Entwicklung & Code
Apple WWDC 2026: Keynote mit KI-Fokus am 8. Juni
Mit der Einladung von Medienvertretern und Influencern hat Apple es nun offiziell gemacht: Am Montag, dem 8. Juni, um 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit wird die Entwicklerkonferenz WWDC mit einer Keynote eröffnet – voraussichtlich in gewohnter Weise mit einem Videofilm, der live gestreamt wird. Im Apple Park, dem Hauptquartier des iPhone-Herstellers, können ausgewählte Entwickler, Gewinner der Swift Student Challenge und eingeladene Medienvertreter den Film auf Großleinwand mitverfolgen.
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In der Keynote stellt Apple traditionell neue Software-Versionen für iPhone, iPad, Mac und Co vor – in diesem Jahr mit besonderem Fokus auf KI-Funktionen und neue Entwicklerwerkzeuge. Mit Spannung wird erwartet, wie es mit Sprachassistent Siri weitergeht. Apple ist eine KI-Kooperation mit Google eingegangen. Das KI-Sprachmodell Gemini soll Apple künftig zu Diensten sein – doch wie genau und mit welchem Datenschutzkonzept, das sind nur zwei der Fragen, von denen sich Beobachter auf der WWDC Antworten versprechen. Auch die Weiterentwicklung des Liquid-Glass-Designs wird sicher Thema sein.
Rund 1000 Entwickler im Apple Park
Im Anschluss an die Keynote folgt um 22 Uhr MESZ die Platforms State of the Union, die sich gezielt an Entwickler richtet und neue APIs, Frameworks und Technologien vorstellt. Beide Veranstaltungen werden live gestreamt – die Keynote über die Apple-Website, die Apple-TV-App und den Apple-YouTube-Kanal, die State of the Union über die Apple-Developer-App, die Entwickler-Website sowie den Apple-Developer-YouTube-Kanal.
Während der gesamten Konferenzwoche stehen mehr als 100 Video-Sessions bereit, in denen Apple-Ingenieure und -Designer Einblicke in Werkzeuge, Technik und Designprinzipien geben. Ergänzt wird das Programm durch sogenannte Group Labs; das sind live moderierte Online-Präsentationen mit Frage-Antwort-Format zu Themen wie Apple Intelligence, Entwicklerwerkzeuge, Grafik und Machine Learning.
Rund 1000 Entwickler, Designerinnen und Studierende sind zu der Präsenzveranstaltung am 8. Juni im Apple Park eingeladen. Die 350 Gewinner des Swift Student Challenge sind ebenfalls dabei, darunter 50 sogenannte Distinguished Winners, die zu einem dreitägigen Programm in Cupertino eingeladen wurden. Zwei von ihnen kommen aus Deutschland.
Design Award: Deutscher Entwickler unter Finalisten
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Parallel dazu hat Apple die 36 Finalisten der Apple Design Awards bekanntgegeben, aufgeteilt in Kategorien wie Innovation, Interaktion, Inklusion und soziale Wirkung. Unter ihnen ist der deutsche Entwickler Leo Mehlig mit seiner Firma Unorderly, deren Tagesplanungs-App Structured zu den Finalisten in der Rubrik „Inklusivität“ zählt. Structured zählte auch bereits zu den Finalisten des App Store Awards.
heise online wird auf dem Event im Apple Park zugegen sein und in gewohnter Weise in Text, Bild und Ton berichten.
(mki)
Entwicklung & Code
KI-Agent zieht Adobe Lightroom erfolgreich auf Linux um
Offiziell gibt es keine Linux-Version von Adobe Lightroom. Eine inoffizielle liegt nun aber vor, denn ein Open-Source-Projekt hat die professionelle Fotoverwaltungs- und Bildbearbeitungssoftware kurzerhand mit Hilfe von Claude Code portiert. Abgesehen von kleineren Bugs bei der Grafikbeschleunigung soll das Linux-Lightroom nahezu fehlerfrei laufen.
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Initiiert wurde das Open-Source-Projekt vom User Sander110419. Sein Prompt an den Claude Code CLI agent lautete „get Lightroom CC working on Linux, then publish a reproducible recipe.“ Einige Rückfragen des Modells Claude Opus 4.7 und 55 Millionen Token später lag schließlich die Linux-Version der Desktop-App vor, deren Entstehungsprozess hier dokumentiert ist. Das Linux-Lightroom benötigt neben Wine 11.8 Staging unter anderem auch eine NVIDIA-, AMD- oder Intel-GPU mit Vulkan-Treibern.
Kein Copyright-Verstoß
Mit seinem Projekt begehe er keinen Copyright-Verstoß, meint Sander110419. Einmal, weil die Software kostenpflichtig bleibt, da sie nur mit einem Adobe-Creative-Cloud-Abo läuft, das Lightroom CC einschließt. Zum anderen habe die Arbeit von Claude Code größtenteils darin bestanden, Platzhalter-Bibliotheken und gepatchte DLLs zu erstellen, um inkompatible oder nicht implementierte Funktionsaufrufe abzufangen.
Der auf GitHub beschriebene Installationsprozess läuft skriptgesteuert ab. Selbst tätig werden müssen Anwenderinnen und Anwender lediglich beim Creative Cloud Offline Installer, da er sich nicht in die Set-up-Routine einbinden lässt. Nach der Anmeldung am Adobe-Account findet sich der Offline-Installer auf der Adobe-Download-Seite. Die heruntergeladene Datei ACCCx*.zip gilt es dann noch ins installers/-Verzeichnis zu verschieben. Anschließend ist die Linux-Version von Lightroom startklar.
Das Open-Source-Projekt zu Adobe Lightroom ist lange nicht das komplexeste Beispiel für KI-gestützte Softwareentwicklung. Ein anderes Kaliber: Erst kürzlich hat Claude Code die Codebasis der JavaScript- und TypeScript-Runtime und des Bundlers Bun in Rust neu geschrieben.
(mro)
Entwicklung & Code
Kommentar: Das Ende der SaaS-Gelddruckmaschine
Als der Hedgefonds TCI jüngst seinen Microsoft-Anteil drastisch zusammenstrich, klang das erst einmal nach einer dieser Meldungen, die im Strom der Finanznachrichten untergehen. Doch diesmal lohnt der zweite Blick. TCI-Gründer Chris Hohn gehörte jahrelang zu den großen Profiteuren des Microsoft-Booms, fast 400 Prozent Kursgewinn seit 2017 sprechen eine deutliche Sprache. Wenn ausgerechnet so ein Investor kalte Füße bekommt, geht es nicht um schwache Quartalszahlen. Dann steht die ökonomische Grundlage der Softwareindustrie zur Debatte.
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Moritz Förster schreibt seit 2012 für die iX und heise online. Er betreut neben dem iX-Channel den Bereich Arbeitsplatz.
Die Sprengkraft der KI-Revolution liegt nicht darin, dass sie eine bestimmte Software ersetzt. Sondern darin, dass sie das Geschäftsmodell dahinter pulverisiert. Willkommen in der SaaSpocalypse.
Das Geschäftsmodell hinter der Lizenzmaschine
Zwei Jahrzehnte lang funktionierte Unternehmenssoftware nach einem stabilen Prinzip. Jede Aufgabe bekam ihre eigene Anwendung: Texte in Word, Tabellen in Excel, Kundendaten in Salesforce, Bildbearbeitung in Photoshop. Unternehmen zahlen Lizenzen pro Nutzer, pro Arbeitsplatz, pro Monat. Je tiefer die Software in die Arbeitsabläufe einsickerte, desto verlässlicher sprudelten Umsatz und Margen. Der Wert lag dabei nie nur im Programmcode, sondern in einer schlichten Tatsache: Menschen mussten ihre Arbeit innerhalb dieser Anwendungen erledigen.
Genau diese Logik bröckelt nun. KI-Assistenten verändern nicht bloß einzelne Funktionen, sondern die Schnittstelle zur Arbeit selbst. Wer heute Copilot, Gemini oder ChatGPT nutzt, klickt sich nicht mehr durch klassische Menüs. Stattdessen formuliert der Nutzer Ziele: „Fasse die wichtigsten Punkte aus diesen Mails zusammen.“ „Bau eine Präsentation aus den Quartalszahlen.“ Die Arbeit wandert Schritt für Schritt vom Menschen zur Maschine. Und je besser diese Systeme werden, desto unwichtiger wird die Anwendung im Hintergrund.
Microsoft sägt am eigenen Ast
Das zeigt sich ausgerechnet bei Microsoft selbst. Seinen Copilot präsentiert der Konzern längst nicht mehr als Zusatzfunktion für Word oder Excel. Das Ziel ist ein Assistent, der quer über alle Anwendungen arbeitet. Der Nutzer redet mit dem Agenten – nicht mehr mit dem Programm. Wird die KI zur Bedienoberfläche der Wissensarbeit, verliert die klassische Anwendung ihre Rolle als zentraler Zugangspunkt. Sie wird zur Infrastruktur.
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Aus Nutzersicht klingt das verlockend. Für die Softwareindustrie ist es eine Bedrohung. Denn Software-as-a-Service-Modelle leben davon, dass jeder Mitarbeiter Zugang zu einzelnen Anwendungen braucht. KI-Agenten lösen diese Kopplung auf. Warum Hunderte Vollzugänge bezahlen, wenn ein paar Agenten einen Großteil der Arbeit erledigen?
Die Börse handelt bereits die nächste Ära
Die Nervosität an den Börsen kommt nicht von ungefähr. Microsoft, Salesforce, Adobe und Oracle verdienen weiterhin Milliarden. Aber die Zweifel wachsen, ob die fetten Margen der SaaS-Ära dauerhaft Bestand haben. Bemerkenswert dabei: Die Disruption entsteht innerhalb der Plattformen selbst. Microsoft demonstriert mit Copilot genau die Entwicklung, die das klassische Softwaremodell untergräbt. Der Konzern treibt die Entkopplung von Nutzer und Anwendung selbst voran.
Börsen handeln spekulative Erwartungen, keine Gegenwart. Für Investoren genügt die Aussicht auf sinkende Preissetzungsmacht, um Bewertungen neu zu sortieren. Die Machtfrage lautet deshalb nicht mehr, wer die beste Software baut. Sondern wer künftig die Bedienoberfläche der Arbeit kontrolliert.
Das erklärt, warum TCIs Teilverkauf mehr ist als ein gewöhnliches Börsensignal. Der Fonds stößt Microsoft-Aktien nicht ab, weil Office schwächelt oder Azure plötzlich Verluste schreibt. TCI reagiert auf eine tiefere Unsicherheit: KI löst eben nicht einfach Programme ab. Sie ersetzt die ökonomische Logik, auf der die Softwareindustrie aufgebaut wurde. Und genau deshalb droht die SaaSpocalypse.
Bei diesem Kommentar handelt es sich um das Editorial der iX 6/2026, die am 22. Mai erscheint.
(fo)
Entwicklung & Code
Fedora Hummingbird Linux: Neue Container-basierte Distribution
Neben viel KI und Virtualisierung gab es auf dem Red Hat Summit auch Neuigkeiten im Bereich der Linux-Distribution: Fedora Hummingbird Linux – auch HummingbirdOS genannt – ist da. Hierbei handelt es sich um eine vollständig Container-basierte Distribution. Gleich mehrere bereits bekannte Projekte vereinen sich hier: Zum einen natürlich Software aus dem Fedora-Universum, aber auch rpm-ostree, das von Fedora CoreOS und auch Silverblue bekannt ist.
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Statt über einen traditionellen Paketmanager kommen Software-Aktualisierungen über sogenannte Transaktionen in das System. Das ist vergleichbar mit einem Git-Commit mit zwei Zuständen: dem aktuellen und dem nächsten. HummingbirdOS greift ebenfalls auf das bootc-Projekt zurück. Dabei geht es um sogenannte „bootfähige“ Container, die mit einem Linux-Kernel und systemd ausgestattet sind. Sie können als normale Container laufen oder über bootc wie ein klassisches Linux starten.
Die letzte Zutat für das neue Fedora Linux ist das Hummingbird-Projekt. Es stellt minimalistische und gehärtete Container bereit. Letzteres bedeutet, dass es idealerweise keine bekannten ungepatchten Sicherheitslücken bezüglich der installierten Software gibt. Ziel ist, dass jeder Container nur eine Funktion hat.
HummingbirdOS ausprobieren
Fedora Hummingbird Linux ist noch in einem frühen Stadium. Interessierte können sich aber schon ein Abbild aus der Container-Registry der Hummingbird-Community herunterladen. Ferner kann man das System auch als virtuelle Maschine betreiben. Dazu muss man das Container-Abbild per bootc-image-builder umwandeln. Das Resultat ist entweder eine virtuelle Festplatte oder Installations-CD. Erstere bindet der Anwender entweder in den Hypervisor oder Cloud-Account ein. Danach startet HummingbirdOS analog zu den anderen virtuellen Maschinen. Die Installations-CD benutzt das bekannte Werkzeug Anaconda.
Bei den von Red Hat angedachten Anwendungsfällen schließt sich der Bogen zurück zur KI. HummingbirdOS soll laut Ankündigung als Plattform für KI-Agenten dienen. Designbedingt bietet es aktuelle Software mit minimaler Angriffsfläche. Unterstützung für Nutzer ist über den „Cooperative Community Support“ geplant. Hier können zahlende Red-Hat-Kunden auch Hilfe für bestimmte Projekte außerhalb des Enterprise-Umfeldes bekommen.
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(fo)
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