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Künstliche Intelligenz

Kommentar: Wer räumt den giftigen KI-Müll weg?


Generative KI vermüllt das Internet. Ein bis zwei Fünftel der Inhalte dort, je nach Schätzung, sind nicht menschengemacht. Zumindest nicht direkt, denn Menschen bedienen die Content-Schleudern.

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Skurrile Videos mit Kindern oder Katzen, Selbstporträts als Actionfigur oder wortreiche SEO-Texte: Solcher KI-Krempel ist zwar schnell und kostengünstig mit wenigen Klicks generiert. Doch die Menschheit und den Planeten könnte diese digitale Müllflut teuer zu stehen kommen.

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Denn um die Nachfrage nach GenAI-Systemen zu befriedigen, ziehen die Anbieter Rechenzentren hoch, die so viel Strom schlucken wie eine Großstadt. Um den in die Höhe schießenden Energiebedarf zu übertünchen, investieren sie in halbgare Zukunftstechnik wie Small Modular Reactors oder Kernfusion. Nach dem Motto: Wird schon irgendwie, Hauptsache, wir können jetzt mit dem Hype Geld scheffeln.

Hinzu kommt, dass der KI-Müll inhaltlich selten so harmlos ist wie KI-generierte Traumstrände und Engelskinder-Fotos. Im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten verbreiten sich irreführende KI-generierte Inhalte unkontrolliert – und das ist nicht das erste Mal. Sobald eine vermeintliche Nachricht ein Narrativ bestätigt, wird sie flugs geteilt, ohne ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Diese Lügen wieder einzufangen, ist kaum möglich.


Greta Friedrich

Greta Friedrich

Greta Friedrich ist Redakteurin bei c’t. Im Ressort für Internet, Datenschutz und Anwendungen testet sie unter anderem Tools und Apps, recherchiert zu gesperrten Microsoft-Konten, stellt Websites vor und erklärt Messenger. Dabei lernt sie täglich Neues und wenn das Grundlagenwissen aus ihrem Studium im Bereich Technische Redaktion nicht reicht, fragt sie ihre Kolleginnen und Kollegen aus.

Damit sind generative KI-Systeme praktische Werkzeuge für alle, die diffuse Angst säen und schüren wollen. Sie helfen dabei, gefühlte Wahrheiten scheinbar zu bestätigen und so Meinungen zu beeinflussen. Sie machen es zum Beispiel leicht, gefälschte Mobilmachungsbefehle oder Scheinbeweise für Kriegsverbrechen in die Welt zu setzen und wahllos Chaos zu stiften.

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Und sie tragen dazu bei, dass das Vertrauen in seriöse Medien erodiert. Denn die Menschen bekommen zunehmend das Gefühl, ihren Augen nicht mehr trauen zu können. Diese Irritation erreicht sogar das lineare Fernsehen, weil auch etablierte Medien nicht immer sicher im Umgang mit KI-Inhalten sind.

Eine Handvoll Tech-Riesen hätte die Macht, daran etwas zu ändern. Sie besitzen oft sowohl Social-Media-Plattformen als auch KI-Tools: YouTube und Gemini (Google), Face- und Moltbook sowie Meta AI (Meta), X und Grok … Es sind ewige Kreisläufe aus Content und Klicks.

Deren Betreiber müssen endlich Verantwortung übernehmen. Sie müssen maßvoll mit Wasser und Strom umgehen, müssen verbindliche Regeln für ihre Plattformen aufstellen und durchsetzen: Wie kennzeichnen wir KI-Inhalte, wie melden und entfernen wir Schädliches, wer bekommt Werbeeinnahmen und wer nicht? Provokante und irreführende Inhalte mit KI-Hilfe in die Welt zu kippen, darf sich nicht länger lohnen.


(gref)



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Künstliche Intelligenz

Android 17 Beta 3: App-Bubbles, getrennte WLAN-Kacheln und mehr


Google hat am Donnerstagabend unserer Zeit die dritte Beta von Android 17 für Pixel-Geräte veröffentlicht. Einige der Neuerungen hatte der Hersteller bereits in der experimentellen Android-Canary-Version vom März integriert. Zudem hat Android 17 mit der Beta 3 Plattformstabilität erreicht. Das ist ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung, da damit die finalen SDK/NDK-APIs bereitstehen. Das bedeutet, dass Entwickler ab diesem Zeitpunkt ihre Apps auf SDK 37 abzielen lassen und im Google Play Store veröffentlichen können.

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Mit Android 17 Beta 3 ziehen die App-Bubbles ein, die Google zuvor im Canary-Channel auf Entwickler losgelassen hatte. Jede App lässt sich nun als Bubble (Blase) in einem schwebenden Fenster öffnen. Ein Langdruck auf eine App öffnet ein überarbeitetes Kontextmenü, in dem man die neue Funktion findet.


Screenshots: Android 17 App-Bubbles

Screenshots: Android 17 App-Bubbles

Android 17 erhält „App-Bubbles“.

(Bild: Andreas Floemer / heise medien)

Die „Bubble“ lässt sich an eine beliebige Stelle auf dem Bildschirm verschieben, sie bewegt sich jedoch stets automatisch an den Bildschirmrand, um nicht im Weg zu sein. Um die Bubble zu schließen, bewegt man sie einfach in den unteren Bildschirmbereich, wo ein großes „X“ erscheint. Zudem findet man in der linken unteren Ecke das Feld verwalten – ein Tipp darauf öffnet einen Dialog, mit dem man die Blase schließen kann. Es lassen sich außerdem mehrere App-Blasen gleichzeitig nutzen.

Diese Funktion ist auf Smartphones, Faltgeräten und Tablets verfügbar. Auf Geräten mit größerem Bildschirm, wie Foldables und Tablets, können Nutzerinnen und Nutzer auch lange auf ein App-Symbol in der Taskleiste drücken und das Symbol dann per Drag-and-Drop in eine untere Ecke ziehen.

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Google vollführt mit der Beta 3 in den Schnelleinstellungen eine Kehrtwende und bringt separate Kacheln für WLAN- und Mobilfunkempfang zurück. Google hatte mit Android 12 eine einzige „Internet“-Kachel für beide Konnektivitäts-Optionen in die Schnelleinstellungen integriert, sodass es umständlicher war, eine der beiden Funktionen abzuschalten.


 WLAN und mobile Daten sind in den Schnelleinstellungen getrennt

 WLAN und mobile Daten sind in den Schnelleinstellungen getrennt

Android 17: WLAN und mobile Daten sind in den Schnelleinstellungen wieder getrennt.

(Bild: Andreas Floemer / heise medien)

Zudem verfügen die beiden Kacheln über zwei verschiedene Berührungsbereiche: Durch Antippen des Symbols wird die jeweilige Funktion ein- oder ausgeschaltet, während durch Antippen des jeweiligen Textfelds die vollständige Bedienoberfläche geöffnet wird. Diese Änderung reduziert die Anzahl der erforderlichen Eingaben zum Ein- und Ausschalten von WLAN und mobilen Daten, während der Zugriff auf das vollständige Internet-Bedienfeld weiterhin erhalten bleibt.

Überarbeitet hat Google außerdem die Bildschirmaufzeichnung, sie verfügt nun über eine verbesserte Bedienoberfläche und neue Funktionen. Wenn man in den Schnelleinstellungen auf die Kachel für die Bildschirmaufzeichnungsfunktion tippt, erscheint nun eine schwebende Symbolleiste, über die Nutzer einfacher auf die Aufzeichnungssteuerung und die Aufnahmeeinstellungen zugreifen können. Beendet man die Aufzeichnung, lässt sich das Video sofort ansehen, bearbeiten, löschen oder direkt teilen.


animierte Grafik: Android 17 Beta 3 mit vom System bereitgestellter Standort-Schaltfläche

animierte Grafik: Android 17 Beta 3 mit vom System bereitgestellter Standort-Schaltfläche

(Bild: Google)

Android 17 Beta 3 erhält zudem eine neue Standort-Schaltfläche für mehr Datenschutz, mit der Nutzer Apps Zugriff auf ihren genauen Standort gewähren können. Das Update enthält ein vom System gerendertes Standort-Bedienfeld, das Apps mithilfe einer Jetpack-Bibliothek direkt in ihr Layout einbinden können. Wenn ein Nutzer auf die neue Schaltfläche tippt, erhält die App nur für die aktuelle Sitzung Zugriff auf den genauen Standort. Bei weiteren Klicks während der Nutzung der App wird die Berechtigung sofort und ohne Systemdialog erteilt. Für Entwickler und Interessierte erklärt Google die neue Funktion in einem Blogbeitrag.

Weitere neue Funktionen sind die Möglichkeit, die Lautstärke des Sprachassistenten unabhängig von der Medienlautstärke zu regulieren. Damit kann man etwa Gemini oder andere in Android als Standard eingestellte Chatbots leiser oder bei Bedarf auch lauter als Musik oder andere Inhalte ertönen lassen. Bisher wirkten sich Änderungen der Medienlautstärke in der Regel automatisch auf die Lautstärke des Assistenten aus und umgekehrt.

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In Android 17 Beta 3 hat Google außerdem eine neue Einstellung hinzugefügt, mit der Nutzer eine Benachrichtigung erhalten können, wenn die Uhr ihres Smartphones eine geplante Zeitumstellung vornimmt – beispielsweise wenn die Winter- oder Sommerzeit enden.

Überdies können Nutzer die App- und Ordnernamen auf dem Startbildschirm ausblenden – eine Funktion, die manche Launcher-Apps und Bedienoberflächen einiger Hersteller schon seit Jahren bieten. Dies gilt nicht für den App-Drawer oder für Ordner selbst. Um auf die neue Einstellung zuzugreifen, öffnet man in den Einstellungen oder per Langdruck auf dem Homescreen die Option „Hintergrund & Design“. Hier tippt man auf „Startbildschirm“, und wählt „Symbole“. Ganz unten findet man den Reiter „Namen“ und schaltet dort die Option „App-Namen anzeigen“ ein oder aus.


Android 17: Screenshots: App-Bezeichnungen ausblenden

Android 17: Screenshots: App-Bezeichnungen ausblenden

In der Android 17 Beta 3 lassen sich App-Bezeichnungen ausblenden.

(Bild: Andreas Floemer / heise medien)

Neu in Android 17 Beta 3 ist die Möglichkeit, das mit Android 16 QPR2 eingeführte erweiterte dunkle Design, das sich in erster Linie an Menschen mit Sehbeeinträchtigungen oder Lichtempfindlichkeit richtet, anzupassen. Wenn die Option aktiviert ist, wendet das System das dunkle Design automatisch auf die meisten Apps an, die es standardmäßig nicht unterstützen. Da die Funktion bei manchen Apps zu Anzeigefehlern führen kann, lässt sich die Funktion in der neuen Beta für einzelne Apps deaktivieren.

Zudem führt Google mit Android 17 eine standardisierte Methode ein, mit der VPN-Apps Funktionen zum Ausschluss bestimmter Apps (Split-Tunneling) anbieten können. Damit können Nutzer Anwendungen auswählen, die den VPN-Tunnel umgehen sollen. Der Datenverkehr von ausgeschlossenen Apps wird direkt über das zugrunde liegende Netzwerk geleitet, was für Dienste nützlich ist, die nicht mit VPNs kompatibel sind, erklärt Google. Vom Nutzer vorgenommene Änderungen werden sofort wirksam, sofern das VPN aktiv ist, oder bei der nächsten Verbindung.

Überdies ist die Beta 3 die erste Android-Version, in der Google ein neues APK-Signaturschema v3.2 einführt, um Post-Quanten-Kryptografie (PQC) zu unterstützen. Dieses Schema nutzt laut Google einen hybriden Ansatz, bei dem eine klassische Signatur mit einer ML-DSA-Signatur kombiniert wird. Erst kürzlich hatte Google den Schutz von Android vor künftigen Angriffen mit Quantencomputern angekündigt.

Primär für den Desktop-Modus und Tablets bringt Google einen Interactive Picture-in-Picture-Modus. Damit können Fenster angeheftet und stets über anderen Fenstern angezeigt werden und sind weiterhin bedienbar.

Darüber ermöglicht Google Entwicklern, das Fotoauswahlwerkzeug (Photo-Picker) optisch an das eigene App-Design anzupassen. App-Entwickler können damit etwa das Raster von quadratisch auf ein 9:16-Hochformat umstellen.


Screenshot Android 17 Beta 3 Photo Picker

Screenshot Android 17 Beta 3 Photo Picker

Entwickler können den Photo-Picker ab Android 17 Beta 3 für ihre App anpassen.

(Bild: Google)

Für mehr Sicherheit: Apps, die auf Android 17 zielen, haben standardmäßig keinen Zugriff mehr auf das lokale Netzwerk. Hierfür bietet Google es neue Berechtigungen an.

Android 17 bringt außerdem Support für das RAW14-Bildformat – „der De-facto-Industriestandard für die High-End-Digitalfotografie“, so Google. Das Format bietet unter anderem Vorteile in der Nachbearbeitung. Weiter integriert Google APIs, um abzufragen, welche Kamera genutzt wird – kommt etwa eine interne Kamera, eine USB-Webcam oder eine virtuelle Kamera zum Einsatz. Auch herstellerspezifische Kamera-Funktionen (etwa „Super Resolution“ oder KI-Funktionen der Hardware-Partner) lassen sich jetzt besser über Erweiterungen ansprechen.

Für Hörgeräteträgerinnen und -träger spannend: Damit nicht jede eingehende Nachricht im Hörgerät zu vernehmen ist, können Nutzer künftig Benachrichtigungstöne auf den Lautsprecher des Smartphones beschränken. Darüber hinaus können Nutzer die Wiedergabe von Klingeltönen und Benachrichtigungen über die Lautsprecher des Telefons sowie über ihre Hörgeräte oder In-Ohr-Implantate vollständig unterbinden. Hierfür werden Pixel-Geräten auf der Seite „Hörgeräte“ unter den Einstellungen für Barrierefreiheit zwei neue Schaltflächen angezeigt: eine für Benachrichtigungstöne und eine für Klingeltöne und Wecktöne.

Eine ausführlichere Übersicht weiterer Funktionen und Informationen für Entwickler finden sich im Android-Developers-Blog.


(afl)



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Online-Konferenz betterCode() ABAP 2026 zu KI-Einsatz und Cloud-Entwicklung


Die Online-Konferenz betterCode() ABAP am 29. April 2026 eröffnet Entwicklerinnen und Entwickler, die Möglichkeit, ihre ABAP-Kenntnisse zu erweitern – insbesondere im Hinblick auf Cloud-Technologien und Künstliche Intelligenz. Das von iX und dem Rheinwerk Verlag organisierte Event bietet dazu sechs Fachvorträge sowie einen ganztägigen Workshop am 30. April. Wer sich für die Konferenz interessiert, hat nun noch bis zum 8. April 2026 die Gelegenheit, Tickets zum reduzierten Frühbucherpreis zu erwerben.

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Zum Auftakt in das Konferenzprogramm spricht Karl Kessler von SAP über KI-gestützte ABAP-Entwicklung mithilfe von SAP Joule for Developers. Anschließend schildert Emily Celen von der All for One Group, welche Erfahrungen ihr Unternehmen beim Einsatz von KI-Tools wie GitHub Copilot, Joule for Developers und ChatGPT in der ABAP-Programmierung gesammelt hat.


Marian Zeis

Marian Zeis

In seinem Vortrag berichtet Marian Zeis, wie man mit CDS- bzw. Metadata-Extension-Annotationen typische Anwendungsoberflächen wie List Report und Object Page gezielt steuert, ohne gleich in die Tiefen der SAPUI5-Programmierung abtauchen zu müssen.

Michael Wegelin von 10 point software widmet sich dem korrekten Einsatz der Entity Manipulation Language (EML) im ABAP RESTful Application Programming Model (RAP). Fabian Lupa von adesso geht der Frage nach, wie Business Configuration in ABAP Cloud den klassischen Tabellenpflegegenerator ersetzen kann. Marian Zeis erläutert, wie sich RAP und SAP Fiori Elements über Annotationen steuern lassen. Den Abschluss des Konferenztags bildet Björn Schulz von der Rewe Group mit einem Vortrag über testbaren ABAP-Code: Er stellt Architekturansätze vor, die mithilfe von ABAP Unit auf Wartbarkeit und Codequalität abzielen.

Am 30. April bietet Michael Wegelin laut Programm einen ganztägigen Workshop zur Anwendungsentwicklung mit dem ABAP RESTful Application Programming Model an. Teilnehmende sollen dort die Kernkonzepte von CDS View Entities, OData Business Services und SAP Fiori Elements praxisnah erarbeiten. Der Workshop behandelt unter anderem die Implementierung von Verhalten in Behavior Pools sowie die Bereitstellung von OData-Services für den externen HTTP-Zugriff.


Björn Schulz

Björn Schulz

Björn Schulz geht in seinem Vortrag auf die Testbarkeit von modernem Code ein und erläutert, wie ein testorientiertes Design dabei unterstützen kann, Erweiterungen an bestehendem Code schnell und effektiv durchzuführen. Den Fokus legt er dabei auf ABAP Unit.

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Tickets für die Konferenz und den Workshop stehen ab sofort zur Verfügung. Noch bis zum 8. April kostet das Konferenzticket mit Frühbucherrabatt 249 Euro (alle Preise inkl. 19 % MwSt.), der einzeln buchbare Workshop 549 Euro.

Teams ab drei Personen erhalten Gruppenrabatte, die direkt im Ticketshop verfügbar sind. Die Teilnahme erfolgt online über den Browser ohne zusätzliche Softwareinstallation. Aufzeichnungen der Vorträge und Präsentationen stehen den Teilnehmenden im Nachgang zur Verfügung.


(map)



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Blockierte Straße von Hormus: Heliumknappheit wirkt sich auf Chip-Produktion aus


In den Lieferketten der Halbleiterindustrie macht sich der Wegfall eines erheblichen Teils der Lieferungen von Helium infolge des Irankriegs und der Blockade der Straße von Hormus jetzt bemerkbar. Das berichtet Reuters unter Berufung auf Branchenexperten. Das Edelgas ist ein Nebenprodukt der Förderung und Weiterverarbeitung von Erdgas und etwa ein Drittel des weltweiten Nachschubs habe bislang aus Katar gestammt, dem größten Erzeuger nach den USA. Der Preis dafür war nach Beginn des Kriegs schon stark angestiegen, einen weiteren Sprung hat er laut der New York Times nach einem iranischen Angriff auf die größte katarische Anlage zur Verflüssigung von Erdgas gemacht. Die Reparatur der dortigen Produktionsanlage für Helium könnte demnach Jahre dauern.

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Helium kommt den Berichten zufolge in verschiedenen Teilen der Produktionskette von Halbleitern zum Einsatz, unter anderem zur Kühlung, bei der Erkennung von Lecks und in der Präzisionsfertigung. Wirkliche Alternativen gebe es nicht. Hersteller wie TSMC, Samsung und SK Hynix könnten Probleme bekommen, die Produktionslinien am Laufen zu halten, schreibt die New York Times. Das könnte zu sich auftürmenden Problemen in der kompletten IT-Branche führen, mit bislang unabsehbaren Folgen. Weil das Element auch anderswo zum Einsatz kommt, könnte ein Engpass auch die wissenschaftliche Forschung, die Medizin und die Raumfahrt treffen. „Ein Heliummangel ist wirklich besorgniserregend“, fasst der Lieferkettenexperte Cameron Johnson gegenüber Reuters zusammen.

Die Straße von Hormus bildet den Ausgang des Persischen Golfs, alle Schiffe, die dort hinein- oder herausfahren, müssen sie durchqueren. Nachdem Israel und die USA vor einem Monat damit begonnen haben, den Iran anzugreifen, hat die Islamische Republik diesen Schiffen gedroht und den Seeweg damit faktisch gesperrt. Bislang wurde öffentlich primär über die Folgen dieser Sperre für die Versorgung der Welt mit Öl und Gas diskutiert, langsam rücken aber auch andere Lieferketten in den Fokus. So wird neben einem beträchtlichen Teil des globalen Heliums auch ein Großteil des Düngers für die Landwirtschaft in aller Welt durch die enge Wasserstraße befördert. Eine längere Sperre könnte auch hier dramatische Folgen haben.

Zusätzliche Engpässe in der Chip-Produktion kann die IT-Industrie aktuell nicht gebrauchen: Schon die riesige Nachfrage nach Speicherchips und Prozessoren für den Bau von KI-Rechenzentren führt zu einem akuten Mangel und stark steigenden Preisen. Experten haben längst befürchtet, dass der Krieg gegen den Iran und die Angriffe in der Region diese Krise weiter verschärfen könnte. Eine Heliumknappheit könnte die Hersteller jetzt zwingen, KI-Chips noch stärker gegenüber Standardchips zu priorisieren. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die Straße von Hormus bald wieder freigegeben und eine sichere Durchfahrt möglich sein wird.


(mho)



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