Künstliche Intelligenz
Missing Link: Auf der Spree schwimmt eine Infrastrukturschutz-Ente
Was klingt wie eine Berliner Posse hat Vorbildcharakter weit über den oft so eigenwilligen Stadtstaat hinaus: Datenschutz und Informationsfreiheit sollen zugunsten eines obskuren Sicherheitsbegriffs geschleift werden. Der Berliner Senat, getragen von CDU- und SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, schreckt dabei vor wenig zurück. Ein Vorbild für den Rest der Republik?
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Als am 3. Januar Feuer an einer Kabelbrücke unweit des Heizkraftwerks Lichterfelde gelegt wird, passiert das, wovor Fachleute seit Jahren warnen: Blackout. Zumindest für einige Teile Südwestberlins, vor allem Wohngegenden oft vergleichsweise gut betuchter Einwohner der Bundeshauptstadt, etwa die Nobelvilleninsel Schwanenwerder im Wannsee. Weil keine alternative Hoch- und Mittelspannungsanbindung existierte, nicht innerhalb Berlins und fast 40 Jahre nach dem Mauerfall auch nicht auf die Brandenburger Seite, weil der staatseigene Betreiber Stromnetz Berlin hier einen Single Point of Failure in sein Netz gebaut hatte, blieben erst 45.000 Haushalte stromlos.
Schutzbehauptungen statt Infrastrukturschutz
Die Täter waren schnell benannt: linksradikale Vulkangrupppen sollten es gewesen sein – nur welche, wie und warum, darüber entbrannte ein bunter Streit. Eine Million Euro lobte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt für die Ergreifung der Täter aus. Gefasst ist zwei Monate nach der Tat weiterhin niemand. Was hingegen klar wurde: nicht nur, dass die Anbindung denkbar wenig ausfallsicher war. Auch die ursprünglichen Angaben zu angeblichen Sicherheitsvorkehrungen rund um die Kabelbrücke stellten sich als reine Schutzbehauptungen der Verantwortlichen heraus – wer wollte, der konnte unmittelbar an die Brücke heran und dort ungehindert und unbeobachtet seine Absichten umsetzen.
Doch die Berliner Landespolitik sieht ganz andere Punkte, die jetzt hoch prioritär und eilbedürfitg sind: der Datenschutz und die Informationsfreiheit sind für sie Mitschuld. Weshalb beide mit einem Gesetzesvorhaben, über das im Landesparlament in den nächsten Tagen abschließend beraten werden soll, deutlich eingeschränkt werden sollen.
Und das ist eine Idee, die auch in anderen Bundesländern und im Bund immer wieder vorgetragen wird: Es sei zu einfach, kritische Infrastrukturen ausfindig zu machen. Zugespitzt formuliert: Dank Openstreetmap oder anderer Kartendienste könnten russische Wegwerfagenten, Linksradikale und andere die Republik gezielt lahmlegen. Was die Berliner Landesregierung nun aber vorgelegt hat, ist dabei allerdings eine besondere Variante dieser Sichtweise: Keine Information mehr, wenn sie für das Land irgendwie gefährlich sein könnte.
„Es gibt ja schon heute im Informationsfreiheitsgesetz die Möglichkeit, Informationen mit wirklich sensiblen Daten zu schwärzen“, erklärt Vasili Franco, innenpolitischer Sprecher der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus. „Mir ist nicht bekannt, dass es IFG-Abfragen gegeben hätte, die sensible Informationen über das Berliner Stromnetz betroffen hätten.“ In einer Stadt wie Berlin sind die wesentlichen Leitungen kaum zu übersehen – und um zu wissen, dass an Kraftwerken und Umspannwerken Kabel anliegen, dafür muss man keinerlei besonderen Vorkenntnisse haben.
Geheimsache Kultur und mögliche Rechtsstreitigkeiten
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Nun muss man nicht so weit gehen, und etwa die vorgeschlagene Ausnahme unmittelbar in Verbindung zu einer auch per Landes-IFG-Anfrage öffentlich gewordenen Fördermittelaffäre rund um Politiker der im Roten Rathaus regierenden CDU sehen. Doch dass es die regierende Koalition ausgesprochen eilig hat, ihre Einschränkungen wesentlicher Transparenzvorschriften nun durchzuboxen, ist offenkundig.
Und auch, dass die Landesregierung sich eine großzügige Ausnahme genehmigen will, falls sie damit rechnen müsste, womöglich in Rechtsstreitigkeiten zu geraten. „Allein durch die Tatsache, dass der Senat in plausiblen Vorüberlegungen steckt, könnte er die Informationsfreiheit beschneiden“, fürchtet der Grünen-Innenpolitiker Vasili Franco. Schon bei jeder Ausschreibung ist es plausibel, dass rechtliche Auseinandersetzungen folgen könnten. Der Senat wiederum argumentiert, dass dies keineswegs ein Blankoscheck für eine Auskunftsverweigerung sei, sondern nur bei hinreichender Konkretisierung ein valider Versagungsgrund sein könne.
Kameras sollen Taten filmen statt abschrecken
Nur: Was das alles wiederum mit Infrastrukturschutz zu tun haben soll, das ist ein weiteres Geheimnis der Berliner Regierung mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner und seiner bekannten Stellvertreterin, der einstigen Bundesfamilienministerin und heutigen Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey. Ein Geheimnis, das selbst eine IFG-Anfrage kaum lüften könnte, solange sie noch zulässig ist, da die internen Regierungsberatungen bis zu ihrem Abschluss von Auskunftsrechten so gut wie immer ausgenommen sind, das sogenannte „Arcanum“, das eine offene Diskussion ermöglichen soll.
Doch nicht nur das Landes-IFG ist Gegenstand eines eigenwilligen Kampfes von Christ- und Sozialdemokraten in Berlin. Die sozialdemokratische Innensenatorin Iris Spranger sagte Ende Februar im Parlament: „Bei einer Videoüberwachung zum Schutz kritischer Infrastruktur muss von sonst erforderlichen Kennzeichnungen abgesehen werden, um nicht durch die Hinweisschilder auf Anlagen oder Einrichtungen der kritischen Infrastruktur aufmerksam zu machen.“

Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.
Sprich: das Datenschutzgesetz soll so geändert werden, dass auf Videoüberwachung beim Infrastrukturschutz nicht mehr hingewiesen werden muss. Sie dürfte also heimlich erfolgen. Dabei ist eine der wenigen überhaupt nachweisbaren Wirkungen von Videoüberwachung der manchmal greifende Abschreckungseffekt: wenn Kameras sichtbar sind und Täter deshalb andere Ziele suchen. Der offizielle neue Kurs Berlins heißt hingegen: Wir filmen lieber bei einer Tat, um nachher aufzuklären, als vor der Tat abzuschrecken.
Mit der Kamera in die Badeanstalt
Die neue Lust am Filmen treibt dabei noch weitere Blüten: Weil es in Berliner Schwimmbädern in der Vergangenheit immer wieder Probleme gab, hat man im Namen des dringend verbesserungswürdigen Infrastrukturschutzes auch gleich noch die Videoüberwachung für Badeanstalten in die Gesetzesvorhaben mitaufgenommen – und zwar selbst zur Durchsetzung von Haus- und Badeordnung. Was das mit dem Schutz kritischer Infrastrukturen zu tun hat? Und wer prüft die Videoaufnahmen, die dort entstehen? Und deren Verbleib? Hier wiederum wird argumentiert: Das Vorhandensein von Videoüberwachung habe eben doch präventiven Charakter. Tatsächlich ist der Grund für die Legalisierung etwas anderes: Es gibt Kameras bei den Bädern längst – doch die Datenschutzbeautragte hatte die fehlende Rechtsgrundlage kritisiert. Nur mit Zivilschutz, kritischen Infrastrukturen und der Landesverteidigung jedenfalls hat das offenkundig rein gar nichts zu tun.
Aber sehr viel mit dem Baden gehen einer am Infrastrukturschutz scheiternden Politik, die lieber Obfuskation um Versäumnisse in ihrer Zuständigkeit betreibt statt klare Analysen auf den Tisch zu legen, wie sie redundantere Infrastrukturen erreichen will und wie sie im Fall eines Ausfalls für mehr Resilienz sorgen möchte.
Scharfer Protest aus der Zivilgesellschaft
34 Organisationen haben daher nun am Freitag einen offenen Brief an die Berliner Landespolitik adressiert, vom CCC über den Deutschen Journalistenverband und der AG Kritis bis hin zu Wikimedia Deutschland. „Eine solche Ausweitung von Ausnahmetatbeständen würde praktisch die Aushöhlung des Informationsfreiheitsgesetzes bedeuten“, warnen sie. Bereits heute sei ein wirksamer Schutz kritischer Infrastrukturen möglich – und Transparenz in der Verwaltung habe vor allem positive Effekte. „Gerade in einer Zeit, in der das Vertrauen in staatliche Institutionen sinkt, ist ein solcher Schritt ein fatales Signal“, so die Absender des Briefes. Berlin habe sich zudem als Vorreiter für Open Data und digitale Innovation positioniert – was mit den aktuellen Plänen gefährdet sei.
Vielleicht ist es ganz gut, wenn Berlin als vergleichsweise wenig relevanter Stadtstaat hier zeigt, wie es nicht geht: Unabhängig von politischem Lagerdenken wären das keine adäquaten Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart. Scheitert das Vorhaben in Berlin, könnte dies größeres Unheil, etwa auf Bundesebene, schon im Vorhinein unattraktiv machen. Denn im Namen der Sicherheit staatliche Transparenz zu verringern, und Informationsrechte der Bürger zu beschneiden, steht derzeit hoch im Kurs. Und es ist natürlich viel günstiger, auch sonst nervige Gesetze zu ändern, als eine verlässliche Stromversorgung oder gar allgemein durchdachte Infrastrukturbetriebskonzepte sicherzustellen.
Im Koalitionsvertrag der Schwarz-Roten Berliner Regierung steht derweil ein eindeutiges Bekenntnis: Open by Default solle der neue Standard werden. „Die Koalition wird schnellstmöglich ein Transparenzgesetz nach Hamburger Vorbild einführen und dabei nur den Bereich Verfassungsschutz aus dem Geltungsbereich herausnehmen.“ Er stammt aus dem Jahr 2023. Da kannte Berlin bereits Anschläge auf Infrastrukturen – und auch der Krieg in der Ukraine war bereits voll im Gange. Für den Rest der Republik wäre es jedenfalls kein gutes Zeichen, wenn die über Jahrzehnte erkämpfte Offenheit des Verwaltungshandelns nun das erste Opfer fehlender Kompetenz würde, die mit den Informationsfreiheitsgesetzen ja gerade offengelegt werden sollte.
(nen)
Künstliche Intelligenz
Schweizer Franken: Eidgenossen verankern Bargeld in der Verfassung
Das vertraute Klimpern in der Hosentasche erhält in der Schweiz Verfassungsrang. In einer Volksabstimmung hat am Sonntag eine deutlichen Mehrheit von 73,4 Prozent den Bundesbeschluss über die schweizerische Währung und die Bargeldversorgung angenommen.
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Damit rückt der Schutz von physischem Geld eine Stufe höher: Was bisher lediglich auf Gesetzesebene geregelt war, wird nun fest in der Bundesverfassung verankert. Der Franken bleibt die offizielle Währung. Der Bund steht zudem über die Schweizerische Nationalbank in der Pflicht, stets für eine ausreichende Bargeldversorgung zu sorgen.
Vorschlag von Aktivisten abgelehnt
Aktivisten wollten mit einer anderen Bargeld-Initiative einen noch stärkeren Schutz ausdrücklich auch von „Münzen und Banknoten“ erreichen. Doch damit scheiterten sie gegen 54,4 Prozent Nein-Stimmen.
Initiator Richard Koller wertete das Gesamtergebnis trotzdem als Erfolg. Das Kernanliegen, Bargeld vor einer schleichenden Verdrängung durch digitale Zahlungsmittel zu bewahren, sei durch den stattdessen angenommenen Gegenvorschlag von Bundesrat und Parlament faktisch übernommen worden. Die Unterschiede zwischen den Vorlagen lagen primär in juristischen Nuancen und einzelnen Formulierungen.
Symbolischer Sieg mit politischer Sprengkraft
Für die Schweizer Bevölkerung ändert sich im Portemonnaie vorerst nichts. Das Votum hat primär symbolische Wirkung und sichert die Wahlfreiheit zwischen Smartphone, Karte und Bargeld langfristig ab. In Deutschland wird derweil darüber diskutiert, eine elektronische Bezahloption zur Pflicht zu machen.
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Trotz des klaren Entscheids ist die eidgenössische Debatte nicht beendet: Das Augenmerk richtet sich nun auf die Kantone. In Genf gibt es bereits eine Verpflichtung für Gastronomiebetriebe, Bargeld anzunehmen. Nationalräte verschiedener Parteien kündigten weitere Vorstöße an, um eine Annahmepflicht vor allem im öffentlichen Dienst und im Verkehrswesen durchzusetzen.
(vbr)
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LGs neue OLED-TVs: Die helle Generation
LG hat in Frankfurt seine TV-Produktpalette 2026 gezeigt. Das jüngste Modell der G6-Serie unterscheidet sich auf den ersten Blick wenig von seinem Vorgänger G5. Der G6 nutzt das gleiche Chassis und auch das gleiche OLED-Panel mit RGB-Tandem-Struktur. Allerdings wird dies im G6 intern anders angesteuert, was zu sicht- und messbaren Verbesserungen geführt hat. An zwei 65-Zöllern (G5 und G6) konnten wir bei einem Hands-on die Leuchtdichte messen und bekamen einen Eindruck von der neuen Bildqualität.
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So leuchtet das brandneue G6-Modell nun mit 3100 cd/m2 in der Spitze stolze 800 cd/m2 heller als sein Vorgänger OLED65G5; das sorgt insbesondere bei der Wiedergabe von HDR-Inhalten (High Dynamic Range) für noch hellere Punktlichter. Auf einem zu zehn Prozent weißen Schirm haben wir rund 2400 cd/m2 statt der bisherigen 2300 cd/m2 gemessen, und auf einem komplett weißen Schirminhalt erreichte das brandneue Modell bemerkenswerte 460 cd/m2 gegenüber 380 cd/m2 am bisherigen G5-Modell. Beide Fernseher haben wir mit HDR-Signalen im Filmmaker-Modus bei maximaler Helligkeitseinstellung gemessen.

Für die RGB-Tandemstruktur des WOLED hat Panelhersteller LG Display im vergangenen Jahr die gelbe Leuchtschicht an der blauen durch rote und grüne ersetzt.
(Bild: LG)
Glatte Farbverläufe
Deutliche Fortschritte hat LG dagegen beim Unterdrücken des sogenannten Banding für die Wiedergabe von feinen Farbverläufen gemacht. Dies war in der Vergangenheit ein Schwachpunkt des Herstellers; Samsung, Sony oder Panasonic gelingt das besser. Banding äußert sich durch sichtbare Abstufungen, beispielsweise am changierenden Himmel oder am wabernden Blau in Unterwasseraufnahmen.
Die Farbsignale übergibt der Hersteller dafür nun mit 12 Bit pro Farbe statt vormals 10 Bit ans Display und berechnet die weißen Subpixel für feinere Lichter intern mit 13 Bit. In der Folge gelingen dem TV Farbverläufe wesentlich gleichmäßiger, der Vorgänger G5 zeigte in Testbildern dagegen einige Abbrüche mit harten Farbübergängen an feinen Verläufen.

Farbverläufe gibt der brandneue G5 dank verbesserter Ansteuerung gleichmäßig abgestuft wieder.
(Bild: Ulrike Kuhlmann / heise medien)
Sparsamer im Betrieb
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Weitere Verbesserungen finden sich im Bildprozessor. Das SoC wird nun in 6-Nanometer-Technik gefertigt, wodurch der Chipsatz aus CPU, GPU, Speicher, Netzwerkfunktion etc. laut LG dank der kleineren Strukturen 30 Prozent weniger Strom benötigt und dadurch weniger Wärme produziert. Das ist nicht nur gut für den Geldbeutel der Zuschauer, sondern auch fürs OLED, denn organische Displays reagieren empfindlich auf Wärme, sie altern dadurch schneller.
Mit der sogenannten Dual-AI-Resolution des neuen Alpha-11-Prozessors separiert LG die Kantenglättung von der Berechnung feiner Strukturen beim Upscaling. Die Umrechnung ist immer dann nötig, wenn Inhalte mit geringerer Auflösung als der 4K-Panel-Auflösung (3840 × 2160 Pixel) vom TV wiedergegeben werden müssen. Das Upscaling greift unter anderem bei (fast) allen TV-Signalen in HD (1280 × 720 oder 1920 × 100 Bildpunkte) und beim Videostreaming in Full HD, wie es Netflix & Co. in ihren preiswerten Abomodellen anbieten.
Natürlich bietet LG zusätzlich diverse KI-Bildoptimierungen an, die aber zuweilen über das Ziel hinausschießen und nichts für Puristen sind. Bei der von uns empfohlenen „Filmmaker“-Voreinstellung sind derartige KI-Optimierungen ohnehin deaktiviert.
Spieglein, Spieglein …
An der Entspiegelung hat LG ebenfalls gearbeitet. Die neue dielektrische Entspiegelung der Displayoberfläche ist aber weniger gelungen: Sie reduziert einfallendes Licht jetzt zwar noch stärker, versieht es aber mit einem merklichen Rotstich. Außerdem wird die Oberfläche dadurch etwas blickwinkelabhängig, von schräg betrachtet bekommt das Bild an den Seiten einen leichten Farbschimmer. Das bemerkt man insbesondere auf gleichmäßigen, helleren Bildinhalten, sie wirken von der Seite und aus geringem Betrachtungsabstand an den Rändern grünlich.
Offenbar musste sich LG hier zwischen Pest und Cholera entscheiden: Entweder mehr störende Reflexionen oder mehr blickwinkelabhängige Farbveränderungen. Aus einigen Metern Abstand sind die Farbstiche wegen der dann kleineren Einblickwinkel nicht mehr zu sehen. Trotzdem sind sie schade, gerade weil sich OLEDs durch ihre blickwinkelstabile Darstellung weiterhin von den LCDs abheben.
(uk)
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Irankrieg: Langfristig potenzielle Gefahr für die Chip- und Speicherproduktion
Der Irankrieg könnte die weltweite Chipproduktion beeinflussen, wenn er lange anhält. Insbesondere in Südkorea bereitet die Situation Sorgen, weil dort die zwei weltweit größten Speicherhersteller Samsung und SK Hynix ansässig sind. Aufgrund der hohen Nachfrage bei KI-Rechenzentren herrscht bereits eine Speicherkrise, die insbesondere Endkunden trifft. Kurzfristig soll es jedoch keine signifikanten Auswirkungen geben.
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Ein längerer Konflikt könnte sich auf die Lieferketten für die Speicherproduktion auswirken. Aus dem Nahen Osten stammen etwa große Mengen Helium und Brom. Vor allem Helium ist in der Chipfertigung wichtig. Hersteller verwenden es etwa zur Kühlung von Silizium-Wafern in der Produktion, da Helium eine hohe Wärmeleitfähigkeit und weitere geeignete Eigenschaften aufweist. Brom ist für manche Ätzvorgänge wichtig.
Katar ist laut einer Untersuchung des United States Geological Survey der nach den USA zweitgrößte Lieferant von Helium weltweit. Auf beide Länder entfielen 2025 demnach 76 Prozent der weltweiten Produktion. Katar hat nach iranischen Angriffen und der Bedrohung der Schifffahrtswege durch die Straße von Hormuz Produktion und Export von Helium eingestellt.
Alarmiert, aber nicht kritisch
Die Nachrichtenagentur Reuters gibt Politikeraussagen aus Südkorea wieder, die vor langwierigen Lieferstopps warnen: „Funktionäre wiesen auf die Möglichkeit hin, dass die Halbleiterproduktion gestört werden könnte, wenn einige dieser wichtigen Materialien nicht aus dem Nahen Osten bezogen werden können“, sagt Kim Young-bae, Mitglied der südkoreanischen Nationalversammlung, nach Treffen unter anderem mit Samsungs Führungsriege. Insgesamt sollen Südkoreas Chip- und Speicherhersteller von über einem Dutzend Produkten aus dem Nahen Osten abhängig sein.
SK Hynix gibt zumindest kurzfristig Entwarnung: Der Speicherhersteller verfüge „seit Langem über vielfältige Lieferketten und ausreichende Vorräte“ an Helium. „Daher [ist] kaum mit Auswirkungen auf das Unternehmen zu rechnen.“
Auch der weltweit größte Chipauftragsfertiger TSMC zeigt sich entspannt: Derzeit seien keine wesentlichen Auswirkungen zu erwarten. Die Firma will die Situation aber weiterhin genau beobachten.
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In Südkorea sackten die Aktien von Samsung und SK Hynix zum Wochenbeginn um beinahe zehn Prozent ab. Bei den im Westen gehandelten Hinterlegungszertifikaten (Global Depositary Receipt, GDR) ist das Minus bislang nicht ganz so drastisch. Der gesamte Aktienmarkt ist derzeit volatil.
(mma)
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