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Wie viel verdient Brad Pitt im neuen Werbeclip von Trade Republic?


Trade Republic holt Hollywood-Star Brad Pitt für den neuen Werbespot. Der Schauspieler sagt darin kein einziges Wort. Warum?

Wie viel verdient Brad Pitt im neuen Werbeclip von Trade Republic?

Brad Pitt – sitzt, schaut gut aus und sagt: nichts. Während andere arbeiten, arbeitet hier vor allem seine Bekanntheit.
Trade Republic

Brad Pitt sitzt in einem dunklen Raum. Er sagt kein Wort. Er schaut nur in die Kamera. Dann eine Stimme aus dem Off: „Kostenloses Konto mit Karte. Zwei Prozent Zinsen. Investieren ab einem Euro.“ Zum Schluss erscheint nur ein Satz: „Was bietet deine Bank?“ Mehr passiert im neuen Werbespot von Trade Republic nicht. Und genau das dürfte ziemlich teuer gewesen sein.

Warum ausgerechnet Brad Pitt?

Trade Republic setzt bei der Kampagne bewusst auf Aufmerksamkeit durch Bekanntheit. „Es ging uns gar nicht darum, dass unser Markenbotschafter die Vorteile unseres Produkts bewirbt, sondern jemanden zu haben, der durch seine Prominenz Aufmerksamkeit generiert“, heißt es auf Gründerszene-Anfrage von Trade Republic. Der Hollywood-Star als Statussymbol und nicht als Erklärer von Tagesgeld.

Wichtig sei außerdem gewesen, „jemanden zu haben, der nicht jede zweite Woche für eine andere Marke sein Gesicht hergibt.“ Der Drehort war in Los Angeles, die Vorbereitung hat zwei Tage vor Ort beansprucht, der eigentliche Dreh dauerte dann nur einen Tag. 

Hoher einstelliger Millionenbetrag für Brad Pitt nicht unrealistisch

Anett Sass

Professorin für Medien- und Bewegtbildmanagement an der Hochschule Fresenius

Ganz neu ist das Spiel mit bekannten Gesichtern für Trade Republic nicht. In der Vergangenheit setzte das Unternehmen bereits auf Promis, wie den Rapper Luciano, Entertainer Bruce Darnell oder Schauspieler Sky du Mont. Mit Brad Pitt hebt Trade Republic die Messlatte jetzt auf ein neues Level.

Millionen für Schweigen?

Was bekommt man eigentlich dafür, wenn man Brad Pitt einfach nur hinsetzt? Eine konkrete Zahl gibt es von Trade Republic nicht.

Anett Sass, Professorin für Medien- und Bewegtbildmanagement an der Hochschule Fresenius und Mitgründerin der Agentur Professionistas, sagt zu Gründerszene: „Dass Brad Pitt in dem Spot nichts sagt, ist vermutlich der teuerste Teil der Kampagne. Trade Republic kauft damit weniger einen Schauspieler als sofort internationale Aufmerksamkeit. Für europaweite Kampagnen mit globalen Stars wird in der Branche aber oft über hohe einstellige Millionenbeträge gesprochen.“

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Zum Vergleich: Rund um George Clooney und Nespresso kursieren über Jahre Schätzungen von etwa 40 Millionen Dollar, erklärt die Expertin. Und Stars wie Messi, LeBron James oder Ronaldo verdienen mit Werbung und Sponsoring längst hohe zweistellige Millionenbeträge pro Jahr. „Vor diesem Hintergrund wirken hohe einstellige Millionenbeträge für Brad Pitt nicht unrealistisch“, so Sass.

Die Logik hinter dem Nichts

Der Marketingexperte Simon Knittel, Managing Director von Jung von Matt Start, ordnet diese Kampagne folgendermaßen ein: „Ich finde den Spot sehr gelungen – und vor allem: Er funktioniert. Zur möglichen Gage ist es extrem schwer, eine seriöse Zahl zu nennen. Das hängt stark von den Buyouts ab, also davon, in welchen Ländern, auf welchen Kanälen und wie lange der Spot läuft. Bei einem Star wie Brad Pitt zahlt man nicht für die paar Sekunden vor der Kamera, sondern für seine globale Strahlkraft und die Aufmerksamkeit, die sein Name erzeugt. Unter normalen Umständen würde ich sagen: siebenstellig.“

Er muss nichts tun. Seine Präsenz reicht

Simon Knittel

Managing Director von Jung von Matt Start

Auch die Inszenierung sieht Knittel als bewussten Gegenentwurf zu klassischen Hochglanzkampagnen: Statt auf große Kulissen oder teure Inszenierungen zu setzen, reduziere der Spot alles radikal. Das Budget sei durch das Star-Testimonial zwar nicht kleiner, das Ergebnis aber ein anderes, und genau darin liege die Wirkung. Entscheidend sei dabei vor allem die Rolle von Brad Pitt selbst: Er werde nicht als „Normalo“ inszeniert, sondern bewusst als Superstar in den Mittelpunkt gestellt. „Er muss nichts erklären, nichts vorspielen, nicht einmal wirklich etwas tun. Seine Präsenz reicht.“





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Co-Gründer sollen gemeinsam Urlaub machen – auch im selben Hotelzimmer


Die Präsidentin von Anthropic über 40 Jahre Streit mit ihrem Bruder und den Unterschied zwischen Einhörnern und Schnabeltieren.

Co-Gründer sollen gemeinsam Urlaub machen – auch im selben Hotelzimmer

Daniela Amodei hat einen Reisetipp.
Andrej Sokolow/picture alliance via Getty Images

Wenn die Beziehung zu deinem Mitgründer oder deiner Mitgründerin es nicht schaffen würde, ein geteiltes Hotelzimmer zu überstehen, ist das ein Problem – sagt eine Mitgründerin von Anthropic.

Daniela Amodei verließ OpenAI gemeinsam mit ihrem Bruder Dario, um Anthropic zu gründen. Das Duo – zusammen mit fünf weiteren Mitgründern – baute eines der wertvollsten KI‑Unternehmen auf, um das sich Investoren regelrecht reißen.

In einem Vortrag an der Stanford Graduate School of Business gab Amodei Ratschläge zur Wahl von Mitgründern. Zwischenmenschliche Beziehungsdynamiken „sind viel wichtiger, als man denkt“, sagte sie.

Streit seit 40 Jahren

„Dario und ich streiten uns seit über vierzig Jahren – und kommen immer wieder darüber hinweg“, sagte sie. „Er ist mein Bruder, und ich habe ihm früher seine Spielsachen geklaut.“

Einer von Amodeis Tipps, um einen guten Mitgründer zu finden: „Baut nicht zuerst gemeinsam ein Unternehmen auf – fahrt erst einmal zusammen in den Urlaub.“

Reisen könne Schwächen in einer Beziehung aufdecken, etwa bei der Planung von Zwischenstopps, dem Buchen von Flügen oder beim Zusammenleben. Mitgründer sollten im Urlaub sogar ein Zimmer teilen, sagte Amodei.

Nach der Reise solle man die Beziehung evaluieren. Wenn Unternehmer danach immer noch Zeit mit ihren Mitgründern verbringen wollten, sei das wahrscheinlich ein gutes Zeichen, sagte Amodei.

„Wenn du denkst: Ich brauche wirklich erst einmal Urlaub, um mich von meinem Urlaub zu erholen, dann war es vermutlich die falsche Wahl“, sagte sie.

Einhorn oder Schnabeltier?

Ebenso entscheidend sei es, mit dem Mitgründer oder der Mitgründerin auf derselben Linie zu sein. Unterschiedliche Fähigkeiten könnten hilfreich sein – man denke etwa an den Visionär Steve Jobs und den Realisten Steve Wozniak – doch unterschiedliche Prinzipien könnten ein Unternehmen zerstören.

Amodei stellte dem Publikum eine Aufgabe: Man solle sich vorstellen, man selbst und der Mitgründer würden in getrennten Räumen eingeschlossen und gebeten, ein Bild davon zu zeichnen, was das Startup macht. Wichtig sei, dass am Ende nicht völlig unterschiedliche Bilder entstünden – etwa ein Einhorn und ein Schnabeltier.

„Das ist die Art von Situation, in der man denkt, man arbeite an derselben Sache – aber ich glaube, es endet einfach nicht gut“, sagte sie.





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Das könnte der größte Startup-Deal in der Geschichte Deutschlands werden


Die Münchner Rüstungsstartup sammelt Berichten zufolge 1,2 Milliarden Dollar ein. Das reicht, um wertvoller als Trade Republic oder Celonis zu werden.

Das könnte der größte Startup-Deal in der Geschichte Deutschlands werden

Gundbert Scherf, Mitgründer und Co-CEO von Helsing, steht an einem Modell einer HX-2-Drohne.
picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Es wäre die größte Finanzierungsrunde, die es je für ein deutsches Startup gab: Die Münchner Rüstungsfirma Helsing wird Insidern zufolge 1,2 Millionen US-Dollar raisen. Damit läge die Bewertung bei 18 Milliarden Dollar. Der KI-Drohnen-Bauer wäre damit das wertvollste deutsche Startup.

Final ist der Geldregen für das Drohnen-Startup noch nicht, niemand wollte es offiziell bestätigen. Aber sowohl die Financial Times als auch das Handelsblatt konnten mit informierten Kreisen über die Runde sprechen.

Zu den Investoren sollen den Berichten zufolge Dragoneer und Lightspeend Venture Partners aus den USA gehören. Vorher hatte Helsing beispielsweise Geld von Plural und Prima Materia eingeworben. Mit Prima Materia ist ein bekannter Name verbunden: Spotify-Gründer Daniel Ek.

Die Drohne fliegt bis zu 220 km/h schnell

Helsing sitzt in München und wurde 2021 gegründet. Das Unternehmen stellt ferngesteuerte Kampfflugzeuge mit eingebauter KI her. Das Modell HX-2 ist bereits im Einsatz. „HX-2 ist in der Lage, Artillerie, gepanzerte und andere militärische Ziele auf bis zu 100 km Reichweite zu bekämpfen“, erklärt Helsing auf der Webseite.

Die Drohne ist 12 Kilogramm schwer und kann bis zu 220 km/h schnell fliegen. Autonom attackiert sie nicht, schreibt Helsing, es bleibe immer ein Mensch am (Fern-)Steuer.

Ein Konkurrent von Helsing ist Stark Defence aus Berlin. Im Februar gab es nochmal Geld, unter anderem von Peter Thiel. Stark erreicht damit eine Milliardenbewertung, an Helsing reicht es aber nicht heran.

Bisherige Spitzenreiter unter den deutschen Startup-Bewertungen waren laut Handelsblatt die Software-Firma Celonis und die Investment-App Trade Republic. Helsing dürfte sie nun um ein paar Milliarden Dollar hinter sich lassen.





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Mein Freund hat mit mir Schluss gemacht – damit er mehr arbeiten kann


Mein Freund hat mit mir Schluss gemacht – damit er mehr arbeiten kann

Sorry, Schatz – mein Startup kommt zuerst.
BI

Unter den eher unerwarteten Folgen des KI-Wettlaufs ist eine neue Trennungsfloskel aufgetaucht: Es liegt nicht an dir, sondern an meinem Startup.

Lee Beckman, 30, Gründer eines Edtech-Startups, führte etwa fünf Monate lang eine Fernbeziehung mit seiner Freundin, als ihm klar wurde, dass ihn der Aufbau seines Unternehmens so sehr auslaugte, dass ihm kaum noch Energie für die Beziehung blieb. Wenn er sie abends anrief, sei sein Kopf „so voll mit Informationen und dem Versuch, so viele Dinge gleichzeitig zu erledigen“, dass „kein Platz mehr im Gehirn übrig war“.

„Ich habe gemerkt, dass ich mich für meine mentale Gesundheit auf sie verlassen habe – und das fand ich nicht fair“, sagt Beckman.

Die panische Angst vor der dauerhaften Unterschicht

Auch Archish Arun, 21, war rund sechs Monate mit seiner Freundin zusammen, als er beschloss, Stanford abzubrechen und Vollzeit an seinem von Y Combinator geförderten Video-Produktions-Startup zu arbeiten. Er geriet so stark in das rasante Tempo eines Frühphasen-Startups, dass er ungeduldig wurde, wenn sie Zeit brauchte, um einen Streit zu verarbeiten – er wollte eine Lösung so schnell wie einen Bugfix. Das Leben im Startup-Takt habe „viele unserer Probleme viel schneller an die Oberfläche gebracht“, sagt er.

Autorin Amanda Yen datet jetzt keine Gründer mehr.

Autorin Amanda Yen datet jetzt keine Gründer mehr.

Das ist auch mir passiert. Wie viele junge Gründer ist mein Ex-Freund überzeugt, dass in den kommenden Jahren die Gewinne des KI-Booms an diejenigen gehen werden, die jetzt darauf aufspringen – während der Rest von uns in einer dauerhaften Unterschicht feststeckt. Wir waren neun Monate zusammen, als er mir sagte, dass er nach San Francisco ziehen werde, um Fellow bei Andreessen Horowitz zu werden und sein Medien-Startup zu skalieren – und dass er dafür unsere Beziehung in New York beenden müsse.

Der ständige KI-Druck, etwas aufzubauen

„Ich habe das Gefühl, ich schulde es mir selbst, diesem Traum nachzugehen, den ich seit meiner Kindheit habe“, sagte er. „Und wenn wir zusammenbleiben, werde ich jede freie Minute damit verbringen, zu versuchen, nach New York zurückzukommen, um dich zu sehen.“

Autsch. Mich traf vor allem das Gefühl völliger Kontrolllosigkeit. Ich entwickelte eine einseitige, fast parasoziale Abneigung gegen Marc Andreessen, von dem ich das Gefühl hatte, er habe mir meinen Freund gestohlen, ohne es überhaupt zu versuchen. Gleichzeitig wurde mir klar, dass ich damit nicht allein bin.

Dating, ohnehin schon chaotisch für karriereorientierte Menschen in ihren Zwanzigern, ist aus den Fugen geraten. Die Diagnosen sind vielfältig: Swipe-Kultur, Ghosting, eine wachsende Einsamkeitskrise, die zunehmende politische Kluft zwischen Männern und Frauen, wirtschaftliche Unsicherheit, die Menschen dazu bringt, Heirat hinauszuzögern. Und für eine bestimmte Gruppe kommt heute ein weiterer, besonders heikler Faktor hinzu: der Druck, etwas aufzubauen.

Lieber aufs Startup konzentrieren, statt auf die Beziehung

Angelockt von den Versprechen der Künstlichen Intelligenz schotten sich viele junge Gründer zunehmend von ihrem sozialen Leben ab. Im vergangenen Jahr sagte ein General Partner von Y Combinator der New York Times, das Durchschnittsalter der Teilnehmer liege inzwischen bei 24 Jahren – nach 30 im Jahr 2022. Die Gründer, mit denen ich für diese Geschichte gesprochen habe, betonten, dass sie gute Partner sein wollen. Doch zwischen den ohnehin schon enormen Anforderungen eines Frühphasen-Startups und dem „Jetzt-oder-nie“-Druck des KI-Booms haben viele ihre bestehenden Beziehungen aufgegeben, um sich ganz auf die Arbeit zu konzentrieren. Ihre Ex-Partner wollten sich dazu nicht äußern.

Wenn ein junger Gründer „eine Beziehung führen will, muss er sie mit derselben Zielstrebigkeit behandeln wie sein Unternehmen – und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er dazu nicht in der Lage ist“, sagt Amy Andersen, Dating-Coach aus dem Silicon Valley. Unter ihren Gründer-Klienten seien diejenigen, die bereit für eine ernsthafte Beziehung sind, meist Mitte bis Ende 30. „Mitte 20 eher nicht“, sagt sie.

Ich frage Andersen, was sie einem 26-jährigen Gründer raten würde, der darüber nachdenkt, eine gesunde Beziehung zu beenden, um sich auf den Aufbau seines Startups zu konzentrieren. Ich erwähne nicht, dass dieses hypothetische Szenario meine eigene Realität war.

„Ich halte das für eine gute Idee, weil er auf sich selbst hört und sehr ehrlich einschätzt, was er leisten kann“, sagt Andersen. „Wenn er sich für die Beziehung entscheiden würde, hätte er am Ende wahrscheinlich Reuegefühle. Und irgendwann würden die Frustration und die Realität, dass es schwer ist, beides unter einen Hut zu bekommen, an die Oberfläche kommen.“ Hart.

Max Marchione, 25, Gründer des Longevity-Startups Superpower, sagt, er würde einer Frau eine einwöchige „Probezeit“ geben – und in dieser Zeit prüfen, ob er sich ein Leben mit ihr vorstellen kann.

Ein Grund, warum es so schwierig ist, mit einem jungen Gründer zusammen zu sein, liegt darin, wie eng ihr Startup mit ihrer Identität verknüpft ist, sagt Yariv Ganor, ein Startup-Psychologe, der häufig mit Gründern in Beziehungen arbeitet. „Der Partner muss in gewisser Weise akzeptieren, dass das Startup Priorität hat. Das Startup ist oft eine Erweiterung der Gründerperson – viele sehen es als eine Art Verkörperung ihrer selbst“, sagt Ganor. 

Für viele junge Gründer rückt Dating hinter den Aufbau ihres Startups zurück – weil es sich für sie schlicht unverantwortlich anfühlt, finanziell und emotional in etwas anderes zu investieren als in ihr Unternehmen.

„Ich investiere so viel und verbrenne jeden Monat so viel Geld mit meinem Business. Da wirkt es einfach nicht wirtschaftlich sinnvoll, zusätzlich ins Dating zu investieren“, sagt Beckman. Seit der Trennung von seiner Freundin im Jahr 2024 sei er auf gerade einmal zwei Dates gewesen. Mein Ex hat mir etwas Ähnliches gesagt: Er wolle in San Francisco erst einmal ein fast mönchisches, enthaltsames Leben führen.

Der „Hackathon-Ansatz“ beim Dating

Einige Gründer, die daten, haben gleichzeitig unrealistisch hohe Erwartungen daran, wie leicht sich der perfekte Partner finden lässt. Max Marchione, 25, Gründer des Longevity-Startups und Peptid-Anbieters Superpower, sagte mir, er würde einer Frau eine einwöchige „Probezeit“ geben – und in dieser Zeit prüfen, ob er sich ein Leben für immer mit ihr vorstellen kann.

„Es gab eine Phase, in der ich strikt gesagt habe: ‚Ich gehe gar keine Beziehung ein.‘ Jetzt ist es eher so: Wenn ich denke, dass ich jemanden vielleicht heiraten könnte, teste ich das eine Woche lang – und treffe danach eine Entscheidung“, sagt Marchione.

Andersen sagt, sie habe diesen „Hackathon-Ansatz“ beim Dating schon bei mehreren Gründern beobachtet. „Sie sind es gewohnt, voll reinzugehen, mit maximalem Einsatz zu testen, ob etwas funktioniert“, sagt sie. „Genau diese Mentalität hat ihnen wahrscheinlich auch zum Erfolg im Job verholfen.“ Sie hält sieben Tage allerdings für zu kurz, um jemanden wirklich kennenzulernen – hat aber auch mit Gründern gearbeitet, die innerhalb von zwei bis vier Wochen die Liebe gefunden haben.

Gründern fehle oft die emotionale Intelligenz, die Frauen suchen, die grundsätzlich offen dafür sind, sie zu daten, sagt Andersen. „Sie suchen jemanden, der die Balance zwischen IQ und EQ mitbringt. Und genau dieser EQ ist im Silicon Valley etwas schwerer zu finden“, sagt sie. Für viele Gründer sei „Kommunikation wahrscheinlich die am meisten unterschätzte Fähigkeit“.

Seine Ex-Freundin habe nicht zu ihm gepasst, weil sie „zwei bis drei Stunden Aufmerksamkeit pro Tag“ braucht

Um mit einem Early-Stage-Gründer eine Beziehung zu führen, braucht es einen bestimmten Typ Mensch. Dmitri Mirakyan, 31, sagt, seine Ex-Freundin habe nicht zu ihm gepasst, weil sie „zwei bis drei Stunden Aufmerksamkeit pro Tag“ gebraucht habe. Das sei „extrem schwer gewesen“, da er einen 9-to-5-Job hatte und parallel sein Startup Creed aufbaute, das sich selbst als „erste KI mit christlichen Werten“ bezeichnet.

Ganor sagt, am besten kämen Gründer mit Menschen zurecht, die „geben – also in Beziehungen viel einbringen, ohne ständig etwas im Gegenzug zu erwarten“.

Mirakyans aktuelle Freundin scheint genau so jemand zu sein. Sie spürt, was er braucht. Er erzählt, dass er vor einigen Monaten während der Hochzeitszeremonie eines Freundes in Indien in Panik geriet, weil es ein Problem mit seiner App gab.

Warum ich keine Gründer mehr date

„Eine völlig nachvollziehbare Reaktion wäre gewesen: ‚Du bist auf der Hochzeit meiner Freunde, du blamierst mich – was machst du da?‘ Das ist schon die zweite Hochzeit dieses Jahr, bei der ich meinen Laptop rausholen musste“, sagt Mirakyan. „Ich war sichtbar gestresst und am Handy – und statt genervt zu sein, hat sie mir das WLAN organisiert, einen Platz zum Sitzen gesucht und mir Snacks gebracht.“

„Für mich war es kein großes Problem, dass er einen Arbeitsnotfall hatte“, sagt seine Freundin. „Für mich war eher entscheidend: Es stresst ihn, und es stresst mich, ihn so zu sehen. Also wollte ich einfach helfen.“

Ich bin mir nicht sicher, ob ich so viel Geduld gehabt hätte. Mich hat es schon genervt, wenn mein Ex vergessen hat, ein Restaurant zu reservieren und wir dann irgendwo anstehen mussten – oder wenn er Pläne abgesagt hat, um nicht mit zu den Partys meiner Freunde zu kommen, sondern stattdessen die Nacht durchzucoden.

Ich date inzwischen keine Early-Stage-Gründer mehr. Mein neuer Freund ist verlässlich, entspannt und macht um 18 Uhr Feierabend. Er ist Engineer bei einem Big-Tech-Konzern. Vielleicht wird er eines Tages von KI ersetzt und landet in der permanenten Unterschicht – aber wenigstens haben wir Zeit füreinander.





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