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Künstliche Intelligenz

Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku


Test: Bluetti Pioneer Na bringt Natrium-Ionen-Akku in die Powerstation-Welt – überzeugt mit AC-Effizienz und Kälte-Tauglichkeit.

Die Bluetti Pioneer Na ist keine Powerstation, die vor allem über Rekordkapazität auffallen will. Ihr wichtigstes Merkmal ist die Zellchemie: Statt LiFePO4 oder NMC nutzt Bluetti hier einen Natrium-Ionen-Akku, im Datenblatt als SIB geführt. Die Nennkapazität liegt bei 900 Wh, das Gewicht bei 16 kg, die Abmessungen betragen 340 × 247 × 317 mm. Laut Handbuch darf die Pioneer Na von –15 °C bis 40 °C geladen und von –25 °C bis 40 °C entladen werden.

Damit zielt die Pioneer Na auf Einsatzbereiche, in denen klassische Lithium-Powerstations oft unpraktisch werden: Wintercamping, kalte Garagen, Gartenhäuser, Hütten, Fahrzeuge, Baustellen oder Notstromsituationen bei niedrigen Temperaturen. Viele LiFePO4-Geräte liefern bei Kälte zwar noch Strom, verweigern aber das Laden, sobald die Zellen zu kalt sind. Die Pioneer Na kann hier mehr Spielraum bieten.

Der Fortschritt liegt also nicht darin, dass Bluetti das Powerstation-Design neu erfindet. Gehäuse, Display, Anschlusslayout und Bedienlogik wirken vertraut. Das ist eher ein Vorteil als ein Makel: Die Pioneer Na fühlt sich im Alltag nicht experimentell an, obwohl im Inneren eine neue Akkuchemie arbeitet.

Natrium-Ionen-Zellen haben nicht die höchste Energiedichte. Genau das merkt man am Gewicht. Für 900 Wh sind 16 kg Gesamtgewicht weder übertrieben schwer noch als Leichtgewicht zu verstehen. Für dieses etwas höhere Gewicht verspricht die Technik bessere Kälteeigenschaften, eine lange Lebensdauer und eine Rohstoffbasis ohne Lithium und Kobalt. Bluetti bewirbt die Pioneer Na als langlebigen Speicher mit mehr als 4.000 Ladezyklen. Das macht sie nicht nur zu einem Winter-Spezialisten, sondern auch zu einem spannenden Langzeittest für eine neue Akku-Generation.

Verarbeitung, Display und Anschlüsse

Das Gehäuse wirkt sauber verarbeitet, die integrierten Griffe sitzen stabil und machen den Transport unkompliziert. Die bläulich-graue Farbgebung hebt die Pioneer Na sichtbar von vielen klassischen Powerstations ab. Sie wirkt eigenständig, ohne verspielt zu sein.

Vorn sitzen zwei Schuko-Ausgänge mit zusammen 1.500 W Dauerleistung, eine 12-V-Kfz-Buchse, vier USB-A-Ports, ein USB-C-Port mit bis zu 100 W sowie der DC-Eingang. Auf der Oberseite befindet sich zusätzlich ein kabelloses Ladepad mit bis zu 15 W. Seitlich sitzen AC-Eingang, Sicherung und Erdungsanschluss. Laut Handbuch liefert der AC-Ausgang insgesamt 1.500 W, die 12-V-Buchse 12 V / 10 A, USB-C bis zu 100 W und das Wireless-Charging-Pad 5, 7,5, 10 oder 15 W.

Das Display ist hell, übersichtlich und zeigt direkt am Gerät die wichtigsten Werte: Ladezustand, Eingangs- und Ausgangsleistung, Restzeit, Frequenz und aktive Ausgänge. In der App lassen sich zusätzliche Details abrufen, etwa PV-Spannung und PV-Strom. Das war bei unserem Solartest hilfreich, weil die App nicht nur die Ladeleistung, sondern auch Spannung und Strom des PV-Eingangs anzeigte.

Ein zweiter USB-C-Port wäre trotzdem wünschenswert gewesen. Viele Nutzer laden heute parallel Notebook, Smartphone, Kamera oder Tablet. Der vorhandene USB-C-Port ist mit 100 W stark genug für viele Notebooks, aber ein einzelner Port wirkt etwas knapp. Die App-Anbindung läuft per Bluetooth. Für Konfiguration und Kontrolle vor Ort reicht das gut aus; für Fernzugriff aus größerer Entfernung oder Smart-Home-nahe Szenarien wäre WLAN komfortabler.

luetti nennt für die Pioneer Na einen sehr niedrigen Standby-Verbrauch von rund 1,5 W. Mit eingeschaltetem AC-Wechselrichter liegen die Verluste naturgemäß höher; für Laufzeitabschätzungen rechnet Bluetti im Handbuch mit einem Eigenverbrauch von rund 15 W.

Leistung: 1.500 W Dauerlast und Power-Lifting

Die AC-Seite gehört zu den Stärken der Pioneer Na. Offiziell liefert sie 1.500 W Dauerleistung. Für Überlast gibt Bluetti 1.500 bis 1.800 W für 2 Minuten, 1.800 bis 2.250 W für 5 Sekunden und noch höhere Lasten nur für sehr kurze Spitzen an. Damit deckt die Powerstation viele typische Verbraucher ab: Kaffeemaschine, kleiner Wasserkocher, Kompressor-Kühlbox, Werkzeug, Staubsauger, Router, Notebook-Set-up oder Beleuchtung.

Der Power-Lifting-Modus erweitert den Spielraum für einfache Heizlasten. Er ist laut Handbuch für reine Widerstandslasten wie Wasserkocher, Heizdecken, Haartrockner oder ähnliche Geräte gedacht. Obwohl solche Verbraucher mit bis zu 2.250 W betrieben werden können, bleibt die tatsächliche Ausgangsleistung der Pioneer Na weiterhin auf 1.500 W begrenzt. Praktisch senkt die Powerstation dafür die Spannung, damit diese Geräte weiterlaufen, ohne die Powerstation sofort zu überlasten und zum Abschalten zu zwingen.

Für empfindliche Elektronik, Computer, Netzteile oder Geräte, welche eine reine Sinuswellenspannung ohne Spannungseinbrüche benötigen, ist dieser Modus nicht gedacht. Im Alltag ist er trotzdem eine sinnvolle Ergänzung, weil gerade Heizgeräte kurzzeitig hohe Anforderungen stellen können.

Entladung: Sehr gute nutzbare AC-Kapazität

Für die Energie- und Effizienzmessungen wurden zwei vollständige Entladezyklen von 100 % auf 0 % durchgeführt. Zur Absicherung liefen parallel drei strommessende Smart-Plugs mit: Shelly Plug S Gen3, Tasmota-Refoss-P11 und Aubess Zigbee Smart Plug.

Messergebnisse – Entladung

Entladetest #1 ca. 440 W 0,79 kWh 0,80 kWh 0,78 kWh
Entladetest #2 ca. 920 W 0,85 kWh 0,86 kWh 0,84 kWh

Damit liefert die Pioneer Na im AC-Betrieb 0,78 bis 0,86 kWh nutzbare Energie. Der rechnerische Mittelwert liegt bei rund 0,83 kWh.

Bezogen auf die Nennkapazität von 900 Wh ergibt sich folgende AC-Entladeeffizienz:

Niedrigster Messwert 0,78 kWh / 0,90 kWh 86,7 %
Höchster Messwert 0,86 kWh / 0,90 kWh 95,6 %
Mittelwert ca. 0,83 kWh / 0,90 kWh ca. 92 %

Das ist ein starkes Ergebnis. Die Pioneer Na gibt am AC-Ausgang einen sehr hohen Anteil ihrer Nennkapazität frei. Sie wirkt hier nicht wie ein Gerät mit großem verstecktem Sicherheitspuffer, sondern wie eine Powerstation, die ihre 900 Wh im Alltag sehr gut nutzbar macht.

Dass in unseren Messungen die höhere Last sogar leicht mehr nutzbare Energie ergab, sollte man nicht überinterpretieren. Messgerätetoleranzen, Lastprofil, Temperatur und BMS-Verhalten spielen hier mit hinein. Entscheidend ist die Gesamtaussage: Die AC-Ausbeute der Pioneer Na ist für eine 900-Wh-Powerstation sehr überzeugend. Ergänzende Vergleichsmessungen mit anderen Lastpunkten bestätigen diese Größenordnung.

Die Powerstation Bluetti Pioneer Na kann bis –15 °C geladen und bis zu –25 °C entladen werden.

AC-Laden: Schnell, flexibel und alltagstauglich

Die Pioneer Na bietet laut Handbuch die drei AC-Lademodi Standard, Turbo und Silent. Standard und Silent lassen sich direkt am Gerät wählen, Turbo wird über die App aktiviert. Für erweiterte Einstellungen verweist das Handbuch ebenfalls auf die App, unter anderem zur Anpassung des maximalen Netzeingangsstroms.

In der App unseres Testgeräts gibt es zusätzlich einen Custom-Modus. Dort lässt sich der maximale Netz-Ladestrom von 1 A bis 7 A einstellen.

Custom-Modus – rechnerische Ladeleistung bei 230 V

1 A 1 x 230 V 230 W
2 A 2 x 230 V 460 W
3 A 3 x 230 V 690 W
4 A 4 x 230 V 920 W
5 A 5 x 230 V 1.150 W
6 A 6 x 230 V 1.380 W
7 A 7 x 230 V 1.610 W

Praktisch limitiert die Pioneer Na die AC-Ladeleistung auf rund 1.400 W. Die 7-A-Stufe ist also die Maximalstellung, aber keine reale 1.610-W-Ladung.

Gerade dieser Custom-Modus ist im Alltag sehr nützlich. Auf Campingplätzen, an schwach abgesicherten Steckdosen, im Altbau oder am Generator lässt sich die Ladeleistung fein abgestuft begrenzen, ohne auf grobe Presets angewiesen zu sein. Das ist ein echter Pluspunkt, weil die Pioneer Na damit nicht nur schnell, sondern auch sehr kontrolliert laden kann.

Messergebnisse – Laden

Ladetest #1 Turbo ca. 1.410 W 1,13 kWh 1,13 kWh 1,10 kWh 68 Minuten
Ladetest #2 Standard ca. 440 W 1,13 kWh 1,14 kWh 1,11 kWh 2 h 36 min

Auffällig positiv: Die bezogene Netzenergie bleibt in beiden Modi nahezu gleich. Turbo spart also vor allem Zeit, ohne in unseren Messungen deutlich mehr Energie zu verbrauchen. Wer schnell wieder einsatzbereit sein muss, lädt in gut einer Stunde voll. Wer nachts, im Wohnmobil oder besonders leise laden möchte, nutzt Standard oder Silent.

Round-Trip-Effizienz: Solide Gesamtbilanz

Für die Round-Trip-Effizienz wird die aus dem Netz bezogene Ladeenergie den anschließend entnehmbaren AC-Energiemengen gegenübergestellt.

Berechnungsgrundlage

Ladeenergie 0-100 % ca. 1,10 bis 1,14 kWh
Typische Ladeenergie ca. 1,12 bis 1,14 kWh
Entnehmbare AC-Energie 0,78 bis 0,86 kWh

Round-Trip-Ergebnis

Worst Case 0,78 kWh / 1,14 kWh ca. 68 %
Best Case 0,86 kWh / 1,13 kWh ca. 76 %
Praxiswert Mittel aus den Messungen ca. 73-74 %

Das ist kein Rekordwert, aber für die Gesamtkette aus AC-Lader, Batteriemanagement, Natrium-Ionen-Zellen, Ladeendphase und DC-zu-AC-Wandler plausibel. Wichtig ist die Einordnung: Die reine AC-Entladung ist sehr effizient, und genau dort überzeugt die Pioneer Na besonders. Die Round-Trip-Verluste fallen vor allem dann ins Gewicht, wenn man die Powerstation regelmäßig als stationären Zwischenspeicher mit vielen Vollzyklen nutzt.

Beim Eigenverbrauch muss man zwischen Standby und aktivem Wechselrichter unterscheiden. Bluetti nennt für die Pioneer Na einen sehr niedrigen Standby-Verbrauch von rund 1,5 W. Mit eingeschaltetem AC-Wechselrichter liegen die Verluste naturgemäß höher; für Laufzeitabschätzungen rechnet Bluetti im Handbuch mit einem Eigenverbrauch von rund 15 W. Für Camping, mobile Arbeit, kalte Einsatzorte und Notstrom ist die hohe nutzbare AC-Kapazität im Alltag meist wichtiger als ein maximaler Round-Trip-Spitzenwert.

 In der App lassen sich zusätzliche Details abrufen, etwa PV-Spannung und PV-Strom. Das war bei unserem Solartest hilfreich, weil die App nicht nur die Ladeleistung, sondern auch Spannung und Strom des PV-Eingangs anzeigte.

Solarladen: Stark, wenn die Spannung passt

Der Solareingang ist mit bis zu 500 W ordentlich dimensioniert. Die Pioneer Na akzeptiert am DC-Eingang 12 bis 60 V, maximal 10 A und maximal 500 W. Genau diese 10-A-Grenze ist in der Praxis entscheidend.

Unser Praxistest zeigt sehr gut, worauf es ankommt. Angeschlossen wurde ein 500-W-Solarmodul. Zum Testzeitpunkt hat dieses Modul direkt zuvor an einem anderen System ungefähr 400 W geliefert. An der Pioneer Na zeigte die App jedoch 32,7 V, 10,0 A und 329 W. Am Gerät selbst waren rund 330 W Eingang zu sehen.

Messergebnisse – Solarladen

Angeschlossenes Modul 500-W-Solarmodul
Erwartbare Modulleistung zum Testzeitpunkt ca. 400 W
Anzeige App: Spannung 32,7 V
Anzeige App: Strom 10,0 A
Anzeige App: Leistung 329 W
Anzeige Gerät ca. 330 W

Nicht das Panel war hier der Engpass, sondern die Stromgrenze des Solareingangs der Pioneer Na. Wer volle 500 W Ladeleistung nutzen möchte, benötigt daher mehr Spannung. Bei 10 A erfordern 500 W mindestens 50 V unter Last. Ein einzelnes 500-W-Modul mit niedrigerer Arbeitsspannung wird also vor Erreichen seiner Nennleistung ausgebremst.

Das ist kein Defekt, sondern eine typische MPPT-Grenze, die man bei der Modulwahl berücksichtigen muss. Mit einem passenden Modul-Set-up oder einer geeigneten Reihenschaltung mehrerer Module lässt sich die Pioneer Na deutlich besser laden. Wichtig bleibt die obere Spannungsgrenze: Diese darf 60 V nicht überschreiten.

USV, Pass-Through und Generatorbetrieb

Die Pioneer Na unterstützt Durchgangsladen und kann gleichzeitig Verbraucher versorgen. Für den USV-Betrieb nennt Bluetti eine Umschaltzeit von höchstens 20 ms. Das reicht nicht für jede hochkritische IT-Anwendung, ist aber für typische Notstromszenarien wie Router, kleine Netzwerkgeräte, Beleuchtung oder einfache Haushaltslasten interessant. Das Handbuch weist ausdrücklich darauf hin, dass die USV-Funktion nicht für Hochleistungs-Server oder Workstations gedacht ist.

Interessant ist auch die Pass-Through-Leistung. Am AC-Eingang sind bei „Charging + Bypass“ 230 V und 10 A möglich. Rechnerisch entspricht das bis zu 2.300 W Gesamtleistung am Eingang. Die reine AC-Ladeleistung bleibt davon getrennt und ist auf maximal 1.400 W begrenzt. Für die Praxis heißt das: Die Pioneer Na kann angeschlossene Verbraucher versorgen und parallel nachladen, ohne dass die gesamte Eingangsleistung ausschließlich in den Akku fließt.

Für den Generatorbetrieb ist der Custom-Modus besonders wertvoll. Kleine Inverter-Generatoren oder schwache Campinganschlüsse reagieren empfindlich auf Lastsprünge. Wenn sich der Ladestrom in 1-A-Schritten begrenzen lässt, kann man die Pioneer Na viel besser an die verfügbare Stromquelle anpassen. Zusätzlich gibt es einen AC-Selbstanpassungsmodus für problematische Netz- oder Generatorquellen.

Die App-Anbindung läuft per Bluetooth. Für Konfiguration und Kontrolle vor Ort reicht das gut aus; für Fernzugriff aus größerer Entfernung oder Smart-Home-nahe Szenarien wäre WLAN komfortabler.

Kältebetrieb: Die große Stärke der Pioneer Na

Der Kältebetrieb ist der wichtigste Grund, sich die Pioneer Na genauer anzuschauen. Laut Handbuch darf sie bis –15 °C geladen und bis –25 °C entladen werden. Damit ist sie deutlich stärker auf kalte Einsatzbereiche ausgelegt als viele klassische Powerstations.

Einen echten Frosttest konnten wir wegen der aktuellen Außentemperaturen nicht mehr durchführen. Eigene Messungen fanden bei Temperaturen im einstelligen Plusbereich und bei Raumtemperatur – in diesem Bereich arbeitete die Pioneer Na unauffällig, also ohne Einschränkungen beim Laden und Entladen. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, also etwa 0 bis 5 °C, sollte die Pioneer Na aber grundsätzlich normal nutzbar sein. Das Entladen liegt weit innerhalb des freigegebenen Temperaturbereichs. Beim Laden kann das Batteriemanagement je nach Zelltemperatur vorsichtiger regeln, insbesondere wenn das Gerät zuvor vollständig ausgekühlt war. Sobald Akku und Umgebung wieder in einem geeigneten Bereich liegen, kann die Powerstation vollständig geladen werden.

Natrium-Ionen-Batterien kommen ohne seltenes Kobalt oder Lithium aus, und ihre Herstellung verursacht weniger CO₂-Emissionen.

Gleichzeitig heißt das nicht, dass Frost für den Akku vollkommen egal wäre. Das Batteriemanagement begrenzt das Laden bei sehr niedrigen Temperaturen. Unter –10 °C wird nur bis maximal 60 % SoC geladen. Bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt reduziert das BMS die mögliche Ladung ebenfalls temperaturabhängig; sobald durch Erwärmung die Temperatur des Akkus wieder in einem geeigneten Bereich liegt, kann die Pioneer Na wieder vollständig geladen werden.

Diese Begrenzung ist kein Nachteil im eigentlichen Sinn, sondern Teil der Schutzstrategie. Die Powerstation erlaubt Kältebetrieb, schützt die Zellen aber vor ungünstigen Ladebedingungen. Für die Praxis ist das ein guter Kompromiss: Wer im Winter Strom benötigt, bekommt deutlich mehr Spielraum als mit vielen klassischen Powerstations, sollte das Gerät aber trotzdem trocken, geschützt und möglichst nicht dauerhaft komplett ausgekühlt betreiben.

Genau hier wird die Pioneer Na besonders interessant. Sie ist nicht nur eine Powerstation für den Sommerurlaub, sondern eine mobile Stromquelle für die kalte Jahreszeit. Sie passt zu Wintercamping, kalten Fahrzeugen, unbeheizten Gartenhäusern, autarken Hütten, Outdoor-Arbeiten oder Notstrom im Schuppen. Natürlich sollte auch die Pioneer Na nicht im Regen oder in hoher Feuchtigkeit betrieben werden. Aber innerhalb dieser Grenzen ist die Natrium-Ionen-Technik ein echter praktischer Vorteil.

Lautstärke und Temperatur

Die Lüftersteuerung ist je nach Last deutlich hörbar, ohne dass die Lautstärke zu unangenehm wird. Unter höherer Lade- oder Entladeleistung laufen die Lüfter ordentlich an. In Werkstatt, Garage, Gartenhaus, Fahrzeug oder beim Camping ist das meist unproblematisch. Im Schlafzimmer oder sehr ruhigen Wohnraum würde man eher den Standard- oder Silent-Modus bevorzugen.

Positiv ist, dass Bluetti eher auf sichere Temperaturen als auf maximale Ruhe regelt. Gerade bei einer neuen Zellchemie ist diese konservative Abstimmung nachvollziehbar. Für den typischen Einsatzzweck der Pioneer Na – mobile Energie, Winterbetrieb, Notstrom, Camping und Outdoor – passt diese Priorität gut.

Preis

Aktuell wird die Pioneer Na nur im Shop des Herstellers vertrieben. Sie kostet regulär 1100 Euro und ist aktuell für knapp 1000 Euro im Angebot. Wer die Powerstation zusammen mit einem Solarpanel betreibt, kann die Umsatzsteuerbefreiung für solche Einsatzzwecke in Anspruch nehmen. Damit sinkt der Preis auf 839 Euro. Allerdings ist die Pioneer Na erst im August wieder lieferbar.

Fazit

Die Bluetti Pioneer Na ist eine der spannendsten Powerstations ihrer Klasse, weil sie nicht einfach nur bekannte LiFePO4-Technik neu verpackt. Sie bringt Natrium-Ionen-Zellen in ein alltagstaugliches, robustes und leistungsstarkes Gerät. Genau das macht sie besonders: Die Pioneer Na ist kein reines Datenblatt-Experiment, sondern eine Powerstation, die sich im Alltag vertraut bedienen lässt und gleichzeitig eine neue Akkuchemie nutzbar macht.

In unseren Messungen überzeugt sie vor allem bei der nutzbaren AC-Kapazität. Aus 900 Wh Nennkapazität wurden am AC-Ausgang 0,78 bis 0,86 kWh entnommen, im Mittel rund 0,83 kWh. Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Auch das AC-Laden gefällt: Im Turbo-Modus war die Pioneer Na nach 68 Minuten wieder voll, im Standard-Modus nach 2 Stunden und 36 Minuten. Die Netzenergie blieb dabei nahezu identisch, sodass der Nutzer vor allem zwischen Tempo und Geräuschkulisse wählen kann.

Der Solareingang verlangt etwas Planung, ist dann aber gut nutzbar. Die 500 W erreicht man nur mit ausreichend hoher Modulspannung; unser Test mit 32,7 V und 10 A zeigt klar, warum bei rund 330 W Schluss war. Wer die Modulwahl darauf abstimmt, kann die Pioneer Na auch solar zügig laden. Der Custom-Modus mit 1 bis 7 A macht sie zusätzlich angenehm flexibel an Steckdose, Campingplatz oder Generator.

Ihre größte Stärke bleibt aber die Kälte. Für Einsatzzwecke bei eisigen Temperaturen wie Wintercamping, in kalten Garagen, unbeheizten Hütten, dem mobilen Einsatz in Fahrzeugen oder Notstromsituationen zu Hause ist die Pioneer Na deutlich interessanter als viele klassische Powerstations. Sie ist nicht nur eine Sommer-Campingbox, sondern eine mobile Stromquelle für die kalte Jahreszeit. Zwar konnten wir mangels Frost keinen eigenen Minusgrad-Test durchführen, aber die technischen Daten und das Temperaturmanagement zeigen klar, worauf Bluetti dieses Gerät ausgelegt hat.

Kleinere Einschränkungen wie nur ein USB-C-Port, fehlendes WLAN und hörbare Lüfter unter Last bleiben. Sie ändern aber wenig am Gesamtbild: Die Pioneer Na ist eine robuste, schnell ladende und kälteresistente Powerstation mit neuer Akkuchemie. Gerade als erste ernst zu nehmende Natrium-Ionen-Powerstation zeigt sie überzeugend, wohin sich mobile Speicher entwickeln können – und warum diese Technik besonders für Wintereinsätze mehr ist als nur ein Marketingversprechen.



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Künstliche Intelligenz

2,59 Billionen US-Dollar: Ausgaben für KI wachsen ungebremst


Die weltweiten Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) steigen laut den Marktforschern von Gartner auch in diesem Jahr rasant an. Laut ihrer Prognose werden 2,59 Billionen US-Dollar für KI ausgegeben, was einem Anstieg von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. 2027 soll die Summe dann sogar auf 3,5 Billionen US-Dollar klettern.

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„Bislang wurden die Ausgaben für KI vor allem von Technologieunternehmen und Hyperscalern getrieben“, erklärte Gartner-Analyst John Lovelock. Die Unternehmen hätten ihr Ausgabenpotenzial noch nicht ausgeschöpft – aber das werde 2026 seiner Einschätzung nach passieren. Aktuell würden die Unternehmen noch vor allem auf taktische KI-Initiativen setzen und damit auf schrittweise Produktivitätssteigerungen statt auf disruptive Veränderungen.

„Aus diesem Grund stehen CIOs vor der Herausforderung, den Wert von KI-Investitionen nachzuweisen und greifbare Geschäftsergebnisse zu demonstrieren“, führte Lovelock aus. Nun komme es darauf an, die KI-Initiativen auf die strategischen Geschäftsziele auszurichten.

Unternehmen werden dabei laut Gartner sowohl verstärkt generative KI-Modelle nutzen, die bereits in bestehende Software eingebettet sind, als auch KI-Agenten für verschiedene Workflows. Weil Unternehmen zunehmend komplexere Prozesse automatisieren und KI stärker in umfassende Tool-Suiten integrieren, werde auch der Tokenverbrauch anziehen. Im Zuge dessen werde sich auch herauskristallisieren, welchen potenziellen Wert agentische Automatisierung bietet.

Entsprechend hat Gartner die kurzfristigen Aussichten bei den Ausgaben für KI-Modelle nach oben korrigiert: Für 2026 soll das Segment um 110 Prozent wachsen, was Ausgaben von rund 32,6 Milliarden US-Dollar entspricht.

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Den größten Anteil sollen 2026 aber nach wie vor die von den Anbietern getriebenen Ausgaben für KI-Infrastruktur ausmachen. Sie sollen in diesem Jahr auf über 1,4 Billionen US-Dollar klettern (2025: 975 Milliarden US-Dollar). Weitere große Ausgabenbereiche sind KI-Software mit 453,2 Milliarden US-Dollar und KI-Services mit rund 585 Milliarden.

„In den kommenden Jahren wird der wachsende Kapazitätsbedarf dafür sorgen, dass KI-Infrastruktur, darunter KI-optimierte IaaS, KI-optimierte Server, KI-Netzwerkarchitekturen, KI-Beschleunigerchips und KI-Geräte, zum größten Marktsegment aufsteigt“, erklärte Lovelock. Dieser Bereich werde mehr als 45 Prozent der gesamten Ausgaben ausmachen.

Lovelock rechnet dabei auch mit einer Verdreifachung der Ausgaben für KI-optimierte Server in den nächsten fünf Jahren, was diese zum größten Posten im Infrastruktursegment mache. Treiber dafür sei der Kapazitätsausbau bei den Cloud-Service-Providern, die sich auf die Workloads durch GenAI-Modelle und agentische Workflows vorbereiten.

Die globalen IT-Ausgaben insgesamt veranschlagt Gartner auf 6,31 Billionen US-Dollar. Im April hatten die Marktforscher wegen zu erwartender hoher KI-Ausgaben ihre Prognose für 2026 noch einmal erhöht.


(axk)



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Luxus-Kopfhörer: Sony 1000X The Collexion im Test


Sollten Sie sich fragen, warum der neue Sony-Kopfhörer einen solch eigenartigen Namen trägt: Das liegt daran, dass es sich um die Auflage zum zehnten Geburtstag der WH-1000-Serie handelt. Mit dem 1000X The Collexion will Sony der Reihe zur Feier ein Krönchen aufsetzen. Und königlich ist auch der Preis, den der Hersteller aufruft: 630 Euro kostet der 1000X The Collexion, und damit mehr als der AirPods Max von Apple.

Die Verarbeitung wird den hohen Erwartungen, die der Preis hervorruft, gerecht: Das Äußere besteht aus wertigem Kunstleder und Metall. Das Schwestermodell WH-1000XM6 wirkt dagegen wie ein Plastikbomber. Die Ohrmuscheln lassen sich eindrehen, aber nicht klappen, das trägt zum robusten Eindruck bei. So reicht der Sony-Kopfhörer an die luxuriöse Anmutung der AirPods Max heran. Für den Transport legt Sony eine mit Stoff ummantelte Hülle mit praktischem Tragegriff bei.

Obwohl die Ohrmuscheln des 1000X The Collexion wenige Millimeter flacher sind als die des Schwestermodells, hat man darunter mehr Platz. Über längere Zeit trägt er sich dadurch angenehmer. Ein Großteil der Steuerung erfolgt über eine Touchfläche auf der rechten Ohrmuschel. Einschalter und zwei Multifunktionsknöpfe befinden sich auf der anderen Seite.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Luxus-Kopfhörer: Sony 1000X The Collexion im Test“.
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Umfrage: Nur wenige Privatnutzer zahlen für KI


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die Bereitschaft unter Privatnutzern, für KI-Dienste zu zahlen, wächst nur langsam. Das legen Zahlen einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom nahe. Demnach zahlen derzeit 13 Prozent der Befragten für eine KI-Anwendung, im Vorjahr seien es 8 Prozent gewesen. Mit rund 49 Prozent lehnt nach wie vor eine große Zahl ab, für KI zu zahlen. Allerdings scheint der Widerwille dagegen langsam zu bröckeln, denn im Vorjahr hatten das laut Bitkomzahlen mit 62 Prozent noch fast zwei Drittel abgelehnt. Knapp 29 Prozent könnten sich vorstellen, künftig auf eine Bezahlversion umzusteigen.

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Die noch recht kleine Zahl der Zahlenden gibt im Durchschnitt 20 Euro pro Monat aus, was vier Euro mehr als im Vorjahr sei. Zwei Drittel (67 Prozent) nannten dem Bitkom als Bezahlgrund, dass sie so Zugang zu leistungsfähigeren KI-Modellen bekommen. Mehr als die Hälfte erhofft sich auch eine bessere Qualität der Ergebnisse und eine größere technische Stabilität. Auch besserer Datenschutz gehört zu den Gründen für die Zahlungsbereitschaft. Befragt wurden den Bitkom-Angaben nach 1.003 Personen ab 16 Jahren, das Ergebnis sei repräsentativ.

Anders als im Geschäftskundenbereich stellt sich bei Privatnutzern die Frage, ob Anbieter nicht ohnehin eher auf Werbung als wichtigste Einnahmequelle setzen. Bezahlmodelle könnten damit zweitrangig werden. So hat etwa OpenAI Anfang des Jahres in den USA für die Grativersion und den günstigsten Bezahltarif Anzeigen eingeführt und kürzlich seine US-Datenschutzerklärung auf Werbetracking hin geändert. Das Unternehmen führt dafür wirtschaftliche Notwendigkeit ins Feld. Der stabile Betrieb der kostenlosen Version und der günstigsten Abostufe verschlinge immense Summen für die Infrastruktur – das Unternehmen schreibt trotz hoher Nutzerzahlen Verluste in Milliardenhöhe.


(axk)



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