Künstliche Intelligenz
Metas Datensammlung: Auch Sachsen-Anhalt wechselt die Seite
Meta Platforms gerät im Kampf um sein Geschäftsmodell in Deutschland zunehmend in die Defensive. Am Donnerstag hat mit dem OLG Naumburg das dritte Oberlandesgericht festgestellt, dass Metas Datensammlung auf fremden Webseiten und Apps rechtswidrig ist. Das OLG erkennt dafür in zwei Verfahren Schadenersatz in vierstelliger Höhe zu. Damit steht es bei OLGs 10:0 gegen den Datenkonzern.
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Im Dezember hat der 14. Senat des OLG München in vier Verfahren gegen Meta geurteilt, Anfang der Woche kamen vier Entscheidungen des 4. Senats des OLG Dresden gegen Meta Platforms hinzu. Und jetzt der 9. Senat Naumburgs (Az 9 U 124/24 und 9 U 44/25). Dieses OLG ist für das gesamte Bundesland Sachsen-Anhalt zuständig; dessen Landgerichte (LG) haben bislang allesamt für Meta Platforms und gegen die von der Berliner Anwaltskanzler Baumeister und Kollegen vertreten Internetnutzer entschieden. Die LG werden ihre Rechtsprechung jetzt sicherlich um 180 Grad drehen.
Meta Business Tools
Insgesamt sind in Deutschland um die 10.000 Klagen gegen Meta anhängig. Bislang sind nur die sechs diese Woche in Dresden und Naumburg entschiedenen Fälle rechtskräftig.
Anlass für die Klagewelle sind die sogenannten Meta Business Tools. Sie bestehen aus unsichtbaren Pixel sowie Schnittstellen (API), die Webmaster und App-Betreiber gebührenfrei einbinden können. Dann erhalten sie Informationen darüber, wie User die Angebote nutzen; Meta erhält im Gegenzug umfangreiche personenbezogene Daten über die User, darunter auch Kontaktdaten sowie unter Umständen sensible Informationen, etwa zu sexuellen Vorlieben, Gesundheit oder Weltanschauung. Ohne Zustimmung der Betroffenen bildet Meta aus diesen Daten Profile zu Zwecken, die sich nicht mit jenem Zweck decken, den die Nutzer beim Aufruf der Webseite oder App verfolgt haben.
„Meta konnte … bis zum 3. November 2023 mithilfe seiner Business Tools jeden Klick, jede Suche und jeden Kauf auf tausenden Webseiten uns Apps nachverfolgen“, schreibt das OLG Naumburg in einer Pressemitteilung. „Dazu musste die Betroffenen nicht bei Facebook oder Instagram eingeloggt sein. Meta habe diese Daten unbemerkt und ohne Zustimmung der Nutzer genutzt.“ Seit November 2023 sei die Datenübertragung „je nach Einstellung der Nutzer differenzierter“, doch gebe es „nach wie vor umfassende Datennutzung durch“ Meta.
Schadenersatz
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Diese Datenverarbeitung ist laut OLG Naumburg rechtswidrig, verstößt gegen den Grundsatz der Datenminimierung und ist weder durch Einwilligungen noch andere Rechtfertigungsgründe gedeckt. Daher muss Meta die Sammlung der Daten über die Kläger mittels seiner Business Tools auf Drittseiten einstellen. Damit schließt sich das OLG den Kollegen in München und Dresden an.
Während der Schadenersatz in München nur dreistellig ausgefallen ist, sind es in Dresden und Naumburg niedrige vierstellige Beträge pro klagendem Meta-User: 1.500 Euro in Dresden, und 1.200 respektive 1.250 Euro in den beiden Naumburger Fällen. Die am Donnerstag verkündeten Urteile liegen schriftlich noch nicht vor, weshalb der Grund für den kleinen Unterschied noch unbekannt ist.
Kein Zug zum BGH
So wie das OLG Dresden schließt auch das OLG Naumburg die Revision um Bundesgerichtshof (BGH) aus. Schließlich gibt es keine zwei Meinungen an deutschen Obergerichten, auch wenn sich die Münchner und Dresdner Entscheidungen gegen Metas Datensammlung nicht genau decken. Mangels Revision sind die beiden Fälle aus Sachsen-Anhalt rechtskräftig.
Nur die vier Münchner Fälle hat Meta bislang mittels Revision dem BGH vorlegen können. Weil die Münchner Richter als erste geurteilt haben, konnten sie die Revision nicht unter Verweis auf einheitliche Rechtsprechung ausschließen.
Facebook-Abo macht keinen großen Unterschied
Im November 2023 hat Meta in Europa kostenpflichtige Abos zum Preis von 13 Euro eingeführt. Sie helfen zwar gegen Werbung direkt auf Facebook und Instagram, nicht aber gegen die Datensammlung oder zielgerichtete Werbung auf anderen Apps und Webseiten. Und wer kein Meta-Konto hat, kann sowieso nichts einstellen.
Meta hat im Dresdner Verfahren angegeben, die mithilfe der Business Tools gesammelten Daten stets mit dem eigenen Nutzerverzeichnis abzugleichen. Gibt es dort keinen Treffer, werden die Daten für weniger Zwecke verarbeitet, als wenn es sich um Meta-Nutzer handelt. Doch schon dieser Abgleich ist Datenverarbeitung im Sinne des Art 4 Abs 2 der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und benötigt daher eine Rechtsgrundlage, hat das OLG Dresden betont. Bislang sind der Redaktion keine Urteile nach Klagen von Nicht-Meta-Nutzern gegen diese Praxis bekannt.
In Österreich hat der Oberste Gerichtshof (OGH) im Vorjahr erkannt, dass sowohl Metas Datensammlung als auch die darauf beruhende Personalisierung von Reklame unzulässig ist. Dieses Verfahren hat elf Jahre gebraucht. Die Unterlassungspflicht gilt aber auch in Österreich nur gegenüber dem Kläger, dem Facebook-Nutzer und Gründer der Datenschutzorganisation Noyb Max Schrems. Inzwischen hat der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV) am Handelsgericht Wien eine Unterlassungsklage gegen Meta Platforms angestrengt; im Erfolgsfall würde das Urteil Meta hinsichtlich aller österreichischen Internetuser einhegen.
Auch in Deutschland ist eine Verbandsklage in Vorbereitung, zu der sich Interessenten allerdings anmelden werden müssen. Für Meta geht es um viel Geld, schließlich führt es personenbezogene Daten von abertausenden Webseiten und Apps zusammen. Diese Nutzerprofile sind wesentlich für den Verkauf personalisierter Werbeplätze. Damit nimmt das US-Unternehmen in Europa größenordnungsmäßig eine Milliarde US-Dollar wöchentlich ein.
(ds)
Künstliche Intelligenz
Japan setzt Hochgeschwindigkeitszug für Gütertransport ein
Schnelle Güter auf der Schiene: Die japanische Eisenbahngesellschaft East Japan Railway (JR East) setzt Hochgeschwindigkeitsgüterzüge ein. Am heutigen Montag ist der erste regulär gefahren. Der Güter-Shinkasen sei von Morioka, der Hauptstadt der Präfektur Iwate im Norden der Hauptinsel Honshu, nach Tokio gefahren, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji. Für die etwa 540 Kilometer lange Strecke braucht der Zug rund 3 Stunden und 15 Minuten.
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Der Güter-Shinkasen basiert auf der konventionellen Personenzug-Baureihe E3. Sie wurde zwischen 1995 und 2010 gebaut und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 275 Kilometern pro Stunde. Die Gütervariante kann mit maximal 1000 Kisten und einer Nutzlast von 17,4 Tonnen beladen werden.
Der Hochgeschwindigkeitsgüterzug, der aus sieben Wagen besteht, soll künftig an Werktagen verkehren. Er wird eilige und hochwertige Güter transportieren. Dazu gehören beispielsweise frische Lebensmittel wie Muscheln, Obst oder Gemüse, aber auch medizinische Geräte oder Maschinenteile. Die Güter werden auf Rangierbahnhöfen be- und entladen. Für den Transport innerhalb der Bahnhöfe kommen fahrerlose Fahrzeuge zum Einsatz.
Rückgang der Personenbeförderung
Für JR East sei der Gütertransport ein neues Geschäftsfeld, mit dem die Eisenbahngesellschaft die sinkenden Einnahmen aus der Personenbeförderung aufzufangen versuche, sagte Kei Yazaki, Berater beim Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmen Nomura Research Institute, der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times. Sich auf die Personenbeförderung allein zu verlassen, sei schwierig angesichts des Bevölkerungsrückgangs in Japan.
Ganz neu ist das Geschäft mit dem Gütertransport nicht: Anfang dieses Jahres hat JR East den Kurierdienst Hako-byun gestartet. Dabei werden in konventionellen Shinkansen-Zügen verderbliche oder dringliche Waren wie Fisch oder Maschinenteile zu den Flughäfen von Tokio und Narita gebracht und von dort per Luftfracht weiter transportiert. Destinationen sind unter anderem Singapur, Hongkong und Taipeh.
JR East ist aus der 1987 privatisierten Japanischen Staatsbahn hervorgegangen. Die Eisenbahngesellschaft ist eine der größten weltweit und betreibt die Hochgeschwindigkeitslinien auf Honshu nördlich von Tokio.
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(wpl)
Künstliche Intelligenz
Top 10: Das beste kleine Smartphone bis 6,3 Zoll – Xiaomi vor Apple und Samsung
Xiaomi 17
Kleiner als das Ultra, aber kaum schwächer: Das Xiaomi 17 überzeugt mit starker Kamera, viel Leistung und kompakten 6,3 Zoll. Mehr im Test.
- sehr lange Akkulaufzeit
- starke Performance
- exzellente Kamera
- tolles Display
- teuer
- etwas Bloatware
- Benchmark-Ergebnisse etwas niedriger
Xiaomi 17 im Test: Das beste kleine Android-Smartphone
Kleiner als das Ultra, aber kaum schwächer: Das Xiaomi 17 überzeugt mit starker Kamera, viel Leistung und kompakten 6,3 Zoll. Mehr im Test.
Im Schatten des großen Bruders: Während das Xiaomi 17 Ultra meist im Rampenlicht steht, spielt das Basismodell überraschend groß auf. Auf den ersten Blick verwirrend, aber strategisch clever: Xiaomi überspringt die Version 16 bewusst, um sich namentlich auf Augenhöhe mit Apples iPhone-17-Reihe zu positionieren – ein klarer Marketing-Schachzug.
Für alle, die ein kompaktes Smartphone bis 6,3 Zoll suchen, bietet das Xiaomi 17 trotzdem ein starkes Gesamtpaket: viel Rechenleistung, eine hochwertige Ausstattung, eine überzeugende Kamera und einen 6300-mAh-Akku, der im Alltag zuverlässig durchhält. Wie sich das kompakte Flaggschiff im Vergleich zum wuchtigen 17 Ultra mit 6,9 Zoll schlägt und für wen es die praktischere Wahl ist, klärt dieser Test.
Design
Das Design hat sich gegenüber dem Vorgänger Xiaomi 15 deutlich verändert. Statt eines quadratischen Kamerablocks kommen nun vier einzelne Metallringe zum Einsatz, die drei Objektive und den LED-Blitz einfassen. Sie sitzen auf einem abgerundeten, quadratischen Element und ragen aus dem Gehäuse hervor. Das wirkt organischer, weniger wuchtig – und gibt der Rückseite eine weichere Note.
Die Ecken des Gehäuses sind ebenfalls stark abgerundet – Xiaomi nennt diese Form „Squircles“. Dahinter stecken mathematisch berechnete Kurven, die fließende Übergänge zwischen geraden Kanten und Rundungen schaffen. Das Gehäuse bleibt trotzdem flach. In der Hand funktioniert das erstaunlich gut: Die Rundungen schmiegen sich an die Handfläche, die flachen Seiten sorgen für sicheren Halt. Einhändiges Bedienen ist problemlos möglich.
Hinter dem Design steckt das „Alive“-Konzept des japanischen Designers Kenya Hara: Technologie soll sich lebendig anfühlen, nicht wie ein kalter Technikblock. Der „Goldene Schnitt“ bestimmt dabei die Proportionen – vom Display-Rahmen-Verhältnis bis zur Platzierung des Kameramoduls. Klingt nach Marketing-Poesie, fühlt sich in der Praxis aber tatsächlich stimmig an. Dank IP68-Zertifizierung ist es zudem staub- und wasserdicht.
Das Gehäuse besteht aus einem Metallrahmen mit flachem Glas vorn und hinten. Die Verarbeitung ist erstklassig – hier knarzt nichts, hier wackelt nichts. Mit 151,1 × 71,8 × 8,1 mm fällt das Xiaomi 17 nur minimal größer und etwas dicker aus als das Samsung Galaxy S26. Wer ein kompaktes Smartphone sucht, das in jede Hosen- oder Handtasche passt, wird hier fündig. Auf der Waage zeigt sich allerdings ein Unterschied zum Galaxy: Mit 190 g bringt das Xiaomi 17 rund 12 Prozent mehr auf die Waage.
Display
Das 6,3 Zoll große AMOLED-Display nutzt die Fläche dank sehr schmaler Ränder effizient aus – für ein kompaktes Smartphone bekommt man hier erfreulich viel Bildschirmfläche. Die Auflösung von 2656 × 1220 Pixeln ergibt scharfe 464 PPI – einzelne Pixel sucht man vergeblich.
Dank LTPO-Technologie regelt der Bildschirm die Bildwiederholrate in einzelnen Hertz-Schritten zwischen 1 und 120 Hz. Das sorgt für geschmeidige Animationen und schont gleichzeitig den Akku, wenn sich auf dem Display gerade nichts bewegt.
Im Freien ist die Anzeige auch bei direktem Sonnenschein leicht ablesbar – bis zu 3500 Nits sollen kurzzeitig im HDR-Modus möglich sein. Farben sind kräftig, Kontraste ausgeprägt und Schwarztöne so tief, wie man es von einem AMOLED erwartet. Dazu kommen stabile Blickwinkel.
Kamera
Das Kamera-Set-up des 17er-Basismodells fällt im Vergleich zum Ultra erwartungsgemäß abgespeckter aus. Es umfasst eine Hauptkamera mit 50 Megapixel und f/1,67 samt optischer Bildstabilisierung (OIS), ein Weitwinkelobjektiv mit 50 Megapixel und f/2,4 (ohne OIS) sowie eine Telelinse mit 50 Megapixel bei f/2,0 und OIS. Der optische Zoom liegt hier bei 2,6-fach. Eine deutliche Aufwertung erfährt hingegen die Selfiekamera, die nun ebenfalls 50 Megapixel bietet.
Mit der Hauptkamera gelingen exzellente Aufnahmen: Bilddetails sind sehr ausgeprägt, der Dynamikumfang breit gefächert, Schärfe und Kontraste gut abgestimmt. Wie üblich steuert Leica zwei Standard-Farbmodi bei: „Leica Vibrant“ für kräftige Farben und „Leica Authentic“ für einen gedämpften Look. Weitere Filter von Leica sind ebenfalls wählbar.
Selbst bei Dunkelheit hellt die Hauptkamera gekonnt auf – scharfe Aufnahmen ohne nennenswertes Bildrauschen sind das Ergebnis, sofern genug Restlicht vorhanden ist. Die Weitwinkellinse liefert ebenfalls detailreiche Aufnahmen und weicht farblich nicht von den übrigen Linsen ab – schwächelt allerdings bei Dunkelheit mangels OIS spürbar.
Die Telelinse bietet 2,6-fachen optischen Zoom und liefert bei Tageslicht exzellente Ergebnisse, die auch beim hybriden 5-fach-Zoom faktisch keine Einbußen zeigen. Selbst 10-fach sieht noch gut aus, mit Abstrichen sogar 30-fach – maximal sind 60-fach möglich. Bei Dunkelheit nimmt das Bildrauschen zu, mit 2,6-fach gelingen aber noch ordentliche, wenn auch leicht grobkörnige Aufnahmen.
Für den Supermakromodus kommt ebenfalls die Telelinse zum Einsatz, statt der Weitwinkellinse wie bei anderen Herstellern – man hält das Smartphone also etwas weiter weg, bekommt dafür aber gute Ergebnisse.
Selfies sind scharf, das Bokeh im Porträtmodus sauber erzeugt. Videos sehen ebenfalls klasse aus. Möglich sind 4K mit 60 FPS oder 8K mit 30 FPS. Das Xiaomi 17 kann zwar nicht ganz mit dem Ultra mithalten, liefert aber eine der besten Kameras in kompakten Smartphones ab.
Xiaomi 17 – Originalaufnahmen
Ausstattung
Als Antrieb kommt das Beste zum Einsatz, das Qualcomm derzeit zu bieten hat: der Snapdragon 8 Elite Gen 5. Über Jahre dürfte das Xiaomi 17 damit genügend Leistungsreserven haben – und ja, es ist auch voll spieletauglich. Das System läuft stets schnell und flüssig.
In den Benchmarks zeigt sich das deutlich: 6500 Punkte bei 3DMark Wild Life Extreme zeugen von ordentlicher Grafikleistung. Minimal stärker war hier das Xiaomi 17 Ultra. Im Vergleich mit dem Samsung Galaxy S26 Ultra und seinen rund 8000 Punkten fallen die Werte allerdings spürbar niedriger aus. Der Grund dafür ist einfach: Qualcomm beliefert Samsung mit übertakteten Snapdragons. Dafür arbeitet die Variante im Xiaomi 17 etwas effizienter: Im Stresstest hält das Gerät solide 65 Prozent und wird dabei nur warm, aber nicht heiß. Bei Solar Bay von 3DMark kommt es auf starke 12.000 Punkte.
Als Speicher kommen 256 oder 512 GB zum Einsatz – von der schnellen Sorte UFS 4.1. Einen microSD-Slot gibt es nicht, was bei Premium-Smartphones mittlerweile kaum noch üblich ist. Der Arbeitsspeicher fällt mit 12 GB RAM üppig aus.
Für mobiles Surfen steht 5G zur Verfügung, das Gerät unterstützt sowohl zwei E-SIMs als auch zwei Nano-SIMs. Ins heimische Netzwerk geht es per Wi-Fi 7. Auch bei den übrigen Schnittstellen ist alles auf Top-Niveau: USB-C 3.2, Bluetooth 6.0, NFC sowie ein Infrarot-Port. Die Ortung per GPS, Glonass, Beidou, Galileo, QZSS und Navic fällt laut GPS-Test mit rund drei Metern sehr genau aus.
Eine Besonderheit ist Xiaomis Astral Communication: Damit können zwei kompatible Xiaomi-Geräte Sprachanrufe direkt untereinander führen – ganz ohne Mobilfunknetz oder WLAN, per Punkt-zu-Punkt-Verbindung über bis zu 1,5 Kilometer in freier Umgebung. Praktisch beim Wandern oder in Funklöchern. Neben der Xiaomi-17-Serie beherrschen auch die Xiaomi-15-Serie sowie das Poco F8 Pro und Ultra diese Technologie.
Der Klang des Lautsprechers ist für das kompakte Gehäuse erstaunlich gut. Dazu kommt ein flott arbeitender Fingerabdruckscanner unter dem Display.
Software
Als Software läuft Hyper OS 3 auf Basis von Android 16 – der Sicherheits-Patch war zum Testzeitpunkt nur einen Monat alt, was absolut in Ordnung geht. Bei der Oberfläche orientiert sich Xiaomi stilistisch stark an Apples iOS – vom typischen Android-Flair ist wenig zu sehen. Auf Wunsch lässt sich aber der App-Drawer aktivieren.
Bei der Update-Politik gibt sich Xiaomi solide, aber nicht überragend: Fünf Jahre Android-Updates und sechs Jahre Sicherheitspatches sind gut – die Konkurrenz von Samsung, Honor und Google liefert bei ihren Flaggschiffen mit jeweils sieben Jahren aber längere Zyklen.
Positiv: Xiaomi hat beim Xiaomi 17 die Bloatware-Flut im Vergleich zu günstigeren Modellen eingedämmt. Ganz ohne kommt es aber auch nicht aus – vorinstallierte Shopping-Apps und Spiele sind noch zuhauf zu finden. Der Mi Store nervt zudem mit aufdringlichen App-Empfehlungen. In dieser Preisklasse muss das nicht sein.
Akku
Erstaunlich groß ist der Akku für ein so kompaktes Smartphone: Dank Silizium-Kohlenstoff-Technologie presst Xiaomi satte 6300 mAh in das Gehäuse. Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy S26 kommt auf nur rund 4300 mAh.
Das sorgt für große Ausdauer beim kleinen Xiaomi 17 – was das Handy zum Ausdauerkönig macht. Beim PCMark Battery Test erreichen wir einen Top-Wert von 20 Stunden. Auf solch eine große Ausdauer kommen bei unseren Tests bislang primär Outdoor-Handys. Mit nur einer Ladung sollte das Gerät problemlos zwei Tage durchhalten – zumindest wenn man es nicht exzessiv nutzt.
Dank Xiaomi Hypercharge ist der Akku kabelgebunden mit 100 W sehr flott wieder aufgeladen. Eine volle Ladung benötigt etwa 40 Minuten, in einer Viertelstunde ist er bereits halb aufgeladen. Kabellos ist das Laden mit üppigen 50 W möglich. Und auch als Powerbank eignet sich das Xiaomi 17: Umgekehrtes Laden funktioniert mit 22,5 W – mit und ohne Kabel.
Preis
Im Vergleich zum Vorgänger ist die UVP unverändert: Das Xiaomi 17 gibt es mit 256 GB ab 999 Euro. Für 512 GB wird nur ein Aufpreis von 100 Euro fällig – angesichts der drastisch steigenden Speicherpreise eine erfreuliche Sache.
Die Preise purzeln trotzdem: Mittlerweile ist das Xiaomi 17 mit 256 GB schon ab 869 Euro mit dem Rabattcode DESKXIAOMI1780 bei Alza zu haben, mit 512 GB dort ab 949 Euro. Als Farben stehen Schwarz, Hellblau, Grün und Pink zur Wahl – allerdings derzeit nur mit 512 GB.
Fazit
Das Xiaomi 17 gehört zu den Smartphone-Highlights des Jahres – und steht zu Unrecht im Schatten des großen Bruders. Denn in diesem kompakten Formfaktor gibt es kaum Geräte mit vergleichbarer Ausstattung.
Die Leistung ist hervorragend und voll gamingtauglich, das Display exzellent, die Kamera stark. Sie reicht zwar nicht ganz an das Ultra heran – aber das Samsung Galaxy S26 kann bei den Fotos nicht mithalten. Beeindruckend ist zudem die Akkulaufzeit. Die UVP liegt auf Niveau des Vorgängers und der Konkurrenz, die Preise fallen bereits.
Schwächen gibt es wenige: Die Software neigt leicht zur Bloatware und wirkt optisch sehr iOS-lastig. Betriebssystem-Updates gibt es für fünf Jahre, Sicherheitspatches für sechs – Mitbewerber bieten bis zu sieben. Wer ein leistungsstarkes, kompaktes Smartphone mit fantastischer Kamera sucht, bekommt mit dem Xiaomi 17 eine valide Option.
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Deezer trotz stagnierendem Umsatz erstmals profitabel
Deezer feiert das Geschäftsjahr 2025 als historischen Wendepunkt: Der Musikstreaming-Dienst hat mit einem Nettoergebnis von 8,5 Millionen Euro erstmals auf Ganzjahresbasis profitabel gewirtschaftet. Doch der Blick hinter die Fassade offenbart eine Strategie der strikten Konsolidierung statt dynamischen Wachstums: Der Gesamtumsatz stagnierte bei 534 Millionen Euro, was währungsbereinigt sogar einem leichten Rückgang von 0,3 Prozent entspricht.
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Dass die Franzosen trotzdem einen Gewinn ausweisen konnten, ist erheblichen Kosteneinsparungen zu verdanken: Die operativen Ausgaben wurden um rund 12 Millionen Euro gedrückt, das Marketingbudget und die Personalkosten deutlich verringert.
Im Heimatmarkt Frankreich konnte Deezer bei den Direkt-Abonnenten zwar um 8,6 Prozent zulegen. Doch das Geschäft mit Partnern brach ein: Die Zahl der Abonnenten in diesem Segment sackte um über 24 Prozent ab. Das ist etwa auf das Ende der Kooperation mit dem lateinamerikanischen Riesen Mercado Libre zurückzuführen.
Vom Angreifer zum Technologielieferanten
Um die Abhängigkeit vom schwächelnden Privatkundengeschäft zu verringern, flüchtet sich der Anbieter verstärkt in die Nische und den B2B-Sektor. Unter der neuen Dachmarke „Deezer for Business“ versucht das Unternehmen, seine technologische Infrastruktur und Expertise als Dienstleistung zu vermarkten. Pfeiler ist die Kommerzialisierung der eigenen KI-Erkennungstechnologie, mit der nach Eigenaussage bis zu 85 Prozent „betrügerischer“ KI-Streams identifiziert und de-monetarisiert werden.
Deezer positioniert sich so als fairer Vorreiter für Künstlerrechte, schafft aber zugleich ein neues Lizenzprodukt für die Konkurrenz. Auch die Verlängerung der Partnerschaft mit Sonos dient diesem Zweck: Durch die Integration des „Deezer Ad Exchange“ wird die eigene Werbeplattform auf Drittsysteme ausgeweitet, um neue, skalierbare Erlösströme jenseits der eigenen App zu erschließen.
Für 2026 gibt sich das Management betont vorsichtig und peilt eine Stabilisierung des Umsatzes an. Statt aggressiv Marktanteile von Branchenriesen wie Spotify zurückzuerobern, setzt Deezer auf „selektive Investitionen“ in Märkten mit hoher Renditechance und fortgeführte Finanzdisziplin.
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(nie)
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