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Airseekers Tron im Test: Leistungsstarker Mähroboter mit speziellem Mulchsystem


Der Airseekers Tron mäht ohne Kabel, mit RTK, fünf Kameras und Flowcut. Ob er damit im Alltag überzeugt, zeigt der Test.

Der Airseekers Tron ist ein auffälliger Mähroboter, der je nach Modell für größere Rasenflächen von 1800 m², 2400 m² und 4000 m² vorgesehen ist. Er arbeitet ohne Begrenzungskabel, nutzt (N)RTK und setzt zusätzlich auf mehrere Kameras. Das Flowcut-System soll Schnittgut ansaugen und besonders fein zerkleinern. Hinzu kommen ein interessantes Design und ein starker Akku. Ob das im Alltag überzeugt, zeigt der Test.

Design und Verarbeitung

Der Airseekers Tron wirkt nicht wie ein dezenter Gartenroboter, sondern auf den ersten Blick wie ein zu klein geratenes Offroad-Quad mit seltsamen Vorderrädern. Während die Hinterräder groß und grob profiliert sind, stehen die Vorderräder schräg und jeweils im 45-Grad-Winkel nach innen eingeschlagen. Dabei handelt es sich um omnidirektionale Räder, die Bewegung nicht nur in eine, sondern in mehrere Richtungen erlauben – obwohl sie starr montiert sind. Das Gehäuse ist groß, kantig und bietet optisch eine Art externen Rahmen oder Gitterstruktur, was robust und modern wirkt.

Mit rund 35 cm Bauhöhe gelangt der Tron nicht unter niedrige Gartenmöbel oder flache Überhänge. Für verwinkelte Gärten mit vielen Engstellen ist das ungünstig, auf offenen Flächen stört die Größe weniger. Der Materialeindruck ist solide, das Gehäuse wirkt stabil und nicht zu filigran. Der Lieferumfang ist ausreichend umfangreich, sofern die RTK-Antenne direkt an der Ladestation aufgestellt werden kann. Ansonsten fehlt ein Verlängerungskabel, das separat erworben werden muss. Alternativ hat eines der letzten Updates vor dem Test die Net-RTK-Funktionalität freigeschaltet. Dann ist keine zusätzliche Antenne mehr nötig, sondern eine Datenverbindung. Diese ist nach Angaben des Herstellers kostenfrei – allerdings nur für zwei Monate.

Eine Garage gehört nicht zur Grundausstattung, dabei hätte sie womöglich ein Problem verhindern können, das bei dem ersten Testgerät zum Austausch führte. Denn an den Ladekontakten von Roboter und Station bildeten sich Verbrennungen wie durch einen Lichtbogen, wodurch der Roboter nicht mehr laden konnte. Grund könnten die komplett ungeschützten Ladekontakte sein – Strom und Regenwasser sind eine schlechte Kombination. Dabei ist der Wetterschutz für Roboter und Station grundsätzlich mit IPX6 angegeben, beides also auch gegen Strahlwasser resistent. Dank Regensensor fährt der Mäher bei einem Schauer auf Wunsch zurück in die Station. Ein Display gibt es am Mäher nicht, wohl aber drei Tasten zur grundlegenden Steuerung.

Die Standard-Schnittbreite beträgt 22 cm. Mit der größeren Scheibe, die im Shop erhältlich ist und aktuellen Modellen kostenfrei beiliegt, beträgt sie etwa 27 cm. Einen separaten Kantentrimmer gibt es nicht. Dadurch bleibt an Mauern, Beeten und festen Begrenzungen ein ungemähter Rand von etwa 12 cm stehen, mit der größeren Scheibe rund 7 cm.

Das Schneidwerk sitzt mittig unter dem Roboter. Die Standard-Schnittbreite beträgt 22 cm. Mit der größeren Scheibe, die im Shop erhältlich ist und aktuellen Modellen kostenfrei beiliegt, beträgt sie etwa 27 cm. Einen separaten Kantentrimmer gibt es nicht. Dadurch bleibt an Mauern, Beeten und festen Begrenzungen ein ungemähter Rand von etwa 12 cm stehen, mit der größeren Scheibe rund 7 cm.

Eine Besonderheit ist das Flowcut-System. Airseekers verwendet drei übereinanderliegende Klingenpaare sowie eine Art Rotor über dem Mähwerk, mit dem ein Sog erzeugt wird. Schnittgut soll dadurch aufgerichtet, aufgewirbelt und mehrfach geschnitten werden. Das sollte sich zumindest bei höherem Gras positiv bemerkbar machen, da kleine Grasstückchen besser zwischen den Halmen auf den Erdboden rieseln und ihm so wieder Nährstoffe zuführen können. Ein weiterer Pluspunkt ist der wechselbare Akku. Bei besonders großen Flächen kann so theoretisch die Ladezeit umgangen werden. Externer Akku und das passende Ladegerät müssen separat erworben werden.

Inbetriebnahme und App

Da kein Begrenzungsdraht verlegt werden muss, ist die grundsätzliche Installation des Airseekers Tron schnell erledigt. Neben dem Aufbau von Ladestation und gegebenenfalls RTK-Antenne erfolgt nur noch die Einbindung in die Airseekers-App. Am einfachsten gelingt das über das Einscannen des QR-Codes, der sich hinter einer Klappe auf der Rückseite des Roboters verbirgt. Wer Net-RTK nutzen möchte, braucht die RTK-Antenne nicht. Ein Wechsel zwischen RTK und Netzwerk-RTK lässt sich später über die App vornehmen, allerdings ist dann eine neue Kartierung nötig – was unpraktisch ist.

Die App bietet trotzdem die meisten wichtigen Grundfunktionen. Dazu gehören Kartenverwaltung, Zonen, Sperrbereiche, Verbindungspfade, Zeitpläne, Randmähen, Zonenmähen und globales Mähen.

Die Kartierung erfolgt wie gewohnt per Fernsteuerung in der App. Der Nutzer fährt dabei den Roboter wie ein ferngesteuertes Auto entlang von Rasengrenzen, internen Ausgrenzungen wie Beeten und Verbindungswegen zwischen Mähzonen, von denen der Tron bis zu 80 speichert. Das ist bei kabellosen Mährobotern üblich, verlangt aber Sorgfalt. Erschwert wird dies durch die vorderen, starren omnidirektionalen Räder, wodurch der Roboter bei jeder Unebenheit vorn etwas aus der geplanten Bahn geschubst wird. Das Fahrverhalten bei der Kartierung ist dadurch teils recht nervös, besonders an langen Geraden, auch wenn der Roboter dies durch schnelles Gegensteuern selbstständig wieder ausgleicht. Da die Pendelbewegungen durchaus einige Zentimeter betragen können, ist besonders genaues Fahren damit kaum möglich.

Eine automatische KI-Kartierung wurde vom Hersteller angekündigt, war zum Testzeitpunkt aber noch nicht verfügbar. Die App bietet trotzdem die meisten wichtigen Grundfunktionen. Dazu gehören Kartenverwaltung, Zonen, Sperrbereiche, Verbindungspfade, Zeitpläne, Randmähen, Zonenmähen und globales Mähen. Auch die Schnitthöhe lässt sich elektrisch einstellen, der Bereich reicht von 30 bis 90 mm. Die hohe Maximalschnitthöhe ist praktisch, wenn der Rasen nach einer längeren Pause nicht sofort zu stark gekürzt werden soll.

Die Airseekers-App bietet Zugriff auf die wichtigsten Einstellungen des Roboters. Allerdings könnte sie etwas intuitiver sein.

Die App zeigt Statusinformationen zu Akku, Verbindung und Positionierung. Außerdem gibt es Einstellungen für Licht, Stimme, Nachtmodus und Firmware-Aktualisierungen. Die LED-Beleuchtung an Roboter und Station ist auffällig und stylish, kann aber leider nur ganz oder gar nicht abgeschaltet werden – trotz Nachtmodus. Mit diesem werden die Helligkeit zwar automatisch deutlich gedimmt und Tonsignale abgeschaltet, weiteren Einfluss darauf hat der Nutzer jedoch nicht. Früher offenbar vorhandene Probleme mit der deutschen Lokalisierung der App sind inzwischen weitgehend behoben. Was fehlt, sind feinere Einstellungen für schwierige Bereiche und die Hinderniserkennung. Im Fernsteuermodus, in dem man durch die einzelnen Kameras schauen kann, waren bei dem Testgerät die seitlichen Kameras extrem überbelichtet und die hintere blieb schwarz.

Ein Hauptkritikpunkt: Ein Bearbeiten von bestehenden Zonen ist nicht möglich, und das Zusammenführen zweier direkt nebeneinanderliegender Zonen mit teilweiser Überlappung funktionierte im Test trotz entsprechender Option in der App ebenfalls nicht. Das ist für einen Hersteller, der von Beginn an Automapping und einige andere Dinge, wie mähbare Muster verspricht, ein erheblicher Mangel. Auch eine Einbindung ins Smart Home ist derzeit nicht möglich.

Der Airseekers Tron ist geländegängig, bietet einen großen und austauschbaren Akku, ist im Mähbetrieb aber relativ laut.

Navigation und Hindernisvermeidung

Der Tron nutzt RTK oder wahlweise Netzwerk-RTK, VSLAM und ein Kamerasystem mit fünf Kameras. Im klassischen RTK-Betrieb wird die beiliegende GPS-Antenne aufgestellt, die wie immer freie Sicht nach oben haben muss. N-RTK kommt ohne diese zusätzliche Hardware im Garten aus, setzt aber eine stabile Datenverbindung voraus. Dafür kommen WLAN oder 4G infrage. Der Hersteller spricht dank der Kameras von 300-Grad-Sicht. Der große Tron besitzt Frontkameras, Seitenkameras und eine einzelne Heckkamera. Damit soll er Grenzen erkennen, Hindernissen ausweichen und ohne Begrenzungskabel sauber arbeiten.

Im Alltag zeigt sich ein typisches Problem von GPS-basierten Mährobotern, auch wenn es beim Airseekers-Modell nur moderat ausfällt: RTK-Systeme funktionieren auf offenen Flächen am besten, Bereiche unter Bäumen, an Hauswänden, neben hohen Hecken oder in Schattenlagen erschweren die genaue Ortung. Entsprechend bleibt die Navigation des Tron lange ausreichend stabil, wirkt aber in Bereichen mit schwachem GPS-Empfang zunehmend weniger souverän. Dann stoppt der Mäher häufiger und arbeitet weniger effizient. Einmal kam es im Test an einer schwierigen Stelle sogar zum Stillstand, bis das Modell manuell in einen Bereich mit freiem Blick in den Himmel gefahren wurde. Generell wirkt der Roboter auch etwas konfus und mäht bisweilen unvermittelt an einer anderen Stelle im Garten, um später seine Arbeit an der kürzlich zurückgelassenen Stelle zu beenden.

Die Spurführung ist ein weiterer Kritikpunkt. Die schräg stehenden Vorderräder führen auf unebenem Rasen zu einem unruhigen Lauf, wodurch keine geraden Linien, sondern immer leichte Schlangenlinien entstehen. Diese sind zwar auf lange Sicht ebenfalls schnurgerade, wirken in der Nahbetrachtung jedoch immer etwas wackelig. Die Hinderniserkennung ist brauchbar, aber nicht fehlerfrei. Große, gut sichtbare Objekte wurden im Test meist erkannt. Kleinere oder ungünstig liegende Hindernisse schräg versetzt zur Fahrtrichtung machten mehr Schwierigkeiten. Ein Tennisball wurde nicht zuverlässig erkannt, und ein Gartenschlauch wurde meist, aber nicht immer souverän umfahren. Auch beim Rangieren kann der Roboter trotz seitlicher Kameras Objekte berühren oder verschieben, dabei sollen die genau das verhindern.

Bei der Geländegängigkeit ist der Tron gut aufgestellt. Airseekers nennt eine Hindernisüberwindung von 5 bis 6,5 cm, eine Dachlatte mit 3,7 cm überwand er im Test problemlos. Die Steigfähigkeit liegt laut Hersteller bei 65 Prozent respektive 33 Grad. Trotzdem drehen die angetriebenen Hinterräder selbst auf trockenem Rasen meist kurz durch, bevor sie Grip finden und das lange Chassis herumwuchten können. Auf feuchtem oder weichem Untergrund kommt es noch deutlich mehr zu durchdrehenden Rädern, und einmal hat sich der Tron im Test sogar auf sandiger Erde festgefahren. Für schmale, verwinkelte Gärten ist er deshalb nur eingeschränkt geeignet, zumal er im Test Durchfahrtsbreiten von 80 cm noch ordentlich bewältigte, die Durchfahrtswahrscheinlichkeit bei 70 cm aber schon deutlich sank. Zur tatsächlichen Mindestdurchfahrtsbreite macht der Hersteller keine klaren Angaben. Der Randschnitt ist ebenfalls ein Problem, darauf wird im nächsten Kapitel eingegangen.

Bei der Geländegängigkeit ist der Tron gut aufgestellt. Airseekers nennt eine Hindernisüberwindung von 5 bis 6,5 cm, eine Dachlatte mit 3,7 cm überwand er im Test problemlos. Die Steigfähigkeit liegt laut Hersteller bei 65 Prozent beziehungsweise 33 Grad.

Mähleistung im Alltag

Beim Mähen hat der Airseekers Tron viel Kraft. Der Hersteller nennt für das Mähwerk 300 W Nennleistung und eine deutlich höhere Spitzenleistung. Damit erreicht die Drehscheibe bis zu 6000 Umdrehungen pro Minute und soll so für einen sauberen Schnitt sorgen. Im Test kam der Roboter auch mit höherem Gras grundsätzlich zurecht, auch wenn er dafür nicht ausgelegt ist. Das Flowcut-System ist interessant, hat im Test jedoch nicht überzeugt. Bei regelmäßig gepflegtem Rasen soll es helfen, Schnittgut feiner zu verteilen. Bei manuell vorgeworfenen längeren Halmen blieben im Test jedoch sichtbare Reste liegen – ähnlich wie bei anderen Mährobotern.

Die empfohlene Fläche liegt beim großen Tron bei 2400 Quadratmetern. Solche Angaben hängen aber stark von der Beschaffenheit des Gartens ab. Im Test in einem teils recht verwinkelten Garten mähte der Tron mit einer Akkuladung problemlos rund 350 Quadratmeter und hatte danach noch Reserven. Das ist eine starke Leistung.

Die größte Schwäche ist der Randschnitt. Da das Mähwerk mittig sitzt, bleibt an festen Begrenzungen ein Streifen stehen, was an Mauern, Zäunen oder Hochbeeten Nacharbeit nötig macht. Bei aktivierter Hinderniserkennung befährt der Tron die angelernten Grenzen nicht, wenn Zweige in die Mähfläche ragen. Er weicht ihnen aus und lässt das Gras darunter ungemäht. Dieses Verhalten zeigen grundsätzlich alle Mähroboter mit aktivierter Hinderniserkennung. Allerdings lässt sich diese pro Zone abschalten, sodass zumindest unter Büschen gemäht wird. Vorteilhafter wäre eine Lösung wie bei Sunseeker, bei der bestimmte Bereiche markiert werden können – etwa bei in der Rasenfläche stehenden Bäumen und Büschen – in denen die Hinderniserkennung deaktiviert wird. Dann müsste sie nicht für die gesamte Zone ausgeschaltet werden, sondern nur für einzelne Flächen.

Und eine weitere Problematik ist aufgefallen: die Lautstärke. Gemeint ist damit nicht nur das Fahr- und Mähgeräusch, das mit über 60 dB und beim Mähen nahe 70 dB aus einem Meter Entfernung gemessen wurde. Das ist für einen Mähroboter deutlich zu laut. Hinzu kommen zudem diverse Piepgeräusche, deren Lautstärke sich nicht einstellen lässt. Diese sind mitunter drei Gärten weiter zu hören. Nur die Sprachausgabe lässt sich in der Lautstärke regeln.

Akku

Der Akku mit seinen 15 Ah ist eine klare Stärke des Airseekers Tron. Wer möchte, kann dank Wechselmöglichkeit einen zweiten Akku samt externem Ladegerät hinzukaufen und dann ohne Ladezeit weitermähen. Außerdem wird so ein einfacher Wechsel bei Verschleiß oder Defekt des Akkus möglich – das bieten nicht viele Konkurrenten. Die Laufzeit liegt bei rund drei Stunden am Stück, danach geht es zum Zwischenladen. Die Ladezeit beträgt etwa zweieinhalb Stunden.

Preis

Den Airseekers Tron gibt es in drei Varianten. Der SE mit einem 10-Ah-Akku unterstützt Rasenflächen bis 1800 m² und kostet regulär 1399 Euro und war auch schon für 1199 Euro im Angebot. Der Tron 2400 mit 15-Ah-Akku für 1999 Euro ist für Rasenflächen bis 2400 m² ausgelegt, während der Tron Plus, ebenfalls mit 15 Ah-Akku, für 2299 Euro Rasengrößen bis 4000 m² mäht.

Fazit

Der Airseekers Tron ist kein schlechter Roboter, aber er wirkt insgesamt wie von der Zeit überholt. So verlässt er sich auf GPS-Empfang zur Navigation satt Lidar, setzt auf die starr montierten Vorderräder, die schon beim Ecoflow Blade (Testbericht) keine gute Idee waren und hat auch bei der App immer noch Aufholbedarf zu den Versprechungen des Herstellers. Deren Umfang ist außerdem noch zu gering, vor allem fehlt eine Editierfunktion für bestehende Mähzonen. Dabei ist längst nicht alles negativ. Positiv sind der große wechselbare Akku, die kräftige Antriebstechnik, die hohe Steigfähigkeit und das grundsätzlich vor allem auf offenen Flächen gut funktionierende kabellose Navigationskonzept. Auch das Flowcut-System ist ein interessanter Ansatz, auch wenn es nicht restlos überzeugt hat.

Im Alltag überwiegen leider die Probleme. Die Navigation wirkt in schwierigen Bereichen nicht immer sicher und an festen Grenzen mäht er nicht randlos. Die Hinderniserkennung ist hilfreich, aber nicht verlässlich. Hinzu kommt eine zu hohe Lautstärke von Motor, Mähscheibe und akustischen Warnsignalen. Vieles davon könnte per Software behoben oder verbessert werden, allerdings hatte der Hersteller dafür bereits mehr als genug Zeit. So wird es schwierig, eine Empfehlung auszusprechen.



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Digitaler Euro: Strikte Obergrenze für Besitz durch Privatpersonen geplant


Der Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) des EU-Parlaments hat am Dienstag seine Position zum digitalen Euro beschlossen. Mit deutlicher Mehrheit votierten die Abgeordneten für die gesetzlichen Grundlagen einer digitalen europäischen Zentralbankwährung. Verhandlungsführer des Parlaments hatten bereits Anfang Juni einen Durchbruch erzielt. Das Prestigeprojekt nimmt so nun die nächste formelle Hürde.

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Das von den Wirtschaftspolitikern befürwortete „Einheitswährungspaket“ besteht aus drei Gesetzesentwürfen, die neben dem digitalen Euro selbst auch dessen Bereitstellung in Nicht-Euro-Staaten der EU sowie den Schutz von physischem Bargeld regeln. Die Digitalwährung soll künftig als innovative, sichere und für Verbraucher kostenlose Alternative zu außereuropäischen Zahlungsdienstleistern wie Visa, Mastercard oder PayPal fungieren.

Ein Pfeiler des Entwurfs ist die Verankerung von Datenschutz direkt in der Technik (Privacy by Design). Der digitale Euro soll sowohl online als auch offline funktionieren, wobei die Offline-Variante via lokaler Speicherung auf Endgeräten wie Smartphones konzipiert ist. Für diesen Modus fordern die Abgeordneten ein Schutzniveau, das dem von gedrucktem Bargeld gleicht. Mithilfe moderner kryptografischer Verfahren wie Zero-Knowledge-Proofs soll die Verifizierung von Transaktionen gelingen, ohne dass persönliche Daten offengelegt werden müssen.

Die Europäische Zentralbank würde demnach keinen Zugriff auf Identitätsdaten der Nutzer erhalten. Da die Offline-Nutzung wie Bargeld funktioniert, bedeutet dies im Umkehrschluss aber auch, dass bei einem Verlust des Speichermediums das darauf befindliche Guthaben verloren ist.

Um die Stabilität des klassischen Finanzsystems nicht zu gefährden, sieht die Position des Ausschusses strikte Obergrenzen für die Haltung digitaler Euros durch Privatpersonen vor. Diese Höchstgrenze soll von der EU-Kommission auf Basis von Empfehlungen der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegt und alle zwei Jahre überprüft werden. Das EU-Parlament fordert dabei ein Mitspracherecht ein.

Unternehmen dürften die Digitalwährung zudem grundsätzlich nicht als Wertaufbewahrungsmittel horten, sondern eingehende Zahlungen nur für maximal 24 Stunden ansammeln. Ferner wird der digitale Euro dem Votum nach generell nicht verzinst. Das System soll flächendeckend von Banken, E-Geld-Instituten und sogar regulierten Krypto-Dienstleistern vertrieben werden. Die meisten Händler werden zur Annahme verpflichtet, ausgenommen sind lediglich Kleinstbetriebe und Selbstständige, wenn sie ohnehin keinerlei digitale Zahlungen akzeptieren.

Besonderen Wert legen die Abgeordneten auf die Kostenfreiheit der Grundfunktionen für Verbraucher sowie auf eine klare Trennung der EZB-Rolle von ihrer klassischen Geldpolitik. Vor dem eigentlichen Start, an den sich eine mindestens zweijährige Einführungsphase anschließen soll, müsste die Zentralbank die technische Infrastruktur ausgiebig in der Praxis testen. Damit wollen die Volksvertreter Risiken wie die zweifache Ausgabe von Offline-Geld ausschließen. Zugleich stellen sie klar, dass der digitale Euro das Bargeld nur ergänzen und nicht ersetzen soll.

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Euro-Staaten werden gesetzlich dazu verpflichtet, den Zugang zu Münzen und Scheinen flächendeckend zu sichern und reine „No Cash“-Verbote durch Händler zu untersagen. Vor allem vulnerable Gruppen wie Senioren sollen so nicht abgehängt werden. Jeder EU-Bürger erhält dem Plan zufolge das Recht auf ein Digital-Euro-Konto. „Das bedeutet auch Schutz vor politisch motivierten Sanktionen“, erläutert der Volt-Abgeordnete Daniel Boeselager. „Aktivisten, Richterinnen oder Menschenrechtsverteidiger können nicht mehr einfach von Zahlungsdiensten ausgeschlossen werden, weil sie jemandem missfallen.“

„Mit dem Einheitswährungspaket schützen wir die Freiheit der Bürger, selbst zu wählen, wie sie bezahlen möchten“, betont der Berichterstatter Fernando Navarrete Rojas (EVP), der das Vorhaben skeptisch sieht. Niemand solle vom Bargeld weggedrängt werden oder ohne eine sichere, krisenfeste und genuin europäische digitale Zahlungsoption dastehen. Europa müsse sich nicht zwischen dem Digitaleuro und erfolgreichen privaten Bezahllösungen entscheiden, beide könnten koexistieren: „Bestehende Standards und Infrastrukturen sollten möglichst wiederverwendet werden. Dadurch können sich europäische Zahlungslösungen an eine gemeinsame Akzeptanzinfrastruktur koppeln und grenzüberschreitend interoperabel werden.“

Die Verhandlungsmandate für die drei Gesetzestexte werden zu Beginn der Plenarsitzung im Juli offiziell verkündet. Im Anschluss stehen die finalen Gespräche mit dem EU-Rat an. Erst nach einer Einigung mit den Regierungsvertretern kann das Regelwerk dann in Kraft treten.


(mki)



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Samsung produziert ab Jahresende High-End-Speicher UFS 5.0


Samsung will im vierten Quartal 2026 die Serienproduktion von Universal Flash Storage (UFS) 5.0 beginnen. Solcher Massenspeicher dürfte folglich 2027 in High-End-Smartphones, hochpreisigen Embedded-Systemen und in Autos debütieren. Ein geeigneter Kandidat wäre die Smartphone-Serie Galaxy S27 im Frühling 2027.

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In der eigenen Ankündigung übernimmt Samsung die Erwartungen der JEDEC Solid State Technology Association, die für den UFS-Standard verantwortlich ist. Eigene UFS-5.0-Bausteine sollen eine Lesegeschwindigkeit von bis zu 10,8 Gigabyte pro Sekunde (GByte/s) erreichen. Schreibend sind bis zu 9,5 GByte/s drin.

Verglichen mit bisherigen UFS-4.1-Bausteinen ist das mehr als doppelt so viel; sie kamen noch auf maximal 4,3 GByte/s. Dazu nutzt der Nachfolgestandard primär modernere Speicher-Interfaces, die die Signalqualität erhöhen und dadurch doppelte Transferraten schaffen. Die Effizienz für bewegte Megabyte pro Watt soll auch dank modernerer Fertigungstechnik um bis zu 40 Prozent steigen. Das heißt, für die gleichen Datenmengen benötigt UFS 5.0 weniger Energie als UFS 4.1, in der Spitze steigt die elektrische Leistungsaufnahme aber.

Samsung will Varianten mit Kapazitäten bis einem Terabyte herstellen. Auf einem Mainboard wird typischerweise ein einzelner Baustein verlötet, der bei UFS 5.0 um 16,7 Prozent schrumpft. Samsung nennt Abmessungen von 7,5 mm × 13 mm × 0,9 mm. Jeder gesparte Quadratmillimeter ist insbesondere bei Smartphones und Wearables wichtig, da so mehr Platz für andere Komponenten bleibt.

Andere Hersteller dürften ebenfalls bis Ende 2026 die Serienproduktion von UFS 5.0 beginnen. Kioxia etwa hat bereits angekündigt, Testmuster an Hersteller zu verteilen. Unter anderem SK Hynix ist typischerweise ebenfalls vorn mit dabei.


(mma)



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Meta Glasses: Neue KI-Brillenmarke löst sich vom Ray-Ban-Design


Mark Zuckerberg persönlich hat auf Instagram den Verkaufsstart der neuen Meta Glasses verkündet. Die smarten Brillen entstehen erneut aus einer Zusammenarbeit mit dem Brillenkonzern EssilorLuxottica. Anders als bei den Ray-Ban Meta Smart Glasses tritt Meta hier allerdings erstmals unter eigenem Namen als Brillenmarke auf. Preislich liegen die neuen Modelle unterhalb der zweiten Ray-Ban-Generation.

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Zum Start gibt es drei Rahmenformen. Die rechteckige Form „Adventurer“ in zwei Größen, die kantigere „Fury“ und ein ovales Modell, das gemeinsam mit Kylie Jenner entworfen wurde. Insgesamt stehen 26 Kombinationen aus acht Farben und verschiedenen Gläsern zur Wahl, darunter Sonnen- und Transitionsgläser, polarisierte und klare Varianten. Wer Korrekturgläser braucht, kann sie nachträglich beim Optiker einsetzen lassen, ohne die Garantie zu verlieren.

An den Grundfunktionen ändert sich wenig gegenüber den bestehenden Modellen. Die Meta Glasses bieten freihändige Foto- und Videoaufnahme, offene Lautsprecher, Windgeräuschunterdrückung über mehrere Mikrofone und gut acht Stunden Akkulaufzeit. Das mitgelieferte Lade-Etui soll die Gesamtlaufzeit auf bis zu 40 Stunden erweitern können und einen neuen „Meta Glasses Charging Stand“ gibt es jetzt ebenfalls. Ein Knopf am Bügel oder ein Sprachbefehl ruft den KI-Assistenten Meta AI auf.

Der eigentlich spannende Unterschied steckt in der Software. Die Meta Glasses sind die ersten Brillen im Sortiment, die ab Werk mit „Muse Spark“, dem neuen KI-Modell aus Metas Superintelligence Labs laufen. Es soll besser erkennen, was Nutzer gerade sehen, und im Alltag gezielter unterstützen, etwa bei Terminen oder Ernährungsfragen. Das Modell kommt per Update auch auf die Ray-Ban Meta- und Oakley Meta-Brillen in Nordamerika.

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Dazu kündigt Meta einige Software-Neuerungen an, die alle Brillen betreffen. Eine „Dynamic Photo“-Funktion soll automatisch mehrere Bilder schießen und das Beste vorschlagen. Eine Fußgängernavigation mit Sprachanweisungen kommt bald auch auf Brillen ohne Display. Die Echtzeit-Übersetzung wächst von bislang sechs auf zwanzig Sprachen. Neu dabei sind unter anderem Japanisch, Mandarin und Koreanisch.

Meta und EssilorLuxottica haben im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben sieben Millionen smarte Brillen abgesetzt. Ob die günstigere Eigenmarke diesen Vorsprung weiter ausbaut, hängt auch vom regulatorischen Umfeld ab. In der EU geraten Kamerabrillen zunehmend ins Visier von Datenschützern und Parlamentariern.

Sie kritisieren Risiken durch heimliche Aufnahmen und mögliche Gesichtserkennung. EssilorLuxottica glaubt offenbar nicht an einen Abschwung. Ab 2027 sollen smarte Brillen auch in Italien gefertigt werden, was in Bezug auf drohende EU-Regulierungen kein Nachteil sein dürfte.

Die Meta Glasses sind ab sofort in 17 Ländern erhältlich, darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Für die Modelle „Adventurerer“ und „Fury“ nennt Meta jeweils Preise ab 309 Euro, die „Starfire Kylie Edition“ beginnt bei 419 Euro.


(joe)



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