Künstliche Intelligenz
Zurück zu den Wurzeln: AMDs Instinct MI430X wird ein FP64-Beschleuniger
Ein Schwestermodell der Instinct MI455X bewegt den Fokus weg von Künstlicher Intelligenz, hin zu einem klassischen Beschleuniger fürs High-Performance-Computing (HPC). AMD maximiert bei der GPU die Rechenleistung bei Gleitkomma-Berechnungen mit doppelter Genauigkeit (FP64), die etwa für akkurate physikalische Simulationen notwendig sind.
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Erstmals nennt AMD einen konkreten Wert: Mehr als 200 FP64-Teraflops soll die Instinct MI430X schaffen, also über 200 Billionen Berechnungen pro Sekunde. Stumpf hochgerechnet würden bereits 5000 GPUs für ein Exascale-System reichen. Das bisherige Instinct-Topmodell MI355X ist noch ein Hybrid-Beschleuniger sowohl für hochgenaue FP64- als auch KI-Berechnungen, das 78,6 FP64-Teraflops erreicht.
Jede Instinct MI430X trägt 432 GByte Stapelspeicher in Form von HBM4, vermutlich aufgeteilt auf 12 Bausteine. Sie kommen zusammen auf eine Übertragungsrate von 19,6 TByte/s. Es wurden bereits drei Supercomputer angekündigt, die neue Epyc-Venice-Prozessoren und MI430X-GPUs von AMD verwenden: Herder in Deutschland, Alice Recoque in Frankreich und Discovery in den USA.
AMD muss für die Instinct MI430X eigene Compute-Dies auflegen, deren Rechenwerke und Datenpfade auf die 64-Bit-Werte ausgelegt sind. Die Instinct MI455X mit KI-Fokus ist für eine hohe Rechenleistung bei geringerer Genauigkeit gedacht, primär 4 bis 16 Bit. Beim Training und Ausführen von KI-Modellen spielt die Genauigkeit eine untergeordnete Rolle, weil die Ergebnisse ohnehin nur Annäherungen darstellen. Wichtiger sind hier viele schnelle Berechnungen.
KI-Marketing auch beim HPC-Beschleuniger
AMD lässt es sich allerdings nicht nehmen, auch bei der Instinct MI430X das Thema KI einzubringen. Demnach könnten Systeme mit der GPU hochwertige Simulationsdaten liefern, die wiederum KI-Modellen beim Training helfen würden. Zudem enthält auch diese GPU KI-Recheneinheiten für Hybrid-Workloads, allerdings weniger als die Instinct MI455X.
Zur Verfügbarkeit der Instinct MI430X äußert sich AMD bislang nicht. Spätestens 2027 muss der Versand beginnen, wenn die ersten Supercomputer mit der GPU entstehen. Erste Auslieferungen in der zweiten Jahreshälfte 2026 erscheinen realistisch.
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(mma)
Künstliche Intelligenz
Northrop Grumman testet Drohne mit hybrid-elektrischem Antrieb
Der US-Luftfahrt- und Rüstungskonzern Northrop Grumman hat erfolgreich eine neue Drohne getestet. XRQ-73 ist ein Nurflügler und verfügt über einen hybrid-elektrischen Antrieb.
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Der Erstflug auf der Luftwaffenbasis Edwards im US-Bundesstaat Kalifornien habe bereits im April stattgefunden, teilte die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) mit. Die Drohne wurde im Rahmen des Programms Series Hybrid Electric Propulsion AiRcraft Demonstration, kurz (Shepard) der Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums entwickelt.
XRQ-73 ist ein Nurflügler, der von der Form her an den ebenfalls von Northrop Grumman gebauten Tarnkappenbomber B-2 erinnert. Vorgestellt wurde die Drohne bereits 2024. In dem Jahr hätte sie auch erstmals fliegen sollen.
Große Reichweite
Angetrieben wird XRQ-73 von einem hybrid-elektrischen System. Dabei soll der Verbrennungsmotor Strom für den elektrischen erzeugen. Erstere ist dabei so gekapselt, dass die Drohne sehr leise ist. Zudem soll der Antrieb eine hohe Reichweite ermöglichen.
An der Entwicklung und am Bau war das Scaled Composites beteiligt. Das Luftfahrtunternehmen hat unter anderem das Raumflugzeug und das Trägerflugzeug für das Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic gebaut sowie Stratolaunch, das größte Flugzeug der Welt. Seit 2007 gehört Scaled Composites zu Northrop Grumman.
XRQ-73 ist ein Unmanned Aircraft System (UAS) der Gruppe 3. Damit bezeichnet die US-Luftwaffe Drohne mit einem Gewicht zwischen 25 Kilogramm und knapp 600 Kilogramm, die in einer Höhe zwischen 1 Kilometer und 5,5 Kilometer operieren und zwischen 185 km/h und 460 km/h schnell fliegen. Details zu den Maßen und der Leistung gibt Northrop Grumman nicht bekannt. Genannt wird nur das Gewicht von rund 567 Kilogramm.
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(wpl)
Künstliche Intelligenz
KI-Boom: Südkoreas Aktienmarkt überholt auch Kanada – nach mehreren EU-Staaten
Als Folge des KI-Booms und damit verbundenen Börsenrallyes hat der südkoreanische Aktienmarkt jetzt auch den von Kanada überholt und ist damit nun der siebtgrößte der Welt. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf die Summe des Marktwerts aller in Korea gelisteten Unternehmen. Die hat demnach 4,59 Billionen US-Dollar erreicht, 71 Prozent über dem Wert vom Jahresanfang. Kanadische Unternehmen kommen derweil in Summe nur auf 4,5 Billionen US-Dollar. Bloomberg hat erst Ende April ermittelt, dass Südkoreas Aktienmarkt jenen aus Großbritannien überholt hat, zwei Monate vorher wurde Frankreich abgehängt und einen Monat zuvor Deutschland.
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Südkoreas Wirtschaft hält nicht mit der Aktienrallye mit
Der starke Anstieg des größten südkoreanischen Börsenindex KOSPI geht hauptsächlich auf zwei Unternehmen zurück: Samsung und SK Hynix. Sie dominieren den Speichermarkt, insbesondere bei Arbeitsspeicher (DRAM), wo sie zwei Drittel des weltweiten Umsatzes ausmachen. Sie verkaufen etwa Bausteine vom Typ DDR5, LPDDR5X und High-Bandwidth Memory (HBM) an Hersteller von Prozessoren und KI-Beschleunigern sowie an Cloud-Hyperscaler. Außerdem sind sie dick im SSD-Geschäft mit NAND-Flash-Speicher. Der hohe DRAM- und NAND-Flash-Bedarf in KI-Rechenzentren verursacht seit Ende 2025 eine Speicherkrise, durch die sich die Preise vervielfacht haben. Die Herstellergewinne schießen dadurch in die Höhe.
Zusammen machen Samsung und SK Hynix fast die Hälfte der gesamten Gewichtung im KOSPI-Index aus. Samsungs Aktie stieg in Südkorea seit Jahresbeginn um etwa 125 Prozent, SK Hynix‘ Papier um 150 Prozent. Mit diesem Anstieg haben sie auch den KOSPI-Gesamtwert in die Höhe schnellen lassen. Während der Gesamtwert der in Kanada gelisteten Unternehmen seit Jahresbeginn um sieben Prozent gestiegen ist, waren es in Südkorea mehr als 70 Prozent. Ein Ende ist derweil nicht in Sicht, zitiert Bloomberg einen Experten.
Die südkoreanische Börsenrallye bedeutet aber nicht, dass Südkoreas Wirtschaft Staaten wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien überholt. Laut Zahlen des Internationalen Währungsfonds rangiert Südkoreas Bruttoinlandsprodukt weltweit auf Rang 15, nicht nur weit hinter den größten EU-Staaten, sondern auch Russland, Australien oder Mexiko. Deutschlands Wirtschaft ist demnach fast dreimal so groß. Bloomberg hat den Aufschwung des südkoreanischen Aktienmarkts zudem noch auf aktionärsfreundliche Reformen und die wachsende Bedeutung des Landes in der KI-Lieferkette zurückgeführt. Beides habe dazu beigetragen, dass sich der Aktienwert mehr und mehr von gesamtwirtschaftlichen Faktoren entkoppelt habe.
(mho)
Künstliche Intelligenz
„CallPhantom“: Android-App liefert falsche Daten anstatt Anrufprotokolle
Die IT-Forscher von Eset haben eine Malware-Kampagne namens „CallPhantom“ aufgespürt, bei der die Drahtzieher hinter den Android-Apps versprechen, den Anrufverlauf beliebiger Nummern zu liefern. Millionen Nutzer haben dafür tatsächlich gezahlt, am Ende jedoch lediglich erfundene Daten erhalten.
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In einem Beitrag schreiben die Malware-Analysten, dass die Apps behaupten, SMS-Verläufe und sogar WhatsApp-Anrufprotokolle beliebiger Telefonnummern zugreifen und zugänglich machen zu können. Allerdings mussten Interessierte dafür zahlen oder ein Abo abschließen. Das haben Eset zufolge mehrere Millionen Nutzer von 28 derartigen Apps getan. Sie standen im Google-Play-Store zum Download, wo sie insgesamt rund 7,3 Millionen Mal heruntergeladen und installiert wurden. Nach Information durch das Antivirenunternehmen hat Google die Apps inzwischen entfernt.
Auslöser war eine App namens „Call History of Any Number“, die auch in den App-Store-Screenshots eine Liste mit angeblicher Telefonie-Historie veröffentlicht hatte. Auch die waren gefälscht. Eine Analyse durch die Malware-Analysten ergab, dass die App zufällige Telefonnummern erzeugt, sie mit fix hinterlegten Namen, Uhrzeiten und Gesprächsdauern aus dem eigenen Quellcode versieht. Um die Daten angezeigt zu bekommen, war eine Zahlung notwendig.
28 betrügerische Apps
Mitte Dezember vergangenen Jahres hat Eset die 28 aufgespürten Apps mit gleichem Verhalten an Google gemeldet, inzwischen sind alle aus dem Play Store entfernt. Die einzelnen Apps unterscheiden sich optisch stark. Sie hatten alle insbesondere Nutzer und Nutzerinnen in Indien und anderen Regionen im asiatisch-pazifischen Raum im Visier. Die Ländervorwahl +91 für Indien war in den Apps oft voreingestellt. Sie unterstützen neben den Google-Store-Zahlungsmitteln das in Indien gebräuchliche UPI.
Die Bewertungen zeigten Nutzerbeschwerden, dass es sich etwa um Betrug handele. Die Nutzer hätten gezahlt, aber keine echten Daten erhalten. Die Eset-Forscher schätzen, dass die Aussicht, heimlich Einblick in private Kommunikationsdaten anderer Menschen zu erhalten, für manche verlockend genug gewesen sei, die Apps dennoch zu installieren. Dazu können auch einige positive Bewertungen beigetragen haben, die aber ebenfalls einen gefälschten Eindruck bei den IT-Forschern hinterließen.
Nutzer konnten reguläre In-App-Abos über das Google-Abrechnungssystem erstehen, das darüber geflossene Geld lässt sich möglicherweise zurückholen. Die anderen Zahlungsweisen mittels UPI oder direkt integrierter Kreditkartenformulare verstoßen gegen Google-Richtlinien, zudem ist darüber gezahltes Geld wohl in jedem Fall futsch. Einige Apps waren recht aggressiv mit ihrer Werbung. Haben Nutzer sie geschlossen, ohne etwas zu zahlen, erschienen Benachrichtigungen im Smartphone im Stile neu eingetroffener E-Mails. Ein Klick darauf beförderte Interessierte jedoch nicht zu vorliegenden Daten, sondern auf den Abo-Bildschirm der betrügerischen App.
Die Eset-Forscher liefern noch eine Liste mit den 28 gefundenen Apps und ihren Hashes. Am populärsten war demnach „Call history : any number deta“ (calldetaila.ndcallhisto.rytogetan.ynumber) mit mehr als 3 Millionen Downloads sowie Call History of Any Number (com.pixelxinnovation.manager) und Call Details of Any Number (com.app.call.detail.history) mit jeweils über einer Millionen Downloads. Interessierte können anhand der Liste prüfen, ob sie die Malware installiert haben und diese dann deinstallieren.
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Malware in den App-Stores zu den Smartphones ist nicht selten anzutreffen. Im vergangenen August hatten etwa Zscalers ThreatLabz 77 Malware-Apps mit 19 Millionen Installationen gefunden, die den Anatsa-Schadcode aufs Handy beförderten. In der nun gefundenen „CallPhantom“-Kampagne jedoch war offensichtlich keine Malware-Funktion enthalten, sondern die Täter nutzten schlicht die übergriffige Neugier der Opfer aus, um sie zu Zahlungen zu verleiten.
(dmk)
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