Künstliche Intelligenz
Saugroboter Narwal Flow 2 im Test: Bodenwischen mit 60 °C, Moppwäsche bei 100 °C
Der Narwal Flow 2 setzt auf neue Optik, rotierende Wischwalze und 100 °C heiße Reinigung. Wir haben den Premium-Saugroboter im Alltag getestet.
Narwal hat sich in den letzten Jahren einen festen Platz unter den Premium-Saugrobotern erarbeitet. Mit dem Flow 2 schickt der Hersteller nun den Nachfolger des erst kürzlich erschienenen Flow ins Rennen – und ändert dabei mehr, als die schlichte Versionsnummer vermuten lässt. Neu sind nicht nur das deutlich kompaktere Stationsdesign und ein 7.000 mAh großer Akku, sondern auch eine 31.000 Pa starke Saugleistung sowie eine Heißwasser-Selbstreinigung mit 100 °C.
Die markante rotierende Wischwalze hat Narwal beibehalten, weiterentwickelt und um eine 60 °C heiße Bodenreinigung ergänzt. Damit positioniert sich der Flow 2 klar im Oberhaus der Saugroboter, in dem Roborock, Dreame und Ecovacs den Ton angeben. Ob das Konzept aufgeht, wie er gegenüber dem Vorgänger abschneidet und ob der Preis von 1099 Euro gerechtfertigt ist, klärt unser Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Narwal Flow 2?
Beim Flow 2 setzt Narwal erstmals seit mehreren Generationen auf ein komplett neues Stationskonzept. Statt der klobigen Robotergarage gibt es nun eine kompakte, schmucke Kastenform. Die durchgehende Front aus mattem Aluminium wirkt edel und hochwertig, unsaubere Kanten oder Übergänge sucht man vergeblich. Eine LED-Leiste unterhalb der Front leuchtet je nach Status in unterschiedlichen Farben – etwa rot bei leerem Frischwassertank oder vollem Schmutzwasserbehälter.
Die beiden Wassertanks befinden sich auf der Oberseite und lassen sich dank deckellosem Design einfach entnehmen. Darunter verbergen sich Staubbeutel und Reinigungsflüssigkeit. Die Station misst 360 × 530 × 450 mm und wiegt 10 kg.
Narwal Flow 2 – Bilderstrecke
Der Roboter selbst bleibt dem Narwal-typischen Aufbau treu. Vorne sitzen zwei 1080p-Kameras, der Lidar-Sensor steckt auf der Rückseite. Letzteres bedeutet, dass sich der Roboter einmal um die eigene Achse drehen muss, um den gesamten Raum zu erfassen. Im Gegenzug fällt die Bauhöhe mit 95 mm flacher aus als bei vielen Topmodellen – wirklich flach sind aber nur Geräte um 80 mm. Mit einem Durchmesser von 363,5 mm und 5 kg Gewicht liegt der Flow 2 im üblichen Rahmen.
Der Staubbehälter des Roboters ist von der Oberseite erreichbar unter einem eingehakten Kunststoffdeckel, der so nicht einfach herausfallen kann. Die Wischrolle lässt sich mit seitlichen Knöpfen links und rechts lösen, klappt dann hoch und kann einfach herausgenommen werden. So kann man einfach die Bereiche darunter reinigen, was sich gelegentlich empfiehlt.
Einrichtung: Wie schnell ist der Narwal Flow 2 betriebsbereit?
Die Einrichtung verläuft unkompliziert. Nach dem Aufstellen der Station und dem Befüllen des Frischwassertanks scannt man einen QR-Code in der Narwal-App. Alternativ wählt man das Modell aus einer Liste und sucht das Gerät in der Umgebung. Dann konfiguriert man das WLAN – der Roboter unterstützt sowohl 2,4 GHz als auch 5 GHz, wobei 2,4 GHz empfohlen wird. Unser Hybrid-Netz mit gemeinsamer SSID funktionierte problemlos.
Die initiale Kartierung dauerte in unserem Fall rund 25 Minuten. Wer die Live-Videofunktion nutzen möchte, muss sie durch dreimaliges Drücken der Home-Taste freischalten. Auch Datenschutz- und Nutzungsbedingungen müssen bestätigt werden. Die visuellen Daten werden laut Narwal lokal verarbeitet und die Verarbeitung wurde TÜV-zertifiziert.
Die App wirkt übersichtlich und zackig, reagiert zuverlässig auf Eingaben und ist farblich mit den typischen lila Akzenten gestaltet. Allerdings fehlt es ihr an Detailtiefe bei den Reinigungsparametern – Roborock, Dreame und Ecovacs bieten hier mehr. Auch ist nicht alles sauber ins Deutsche übersetzt: Bei der Einrichtung fehlen auf einem Erklärbildschirm zu den Funktionen des Roboters die eigentlichen Texte, dort steht nur „Alle“ und unten der Button zur „Schnellkartierung“.
Narwal Flow 2 – App & Einrichtung
Die Sprachansagen kommen mit einer warmen, wohlklingenden Frauenstimme, neigen aber ebenfalls zu gehobener, akademischer Wortwahl. Wem das auf Dauer auf die Nerven geht, kann sie abschalten. Auch in der App finden sich solche Stilblüten: Erkannte Schmutzpartikel am Boden zeigt die Karte als „verstreute Granulatverschmutzung“ an – ein vergleichsweise kryptischer Begriff für etwas eigentlich Simples, aber durchaus belustigend. Noch amüsanter wurde es bei einer Firmware-Aktualisierung, die das „Whaling-Sorgerecht“ ankündigte – gemeint ist wohl der Freo-Modus, der Reinigungsparameter automatisch anhand von Reinigungshäufigkeit und Verschmutzung festlegt.
Ein integrierter Sprachassistent ist ebenfalls an Bord – allerdings scheint sich Narwal beim Namen noch nicht ganz einig zu sein: Das Aktivierungswort lautet „Hey Nawa“, in der App und an anderen Stellen wird der Assistent jedoch als „Navo Sprachassistent“ beschrieben. Daneben lässt sich der Flow 2 unter dem Bereich „Dritt-Steuerung“ auch mit Alexa und Google Home verbinden, zudem gibt es nun eine Matter-Integration.
Navigation: Wie gut erkennt der Narwal Flow 2 Hindernisse?
Der Flow 2 nutzt Lidar zur Kartierung sowie zwei 1080p-RGB-Kameras – was der Hersteller „Nar-Mind-Pro“ nennt und in der Praxis bedeutet, dass die Kamerabilder per KI ausgewertet werden, um Hindernisse zu erkennen, einzuordnen und zu umfahren. Die Navigation verläuft flott und effizient, beim Wenden stoppt der Roboter nicht ab. Ganz so flink wie der Vorgänger wirkt er aber nicht mehr.
Bei der Hinderniserkennung enttäuscht der Flow 2 für Narwal-Verhältnisse. Unter unserem Tisch stieß er wiederholt gegen Stuhlbeine und schob diese sogar leicht beim Rangieren. Die Füße eines freischwebenden Stuhls erkannte er mal als „Stativ“, mal nicht. Auch mit unserem Teppich tat er sich schwer: Mal erklomm er ihn problemlos, mal faltete er ihn auf oder schob ihn weg. Schwellen bis 40 mm überwindet der Flow 2 dank seiner Kletterfunktion dagegen souverän.
Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Narwal Flow 2?
Die größte Stärke des Flow 2 ist die rotierende Wischwalze. Im Gegensatz zu den weit verbreiteten Doppel-Pads handelt es sich um ein ringsum aufgespanntes, rotierendes Wischtuch, das mit 12 N Druck auf den Boden gepresst wird. 16 Düsen spülen das Tuch permanent mit 60 °C heißem Wasser, ein Schaber entfernt Rückstände, das Schmutzwasser landet im Abwassertank. Die größere Auflagefläche soll für eine intensivere Wischwirkung sorgen. Auf Hartboden liefert der Flow 2 damit ein gründliches, gleichmäßiges Wischbild und löst auch eingetrocknete Flecken souverän.
Beim Saugen leistet der Flow 2 mit 31.000 Pa starke Arbeit. Auf Hartboden erwischt er im Test 90 % der von uns verteilten Haferflocken. Allerdings hat Narwal die viel von uns gelobte doppelte Seitenbürste eingestrichen – also die zwei gegenläufig rotierenden Bürsten links und rechts, die Schmutz gezielt unter den Roboter zur Aufnahme schaufelten. Übrig bleibt nur eine einzelne Seitenbürste, die mehr Partikel durch den Raum schießt, wo sie außerhalb des Reinigungsbereichs liegen bleiben. Schade. Immerhin ist die verbliebene Bürste weiterhin zweiarmig und lässt sich nach innen zur Ansaugung klappen, damit sich dort verfangene Haare lösen können – eine Raffinesse, die schon die Vorgänger boten.
Auf Teppich enttäuscht der Flow 2 trotz Funktion zum Andrücken der Hauptbürste, die für eine stärkere Saugkraft auf der Fläche sorgen soll. Beim ersten Durchgang ließ er einiges des ausgebrachten Mehls aus und fuhr sogar mit den Rädern hindurch, was Abdrücke im restlichen Raum hinterließ. Beim zweiten Versuch lief es besser: 60 % des Mehls und 80 % der grobkörnigen Haferflocken fanden den Weg in den Staubbehälter – mäßige Resultate für ein Gerät dieser Preisklasse. Problematisch ist auch, dass die Wischwalze auf Teppich zwar angehoben, aber nicht weit genug weggeklappt wird. Sie streift den Teppich teils trotzdem und befeuchtet ihn leicht.
Narwal Flow 2 – Reinigung
Die Schmutzerkennung funktioniert dagegen gut: In 9 von 10 Fällen erkannte der Flow 2 die ausgebrachten Haferflocken im Test, markierte den betroffenen Bereich auf der Karte und reinigte ihn intensiver nach.
In der Station erfolgt die Selbstreinigung der Walze mit 100 °C heißem Wasser, anschließend trocknet 60 °C warme Luft die Walze. Das verhindert Gerüche zuverlässig. Hinzu kommen die automatische Reinigerdosierung, ein wechselbarer Filter sowie ein Antikalk-Modul. Den Staubbeutel will Narwal bis zu 120 Tage Schmutz aufnehmen lassen.
Die App bietet die Wahl zwischen Reinigung der gesamten Wohnung, einzelner Räume oder einer frei verschiebbaren Zone. Außerdem entscheidet man, ob der Roboter parallel saugt und wischt, erst saugt und dann wischt oder nur saugt. Die Lautstärke liegt bei 42 bis 58 dB(A), die Fahrmotoren arbeiten angenehm leise – aber nicht ganz auf Dreame-Niveau.
Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Narwal Flow 2?
Der Flow 2 verfügt über einen 7.000 mAh großen Lithium-Ionen-Akku (14,4 V, 6,5 Ah laut Datenblatt). Damit soll er laut Hersteller bis zu 289 m² am Stück reinigen können – ein Wert, den wir mit Vorbehalt einordnen, weil er nur unter idealen Bedingungen erreicht wird. Im Alltag reicht die Ladung problemlos für mittelgroße bis große Wohnungen aus. Sollte der Akku doch zur Neige gehen, fährt der Roboter zur Station, lädt zwischen und setzt die Reinigung anschließend fort. Die volle Ladezeit beträgt rund 3 h. Ein Akkumanagement soll laut Narwal die Alterung der Zelle reduzieren – ein Punkt, der sich erst über Jahre nachweisen lässt.
Preis: Was kostet der Narwal Flow 2?
Der aktuelle Preis des Narwal Flow 2 liegt bei 1099 Euro.
Optional bietet Narwal außerdem ein Modul für automatische Frischwasserzufuhr und Abwasserableitung an, das den Wartungsaufwand weiter reduziert.
Fazit
Der Narwal Flow 2 ist ein Saug- und Wischroboter mit klaren Stärken und überraschenden Schwächen. Die rotierende Wischwalze mit 60 °C heißem Wasser liefert auf Hartboden eine erstklassige Reinigung, die Station mit 100 °C Heißwasser-Selbstreinigung und Heißlufttrocknung verhindert Gerüche zuverlässig. Auch das neue Stationsdesign ist ein echter Hingucker und deutlich kompakter als beim Vorgänger.
Enttäuschend ist dagegen die Hinderniserkennung, die für Narwal-Verhältnisse einen Rückschritt darstellt – Stuhlbeine und Teppiche bringen den Flow 2 immer wieder aus dem Konzept. Auch die Teppichreinigung überzeugt trotz starker 31.000 Pa Saugleistung nicht durchgängig, und der Wegfall der zweiten Seitenbürste ist ein unverständlicher Schritt. Die App ist zwar flott, bleibt bei der Detailtiefe aber hinter Roborock und Dreame zurück. Wer überwiegend Hartboden besitzt und Wert auf eine herausragende Wischleistung legt, bekommt mit dem Flow 2 ein starkes Gerät. Wer viel Teppich hat, sollte sich die Konkurrenz genau ansehen.
Künstliche Intelligenz
Top 10: Der beste Sportkopfhörer im Test – Shokz vor Beats & Soundcore
Sport macht mit Musik oder Podcasts einfach mehr Spaß. Von In-Ear bis Open-Ear: Wir zeigen die zehn besten kabellosen Kopfhörer für Sport.
Wer regelmäßig Sport treibt, hört dabei häufig Musik, Podcasts oder Hörbücher. Das verhindert Langeweile und motiviert zusätzlich. Bluetooth-Kopfhörer sind die naheliegende Lösung. Vielen Smartphones fehlt inzwischen die Klinkenbuchse, zudem ist nichts ärgerlicher, als wenn sich das Kabel beim Sport verfängt. Klassische MP3-Player spielen beim Sport nur noch eine Nebenrolle – das Smartphone hat sie weitgehend abgelöst.
Die wohl größte Herausforderung für Sportkopfhörer ist Schweiß. Mit der Zeit fängt der Kopfhörer an, unangenehm zu riechen. Die In-Ear-Sportkopfhörer dieser Bestenliste bringen alle mindestens einen Spritzwasserschutz mit. Diese Kopfhörer kann man dann mit einem feuchten Tuch nach dem Training abwischen.
In dieser Top 10 zeigen wir die unserer Meinung nach besten Kopfhörer für sportliche Aktivitäten. Darunter befinden sich klassische Open-Ear-Kopfhörer, Clip-On-Kopfhörer, In-Ear-Kopfhörer, Knochenschallkopfhörer und Hybrid-Varianten.
Welcher ist der beste Sportkopfhörer?
Unser Testsieger ist der Shokz Openrun Pro 2 für 150 Euro (Galaxus). Dank des klassischen Bügeldesigns in zwei Größen sitzt er besonders sicher und bequem. Zudem kombiniert er konventionelle Schallübertragung mit Knochenschall und klingt so besser als die meisten Open-Ear-Konkurrenten.
Wer beim Sport Wert auf optimales ANC legt, der sollte sich unseren Technologiesieger Beats Powerbeats Pro 2 für 229 Euro (Amazon) genauer anschauen. Neben perfektem Halt, tollem Klang und langer Akkulaufzeit bietet er zudem eine Herzfrequenzmessung.
Wer sparen will, greift zu unseren Preis-Leistungs-Sieger Earfun Air Pro 4+ für 75 Euro (Amazon). Auch wenn nicht explizit für Sport ausgewiesen, sitzen die In-Ear-Kopfhörer mit ANC super im Ohr und bieten sich dank IP55 für sportliche Aktivitäten an. Abseits davon klingen sie auch noch richtig gut.
Welche Kopfhörer sind die besten für Sport?
Sportkopfhörer kommen mit Schweiß oder Regenwasser in Berührung. Deswegen berücksichtigen wir in dieser Bestenliste nur Modelle, die mindestens gegen Sprühwasser (IPX4) geschützt sind, besser ist hier der Schutz vor Strahlwasser (IPX5). Dann kann man sie selbst nach einem ausgiebigen Training oder einem Wolkenbruch unterwegs problemlos weiternutzen, auch ein feuchtes Abwischen aus Hygienegründen ist kein Problem. Die Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit wird grundsätzlich über IP-Codes definiert, die international einheitlich genormt sind.
Kopfhörer ab IPX7 sind sogar wasserdicht. In der Regel gilt das nur für Süßwasser ohne Zusätze bis in eine Tiefe von 1 Meter und für maximal 30 Minuten, außer der Hersteller macht andere Angaben, etwa zu Chlor- oder Salzwasser. Für eine ordentliche Reinigung im Waschbecken ist das praktisch. Einige Modelle sind sogar nach IPX8 wasserdicht. Andere bringen eine Militärzertifizierung mit, die die Oberfläche besonders robust gegenüber Salzwasser macht. Wir raten dennoch aus hygienischen Gründen dazu, nach jedem Training die Kopfhörer zumindest mit einem nassen Lappen abzuwischen.
Sportkopfhörer benötigen einen sicheren Halt. Es hilft nichts, wenn man beim Laufen ständig stoppen und die Kopfhörer neu einsetzen muss. Einige Formen haben sich bewährt: Bügel, die man übers Ohr legt, sowie Flügel, die den Bluetooth-Kopfhörer im Ohr halten. Ohrhaken halten die Hörer auch bei Sprints zuverlässig in Position und gelten als sicherste Variante für intensive Trainingseinheiten. Alternativ gibt es zudem Kopfhörer, die über ein Nackenband verfügen und Modelle, die wie ein Ohrring am Ohr halten. On-Ear-Kopfhörer für Sportler sind eher selten. Für diese Bestenliste berücksichtigen wir nur Modelle, die wirklich fest sitzen.
Welche Kopfhörer sind gut für Fitness?
Im Fitnessstudio zählt vor allem eines: Konzentration. Aktive Geräuschunterdrückung reduziert die Geräusche von Hantelbänken, Laufbändern und anderen Trainierenden deutlich. Hier spielen geschlossene In-Ear-Kopfhörer ihre Stärken aus. Modelle wie die Beats Powerbeats Pro 2 oder die Earfun Air Pro 4+ liefern beim Workout den nötigen Druck im Bass, sitzen sicher und überstehen Schweiß ohne Probleme. Für Yoga oder lockeres Cardio bietet sich ein Open-Ear-Modell an, welches die Umgebungswahrnehmung erhält.
In-Ear, On-Ear, Over-Ear oder Open-Ear
Kopfhörer lassen sich grob in vier Gruppen einteilen: In-Ear-Kopfhörer, On-Ear-Kopfhörer, Over-Ear-Kopfhörer und Open-Ear-Kopfhörer. Klassische Sportkopfhörer kommen meist im In-Ear-Format und sitzen mit Flügeln oder Ohrhaken sicher im Ohr.
Alle Geräte im Test verzichten komplett auf Kabel. Die beiden Ohrstöpsel kommunizieren kabellos mit dem Smartphone und miteinander – unser Testsieger Shokz Openrun Pro 2 verbindet beide Ohrteile mit einem Silikonbügel. True Wireless Earbuds bieten überwiegend ein Transportetui mit USB-C, das sie nicht nur sicher verwahrt, sondern zeitgleich auflädt. Das sorgt dafür, dass die Geräte fast immer voll sind.
In-Ear-Kopfhörer punkten zudem durch ihre Bauweise: Die Silikonstöpsel sitzen direkt im Gehörgang, dämpfen Umgebungsgeräusche passiv und liefern oft den besten Bass und detaillierten Klang.
Eine andere Kategorie sind sogenannte Open-Ear-Kopfhörer. Diese sitzen nicht im, sondern vor dem Gehörgang, lassen Umgebungsgeräusche also zu und eignen sich deshalb gut für Aktivitäten im Freien. Beispiele dafür sind die Shokz Openfit, Soundcore Aerofit 2 und Soundcore Aerofit Pro sowie Huawei Freeclip. Diese Bauform empfehlen wir speziell für Jogger sowie Radfahrer. Denn wer im öffentlichen Raum läuft oder mit dem Zweirad unterwegs ist, nimmt zwangsläufig am Straßenverkehr teil. Wichtig ist es hierbei, seine Umgebung mitzubekommen, um gefährliche Situationen zu vermeiden.
Eine exotische Spielart sind zudem Knochenschallkopfhörer wie der Shokz Openrun Pro 2. Die Schallwellen gelangen hier nicht nur durch das Ohr, sondern auch über Vibrationen durch den Schädelknochen – genauer die Wangenknochen – zum Hörzentrum. Der Gehörgang bleibt auch hier frei. Praktisch: Die Schallübertragung über Knochenleitung funktioniert sogar unter Wasser.
Noise Cancelling & Bluetooth
Active Noise Cancelling oder aktives Noise Cancelling (ANC) ist eine Technologie, die Umgebungsgeräusche unterdrückt, indem sie Gegenschall erzeugt. Mithilfe des integrierten Mikrofons erfasst der Bluetooth-Kopfhörer den Umgebungslärm und reagiert darauf. Der Gegenschall wird mit den Umgebungsgeräuschen überlagert, um sie zu neutralisieren. Noise-Cancelling-Kopfhörer eignen sich gut für laute Umgebungen wie Flugzeuge oder Büros, um ein ruhigeres Hörerlebnis zu ermöglichen.
Auch im Fitnessstudio kann es laut sein, da ist Active Noise Cancelling besonders praktisch und blendet störende Geräusche aus. Beim Joggen raten wir In-Ear-Nutzern allerdings dazu, auf einen Ambient-Aware-Modus zu wechseln. Dieser transparente Modus erlaubt es dem Nutzer, Umgebungsgeräusche bewusst wahrzunehmen, indem er die Außengeräusche über die Mikrofone durchlässt, um eine bessere Wahrnehmung der Umgebung zu ermöglichen. Gerade in der Stadt schützt das möglicherweise vor Unfällen. Wer den Sport im Freien liebt, sollte sich mit einem Open-Ear-Modell auseinandersetzen.
Für die kabellose Verbindung erfüllen die meisten hier gezeigten Sportkopfhörer mindestens Bluetooth 5.3. Der Standard bietet eine verbesserte Übertragungsgeschwindigkeit, größere Reichweite und höhere Datenübertragungskapazität im Vergleich zu älteren Bluetooth-Headsets. Er ermöglicht auch die gleichzeitige Verbindung mit mehreren Geräten. Die aktuellste Version ist Bluetooth 6. Diese verbessert unter anderem Effizienz, Stabilität und Funktionen rund um LE Audio. Bis sich die neue Version flächendeckend durchsetzt, sollte es jedoch noch eine Weile dauern.
Welche Sportkopfhörer halten am besten?
Sportkopfhörer im In-Ear-Format bringen neben mehreren Aufsätzen häufig auch verschieden große Silikon-Flügel mit. Für die perfekte Passform sollte man etwas experimentieren und unterschiedlich große Stöpsel und Flügel ausprobieren. Dabei muss man nicht auf beiden Seiten die gleichen Größen verwenden, Ohren können unterschiedlich sein. Ein guter Sitz sorgt nicht nur für mehr Sicherheit, sondern kann auch die Klangqualität deutlich erhöhen. Zwangsläufig muss aber nicht jeder In-Ear solche Flügel anbieten, wie sich in unseren Test zeigt, halten auch klassische Modelle mitunter hervorragend im Ohr.
Ohrhaken bieten die höhere Sicherheit bei dynamischen Bewegungen wie Sprints oder HIIT. Sie verhindern zuverlässig, dass die Hörer aus dem Ohr fallen. Toll sind auch Modelle im Clip-On-Format. Diese klemmen vergleichbar einem Ohrring am Ohr.
Auch physische Tasten sind im Sportkontext praktisch: Sie lassen sich auch mit verschwitzten Fingern oder bei Regen sicher bedienen, während Touch-Steuerungen oft Fehleingaben produzieren.
| 0 | ungeschützt | 0 | ungeschützt |
| 1 | Schutz gegen Fremdkörper > 50 mm / Schutz gegen Berührung mit dem Handrücken | 1 | Schutz gegen Tropfwasser |
| 2 | Schutz gegen Fremdkörper > 12 mm / Schutz gegen Berührung mit dem Finger | 2 | Schutz gegen Tropfwasser < 15 °C |
| 3 | Schutz gegen Fremdkörper > 2,5 mm / Schutz gegen Berührung mit Werkzeugen | 3 | Schutz gegen Sprühwasser |
| 4 | Schutz gegen Fremdkörper > 1 mm / Schutz gegen Berührung mit Draht | 4 | Schutz gegen Spritzwasser |
| 5 | Schutz gegen Staub / Schutz gegen Berührungen | 5 | Schutz gegen Strahlwasser |
| 6 | staubdicht, Schutz gegen Berührung | 6 | Schutz gegen schweres Strahlwasser |
| 7 | Schutz gegen zeitweises Untertauchen | ||
| 8 | Schutz gegen dauerhaftes Untertauchen |
Wie wichtig ist die Akkulaufzeit?
Die Akkulaufzeit von Trainingskopfhörern variiert stark. Die meisten Modelle bieten zwischen 6 und 12 Stunden Wiedergabezeit – mit Ladecase oft 24 bis 36 Stunden. Für eine Trainingseinheit reicht das mehr als aus, für längere Outdoor-Trainings oder mehrtägige Touren ohne Ladegelegenheit wird es schon enger.
Praktisch sind Schnellladefunktionen: Viele Modelle liefern nach nur 10 Minuten Ladezeit mehrere Stunden Wiedergabe. Wer täglich trainiert und keine Lust auf permanentes Nachladen hat, sollte auf mindestens 8 Stunden Laufzeit am Stück achten. Der Shokz Openrun Pro 2 schafft sogar 12 Stunden – ein Spitzenwert in der Kategorie – kommt allerdings ohne Ladecase zum Zwischenladen.
Welche Kopfhörer sind am besten zum Joggen?
Beim Joggen im öffentlichen Raum ist die Wahl klar: Open-Ear-Kopfhörer wie der Shokz Openrun Pro 2 oder der Soundcore Aerofit 2 Pro sind erste Wahl. Sie lassen Verkehrsgeräusche durch und erhöhen damit die Sicherheit massiv. Wer auf der Laufbahn oder im Wald unterwegs ist und keinen Verkehr fürchten muss, kann auch zu In-Ear-Modellen greifen – und im Zweifelsfall den Transparenzmodus einschalten. Wichtig beim Laufen: Der Sitz muss bombenfest sein, denn jeder Schritt erschüttert die Hörer. Auch die Schweißresistenz ist beim Laufen entscheidend – Mindeststandard ist IPX4.
Markt und Trends bei Sportkopfhörern
Der weltweite Markt für Sportkopfhörer wächst rasant. Laut Branchenanalysen steigt das Volumen von 5,6 Milliarden Dollar im Jahr 2024 auf voraussichtlich 20,9 Milliarden Dollar bis 2034 – ein jährliches Wachstum von 14,1 Prozent. Treiber ist das wachsende Fitness- und Gesundheitsbewusstsein vieler Verbraucher. Sportkopfhörer entwickeln sich vom Nice-to-have zum unverzichtbaren Trainingspartner. Hersteller reagieren mit immer spezialisierteren Modellen: Open-Ear-Designs für Läufer, robuste In-Ear-Earbuds fürs Studio, wasserdichte Knochenschallkopfhörer für Schwimmer. Die Auswahl wird für jeden Sportler größer – die Wahl entsprechend schwieriger.
Worauf muss ich beim Kauf eines Sportkopfhörers achten?
Die Wahl des idealen Sportkopfhörers hängt von der Art des Trainings, der Ohrform und den persönlichen Vorlieben ab. Dabei sind mehrere Punkte entscheidend: die Übertragungsweise (Bluetooth oder kabelgebunden), die Bauweise (In-Ear, On-Ear, Over-Ear oder Open-Ear), die Schutzklasse gegen Schweiß und Wasser sowie die Akkulaufzeit. Zusätzliche Funktionen wie Noise Cancelling oder integrierte Pulsmessung erhöhen den Nutzen, sind aber je nach individuellem Bedarf unterschiedlich wichtig.
Wer hauptsächlich im Fitnessstudio trainiert, profitiert von ANC und festem Sitz. Wer draußen joggt oder Rad fährt, sollte zu Open-Ear oder Knochenschall greifen. Schwimmer benötigen IPX8 und idealerweise einen integrierten Speicher. Kompromisse muss man fast immer eingehen – etwa zwischen perfektem Halt und hohem Tragekomfort oder zwischen langer Akkulaufzeit und kompakter Bauform. Wichtig vor dem Kauf: die eigene Hauptsportart und den typischen Ort des Trainings definieren.
Fazit
Bluetooth-Sportkopfhörer sollten fest sitzen und den Kontakt mit Wasser und Schweiß vertragen. Die von uns vorgestellten Modelle bieten alle einen guten Halt und kommen auch mit Feuchtigkeit zurecht. Noise Cancelling ergibt jedoch nicht bei allen Sportkopfhörern Sinn. Wir raten dazu, In-Ear-Kopfhörer mit ANC nur Indoor zu nutzen. Wer im Freien läuft oder radelt, findet bei einem Open-Ear-Kopfhörer eine spannende Alternative oder sollte zumindest bei In-Ears den transparenten Modus aktivieren.
Unser Testsieger Shokz Openrun Pro 2 überzeugt mit seinem Bügeldesign, der Kombination aus Knochenschall und konventioneller Schallübertragung sowie 12 Stunden Akkulaufzeit. Wer maximale Performance und Noise Cancelling beim Workout will, greift zu den Beats Powerbeats Pro 2. Sparfüchse machen mit den Earfun Air Pro 4+ alles richtig. In jedem Fall gilt: Der beste Sportkopfhörer ist der, der zur eigenen Sportart, zum eigenen Ohr und zum eigenen Trainingsalltag passt.
Mehr zum Thema Sound zeigen wir in diesen Bestenlisten:
Künstliche Intelligenz
AMD macht fast so viel Umsatz mit Serverprozessoren wie Intel
AMD ist auf bestem Wege, Intel beim Umsatz mit Serverprozessoren zu überholen. Anhand von Verkaufszahlen des Marktbeobachters Mercury Research schätzt AMD den eigenen Umsatzanteil im ersten Quartal 2026 auf 46,2 Prozent. Nach Stückzahlen gerechnet kommt die Firma mit ihren Epyc-Prozessoren auf 33,2 Prozent Marktanteil, wenn man nur die x86-CPUs von AMD und Intel betrachtet.
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Die Differenz zeigt, dass AMD seine Epyc-Prozessoren für Server und KI-Rechenzentren durchschnittlich deutlich teurer verkauft als Intel seine Xeons. AMD holt zudem kontinuierlich auf: Im vierten Quartal 2025 lag der Marktanteil nach Stückzahlen noch bei 28,8 Prozent, nach Umsatz bei 41,3 Prozent. Vor einem Jahr waren es 27,2 beziehungsweise 39,5 Prozent.
| Marktanteile AMD an x86-Prozessoren (Quelle: Mercury Research) | |||
| Kategorie | Q1/26 | Q4/25 | Q1/25 |
| Server | 33,2% | 28,8% | 27,2% |
| Desktop | 33,2% | 36,4% | 28,0% |
| Mobil | 28,3% | 26,0% | 22,5% |
Hohe Nachfrage dank KI-Agenten
Für Intel stellen die Verhältnisse momentan allerdings kein Problem dar. AMD macht Intel aktuell keinen Serverumsatz streitig, vielmehr wächst AMD noch schneller als der Konkurrent. Beide Unternehmen verkaufen momentan alle Serverprozessoren, die sie herstellen können. Die Bedeutung der CPUs wächst in Zeiten agentischer KI wieder und damit die Nachfrage durch Cloud-Hyperscaler.
In den kommenden Monaten dürfte sich AMDs Serverwachstum zudem wieder verlangsamen, da Intel zum Jahresbeginn einen Teil seiner Produktionskapazität von Core zu Xeon umgestellt hat. Das senkt kurzfristig den Ausstoß, der sich jetzt wieder normalisieren dürfte.
Gewinn bei Notebooks, Verlust bei Desktop-PCs
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Die Umstellung spiegelt sich im nach Stückzahlen größten Markt wider: Notebooks. AMDs Mobilanteil wächst binnen eines Quartals von 26 auf 28,3 Prozent. Der Umsatzanteil liegt nur minimal darüber, der Durchschnittspreis ist also ähnlich hoch wie bei Intel.
Einzig im deutlich kleineren Desktop-Segment lässt AMD Federn. Gegenüber Ende 2025 sinkt der Marktanteil von 36,4 auf 33,2 Prozent. Der Umsatzanteil fällt von 42,6 auf 37,6 Prozent. Das könnte auch an Intels Core Ultra 7 270K Plus und Core Ultra 5 250K Plus liegen, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen.
Fest steht, dass Desktop-Prozessoren aktuell keine Priorität genießen. AMD glaubt, dass der Gaming-Umsatz in der zweiten Jahreshälfte erheblich einbrechen wird, angefacht durch die Speicherkrise und hohe Komponentenpreise.
(mma)
Künstliche Intelligenz
Mini-Kameras in der Öffentlichkeit: Das Strafrecht versagt bei Smart Glasses
Die Szene wirkt unverfänglich: Ein junger Mann spricht zwei Frauen am Hamburger Alsterufer an, es folgt ein kleiner Smalltalk im Sonnenschein. Für die damals 29-jährige Zeina war die Begegnung im Bikini bedeutungslos, bis sie sich wenig später unvermittelt auf TikTok wiedersah. Das Video ging viral, hunderte Kommentare bewerteten ihren Körper und ihr Aussehen. Gefilmt wurde sie aus der Ego-Perspektive ihres Gegenübers, ohne dass ein Smartphone oder eine Kamera zu sehen waren.
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Das Werkzeug waren Smart Glasses, die optisch kaum von einem herkömmlichen Modell zu unterscheiden sind. Damit ist es aber möglich, mehr oder weniger diskret alles aufzuzeichnen, was der Träger sieht. Wie SWR-Recherchen zeigen, steht der geschilderte Fall beispielhaft für eine neue Dimension der digitalen Grenzüberschreitung.
Die heimliche Hamburger Aufnahme und Veröffentlichung deckt laut Experten eine Gesetzeslücke im deutschen Strafrecht auf. Wer glaubt, dass ein solch massiver Eingriff in die Privatsphäre automatisch strafbar ist, irrt. Die Kölner Rechtsprofessorin Indra Spiecker genannt Döhmann warnt vor den erheblichen Defiziten der aktuellen Gesetzgebung: Heimliches Filmen im öffentlichen Raum sei zwar verboten, ziehe aber in aller Regel keine strafrechtlichen Konsequenzen nach sich.
Als strafbar gelten Aufnahmen derzeit primär in Bereichen, die gegen Einblicke besonders geschützt sind – etwa die eigene Wohnung oder eine Umkleidekabine. Beliebte Orte des öffentlichen Lebens wie das Alsterufer, das Oktoberfest oder auch Schwimmbäder und Saunen zählen nach aktueller Rechtsprechung dagegen nicht dazu.
Bevölkerung fordert Konsequenzen
Dabei ist das Problembewusstsein in der Bevölkerung hoch. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap im Auftrag des SWR verdeutlicht das Ausmaß: 85 Prozent der Wahlberechtigten betrachten es als großes oder sehr großes gesellschaftliches Problem, wenn Menschen in privaten oder intimen Situationen heimlich gefilmt und die Aufnahmen missbraucht werden. Unter Frauen liegt dieser Wert sogar bei fast 90 Prozent.
Die Diskrepanz zwischen dem Unbehagen der Bürger und dem realen Schutz durch den Staat ist damit enorm. Betroffene können sich nicht auf die Hilfe von Polizei und Staatsanwaltschaft verlassen, sondern müssen auf eigene Faust und eigenes finanzielles Risiko zivilrechtlich wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts klagen. Das ist oft teuer und kräftezehrend.
Die rasante Technikentwicklung befeuert die juristische Schutzlosigkeit. Modelle wie die Kooperation von Meta und Ray-Ban boomen. Laut dem Herstellerpartner EssilorLuxottica wurden allein 2025 weltweit sieben Millionen solcher Smart Glasses verkauft.
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Die Realität auf Plattformen wie TikTok oder Instagram zeigt längst die Schattenseiten: Unter Hashtags wie „rizz“ – abgeleitet von Charisma – verbreiten selbst ernannte Dating-Coaches und „Pickup-Artists“ Aufnahmen von Frauen am Strand, in Bars oder auf der Straße. Zwar verfügen die Geräte über ein kleines Licht, das eine laufende Aufnahme signalisieren soll. Doch das lässt sich abkleben. Meta betont auf Anfrage, Nutzer seien selbst für die Einhaltung von Gesetzen verantwortlich.
Neuer Gesetzentwurf greift offenbar zu kurz
Auch das von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) vorgelegte Gesetz zum Schutz vor digitaler Gewalt wird laut Spiecker wenig an der bestehenden Gesetzeslücke ändern. Zwar würden damit Aufnahmen in Saunen künftig explizit unter Strafe stehen, doch der Entwurf bleibe insgesamt zu speziell und rechtstechnisch eine unglückliche Lösung. Besonders die Formulierung, dass Aufnahmen in „sexuell bestimmter Weise“ erfolgen müssen, um strafbar zu sein, biete zu viel Interpretationsspielraum.
Ob das Filmen einer Frau im Bikini am Alsterufer bereits dieses Kriterium erfüllt, bleibt juristisch umstritten. Das hilft Betroffenen in der Praxis kaum weiter. Das Justizressort will sich zu den offenen Fragen derzeit nicht äußern und verweist auf die Zuständigkeit der Gerichte im Einzelfall. Doch für Experten wie Spiecker steht fest: Ohne eine grundlegende, praxistaugliche Reform des Strafrechts drohe der öffentliche Raum zu einer Zone zu werden, in der das Recht am eigenen Bild durch die Verbreitung unauffälliger Smart Glasses de facto ausgehöhlt wird.
(mma)
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