Künstliche Intelligenz
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku
Test: Bluetti Pioneer Na bringt Natrium-Ionen-Akku in die Powerstation-Welt – überzeugt mit AC-Effizienz und Kälte-Tauglichkeit.
Die Bluetti Pioneer Na ist keine Powerstation, die vor allem über Rekordkapazität auffallen will. Ihr wichtigstes Merkmal ist die Zellchemie: Statt LiFePO4 oder NMC nutzt Bluetti hier einen Natrium-Ionen-Akku, im Datenblatt als SIB geführt. Die Nennkapazität liegt bei 900 Wh, das Gewicht bei 16 kg, die Abmessungen betragen 340 × 247 × 317 mm. Laut Handbuch darf die Pioneer Na von –15 °C bis 40 °C geladen und von –25 °C bis 40 °C entladen werden.
Damit zielt die Pioneer Na auf Einsatzbereiche, in denen klassische Lithium-Powerstations oft unpraktisch werden: Wintercamping, kalte Garagen, Gartenhäuser, Hütten, Fahrzeuge, Baustellen oder Notstromsituationen bei niedrigen Temperaturen. Viele LiFePO4-Geräte liefern bei Kälte zwar noch Strom, verweigern aber das Laden, sobald die Zellen zu kalt sind. Die Pioneer Na kann hier mehr Spielraum bieten.
Der Fortschritt liegt also nicht darin, dass Bluetti das Powerstation-Design neu erfindet. Gehäuse, Display, Anschlusslayout und Bedienlogik wirken vertraut. Das ist eher ein Vorteil als ein Makel: Die Pioneer Na fühlt sich im Alltag nicht experimentell an, obwohl im Inneren eine neue Akkuchemie arbeitet.
Natrium-Ionen-Zellen haben nicht die höchste Energiedichte. Genau das merkt man am Gewicht. Für 900 Wh sind 16 kg Gesamtgewicht weder übertrieben schwer noch als Leichtgewicht zu verstehen. Für dieses etwas höhere Gewicht verspricht die Technik bessere Kälteeigenschaften, eine lange Lebensdauer und eine Rohstoffbasis ohne Lithium und Kobalt. Bluetti bewirbt die Pioneer Na als langlebigen Speicher mit mehr als 4.000 Ladezyklen. Das macht sie nicht nur zu einem Winter-Spezialisten, sondern auch zu einem spannenden Langzeittest für eine neue Akku-Generation.
Bilder: Bluetti Pioneer Na
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
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Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
In der App lassen sich zusätzliche Details abrufen, etwa PV-Spannung und PV-Strom. Das war bei unserem Solartest hilfreich, weil die App nicht nur die Ladeleistung, sondern auch Spannung und Strom des PV-Eingangs anzeigte.
In der App lassen sich zusätzliche Details abrufen, etwa PV-Spannung und PV-Strom. Das war bei unserem Solartest hilfreich, weil die App nicht nur die Ladeleistung, sondern auch Spannung und Strom des PV-Eingangs anzeigte.
Verarbeitung, Display und Anschlüsse
Das Gehäuse wirkt sauber verarbeitet, die integrierten Griffe sitzen stabil und machen den Transport unkompliziert. Die bläulich-graue Farbgebung hebt die Pioneer Na sichtbar von vielen klassischen Powerstations ab. Sie wirkt eigenständig, ohne verspielt zu sein.
Vorn sitzen zwei Schuko-Ausgänge mit zusammen 1.500 W Dauerleistung, eine 12-V-Kfz-Buchse, vier USB-A-Ports, ein USB-C-Port mit bis zu 100 W sowie der DC-Eingang. Auf der Oberseite befindet sich zusätzlich ein kabelloses Ladepad mit bis zu 15 W. Seitlich sitzen AC-Eingang, Sicherung und Erdungsanschluss. Laut Handbuch liefert der AC-Ausgang insgesamt 1.500 W, die 12-V-Buchse 12 V / 10 A, USB-C bis zu 100 W und das Wireless-Charging-Pad 5, 7,5, 10 oder 15 W.
Das Display ist hell, übersichtlich und zeigt direkt am Gerät die wichtigsten Werte: Ladezustand, Eingangs- und Ausgangsleistung, Restzeit, Frequenz und aktive Ausgänge. In der App lassen sich zusätzliche Details abrufen, etwa PV-Spannung und PV-Strom. Das war bei unserem Solartest hilfreich, weil die App nicht nur die Ladeleistung, sondern auch Spannung und Strom des PV-Eingangs anzeigte.
Ein zweiter USB-C-Port wäre trotzdem wünschenswert gewesen. Viele Nutzer laden heute parallel Notebook, Smartphone, Kamera oder Tablet. Der vorhandene USB-C-Port ist mit 100 W stark genug für viele Notebooks, aber ein einzelner Port wirkt etwas knapp. Die App-Anbindung läuft per Bluetooth. Für Konfiguration und Kontrolle vor Ort reicht das gut aus; für Fernzugriff aus größerer Entfernung oder Smart-Home-nahe Szenarien wäre WLAN komfortabler.
Leistung: 1.500 W Dauerlast und Power-Lifting
Die AC-Seite gehört zu den Stärken der Pioneer Na. Offiziell liefert sie 1.500 W Dauerleistung. Für Überlast gibt Bluetti 1.500 bis 1.800 W für 2 Minuten, 1.800 bis 2.250 W für 5 Sekunden und noch höhere Lasten nur für sehr kurze Spitzen an. Damit deckt die Powerstation viele typische Verbraucher ab: Kaffeemaschine, kleiner Wasserkocher, Kompressor-Kühlbox, Werkzeug, Staubsauger, Router, Notebook-Set-up oder Beleuchtung.
Der Power-Lifting-Modus erweitert den Spielraum für einfache Heizlasten. Er ist laut Handbuch für reine Widerstandslasten wie Wasserkocher, Heizdecken, Haartrockner oder ähnliche Geräte gedacht. Obwohl solche Verbraucher mit bis zu 2.250 W betrieben werden können, bleibt die tatsächliche Ausgangsleistung der Pioneer Na weiterhin auf 1.500 W begrenzt. Praktisch senkt die Powerstation dafür die Spannung, damit diese Geräte weiterlaufen, ohne die Powerstation sofort zu überlasten und zum Abschalten zu zwingen.
Für empfindliche Elektronik, Computer, Netzteile oder Geräte, welche eine reine Sinuswellenspannung ohne Spannungseinbrüche benötigen, ist dieser Modus nicht gedacht. Im Alltag ist er trotzdem eine sinnvolle Ergänzung, weil gerade Heizgeräte kurzzeitig hohe Anforderungen stellen können.
Entladung: Sehr gute nutzbare AC-Kapazität
Für die Energie- und Effizienzmessungen wurden zwei vollständige Entladezyklen von 100 % auf 0 % durchgeführt. Zur Absicherung liefen parallel drei strommessende Smart-Plugs mit: Shelly Plug S Gen3, Tasmota-Refoss-P11 und Aubess Zigbee Smart Plug.
Messergebnisse – Entladung
| Entladetest #1 | ca. 440 W | 0,79 kWh | 0,80 kWh | 0,78 kWh |
| Entladetest #2 | ca. 920 W | 0,85 kWh | 0,86 kWh | 0,84 kWh |
Damit liefert die Pioneer Na im AC-Betrieb 0,78 bis 0,86 kWh nutzbare Energie. Der rechnerische Mittelwert liegt bei rund 0,83 kWh.
Bezogen auf die Nennkapazität von 900 Wh ergibt sich folgende AC-Entladeeffizienz:
| Niedrigster Messwert | 0,78 kWh / 0,90 kWh | 86,7 % |
| Höchster Messwert | 0,86 kWh / 0,90 kWh | 95,6 % |
| Mittelwert | ca. 0,83 kWh / 0,90 kWh | ca. 92 % |
Das ist ein starkes Ergebnis. Die Pioneer Na gibt am AC-Ausgang einen sehr hohen Anteil ihrer Nennkapazität frei. Sie wirkt hier nicht wie ein Gerät mit großem verstecktem Sicherheitspuffer, sondern wie eine Powerstation, die ihre 900 Wh im Alltag sehr gut nutzbar macht.
Dass in unseren Messungen die höhere Last sogar leicht mehr nutzbare Energie ergab, sollte man nicht überinterpretieren. Messgerätetoleranzen, Lastprofil, Temperatur und BMS-Verhalten spielen hier mit hinein. Entscheidend ist die Gesamtaussage: Die AC-Ausbeute der Pioneer Na ist für eine 900-Wh-Powerstation sehr überzeugend. Ergänzende Vergleichsmessungen mit anderen Lastpunkten bestätigen diese Größenordnung.
AC-Laden: Schnell, flexibel und alltagstauglich
Die Pioneer Na bietet laut Handbuch die drei AC-Lademodi Standard, Turbo und Silent. Standard und Silent lassen sich direkt am Gerät wählen, Turbo wird über die App aktiviert. Für erweiterte Einstellungen verweist das Handbuch ebenfalls auf die App, unter anderem zur Anpassung des maximalen Netzeingangsstroms.
In der App unseres Testgeräts gibt es zusätzlich einen Custom-Modus. Dort lässt sich der maximale Netz-Ladestrom von 1 A bis 7 A einstellen.
Custom-Modus – rechnerische Ladeleistung bei 230 V
| 1 A | 1 x 230 V | 230 W |
| 2 A | 2 x 230 V | 460 W |
| 3 A | 3 x 230 V | 690 W |
| 4 A | 4 x 230 V | 920 W |
| 5 A | 5 x 230 V | 1.150 W |
| 6 A | 6 x 230 V | 1.380 W |
| 7 A | 7 x 230 V | 1.610 W |
Praktisch limitiert die Pioneer Na die AC-Ladeleistung auf rund 1.400 W. Die 7-A-Stufe ist also die Maximalstellung, aber keine reale 1.610-W-Ladung.
Gerade dieser Custom-Modus ist im Alltag sehr nützlich. Auf Campingplätzen, an schwach abgesicherten Steckdosen, im Altbau oder am Generator lässt sich die Ladeleistung fein abgestuft begrenzen, ohne auf grobe Presets angewiesen zu sein. Das ist ein echter Pluspunkt, weil die Pioneer Na damit nicht nur schnell, sondern auch sehr kontrolliert laden kann.
Messergebnisse – Laden
| Ladetest #1 | Turbo | ca. 1.410 W | 1,13 kWh | 1,13 kWh | 1,10 kWh | 68 Minuten |
| Ladetest #2 | Standard | ca. 440 W | 1,13 kWh | 1,14 kWh | 1,11 kWh | 2 h 36 min |
Auffällig positiv: Die bezogene Netzenergie bleibt in beiden Modi nahezu gleich. Turbo spart also vor allem Zeit, ohne in unseren Messungen deutlich mehr Energie zu verbrauchen. Wer schnell wieder einsatzbereit sein muss, lädt in gut einer Stunde voll. Wer nachts, im Wohnmobil oder besonders leise laden möchte, nutzt Standard oder Silent.
Round-Trip-Effizienz: Solide Gesamtbilanz
Für die Round-Trip-Effizienz wird die aus dem Netz bezogene Ladeenergie den anschließend entnehmbaren AC-Energiemengen gegenübergestellt.
Berechnungsgrundlage
| Ladeenergie 0-100 % | ca. 1,10 bis 1,14 kWh |
| Typische Ladeenergie | ca. 1,12 bis 1,14 kWh |
| Entnehmbare AC-Energie | 0,78 bis 0,86 kWh |
Round-Trip-Ergebnis
| Worst Case | 0,78 kWh / 1,14 kWh | ca. 68 % |
| Best Case | 0,86 kWh / 1,13 kWh | ca. 76 % |
| Praxiswert | Mittel aus den Messungen | ca. 73-74 % |
Das ist kein Rekordwert, aber für die Gesamtkette aus AC-Lader, Batteriemanagement, Natrium-Ionen-Zellen, Ladeendphase und DC-zu-AC-Wandler plausibel. Wichtig ist die Einordnung: Die reine AC-Entladung ist sehr effizient, und genau dort überzeugt die Pioneer Na besonders. Die Round-Trip-Verluste fallen vor allem dann ins Gewicht, wenn man die Powerstation regelmäßig als stationären Zwischenspeicher mit vielen Vollzyklen nutzt.
Beim Eigenverbrauch muss man zwischen Standby und aktivem Wechselrichter unterscheiden. Bluetti nennt für die Pioneer Na einen sehr niedrigen Standby-Verbrauch von rund 1,5 W. Mit eingeschaltetem AC-Wechselrichter liegen die Verluste naturgemäß höher; für Laufzeitabschätzungen rechnet Bluetti im Handbuch mit einem Eigenverbrauch von rund 15 W. Für Camping, mobile Arbeit, kalte Einsatzorte und Notstrom ist die hohe nutzbare AC-Kapazität im Alltag meist wichtiger als ein maximaler Round-Trip-Spitzenwert.
Solarladen: Stark, wenn die Spannung passt
Der Solareingang ist mit bis zu 500 W ordentlich dimensioniert. Die Pioneer Na akzeptiert am DC-Eingang 12 bis 60 V, maximal 10 A und maximal 500 W. Genau diese 10-A-Grenze ist in der Praxis entscheidend.
Unser Praxistest zeigt sehr gut, worauf es ankommt. Angeschlossen wurde ein 500-W-Solarmodul. Zum Testzeitpunkt hat dieses Modul direkt zuvor an einem anderen System ungefähr 400 W geliefert. An der Pioneer Na zeigte die App jedoch 32,7 V, 10,0 A und 329 W. Am Gerät selbst waren rund 330 W Eingang zu sehen.
Messergebnisse – Solarladen
| Angeschlossenes Modul | 500-W-Solarmodul |
| Erwartbare Modulleistung zum Testzeitpunkt | ca. 400 W |
| Anzeige App: Spannung | 32,7 V |
| Anzeige App: Strom | 10,0 A |
| Anzeige App: Leistung | 329 W |
| Anzeige Gerät | ca. 330 W |
Nicht das Panel war hier der Engpass, sondern die Stromgrenze des Solareingangs der Pioneer Na. Wer volle 500 W Ladeleistung nutzen möchte, benötigt daher mehr Spannung. Bei 10 A erfordern 500 W mindestens 50 V unter Last. Ein einzelnes 500-W-Modul mit niedrigerer Arbeitsspannung wird also vor Erreichen seiner Nennleistung ausgebremst.
Das ist kein Defekt, sondern eine typische MPPT-Grenze, die man bei der Modulwahl berücksichtigen muss. Mit einem passenden Modul-Set-up oder einer geeigneten Reihenschaltung mehrerer Module lässt sich die Pioneer Na deutlich besser laden. Wichtig bleibt die obere Spannungsgrenze: Diese darf 60 V nicht überschreiten.
USV, Pass-Through und Generatorbetrieb
Die Pioneer Na unterstützt Durchgangsladen und kann gleichzeitig Verbraucher versorgen. Für den USV-Betrieb nennt Bluetti eine Umschaltzeit von höchstens 20 ms. Das reicht nicht für jede hochkritische IT-Anwendung, ist aber für typische Notstromszenarien wie Router, kleine Netzwerkgeräte, Beleuchtung oder einfache Haushaltslasten interessant. Das Handbuch weist ausdrücklich darauf hin, dass die USV-Funktion nicht für Hochleistungs-Server oder Workstations gedacht ist.
Interessant ist auch die Pass-Through-Leistung. Am AC-Eingang sind bei „Charging + Bypass“ 230 V und 10 A möglich. Rechnerisch entspricht das bis zu 2.300 W Gesamtleistung am Eingang. Die reine AC-Ladeleistung bleibt davon getrennt und ist auf maximal 1.400 W begrenzt. Für die Praxis heißt das: Die Pioneer Na kann angeschlossene Verbraucher versorgen und parallel nachladen, ohne dass die gesamte Eingangsleistung ausschließlich in den Akku fließt.
Für den Generatorbetrieb ist der Custom-Modus besonders wertvoll. Kleine Inverter-Generatoren oder schwache Campinganschlüsse reagieren empfindlich auf Lastsprünge. Wenn sich der Ladestrom in 1-A-Schritten begrenzen lässt, kann man die Pioneer Na viel besser an die verfügbare Stromquelle anpassen. Zusätzlich gibt es einen AC-Selbstanpassungsmodus für problematische Netz- oder Generatorquellen.
Kältebetrieb: Die große Stärke der Pioneer Na
Der Kältebetrieb ist der wichtigste Grund, sich die Pioneer Na genauer anzuschauen. Laut Handbuch darf sie bis –15 °C geladen und bis –25 °C entladen werden. Damit ist sie deutlich stärker auf kalte Einsatzbereiche ausgelegt als viele klassische Powerstations.
Einen echten Frosttest konnten wir wegen der aktuellen Außentemperaturen nicht mehr durchführen. Eigene Messungen fanden bei Temperaturen im einstelligen Plusbereich und bei Raumtemperatur – in diesem Bereich arbeitete die Pioneer Na unauffällig, also ohne Einschränkungen beim Laden und Entladen. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, also etwa 0 bis 5 °C, sollte die Pioneer Na aber grundsätzlich normal nutzbar sein. Das Entladen liegt weit innerhalb des freigegebenen Temperaturbereichs. Beim Laden kann das Batteriemanagement je nach Zelltemperatur vorsichtiger regeln, insbesondere wenn das Gerät zuvor vollständig ausgekühlt war. Sobald Akku und Umgebung wieder in einem geeigneten Bereich liegen, kann die Powerstation vollständig geladen werden.
Gleichzeitig heißt das nicht, dass Frost für den Akku vollkommen egal wäre. Das Batteriemanagement begrenzt das Laden bei sehr niedrigen Temperaturen. Unter –10 °C wird nur bis maximal 60 % SoC geladen. Bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt reduziert das BMS die mögliche Ladung ebenfalls temperaturabhängig; sobald durch Erwärmung die Temperatur des Akkus wieder in einem geeigneten Bereich liegt, kann die Pioneer Na wieder vollständig geladen werden.
Diese Begrenzung ist kein Nachteil im eigentlichen Sinn, sondern Teil der Schutzstrategie. Die Powerstation erlaubt Kältebetrieb, schützt die Zellen aber vor ungünstigen Ladebedingungen. Für die Praxis ist das ein guter Kompromiss: Wer im Winter Strom benötigt, bekommt deutlich mehr Spielraum als mit vielen klassischen Powerstations, sollte das Gerät aber trotzdem trocken, geschützt und möglichst nicht dauerhaft komplett ausgekühlt betreiben.
Genau hier wird die Pioneer Na besonders interessant. Sie ist nicht nur eine Powerstation für den Sommerurlaub, sondern eine mobile Stromquelle für die kalte Jahreszeit. Sie passt zu Wintercamping, kalten Fahrzeugen, unbeheizten Gartenhäusern, autarken Hütten, Outdoor-Arbeiten oder Notstrom im Schuppen. Natürlich sollte auch die Pioneer Na nicht im Regen oder in hoher Feuchtigkeit betrieben werden. Aber innerhalb dieser Grenzen ist die Natrium-Ionen-Technik ein echter praktischer Vorteil.
Lautstärke und Temperatur
Die Lüftersteuerung ist je nach Last deutlich hörbar, ohne dass die Lautstärke zu unangenehm wird. Unter höherer Lade- oder Entladeleistung laufen die Lüfter ordentlich an. In Werkstatt, Garage, Gartenhaus, Fahrzeug oder beim Camping ist das meist unproblematisch. Im Schlafzimmer oder sehr ruhigen Wohnraum würde man eher den Standard- oder Silent-Modus bevorzugen.
Positiv ist, dass Bluetti eher auf sichere Temperaturen als auf maximale Ruhe regelt. Gerade bei einer neuen Zellchemie ist diese konservative Abstimmung nachvollziehbar. Für den typischen Einsatzzweck der Pioneer Na – mobile Energie, Winterbetrieb, Notstrom, Camping und Outdoor – passt diese Priorität gut.
Preis
Aktuell wird die Pioneer Na nur im Shop des Herstellers vertrieben. Sie kostet regulär 1100 Euro und ist aktuell für knapp 1000 Euro im Angebot. Wer die Powerstation zusammen mit einem Solarpanel betreibt, kann die Umsatzsteuerbefreiung für solche Einsatzzwecke in Anspruch nehmen. Damit sinkt der Preis auf 839 Euro. Allerdings ist die Pioneer Na erst im August wieder lieferbar.
Fazit
Die Bluetti Pioneer Na ist eine der spannendsten Powerstations ihrer Klasse, weil sie nicht einfach nur bekannte LiFePO4-Technik neu verpackt. Sie bringt Natrium-Ionen-Zellen in ein alltagstaugliches, robustes und leistungsstarkes Gerät. Genau das macht sie besonders: Die Pioneer Na ist kein reines Datenblatt-Experiment, sondern eine Powerstation, die sich im Alltag vertraut bedienen lässt und gleichzeitig eine neue Akkuchemie nutzbar macht.
In unseren Messungen überzeugt sie vor allem bei der nutzbaren AC-Kapazität. Aus 900 Wh Nennkapazität wurden am AC-Ausgang 0,78 bis 0,86 kWh entnommen, im Mittel rund 0,83 kWh. Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Auch das AC-Laden gefällt: Im Turbo-Modus war die Pioneer Na nach 68 Minuten wieder voll, im Standard-Modus nach 2 Stunden und 36 Minuten. Die Netzenergie blieb dabei nahezu identisch, sodass der Nutzer vor allem zwischen Tempo und Geräuschkulisse wählen kann.
Der Solareingang verlangt etwas Planung, ist dann aber gut nutzbar. Die 500 W erreicht man nur mit ausreichend hoher Modulspannung; unser Test mit 32,7 V und 10 A zeigt klar, warum bei rund 330 W Schluss war. Wer die Modulwahl darauf abstimmt, kann die Pioneer Na auch solar zügig laden. Der Custom-Modus mit 1 bis 7 A macht sie zusätzlich angenehm flexibel an Steckdose, Campingplatz oder Generator.
Ihre größte Stärke bleibt aber die Kälte. Für Einsatzzwecke bei eisigen Temperaturen wie Wintercamping, in kalten Garagen, unbeheizten Hütten, dem mobilen Einsatz in Fahrzeugen oder Notstromsituationen zu Hause ist die Pioneer Na deutlich interessanter als viele klassische Powerstations. Sie ist nicht nur eine Sommer-Campingbox, sondern eine mobile Stromquelle für die kalte Jahreszeit. Zwar konnten wir mangels Frost keinen eigenen Minusgrad-Test durchführen, aber die technischen Daten und das Temperaturmanagement zeigen klar, worauf Bluetti dieses Gerät ausgelegt hat.
Kleinere Einschränkungen wie nur ein USB-C-Port, fehlendes WLAN und hörbare Lüfter unter Last bleiben. Sie ändern aber wenig am Gesamtbild: Die Pioneer Na ist eine robuste, schnell ladende und kälteresistente Powerstation mit neuer Akkuchemie. Gerade als erste ernst zu nehmende Natrium-Ionen-Powerstation zeigt sie überzeugend, wohin sich mobile Speicher entwickeln können – und warum diese Technik besonders für Wintereinsätze mehr ist als nur ein Marketingversprechen.
Künstliche Intelligenz
Projekt Aion: Video-Leak zeigt Konzept, wie Microsoft Windows auf KI trimmt
Dieser Tage erblickte ein Video das Licht der Welt, das eine Microsoft-interne Konzeptstudie namens Projekt Aion (lies: „AI on“ – also „KI an“) zeigt. US-amerikanischen Journalisten wie dem gut verknüpften Zac Bowden von Windows Central wurde von Kontakten in Redmond bestätigt, dass das Video real ist, aber wohl bereits aus dem Jahr 2024 stammt. Damals war der KI-Hype frisch und Microsoft begann, mit Windows on ARM auf Snapdragon-X-Prozessoren und Copilot+ auf starken NPUs den Notebookmarkt umzukrempeln.
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Aion hat zwar einen Desktop und eine Taskbar am unteren Bildschirmrand, doch dort gibt es noch genau einen Button: Er öffnet einen Dialog von der Größe des Startmenüs, über den man ausschließlich mit einem webbasierten Copilot-KI-Agenten in Kontakt tritt. Man kann URLs eintippen, um auf Webseiten zu gelangen, oder direkt Suchanfragen stellen, wobei die Antworten dann kontextsensitiv aus privaten oder dienstlichen Microsoft-Accounts stammen können. Zusammenhängende Anfragen werden gruppiert und die zugehörigen KI-Agenten interagieren bei Bedarf miteinander.
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Von Konzepten und Produkten
Aion ist nicht der erste Versuch von Microsoft, ein modernes Betriebssystem mit einem sehr anderen Bedienkonzept zu realisieren. So sollte das Doppelbildschirmgerät Surface Neo eine eigene OS-Version namens Windows 10X bekommen, doch letztendlich ist aus beiden nichts geworden: Mit Beginn der weltweiten Corona-Pandemie wurden Hard- wie Software erst auf Eis gelegt und schließlich eingestampft.
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Ein wichtiger Unterschied: Während Surface Neo und Windows 10X bereits als künftige Produkte angekündigt waren, ist das bei Aion nicht der Fall. Es ist sogar unklar, ob die Arbeiten daran eine offizielle Entwicklung(srichtung) darstellen oder Microsoft seinen Entwicklern einfach mal Freiraum für ein Nebenprojekt eingeräumt hat.
So oder so muss das aber nicht heißen, dass man künftig nichts davon in Windows 11 wiederfinden könnte. KI-Agenten sollen schließlich in das Betriebssystem Einzug halten, wie Microsoft unlängst auf seiner Entwicklerkonferenz Build verlauten ließ. Und hinter dem ebenfalls dort und damit öffentlich gezeigtem Projekt Solara verbirgt sich ebenfalls eine agentenzentrische und geräteübergreifende Umgebung, die allerdings nicht Windows als Unterbau benutzt.
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Ausblick KI-Notebooks
Nicht zuletzt: Die Konkurrenz schläft nicht. Das saudiarabische Staatsunternehmen Humain hat bereits Ende 2025 ein Notebook enthüllt, bei dem eine KI-Bedienoberfläche über Windows 11 gestülpt wurde und der Nutzer nur noch mit dieser interagieren sollte. Kaufen kann man das Gerät bis heute aber nicht. Google will im Herbst wiederum mit Unterstützung von Hardwareherstellern seine GoogleBooks starten. Bei den Nachfolgern der Chromebooks steht die Google-KI Gemini im Mittelpunkt der Nutzerinteraktion.
Ironischerweise weicht Microsoft für KI-Agenten sogar die wichtigste bisherige Hardwareanforderung an Copilot+ auf: Künftig soll es auch ohne starke NPU im Prozessor gehen. KI-Modelle dürfen dann auch auf GPUs laufen. Während sich Microsoft damit eine ungleich größere Hardwarebasis sichert, etwa alle großen Gaming-PCs, ist die Änderung bei Notebooks zweischneidig. Auch hier gibt es viel mehr Geräte, auf denen dann KI laufen kann – doch nur mit starker NPU bekommt man weiterhin gleichzeitig leise Lüfter und lange Akkulaufzeiten.
(mue)
Künstliche Intelligenz
Brandenburg prüft Stromzone mit Polen für günstigere Preise
Brandenburg lotet nach Angaben von Ministerpräsident Dietmar Woidke die Möglichkeit einer gemeinsamen Strompreiszone mit Regionen im Nachbarland Polen aus. „Schleswig-Holstein, Hamburg, Teile von Niedersachsen prüfen, ob eine engere Zusammenarbeit grenzüberschreitend in Europa, in dem Fall mit Dänemark, möglich ist“, sagte Woidke nach einem Treffen mit dem Marschall der Woiwodschaft Niederschlesien, Paweł Jarosław Gancarz. „Wir sind dabei, auch dieses zu prüfen mit polnischen Regionen.“ Das sei aber ganz in den Anfängen.
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Der Regierungschef kann sich vorstellen, dass das Modell einen Effekt für die Verbraucher hat. „Das hätte dann natürlich auch Auswirkungen auf die Strompreise, nämlich auf niedrigere Strompreise auch in Brandenburg“, sagte er. Es sei nötig, im europäischen Rahmen die Energiesicherheit und die Nutzung erneuerbarer Energien mehr in den Fokus zu nehmen.
IHK für Stromzone von Nordländern mit Westdänemark
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein schlägt eine gemeinsame Stromzone für Schleswig-Holstein und Hamburg mit Westdänemark vor. Das Modell bietet nach Ansicht der IHK günstige Voraussetzungen zur wirtschaftlichen Produktion und Vermarktung regional erzeugten Stroms, der stärker vor Ort genutzt würde. Eine stärkere regionale Nutzung der Energie fordert auch Woidke, damit Strom günstiger wird.
Nach Angaben der IHK könnten durch eine gemeinsame Energiezone die Kosten durch effizientere Energienutzung in ganz Deutschland gesenkt und Platz für weitere Öko-Energien geschaffen werden. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte sich offen dafür gezeigt.
Debatte über Strompreiszone
Union und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag aber keine Änderung zur sogenannten Stromgebotszone geplant. Der Strompreis in Deutschland ist einheitlich, Erzeugung und Verbrauch unterscheiden sich aber. Wenn im Norden mehr Windstrom produziert als benötigt wird oder durch das Stromnetz in den Süden abtransportiert werden kann, müssen Windräder zeitweise abgeschaltet werden, was zu Kosten führt.
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Im vergangenen Jahr gab es erneut eine Forderung norddeutscher Bundesländer nach einer Neuregelung des Stromsystems für niedrigere Preise in ihren Regionen, was Widerstand in Bayern und Baden-Württemberg auslöste. Schon 2022 hatte es hierzu Diskussionen in Reaktion auf die Gaskrise gegeben. Auf EU-Ebene wird ebenfalls schon länger diskutiert, dass Deutschland in verschiedene Stromgebotszonen aufgeteilt werden müsste. Im Gespräch waren 2022 laut der Agentur der Europäischen Union für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) zwei bis vier Zonen.
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(nen)
Künstliche Intelligenz
Sprühnebel statt Klimaanlage: Wasserzerstäuber für Terrasse und Garten
Hitzewelle auf Balkon und Terrasse? Günstige Sprühnebler-Systeme sorgen mit feinem Wassernebel für spürbare Abkühlung – ohne die Stromrechnung zu belasten.
Wenn die aktuelle Hitzewelle die Temperaturen weit über 30 Grad Celsius treibt, werden Balkon und Terrasse schnell zur Hitzefalle. Sonnenschirme und Markisen spenden zwar Schatten, senken die Umgebungstemperatur aber kaum. Ventilatoren treiben den Stromverbrauch in die Höhe, mobile Klimageräte sind für den Außeneinsatz ungeeignet.
Eine günstige und energiesparende Alternative sind Sprühnebler-Systeme. Feine Düsen zerstäuben Leitungswasser zu einem Nebel, der in der warmen Luft verdunstet und ihr dabei Wärme entzieht. Die sogenannte adiabate Kühlung senkt die gefühlte Temperatur um mehrere Grad – ohne Chemie und mit minimalem Wasserverbrauch von rund 13 Litern pro Stunde.
Der Ratgeber klärt, wie die Nebelkühlung technisch funktioniert, wie viel Wasser und Druck nötig sind und wo die Systeme sinnvoll eingesetzt werden. Im Praxistest treten günstige No-Name-Sets von eBay und Amazon ab 20 Euro gegen das Sprühnebel-Set von Gardena an. Ein Blick auf Kaufkriterien, Preise und die Nutzung als automatische Pflanzenbewässerung rundet den Beitrag ab.
Wie kühlen Sprühnebler Balkon oder Terrasse?
Das Prinzip der Wasserzerstäuber ist einfach: Wasser wird mit hohem Druck durch feine Düsen gepresst, dabei entsteht ein sehr feiner Wassernebel. Idealerweise sind die Tropfen so klein, dass sie den Boden gar nicht erst erreichen, sondern bereits vorher von der Sonne in Dampf umgewandelt werden. Diese Verdunstung entzieht der Umgebung Energie in Form von Wärme.
Die abgekühlte Luft sinkt nach unten und vermischt sich mit der wärmeren Luft am Boden – so sinken die Temperaturen im Aufenthaltsbereich. Massive Schwankungen sind zwar nicht zu erwarten, ein paar Grad Unterschied sind aber drin. Dazu kommt der angenehm kühlende Effekt des feinen Nebels auf der Haut.
Die Feinheit der Wassertropfen hängt neben den Düsen vom Wasserdruck ab. Je höher der Druck, desto feiner lässt sich das Wasser verteilen. Im normalen Haushalt liegt der Druck im einstelligen Bereich, in München schwankt er zwischen 3 bar und 7 bar, wobei es eher Richtung 3 bar geht. Kommerzielle Systeme für die Gastronomie oder Indoor-Befeuchtung nutzen separate Pumpen, um den Druck auf 40 bar oder mehr zu erhöhen.
Neben dem Druck ist die Umgebungstemperatur wichtig. Je heißer es ist, desto besser verdampft der Nebel und desto besser fühlt es sich an. Im Praxistest schnitten die Systeme deutlich besser ab, sobald die Temperaturen über 30 Grad kletterten.
Wie viel Wasser benötigen die Sprühnebler?
Dank der schmalen Düsen liegt der Verbrauch der Systeme deutlich unter dem, was ein Rasensprenger hinaushaut. Gardena gibt bei seinem Sprühnebler einen Durchfluss von 13 l/h an. Unsere anderen ausprobierten Kits dürften sich in einer ähnlichen Kategorie befinden.
Zum Vergleich: Ein klassischer Rasensprenger genehmigt sich zwischen 600 und 800 l/h, abhängig vom Wasserdruck. Das macht die Sprühnebler nicht nur zu einer guten Alternative für die Kühlung der Terrasse, sondern lohnt sich auch bei der punktuellen Bewässerung von Gartenpflanzen – wobei es hier alternativ auch Bewässerungsschläuche mit Löchern oder dedizierte Micro-Drip-Systeme gibt. Mehr dazu zeigen wir im Ratgeber Automatische Bewässerung für Wohnzimmer, Balkon & Terrasse.
Günstige Sprühnebel-Kits von eBay und Amazon im Test
Der erste Nebler im Test ist ein knapp 31 Euro teures Angebot von eBay. Dort gibt es diese Systeme unter den verschiedensten Namen zwischen 20 Euro und 60 Euro. Der Aufbau ist aber allen ungefähr gleich: Mehrere Nebeldüsen sind an einem Standard-PU-Schlauch angeschlossen, an dessen Ende ein Schraubanschluss für den Wasserhahn sitzt. Die genutzten 6 × 4 mm PU-Schläuche sind günstig zu bekommen, damit kann man die Reichweite einfach verlängern.
Der Aufbau ist sehr einfach: Mit den mitgelieferten Kabelbindern werden die Düsen an Balken oder eine Leine gehängt, anschließend wird der Anschluss am Wasserhahn festgezogen. Wasser aufdrehen und die Nebler legen los. In der Praxis gibt es ein paar Probleme: Die Dichtung am Wasserhahn war bei unserem Testkit unterirdisch schlecht, dort spritzte mehr Wasser heraus als aus den Düsen. Mit zwei oder drei zusätzlichen Dichtungsringen kann man das einfach beheben.
Problem Nummer zwei ist die Ausrichtung der Düsen. Idealerweise sollten sie in 200 bis 250 cm Höhe nach oben spritzen, um eine möglichst hohe Verdunstung zu gewährleisten. Da man sie aber nach dem Festzurren mit den Kabelbindern nicht mehr ausrichten kann, muss man hier von Beginn an sauber arbeiten. Wer keine geeigneten Stellen zum Festzurren hat, muss hier sehr sorgfältig arbeiten. Klebehalterungen lösen sich sonst bei hohen Temperaturen oder Feuchtigkeit.
Das dritte und größte Problem sind die billigen Düsen selbst: Nach wenigen Tagen Betrieb waren die ersten davon verstopft. Auch wenn der Austausch einfach ist, wegen der Kabelbinder hat man mehr Aufwand.
Testfazit: Die Nebler sind eine schnelle und günstige Lösung, wenn man ein wenig basteln möchte. Die Kabelbinder der günstigen Sets sind als Aufhängesystem so lange komfortabel, bis man die Düse austauschen muss.
Der Wassernebel ist aber nicht so fein, dass man darunter mit einem elektronischen Gerät arbeiten möchte, fühlt sich aber gerade bei heißem Wetter sehr gut an. Wer die Düsen in einigen Metern Abstand anbringt, bleibt bei Windstille trocken – die Temperatur im Inneren der Wassernebelwand sinkt trotzdem spürbar ab.
Ein hervorragender alternativer Einsatzort ist die direkte Berieselung von Balkon- oder Gemüsepflanzen in Töpfen oder dem Hochbeet. Das System lässt sich dank der Standardkomponenten einfach ausbauen.
Gardena Sprühnebler im Test
Versuchsobjekt Nummer zwei ist das city gardening Outdoor Sprühnebel Automatic Set von Gardena. Für knapp 63 Euro bekommt man sieben Düsen, einen 10 m langen Schlauch, zehn Aufhängeschlaufen für Stoff oder Holz sowie eine manuelle Bewässerungssteuerung. Alternativ gibt es ein Set ohne Bewässerungssteuerung, das dann deutlich günstiger ist.
Wer bereits einen Gardena-tauglichen Anschluss hat, der steckt das Neblersystem einfach ein und kann loslegen. Alle anderen brauchen einen entsprechenden Hahnverbinder. Eine Düse ist vorinstalliert, die anderen kann man anschließen, indem man den Schlauch durchschneidet, auf die Düsen steckt und den Sicherungsring festzieht.
Neben der feinen Wasserverteilung haben uns zwei Dinge gut gefallen: Das Aufhängesystem für den Schlauch ist eine simple Schlaufe mit einer Klemme. Damit lässt sich der Wassernebler einfach an Schirmen oder oben an einem Trampolin anbringen. Zudem kann man die Position der Düsen nach dem Aufhängen ändern und perfekt ausrichten.
Die Düsen liefern einen sehr feinen Nebel, der aber wahrscheinlich aufgrund des Leitungsdrucks immer noch als Wasser am Boden ankommt. Teilweise bilden sich zudem größere Tropfen – auch das dürfte am zu geringen Leitungsdruck liegen.
Testfazit: Gardena liefert mit seinem Sprühnebel-Set eine einfach zu nutzende Komplettlösung, deren Aufhängesystem und Sprühnebler erfreulich durchdacht sind. Im Test verstopften die Düsen nicht, der Wassernebel ist aber auch nicht fein genug, um darunter mit einem Laptop zu arbeiten. Wer nicht lange basteln will und ohnehin schon einen Gardena-kompatiblen Wasseranschluss hat, kann bedenkenlos zugreifen. Gut gefallen hat uns im Test, dass sich das System einfach umbauen lässt.
Preis und Verfügbarkeit: Wie viel kosten Sprühnebler?
Viele der No-Name-Angebote auf eBay und Amazon sind nur für kurze Zeit oder in kleinen Stückzahlen verfügbar, weshalb sich die Produkte nicht in unserem Preisvergleich finden lassen. Immerhin hat sich seit der letzten Version dieses Beitrags die Verfügbarkeit der Produkte bei Amazon und eBay deutlich verbessert.
Wer selbst nach Angeboten sucht, sollte sich etwas Zeit nehmen und die Preise vergleichen. Wichtig: Beim Kauf auf Plattformen wie Amazon, eBay oder Aliexpress unbedingt auf die Lieferzeit achten! Aktuell sind viele Produkte nicht sofort verfügbar und kommen im schlimmsten Fall erst Ende des Sommers an.
Schläuche, Kabelbinder und Ersatzdüsen sind in den meisten Sets ebenfalls bereits enthalten, wir empfehlen aber den Kauf eines zusätzlichen 2- oder 4-Wege-Verteilers für den komfortablen Wechsel zwischen Vernebler und Gartenschlauch.
Wassernebel für automatische Pflanzenbewässerung nutzen
Dank des geringen Wasserverbrauchs eignen sich die Nebler wunderbar für eine gezielte Bewässerung von Balkon- oder Topfpflanzen. Dafür kann man die günstigen Sprühnebler verwenden, weil die Tropfengröße aber egal ist. Dazu ist es einfach, die Wassernebler in Blumenkästen passend auszurichten und die Pflanzen gezielt zu bewässern.
Einmal eingestellt, kümmern sich diese Computer um die Bewässerung. Für den Test haben wir die beim Gardena-Set mitgelieferte analoge Wasseruhr mit den Düsen aus dem eBay-Set verbunden.
Die Idee: Das System sollte alle paar Stunden die Blumenkästen jeweils fünf Minuten bewässern, auch wenn man abwesend ist. Im Grunde hat das super funktioniert. Einmal programmiert springt das System zuverlässig an, öffnet die Ventile und lässt die Düsen das Wasser verteilen. Damit kann man Pflanzentröge zuverlässig mit Wasser versorgen. Wer ein smartes System hat, der kann hier sogar noch einen Schritt weitergehen und die Beregnungszeiten abhängig von der Temperatur automatisch steuern. Mehr dazu in unserem Artikel Dumm vs. smart: Wer braucht welche Bewässerungsanlage?
Wir würden aber davon abraten, die Computer zur automatischen Kühlung zu verwenden. Wie oben erwähnt, sind die Tropfen nicht so fein, dass sie komplett verdunsten, bevor sie den Boden berühren. Sprich, wer mit dem Laptop oder einem Buch unter dem Nebel sitzt, der bekommt mehr Feuchtigkeit ab, als ihm lieb ist. Hier empfehlen wir, die Wassernebler manuell einzuschalten und vorher den Bereich von Produkten freizuräumen, die kein Wasser vertragen. Natürlich spricht nichts dagegen, einen smarten Bewässerungscomputer zu nutzen, den man per Smartphone-App oder Alexa-Zuruf aktiviert.
Fazit
Mit einem vergleichsweise geringen Geldeinsatz von 20 bis 30 Euro kann man im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse ein vernünftiges Sprühnebler-System aufbauen. Das hält zwar nicht mit den Lösungen in der Gastronomie mit, sorgt aber für ein deutlich angenehmeres Klima und erfrischt allein schon durch den feinen Wassernebel. Egal, ob Gardena oder die günstige No-Name-Alternative, beide liefern einen brauchbaren Nebel, abhängig vom Leitungsdruck.
Der akzeptable Wasserverbrauch macht die Wassernebler nicht nur für die Kühlung der Sonnenbadenden interessant. Die Systeme sind so flexibel, dass man damit vergleichsweise einfach eine gezielte Bewässerung von Pflanzen in Töpfen oder Blumenkästen realisieren kann.
Gekoppelt mit einer (smarten) automatischen Bewässerung lassen sich die eigenen Blumen und Kräuter damit deutlich effektiver gießen, als wenn man einmal am Tag mit der Kanne darüber geht.
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