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Cherry MX 8.2 Pro TMR im Test
Cherry will auch mit den eigenen Tastaturen relevant bleiben. Erstmals verpackt der Hersteller dafür analoge TMR-Taster in einem hochpreisigen Alu-Chassis für Gamer. Die MX 8.2 Pro TMR bedient sich dabei Modellen der zweiten Generation mit verbesserter Technik, MK Crystal genannt. Der Hoffnungsträger im Test.
Schon seit Jahren kann mit „HE-Tastern“ eingestellt werden, wann ein Tastendruck erzeugt wird. Cherrys erster eigener Taster in diesem Feld setzt direkt auf ein weiterentwickeltes Prinzip mit feineren Sensoren. Klingt gut? Eigentlich schon, nur werden sie in der MX 8.2 Pro TMR Wireless quasi in einem Oldie verbaut. Alle Details im Test.
- Einstellbare, solide Taster
- Kompaktes Layout
- Mecha-Hot-Swap nicht für alle Tasten
- Akustik mäßig
- Schlecht lesbare Sekundärfunktionen
- Beschriftung teils pad printed
Die MX 8.2 Pro TMR Wireless im Überblick
Die MX 8.2 Pro ist eine minimalistische, im Gaming-Segment voller Kleinstformate mittlerweile fast schon riesige Tastatur im 88%-Formfaktor. Sie schiebt Pfeiltasten dicht an das Tastenfeld, das Gehäuse steht zudem nur minimal über, um maximal Platz zu sparen.
Daten werden auf drei Arten übertragen: Per Kabel oder 2,4-GHz-Funk mit maximal 8.000 Hz, darüber hinaus steht eine Bluetooth-5.3-Verbindung zur Wahl. Kabellos kann die MX 8.2 Pro durch ihren 8.000-mAh-Akku bis zu 300 Stunden betrieben werden. Solche Werte werden jedoch normalerweise nur mit geringer Polling-Rate und deaktivierter Tastenbeleuchtung, also einem alltagsferneren Szenario erzielt.
Neu an der Tastatur ist die Taster-Technik. Den Rest gibt es schon lange als MX 8.2 TKL Wireless, die mit mechanischen Tastern allerdings in einem Metallkoffer geliefert wird.
Taster: MK Crystal im Detail
Herzstück der neuen Gaming-Offensive bei Cherry sind neue Taster, die es dringend braucht: Cherry MX2 tun sich in höheren Preisklassen schwer. Mit MK Crystal schafft das Unternehmen eine einstellbare Alternative auf Basis von TMR-Technik.
Das kann TMR-Technik
Wie bei HE-Tastern wird ein Magnet im Stempel platziert, der beim Betätigen auf einen Sensor auf dem PCB zuläuft. Dieser misst bei TMR-Switches eine Änderung des elektrischen Widerstandes, die der magnetischen Tunnelwiderstand, der TMR-Effekt, erzeugt. Bei Hall-Effekt-Tastern (HE) erfasst der Sensor eine durch das Magnetfeld induzierte Spannung.
Durch den Einsatz von TRM statt HE erhöhen sich Zuverlässigkeit, Reaktionsgeschwindigkeit und Genauigkeit bei gleichzeitig gesunkenem Stromverbrauch. Letzterer Punkt ist für Anwender der am ehesten spürbare Faktor bei einer kabellosen Tastatur.
Über den einstellbaren Auslösepunkt hinaus bietet Cherrys Tastatur das übliche, aber komplette Feature-Set. Rapid Trigger bestimmen den Auslösepunkt dynamisch, Mod Tap unterscheidet zwischen langen und kurzen Tastendrücken für Mehrfachbelegungen, Dynamic Keystroke erlaubt das Setzen mehrerer Signalpunkte mit unterschiedlichen Funktionen auf eine Taste, Snap Key priorisiert die zuletzt gedrückte Taste für Bewegungen in Shootern.
MK Crystal
Die neuen Tasten verlieren zu ihrem Vorteil die Kratzigkeit der MX-Serie. Sie gleiten sanft und durch den sehr geringen Federwiderstand (zwischen 20 und 50 Gramm) sehr leichtgängig ein. Die Rückstellkraft bleibt ebenfalls schwach, der Taster vermittelt damit wenig Gefühl beim Eindrücken. Wie tief er einfedert, lässt sich nur schwer abschätzen.
Dadurch stellt er sich zwar als leichtgängig und agil, aber auch als nervös und indifferent heraus, eine Taste zu berühren heißt in der Regel sie auszulösen. Wird eine Taste gedrückt, dann im Alltag in der Regel zum Anschlag bei 3,5 Millimetern Hub, der dann ein Feedback liefert. Insbesondere am Anfang fühlt sich das fast schon taub an, erst mit einer Weile Gewöhnung sind wieder gezieltere Eingaben möglich. Feedback fehlt aber auch dann. Schwergängigere Taster von Wooting, aber selbst „mittlere“ Modelle von Akko oder Hator erlauben eine viel präzisere Betätigung, die dann auch die Nützlichkeit von Mehrfachbelegungen erhöht.
Diese Abstimmung ist eher für Shooter gangbar, geprügelt auch zum Schreiben. Besonders gut fühlt sie sich jedoch nicht an, es hat durchaus Gründe, warum extrem leichtgängige Taster selten sind. Das wächst sich zum Stolperstein aus: Die Technik ist sicherlich so präzise wie Cherry wirbt. Das Tippgefühl, das es ihm gleichtun soll, jedoch nicht in gleichem Maße, unter dem Strich fehlt es an Gefühl. Am Ende sind die Taster keine Katastrophe, aber nichts, was mit mehr Auswahl auf der Shortlist landet. Okay eben. Dazu kommt, dass die rechte Shift-Taste mäßig stabilisiert ist, die Taste den Widerstand erhöht.
Immerhin lassen sich die Taster austauschen. Das Board der MX 8.2 unterstützt zudem abweichend von magnetischen Switches – möglich sind unter anderem Gaterons Jade- und TTCs King-Tastern – auch klassische mechanische Modelle. Diese können allerdings nur unter das Buchstabenfeld gesetzt werden, der Funktionsblock muss mit magnetischen Switches bestückt werden. Cherry nennt diese Wahloption „einzigartig“, was sie im Kern jedoch nicht ist: Die Akko Mod 007 HE (Test) konnte das schon vor Jahren und zwar für alle Tasten, wenn auch mit Hall-Effekt- statt TMR-Sensoren.
Beleuchtung und Beschriftung
Die Ausleuchtung der Tasten gelingt Cherry gleichmäßig. Ein kritischer Blick fällt auf die Beschriftung. Zahlen und Zusatzfunktionen tauscht das Unternehmen in der Position, die sind zudem recht klein. Das bremst im Alltag, während das Auge den gewohnten Orientierungspunkt sucht. Die Beschriftung selbst entpuppt sich als Mischung verschiedener Verfahren. Die meisten Funktionen sind langlebig, Mac- und manche Zusatzfunktionen aber per „Aufkleber“ aufgebracht. Das muss bei einer 200-Euro-Tastatur anders gehen.
Alltag & Akustik
Die MX 8.2 funktioniert an sich, „angenehm leise“ ist sie wie vom Hersteller versprochen allerdings nicht. „Silikon-Polster und Schaumstoffkissen“ sind nicht alles und nicht das Ende der Fahnenstange. Das merkt man.
Akustik: Einfacher Aufbau, einfacher Klang
Warum Cherry zum Aufbau ansonsten schweigt, erklärt der Aufbau selbst: Zwischen PCB und Switch Plate dämpft Schaumstoff Geräusche, darunter liegen zwei Schichten dichterer Silikon-Schaumstoffe, getrennt von einer Schicht PET-Folie. Eine richtige Silikon-Matte, die dumpfe, leisere Anschläge produziert, gibt es jedoch nicht.
Das hört man beim Klang. Die MX 8.2 bewegt sich auf der hellen, leicht klapprigen Seite des Spektrums und fängt Schall nicht ganz so restlos ein, wie das bei einer 200-Euro-Tastatur wünschenswert wäre. Heller Kunststoff-Hall mutet eher günstig an. Verstärkt wird das durch die freistehenden Taster. Aus Metall besteht beim Chassis nur ein umlaufender Streifen und die Switch Plate, die gleichzeitig die Oberseite des Gehäuses sein muss. Es hat einen Grund, dass diese Konstruktion in der Luxus-Klasse im Grunde nicht mehr verwendet wird, auch wenn sie recht günstig ist. Heller, nicht präzise klackender, nicht unauffälliger Klang bewegt die Tastatur im besten Falle in die Belanglosigkeit. Es ist noch okay, zumindest ohne Kontext.
Akustik: Im Vergleich enttäuschend
Denn im Konkurrenzvergleich fällt die MX 8.2 akustisch deutlich ab. Eine NZXT Elite Function (Test) klingt satter, etwas ploppiger, dafür viel hochwertiger für 70 Euro weniger. Eine Keychron K2 HE (Test) kann das ebenfalls dezenter und tiefer ohne akzentuierte Prägnanz, die mit „Gaming“ assoziiert wird. Leiser und angenehmer tritt auch Sharkoon SGK50 PBT (Test) auf, die schon gut 150 Euro weniger kostet, vielleicht nicht ganz so fein abgestimmt, aber dafür gut ausgewogen.
Letztlich kann man in diesem Punkt durchaus zu einem Produkt für die Hälfte greifen. Mit präziserem Klang, klarem, kurzem Ticken präsentieren sich auch die Hator Skyfall Mag Ultra (Test) oder eine Akko Mod68 HE (Test) akustisch erheblich schöner. Kein Wunder: Mehr Dämmschichten, ein umschließendes, bei Akko sogar aus Metall gefertigtes Chassis sind mehr als schöner Schein. Akustisch hält Cherry daher nicht mit aktuellen Modellen mit. Vor ein paar Jahren wäre das anders gewesen.
Alltag: Bieder funktional
An vielen Stellen wirkt die MX 8.2 Pro TMR nicht ganz zu Ende gedacht, als fehle der letzte Enthusiasmus. Es sind Kleinigkeiten, die zusammen mit den Tastern und der Beschriftung den Gesamteindruck eines komplett durchschnittlichen Produkts prägen. Fehlende Capslock-LEDs etwa stören am Rande, Stellfüße mit nur einer Position sind in der Klasse ebenfalls selten.
Ob dichte Tastenreihen sinnvoll sind, ist ein wenig eine Frage des Geschmacks. Im Test hat das Layout irritiert. Wer kompakt will, hat schließlich das 75%-Layout. Verglichen mit der MX 8.2 wirkt es wie die bessere Wahl: Es hat klar positionierte Tasten und ist noch einmal schmaler. Ansonsten funktioniert die MX 8.2. Man kann halt drauf tippen. Diese recht lakonische Aussage fängt den Eindruck gut ein, den die Tastatur hinterlässt.
Software: Anschluss verpasst
Bei der Software macht Cherry einen Schritt nach vorne. Die unzeitgemäße Utility-Software der teuren MX 8.3 TKL wird durch MagCrate für Windows und Mac ersetzt. Damit können Tasten und LEDs eingestellt und die Beleuchtung programmiert werden. Zudem erlaubt Cherry das Ändern der FN-Ebene, die Taste selbst muss jedoch an Ort und Stelle bleiben.
Ein Schritt reicht allerdings nicht, wenn man damit nur etwa das bietet, was die Lifestyle-Marken können, minus deren einheitlich blinkenden Ökosysteme. Den Funktionsumfang von Wooting, Akko oder Keychron erreicht Cherry nur fast.
Eine Web-App, die selbst schwerfällige große Marken mittlerweile zum Standard erheben, fehlt – von quelloffener Firmware ganz zu schweigen. Beliebiger Durchschnitt zu sein, reicht nicht, die Software-Seite verdient sich ein weiteres, bloßes „okay“. Visuell erinnern Aufbau und Layout zudem an Akko-Software – sie ist also auch nichts, mit dem sich Cherry irgendwie abheben kann.
Fazit
Warum ist Cherry in (Enthusiasten-Kreisen) kaum noch relevant? Die MX 8.2 Pro TMR liefert die Antwort. Man geht nicht voran, man rennt in vielen Bereichen mit der lässigen passt-schon-Attitüde einer Lifestyle-Marke hinterher, deren Image man aber nicht hat. Die „Gaming“-Attribute der MX 8.2 hätten vor fünf Jahren am Markt gut ausgesehen, funktionieren heute aber nicht mehr, um über weniger ausgewogene Aspekte hinwegzutrösten, nicht einmal bei Razer und Co, deren „Ruf“ Cherry bei Weitem nicht hat.
Man darf das nicht falsch verstehen: Die MX 8.2 Pro ist an sich kein schlechtes Produkt, aber sie ist eben auch keines, das heraussticht oder die Begeisterung entzündet, die zum Zücken von 230 Euro verleitet. Das kann sie nicht, wenn sie wie ein vollkommen beliebiges, biederes Eingabegerät wirkt. Man kann es benutzen ohne zu leiden. Aber warum sollte man? Antworten liefert sie nicht, nicht einmal in Form der TMR-Tasten. Sie sind kein gigantischer Vorteil für den Normalnutzer, sondern eher eine inkrementelle Verbesserung.
Dergestalt kann sich die Tastatur nur über den Preis hervorheben. Eine Monsgeek M1 V5 TMR gibt es günstiger mit Vollmetallgehäuse. Im sehr gangbaren 80%-Format erscheint die Hator Skyfall Mag Ultima Wireless (Test) für die Hälfte eine bessere Wahl, im gleichen Layout die Logitech G515 Rapid (Test) mit flachen Tasten für, man ahnt es, die Hälfte. Wenn dieses Segment am Ende die eigentliche Konkurrenzklasse der MX 8.2 Pro TMR stellt, dann ist die letzte Schlussfolgerung des Tests diese: Es definiert auch einen realistischen Preis.
- Einstellbare, solide Taster
- Kompaktes Layout
- Mecha-Hot-Swap nicht für alle Tasten
- Akustik mäßig
- Schlecht lesbare Sekundärfunktionen
- Beschriftung teils pad printed
ComputerBase hat die MX 8.2 Pro TMR von Cherry leihweise zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.
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Bundesregierung: Reform soll Glasfaserausbau in Gebäuden beschleunigen
Um den Glasfaserausbau zu beschleunigen, will die Bundesregierung das Telekommunikationsgesetz (TKG) reformieren. Inhaltlich liegt ein Schwerpunkt auf dem Ausbau von Anschlüssen innerhalb von Mehrfamilienhäusern. Den Plan, den das Bundeskabinett jetzt beschlossen hat, kritisieren Provider-Verbände jedoch an einigen Stellen.
Glasfaser für alle Wohnungen
Während der Glasfaserausbau in der Fläche vorankommt, ist es nun das Verlegen innerhalb der Gebäude, das an Priorität gewinnt. In diesem Bereich will die Bundesregierung mit einem Recht auf Vollausbau die Regeln verschärfen. Netzbetreiber können damit unter bestimmten Bedingungen ein Gebäude vollständig ausbauen.
- TKG-Reform: Wie Mieter von neuen Glasfaserregeln profitieren können
Kern des Regelwerks: Liegt Glasfaser an einem Mehrfamilienhaus oder steht der Ausbau kurz bevor, darf das Unternehmen Anschlüsse in sämtliche Wohnungen legen. Eigentümer müssen zwar nach wie vor zustimmen. Verweigern sie sich aber dem Vorhaben, läuft eine Frist von 20 Monaten. In dieser müssen die Gebäudeeigentümer entweder selbst ausbauen oder ein anderes Telekommunikationsunternehmen beauftragen.
Profiteure des neuen Rechts sollen Mieter sein. Der Widerstand, den Gebäudeeigentümer gegen Glasfaseranschlüsse leisten können, wird so erschwert.
Zugang zu Gebäudenetzen für mehrere Internet-Provider
Die Neuregelung umfasst auch den Zugang von anderen Internet-Anbietern zu den Netzen innerhalb der Gebäude. Dieser soll diskriminierungsfrei sein. Selbst wenn ein bestimmtes Unternehmen ausbaut, erhalten Kunden damit die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Anbietern zu wählen.
Weniger Bürokratie und Marktregulierung
Ein Ziel der Reform ist weniger Bürokratie. Der Ausbau in der Fläche soll beschleunigt werden, indem wegerechtliche Genehmigungsverfahren von drei auf zwei Monate verkürzt werden. Wenn besondere Voraussetzungen vorliegen, können Netzbetreiber zudem auf ein Anzeigeverfahren wechseln. Damit können Unternehmen bereits einen Monat nach der Anzeige mit dem Bau beginnen.
Zusätzlich streicht die Bundesregierung noch Berichts- und Informationspflichten.
Im Bereich der Marktregulierung erweitert die Bundesregierung zudem die Vorgaben, die Netzbetreibern vorschreiben, wann sie anderen Unternehmen einen Zugang zu Glasfasernetzen gewähren müssen.
Provider-Verbände warnen vor Glasfaser-Bremse
Genau diese Zugangsregeln zu den Glasfasernetzen sind die Teile der Reform, die Provider-Verbände kritisieren. Der Vorwurf ist, dass vor allem die Deutsche Telekom als marktbeherrschendes Unternehmen profitiert. „Die vorgesehenen Regelungen über den Zugang zu Glasfasernetzen und zur Ausweitung des Inhouse-Zugangs treffen genau die Unternehmen, die seit Jahren am stärksten in den Glasfaserausbau investieren“, sagt Sven Knapp, Mitglied der Geschäftsleitung beim Breko, in einer Stellungnahme. Statt rechtlicher Vorgaben setzt der Breko auf Open-Access-Modelle, die ohnehin eher Realität des deutschen Glasfasermarktes entsprechen.
- Bundesnetzagentur: Wann DSL-Anschlüsse zugunsten von Glasfaser abgeschaltet werden
Positiv bewertet der Verband die Regelungen für das Vollausbaurecht in Gebäuden sowie die ersten Schritte beim Übergang von DSL auf Glasfaser. An dieser Stelle wird auf die Pläne der EU-Kommission verwiesen. Wenn diese zügig umgesetzt werden, könnte die Abschaltung erster DSL-Anschlüsse bereits im Jahr 2028 starten, so Knapp.
Beim Mobilfunkausbau fehlen die Stromanschlüsse
Der VATM bewertet die TKG-Reform im Kern ähnlich. Beim Vollausbaurecht in Gebäuden fordert VATM-Präsidentin Valentina Daiber klare Leitplanken sowie ein stimmiges Zusammenspiel von Hausanschluss und Ausbau im Gebäude. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass marktmächtige Unternehmen – sprich: die Telekom – mit „Handtuchlegen“ wieder versuchen, andere Netzbetreiber auszubremsen.
Ein weiteres Problem sieht der VATM beim Mobilfunkausbau. Dort bleiben die Stromanschlüsse außen vor, was Daiber als Hindernis beschreibt. „Ohne einen priorisierten, planbaren und zügigen Netzanschluss wird die flächendeckende 5G-Versorgung in wenigen Jahren kaum deutlich an Tempo gewinnen“, so die VATM-Präsidentin. Dass die Bundesregierung diesen Punkt ausklammere und über das Netzanschlusspaket regeln möchte, sei ein weiterer gravierender Fehler.
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SoftMaker Office 2026: Kostenlose Open-Beta der deutschen Microsoft-Office-Alternative verfügbar

SoftMaker Office 2026 steht ab sofort als öffentliche Beta für Windows, macOS und Linux zum Download bereit. Die neue Version der Nürnberger Office-Suite bietet ein überarbeitetes Design, einen optimierten Darkmode und eine verbesserte Kompatibilität mit Microsoft-Office-Dateien.
SoftMaker Office ist eine kommerzielle Alternative zu Microsoft Office, die mit TextMaker, Presentations und PlanMaker gegen Word, PowerPoint und Excel antritt. Das deutsche Unternehmen SoftMaker hat nun SoftMaker Office 2026 sowie die neue Abo-Variante SoftMaker NX vorgestellt. Und noch bis zum 31. Juli läuft eine kostenlose Open-Beta der kommenden Office-Suite.
Die Neuerungen in TextMaker, Presentations und PlanMaker
Die Nürnberger haben das Textverarbeitungsprogramm TextMaker in SoftMaker Office 2026 um eine verbesserte Gliederungsansicht erweitert, wodurch Überschriften einfacher verschoben werden können. Zudem können Anmerkungen jetzt beantwortet oder als „erledigt“ gekennzeichnet werden und die Grammatik- und Stilprüfung wurde erweitert. Auch praktisch: Markdown-Dateien aus Obsidian und Co. können nun importiert und exportiert werden.
Die Präsentationssoftware Presentations zeigt PDF-Grafiken jetzt aufgrund eines Vektor-Imports schärfer als zuvor an, es gibt einen Textmarker und QR-Codes können einfach auf Folien eingefügt werden. Ferner können neue KI-Werkzeuge für die Zusammenfassung oder das Erstellen von Präsentationen sowie die Erzeugung von KI-generierten Abbildungen genutzt werden.
Mit SoftMaker Office 2026 verkleinert die Tabellenkalkulation PlanMaker zudem den Funktionsabstand zu Microsoft Excel. Demnach beherrscht PlanMaker in der Open-Beta-Version nun dynamische Arrays, wodurch eine Formel mehrere Ergebnisse ausgeben kann, die auf Nachbar-Zeilen übertragen werden und sich automatisch auf dem aktuellen Stand halten. Eine vergleichbare Funktion ist bereits aus Excel 365 bekannt.
Design-Änderungen und KI-Funktionen
Das Ribbon-Design der neuen SoftMaker-Office-Versionen 2026 und NX hat eine Überarbeitung erfahren, wodurch nun eine schärfere Darstellung der Bedienoberfläche bei höheren Zoomstufen der Bildschirmskalierung erreicht werden soll. Zudem gibt es neue Farbthemen, einen sichtbar dunkleren Darkmode, neue Kontextmenüs und ein überarbeitetes Druck-Dialogfenster inklusive Druckvorschau.
Im Jahr 2026 darf natürlich auch eine direkt in die Office-Suite eingebaute KI nicht fehlen und auch SoftMaker Office 2026 macht hier keine Ausnahme. So ist ChatGPT nun in die Programme integriert, wodurch KI-generierte Bilder erstellt oder vorhandene Abbildungen umgestaltet werden können. Ferner gibt es nun eine textbasierte Chatfunktion, die „Mit der KI reden“ heißt.
Die Preise von SoftMaker Office im Überblick
Für die Teilnahme an der offenen Beta wird ein kostenloser Produktschlüssel benötigt, der nach Angabe der E-Mail-Adresse im SoftMaker-Shop angefordert werden kann. Wer hingegen schon SoftMaker Office NX nutzt, kann die Beta-Versionen für Windows, macOS und Linux direkt herunterladen.
Die Abos von SoftMaker Office NX gibt es in zwei unterschiedlichen Varianten, NX Home zum Preis von 29,99 Euro pro Jahr und NX Universal für 49,90 Euro pro Jahr. Demgegenüber ist auch eine Einmallizenz für bis zu 5 Computer erhältlich, die beim Vorgänger SoftMaker Office Professional 2024 zum Preis von 139,95 Euro erworben werden kann, was voraussichtlich auch für die 2026-Version gelten wird.
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Mehr Packaging: Amkor baut in Südkorea die Kapazitäten aus

Moderne Chips sind ohne Tests und Packaging nicht einsatzbereit. OSAT-Firmen wie Amkor bauen deshalb die Kapazität weiter aus. In Südkorea wächst die Nachfrage auch durch Samsung und SK Hynix stark an, denn ihre eigenen Kapazitäten reichen bei weitem nicht aus. Aber auch TSMC und Intel spielen wohl eine Rolle.
Amkor ist einer der größten Anbieter von OSAT – outsourced semiconductor assembly and test. Sie verarbeiten also die Chips, die aus den Werken der großen Halbleiterhersteller kommen weiter, testen sie und packen sie in das gewünschte Format.
Amkor hat zuletzt die Zeichen der Zeit erkannt und arbeitet so mit nahezu allen namhaften Herstellern zusammen, auch was die Nutzung ihrer Technologie angeht. So sind sie außerhalb von Intel das erste Unternehmen, das Intels proprietäre EMIB-Technologie verpacken kann. Dafür wurden und werden Anlagen in Südkorea als erste aufgerüstet, nun soll die Kapazität im Land für rund 1 Billion Won, umgerechnet 650 Millionen US-Dollar, weiter ausgebaut werden. Amkor betreibt dort aktuell bereits drei Einrichtungen für das Testen und Packaging, in Bupyeong, Gwangju und Songdo, die Anlagen K3, K4 und K5. K5 fungiert dabei gleichzeitig als Global R&D Center – genau hier wurde die EMIB-Integration voran gebracht. Das Unternehmen erklärte zuletzt, in Südkorea die Kapazität in den Jahren 2025 und 2026 um rund 20 Prozent zu steigern.
Amkor ist aber nicht nur auf Intel zugegangen, der viel größere Spieler und nun auch bald noch engerer Partner ist TSMC. Nur wenige Kilometer entfernt von TSMCs Fab 21 in Arizona, USA, entsteht Amkors größter Neubau in mehreren Abschnitten. Dort soll im Idealfall ab Ende 2027/Anfang 2028 ein Chip aus TSMCs Fabrik weiter verarbeitet werden können – also noch bevor TSMCs eigener Packaging-Komplex in den USA einsatzbereit ist. Erst dann könnte die Produktionskette Made in the USA halbwegs geschlossen werden, bisher gehen quasi alle Chips von TSMC in den USA letztlich noch einmal zurück nach Asien.
Die Zielgruppe für all die Ausbaumaßnahmen hatte Amkor kürzlich selbst noch einmal klar umrissen: das HPC-Geschäft wird der größte Wachstumstreiber sein und so langfristig vermutlich der Communications-Sparte beim Umsatz den Rang ablaufen.
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