Künstliche Intelligenz
Android 17 Beta 3: App-Bubbles, getrennte WLAN-Kacheln und mehr
Google hat am Donnerstagabend unserer Zeit die dritte Beta von Android 17 für Pixel-Geräte veröffentlicht. Einige der Neuerungen hatte der Hersteller bereits in der experimentellen Android-Canary-Version vom März integriert. Zudem hat Android 17 mit der Beta 3 Plattformstabilität erreicht. Das ist ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung, da damit die finalen SDK/NDK-APIs bereitstehen. Das bedeutet, dass Entwickler ab diesem Zeitpunkt ihre Apps auf SDK 37 abzielen lassen und im Google Play Store veröffentlichen können.
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Bubbles
Mit Android 17 Beta 3 ziehen die App-Bubbles ein, die Google zuvor im Canary-Channel auf Entwickler losgelassen hatte. Jede App lässt sich nun als Bubble (Blase) in einem schwebenden Fenster öffnen. Ein Langdruck auf eine App öffnet ein überarbeitetes Kontextmenü, in dem man die neue Funktion findet.

Android 17 erhält „App-Bubbles“.
(Bild: Andreas Floemer / heise medien)
Die „Bubble“ lässt sich an eine beliebige Stelle auf dem Bildschirm verschieben, sie bewegt sich jedoch stets automatisch an den Bildschirmrand, um nicht im Weg zu sein. Um die Bubble zu schließen, bewegt man sie einfach in den unteren Bildschirmbereich, wo ein großes „X“ erscheint. Zudem findet man in der linken unteren Ecke das Feld verwalten – ein Tipp darauf öffnet einen Dialog, mit dem man die Blase schließen kann. Es lassen sich außerdem mehrere App-Blasen gleichzeitig nutzen.
Diese Funktion ist auf Smartphones, Faltgeräten und Tablets verfügbar. Auf Geräten mit größerem Bildschirm, wie Foldables und Tablets, können Nutzerinnen und Nutzer auch lange auf ein App-Symbol in der Taskleiste drücken und das Symbol dann per Drag-and-Drop in eine untere Ecke ziehen.
Getrennte WLAN- und Mobilfunk-Kacheln
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Google vollführt mit der Beta 3 in den Schnelleinstellungen eine Kehrtwende und bringt separate Kacheln für WLAN- und Mobilfunkempfang zurück. Google hatte mit Android 12 eine einzige „Internet“-Kachel für beide Konnektivitäts-Optionen in die Schnelleinstellungen integriert, sodass es umständlicher war, eine der beiden Funktionen abzuschalten.

Android 17: WLAN und mobile Daten sind in den Schnelleinstellungen wieder getrennt.
(Bild: Andreas Floemer / heise medien)
Zudem verfügen die beiden Kacheln über zwei verschiedene Berührungsbereiche: Durch Antippen des Symbols wird die jeweilige Funktion ein- oder ausgeschaltet, während durch Antippen des jeweiligen Textfelds die vollständige Bedienoberfläche geöffnet wird. Diese Änderung reduziert die Anzahl der erforderlichen Eingaben zum Ein- und Ausschalten von WLAN und mobilen Daten, während der Zugriff auf das vollständige Internet-Bedienfeld weiterhin erhalten bleibt.
Screenrecorder und Location
Überarbeitet hat Google außerdem die Bildschirmaufzeichnung, sie verfügt nun über eine verbesserte Bedienoberfläche und neue Funktionen. Wenn man in den Schnelleinstellungen auf die Kachel für die Bildschirmaufzeichnungsfunktion tippt, erscheint nun eine schwebende Symbolleiste, über die Nutzer einfacher auf die Aufzeichnungssteuerung und die Aufnahmeeinstellungen zugreifen können. Beendet man die Aufzeichnung, lässt sich das Video sofort ansehen, bearbeiten, löschen oder direkt teilen.

(Bild: Google)
Android 17 Beta 3 erhält zudem eine neue Standort-Schaltfläche für mehr Datenschutz, mit der Nutzer Apps Zugriff auf ihren genauen Standort gewähren können. Das Update enthält ein vom System gerendertes Standort-Bedienfeld, das Apps mithilfe einer Jetpack-Bibliothek direkt in ihr Layout einbinden können. Wenn ein Nutzer auf die neue Schaltfläche tippt, erhält die App nur für die aktuelle Sitzung Zugriff auf den genauen Standort. Bei weiteren Klicks während der Nutzung der App wird die Berechtigung sofort und ohne Systemdialog erteilt. Für Entwickler und Interessierte erklärt Google die neue Funktion in einem Blogbeitrag.
Assistant-Lautstärke und Zeitumstellung
Weitere neue Funktionen sind die Möglichkeit, die Lautstärke des Sprachassistenten unabhängig von der Medienlautstärke zu regulieren. Damit kann man etwa Gemini oder andere in Android als Standard eingestellte Chatbots leiser oder bei Bedarf auch lauter als Musik oder andere Inhalte ertönen lassen. Bisher wirkten sich Änderungen der Medienlautstärke in der Regel automatisch auf die Lautstärke des Assistenten aus und umgekehrt.
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In Android 17 Beta 3 hat Google außerdem eine neue Einstellung hinzugefügt, mit der Nutzer eine Benachrichtigung erhalten können, wenn die Uhr ihres Smartphones eine geplante Zeitumstellung vornimmt – beispielsweise wenn die Winter- oder Sommerzeit enden.
Homescreen, selektiv erweitertes Dark Theme und VPN
Überdies können Nutzer die App- und Ordnernamen auf dem Startbildschirm ausblenden – eine Funktion, die manche Launcher-Apps und Bedienoberflächen einiger Hersteller schon seit Jahren bieten. Dies gilt nicht für den App-Drawer oder für Ordner selbst. Um auf die neue Einstellung zuzugreifen, öffnet man in den Einstellungen oder per Langdruck auf dem Homescreen die Option „Hintergrund & Design“. Hier tippt man auf „Startbildschirm“, und wählt „Symbole“. Ganz unten findet man den Reiter „Namen“ und schaltet dort die Option „App-Namen anzeigen“ ein oder aus.

In der Android 17 Beta 3 lassen sich App-Bezeichnungen ausblenden.
(Bild: Andreas Floemer / heise medien)
Neu in Android 17 Beta 3 ist die Möglichkeit, das mit Android 16 QPR2 eingeführte erweiterte dunkle Design, das sich in erster Linie an Menschen mit Sehbeeinträchtigungen oder Lichtempfindlichkeit richtet, anzupassen. Wenn die Option aktiviert ist, wendet das System das dunkle Design automatisch auf die meisten Apps an, die es standardmäßig nicht unterstützen. Da die Funktion bei manchen Apps zu Anzeigefehlern führen kann, lässt sich die Funktion in der neuen Beta für einzelne Apps deaktivieren.
Zudem führt Google mit Android 17 eine standardisierte Methode ein, mit der VPN-Apps Funktionen zum Ausschluss bestimmter Apps (Split-Tunneling) anbieten können. Damit können Nutzer Anwendungen auswählen, die den VPN-Tunnel umgehen sollen. Der Datenverkehr von ausgeschlossenen Apps wird direkt über das zugrunde liegende Netzwerk geleitet, was für Dienste nützlich ist, die nicht mit VPNs kompatibel sind, erklärt Google. Vom Nutzer vorgenommene Änderungen werden sofort wirksam, sofern das VPN aktiv ist, oder bei der nächsten Verbindung.
Was noch?
Überdies ist die Beta 3 die erste Android-Version, in der Google ein neues APK-Signaturschema v3.2 einführt, um Post-Quanten-Kryptografie (PQC) zu unterstützen. Dieses Schema nutzt laut Google einen hybriden Ansatz, bei dem eine klassische Signatur mit einer ML-DSA-Signatur kombiniert wird. Erst kürzlich hatte Google den Schutz von Android vor künftigen Angriffen mit Quantencomputern angekündigt.
Primär für den Desktop-Modus und Tablets bringt Google einen Interactive Picture-in-Picture-Modus. Damit können Fenster angeheftet und stets über anderen Fenstern angezeigt werden und sind weiterhin bedienbar.
Darüber ermöglicht Google Entwicklern, das Fotoauswahlwerkzeug (Photo-Picker) optisch an das eigene App-Design anzupassen. App-Entwickler können damit etwa das Raster von quadratisch auf ein 9:16-Hochformat umstellen.

Entwickler können den Photo-Picker ab Android 17 Beta 3 für ihre App anpassen.
(Bild: Google)
Für mehr Sicherheit: Apps, die auf Android 17 zielen, haben standardmäßig keinen Zugriff mehr auf das lokale Netzwerk. Hierfür bietet Google es neue Berechtigungen an.
Android 17 bringt außerdem Support für das RAW14-Bildformat – „der De-facto-Industriestandard für die High-End-Digitalfotografie“, so Google. Das Format bietet unter anderem Vorteile in der Nachbearbeitung. Weiter integriert Google APIs, um abzufragen, welche Kamera genutzt wird – kommt etwa eine interne Kamera, eine USB-Webcam oder eine virtuelle Kamera zum Einsatz. Auch herstellerspezifische Kamera-Funktionen (etwa „Super Resolution“ oder KI-Funktionen der Hardware-Partner) lassen sich jetzt besser über Erweiterungen ansprechen.
Für Hörgeräteträgerinnen und -träger spannend: Damit nicht jede eingehende Nachricht im Hörgerät zu vernehmen ist, können Nutzer künftig Benachrichtigungstöne auf den Lautsprecher des Smartphones beschränken. Darüber hinaus können Nutzer die Wiedergabe von Klingeltönen und Benachrichtigungen über die Lautsprecher des Telefons sowie über ihre Hörgeräte oder In-Ohr-Implantate vollständig unterbinden. Hierfür werden Pixel-Geräten auf der Seite „Hörgeräte“ unter den Einstellungen für Barrierefreiheit zwei neue Schaltflächen angezeigt: eine für Benachrichtigungstöne und eine für Klingeltöne und Wecktöne.
Eine ausführlichere Übersicht weiterer Funktionen und Informationen für Entwickler finden sich im Android-Developers-Blog.
(afl)
Künstliche Intelligenz
Top 10: Der beste Ventilator im Test – Switchbot siegt, Dreo pustet alle weg
Wir zeigen die zehn besten Ventilatoren aus unseren Tests. Testsieger, Preis-Leistungs-Sieger und Kaufberatung im Überblick.
Ein guter Ventilator ist eine einfache und vergleichsweise günstige Methode, um an heißen Tagen für spürbare Abkühlung zu sorgen. Er senkt zwar nicht die tatsächliche Raumtemperatur, doch der Luftzug lässt den Schweiß auf der Haut verdunsten und erzeugt so einen spürbar kühlenden Effekt. Im Vergleich zu Klimaanlagen verbrauchen Ventilatoren nur einen Bruchteil an Strom und sind damit deutlich energiesparender.
Bei der Auswahl des richtigen Geräts kommt es vor allem auf die Bauform an. Vier Bauformen dominieren den Markt: Tischventilatoren für die gezielte Kühlung am Schreibtisch oder Nachttisch, Standventilatoren als kräftige Allrounder für größere Wohnräume, platzsparende Turmventilatoren mit schlankem Design sowie Deckenventilatoren für eine gleichmäßige Luftzirkulation im ganzen Raum. Für diese Bestenliste haben wir uns vor allem Standventilatoren, Tischventilatoren und deren Hybridmodelle sowie Turmventilatoren angeschaut.
Achtung: Während der andauernden Hitzewelle (26.06.26) sind viele Modelle ausverkauft oder deutlich teurer als noch vor wenigen Wochen. Wir empfehlen regelmäßig die Verfügbarkeit und die tatsächlichen Preise zu überprüfen und bei einem guten Angebot schnell zuzuschlagen. In unserem Preisvergleich und im jeweiligen Online-Shop lassen sich aktuelle Angebote schnell vergleichen.
Welcher ist der beste Ventilator?
Testsieger ist der Switchbot Standventilator mit Akku, er kostet üblicherweise um die 100 Euro. Aktuell wollen Händler 178 Euro oder mehr. Wir empfehlen, auf ein besseres Angebot zu warten. Abgesehen vom aktuell zu hohen Preis glänzt er mit extremer Sparsamkeit, drei Höhenkonfigurationen, umfangreicher App-Steuerung und Smart-Home-Integration.
Der Dreo Turbocool 765S für 220 Euro ist unser Technologiesieger. Die Windleistung überragt, es gibt eine Home-Assistant-Integration und die gelungene Sprühnebelfunktion sucht ihresgleichen.
Der Meaco Sefte 6 für 80 Euro ist unser Preis-Leistungs-Sieger. Seine Stärke ist die Kombination aus niedrigem Stromverbrauch, langer Akkulaufzeit, butterweicher Oszillation und einer für seine Größe sehr ordentlichen Windkraft.
Welche Bauformen von Ventilatoren gibt es?
Ventilatoren werden technisch nach ihrer Bauart in Axial- und Radialventilatoren unterteilt. Axialventilatoren transportieren große Luftmengen bei niedrigem Druck und sind die häufigste Form in Wohnräumen. Radialventilatoren erzeugen hingegen einen hohen Druckaufbau für gezielte Luftströme und kommen vor allem in der Lüftungstechnik zum Einsatz. Diagonalventilatoren sind eine Mischform aus beiden Typen.
Im Handel finden Käufer vor allem vier wichtige Bauformen: Tischventilatoren eignen sich für gezielte Kühlung auf Schreibtischen oder Nachttischen, wo sie einen direkten Luftstrom erzeugen und oft verstellbare Neigungswinkel besitzen. Standventilatoren verteilen frische Luft in großen Räumen, lassen sich in Höhe und Neigung verstellen und bieten häufig eine Oszillation für gleichmäßige Luftverteilung. Turmventilatoren passen in enge Ecken, erzeugen einen breiten Luftstrom und sind platzsparend. Deckenventilatoren sorgen mit Flügelspannweiten zwischen 100 und 140 cm für eine gleichmäßige Luftzirkulation und setzen zugleich stilvolle Akzente in der Einrichtung. Eine spezielle Variante sind Akkuventilatoren, die mobil und ohne Stromanschluss nutzbar sind.
Turmventilator oder Standventilator?
Turmventilatoren bieten ein platzsparendes, modernes Design, das sich unauffällig in jedes Interieur einfügt, und sind wie der Dreo Smart Misting Fan 765S zuweilen sehr leise, was sie für Schlafzimmer oder Büros attraktiv macht. Häufig ist ihr Luftstrom nicht in der Höhe variabel. Standventilatoren hingegen sind wahre Kraftpakete, die mit starkem Wind auch große Räume kühlen. Der Dreo Turbopoly 765S erreicht eine beeindruckende Reichweite von zehn Metern, benötigt dafür aber mehr Platz und erzeugt auf höchster Stufe nicht nur viel Wind, sondern auch deutliche Geräusche.
Wer Wert auf ein platzsparendes Design legt, findet im Turmventilator das passende Modell. Wer hingegen maximale Kühlung für geräumige Wohnbereiche sucht, setzt auf einen Standventilator – sie sind ideal für große Räume und haben oft eine Oszillation für gleichmäßigen Luftaustausch.
Gibt es Kombinationen aus Tisch- und Standventilator?
Es gibt Ventilatoren, die sowohl als Tisch- als auch als Standventilator funktionieren. So wechselt etwa der Meaco Fan Sefte 10 mühelos zwischen Tisch- und Standfunktion, um gezielte oder großflächige Kühlung zu bieten. Ähnlich verhält es sich mit dem Levoit LPF-R432, dem Shark Flexbreeze Pro Mist und dem Switchbot Standventilator mit Akku. Diese Modelle bieten flexible Möglichkeiten für verschiedene Anwendungen – vom Schreibtisch bis zum Wohnzimmer.
Wie sicher sind Ventilatoren für Kinder und Haustiere?
In Haushalten mit Kindern oder Haustieren ist die Sicherheit eines Ventilators von zentraler Bedeutung. Engmaschige Gitter, die Rotorblätter zuverlässig abschirmen, sind ein Muss. Alle von uns getesteten Geräte erfüllen dieses Kriterium. Ein stabiler Standfuß verhindert, dass das Gerät bei einem versehentlichen Stoß sofort umkippt, was beim Levoit LPF-R432 mit seinem soliden 7,5-kg-Gehäuse vorbildlich gelingt, während der Meaco Fan Sefte 10 dazu neigt, nach hinten umzukippen.
Rotorlose Ventilatoren wie der Shark Turboblade oder der Dyson CF1 bieten die höchste Sicherheit, da sie ohne sichtbare Blätter auskommen. Manche Modelle verfügen über zusätzliche Sicherheitsfunktionen, etwa eine automatische Abschaltung beim Umkippen. Tipp: Wer kleine Kinder oder Haustiere im Zuhause hat, sollte den Ventilator zusätzlich gegen Umfallen sichern.
Wie leise sollte ein Ventilator sein?
Die Lautstärke eines Ventilators, gemessen in Dezibel, entscheidet darüber, ob er in sensiblen Umgebungen wie Schlafzimmern eingesetzt werden kann. Der Geräuschpegel von Ventilatoren variiert je nach Modell und Drehzahl zwischen 20 dB(A) und 65 dB(A).
Wir haben per Handy-App nachgemessen. Dies sind keine Laborwerte. Sie eignen sich aber hervorragend, um die Geräte auf Stufe 1 miteinander zu vergleichen. Der Meaco Sefte 6 Tischventilator erweist sich mit 22 db(A) als superleise. Der Dreo Pilot Max S gehört mit 22,5 dB(A) ebenfalls zu den leisesten Turmventilatoren. Trotz 23,5 dB(A) auf niedrigster Stufe fällt der Shark Turboblade hingegen durch eine hohe Geräuschfrequenz auf. Ziemlich laut ist mit 27,5 dB(A) der Philips CX5535/11 Turmventilator. Für ein kleines Büro oder das Schlafzimmer sollten Käufer auf diesen Wert achten.
Wie wichtig ist die Wurfweite eines Ventilators?
Die Wurfweite, also die Entfernung, über die ein Ventilator spürbare Luftbewegung erzeugt, ist ein entscheidendes Kriterium. Tischventilatoren erreichen in der Regel drei bis fünf Meter (der Powerzwerg Meaco Sefte 6 ist hier eine gern gesehene Ausnahme), während Standventilatoren mit fünf bis acht Metern eine größere Fläche abdecken. Turmventilatoren liegen meist bei vier bis sechs Metern, und Deckenventilatoren verteilen die Luft sanft im gesamten Raum. Eine freie Platzierung, fern von Möbeln, Wänden oder dem Fenster, maximiert die Wurfweite.
Der Dreo Turbopoly 765S ist einer der stärksten Ventilatoren, da er selbst in zehn Metern Entfernung noch einen deutlichen Luftzug liefert. Der Meaco Fan Sefte 10 und der Philips CX3550/01 Standventilator sind ebenfalls hervorragend. Beim Shark Turboblade enttäuscht der Luftstrom hingegen, da er bereits nach fünf Metern verpufft.
Welcher Ventilator kühlt am besten?
Die beste Kühlung erzielt nicht zwangsläufig der Ventilator mit der höchsten Leistung in Watt, sondern jener mit der besten Kombination aus Wurfweite, Luftbewegung und Oszillation. Unser Testsieger Switchbot Standventilator liefert auf voller Stufe bei fünf Metern Entfernung deutlich spürbaren Wind und kommt selbst bei zehn Metern noch an. Für maximale Kühlung empfehlen wir den Dreo Turbocool 765S mit seiner Sprühnebelfunktion – der Verdunstungseffekt sorgt für zusätzliche Abkühlung.
Wichtig zu wissen: Kein Ventilator senkt die tatsächliche Temperatur im Raum. Er erzeugt lediglich einen Luftstrom, der den Schweiß auf der Haut verdunsten lässt – das ist der bereits erwähnte Verdunstungseffekt. Wer echte Temperatursenkung braucht, sollte zu einer mobilen Klimaanlage greifen. Mehr dazu: Testsieger: Die beste mobile Klimaanlage – gute Kühlung für unter 300 Euro.
Was kühlt besser, Ventilator oder Luftkühler?
Ein Luftkühler arbeitet mit Verdunstungskühlung und nutzt einen Filter, durch den Wasser verdunstet. Das senkt die Raumluft tatsächlich minimal – allerdings nur in trockenen Räumen. Ein klassischer Ventilator hingegen bewegt nur die Luft, ohne sie zu kühlen.
In feuchten Räumen verliert der Luftkühler seinen Vorteil und kann die Luftfeuchtigkeit sogar erhöhen, was unangenehm wird. Der Ventilator funktioniert unabhängig von der Luftfeuchtigkeit. Für trockene Wohnräume ist ein Luftkühler oder ein Hybrid wie der Dreo Turbocool 765S mit integrierter Sprühnebelfunktion eine gute Lösung. Für die meisten Wohnungen bleibt der klassische Ventilator die bessere Wahl, da er sparsamer und wartungsärmer ist. Auch gibt es bei unregelmäßig gereinigten Luftkühlern Hygiene-Bedenken.
Wie viel Strom verbraucht ein Ventilator?
Ist ein Ventilator ein Stromfresser? Die kurze Antwort: nein. Die von uns getesteten Ventilatoren haben je nach Modell eine Leistung zwischen 1,1 W auf der niedrigsten und 55,3 W auf der höchsten Stufe. Hier kommen dann mögliche Zusatzfeatures wie Oszillation oder Sprühnebel hinzu. Damit verbrauchen sie deutlich weniger als Klimaanlagen.
Besonders sparsam zeigt sich der Switchbot Standventilator mit Akku, mit 1,1 W auf niedrigster und 12 W auf höchster Stufe. Der Meaco Fan Sefte 10 liegt mit 2,4 bis 19,6 W ebenfalls im sparsamen Bereich.
Deutlich mehr Energie benötigt der Shark Turboblade, der auf höchster Stufe 55,3 W verbraucht. Noch auffälliger ist der Dreo Turbocool 765S. Auf voller Stufe mit Oszillation und Sprühnebelfunktion kommt er auf stolze 84 W.
Einige Modelle mit Eco-Modi, etwa von Levoit oder Meaco, passen die Leistung automatisch an. DC-Motoren sind AC-Motoren in puncto Effizienz und Lautstärke klar überlegen, was sich bei Dauerbetrieb finanziell bemerkbar macht. In unserem Testfeld befinden sich ausschließlich Ventilatoren mit DC-Motoren.
Was kostet ein guter Ventilator?
Die Preise für Ventilatoren variieren stark nach Bauform und Ausstattung. Tischventilatoren sind bereits ab 20 Euro erhältlich, während Standventilatoren in einer Preisspanne von 30 bis 300 Euro liegen. Turmventilatoren kosten meist zwischen 50 und 300 Euro, und Deckenventilatoren können je nach Design und Funktionen ab 70 Euro kosten. Wir konzentrieren uns in dieser Bestenliste auf die wirklich guten Modelle, die bei etwa 70 Euro anfangen.
Wer im Online-Shop oder Lager nach Angeboten sucht, findet immer wieder attraktive Schnäppchen. Achtung: In den Sommermonaten sind die Preise üblicherweise höher.
Was ist der beste Ventilator für die Wohnung?
Für die meisten Wohnräume in Deutschland empfehlen wir einen sparsamen Standventilator mit Oszillation. Unser Testsieger Switchbot Standventilator vereint diese Eigenschaften mit einem kleinen Akku, smarten Funktionen und einer guten Höheneinstellung. Für 100 Euro bekommen Käufer hier ein rundes Paket für rund 20 Quadratmeter Wohnfläche.
Wer mehr Komfort und eine smarte Lösung mit Sprühnebel wünscht, greift zum Dreo Turbocool 765S. Familien sollten auf engmaschige Gitter und einen stabilen Standfuß achten. Für das Schlafzimmer eignen sich besonders leise Modelle wie der kompakte Tischventilator Meaco Sefte 6.
Was ist ein rotorloser Ventilator?
Ein rotorloser Ventilator, auch als „bladeless fan“ bezeichnet, versteckt seine Lüftereinheit häufig im Standfuß, um einen Luftstrom ohne sichtbare Rotorblätter zu erzeugen. Der Shark Turboblade demonstriert dies im Test. Sein futuristisches Design macht ihn zum Blickfang in jedem Raum und bietet höchste Sicherheit, da keine Blätter zugänglich sind – ideal für Haushalte mit Kindern oder Haustieren. Auch der Dyson CF1 gehört zu den rotorlosen Varianten und gefällt uns optisch mit am besten von allen getesteten Modellen.
Doch der Shark Turboblade ist teuer. Dabei ist seine Luftleistung schwach, da der Wind im Test nach fünf Metern kaum noch spürbar ist. Der Stromverbrauch von 55,3 Watt auf höchster Stufe ist zudem happig, und die fehlende App-Steuerung wirkt in dieser Preisklasse überholt. Besser ist da der Dyson CF1. Aber auch er ist im Grunde zu teuer und nervt auf höheren Stufen mit seinem hochfrequenten Geräusch. Rotorlose Ventilatoren sind perfekt für designbewusste Nutzer, die Sicherheit und Ästhetik priorisieren. Für maximale Kühlung bleiben klassische Standventilatoren die bessere Wahl.
Welche Funktionen lohnen sich wirklich?
Moderne Ventilatoren bieten zahlreiche Funktionen, die den Alltag erleichtern. Eine Timer-Funktion schaltet das Gerät nach festgelegter Zeit automatisch aus – praktisch für die Nacht. Eine Fernbedienung spart den Gang zum Gerät, eine App-Steuerung erlaubt sogar die Bedienung von unterwegs. Sprachsteuerung über Alexa oder Google Assistant ist bei smarten Modellen wie dem Switchbot Standventilator oder dem Dreo Pilot Max S Standard.
Auch ein USB-Anschluss für kleine Tisch-Geräte oder kompakte Modelle für die Küche oder das Büro können nützlich sein. Der Switchbot Standventilator bietet sogar ein zusätzliches Stimmungslicht. Als elementar wichtig sehen wir eine horizontale Oszillation. Noch besser, wenn hier eine vertikale Oszillation hinzukommt.
Praktisch sind zudem Filter zur Luftreinigung, die manche Modelle in einem Gerät vereinen. Wer den Ventilator im Außenbereich nutzen möchte, sollte auf Akku-Betrieb und Wasserschutz achten.
Fazit
Ventilatoren sind eine günstige und energieeffiziente Lösung, um an heißen Tagen für Erfrischung zu sorgen. Anders als eine Klimaanlage senken sie zwar nicht die tatsächliche Raumtemperatur, schaffen durch den Luftzug aber einen spürbaren Kühleffekt bei minimalem Stromverbrauch. Zudem fördern sie die Luftzirkulation in Räumen und verteilen die Luftfeuchtigkeit gleichmäßig.
Welcher Ventilator das richtige Modell ist, hängt vom Einsatzzweck ab: Standventilatoren mit hoher Wurfweite kühlen große Räume kraftvoll. Für Schlafzimmer und Büro sind eine niedrige Lautstärke entscheidend. Turmventilatoren punkten zudem mit platzsparendem Design. Ferner lohnt ein Blick auf Extras wie App- oder Sprachsteuerung, Akku und Sprühnebelfunktion sowie auf einen stabilen Stand in Haushalten mit Kindern und Haustieren.
Mehr zum Thema Erfrischung für zu Hause zeigen wir in diesen Ratgebern und Bestenlisten:
Hinweis: Preise können sich täglich ändern. Im Zweifel hilft ein Blick in unseren Preisvergleich.
Künstliche Intelligenz
KI-Überwachung in der Straßenbahn: Mehr Sicherheit im Fahrgastraum?
Die Straßenbahn am späten Abend: Ein Ort, an dem man das Gefühl von Sicherheit schnell verlieren kann. Was passiert, wenn ein Konflikt eskaliert oder man von fremden Personen angegangen wird?
Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) setzt jetzt auf Technik, um genau diese Momente zu entschärfen. Ein KI-System „beobachtet“ den Fahrgastraum und erkennt aggressives Verhalten, um im Notfall schnell Alarm zu schlagen. Doch wie kann eine KI unterscheiden, ob zwei Menschen sich nur überschwänglich begrüßen oder ob eine ernsthafte Gefahr droht? Und wie kann sie Menschen analysieren, ohne deren Persönlichkeitsrechte zu verletzen?
In unserem Videobeitrag werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Technik und klären, wie die KI tatsächlich funktioniert. Wir sprechen mit einem der Entwickler über die ethischen Herausforderungen eines KI-Systems, das zwar helfen, aber nicht das menschliche Urteilsvermögen ersetzen soll.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „KI-Überwachung in der Straßenbahn: Mehr Sicherheit im Fahrgastraum?“.
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Künstliche Intelligenz
Freiwillig statt Zwang: Das doppelte Spiel um die EU-Chatkontrolle
Die politischen Verhandlungen über das hoch umstrittene EU-Gesetz zu einer potenziellen verpflichtenden Chatkontrolle biegen auf die Zielgerade. Am Montag soll in den Verhandlungen in Brüssel ein Durchbruch erzielt werden. Seit Jahren warnen Bürgerrechtler, Datenschützer und IT-Experten vor einer anlasslosen Massenüberwachung privater Kommunikation. Das zentrale Argument der Befürworter – neue gesetzliche Instrumente seien zur Bekämpfung von sexuellem Kindesmissbrauch unverzichtbar – wird aber durch aktuelle Zahlen widerlegt.
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Wie aus einer von Netzpolitik.org veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, melden Tech-Unternehmen weiterhin freiwillig in großem Umfang Hinweise auf Kindesmissbrauch an die Behörden. Das Bundeskriminalamt erhält demnach über 10.000 solcher Eingaben pro Monat. Die bestehenden Mechanismen funktionieren also auch ohne eine gesetzlich vorgeschriebene Durchleuchtung privater Nachrichten.
Noch im Herbst hatte die Bundesregierung versprochen, eine flächendeckende Überwachung ohne konkreten Verdacht werde es nicht geben. Interne Dokumente und aktuelle Verhandlungen in Brüssel zeichnen indes ein anderes Bild.
Demokratisches Foulspiel in Brüssel
Eine Schlüsselrolle spielt die Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP). Das Europäische Parlament hatte sich im März ausdrücklich gegen eine Verlängerung der ausgelaufenen Ausnahmeregelung ausgesprochen, die Tech-Unternehmen freiwillige Chatkontrollen erlaubte. Dennoch schlug Parlamentspräsidentin Roberta Metsola (EVP) in einem ungewöhnlichen Schritt vor, die bereits abgelehnte Regelung erneut auf die Tagesordnung des Ministerrates zu setzen.
Einem Bericht zufolge geht die Initiative auf die EVP-Führung um CSU-Politiker Manfred Weber zurück. Die Mitgliedstaaten beraten bereits über eine Wiederbelebung des Vorschlags. Abgeordnete werfen Metsola vor, das Parlamentsmandat zu unterlaufen und den Gesetzgebungsprozess parteipolitisch zu instrumentalisieren.
Konstantin Macher von der Digitalen Gesellschaft spricht von einem Skandal. Das Parlament habe bereits mehrfach gegen anlasslose Chatkontrollen votiert. Abstimmungen dürften nicht beliebig wiederholt werden, bis das gewünschte Ergebnis erreicht werde.
Parallel gerät die Bundesregierung durch veröffentlichte interne Dokumente unter Druck. Während Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) öffentlich erklärte, eine anlasslose Chatkontrolle werde es mit ihr nicht geben, zeigen Ratsprotokolle eine andere Linie. Ein Dokument vom 17. Juni belegt, dass die deutsche Verhandlungsführung in Brüssel einen möglichst breiten Einsatz anlassloser Scans mit nur minimalen Einschränkungen unterstützt: Bereits am 10. Juni hatte sich die deutsche Delegation für eine weitreichende Überwachung ausgesprochen.
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Dokumentierter Wortbruch in Berlin
Federführend für die Verhandlungen ist das Bundesinnenministerium unter Alexander Dobrindt (CSU). Noch im Herbst hatte Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) das Vorhaben mit dem vorsorglichen Öffnen sämtlicher Privatbriefe verglichen und eine Zustimmung ausgeschlossen. Ein Sprecher Dobrindts erklärte im März gegenüber heise online: „Die Bundesregierung hat sich bereits 2025 darauf geeinigt“, dass sich die einschlägige EU-Verordnung „auf die dauerhafte Ermöglichung freiwilliger Maßnahmen auf solider rechtlicher Grundlage in der EU fokussieren soll“. Der nun dokumentierte Kurs in Brüssel steht dazu im Widerspruch. Die Digitale Gesellschaft fordert daher Konsequenzen innerhalb der Koalition. Justizministerin Hubig müsse Dobrindt entgegentreten, wenn sie glaubwürdig sein wolle.
Experten warnen seit Beginn der Debatte, dass eine verpflichtende Chatkontrolle faktisch das Aufbrechen sicherer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erfordern würde. Dienste wie WhatsApp, Signal oder Threema könnten dann nicht mehr dieselbe Vertraulichkeit garantieren. Dadurch entstünden erhebliche Risiken für die IT-Sicherheit und den Schutz der Privatsphäre.
Das Bündnis „Chatkontrolle Stoppen!“ mobilisiert deshalb kurz vor dem sogenannten Trilog erneut die Öffentlichkeit. Es fordert die Verhandler auf, zur bereits 2023 beschlossenen Position des Parlaments zurückzukehren und auf eine anlasslose Überwachung privater Kommunikation zu verzichten.
(nen)
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