Künstliche Intelligenz
Umfrage: Nur wenige Privatnutzer zahlen für KI
Die Bereitschaft unter Privatnutzern, für KI-Dienste zu zahlen, wächst nur langsam. Das legen Zahlen einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom nahe. Demnach zahlen derzeit 13 Prozent der Befragten für eine KI-Anwendung, im Vorjahr seien es 8 Prozent gewesen. Mit rund 49 Prozent lehnt nach wie vor eine große Zahl ab, für KI zu zahlen. Allerdings scheint der Widerwille dagegen langsam zu bröckeln, denn im Vorjahr hatten das laut Bitkomzahlen mit 62 Prozent noch fast zwei Drittel abgelehnt. Knapp 29 Prozent könnten sich vorstellen, künftig auf eine Bezahlversion umzusteigen.
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Die noch recht kleine Zahl der Zahlenden gibt im Durchschnitt 20 Euro pro Monat aus, was vier Euro mehr als im Vorjahr sei. Zwei Drittel (67 Prozent) nannten dem Bitkom als Bezahlgrund, dass sie so Zugang zu leistungsfähigeren KI-Modellen bekommen. Mehr als die Hälfte erhofft sich auch eine bessere Qualität der Ergebnisse und eine größere technische Stabilität. Auch besserer Datenschutz gehört zu den Gründen für die Zahlungsbereitschaft. Befragt wurden den Bitkom-Angaben nach 1.003 Personen ab 16 Jahren, das Ergebnis sei repräsentativ.
Anders als im Geschäftskundenbereich stellt sich bei Privatnutzern die Frage, ob Anbieter nicht ohnehin eher auf Werbung als wichtigste Einnahmequelle setzen. Bezahlmodelle könnten damit zweitrangig werden. So hat etwa OpenAI Anfang des Jahres in den USA für die Grativersion und den günstigsten Bezahltarif Anzeigen eingeführt und kürzlich seine US-Datenschutzerklärung auf Werbetracking hin geändert. Das Unternehmen führt dafür wirtschaftliche Notwendigkeit ins Feld. Der stabile Betrieb der kostenlosen Version und der günstigsten Abostufe verschlinge immense Summen für die Infrastruktur – das Unternehmen schreibt trotz hoher Nutzerzahlen Verluste in Milliardenhöhe.
(axk)
Künstliche Intelligenz
Google I/O 2026: KI-Warenkorb soll Einkaufen über alle Google-Dienste vereinen
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Google verzahnt seine Dienste künftig stärker mit dem Online-Shopping. Der auf der Entwicklerkonferenz Google I/O 2026 vorgestellte „Universal Cart“ soll als zentraler Warenkorb fungieren, in den Nutzer Produkte direkt aus der Google-Suche, dem KI-Assistenten Gemini, YouTube oder Gmail legen können – ohne zwischen verschiedenen Apps oder Websites wechseln zu müssen.
Technische Grundlage soll Googles Shopping Graph sein, den Google als umfassendstes Produktdatenverzeichnis weltweit bezeichnet. Er umfasse aktuell über 60 Milliarden Produktlistings, die kontinuierlich aktualisiert werden. Diesen Shopping-Graph will Google mit seinen KI-Modellen kombinieren, um das Einkaufserlebnis grundlegend neu zu gestalten.

Googles Universal Cart zeigt unter anderem eventuelle Inkompatibilitäten mit anderen Produkten an.
(Bild: Google)
Sobald ein Artikel im Warenkorb landet, soll das System im Hintergrund aktiv werden: Es verfolge Preisänderungen, zeige die Preisentwicklung im Zeitverlauf an und benachrichtige, wenn ein ausverkaufter Artikel wieder verfügbar sei. Ferner soll der Warenkorb auf Basis von Googles Gemini-Modellen mögliche Probleme erkennen, bevor sie entstehen. Als Beispiel nennt Google die Zusammenstellung eines PCs aus Komponenten verschiedener Händler: Das System soll dabei proaktiv auf Inkompatibilitäten hinweisen und Alternativen vorschlagen. Über eine Integration in Google Wallet sollen außerdem Zahlungsvorteile, Treuepunkte und Händlerangebote automatisch berücksichtigt werden.
Checkout und Zahlungsprotokoll
Für den Bezahlvorgang setzt Google auf das Universal Commerce Protocol (UCP), das der Konzern nach eigenen Angaben gemeinsam mit Handelspartnern entwickelt hat. Ein Kauf soll entweder direkt über Google Pay oder durch Weiterleitung auf die jeweilige Händlerwebsite abgeschlossen werden können. Der Händler bleibe dabei „Merchant of Record“. Zu den angekündigten Händlerpartnern zählen Nike, Sephora, Target, Ulta Beauty, Walmart, Wayfair sowie Shopify-Händler wie Fenty und Steve Madden.
UCP ist laut Google nicht als reines Google-Protokoll konzipiert: Im UCP Tech Council sollen auch Amazon, Meta, Microsoft, Salesforce und Stripe den offenen Standard aktiv mitgestalten. Der UCP-Checkout soll in den kommenden Monaten auf Kanada, Australien und später Großbritannien ausgeweitet werden, zudem auf Bereiche wie Hotelbuchungen und Essenslieferungen.
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Für vollständig automatisierte Käufe durch KI-Agenten hat Google das Agent Payments Protocol (AP2) entwickelt. Nutzer sollen dabei vorab festlegen können, welche spezifischen Marken und Produkte zulässig sind und wie viel maximal ausgegeben werden darf. Ein Kauf werde laut Google nur ausgelöst, wenn alle definierten Bedingungen erfüllt seien. Das Protokoll soll eine nachvollziehbare Verbindung zwischen Nutzern, Händlern und Zahlungsdienstleistern herstellen. Zusätzlich erzeuge AP2 einen permanenten digitalen Beleg: Bei Rücksendungen sollen Nutzer und Händler stets auf denselben Datensatz zugreifen können, was Rückgabeprozesse vereinfachen soll. Die ersten AP2-Funktionen sollen in Gemini Spark eingeführt werden – Googles neuem persönlichen KI-Agenten, der im Hintergrund eigenständig Aufgaben ausführen können soll. Mit Gemini Intelligence für Android hat Google erst kürzlich agentische Fähigkeiten vorgestellt, die unter anderem Einkaufslisten automatisch in Warenkörbe übertragen können sollen.
Der Universal Cart soll im Sommer 2026 zunächst in den USA in der Google-Suche und der Gemini-App verfügbar sein. Die Integration in YouTube und Gmail ist für einen späteren Zeitpunkt angekündigt.
Googles Ankündigung trifft auf ein Umfeld ohne ausgereifte Standards. Es fehlen jedoch branchenweite Protokolle für die Agentenkommunikation ebenso wie eine einheitliche Begriffssemantik – was Fehlinterpretationen und damit Fehlkäufe begünstigen kann. Auch die Haftungsfrage bei autonomen Käufen ist rechtlich bislang ungeklärt.
Hinzu kommen mögliche Interessenkonflikte: Provisionsmodelle oder die Bevorzugung eigener Ökosysteme könnten Empfehlungen verzerren – zulasten von Nutzern und kleineren Händlern, die ohne strukturierte Datenschnittstellen für Agenten unsichtbar bleiben.
(vza)
Künstliche Intelligenz
2,59 Billionen US-Dollar: Ausgaben für KI wachsen ungebremst
Die weltweiten Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) steigen laut den Marktforschern von Gartner auch in diesem Jahr rasant an. Laut ihrer Prognose werden 2,59 Billionen US-Dollar für KI ausgegeben, was einem Anstieg von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. 2027 soll die Summe dann sogar auf 3,5 Billionen US-Dollar klettern.
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„Bislang wurden die Ausgaben für KI vor allem von Technologieunternehmen und Hyperscalern getrieben“, erklärte Gartner-Analyst John Lovelock. Die Unternehmen hätten ihr Ausgabenpotenzial noch nicht ausgeschöpft – aber das werde 2026 seiner Einschätzung nach passieren. Aktuell würden die Unternehmen noch vor allem auf taktische KI-Initiativen setzen und damit auf schrittweise Produktivitätssteigerungen statt auf disruptive Veränderungen.
Mehr Agenten, mehr Tokenverbrauch
„Aus diesem Grund stehen CIOs vor der Herausforderung, den Wert von KI-Investitionen nachzuweisen und greifbare Geschäftsergebnisse zu demonstrieren“, führte Lovelock aus. Nun komme es darauf an, die KI-Initiativen auf die strategischen Geschäftsziele auszurichten.
Unternehmen werden dabei laut Gartner sowohl verstärkt generative KI-Modelle nutzen, die bereits in bestehende Software eingebettet sind, als auch KI-Agenten für verschiedene Workflows. Weil Unternehmen zunehmend komplexere Prozesse automatisieren und KI stärker in umfassende Tool-Suiten integrieren, werde auch der Tokenverbrauch anziehen. Im Zuge dessen werde sich auch herauskristallisieren, welchen potenziellen Wert agentische Automatisierung bietet.
Entsprechend hat Gartner die kurzfristigen Aussichten bei den Ausgaben für KI-Modelle nach oben korrigiert: Für 2026 soll das Segment um 110 Prozent wachsen, was Ausgaben von rund 32,6 Milliarden US-Dollar entspricht.
Größter Posten Infrastruktur
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Den größten Anteil sollen 2026 aber nach wie vor die von den Anbietern getriebenen Ausgaben für KI-Infrastruktur ausmachen. Sie sollen in diesem Jahr auf über 1,4 Billionen US-Dollar klettern (2025: 975 Milliarden US-Dollar). Weitere große Ausgabenbereiche sind KI-Software mit 453,2 Milliarden US-Dollar und KI-Services mit rund 585 Milliarden.
„In den kommenden Jahren wird der wachsende Kapazitätsbedarf dafür sorgen, dass KI-Infrastruktur, darunter KI-optimierte IaaS, KI-optimierte Server, KI-Netzwerkarchitekturen, KI-Beschleunigerchips und KI-Geräte, zum größten Marktsegment aufsteigt“, erklärte Lovelock. Dieser Bereich werde mehr als 45 Prozent der gesamten Ausgaben ausmachen.
Verdreifachung bei KI-Servern
Lovelock rechnet dabei auch mit einer Verdreifachung der Ausgaben für KI-optimierte Server in den nächsten fünf Jahren, was diese zum größten Posten im Infrastruktursegment mache. Treiber dafür sei der Kapazitätsausbau bei den Cloud-Service-Providern, die sich auf die Workloads durch GenAI-Modelle und agentische Workflows vorbereiten.
Die globalen IT-Ausgaben insgesamt veranschlagt Gartner auf 6,31 Billionen US-Dollar. Im April hatten die Marktforscher wegen zu erwartender hoher KI-Ausgaben ihre Prognose für 2026 noch einmal erhöht.
(axk)
Künstliche Intelligenz
Luxus-Kopfhörer: Sony 1000X The Collexion im Test
Sollten Sie sich fragen, warum der neue Sony-Kopfhörer einen solch eigenartigen Namen trägt: Das liegt daran, dass es sich um die Auflage zum zehnten Geburtstag der WH-1000-Serie handelt. Mit dem 1000X The Collexion will Sony der Reihe zur Feier ein Krönchen aufsetzen. Und königlich ist auch der Preis, den der Hersteller aufruft: 630 Euro kostet der 1000X The Collexion, und damit mehr als der AirPods Max von Apple.
Die Verarbeitung wird den hohen Erwartungen, die der Preis hervorruft, gerecht: Das Äußere besteht aus wertigem Kunstleder und Metall. Das Schwestermodell WH-1000XM6 wirkt dagegen wie ein Plastikbomber. Die Ohrmuscheln lassen sich eindrehen, aber nicht klappen, das trägt zum robusten Eindruck bei. So reicht der Sony-Kopfhörer an die luxuriöse Anmutung der AirPods Max heran. Für den Transport legt Sony eine mit Stoff ummantelte Hülle mit praktischem Tragegriff bei.
Obwohl die Ohrmuscheln des 1000X The Collexion wenige Millimeter flacher sind als die des Schwestermodells, hat man darunter mehr Platz. Über längere Zeit trägt er sich dadurch angenehmer. Ein Großteil der Steuerung erfolgt über eine Touchfläche auf der rechten Ohrmuschel. Einschalter und zwei Multifunktionsknöpfe befinden sich auf der anderen Seite.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Luxus-Kopfhörer: Sony 1000X The Collexion im Test“.
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