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Künstliche Intelligenz

Blockierte Straße von Hormus: Heliumknappheit wirkt sich auf Chip-Produktion aus


In den Lieferketten der Halbleiterindustrie macht sich der Wegfall eines erheblichen Teils der Lieferungen von Helium infolge des Irankriegs und der Blockade der Straße von Hormus jetzt bemerkbar. Das berichtet Reuters unter Berufung auf Branchenexperten. Das Edelgas ist ein Nebenprodukt der Förderung und Weiterverarbeitung von Erdgas und etwa ein Drittel des weltweiten Nachschubs habe bislang aus Katar gestammt, dem größten Erzeuger nach den USA. Der Preis dafür war nach Beginn des Kriegs schon stark angestiegen, einen weiteren Sprung hat er laut der New York Times nach einem iranischen Angriff auf die größte katarische Anlage zur Verflüssigung von Erdgas gemacht. Die Reparatur der dortigen Produktionsanlage für Helium könnte demnach Jahre dauern.

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Helium kommt den Berichten zufolge in verschiedenen Teilen der Produktionskette von Halbleitern zum Einsatz, unter anderem zur Kühlung, bei der Erkennung von Lecks und in der Präzisionsfertigung. Wirkliche Alternativen gebe es nicht. Hersteller wie TSMC, Samsung und SK Hynix könnten Probleme bekommen, die Produktionslinien am Laufen zu halten, schreibt die New York Times. Das könnte zu sich auftürmenden Problemen in der kompletten IT-Branche führen, mit bislang unabsehbaren Folgen. Weil das Element auch anderswo zum Einsatz kommt, könnte ein Engpass auch die wissenschaftliche Forschung, die Medizin und die Raumfahrt treffen. „Ein Heliummangel ist wirklich besorgniserregend“, fasst der Lieferkettenexperte Cameron Johnson gegenüber Reuters zusammen.

Die Straße von Hormus bildet den Ausgang des Persischen Golfs, alle Schiffe, die dort hinein- oder herausfahren, müssen sie durchqueren. Nachdem Israel und die USA vor einem Monat damit begonnen haben, den Iran anzugreifen, hat die Islamische Republik diesen Schiffen gedroht und den Seeweg damit faktisch gesperrt. Bislang wurde öffentlich primär über die Folgen dieser Sperre für die Versorgung der Welt mit Öl und Gas diskutiert, langsam rücken aber auch andere Lieferketten in den Fokus. So wird neben einem beträchtlichen Teil des globalen Heliums auch ein Großteil des Düngers für die Landwirtschaft in aller Welt durch die enge Wasserstraße befördert. Eine längere Sperre könnte auch hier dramatische Folgen haben.

Zusätzliche Engpässe in der Chip-Produktion kann die IT-Industrie aktuell nicht gebrauchen: Schon die riesige Nachfrage nach Speicherchips und Prozessoren für den Bau von KI-Rechenzentren führt zu einem akuten Mangel und stark steigenden Preisen. Experten haben längst befürchtet, dass der Krieg gegen den Iran und die Angriffe in der Region diese Krise weiter verschärfen könnte. Eine Heliumknappheit könnte die Hersteller jetzt zwingen, KI-Chips noch stärker gegenüber Standardchips zu priorisieren. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die Straße von Hormus bald wieder freigegeben und eine sichere Durchfahrt möglich sein wird.


(mho)



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KI-Überwachung in der Straßenbahn: Mehr Sicherheit im Fahrgastraum?


Die Straßenbahn am späten Abend: Ein Ort, an dem man das Gefühl von Sicherheit schnell verlieren kann. Was passiert, wenn ein Konflikt eskaliert oder man von fremden Personen angegangen wird?

Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) setzt jetzt auf Technik, um genau diese Momente zu entschärfen. Ein KI-System „beobachtet“ den Fahrgastraum und erkennt aggressives Verhalten, um im Notfall schnell Alarm zu schlagen. Doch wie kann eine KI unterscheiden, ob zwei Menschen sich nur überschwänglich begrüßen oder ob eine ernsthafte Gefahr droht? Und wie kann sie Menschen analysieren, ohne deren Persönlichkeitsrechte zu verletzen?

In unserem Videobeitrag werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Technik und klären, wie die KI tatsächlich funktioniert. Wir sprechen mit einem der Entwickler über die ethischen Herausforderungen eines KI-Systems, das zwar helfen, aber nicht das menschliche Urteilsvermögen ersetzen soll.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „KI-Überwachung in der Straßenbahn: Mehr Sicherheit im Fahrgastraum?“.
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Freiwillig statt Zwang: Das doppelte Spiel um die EU-Chatkontrolle


Die politischen Verhandlungen über das hoch umstrittene EU-Gesetz zu einer potenziellen verpflichtenden Chatkontrolle biegen auf die Zielgerade. Am Montag soll in den Verhandlungen in Brüssel ein Durchbruch erzielt werden. Seit Jahren warnen Bürgerrechtler, Datenschützer und IT-Experten vor einer anlasslosen Massenüberwachung privater Kommunikation. Das zentrale Argument der Befürworter – neue gesetzliche Instrumente seien zur Bekämpfung von sexuellem Kindesmissbrauch unverzichtbar – wird aber durch aktuelle Zahlen widerlegt.

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Wie aus einer von Netzpolitik.org veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, melden Tech-Unternehmen weiterhin freiwillig in großem Umfang Hinweise auf Kindesmissbrauch an die Behörden. Das Bundeskriminalamt erhält demnach über 10.000 solcher Eingaben pro Monat. Die bestehenden Mechanismen funktionieren also auch ohne eine gesetzlich vorgeschriebene Durchleuchtung privater Nachrichten.

Noch im Herbst hatte die Bundesregierung versprochen, eine flächendeckende Überwachung ohne konkreten Verdacht werde es nicht geben. Interne Dokumente und aktuelle Verhandlungen in Brüssel zeichnen indes ein anderes Bild.

Eine Schlüsselrolle spielt die Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP). Das Europäische Parlament hatte sich im März ausdrücklich gegen eine Verlängerung der ausgelaufenen Ausnahmeregelung ausgesprochen, die Tech-Unternehmen freiwillige Chatkontrollen erlaubte. Dennoch schlug Parlamentspräsidentin Roberta Metsola (EVP) in einem ungewöhnlichen Schritt vor, die bereits abgelehnte Regelung erneut auf die Tagesordnung des Ministerrates zu setzen.

Einem Bericht zufolge geht die Initiative auf die EVP-Führung um CSU-Politiker Manfred Weber zurück. Die Mitgliedstaaten beraten bereits über eine Wiederbelebung des Vorschlags. Abgeordnete werfen Metsola vor, das Parlamentsmandat zu unterlaufen und den Gesetzgebungsprozess parteipolitisch zu instrumentalisieren.

Konstantin Macher von der Digitalen Gesellschaft spricht von einem Skandal. Das Parlament habe bereits mehrfach gegen anlasslose Chatkontrollen votiert. Abstimmungen dürften nicht beliebig wiederholt werden, bis das gewünschte Ergebnis erreicht werde.

Parallel gerät die Bundesregierung durch veröffentlichte interne Dokumente unter Druck. Während Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) öffentlich erklärte, eine anlasslose Chatkontrolle werde es mit ihr nicht geben, zeigen Ratsprotokolle eine andere Linie. Ein Dokument vom 17. Juni belegt, dass die deutsche Verhandlungsführung in Brüssel einen möglichst breiten Einsatz anlassloser Scans mit nur minimalen Einschränkungen unterstützt: Bereits am 10. Juni hatte sich die deutsche Delegation für eine weitreichende Überwachung ausgesprochen.

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Federführend für die Verhandlungen ist das Bundesinnenministerium unter Alexander Dobrindt (CSU). Noch im Herbst hatte Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) das Vorhaben mit dem vorsorglichen Öffnen sämtlicher Privatbriefe verglichen und eine Zustimmung ausgeschlossen. Ein Sprecher Dobrindts erklärte im März gegenüber heise online: „Die Bundesregierung hat sich bereits 2025 darauf geeinigt“, dass sich die einschlägige EU-Verordnung „auf die dauerhafte Ermöglichung freiwilliger Maßnahmen auf solider rechtlicher Grundlage in der EU fokussieren soll“. Der nun dokumentierte Kurs in Brüssel steht dazu im Widerspruch. Die Digitale Gesellschaft fordert daher Konsequenzen innerhalb der Koalition. Justizministerin Hubig müsse Dobrindt entgegentreten, wenn sie glaubwürdig sein wolle.

Experten warnen seit Beginn der Debatte, dass eine verpflichtende Chatkontrolle faktisch das Aufbrechen sicherer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erfordern würde. Dienste wie WhatsApp, Signal oder Threema könnten dann nicht mehr dieselbe Vertraulichkeit garantieren. Dadurch entstünden erhebliche Risiken für die IT-Sicherheit und den Schutz der Privatsphäre.

Das Bündnis „Chatkontrolle Stoppen!“ mobilisiert deshalb kurz vor dem sogenannten Trilog erneut die Öffentlichkeit. Es fordert die Verhandler auf, zur bereits 2023 beschlossenen Position des Parlaments zurückzukehren und auf eine anlasslose Überwachung privater Kommunikation zu verzichten.


(nen)



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Xcode 26.6: Google Gemini zieht als Programmierassistent in Apples IDE ein


Apples Entwicklungsumgebung Xcode bietet jetzt auch Google Gemini als Programmierassistent direkt in der IDE an. Mit der frisch erschienenen Version 26.6 müssen Entwickler dafür nicht bis zum Herbst warten. Zuvor war Gemini nach der Entwicklerkonferenz WWDC bereits in der Beta von Xcode 27 eingeführt worden, die Mitte Juni herauskam. Apple und Google arbeiten bekanntlich zusammen. Die Gemini-KI-Modelle kommen zum Einsatz, um zusammen mit Apples eigener KI-Arbeit eine verbesserte Sprachassistenz, Siri AI, zu ermöglichen. Jetzt kommt diese Kooperation auch Entwicklern zugute: Googles KI gesellt sich in der Xcode-IDE zu den bereits integrierten Anthropic Claude Agent und OpenAI Codex.

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Mit der direkten Integration des agentischen Codings bietet Apple seit Xcode 26 eine niedrigschwellige Möglichkeit an, beliebte KI-Modelle für das Entwickeln von Apps einzusetzen. In Xcode 26.3 wurde dies erweitert. Wie Claude Code und GitHub Copilot dabei im direkten Vergleich abschneiden, zeigt unser Praxistest zum Prompten statt Coden in Xcode. Deren Integration soll mit Xcode 27 weiter vertieft werden. Auf der WWDC zeigte Apple in Demos für Entwickler, wie diese künftig zum Beispiel mehrere Anfragen parallel bearbeiten können. Auch wurde weiter an der optischen Aufbereitung gefeilt. Vor zwei Jahren hatte Apple noch einen eigenen Ansatz verfolgt, den Swift Assist, der es allerdings niemals in die Beta schaffte.

Version 26.6 von Xcode ist ansonsten ein kleines Update, das einfach nur die SDKs fortschreibt und Bugs behebt. Es umfasst Swift 6.3 sowie SDKs für iOS 26.5, iPadOS 26.5, tvOS 26.5, visionOS 26.5 und macOS 26.5.

Mit Xcode 27, das für registrierte Entwickler jetzt schon als Testversion bereitsteht, stehen größere Veränderungen ins Haus. So soll die Software zunächst durch die Entfernung der Intel-Mac-Kompatibilität 30 Prozent kleiner im Umfang und schneller sein. Entwickler, die mit mehreren Computern arbeiten, dürften sich über die Synchronisation von Einstellungen über die iCloud freuen. So werden individuelle Änderungen der Benutzeroberfläche und Anzeigeeinstellungen automatisch auf andere Macs übertragen. Dies ist besonders nützlich, da Apple die Personalisierung in Xcode 27 ausbaut. So können pro Projekt verschiedene Themes eingestellt werden, um das Aussehen des Editors anzupassen, und die Toolbars können auch nach eigenen Bedürfnissen gestaltet werden.

Auf gemischte Reaktionen stößt der neue Device Hub. Er soll den Simulator ablösen, mit dem Apps auf dem Mac ausprobiert werden konnten. Der Device Hub ist im Vergleich dazu ein mächtigeres Werkzeug, das neben dem Management der Simulatoren auch das physischer Testgeräte in sich vereint. Auch können Simulatoren in der Größe dynamisch angepasst werden, was manche als Hinweis auf ein faltbares iPhone im Herbst werten. Insgesamt stößt das neue Konzept in ersten Reaktionen auf breite Zustimmung. Im Detail gibt es aber noch Nachbesserungsbedarf: So waren zum Beispiel Stimmen von Entwicklern zu hören, die zum Beispiel die pixel- und punktgenaue Darstellung des bisherigen Simulators vermissen. Gut möglich, dass Apple dies aber im weiteren Beta-Verlauf noch nachliefert.

Apple führt in Xcode 27 außerdem mit dem Agent Client Protocol (ACP) ein offenes Protokoll ein, das die KI-Schnittstellen erweitert. Das Model Context Protocol (MCP) wird nativ unterstützt und öffnet die Tür zu Partnern, die ihre Anwendungen direkt integrieren. Die KI-gestützte Code-Vervollständigung soll dank lokaler KI-Modelle schneller als vorher laufen. Die fertige Version von Xcode 27 wird im Herbst erwartet, wenn auch iOS 27 und die weiteren großen Software-Updates erscheinen.

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(mki)



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