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Künstliche Intelligenz

Wenn das Handynetz ausfällt: Kommunikation im Notfall per Funk oder Satellit


Das Handy geht nicht mehr und das Festnetz gibt keinen Laut mehr von sich. Aber wie kommuniziert man dann?

Bei einem großen Blackout fallen mit großer Sicherheit auch Festnetztelefone sowie Handys flächendeckend aus. Doch was macht man eigentlich, wenn das Festnetz und das Mobilfunknetz schlichtweg nicht mehr funktionieren? Wie kommuniziert man dann mit seinen Freunden, Nachbarn und Verwandten oder dem sogenannten Helferkreis?

Lösungen wie CB- und Handfunkgeräte oder sogar Satellitentelefone erlauben über kurze wie auch große Entfernungen die Verständigung. Worauf man achten sollte, erklären wir in diesem Ratgeber.

Was ist ein Helferkreis?

Gemeinsam ist man stärker. Tritt eine Krise ein, kommt diese Erkenntnis oft zu spät. Daher ist es sinnvoll, frühzeitig mit Gleichgesinnten in der Umgebung zu sprechen und festzulegen, was im Notfall nötig ist und wer welche Aufgaben übernimmt.

Kommunikation ist dabei ein Faktor, der häufig übersehen wird. Da ist die Krankenhausschwester oder der Pfleger, der weiß, wie Erste Hilfe funktioniert, der Landwirt mit schwerem Gerät und zupackenden Leuten oder diejenige oder derjenige, der kochen, die Kinder hüten oder die Tiere versorgen kann. Wenn diese Leute aber nicht mehr „normal“ kommunizieren können, dann ist guter Rat teuer.

Natürlich kann ein Melder losgeschickt werden, aber das dauert manchmal zu lange. Einfache Funkgeräte kosten nicht viel, funktionieren mit handelsüblichen Batterien oder mit Akkus – warum besorgt man sich so etwas nicht und verteilt die Geräte strategisch in seiner Helfergruppe? Nachteilig sind die geringen Reichweiten im urbanen Gelände, doch es gibt noch weitere Funkstandards.

CB-Funk – das gibt es noch

Viele erinnern sich an die CB-Funker der 1970er- und 1980er-Jahre, die mit großen Antennen auf Autos und Lkws unterwegs waren. Der CB-Funk existiert hierzulande bis heute, die Geräte sind jedoch deutlich kompakter geworden und erinnern teils an frühe Mobiltelefone.

CB-Funk steht für „Citizens Band Radio“ und wird häufig als Jedermannfunk bezeichnet. Auf den offenen Kanälen kann grundsätzlich jeder mit jedem kommunizieren, alle Teilnehmer können mithören. Neben Sprachfunk sind auch einfache Formen der Datenübertragung möglich, die jedoch weder in Reichweite noch Geschwindigkeit mit modernen Mobilfunktechniken vergleichbar sind. Für den Einstieg ist der reine Sprachfunk unkompliziert. Es gibt tragbare Handgeräte, stationäre Geräte für den Heimgebrauch sowie fest im Fahrzeug verbaute Funkgeräte.

Eine Reichweitenvergrößerung ist im CB-Funk nicht durch automatische Relaisstationen möglich, da solche nicht zulässig sind. In Notfällen können jedoch andere Funkstationen Funksprüche manuell aufnehmen und weiterleiten, um Hilferufe über größere Entfernungen zu verbreiten.

Alle in Deutschland verwendeten CB-Funkgeräte müssen den geltenden technischen Standards entsprechen. Dies wird durch eine Konformitätserklärung des Herstellers sowie ein CE-Kennzeichen dokumentiert.

CB-Funk ist nicht mit dem Amateurfunkdienst zu verwechseln. Für den Amateurfunk ist ein entsprechendes Funkzeugnis erforderlich, dafür sind deutlich größere Reichweiten bis hin zur weltweiten Kommunikation möglich. Der Sprachgebrauch im CB-Funk orientiert sich teilweise am Amateurfunk, etwa durch die Verwendung von Q-Codes. Viele dieser Abkürzungen und Begriffe sind in einschlägiger Fachliteratur dokumentiert, etwa im Buch von Wolf Siebel: CQ, QRX & Co. Abkürzungen und Codes im Funkverkehr (ISBN-10: ‎3896320181). In Notsituationen treten formale Regeln jedoch in den Hintergrund.

PMR-Handfunkgeräte

Wem das CB-Funksystem nicht zusagt, kann auf Handfunkgeräte nach dem Standard PMR446 zurückgreifen. PMR steht für „Personal Mobile Radio“ oder „Private Mobile Radio“ und ist eine genehmigungs- und gebührenfreie Jedermann-Funkanwendung.

Die praktische Reichweite liegt im urbanen Umfeld meist bei wenigen Hundert Metern, im freien Gelände sind unter günstigen Bedingungen Entfernungen von bis zu zwei bis drei Kilometern möglich. PMR446 wird sowohl analog als auch digital genutzt. Auch hier gilt: Die Geräte müssen eine Konformitätserklärung besitzen, mit einem CE-Kennzeichen versehen sein und eine Bedienungsanleitung enthalten.

PMR-Funkgerät von Simvalley

Ein Vorteil von PMR-Handfunkgeräten ist die einfache Gruppenkommunikation. Viele Modelle unterstützen Funktionen wie Rauschsperren, CTCSS/DCS-Codes oder digitale Filter, mit denen sich fremde Funkteilnehmer ausblenden lassen. Eine echte Prüfung, ob ein Kanal tatsächlich frei ist, ist jedoch nur bei digitalen Verfahren zuverlässig möglich. Wie bei allen Funksystemen empfiehlt es sich, sich vor dem Ernstfall mit der Bedienung der Geräte vertraut zu machen.

Neben PMR446 existiert in Deutschland mit Freenet eine weitere genehmigungsfreie Funkanwendung. Freenet arbeitet im Frequenzbereich von 149,021875 bis 149,115625 MHz und stellt sechs analoge sowie zusätzliche digitale Kanäle bereit. Die erlaubte Sendeleistung beträgt grundsätzlich 1 Watt. Lediglich in einem zehn Kilometer breiten Streifen entlang der Grenzen zu Polen und Belgien ist sie auf 0,5 Watt begrenzt.

Freenet eignet sich für die lokale Kommunikation im Nahbereich. Reichweiten von etwa ein bis zwei Kilometern sind realistisch, von erhöhten oder exponierten Standorten aus sind auch größere Entfernungen möglich. Einen guten Startpunkt bietet die Website Funkfieber.com und der angeschlossene Youtube-Kanal.

Amateurfunk – wirklich nur im Notfall nutzen

In extremen Ausnahmesituationen kann theoretisch § 34 StGB („rechtfertigender Notstand“) greifen, wenn der unerlaubte Betrieb eines Funkgeräts das einzige verfügbare Mittel zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben darstellt. Eine solche Nutzung ist jedoch rechtlich eng begrenzt und stellt keine allgemeine Erlaubnis dar.

In der Praxis sollte der Amateurfunk daher ausgebildeten Funkamateuren vorbehalten bleiben. Diese können im Katastrophenfall mit ihrer Erfahrung, geeigneter Technik und Kenntnis der Betriebsverfahren Rettungskräfte und Hilfsorganisationen effektiv unterstützen.

Satellitenkommunikation – wenn es ganz weit gehen muss

Bei den bisher genannten Anwendungen zeigt sich ein zentrales Problem: die begrenzte Reichweite. Zwar ist es im Alltag selbstverständlich, mit dem Telefon große Distanzen zu überbrücken. In einer Notlage innerhalb Deutschlands steht das meist nicht im Vordergrund – dennoch kann der Kontakt zu weit entfernten Angehörigen wichtig sein. Dafür eignen sich Satellitentelefone.

Kommunikation ist allerdings nur möglich, wenn das Gegenüber ebenfalls ein Satellitentelefon nutzt oder sich in einem Gebiet mit funktionsfähigem Festnetz- oder Mobilfunkanschluss befindet. Viele Geräte bieten zudem eine SOS-Taste, über die Standortdaten und eine Textnachricht an eine internationale Notrufzentrale gesendet werden, die anschließend Hilfe koordiniert.

Es ist nicht zwingend erforderlich, ein teureres Satellitentelefon zu kaufen. Apple bietet seit dem iPhone 14 einen eigenen Satellitendienst an. Käufer unterstützter iPhones können den Service zunächst für zwei Jahre kostenlos nutzen. Der Dienst ist inzwischen in zahlreichen Ländern verfügbar, darunter ganz Westeuropa sowie Deutschland, Österreich und die Schweiz.

In Gebieten ohne Mobilfunkempfang können iPhone-Nutzer darüber Notrufe per Satellit absetzen und Rettungsleitstellen per Textnachricht kontaktieren. Zudem lässt sich der eigene Standort manuell über die Satellitenverbindung an Familie und Freunde übermitteln. Sprach­telefonie und allgemeines Messaging per Satellit unterstützt Apple bislang jedoch nicht.

Apple iPhone 16 Pro

Weitere vollwertige Alternativen gibt es in Deutschland kaum. Mit dem Cat S75 existierte zwar ein Outdoor-Handy mit SOS-Funktion und Kurznachrichten per Satellit, der Hersteller Bullitt Group ist jedoch seit 2024 insolvent.

Der Bullitt Satellite Messenger ist trotz der Insolvenz der Bullitt Group weiterhin nutzbar. Der Satellitenmessaging-Dienst wurde Anfang 2024 aus dem insolventen Unternehmen ausgegliedert und wird seither von RCD 2023 Limited betrieben. Nach Angaben des Betreibers laufen Dienst und bestehende Abonnements unverändert weiter. Unterstützt werden unter anderem das Cat S75 sowie der Motorola Defy Satellite Link, die über das Satellitennetz von Skylo Textnachrichten und SOS-Funktionen ermöglichen. Wie sich das Angebot langfristig entwickelt, bleibt offen, da RCD 2023 Limited selbst keine Endgeräte anbietet und der Dienst von der weiteren Unterstützung kompatibler Hardware abhängt.

Das Samsung Galaxy S25 Ultra unterstützt Satellitenkommunikation zwar theoretisch, die Funktion ist hierzulande bislang nicht verfügbar. Das Google Pixel 9 bietet ebenfalls Satelliten-SOS und -Messaging. Entsprechende Dienste werden seit Ende 2025 in Deutschland gemeinsam mit der Telekom schrittweise erprobt, sind aber bisher nicht flächendeckend verfügbar.

Eine Nachrüstlösung ist der Motorola Defy Satellite Link ab knapp 100 Euro. Dieser nutzt ebenfalls das Bullitt Satellite Messenger. Per USB-C schließt man ihn wie einen Dongle an das Smartphone. Das Gerät selbst hat kein eigenes Display und kommuniziert über eine App von Bullitt, die per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden ist.

Der Defy Satellite Link ist mit GPS ausgestattet. Es kann also auch ohne Smartphone genutzt werden. Ein mehrsekündiges Drücken der SOS-Taste löst ein Notsignal aus. Das Gerät ist leicht und kompakt und bietet eine IP68-Zertifizierung für Staub- und Wasserschutz.

Motorola Defy Satellite Link

Die Satellitenverbindung des Defy Satellite Link funktioniert nur zuverlässig in offenen Gebieten bei freiem Himmel. Der Aufbau kann in dichtem Wald oder Schluchten länger dauern. Die Bullitt-App ermöglicht Konfiguration und Messaging über Mobilfunk, WLAN oder Satellitenverbindung, weist jedoch Schwächen wie Übersetzungsfehler und Funktionseinschränkungen auf.

Insgesamt bietet der Motorola Defy Satellite Link eine solide Einstiegslösung in die satellitengestützte Nachrichtenkommunikation, insbesondere in offenen Gebieten mit freier Sicht zum Himmel. Der Gerätepreis ist konkurrenzfähig, und beim Bundle ist ein Basis-Tarif inklusive SOS-Funktion für ein Jahr im Kaufpreis enthalten. Nach Ablauf dieses Zeitraums fallen laufende Kosten an, deren Höhe vom gewählten Tarif abhängt. Die Preise beginnen bei rund 5 Euro pro Monat für 30 Nachrichten und reichen – je nach Tarifstufe – bis zu etwa 30 Euro pro Monat für 400 Nachrichten.

Der Defy Satellite Link ist damit vor allem für Outdoor-Aktivitäten geeignet, bei denen gelegentlich Textnachrichten oder Notrufe per Satellit benötigt werden, nicht jedoch als vollwertiger Ersatz für ein Satellitentelefon. Weitere Erfahrungen mit dem Gerät schildern die Kollegen von Mac & i.

Alternativ gibt es GPS-Navigationsgeräte mit Satellitenfunktion wie das Garmin Inreach Mini 2 für 289 Euro. Es kann zwar nicht telefonieren, aber über das Iridium-Netzwerk Kurznachrichten verschicken, einen Notruf absetzen und den Standort übermitteln. Neben dem Gerätepreis fallen allerdings je nach Tarif monatliche Gebühren von 15 bis 20 Euro für den Iridium-Dienst an. Jahresverträge sind 20 Prozent günstiger. Auch Wettervorhersagen für die aktuelle Position oder für andere Wegpunkte oder Ziele der Route können angefordert werden.

Echte Satellitentelefone sind kostenintensiv und bewegen sich im vierstelligen Bereich. Das Iridium 9575 sowie 9555 kann sich mit dem internationalen Zentrum für Nothilfe-Koordination IERCC verbinden, das dann Helfer vor Ort versucht zu kontaktieren. Es gibt sowohl Prepaid als auch Vertrags-SIM-Karten. Beim Prepaid-Modell hat das Guthaben eine zeitliche Begrenzung.

Das Inmarsat Isatphone 2 ist zwar etwas größer als die Iridium-Modelle, enthält aber eine kostenlose Prepaid-SIM-Karte. Wie schnell Gespräche aufgebaut werden, hängt vom Standort des Nutzers ab. Das Isatphone 2 ist stoß-, staub- und spritzwassergeschützt. Damit lassen sich Telefonate, aber auch Textnachrichten und E-Mails versenden. Auch hier darf eine SOS-Funktion nicht fehlen. Derzeit ist das Gerät leider vergriffen.

Internet aus dem All

Starlink ist ein Satelliten-Internetdienst von SpaceX, der auf tausenden Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn basiert. Anders als klassische geostationäre Systeme kreisen diese in einer Höhe von etwa 550 km, was geringere Latenzen und höhere Datenraten ermöglicht. Die Satelliten sind untereinander vernetzt und kommunizieren mit Bodenstationen sowie den Endgeräten der Nutzer.

Für die Nutzung benötigen Privatkunden ein Starlink-Terminal mit elektronisch gesteuerter Antenne und Router. Das System richtet sich automatisch aus und verbindet sich mit verfügbaren Satelliten, sofern freie Sicht zum Himmel besteht. Die Installation ist vergleichsweise einfach, setzt jedoch einen geeigneten Standort etwa auf dem Dach, Balkon oder im Garten voraus.

In Deutschland ist Starlink regulär verfügbar und richtet sich primär an Haushalte ohne leistungsfähigen Festnetz- oder Mobilfunkanschluss. Angeboten werden stationäre und mobile Tarife gegen monatliche Gebühr. Als Ersatz für klassische Satellitentelefone oder für einfache Notfallkommunikation eignet sich Starlink jedoch nicht, sondern primär als breitbandiger Internetzugang in unterversorgten Regionen.

Muss es immer Zwei-Wege-Kommunikation sein?

Hoffentlich ist in vielen Fällen gar keine sofortige Hilfe von außen erforderlich. Menschen wollen am Beispiel eines Stromausfalls erst einmal wissen, was überhaupt vorgefallen ist, wie sie sich verhalten sollten und wann der Strom wieder da sein wird. Auch hier ist guter Rat teuer, wenn man sich aufs Internet verlässt, denn Mobilfunkstationen haben nur begrenzte Notstromversorgungen und die Netze dürften zudem schnell überlastet sein, wenn tausende Nutzer versuchen, sich einzuwählen.

Nachdem in unserem Szenario der Strom ausgefallen ist, hilft der Fernseher auch nicht weiter. Die Lösung sind Radios mit Batteriebetrieb oder gar sogenannte Kurbelradios mit eingebautem Akku und Dynamo und der namensgebenden Kurbel zur Stromerzeugung. Welche Geräte zu empfehlen sind, zeigt unsere Top 10: Das beste Kurbelradio im Test – Rundfunkempfang bei Stromausfall.

Infactory Mobiles DAB+ Kurbelradio (ZX-3473-919)

Weltempfänger sind in der Anschaffung meist teurer, unterstützen dafür aber Mittelwelle, UKW und Kurzwelle, teils auch Langwelle. Sie erlauben den Empfang nationaler und internationaler Programme. Gespeicherte Sender oder eine Frequenzübersicht helfen bei der Orientierung im breiten Senderangebot.

Fazit

Bricht das Mobilfunk- oder Festnetz zusammen, können klassische Funkgeräte im Notfall weiterhin Kommunikation ermöglichen. Geeignet sind Handgeräte für PMR- und CB-Funk sowie stationäre Geräte für den Amateurfunk. In Deutschland unterliegen diese Funkdienste jedoch technischen und rechtlichen Vorgaben, zudem gelten feste Regeln für den Sprachverkehr. So bleibt im Krisenfall zumindest die Sprachkommunikation mit dem sogenannten Helferkreis möglich – um den man sich aber beizeiten selbst kümmern muss.

Die Reichweite von Handfunkgeräten ist im städtischen Umfeld größtenteils auf wenige hundert Meter begrenzt. Größere Entfernungen lassen sich mit CB- oder Amateurfunk überbrücken, der – abhängig von Technik und Standort – mehrere Kilometer Reichweite erreichen kann. Für den noch weiterreichenden Amateurfunk ist allerdings ein gültiges Amateurfunkzeugnis erforderlich.

Für überregionale Kommunikation kommen Satellitentelefone infrage, die jedoch hohe Kosten verursachen und ein kompatibles Endgerät auf beiden Seiten voraussetzen. Eine günstigere Notfalllösung ist das Defy Satellite Link von Motorola, das zumindest das Absetzen von Notrufen per Satellit über ein Smartphone ermöglicht. Für den reinen Informationsempfang reicht im Krisenfall oft ein batteriebetriebenes oder per Kurbel geladenes UKW-Radio aus.



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Kospet Tank T4 im Test: Robuste und günstige Alternative zur Garmin-Smartwatch


Mit der Tank T4 positioniert sich Kospet als Anbieter einer günstigen Smartwatch, die mit hochpreisigen Sportuhren von Garmin und anderen konkurrieren will. Ob das gelingt?

Das chinesische Unternehmen Kospet hat sich die Entwicklung preisgünstiger, aber trotzdem hochwertiger Smartwatches auf die Fahnen geschrieben. Mit der Tank T4 bietet der Hersteller jetzt eine Sportuhr, die mit umfangreichen Trainings-Features, Tauch-Modi und GPS-Modul zu einem Preis ab 185 Euro ein verlockendes Gesamtpaket für preisbewusste (Hobby-)Athleten verspricht.

Die Sportuhr hat uns Kospet zur Verfügung gestellt. Wir haben die Uhr im Alltag und beim Training getestet und fassen ihre Stärken und Schwächen zusammen.

Design & Tragekomfort

Optisch orientiert sich die Kospet Tank T4 an der Garmin-Fenix-Serie und fällt mit einem Durchmesser von 46,8 mm ähnlich groß aus wie die Fenix 7. Mit 77 g ohne Armband bringt die Uhr allerdings vergleichsweise viel Gewicht auf die Waage, was bei schmalen Handgelenken auf Dauer störend sein kann. Im Praxistest wirkte sich das Gewicht jedoch nicht negativ aus, sondern trägt vielmehr zu einem insgesamt wertigen Eindruck bei.

Das Gehäuse der Tank T4 besteht aus Stahl, beim Armband setzt Kospet auf Kunststoff mit Metallschließe. Die Uhr ist nach IP69K zertifiziert und damit nicht nur wasser- und staubdicht, sondern auch gegen heiße Hochdruckwasserstrahlen geschützt. Zusätzlich ist sie bis 10 ATM wasserdicht und eignet sich damit zum Schwimmen sowie für Tauchgänge. Laut Hersteller ist zudem Freediving und Gerätetauchen bis zu einer Tiefe von 45 Metern möglich.

Das Tragegefühl der Tank T4 überrascht uns im Test trotz des hohen Gewichts der Smartwatch positiv. Die Uhr liegt angenehm am Handgelenk auf und die seitlichen Bedientasten sind so in das Gehäuse eingebettet, dass sie nicht stören oder unnötig drücken. Auch während der Nacht konnten wir keine Probleme beim Tragekomfort der Tank T4 feststellen.

Display

Kospet hat die Tank T4 mit einem 1,43-Zoll-großen AMOLED-Display ausgestattet, das automatisch die Helligkeit an das Umgebungslicht anpasst. Das funktioniert in der Praxis gut, aber wer möchte, kann die Helligkeit auch manuell anpassen. Dazu verfügt die Smartwatch über einen stufenlosen Slider, den wir über das Optionsmenü der Uhr aufrufen können.

Generell ist die Ablesbarkeit hervorragend, auch bei direkter Sonneneinstrahlung. Die automatische Helligkeitserkennung funktioniert zügig und fast ohne Verzögerung.

Einrichtung & Bedienung

Wie bei gängigen Smartwatches gewohnt, gibt es auch bei der Kospet Tank T4 eine passende App, über die wir die Uhr mit unserem Smartphone koppeln können. Kospet nutzt dazu eine Anwendung namens Apexmove. Sobald wir die Tank T4 zum ersten Mal hochfahren, erscheint auf dem Bildschirm ein QR-Code, über den wir den Download starten können. Die App ist sowohl im Google Play Store als auch im App Store von Apple verfügbar.

Beim erstmaligen Start der App werden wir nach einem Account gefragt, wir müssen aber kein Konto anlegen, um die Software nutzen zu können. Allerdings gilt: Deinstallieren wir die App zwischenzeitlich, gehen die auf der Uhr gespeicherten Daten verloren, wenn wir sie anschließend erneut mit der App koppeln.

Die Kopplung der Tank T4 via Bluetooth über das Gerätemenü der Uhr funktionierte in unserem Test absolut problemlos und dauerte nur wenige Minuten. Die App selbst ist nach üblichem Standard vergleichbarer Software wie Mi Fitness aufgebaut und zeigt wichtige Daten auf der Startseite in Kacheln angeordnet an. Wer möchte, kann die Reihenfolge der Kacheln und die Art der angezeigten Kacheln, in der App Karten genannt, individuell anpassen.

Im Trainingsmenü sehen wir bereits absolvierte Sporteinheiten und können neue Einheiten auch direkt starten. Außerdem gibt es in der App die Möglichkeit, das Watchface der Tank T4 anzupassen. Insgesamt macht die App einen guten Eindruck, allerdings sind uns im Test ein paar wenige Übersetzungsfehler aufgefallen, die das positive Gesamtbild minimal eintrüben.

Bei der Smartwatch selbst setzt Kospet auf das eigene Apexmove OS, das praktisch wie Wear OS von Google funktioniert. Das sorgt zwar für eine intuitive Bedienbarkeit, hat aber den Nachteil, dass wir keine Drittanbieter-Apps auf der Uhr installieren können. Immerhin klappt die Steuerung der Uhr über das Touch-Display und die vier Bedientasten an den Gehäuseseiten absolut problemlos. Dank der Wet-Touch- und Anti-Fingerabdruck-Beschichtung erkennt der Bildschirm problemlos auch Eingaben, die wir mit schmutzigen oder feuchten Fingern tätigen.

Training & Fitness

Weil es sich bei der Tank T4 um eine smarte Outdoor-Sportuhr handelt, bietet das Modell einen großen Umfang an Trainingsfunktionen. Insgesamt bietet die Tank T4 für 160 Sportarten eigene Profile, für 23 davon gibt es zudem den sogenannten Apex-Motion-Modus, über den zusätzliche Daten und eine Post-Workout-Auswertung verfügbar sind. Apex Motion unterstützt Ausdauersportarten wie Laufen, Wandern und Radfahren und bietet dabei zusätzliche Daten wie Pace und Schrittlänge, VO2-Max und Erholungsdauer.

Positiv fällt auf, dass die Tank T4 auch bei weniger verbreiteten Sportarten zusätzliche Messwerte erfasst und sich nicht auf Trainingsdauer und Kalorienverbrauch beschränkt. Beim Rudertraining zeigt die Uhr Paddelschläge und Schlagfrequenz an, beim Seilspringen werden die Anzahl der Sprünge sowie das durchschnittliche Sprungtempo erfasst. Damit bieten auch Trainingsprofile jenseits von Laufen, Schwimmen und Radfahren einen tatsächlichen Mehrwert und dienen nicht nur der reinen Funktionsvielfalt.

Aber nicht nur bei der Profilauswahl und Gestaltung, sondern auch bei der Messung der Pulsfrequenz, gewissermaßen dem Herzstück jeder Sportuhr, macht die Tank T4 eine überraschend gute Figur. Kospet hat bei der Smartwatch einen optischen 4PD-Sensor verbaut, über den die Uhr unsere Herzfrequenz misst. Das funktioniert sowohl im Ruhezustand als auch beim Training hervorragend.

Obwohl die Genauigkeit des Sensors nicht ganz mit der eines Brustgurts mithalten kann (im Test zeigen sich Abweichungen im niedrigen einstelligen Bereich), liefert die Tank T4 durchweg gute Messergebnisse. Auch bei stark schwankendem Puls, etwa während einer Kraft- oder HIIT-Einheit, kommt die Uhr gut mit, auch wenn die Abweichungen hier etwas größer ausfallen (bis 10 BPM) – das ist gerade bei Smartwatches dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich.

Neben der Herzfrequenzmessung gehört das GPS-Modul zu den wichtigsten Features der Tank T4 und auch hier können wir der Uhr ein gutes Zeugnis ausstellen. Laut Herstellerangaben unterstützt die Tank T4 neben GPS auch Galileo, Glonass, Beidou, QZSS und Navic (IRNSS). Support für eine derartig große Bandbreite an Satellitensystemen bieten nur wenige Smartwatches auf dem Markt, und das macht sich auch bei der Genauigkeit des Trackings bemerkbar.

Wir haben die Uhr auf mehreren Laufrunden in ländlicher Gegend (Wald und Feld) verwendet. Die Tank T4 macht dabei einen einwandfreien Job und überzeugt mit einer hohen Präzision. Starten wir eine Laufeinheit, erkennt die Uhr auch ziemlich schnell unseren Standort. Nur bei stark bewölktem Himmel kann es bis zu einer halben Minute dauern, bis das GPS-Modul unsere Position bestimmt hat.

Schlaf & Gesundheit

Die Tank T4 bietet eine umfassende Auswahl an Gesundheitsfunktionen. Auf ein EKG-Feature müssen wir zwar verzichten (was angesichts des Preises auch absolut in Ordnung geht), aber dafür überwacht die Uhr neben unserer Herzfrequenz auch unseren Blutsauerstoff und informiert uns bei abnormen Werten. Zudem registriert die Smartwatch basierend auf gemessenen Daten unseren Stresslevel und erlaubt, eigene Angaben zur aktuellen Stimmung zu machen. Optionale Atemübungen gibt es ebenfalls.

Etwas enttäuschend ist hingegen die Möglichkeit für Frauen, den eigenen Zyklus zu tracken. Hier können wir in der App die Länge der Menstruationsperiode und die Dauer unseres Zyklus angeben, um den Algorithmus den Beginn der nächsten Periode und des Eisprungs berechnen zu lassen. Zusätzliche Funktionen wie die Möglichkeit, spezifische Symptome oder die eigene Körpertemperatur zu notieren, fehlen allerdings komplett, weshalb dieses Feature eigentlich keinen echten Nutzen hat.

Das Schlaf-Tracking hinterlässt im Test einen soliden Eindruck. Die Tank T4 erkennt Einschlaf- und Aufwachzeitpunkte zuverlässig und erfasst die Dauer der einzelnen Schlafphasen. Wie präzise die Daten im Detail sind, lässt sich ohne Vergleichsmessung im Schlaflabor nicht beurteilen, sie decken sich jedoch grob mit unserem subjektiven Empfinden. Schwächen zeigt die Uhr bei der Erkennung kurzer Wachphasen im Bett, die nicht immer zuverlässig erfasst werden – in einem Fall verzeichnete sie trotz mehrmaligen Aufwachens keine Wachzeit.

Weitere Features

Erfreulicherweise hat Kospet die Tank T4 mit einer ganzen Reihe nützlicher Zusatzfunktionen ausgestattet, die für eine Uhr in dieser Preiskategorie nicht selbstverständlich sind. Ein großer Pluspunkt ist der integrierte Speicher mit einer Größe von 32 GB. Dabei können wir sowohl Kartenmaterial für die Offline-Navigation als auch Musik in diesen Speicher herunterladen. Allerdings ist die Übertragung von Musik und Kartenmaterial etwas umständlich.

Die Tank T4 unterstützt nämlich weder Spotify noch Deezer oder irgendwelche anderen Drittanbieter-Apps. Wir müssen die Musik also als Audiodatei auf unserem Smartphone speichern, um sie dann über die Apexmove-App auf die Uhr übertragen zu können. Das funktioniert dann aber ohne Probleme.

Beim Kartenmaterial ist es noch etwas komplizierter: Hier müssen wir auf einem Desktop-PC einen Link öffnen, uns per QR-Code-Scan über die Smartphone-App anmelden und dann aus einer Liste einzeln das Kartenmaterial für die gewünschte Region herunterladen (zum Beispiel Berlin oder Nordrheinwestfalen). Anschließend müssen wir sie über USB-Kabel auf die Uhr übertragen. Der Prozess ist recht langwierig, aber immerhin funktioniert die Routennavigation mit dem Offline-Kartenmaterial gut. Wer möchte, kann außerdem auch GPX-Tracks auf die Uhr importieren.

Daneben verfügt die Tank T4 auch über ein integriertes Mikrofon. Dementsprechend unterstützt die Uhr sowohl die Sprachsteuerung unseres Smartphones als auch die Telefonie, sofern das Smartphone in Reichweite ist. Einen E-SIM-Slot gibt es allerdings nicht. Was ebenso fehlt, ist eine Bezahlfunktion, aber die wäre vermutlich ohnehin nur eingeschränkt nutzbar, weil das Betriebssystem der Smartwatch keine externen Drittanbieter-Apps unterstützt.

Eine Besonderheit der Tank T4 ist das integrierte Walkie-Talkie. Laut Hersteller ermöglicht es die Kommunikation per Push-to-Talk innerhalb eines Radius von bis zu 40 Metern, ohne Internetverbindung. Derzeit funktioniert die Funktion ausschließlich zwischen den Modellen Tank T4 und Tank M4. Dazu wird ein Team direkt über das Menü der Uhr erstellt, dem andere Nutzer per Zifferncode beitreten können. Sinnvoll ist das Feature vorwiegend in abgelegenen Gebieten mit schlechtem Mobilfunkempfang. Kospet zufolge soll die Walkie-Talkie-Funktion künftig auch von weiteren Smartwatches des Herstellers unterstützt werden.

Akku

Kospet gibt die Akkulaufzeit der Tank T4 mit bis zu 15 Tagen bei typischer und bis zu 10 Tagen bei intensiver Nutzung an. Bei dauerhaft aktiviertem GPS soll die Uhr 21 bis 22 Stunden durchhalten. Im Praxistest bestätigen unsere Erfahrungen größtenteils diese Angaben. Wir haben die Tank T4 bei drei anderthalbstündigen Sporteinheiten pro Woche mit aktiviertem GPS, Benachrichtigungen und Schlaf-Tracking genutzt und mussten den Akku nach 12 Tagen wieder aufladen. Die Akkulaufzeit bewegt sich damit in einem ausgezeichneten Bereich und geht für diese Preisklasse absolut in Ordnung.

Preis

Die Kospet Tank T4 ist mit schwarzem und silbernem Gehäuse verfügbar. Beide Varianten kosten laut unverbindlicher Preisempfehlung 210 Euro, allerdings sind die Uhren zum Testzeitpunkt schon für etwa 185 Euro erhältlich.

Fazit

Zunächst begegneten wir der Kospet Tank T4 mit einer gewissen Skepsis: Kann eine Outdoor-Smartwatch für unter 200 Euro tatsächlich eine echte Alternative zu den deutlich teureren Modellen von Polar oder Garmin sein? Im Praxistest konnte die Uhr diese Zweifel jedoch weitgehend ausräumen.

Die Tank T4 bietet eine umfangreiche Auswahl an Trainingsprofilen. GPS-Tracking und Pulsmessung arbeiten zuverlässig, auch die Akkulaufzeit fällt im Test überzeugend aus. Die etwas umständliche Übertragung von Musik- und Kartendaten ist angesichts des niedrigen Preises verschmerzbar. Positiv überrascht zudem die integrierte Walkie-Talkie-Funktion, die über ein reines Gimmick hinausgeht und im Outdoor-Einsatz einen praktischen Mehrwert bieten kann.

Einschränkungen gibt es bei der Auswahl zusätzlicher Apps, was dem vergleichsweise einfachen Betriebssystem geschuldet ist. Da sich sowohl die Menüs der Uhr als auch die Begleit-App flexibel anpassen lassen, fällt dieser Nachteil im Alltag jedoch weniger ins Gewicht. Wer eine preisgünstige Smartwatch mit GPS, Musikspeicher und umfangreichen Sportfunktionen sucht, findet in der Kospet Tank T4 ein insgesamt stimmiges Gesamtpaket.



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Speicherkrise: Microns Kapazitätserweiterungen greifen frühestens in 1,5 Jahren


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Der US-Hersteller Micron und die Powerchip Semiconductor Manufacturing Corporation (PSMC) aus Taiwan wollen eine Partnerschaft eingehen. In einer Absichtserklärung stellen beide Firmen Rahmenbedingungen auf. Der größte Punkt: Micron will für 1,8 Milliarden US-Dollar das sogenannte Halbleiterwerk P5 von PSMC im Nordwesten Taiwans übernehmen.

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Auf knapp 280.000 Quadratmetern Reinraumfläche stellt Micron neue Produktionslinien auf und setzt eigene Mitarbeiter ein, wenn alles nach Plan verläuft. Obwohl die Wartezeit für einen kompletten Neubau entfällt, braucht die Serienproduktion aber noch mehr als ein Jahr. So viel Zeit benötigt Micron, um die notwendigen Maschinen zu beschaffen und die Herstellung nach eigener Spezifikation hochzufahren.

Vom Produktionsbeginn bis zur Fertigstellung benötigt ein Silizium-Wafer dann typischerweise noch mehrere Monate. Im zweiten Halbjahr 2027 solle das Halbleiterwerk zu einer „bedeutenden Steigerung der DRAM-Wafer-Produktion beitragen“, schreibt Micron in der eigenen Mitteilung. Im nahegelegenen Taichung betreibt Micron bereits ein Halbleiterwerk.

Parallel baut Micron ein neues Halbleiterwerk in Onondaga, New York, wo Mitte Januar der Spatenstich erfolgte. Der Hersteller vermarktet den Standort als „historische Megafab“ mit möglichen Gesamtinvestitionen von 100 Milliarden US-Dollar. Allerdings ist diese Summe bislang nur theoretischer Natur – sie beinhaltet mögliche Erweiterungen über die nächsten 20 Jahre oder mehr. Der Standort ist groß genug für vier Halbleiterwerke, zunächst entsteht aber nur eins. Bis dort die Serienproduktion anläuft, dürften mehrere Jahre vergehen.

PSMC will derweil die Maschinen und Mitarbeiter des P5-Werks in das 51 km entfernte P3-Werk in Hsinchu überführen. Massenkündigungen sind laut Mitteilung nicht geplant. Im Rahmen eines Lizenzabkommens will PSMC seine Fertigung insgesamt modernisieren und auf KI-Produkte auslegen. Neben DRAM beinhaltet das etwa Interposer und Stapeltechnik. Teilweise soll PSMC auch das sogenannte Packaging für Micron-Speicher übernehmen, also dessen Speicherchips in Kunststoffgehäuse verpacken.

DRAM stellt PSMC bisher mit Strukturbreiten der 20-Nanometer-Klasse her, was alles zwischen 20 und 29 nm beinhaltet. Micron und die Konkurrenten Samsung sowie SK Hynix haben bereits mehrere Generationen in der 10-nm-Klasse aufgelegt. PSMC fungiert gleichzeitig als Chipauftragsfertiger, bietet für Logikchips allerdings nur Prozesse bis 40 nm an.

Lizenzabkommen zwischen kleinen und großen Speicherherstellern sind schon lange üblich. Bisherige DRAM-Patente hat PSMC bereits von der jetzigen Micron-Tochter Elpida lizenziert. Eigenentwicklungen lohnen sich für die kleinen Firmen nicht, während die drei Weltmarktführer mit einem gemeinsamen Marktanteil von über 90 Prozent keine ernst zu nehmende Konkurrenz zu befürchten haben.

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Kurzfristig dürfte für PSMC die Finanzspritze von 1,8 Milliarden US-Dollar am wichtigsten sein. Seit 2023 macht der Hersteller Minus; im zuletzt berichteten dritten Quartal 2025 waren es gut 2,7 Milliarden Taiwan-Dollar, nach aktuellem Umrechnungskurs etwa 86 Millionen US-Dollar.

Der Marktbeobachter Trendforce sieht PSMC mit großem Abstand auf Platz 6 der weltweit größten DRAM-Hersteller, mit einem Marktanteil von verschwindend geringen 0,1 Prozent.


(mma)



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Meinung: E-Auto-Förderung hilft dem Klimaziel so wenig wie das Verbrenner-Aus


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Nun ist endlich bekannt, wie die Bundesregierung die „geilen“ Elektroautos fördern möchte. So nannte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) die Autos aus nationaler und EU-Produktion. Immerhin gibt es für die Neuauflage der Elektroauto-Subvention für Privatleute eine stärker gewichtete soziale Komponente als in der vorzeitig von der damaligen Koalition beendeten Vorgängerversion. Statt einer weiteren Förderung hätte indes eine von Anfang an durchgehend klare Linie der E-Mobilität wohl besser geholfen. Denn um die EU-weit vereinbarte CO₂-Reduktion im Verkehrssektor durch eine steigende Zahl von Elektroautos zu erreichen, ist schon seit Jahren der Flottenverbrauchsmechanismus in Kraft. Er kann und wird die Hersteller dazu bringen, selbst Wege zu finden, wie man günstige Elektroautos baut und in ausreichend großer Zahl unters Volk bringt. Auch daran hat Schneider auf der heutigen Pressekonferenz ganz richtig erinnert.

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Die Fähigkeiten dazu hat sich die Autoindustrie bereits in den vergangenen zehn Jahren angeeignet und wurde dabei auch, aber nicht vor allem durch die erste Kaufprämie für Elektroautos unterstützt. Sie hat vorwiegend jenen genutzt, die ohnehin genügend Geld gehabt hätten. Der Beweis nach dem Auslaufen der Förderung: Die Hersteller senkten ihre Preise, was sie dank des Aufschlags in Höhe ihres „Anteils“ an der Förderung kostenneutral tun konnten. Das Geld war also vorwiegend in Richtung Industrie geflossen, was angesichts deren Schwierigkeiten sicher hilfreich, jedoch nicht sonderlich zielgerichtet war.

Berechtigterweise wurde daher gefragt, ob nicht eine Förderung der Ladeinfrastruktur nachhaltiger gewesen wäre, genau wie es ganz aktuell die Deutsche Umwelthilfe (DUH) erneut tut. Mit solchen Fragen begibt man sich allerdings in eine Henne-Ei-Diskussion. Das Versprechen, die Ladeinfrastruktur entsprechend dem Aufwuchs der Abnehmer zu ertüchtigen, ist allerdings ein ziemlich glaubwürdiges Versprechen der Politik. Die DUH hat damit keinen Punkt.

Ebenfalls berechtigt ist der seit Jahren fast inflationär zu hörende Verweis auf die Marktmacht der chinesischen Hersteller, die dank staatlicher Unterstützung auf allen Ebenen so günstig produzieren können, dass sie den Markt aufrollen, wenn wir hier nicht handeln. Die Zahlen sprechen indes eine so überzeugende Sprache, dass Minister Schneider sie in der Pressekonferenz zur Ankündigung der Förderbedingungen geradezu genussvoll zitierte. In Deutschland dominieren demnach die deutschen und mit ein paar Prozent auch europäische Marken zu 80 Prozent den Elektroautomarkt. Den Rest teilen sich Chinesen, Koreaner und eine US-Marke. Die Gründe sind vielfältig. Einer ist, dass die Chinesen keinen Sinn in Dumping sehen, ein noch gewichtigerer die Reife der Produkte im Sinne deutscher und europäischer Kunden. Später kann und wird die Bundesregierung Entscheidungen neu ausrichten.

Innerhalb der drei Jahre jedoch, in denen die neue Subvention gelten soll, wird man aber wohl gelassen bleiben können. Idealerweise auch danach, denn dazu kommt über diesen Zeitraum eine Elektroautooffensive, wie sie ihresgleichen sucht. Nicht aus China, sondern aus dem Herzen der deutschen Autoindustrie, von Volkswagen. Aber auch andere Hersteller zeigen, dass sie nicht nur willens, sondern auch in der Lage sind, wettbewerbsfähige Elektroautos anzubieten.

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Die Delle im Verkauf hat sich die Bundesregierung selbst zuzuschreiben. Ohne Förderung wären die Zahlen anfangs etwas weniger steil gestiegen, dafür hätte es danach keinen Einbruch gegeben. Leider hat dieser zwei Ursachen. Erstens warteten potenzielle E-Auto-Käufer auf die neue Förderung. Mit solchen Mitnahmegewinnlern muss man rechnen und kann mit ihnen leben. Kein größeres Problem. Zweitens jedoch – schlimmer, weil nachhaltiger – haben schon die Diskussionen während der ersten Subventionsphase und die zahlreichen Basteleien daran und nun erst recht das Gezerre über eine erneute Förderung dazu beigetragen, das zarte Pflänzchen Vertrauen in die E-Mobilität zu schädigen. Die neue Subvention erweckt nach dieser Vorgeschichte ganz entschieden den Eindruck, E-Autos verkauften sich nur, wenn man den Käufern noch Geld hinterherwirft.

Davor allerdings haben bereits verantwortungslose Politiker einer zukunftsverzagten Klientel nach dem Mund geredet, die ein für alle Mal das Heimchen an den Herd und den Sprit in den Tank zurückwünscht. Für Wählerstimmen haben diese Politiker den Ausstieg vom Ausstieg aus der Verbrenner-Produktion ausgerufen und verkaufen die Entscheidung der EU auch noch als Durchbruch. Verständlich, dass so eine durchsichtige Strategie viel zu viele Wähler extremen Parteien zugetrieben hat, statt sie zu halten.

Die durch das Verbrenner-Aus-Aus und überflüssige öffentliche Subventionen zweifach in ihrer Glaubwürdigkeit erschütterte Autoindustrie muss nun einigen verunsicherten Kunden mehr erklären, warum Elektroautos mittlerweile für die meisten von ihnen tatsächlich besser sind. Zudem wird sie für eine längere Übergangszeit Verbrenner bauen, um eine unnötige Nachfrage einzufangen, statt sich auf Entwicklung und Bau von E-Autos konzentrieren zu können. Obwohl ihre Zeit gekommen ist. Das ganze Hin-und-Her hätte die Politik der Dekarbonisierung des Verkehrssektors besser erspart. Auch durch den Verzicht auf eine individuelle Elektroautoförderung.

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(fpi)



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