Digital Business & Startups
Peter Thiel verkauft Palantir-Aktien im Wert von 280 Millionen Dollar
Investor Peter Thiel verkauft einen Teil seiner Palantir-Anteile – und sorgt damit für Unruhe bei Aktionären.
Peter Thiel hat sein sicheres Händchen für Investments und Gründungen schon häufig bewiesen. Bei Meta, PayPal und Palantir etwa hat der 58-jährige Tech-Unternehmer das Potenzial erahnt und sich mit dieser außergewöhnlichen Trefferquote selbst zum Multimilliardär gemacht.
Zuletzt bewies der Investor sein Ausnahmegespür im November 2025 mit dem vollständigen Verkauf seiner Nvidia-Aktien – den Stand von damals hat das Papier bis heute nicht wieder erreicht. Und wenn ihn dieser Spürsinn inzwischen nicht verlassen hat, sollten sich Anteilseigner von Palantir unter Umständen jetzt Sorgen machen. Davon gibt es gerade in Deutschland viele: Nach einer Erhebung von Gründerszene gehörte Palantir im Vorjahr zu den beliebtesten 15 Aktien bei deutschen Anlegern.
Thiel verkauft zwei Millionen Palantir-Aktien
Denn genau bei diesem Unternehmen, das er selbst mitgegründet hat, steigt Thiel nun erneut aus – wenn auch nur teilweise. Am Montag reichte Thiel bei der US-Börsenaufsicht SEC einen Antrag ein, der den geplanten Verkauf von zwei Millionen Palantir-Aktien zum geschätzten Marktwert von rund 280 Millionen Dollar ankündigt. Das entspricht einem Kurs von etwa 140 Dollar pro Aktie.
Technisch gesehen ist das keine Überraschung: Der Verkauf gehört zu einem im November 2025 vereinbarten Handelsplan, der es Insidern erlaubt, Aktien zu vorab festgelegten Konditionen zu veräußern, ohne dem Vorwurf des Insiderhandels ausgesetzt zu sein.
Beruhigend für normale Anleger ist, dass auch ein Peter Thiel kein Investment-Gott ist. Denn für einen Verkauf gab es im vorigen halben Jahr deutlich bessere Zeitpunkte. Seit die Palantir-Aktie im November 2025 bei 207,52 Dollar ein Allzeithoch markierte, ist sie um rund 30 Prozent gefallen. Thiel verkauft also nicht auf dem Höchststand – er verkauft nach einem erheblichen Rücksetzer, bei einem Kurs von rund 140 Dollar je Aktie. Ein Preis, zu dem sie möglicherweise schon wieder unterbewertet ist: Analysten sehen das Kursziel im Schnitt bei 190 Dollar, also gut 30 Prozent über dem aktuellen Niveau.
Die Mehrheitsmeinung der Profis lautet also: Palantir ist günstig bewertet. Hinzu kommt, dass das aktuelle Umfeld dem Geschäftsmodell des Unternehmens tendenziell eher in die Hände spielt: Das Unternehmen ist auf KI-gestützte Analysewerkzeuge für militärische und zivile Anwendungen spezialisiert – Datenauswertung für Geheimdienste, Streitkräfte, Sicherheitsbehörden.
Seit Jahresbeginn liegt die Palantir-Aktie mit mehr als 18 Prozent im Minus
Unsichere geopolitische Lagen und wachsende Terrorgefahr sind für Palantir strukturell gute Nachrichten. Beides ist nach dem Ausbruch des Iran-Krieges in dieser Woche in verschärfter Form gegeben. Wenn es einen Moment gibt, in dem die Nachfrage nach dem, was Palantir verkauft, steigt, dann ist es dieser. Das zeigte sich auch am Dienstag, als die Aktie in einem stark negativen Umfeld mit relativer Stärke auftrumpfte und sich am Nachmittag recht stabil zeigte.
Und die Zahlen bestätigen das. Das vierte Quartal 2025 war stark: 1,4 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr, Zahlen, die über den Erwartungen lagen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,25 Dollar und übertraf die Prognosen. Das Unternehmen liefert – operativ. Seit Jahresbeginn liegt die Palantir-Aktie mit mehr als 18 Prozent im Minus, nach einem Kursanstieg von über 135 Prozent im Jahr 2025.
Die hohe Volatilität ist kein Zufall: Palantir wird von Investoren nicht wie ein gewöhnliches Technologieunternehmen bewertet – es gilt als Wette auf die Zukunft der staatlichen KI-Infrastruktur. Solche Titel reagieren auf Stimmungen, auf politische Großwetterlagen, auf das Auf und Ab der Risikobereitschaft.
Warum genau jetzt, ist unklar
Was Anleger beschäftigt, ist weniger der Verkauf selbst als das Muster. Thiel hat Palantir-Aktien schon früher verkauft – die bislang größte Tranche im Herbst 2024 hatte einen Wert von mehr als einer Milliarde Dollar. Auch nach dem aktuellen Verkauf bleibt er mit rund drei Prozent der Anteile größter Einzelaktionär. Die ältesten Aktien, die er jetzt veräußert, stammen aus dem Jahr 2009 – fünf Jahre nach der Gründung, elf Jahre vor dem Börsengang. Zu welchem Einstandspreis, lässt sich nur erahnen. Die Gewinne sind in jedem Szenario außerordentlich.
Dennoch bleibt die Frage, die Thiel nicht beantwortet und die der Markt nicht ignorieren wird: Warum jetzt? Schichtet der Investor sein Portfolio planmäßig um – oder sieht er etwas, das die Analysten mit ihren Kurszielen von 190 Dollar nicht sehen? Bei Nvidia hat Thiel den Ausstieg besser getimed als fast jeder andere. Das ist kein Beweis für etwas. Aber es ist auch kein Zufall, den man ignorieren sollte.
Palantir-Aktionäre sollten deshalb die nächsten Tage besser genau hinsehen. Nicht, weil ein geplanter Aktienverkauf durch einen Gründer zwingend ein Warnsignal ist. Sondern weil Thiel in der Vergangenheit bewiesen hat, dass er weiß, wann es Zeit ist zu kaufen. Und zu verkaufen.
Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzcenter von WELT und Business Insider erstellt.
Michael Höfling schreibt für WELT über Immobilien, Wirtschaftspolitik und Gold. Gemeinsam mit Michael Fabricius ist er für den Immobilien-Newsletter „Frage der Lage“ zuständig, den Sie hier abonnieren können.
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„Wenn du deine Quote nicht erreichst, fliegst du raus“ – ElevenLabs-Manager
Hohe Arbeitsbelastung, lange Tage: Der Vertriebsleiter des KI-Startups ElevenLabs warnt Bewerber, bevor sie ihren Arbeitsvertrag unterschreiben. Was er damit bezwecken will.
„Macht euch darauf gefasst, hart zu arbeiten!“. So warnt ein Vertriebsleiter des KI-Startups ElevenLabs Bewerber, bevor sie ihren Arbeitsvertrag unterschreiben.
In einer am Samstag veröffentlichten Folge des „20VC“-Podcasts verrät Carles Reina, einer der ersten Go-to-Market-Mitarbeiter des KI-Startups ElevenLabs, dass er Bewerber filtere, indem er sie vor der Härte des Jobs warne.
Unzählige Stunden Arbeit und hohe Erwartungen
„Wenn ich ein Jobangebot mache, sage ich jedem Einzelnen, dass ElevenLabs extrem anspruchsvoll sein wird“, so Reina. „Es ist schwer bei uns zu arbeiten, weil wir extrem hohe Erwartungen haben.“ Er sagte im Podcast, dass sich Mitarbeiter darauf einstellen müssen, „unzählige Stunden“ zu arbeiten und er „volles Engagement“ erwarte.
Während diese Warnung einige Bewerber abschreckt, würde es außerdem dazu führen, dass weniger Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.
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„Wenn du deine Quote nicht erreichst, fliegst du raus“
In einem weiteren Interview sprach Reina über die Umsatzquoten, die seine Mitarbeiter erreichen müssen: „Wenn ich dir also 100.000 Dollar im Jahr zahle, beträgt deine Quote 2 Millionen Dollar. Das ist alles. Wenn du deine Quote nicht erreichst, fliegst du raus, richtig?“, sagte Reina. „Und in dieser Hinsicht sind wir gnadenlos.“
Noch im Februar 2026 gab ElevenLabs bekannt, dass es in einer Serie-D-Finanzierungsrunde 500 Millionen Dollar (rund 422 Millionen Euro) eingesammelt hat – damit liegt die Bewertung bei 11 Milliarden Dollar (umgerechnet 6 Milliarden Euro).
Keine „Verwässerung der Unternehmenskultur“ erwünscht
Das in London gegründete Startup beschäftigte laut dem Investor Andreessen Horowitz im November 2025 knapp 350 Mitarbeiter. Reinas Team verdoppelte seine Mitarbeiterzahl fast, indem er allein in diesem Jahr 120 weitere Vertriebsmitarbeiter einstellte, sagt er.
Der Vertriebsleiter will vermeiden, dass die Einstellung all dieser Mitarbeiter die Unternehmenskultur verwässert: „Wenn man die Erwartungen nicht von vornherein klar kommuniziert, führt das meiner Meinung nach zu einer Verwässerung, da die Leute unterschiedliche Erwartungen mitbringen und sich im Grunde genommen auf eine bestimmte Art und Weise verhalten, die nicht der ist, die man sich gewünscht hat.“
Suche nach Top-Talenten
In einem weiteren Podcast-Auftritt im Januar sagte Max Junestrand, CEO des schwedischen Legal-Tech-Startups Legora, dass er jedem Kandidaten eine Frage stelle, um einzuschätzen, ob er der Herausforderung gewachsen sei. „Ich führe immer noch mit jedem ein Vorstellungsgespräch, daher stelle ich ziemlich direkte Fragen wie: ‚Warum einen schwierigen Job annehmen? Du könntest auch woanders arbeiten.“
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„Ich versuche, Missionare zu gewinnen, keine Söldner“, sagte Junestrand ebenfalls und bezog sich dabei auf eine Analogie, die der Kleiner-Perkins-Venture-Kapitalgeber John Doerr vor Jahren geprägt hatte. „Und ich denke, das ist uns gelungen.“
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Getsafe kauft helden.de – Klett übernimmt Careloop – SPiNE erhält 3 Millionen
#DealMonitor
+++ #DealMonitor +++ InsurTech Getsafe kauft nun auch helden.de +++ Klett übernimmt Careloop komplett +++ Dataciders kauft nun auch DataSpark +++ SPiNE erhält 3 Millionen +++ lively bekommt Millionensumme +++

Im #DealMonitor für den 17. April werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.
STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE

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+++ Du hast unsere phänomenale dritte STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: Die nächste STARTUPLAND findet am 10. März 2027 statt. Mehr über Startupland
INVESTMENTS
SPiNE
+++ Die BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft (BayBG), Smart Energy Innovationsfonds (Energie 360°) sowie die Altinvestoren Verbund X Ventures Ventures, Bayern Kapital, Scrape Ventures und superangels investieren 3 Millionen Euro in SPiNE. Das Startup aus München, 2024 von Martin Stötzel, Thomas Müller und Ron Melz gegründet, setzt auf digitale Energielösungen. Konkret entwickelt das Unternehmen „eine Applikationsplattform, auf der regulatorische, netzdienliche und marktorientierte Energieanwendungen einfach beim Endkunden aufgespielt und betrieben werden können“. Bayern Kapital und Verbund X Ventures Ventures hielten vor der aktuellen Investmentrunde jeweils 13,2 % an SPiNE. Mehr über SPiNE
lively
+++ Der Immobilienentwickler Landmarken und Altinvestor neworld investieren eine siebenstellige Summe in lively. Das Hamburger Startup, das 2021 von Constantin Rehberg und Christina Kainz gegründet wurde, positioniert sich als „Senior Serviced Co-Living“-Anbieter. Konkret möchte das Team „die Design- und Servicementalität aus der Hotellerie auf das Wohnen im Alter“ übertragen. Mehr über lively
MERGERS & ACQUISITIONS
Getsafe – helden.de
+++ Das Heidelberger InsurTech Getsafe übernimmt seinen Hamburger Konkurrenten helden.de – siehe Handelsblatt. „Mit helden.de stärken wir unsere Position als führende digitale Versicherungsplattform in Deutschland“, teilt Getsafe, das zuletzt seine Versicherungslizenz zurückgegeben hat, zur Übernahme mit. helden.de wird nun vollständig in die bestehende Getsafe-Plattform integriert, die Marke bleibt jedoch erhalten. helden.de, das 2015 als Haftpflicht Helden an den Start ging, positioniert sich als digitaler Versicherungsvermittler, der vor allem Haftpflicht-, Hausrat- und Fahrradpolicen anbietet. Zum Unternehmen gehört auch Tierdirekt. In den vergangenen Jahren sammelte das helden.de-Team rund 25 Millionen Euro Venture Capital ein – unter anderem von Meru (Michaela Herz), NV-Versicherungen und Tipp24-Gründer Jens Schumann. 2024 wirtschaftete helden.de profitabel. Für Getsafe ist es diese Übernahme die zweite Akquisition eines digitalen Versicherungsbestands nach der Übernahme von 50.000 Verträgen von Luko Deutschland im Jahr 2023. Zudem übernahm das Unternehmen 2024 die Kreditplattform deineStudienfinanzierung. Getsafe, 2025 gegründet, sammelte in den vergangenen Jahren mehr als 120 Millionen Risikokapital ein. Mehr über Getsafe
Klett – Careloop – Medwing International Recruiting
+++ Die Klett Gruppe übernimmt das Berliner HR-Startup Careloop nun komplett. Das Unternehmen hielt seit November 2024 bereits die Mehrheit (damals rund 60 %) an der 2019 gegründeten HR-Firma. Danach wanderten immer wieder weitere Anteile an Klett – zuletzt hielt die Gruppe 83,3 % an Careloop. Zudem übernimmt die Klett Gruppe nun Medwing International Recruiting. Der 2023 gegründete Ableger des Berliner Startups Medwing, positioniert sich als „Anbieter für die internationale Rekrutierung von Gesundheitsfachkräften“. Petra Lütkewitte, bisher Geschäftsführerin von Medwing International Recruiting, übernimmt im Zuge der Übernahme zusätzlich die Geschäftsführung von Careloop. Die beiden Careloop-Gründer Alexander Lundberg und Matti Fischer treten somit ab. Mehr über Careloop
Dataciders – DataSpark
+++ Das Dortmunder Data- und Analytics Unternehmen Dataciders übernimmt das 2016 gegründete KI-Startup DataSpark (Frankfurt am Main). „Mit der Akquisition stärkt Dataciders gezielt seine Fähigkeit, komplexe Abläufe mithilfe von KI wirksam zu automatisieren, insbesondere in anspruchsvollen, fachlich geprägten Umfeldern“, heißt es in einer Presseaussendung. Das Beteiligungsunternehmen Rivean Capital übernahm zuletzt gemeinsam mit dem Management die Mehrheit an Dataciders. Seitdem ist das Team im Übernahmemodus. DataSpark wurde unter anderem von Possehl Digital (35 %), dem Beteiligungsarm der Possehl Gruppe, unterstützt. Mehr über Dataciders
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Foto (oben): azrael74
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Warum manche Gründer schneller Geld einsammeln – und andere nicht
Wer schon einmal mehrere Fundraising-Prozesse begleitet hat, erkennt schnell ein Muster. Zwei Founder starten mit ähnlichen Voraussetzungen, aber nach wenigen Wochen ist einer deutlich weiter als der andere. Der Unterschied liegt fast immer darin, wie Fundraising konkret umgesetzt wird.
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