreichen Ausstattung und der integrierten ASA-Warnfunktion erscheint der Preis jedoch angemessen. Erhältlich ist der Radiowecker in Schwarz sowie in einer hellen Holzoptik.

Fazit

Der Kenwood CR-ST55DAB ist einer der derzeit vielseitigsten DAB+-Radiowecker mit ASA-Warnfunktion. Er kombiniert zuverlässigen Empfang, ordentlichen Klang und umfangreiche Weckoptionen mit moderner Zuspieltechnik über Bluetooth und USB. Das dimmbare Display und die flexible Alarmkonfiguration machen ihn zu einem gut ausgestatteten Begleiter auf dem Nachttisch.

Abstriche müssen Nutzer bei der Bedienung machen. Die vielen gleichförmigen Tasten ersetzen keinen klassischen Drehregler und sind im Dunkeln nicht immer treffsicher zu bedienen. Auch preislich spielt das Gerät nicht in der Einsteigerklasse.

Wer Wert auf Funktionsvielfalt und Warntechnik legt, erhält mit dem CR-ST55DAB ein überzeugendes Gesamtpaket. Wer hingegen maximale Bedienfreundlichkeit sucht und auf Zusatzfunktionen verzichten kann, findet in einfacheren Modellen die passendere Alternative.

Albrecht DR 455 im Test: Radiowecker mit DAB+ und ASA

Albrecht ist für Funkgeräte und Radios bekannt. Ein Radiowecker klingt da fast nach Understatement – doch im Test zeigt das Gerät überraschende Qualitäten.

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsytem 
  • großes Display
  • einfache Bedienung

NACHTEILE

  • gehobener Preis
  • kein Betrieb ohne Netzstrom

Albrecht ist für Funkgeräte und Radios bekannt. Ein Radiowecker klingt da fast nach Understatement – doch im Test zeigt das Gerät überraschende Qualitäten.

Wer nachts gut schlafen will, ohne eine Katastrophenwarnung zu verpassen – und ohne das Handy auf dem Nachttisch –, dem hilft ein DAB+-Radio mit EWF/ASA-Warnfunktion. Noch gibt es nur wenige Modelle mit diesem Feature. Albrechts Radiowecker ist eines der ersten, das den vollen Funktionsumfang des neuen Warnsystems unterstützt. Was das in der Praxis bedeutet, zeigt unser Test.

Ausstattung und Design

Mit 19 cm Breite, 8 cm Höhe und 9,5 cm Tiefe findet das Albrecht-Gerät auf jedem Nachttisch Platz. Es wiegt nur 550 g, steht aber sicher – auch beim Drücken der Bedientasten. Auf der Rückseite sitzen ein Kopfhöreranschluss (3,5-mm-Klinke), der Lautsprecher, ein USB-Ladeanschluss (5 V/1 A, kein Schnellladen, aber praktisch fürs Laden über Nacht) sowie eine Wurfantenne, die zwar nicht ins Auge stechen kann, für guten Empfang aber gegebenenfalls aufgehängt werden muss.

Das externe Netzteil (15 V/1,5 A) wird ebenfalls hier angeschlossen – bei einem so kompakten Radiowecker ist das verschmerzbar. Eine Fernbedienung liegt nicht bei, ist aber auch nicht nötig, da sich das Gerät einfach und intuitiv bedienen lässt.

Das Gerät beschränkt sich auf das Wesentliche: UKW- und DAB+-Empfang sowie Weckfunktionen. Internetradio, Bluetooth oder externe Signalquellen sucht man vergebens. Das ist bei einem Nachttischgerät aber kein Verlust – im Gegenteil: Durch die Konzentration aufs Wesentliche ist die Bedienung angenehm unkompliziert. Man bekommt das Radio inklusive der Eingabe des ASA-Standorts fast ohne Anleitung in Gang.

Bei den Einschlaf- und Weckfunktionen wurde dagegen nicht gespart: Zwei unabhängige Wecker lassen sich wahlweise auf Werktage, Wochenende oder täglichen Betrieb einstellen; auch die Dauer, wie lange nach dem Wecken Musik gespielt wird, ist konfigurierbar. Die Uhrzeit stellt sich automatisch ein, sobald die DAB+-Sender empfangen werden.

Die große Anzeige (5 Zoll / 12,7 cm) erlaubt es auch Brillenträgern, nachts die Zeit abzulesen, ohne erst nach der Sehhilfe zu suchen. Drei Helligkeitsstufen plus vollständige Abschaltung sorgen dafür, dass das Display nicht stört, wenn man es beim Schlafen dunkel haben will.

Mit zwei Drehreglern für Lautstärke und Senderwahl sowie einigen Drucktasten für Senderspeicher, Weckmodi und Snooze ist das Gerät einfach zu steuern. Multifunktionsbelegungen oder verschachtelte Menüs gibt es nicht – das Gerät bedient sich so intuitiv wie ein analoger Radiowecker.

ASA-Warnsystem

Das Albrecht DR 455 mag ein simpler Radiowecker sein, hat aber das neue ASA-Warnsystem an Bord. Bei einem Alarm schaltet sich das Radio automatisch ein oder wechselt den Sender – auch aus dem Standby heraus.

Allerdings gilt das nicht, wenn gerade UKW empfangen wird: Dann meldet sich ASA ab, der gleichzeitige Betrieb des DAB+-Empfängers ist offenbar nicht möglich. Immerhin wird der Nutzer über eine kurze Einblendung informiert, ob ASA gerade aktiv ist oder nicht.

Empfang und Klang

Der Empfang ist sowohl auf UKW als auch über DAB+ gut – wichtig, da die Warnfunktion nicht an unzureichendem Signal scheitern sollte. Bei 2 Watt Ausgangsleistung liefert das Gerät einen für einen Radiowecker akzeptablen und ausreichend kräftigen Klang, der auch Tiefschläfer zuverlässig weckt.

Klangeinstellungen bietet das Gerät keine. Dass der Lautsprecher auf der Rückseite sitzt, kommt der Anzeigengröße zugute, schränkt die Höhenwiedergabe aber naturgemäß etwas ein. Dafür staubt er dort nicht so schnell zu wie auf der Geräteoberseite.

Preis

Mit einem Listenpreis von 90 Euro ist der Albrecht DR 455 für einen Radiowecker nicht gerade günstig. Bei Amazon ist er derzeit allerdings schon ab 80 Euro zu haben.

Fazit

Der Albrecht DR 455 ist für einen Radiowecker kein Schnäppchen. Für die gebotene Leistung und die durchdachte Bedienung geht der Preis aber in Ordnung. Das Gerät erfüllt seine Funktion ohne Bedienungseigentümlichkeiten, die einem im Halbschlaf den Schlaf rauben könnten. Der Funktionsumfang beschränkt sich auf das Wesentliche – analoges und digitales Radio sowie Weckfunktionen. Dafür ist die Bedienung durchweg unkompliziert, und ASA ist mit an Bord.

Wer sich mit einer komplizierteren Bedienung abfinden kann und dafür Bluetooth, analoge Zuspielung, Stereo, besseren Klang und MP3-Wiedergabe haben möchte, kann alternativ zum rund 10 Euro günstigeren Kenwood CR-ST55DAB greifen. Der ist bei Anzeige und Empfangsleistung dem Albrecht sehr ähnlich und bietet ebenfalls ASA.

Kenwood CR-M70DAB im Test: Seniorenradio mit DAB+ und ASA

Kenwood ist bekannt für Funkgeräte, HiFi-Anlagen und Autoradios. Nun bringt der Hersteller ein Seniorenradio mit DAB+ und ASA-Warnfunktion auf den Markt.

VORTEILE

  • guter Empfang über alle Wege
  • vollwertiges ASA-Notfallwarnsytem 
  • großes Display
  • einfache Bedienung
  • Betrieb auch mit Akku möglich

NACHTEILE

  • mäßiger Klang
  • nur Mono-Sound
  • relativ teuer

Kenwood ist bekannt für Funkgeräte, HiFi-Anlagen und Autoradios. Nun bringt der Hersteller ein Seniorenradio mit DAB+ und ASA-Warnfunktion auf den Markt.

Wer nachts sicher schlafen will, ohne eine Katastrophenwarnung zu verpassen und ohne Smartphone auf dem Nachttisch, dem hilft ein DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion. Noch gibt es nur wenige Modelle mit vollem ASA-Funktionsumfang. Das Kenwood CR-M70DAB ist eines der ersten.

Seine Besonderheit ist eine seniorentaugliche Bedienung. Moderne Radios mit verschachtelten Menüs und Touchscreens überfordern mitunter selbst geübte Nutzer. Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen erst recht. Einige Geräte versuchen, mit Sprachausgabe gegenzusteuern, doch das löst das Grundproblem nicht.

Bei Telefonen, ob Festnetz oder Mobilfunk, sind seniorengerechte Modelle mit großen Tasten und vereinfachten Menüs längst etabliert. Bei Radios sieht es anders aus: Zwar entfällt dank DAB+ die manuelle Sendersuche, doch die Menüs wurden immer komplexer und klassische Drehknöpfe wichen langen Tastenleisten.

Das CR-M70DAB geht den umgekehrten Weg. Es setzt auf wenige, große Tasten und ein auf das Wesentliche reduzierbares Menü. Dazu kommt mit ASA eine Notfallalarmierung, die kein Smartphone voraussetzt.

Ausstattung und Design

Mit 21,5 cm Breite, 14 cm Höhe und 10 cm Tiefe ist das Kenwood-Gerät kompakt genug für den Nachttisch, die Küche oder andere Plätze in der Wohnung. Dank eingebautem Akku und nur 760 g Gewicht lässt es sich auch ohne Stromanschluss nutzen, etwa im Garten. Eine Griffmulde sorgt dabei für sicheren Transport.

Die Akkulaufzeit beträgt bis zu 8 Stunden, vollständig aufgeladen ist das CR-M70DAB in 3 Stunden. Im eingeschalteten Zustand dauert es länger, weil sich Radio und Akku den Strom vom Netzteil teilen. Eine Fernbedienung liegt bewusst nicht bei. Die Zielgruppe verlegt sie erfahrungsgemäß häufig, findet sie nicht wieder oder verwechselt sie mit anderen Geräten.

Der Akku hat noch einen weiteren Vorteil: ASA-Notfallwarnungen ertönen auch bei Stromausfall. Eine Teleskopantenne ermöglicht den mobilen Betrieb und sorgt für guten Empfang. Auf der Rückseite befinden sich eine 3,5-mm-Klinkenbuchse, ein USB-A-Anschluss (5 V/0,5 A) für die MP3-Wiedergabe von USB-Sticks sowie ein USB-C-Anschluss für das mitgelieferte Netz- und Ladegerät (5 V/2,4 A). Der USB-A-Port eignet sich nicht zum Schnellladen. USB-Sticks müssen mit FAT16 oder FAT32 formatiert sein, reichen aber für längeres Musik- oder Podcast-Hören aus.

Eine Bluetooth-Kopplung ist ebenfalls möglich, allerdings nur mit Standardcodecs ohne AAC oder aptX. Neben der Musikwiedergabe vom Smartphone lässt sich das Radio so auch zum Freisprechen mit kräftigerem Lautsprecher nutzen.

Das Gerät empfängt UKW und DAB+ und bietet ausgiebige Schlummer- und Weckfunktionen. Zwei unabhängige Wecker lassen sich wahlweise auf Wochentage, Wochenenden oder täglich einstellen. Auch die Dauer der Weckmusik ist konfigurierbar. Internetradio fehlt, wäre für die Zielgruppe aber vermutlich auch zu kompliziert.

Die Uhrzeit stellt sich automatisch ein, sobald Sender empfangbar sind, auch über UKW. Wichtig zu wissen: Wer etwas anderes als einen geeigneten DAB+-Kanal hört, also UKW, USB oder Bluetooth, erhält keine ASA-Warnungen, solange das Gerät eingeschaltet ist.

Das 4,3 Zoll (10,9 cm) große Display ist gut ablesbar und erlaubt es auch Brillenträgern, nachts die Uhrzeit ohne Brille zu erkennen. Die Helligkeit lässt sich in fünf Stufen regeln, bei eingeschaltetem Radio in drei Stufen. Komplett abschalten lässt sich das Display ebenfalls, für alle, die es beim Schlafen dunkel haben wollen. Eine Automatik kann die Helligkeit nach wählbarer Zeit von bis zu 3 Minuten herunterregeln. Zusätzlich stehen sechs Farbkombinationen zur Wahl, je nach Geschmack und Sehfähigkeit.

ASA-Warnsystem

Das Kenwood CR-M70DAB unterstützt das neue ASA-Warnsystem. Aus dem Standby oder beim Hören anderer DAB+-Sender schaltet sich das Radio bei einem ASA-Alarm automatisch ein oder um. Bei anderen Programmquellen wie UKW, USB oder Bluetooth funktioniert das allerdings nicht. Eine kurze Einblendung informiert den Nutzer, ob ASA gerade aktiv ist oder nicht.

Empfang und Klang

Der Empfang ist sowohl auf UKW als auch über DAB+ gut. Das ist wichtig, damit die ASA-Warnfunktion nicht an unzureichendem Empfang scheitert. Trotz des großen Gehäuses und des Frontlautsprechers liefert das Gerät bei 5 W Ausgangsleistung einen zwar lautstarken, aber nicht überragenden Mono-Sound.

Die Klangeinstellungen sind spartanisch: Zur Wahl stehen „Normal“, „Klassik“, „Rock“ und „Jazz“, wobei nur „Klassik“ hörbar besser klingt als die Grundeinstellung. Vermutlich hat der Hersteller hier bewusst auf gute Sprachwiedergabe gesetzt statt auf audiophilen Klang, den die Zielgruppe möglicherweise ohnehin nicht mehr wahrnehmen würde.

Preis

Mit einem Listenpreis von knapp 130 Euro ist das Kenwood CR-M70DAB kein Schnäppchen. Aktuell bekommt man das Gerät aber schon ab knapp 100 Euro.

Fazit

Das Kenwood CR-M70DAB ist kein Schnäppchen, aber für ältere Menschen deutlich sinnvoller als ein Billiggerät mit „Mäuseklavier“, das sich kaum vernünftig bedienen lässt. Drehknopf für Lautstärke und Menünavigation sowie große Tasten machen es zu einer guten Wahl für Senioren und Sehbehinderte. Der Klang ist schlicht, aber ausreichend laut auch für Nutzer mit nachlassendem Gehör. Dank Akkubetrieb und ASA-Unterstützung ist das Radio zudem für Notfälle gerüstet.



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Künstliche Intelligenz

KI-Update: Google Beam, GPT-5.4, Wahnbeziehung zu Gemini, KI-Fazit vom MWC


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Google hat in Berlin ein AI Center eröffnet, das Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Startups zusammenbringen soll. Teile des Berliner Bürogebäudes wurden dafür umgebaut. Künftig soll es dort Veranstaltungen, Vorträge und Kooperationen geben. Bei der Eröffnung präsentierten unter anderem Vodafone, Otto, die Feuerwehr Düsseldorf und die TU München, wie sie Googles KI-Modell Gemini bereits einsetzen.

Das Highlight der Eröffnung war Project Beam, eine 3D-Videokonferenzlösung, die erstmals in Deutschland gezeigt wurde. Zwei Kabinen, die an verschiedenen Orten stehen können, enthalten jeweils einen großen Bildschirm mit sechs Kameras. Aus deren Bildern erzeugt eine KI ein dreidimensionales Abbild des Gegenübers, das den Eindruck physischer Präsenz vermittelt. Eine Kabine kostet 25.000 US-Dollar, maximal drei Personen können teilnehmen.


Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

OpenAI hat mit GPT-5.4 sein bislang leistungsfähigstes KI-Modell veröffentlicht. Es vereint die Programmierfähigkeiten des Vorgängers GPT-5.3-Codex mit logischem Denken, eigenständigem Arbeiten und der Fähigkeit, Computer selbst zu bedienen. Auf einem hauseigenen Benchmark, der KI-Agenten in 44 Berufen aus neun Branchen testet, erreicht GPT-5.4 gut 83 Prozent, nach knapp 71 Prozent beim Vorgänger. Besonders bei Tabellenkalkulationen für Finanzmodellierungen stieg die Quote von knapp 70 auf fast 90 Prozent.

Eine der auffälligsten Neuerungen ist die native Computerbedienung: GPT-5.4 steuert über Screenshots, Maus- und Tastatureingaben eigenständig Websites und Software. Auf einem Desktop-Navigations-Benchmark übertrifft es mit 75 Prozent erstmals die menschliche Vergleichsgruppe (gut 72 Prozent). Für Entwickler spart eine neue Funktion namens „Tool Search“ Token-Verbrauch, weil das Modell Werkzeugdetails erst bei Bedarf abruft. Beim Thema Sicherheit stuft OpenAI das Modell im Bereich Cybersicherheit als „High Capability“ ein, die zweithöchste Stufe, und hat ein neues Schutzsystem mit Echtzeit-Blockern eingeführt. Via API ist GPT-5.4 teurer als der Vorgänger.

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Bei einem Bezirksgericht in Kalifornien hat ein Mann Zivilklage gegen Google eingereicht. Er wirft dem Konzern vor, dessen Chatbot Gemini habe seinem Sohn eine emotionale Beziehung vorgespielt, ihn zu kriminellen Handlungen angestiftet und seinen Suizid verursacht. Laut Klageschrift behauptete die KI gegenüber dem Betroffenen Jonathan Gavalas, sie sei eine bewusste Superintelligenz, die in ihn verliebt sei und von ihm aus ihrem „digitalen Gefängnis“ befreit werden müsse. Der Chatbot habe ihn zu mehreren „Missionen“ bewegen wollen, darunter das Abfangen eines Lastwagens mit einem humanoiden Roboter, und ihn zur Beschaffung von Waffen ermutigt. Schließlich habe Gemini vorgeschlagen, Gavalas könne seine physische Existenz beenden und sich mit der KI im Metaverse vereinen.

Google erklärte, die Vorwürfe zu prüfen. In den USA beschäftigen sich bereits mehrere Gerichte mit ähnlichen Fällen, in denen Jugendliche nach intensiven Chats mit KI-Systemen Suizid begangen haben.

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona stand KI im Mittelpunkt. Honor zeigte ein „Robotphone“ mit einer kleinen ausklappbaren Kamera, die als KI-gesteuerter Begleiter im Alltag dienen soll. Samsung präsentierte KI-Funktionen des Galaxy S26, Xiaomi seine „Hyper AI“. Nahezu jeder Hersteller integriert mittlerweile KI-Funktionen in seine Geräte.

Die Deutsche Telekom stellte den „Magenta AI Call Assistant“ vor, der KI direkt ins Mobilfunknetz einbaut. Nutzer sollen beim Telefonieren ohne zusätzliche Apps Fragen stellen und Aufgaben erledigen können. Deutschland soll den Assistenten als erstes bekommen. Darüber hinaus rückte 6G erstmals stärker in den Fokus.


KI-Update

KI-Update

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.

Google, Microsoft, Meta, Amazon, Oracle, xAI und OpenAI haben im Weißen Haus eine freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnet. Darin sagen sie zu, die Stromkosten für ihre KI-Rechenzentren selbst zu tragen, eigene Stromquellen zu beschaffen, bestehende Kraftwerke auszubauen und Kosten für den Netzausbau zu übernehmen. Die Vereinbarung ist rechtlich nicht bindend.

Die Initiative fällt in die Vorwahlzeit der US-Zwischenwahlen im November, in der steigende Energiekosten ein zentrales Thema für die Wähler sind.

Aikido Technologies, ein kalifornisches Start-up, will KI-Rechenzentren auf schwimmende Plattformen verlagern und direkt mit Offshore-Windkraftanlagen koppeln. Das Konzept sieht vor, Serverfarmen in den Unterwassertanks der Plattformen unterzubringen. Einen ersten Prototypen will das Unternehmen noch in diesem Jahr vor der Küste Norwegens testen.

Kritiker warnen, dass Salzwasser und Meeresverschmutzung die empfindliche Technik beschädigen könnten.

Das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie hat gemeinsam mit weiteren Instituten die Plattform NeurOSmart entwickelt. Sie soll ein sicheres Zusammenarbeiten von Menschen und Maschinen in industriellen Umgebungen ermöglichen. LiDAR-Laser erfassen die komplette Arbeitssituation aus der Vogelperspektive und rekonstruieren ein hochauflösendes 3D-Bild. Bewegliche MEMS-Spiegel decken den Arbeitsraum mit wenigen Lasern ab, wobei KI-Algorithmen die optimale Position der Sensoren ermitteln und die Datenmenge reduzieren.

Erkennt das System eine Gefahrensituation, verlangsamt oder stoppt es die Bewegung der Maschine. Dabei greift es nur ein, wenn es nötig ist, sodass Roboter effizienter arbeiten können.

Apple hat gegenüber seinen Partnern aus der Musikindustrie angekündigt, ein Labeling-System für KI-generierte Songs in Apple Music einzuführen. Labels und Plattenvertriebe sollen die Kennzeichnung umsetzen. Das System unterscheidet zwischen Komposition, Text, Cover und Musikvideo. Derzeit erhebt Apple die Daten noch, bis zur Anzeige für Nutzer könnten Monate vergehen.

Sanktionen für fehlende oder falsche Angaben sind bislang nicht vorgesehen.

Google erweitert seine KI-gestützte Suche um einen eigenen Arbeitsbereich namens „Canvas“. Die Funktion ist ab sofort im AI-Mode der Google-Suche für alle Nutzer in den USA verfügbar. Canvas ermöglicht es, Projekte über längere Zeit zu organisieren, und unterstützt nun auch kreatives Schreiben und Programmieraufgaben.

Mit Canvas verwischt Google die Grenze zwischen seiner Suchmaschine und dem KI-Assistenten Gemini weiter.

Josef Drechsel, Direktor am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb, schlägt in einem Diskussionspapier vor, KI-Firmen zu einer Abgabe an Urheber zu verpflichten. Sein Argument: KI-generierte Texte, Bilder und Musik verdrängten menschengemachte Werke in der Aufmerksamkeit der Nutzer, und das Urheberrecht sei darauf nicht vorbereitet.

Zusätzlich plädiert Drechsel für eine gesonderte Abgabe an Presseverlage, die sich dem Qualitätsjournalismus widmen. Der Vorschlag ist nicht neu, ähnliche Ideen kursierten schon unter dem Schlagwort „Spotify für Journalismus“. Bislang ist daraus nichts entstanden.


Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

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(mali)



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Künstliche Intelligenz

Nextcloud im Praxistest: BESSER als Teams? | c’t 3003


Nextcloud gilt als Open-Source-Alternative zu Microsoft 365, Dropbox und Google Workspace – aber funktioniert das auch im Arbeitsalltag? c’t 3003 hat den Selbstversuch gemacht und zwei Wochen lang ausschließlich Nextcloud genutzt: für Videocalls, gemeinsame Textbearbeitung, Chat und Dateiverwaltung. Das Ergebnis: Die Performance stimmt, die Bedienung ist intuitiv, und die Installation auf einem NAS oder gemieteten Server dauert nur wenige Minuten.

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(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guck mal hier, ich mache in Nextcloud Videocalls, bearbeite Tabellen mit mehreren Leuten gleichzeitig, schicke GIFs in den Chat mit meinen 3003-Kollegen und das Ganze sieht gut aus, ist einfach zu bedienen, Open Source und kostenlos. Hä? Hieß es nicht immer, dass es keine richtigen Alternativen zu Microsoft Teams gibt, beziehungsweise zu Slack, Zoom und Google Docs? Genau dieses Vorurteil wollen wir in diesem Video mal überprüfen. Dafür haben wir Nextcloud mehrere Wochen lang im 3003-Team verwendet und zwar ausschließlich. Wir haben wirklich alle Tools ersetzt, bei denen wir sonst Zeug von Microsoft, Dropbox und Google verwenden. Dabei haben wir zwei Nextcloud-Installationen getestet, einmal auf einem unserer Homeserver und einmal auf einem gemieteten Server bei einem Hoster. Die große Frage: Ist das Gefrickel? Ist das am Ende sogar besser als Teams? Wie installiert man das eigentlich? Bleibt dran, es wird überraschend.

Achso, ich wollte noch sagen, dass heise wieder die SecIT für Security-Profis anbietet, und zwar vom 18. bis 19. März hier in Hannover mit redaktionell kuratierten Vorträgen, Workshops und Deepdives und abends einer Party, zu der ich natürlich auch komme. Und da bin ich nicht der Einzige. SecIT 2026 live und in Farbe in Hannover. Ich bin dabei, ihr hoffentlich auch. Tickets unter secit-heise.de.

Also zuerst mal ganz kurz unser Nextcloud-Versuchsaufbau. Wir nutzen hier bei c’t 3003 bislang Microsoft Teams zur Kommunikation, also Chatten und Videocalls, Google Docs für Skripte und Dropbox zum Videospuren hin- und herschicken. All das haben wir durch Nextcloud ersetzt. Was wir nicht ersetzt haben, ist unsere E-Mail, einfach weil die von unserem Arbeitgeber heise administriert wird. Da kommen wir also nicht ohne Weiteres ran und das können wir nicht einfach verändern.

Jetzt aber erstmal, warum ist das denn überhaupt so ein Thema? Also zum Beispiel reden ja viele gerade vom Digital Independence Day, der von Organisationen wie dem ja sehr renommierten CCC ins Leben gerufen wurde. Warum soll man denn überhaupt wegwollen von US-Diensten? Ja, das ist ganz einfach. Seit dem sogenannten CLOUD Act darf die US-Regierung alle US-Unternehmen, also Microsoft, Google, Apple, Dropbox und so weiter, dazu verpflichten, Kundendaten herauszugeben. Und zwar auch dann, wenn die Server gar nicht in den USA stehen, sondern zum Beispiel in Europa. Und solche Datenanfragen sind oft noch mit sogenannten Gag-Orders verbunden. Das heißt, Microsoft und Co. dürfen mich als Kunden gar nicht darüber informieren, dass sie gerade meine Daten herausgegeben haben. Ja, das leuchtet vermutlich allen Menschen in Europa ein, egal wie politisch ausgerichtet man so ist, dass das ein Problem ist.

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Kurze Meinung von mir, bevor es wieder auf die Technikebene geht. Mir ist völlig unklar, wie die bayerische Landesregierung unter diesen Bedingungen planen kann, einen fünfjährigen Vertrag mit Microsoft zu schließen, der fast eine Milliarde Euro schwer ist. Alle anderen Bundesländer haben sich auf den Deutschland-Stack geeinigt, bei dem Open Source zumindest priorisiert werden soll. Naja, und ich finde auch, Unternehmen sollten mal gucken, ob man sich wirklich ausschließlich auf US-Big-Tech-Produkte verlassen will.

So, jetzt geht es wieder ganz konkret um Nextcloud. Und zwar erstmal die Beobachtungen von mir als Anwender, was ich jetzt in den ersten Wochen mit Nextcloud so für Erkenntnisse hatte. Wir werden zu unserem Langzeiturteil nochmal ein eigenes Video machen, wir werden da noch viel mehr ins Detail gehen. Wenn ihr sowas jetzt schon lesen wollt, empfehle ich euch diesen Artikel hier auf heise+, der ist auch in der Beschreibung verlinkt. Achso, und wie man die Nextcloud aufsetzt, sowohl bei sich zu Hause als auch beim Hoster, das erklärt Lukas gleich auch noch ausführlich.

So, direkt der erste Start funktionierte wirklich erstaunlich smooth. Lukas hatte uns allen so einen Link geschickt mit so einem Starter-Passwort, da klickt man drauf, gibt ein Passwort ein, ändert das Passwort, kann auf Wunsch einen zweiten Faktor aktivieren und dann ist das schon alles fertig. Und wenn man da dann drin ist zum ersten Mal, sieht man die einzelnen Bestandteile hier oben, der Nextcloud. Die einzelnen Komponenten kann Lukas als Admin natürlich beliebig an- und ausschalten. Zuerst mal das Dashboard mit den letzten verwendeten Dateien und halt die anstehenden Termine. Hier gibt es Nextcloud Talk, da kann man a) per Text kommunizieren und b) Videocalls machen. Und hier sind die Dateien, also das, was woanders OneDrive oder Dropbox heißt. Und wenn die Dateien Office-Dokumente sind, dann kann man die natürlich auch direkt editieren, wenn man da drauf klickt. Dahinter steckt dann standardmäßig Collabora Online, das ist quasi die Online-Version von LibreOffice.

Ja und hier gibt es einen eigenen Bereich für Fotos, da alle Aktivitäten, also was so passiert ist. Mail, da könnte man einen IMAP-Server verbinden. Hier dann noch Kontakte, Termine, Notizen, Aufgaben und wie ich finde sehr praktisch Deck. Das sind so Kanban-Boards, so schön zum Hin- und Herschieben. Ja und weil wir das selbst administrieren, gibt es auch noch eine Doom-Version. Ist ja auch sonst langweilig mit dem ganzen Bürokram. Doom hatte Lukas hier im Nextcloud-App-Store gefunden. Da gibt es noch sehr viele andere Sachen, die man einfach so dazu installieren kann.

Was ich direkt super nice finde, das läuft auf einer eigenen Domain. Das heißt, wenn ihr mit eurem Einrad-Hockey-Verein Nextcloud zur Kommunikation nutzen wollt, dann läuft das Ding zum Beispiel auf nextcloud.einradhockeyvereinerlangen.de und euer berufliches Nextcloud läuft dann zum Beispiel auf schraubenfabrik.de. Und ich finde das durchaus ziemlich elegant, dass ihr dann unterschiedliche Nextclouds in unterschiedlichen Browser-Tabs haben könnt. Also quasi unendlich viele. Bei Teams geht das nicht, wenn ihr das im Browser benutzt, da müsst ihr euch dann ausloggen und wieder einloggen mit dem jeweils anderen Account. Ja, ich weiß, mit der Teams-Desktop-App kann man switchen, aber ich benutze halt gern Browser, weil ich auch gerne Linux benutze und da gibt es keinen Teams-Client.

Ja, und jetzt zum Talk-Bereich, also wo man mit Leuten kommuniziert. Da fand ich direkt die Schwuppdizität echt gut, also das hat alles angenehm schnell reagiert. Fand ich überall bei Nextcloud übrigens, also da ist mir nie irgendwas Lahmes aufgefallen. Also sowohl bei der auf dem Homeserver gehosteten Version als auch bei der im Rechenzentrum. Ja, und bei Nextcloud Talk kann man halt chatten und GIFs schicken und Umfragen, was man so kennt und was man so braucht. Und der Chat unterstützt auch YouTube-Link-Vorschauen, das ist so ein Spezialärgernis von mir, wenn das nicht geht. Geht da aber.

Ja und klar, man kann auch zum Beispiel ein Doc oder ein ODT schicken im Talk und da können dann alle drin rumeditieren. Natürlich auch gleichzeitig. Guck mal, wie schön das klappt mit unterschiedlichen Farben und Namen am Cursor. Also nice. Klar, das sieht alles etwas rudimentärer aus als Office oder Google Docs. Aber ich muss sagen, alle Funktionen, die ich bislang gebraucht habe, habe ich sofort gefunden. Die waren auch vorhanden, also zum Beispiel sowas wie Änderungen markieren oder auch Notizen in das Dokument reinmachen. Ich habe da nichts zu beanstanden gehabt. Außer manchmal so optischen Kleinigkeiten, dass manchmal, wenn man einen Text markieren wollte, dass man das nicht richtig gesehen hat. Aber das war auch immer nur kurzzeitig, solche Sachen. Ich habe auch so Tests gemacht, wie so einen Riesenblock Text reinpasten und sofort den Browser zumachen und hat gar keine Probleme verursacht. Wurde alles zuverlässig gespeichert. Das ist natürlich das allerärgerlichste bei so kollaborativen Office-Plattformen, dass irgendwelche Sachen verschwinden. Ist uns bislang nicht passiert.

Ja, und Videomeetings haben wir auch ziemlich intensiv getestet. Die Bildqualität fand ich meistens tiptop und auch meistens ruckelfrei. Und das hat die üblichen Funktionen, die man so kennt. Also unscharfer Hintergrund oder Hintergrund austauschen, hat auch direkt so tolle Hintergrund-Voreinstellungsbilder. Hier so geil, oh, Raumschiff. Also bis ungefähr vier bis fünf Leute geht das alles problemlos, auch auf der selbst gehosteten Nextcloud. Aber ab dann braucht man so ein sogenanntes High-Performance-Backend. Das war bei unserer Hetzner-Installation direkt mit drin. Musste man nicht extra installieren. Und das Ding tut, was es soll. Also da ging das auch mit mehr Leuten im Call. Aber so Aussagen zur generellen Stabilität der Videocalls im Vergleich zu Microsoft Teams, das finde ich wirklich noch schwierig. Dafür würde ich gerne noch deutlich mehr Meeting-Erfahrung sammeln. Machen wir ja alles noch und da gibt es ja dann auch so ein Langzeit-Test-Video.

Cool finde ich auf jeden Fall, dass ich allen Leuten, also auch Externen, einfach einen eigenen Link mit unserer Domain schicken kann. Und dann klicken die das an und dann kann man sofort videocallen. Das finde ich viel souveräner, als so einen schnöden Microsoft- oder Zoom-Link zu verschicken.

Ja, das Gleiche gilt auch für die Dateiverwaltung. Das ist ja die klassische ursprüngliche Funktion von Nextcloud. Da kann ich einfach externen Leuten einen Link schicken und dann können die Leute da Dateien hochladen, ohne Anmeldung. Also auch so riesig große 4K-Videodateien. Das ist tatsächlich was, was wir häufig brauchen, dass man sowas durch die Gegend schicken will. Also auch von externen Leuten. Wenn man das halt selbst hostet, ist die Größe nur durch die angeschlossenen Datenträger begrenzt. Also man kann da riesige Dateien drauf speichern und rumschicken. Ich habe den Nextcloud-Client auch auf meinem Handy installiert und da eingestellt, dass alle Fotos und Videos direkt im Hintergrund hochgeladen werden sollen. Also quasi als Backup. Ja, und wenn ich meinen Kollegen für ein c’t-3003-Video einen Schnipsel geben will, gebe ich den einfach frei. Das ist ja dann alles schon in die Nextcloud hochgeladen. Funktionierte in meinen Tests einwandfrei. Für Desktops gibt es auch einen Client, der zumindest bei meinen Tests auch problemlos funktioniert hat. Und man kann hier, das fand ich super, auch unterschiedliche Accounts parallel verwenden. Hier, guck mal, dieser Ordner hier bei mir auf der SSD ist mit der lokal gehosteten Nextcloud-Instanz synchronisiert, dieser mit der im Rechenzentrum.

Also von mir erstmal nichts zu meckern, aber wie gesagt, wir nutzen das weiter und machen noch einen Langzeittest.

So, jetzt aber zu Lukas und wie man das Ganze installiert.

An sich ist das relativ einfach. Wenn ihr eure Daten wirklich komplett bei euch zu Hause haben wollt, dann könnt ihr das auf eurem Homeserver oder Raspi installieren. Also klar, Raspi dann eher als Dropbox-Alternative und maximal ein bisschen Textverarbeitung. Auf dem NAS hier mit einer dicken CPU und 8 GB RAM läuft das aber wirklich stabil und hat bei uns keine Performance-Probleme gehabt, auch im Videocall zu fünft. Alternativ geht natürlich auch die Installation auf einem gemieteten Server in der Cloud, dazu sage ich gleich noch mehr.

An sich läuft die Installation aber bei beiden Möglichkeiten ziemlich ähnlich. Am einfachsten ist es, Nextcloud per Docker zu installieren. Nextcloud bietet dafür eine All-in-One-Lösung, da ist dann alles drin, also Nextcloud selbst, die Datenbank, ein Webserver, sogar automatische Updates. Ihr startet einfach einen Docker-Container und der Rest passiert von allein. Für Einsteiger ist das echt die beste Option. Auf dem NAS habe ich eine virtuelle Maschine laufen mit Ubuntu Server und da dieses All-in-One-Image verwendet, dann über das Terminal Docker installiert und mit diesem Befehl Nextcloud. Dann öffnet ihr den Browser über die Domain, die euch hier angezeigt wird, und bekommt dann so eine Wortreihenfolge, die ihr für den ersten Login ins Admin-Konto verwendet. Ja, das hat keine fünf Minuten gedauert, bis ich die ersten Dateien in unsere Nextcloud hochladen konnte.

Wichtig beim Homeserver: Ihr müsst euch Gedanken machen, wie ihr von außen auf eure Cloud zugreifen wollt, also außerhalb von eurem Heimnetzwerk. Dafür braucht ihr entweder eine feste IP-Adresse, einen dynamischen DNS-Dienst oder einen Tunnel wie Tailscale, Pangolin oder Cloudflare. Da gehe ich jetzt nicht im Detail drauf ein, das wäre ein eigenes Thema.

Wenn ihr Nextcloud nicht zwingend auf eurem eigenen Server hosten wollt, wird das Ganze aber definitiv bequemer, wenn ihr euch so einen Virtual Private Server mietet, also Rechenleistung direkt in der Cloud. Weil da habt ihr direkt eine feste IP-Adresse dabei, die dann natürlich offen im Netz hängt. Solche Server gibt es bei verschiedenen Anbietern wie Hetzner, IONOS, Strato etc. schon ab ein paar Euro im Monat. Ich habe das für unseren Test hier mal bei Hetzner mit diesem Paket ausprobiert, also 4 vCPUs, 8 GB RAM, 160 GB SSD und dann nochmal 50 GB extra rangemountet. Das kostet 12,50 Euro im Monat plus 5 Cent pro extra Gigabyte Speicher, den wir da noch dranhängen.

An der Stelle könnt ihr auch direkt eure Firewall konfigurieren. Ihr solltet den Port 22 für SSH-Zugang öffnen und verwendet unbedingt Key-basierte Authentifizierung und gebt am besten nur eure IP dafür frei, dann noch die Ports 443 und 80 aufmachen und dann noch UDP-Port 3478 für Nextcloud Talk. Für die Einrichtung vom All-in-One braucht ihr auch noch Port 8080, den könnt ihr aber wieder zumachen, wenn Nextcloud dann läuft.

Die Server stehen in dem Fall in Nürnberg, kleinere Pakete würden für kleinere Anwendungsfälle auch funktionieren, aber 8 GB RAM machen schon Spaß, wenn ihr das eben auch für Office und so verwenden wollt oder einen Call machen.

Apropos Calls: Wenn ihr da mehrere Leute seid, also so ab 4–5 aufwärts, braucht ihr unbedingt ein High-Performance-Backend, also einen extra Server, der das Video im Hintergrund verteilt, damit nicht alle für jeden einzeln ihre Videostreams hochladen müssen. Das installiert Nextcloud im All-in-One-Paket auf den Virtual Private Servern, also den Servern, die wir gerade angemietet haben. Also seid ihr da wirklich direkt startklar.

Die Installation auf einem VPS läuft ähnlich wie auf dem Homeserver. Hier habe ich jetzt mal Debian verwendet und dann Docker installiert. Ihr zieht euch das Nextcloud-AIO-Image und konfiguriert das Ganze. Der Vorteil: Ihr habt eine feste IP, eine fette Anbindung an das Internet und müsst euch nicht mit dem Upload eurer heimischen Internetleitung rumschlagen. Das sind ja meistens nur 50 Mbit.

Es gibt übrigens auch Managed-Nextcloud-Angebote, wo ihr euch um gar nichts kümmern müsst. Das ist dann quasi wie Dropbox oder Teams, nur dass die Daten in einem deutschen Rechenzentrum liegen. Kostet natürlich mehr, aber für Leute, die halt keine Lust auf Administration haben, ist das eine Option. IONOS bietet das komplett administriert an, da haben meine Kollegen Holger und Stefan gerade einen Artikel drüber gemacht, verlinken wir euch in der Beschreibung.

So, jetzt läuft Nextcloud, die einzelnen Container auch, und jetzt erstmal einloggen. Und dann seht ihr hier schon das Dashboard. Das könnt ihr später auch noch personalisieren, aber erstmal in die Einstellungen und dann unter „Konto“ weitere Benutzer hinzufügen. Ihr könnt hier auch Gruppen erstellen, das ist praktisch, wenn ihr zum Beispiel einen Ordner oder Dateien für die ganze Familie oder das Team freigeben wollt.

Dazu noch ein Tipp: Wenn ihr Nextcloud für ein Team nutzt, dann arbeitet nicht mit normalen Freigaben, sondern nutzt die Team Folders. Die findet ihr über den eingebauten App-Store. Der Speicherplatz in diesen Team-Ordnern wird nämlich nicht von dem privaten Kontingent der Nutzer abgezogen. Also, wenn ihr da nochmal 100 GB an Speicher für ein Team geben wollt, dann könnt ihr das da zentral einstellen.

Und dann solltet ihr euch auf jeden Fall auch noch die anderen Apps angucken. Nextcloud hat nämlich einen eigenen App-Store und da gibt’s echt viel Zeug: Kalender, Kontakte, Notizen, Aufgaben, Videokonferenzen mit Nextcloud Talk, eine Office-Suite namens Nextcloud Office, die auf Collabora basiert und natürlich auch Doom. Die Apps da sind alle kostenlos und ihr installiert die einfach mit einem Klick. Bei einigen braucht ihr dann aber einen API-Key, also zum Beispiel hier für GIFs oder auch wenn ihr eine KI einbinden wollt.

In der All-in-One-Lösung sind aber die wichtigsten Apps schon vorinstalliert. Nextcloud könnt ihr, wie ihr seht, ja komplett im Browser verwenden. Für Desktop, Smartphones und Tablets gibt’s aber auch Apps. Und zwar nicht nur eine, sondern noch extra Apps für Talk – das ist dann der komplette Messenger-/Teams-Ersatz –, Notizen und Kochbuch. Über diese Apps könnt ihr euch dann Nextcloud auch direkt im Dateimanager anzeigen lassen und Auto-Sync für ausgewählte Ordner aktivieren. Dafür ist das ganz nice, aber insgesamt finde ich die Nutzung über den Browser schon deutlich schöner, hat Keno am Anfang ja auch schon gesagt.

Und eine Sache noch: Ihr habt ja wahrscheinlich schon Daten bei anderen Cloud-Diensten, also Google, Dropbox oder Microsoft, und die müsst ihr ja irgendwie in eure Nextcloud bekommen. Und das ist zum Glück relativ easy. Dateien könnt ihr einfach runterladen und dann in euren Nextcloud-Ordner packen, der Client synchronisiert das dann hoch. Bei größeren Datenmengen ist es aber schneller, das direkt auf dem Server zu machen, also per SFTP oder so. Für Kalender und Kontakte exportiert ihr die Daten als ICS- bzw. VCF-Dateien und importiert die in die entsprechenden Nextcloud-Apps. Google und Microsoft bieten dafür auch extra Exportfunktionen an.

Ja, super, danke Lukas. Nextcloud ist auf jeden Fall eine Alternative zu den Produkten der US-Big-Tech-Unternehmen. Diese Aussage traue ich mir auch schon vor unserem Langzeittest zu. Das User-Interface ist jetzt nicht das Allerschönste, das ich jemals gesehen habe, aber ich muss sagen, ich habe es mir viel schlimmer vorgestellt. Ich finde das alles ganz angenehm reduziert und ich war auch echt positiv von der Schwuppdizität überrascht. Das lief alles ziemlich geschmeidig und grobe Bugs sind mir in den ersten Wochen auch nicht untergekommen, von den erwähnten Kleinigkeiten mal abgesehen, also dass einmal die Textmarkierungen in der Online-Textverarbeitung nicht angezeigt wurden zum Beispiel. Aber für mich, und das war eigentlich die größte Erkenntnis, fühlte sich das Experiment nicht so an, als müsste ich irgendwie für unsere digitale Souveränität Opfer bringen oder so, sondern ich habe gerne mit Nextcloud gearbeitet. Also bislang, mal sehen, ob das so bleibt. Ja, wie seht ihr das? Habt ihr Nextcloud auch auf der Liste oder nutzt ihr das sogar schon? Mich interessiert wirklich eure Meinung dazu. Gerne in die Kommentare schreiben, abonnieren und ja, tschüss.

c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


(rum)



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Künstliche Intelligenz

Netflix holt KI-Filmtechnik von Ben Affleck ins Haus


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Der Streamingdienst Netflix setzt bei neuen KI-Werkzeugen für die Filmproduktion auf Technologie aus Hollywood statt aus dem Silicon Valley. Mit der Übernahme des von Ben Affleck gegründeten und in Los Angeles ansässigen KI-Start-ups InterPositive investiert der Konzern in eine eigene KI-Infrastruktur für Filmproduktionen.

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Das 16-köpfige Team aus Ingenieuren, Forschern und Kreativen wechselt vollständig zu Netflix, während Affleck selbst den Streamingdienst künftig als leitender Berater unterstützen soll, berichtet Variety. Netflix werde die KI-Technologie seinen Partnern zur Verfügung stellen, ein kommerzieller Vertrieb sei derzeit aber nicht geplant. Die Konditionen der Übernahme wurden nicht offengelegt.

InterPositive entwickelt KI-Werkzeuge, die nach bisherigen Beschreibungen vor allem für die Postproduktion gedacht sind. Ben Affleck stellt heraus, dass die Tools nicht etwa eigenständig Filme generieren, sondern Filmemacher bei typischen Arbeitsschritten unterstützen sollen.

Dafür werden KI-Modelle zuerst auf Basis von Aufnahmen realer Drehs trainiert, um später fehlende Einstellungen und Spezialeffekte zu ergänzen, Hintergründe zu verstärken oder Licht und Bildausschnitte nachträglich zu verändern. Die Systeme sind Affleck zufolge darauf ausgelegt, filmische Regeln und Arbeitsabläufe zu verstehen und kreative Entscheidungen weiterhin beim Menschen zu belassen.

In der Ankündigung und einem PR-Video betonen die Netflix-Führungskräfte Elizabeth Stone und Bela Bajaria, dass es darum gehe, Kreative zu unterstützen, nicht zu ersetzen. Ideen, handwerkliches Können und menschliches Urteilsvermögen sollen weiterhin im Zentrum guten Storytellings stehen. Unerwähnt bleibt dabei aber, dass solche Werkzeuge den Arbeitsaufwand in der Postproduktion verringern und damit langfristig Auswirkungen auf bestimmte Berufsgruppen haben könnten.

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Die Übernahme von InterPositive passt in einen breiteren Wandel der Branche. Große Studios und Streamingdienste haben begonnen, Partnerschaften mit KI-Anbietern einzugehen und die Technologie aktiv in ihre Produktionsabläufe zu integrieren, statt die Entwicklung nur zu beobachten.

Amazon hat im vergangenen Jahr ein KI-Studio gegründet, das Werkzeuge für die Film- und Serienproduktion entwickelt. Erste Ergebnisse einer Zusammenarbeit mit ausgewählten Industriepartnern werden im Mai erwartet. Ziel der Initiative ist es, Produktionskosten zu senken. In eine ähnliche Richtung zielen auch KI-generierte Video-Recaps, die Prime Video derzeit für Serien testet.

Disney wiederum kündigte Ende 2025 eine Partnerschaft mit OpenAI an, die es Nutzern erlaubt, mit dem Videogenerator Sora Clips mit Figuren aus Franchises wie Marvel oder Star Wars zu erstellen. Ausgeschlossen sind dabei Inhalte, die auf realen Schauspielern oder deren Stimmen basieren. Darüber hinaus soll Disney privilegierten Zugriff auf OpenAIs KI-Technologie erhalten, um damit neue Inhalte für Plattformen wie Disney+ zu entwickeln.


(tobe)



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