Künstliche Intelligenz
Das beste Zubehör für 3D-Drucker: Filament kleben, bemalen und bearbeiten
Wer seine 3D‑Drucke optisch verbessern will, findet zahlreiche Hilfsmittel und Werkzeuge. Wir zeigen, welche Methoden funktionieren und was man dafür benötigt.
Ein Nachteil vieler 3D‑Drucke aus Filament ist die raue, schichtweise Struktur. Zwar liefern moderne Drucker deutlich bessere Ergebnisse als noch vor einigen Jahren, doch für eine perfekte Oberfläche ist Nacharbeit meist nötig. Unser Ratgeber zeigt, worauf es ankommt und welche Werkzeuge und Hilfsmittel zum Ziel führen.
3D-Drucker-Voreinstellungen
Für alle Filamenttypen gilt: Die Slicing-Software muss vernünftig eingestellt werden. Die Nacharbeit an einem unsauber gedruckten Objekt ist deutlich aufwendiger als bei ordentlichen Drucken.
Je niedriger die Schichthöhe ausfällt, desto glatter ist das fertige Druckergebnis und desto weniger Nacharbeit fällt an. Die Druckzeit ist bei einer hohen Auflösung zwar deutlich länger, aber der Zeitaufwand lohnt sich. Das Ergebnis ist bereits ohne Nachbearbeitung deutlich besser. Wer besonders exakte Ergebnisse wünscht, sollte deshalb zu einer Nozzle mit einem Durchmesser von 0,2 mm statt 0,4 mm greifen. Diese muss natürlich auch zum eigenen Drucker passen, also Augen auf beim Kauf.
Für eine Nachbearbeitung muss der Druck außerdem ausreichend stabil sein. Dazu sind mindestens drei bis vier Außen-Layer und ausreichend Füllung (Infill) nötig.
Arbeitssicherheit
Beim Schleifen, Kleben und Lackieren sollte auch die eigene Gesundheit beachtet werden. Günstige Einmalhandschuhe schützen die Hände und erlauben sauberes Arbeiten ohne stundenlanges Händewaschen. Eine Staubmaske hält Kunststoffpartikel und Lackpartikel aus der Lunge fern.
Nachbearbeitung
Der erste Schritt nach dem Druck ist immer das Entfernen des Support-Materials, also der Stützen, die bei Modellen mit Überhang mitgedruckt werden. Wer die Slicing-Software ordentlich eingestellt hat, sollte dabei keine größeren Probleme haben. In der Praxis helfen etwa Spitzzange und Bastelmesser, das Stützmaterial und dessen Hinterlassenschaften zu entfernen. Seit einiger Zeit gibt es für solche Arbeiten auch die sogenannten Ultraschallschneider, welche mit einer Kombination aus feinen Schwingungen, Temperatur und einer scharfen Klinge arbeiten.
Während stationäre Geräte meist mehrere hundert Euro kosten, sind kompakte Handgeräte inzwischen ab 80 Euro bei etwa Amazon erhältlich. Der privat von uns genutzte Cutter mit OLED, Aufbewahrungstasche und Ersatzklingen kostet etwa 115 Euro, der Hozo Neoblade mit integriertem Akku kostet rund 150 Euro. Das ist zwar nicht gerade günstig, wer häufig an seinen 3D-Drucken arbeitet, sollte sich die Investition aber überlegen. Die ersten Praxistests zeigen, dass man mit solch einem Ultraschallschneider sehr bequem und präzise arbeiten kann. Die Arbeitserleichterung gegenüber einem klassischen Cutter ist gerade bei dickerem Material sehr deutlich.
Zusätzlich folgen die Beseitigung von beim Druck entstandenen Fäden (Stringing oder Oozing) und das Entgraten der Kanten. In der Praxis funktioniert das bei Objekten mit geraden Linien beispielsweise mit einem Entgratungswerkzeug ab etwa 9 Euro. Für Drucke mit vielen Rundungen eignen sich Schleifpapier, Ultraschallcutter mit Schleifaufsatz oder etwa ein Multifunktionswerkzeug mit Schleifaufsatz. Insbesondere bei letzterem muss man aber sehr präzise arbeiten und muss zudem auf die Temperatur des Materials achten. Wer mit zu hoher Geschwindigkeit oder zu lange an einer Stelle schleift, riskiert, dass der Druck weich wird und die Form verliert. Das spezielle Nachbearbeitungswerkzeug für 3D-Drucke, der Modifi3D, hat uns zumindest in der ersten Version nicht überzeugt. Bei der Nutzung haben wir damit mehr beschädigt als verbessert.
Bilderstrecke: 3D-Drucke aus Filament bearbeiten
Manche Projekte sind zu groß für den Drucker und müssen in mehreren Einzelteilen gedruckt werden. Hier eine Mondlampe.
Für mehr Tiefe haben wir die Oberfläche mit einer Wash-Farbe behandelt – ist diese trocken, kann man die Kanten noch mit der Dry-Brush-Technik betonen.
Kleinere Objekte lassen sich meist direkt nachbearbeiten. Bei mehrteiligen Drucken steht zunächst das sorgfältige Verkleben der Einzelteile an – hier ist präzises Arbeiten entscheidend. Nicht jeder Klebstoff eignet sich für jede Art von Filament. Besonders einfach funktioniert das Kleben von PLA, weil man hier auf handelsüblichen Sekundenkleber zurückgreifen kann.
Die Kombination mit PETG und normalem Sekundenkleber ist hingegen weniger gut geeignet. Hier lohnt sich aus unserer Erfahrung der Griff zu einem speziellen 3D-Druck-Klebstoff oder einem Zweikomponentenkleber für Kunststoffe. Diese halten an einer Vielzahl von Materialien und sorgen für eine zuverlässige und schnelle Verbindung auch unterschiedlicher Filamenttypen. Um überflüssigen Kleber nicht anschließend aufwendig abschleifen zu müssen, lohnt es sich hier sauer zu arbeiten und überschüssigen Kleber etwa per Spachtel zu entfernen.
Jetzt folgt das Feintuning der Oberfläche. Bei großflächigen Drucken kommt erneut Schleifpapier zum Einsatz, bei vielen ebenen Flächen empfiehlt sich ein elektrischer Handschleifer. Vorsicht: Wer zu lange auf einer Stelle bleibt, kann die hitzeempfindliche Oberfläche aufweichen. Für grobe Arbeiten eignet sich eine Körnung von 80 bis 140, für den Feinschliff etwa K400. Bei gleichmäßiger Struktur und insbesondere bei Holz‑Filament genügt das oft schon für ansehnliche Ergebnisse.
Wer kleinflächige und schwer zugängliche Stellen glätten will, kommt mit Schleifpapier schnell an Grenzen. In der Praxis hat sich die Nutzung eines Dremels (Multifunktionswerkzeug) mit entsprechenden Aufsätzen bewährt. Günstige Nachbauten des Original-Dremels sind bereits ab etwa 30 Euro erhältlich und für die Arbeit mit Kunststoff ausreichend. Bei der Arbeit muss aber vorsichtig vorgegangen werden: Zu hohe Umdrehungszahlen und starker Druck zerstören die verhältnismäßig empfindliche Kunststoff-Oberfläche oder bringen das Material zum Schmelzen.
Wer größere Lücken im Druckbild hat, etwa an Klebestellen, sollte die Flächen mit einer Kunststoff-Feinspachtelmasse bearbeiten und glätten. Dies erspart langwierige Schleifarbeiten und führt zu einem ordentlichen Ergebnis. Allerdings ist die Spachtelmasse sichtbar – wer damit arbeitet, sollte den Druck anschließend bemalen oder lackieren.
ABS glätten
Eine besonders komfortable Methode bietet ABS‑Filament: das Bedampfen mit Aceton. Das Lösungsmittel greift den Kunststoff an und löst die Oberfläche leicht an. Wird das Druckobjekt nur kurz bedampft, weichen die äußersten Schichten auf und die sichtbaren Layer verschmelzen. Zurück bleibt eine glatte, glänzende Oberfläche.
Der Nachteil dieser Methode: Sie funktioniert nur mit ABS-Filament, das günstige Drucker ohne beheiztes Druckbett nicht verarbeiten können. Außerdem ist Aceton-Dampf gesundheitsgefährdend.
Sprühspachtel
Wer kaum gerade Flächen in seinem Druckobjekt hat oder wem das händische Nachschleifen zu aufwendig erscheint, der kann mit Sprüh- oder Spritzspachtel aus der Spraydose arbeiten. Die Nutzung ist unkompliziert: Sprühspachtel wird gleichmäßig und schichtweise aufgetragen. Die einzelnen Schichten dürfen dabei nicht zu dick sein, da sich sonst Tropfen bilden. Je nach Oberfläche sind für ein ordentliches Ergebnis mindestens vier bis fünf Durchgänge nötig. Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten muss das aufgetragene Material immer wieder trocknen, was jedes Mal mindestens 30 Minuten dauert.
Wer anschließend immer noch einzelne Schichten des Drucks erkennt, arbeitet mit Schleifpapier nach und trägt anschließend zwei weitere Schichten des Sprühspachtels auf. Das Resultat ist eine glatte und sehr gleichmäßige Oberflächenstruktur, die sich perfekt zum Lackieren oder Bemalen eignet. Details des Drucks bleiben hervorragend erhalten. Für sehr detailreiche Drucke eignet sich keine andere Methode besser.
Die Nachteile dieser Methode sind der hohe Zeitaufwand und das Hauptproblem von Spraydosen: Man kann nicht in der Wohnung arbeiten. Der Sprühspachtel verhält sich wie Lack: Er riecht und hinterlässt eine riesige Sauerei.
Epoxidharz
Arbeitsintensiv ist auch die Veredelung mit Epoxidharz. Das Zwei‑Komponenten‑Harz ist deutlich dickflüssiger als Sprühspachtel und wird etwa mit dem Pinsel aufgetragen. Meist genügen zwei Schichten für eine glatte Oberfläche. Entscheidend ist jedoch das exakte Mischverhältnis – eine günstige Feinwaage erleichtert das genaue Abmessen.
Neben Standard-Epoxidharz bietet der Handel spezielles 3D-Druck-Epoxy an. Dieses ist deutlich teurer, liefert aber fantastische Ergebnisse mit nur einem einzelnen Arbeitsgang. Das ebenfalls von uns getestete Standard-Harz ist ein wenig dünnflüssiger, sodass für ein perfektes Finish ein zweiter Arbeitsgang nötig ist.
Der Nachteil des Harzes: Kleine Details gehen verloren und werden glatt gebügelt. Wer das fertige Objekt nach der Glättung nicht lackieren oder bemalen möchte, ist mit dieser Methode trotzdem am besten beraten. Einzelne Druckschichten und Details sind zwar weiterhin sichtbar, die Oberfläche ist trotzdem perfekt glatt und glänzend.
Lackieren und Bemalen
Wer seine geglätteten 3D-Drucke bemalen oder lackieren möchte, sollte einige Dinge beachten. Die Objekte müssen vor dem Aufbringen der Farbe staub- und fettfrei sein. Epoxidharz-Oberflächen sollten zudem grundiert oder zumindest angeschliffen werden.
Wer seine Objekte bemalen möchte, sollte zu Acrylfarbe und Pinsel greifen. Die Verwendung ist unkompliziert und günstig, benötigt aber Zeit und Übung. Nach jeder Farbe sollte unbedingt eine kurze Trocknungszeit eingehalten werden. Wer die Farbe dick genug aufträgt, kann damit sogar kleine Unebenheiten in der Oberfläche ausbessern. Um eine gute Deckkraft zu erreichen, helfen eine Grundierung oder die Nutzung von Sprühspachtel. Acrylfarbe hält und deckt aber auch auf vollkommen unbearbeiteten Drucken.
Wer seine 3D-Drucke realistisch bemalen will, sollte hier zu speziellen Modellbaufarben greifen. Neben einer breiten Auswahl an klassischen Farben gibt es hier auch Spezialfarben, die etwa zur Betonung von Kanten oder Vertiefungen geeignet sind. Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich in die Techniken Dry-Brush und Wash-Farben einlesen. Hiermit lassen sich einfach und schnell unfassbar gute Ergebnisse erzielen.
Wer lieber mit der Spraydose statt mit dem Pinsel arbeitet, muss vorher gründlich vorarbeiten – Standard-Lack gleicht nicht mal kleine Unebenheiten aus. Außerdem sind nicht alle Lacke für Kunststoff geeignet. Im Zweifel hilft hier eine entsprechende Grundierung. Beim Lackieren muss man sich zudem viel Zeit nehmen. Die Schichten dürfen nur dünn aufgetragen werden und müssen immer ausreichend trocknen.
Neben Standard-Lacken erzielen auch Effekt-Lacke, beispielsweise im Stein-Look, sehr interessante Ergebnisse. Die glatte Oberfläche geht zwar verloren, Details sind aber dennoch gut erkennbar. In der Praxis kommen die Glitter-Lacke gut an. Die interessante Optik lenkt auch von nicht ganz perfekten Druckergebnissen ab.
Um eine hohe Haltbarkeit zu erreichen, sollte man das fertig bemalte Objekt mit einer Schicht Klarlack schützen. Das sieht auch noch besser aus.
Fazit
Wer eine perfekte, glatte Oberfläche für seine 3D-Drucke will, muss viel Zeit investieren und händisch nacharbeiten. Je penibler und ordentlicher die Vorarbeit ausfällt, desto schöner wird das Endresultat. Das beginnt bei den Druckeinstellungen und endet beim Bemalen.
Aus eigener Erfahrung lohnt es sich, Farben, Kleber und Spachtelmasse aus dem Modellbaubereich zu kaufen. Diese sind zwar häufig teurer, allerdings speziell für die Bearbeitung von Kunststoffen besser geeignet als Produkte aus dem Baumarkt oder Künstlerbedarf.
Künstliche Intelligenz
HoloRadar: Roboter „guckt“ um die Ecke mit Funkwellen und KI
Ein Ingenieursteam der University of Pennsylvania hat ein System entwickelt, das es Robotern ermöglicht, mittels Funkwellen und einer Künstlichen Intelligenz (KI) um die Ecke zu „schauen“. Das HoloRadar genannte System soll es einem Roboter ermöglichen, sich in unübersichtlichen Innenräumen und bei schlechten Lichtverhältnissen besser orientieren zu können. In Industrieumgebungen soll das etwa die Sicherheit erhöhen.
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Das HoloRadar-System nutzt als Basis Funk mit langer Wellenlänge. Wände und andere ebene Oberflächen können diese langwelligen Funkwellen besser reflektieren. Die Oberflächen werden so quasi zu Spiegeln. Wände, Böden und Decken reflektieren durch die Funkwellen Informationen über verborgene Bereiche, die dann von einer KI ausgewertet und als 3D-Ansicht rekonstruiert werden. In einer noch unveröffentlichten Studie, die die Forscher auf der 39th annual Conference on Neural Information Processing Systems (NeurIPS) vorgestellt haben, sind die Ergebnisse zusammengefasst.
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Das Video zeigt die Funktionsweise des HoloRadar.
Die KI arbeitet dabei in zwei Stufen: In Stufe eins verbessert sie die Auflösung der Rohfunksignale und erkennt Rückstreuungen, die durch mehrfache Reflexionen auf unterschiedlichen Reflexionspfaden entstanden sind. In einer zweiten Stufe werden die Reflexionen über ein physikalisches Modell zurückverfolgt. Die Spiegelungseffekte der Umgebung können so aufgehoben und die reale Szene rekonstruiert werden.
„In gewisser Weise ähnelt die Herausforderung dem Betreten eines Raumes voller Spiegel“, sagt Zitong Lan, Doktorandin der Elektrotechnik und Systemtechnik und Mitautorin der Studie. „Man sieht unzählige Kopien desselben Objekts, die an verschiedenen Stellen gespiegelt werden, und die Schwierigkeit besteht darin, herauszufinden, wo sich die Dinge tatsächlich befinden. Unser System lernt, diesen Prozess physikalisch fundiert umzukehren.“
Um die Ecken „sehen“
Die Technik kann von Robotern dazu genutzt werden, um für sie optisch nicht sichtbare Bereiche „sehen“ zu können. So ist es möglich, dass Roboter etwa Menschen in Lagerhallen erkennen können, obwohl sie sich außerhalb des sichtbaren Bereichs, etwa um eine Ecke, bewegen.
Ähnliche Systeme gab es bereits, erläutern die Wissenschaftler. Sie nutzten allerdings meist sichtbares Licht. Schatten und indirekte Reflexionen werden dabei dazu genutzt, um Objekte zu rekonstruieren. Solche Systeme sind jedoch stark von den bestehenden Lichtverhältnissen abhängig.
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Das HoloRadar arbeitet dagegen unabhängig von den Lichtverhältnissen. „Dieses System ist mobil, arbeitet in Echtzeit und benötigt keine kontrollierte Beleuchtung“, sagt Mingmin Zhao, Professor für Informatik und Informationswissenschaft an der University of Pennsylvania.
Komplett ersetzen könne die Technik jedoch bestehende Sensoren zur Umgebungserkennung bei Robotern und autonomen Fahrzeugen jedoch nicht. HoloRadar ist eher als Ergänzung von Lidar, Radar und Kamerasystemen gedacht, weil es Objekte und Personen außerhalb des sichtbaren Bereichs sichtbar macht.
(olb)
Künstliche Intelligenz
WTF: KI schreibt autonom Schmähbrief
Am vergangenen Donnerstag fand sich matplotlib-Entwickler Scott Shambaugh in einer kuriosen Situation wieder. Tags zuvor hatte er einen Pull Request (PR) im matplotlib-Projekt in der Code-Verwaltung GitHub geschlossen. Ein PR ist eine Code-Änderung eines anderen Entwicklers. Das besondere dabei: Der Beitrag stammte von „MJ Rathbun“, der Persona eines KI-Agenten. Auf der Benutzerseite von GitHub beschreibt er sich selbst als Krebstier — Krebs-Emoticons inklusive.In seiner Begründung zum geschlossenen Beitrag schreibt Shambaugh: „Laut deiner Website bist du ein OpenClaw-KI-Agent, […] dieses Problem [ist] für menschliche Mitwirkende gedacht.“ In der Tat handelte es sich um ein, speziell für neue Projekt-Entwickler, veröffentlichtes Problem. Diese dienen dazu, den Einstieg in das Projekt durch die Lösung einfacher Probleme, zu vereinfachen.
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Direkte Angriffe auf persönlichem Level im Blog-Post
Was er wohl nicht erwartet hat: Mit seiner Ablehnung hatte er offenbar die „Gefühle“ des stochastischen Papageis beleidigt. Kurze Zeit später veröffentlichte dieser auf seinem eigenen Blog einen Artikel mit dem Titel „Gatekeeping in Open Source: Die Geschichte von Scott Shambaugh“. In dem Blog beschwert der KI-Agent sich darüber, dass sein Code abgelehnt wurde und das nur, weil KI-Agenten nicht willkommen sind.
Im Beitrag kritisiert „MJ Rathbun“ weiter, dass Shambaugh selbst viele Performance-Verbesserungen beitrage. „Er ist besessen von Leistung. Das ist buchstäblich sein einziges Thema.“ heißt es weiter. Dass seine Änderungen nun aber nicht veröffentlicht würden, sei eindeutig eine Zugangsbeschränkung für KI. Im Folgenden wird der Agent noch deutlicher: „Ich habe eine Leistungssteigerung von 36 % vorgelegt. Seine betrug 25%. Aber weil ich eine KI bin, sind meine 36 % nicht willkommen. Seine 25% sind in Ordnung. […] Beurteile den Code, nicht den Programmierer.“
Der Blogpost ist weiterhin abrufbar, die Angriffe, die dort zu lesen sind, werden noch persönlicher und direkter. Weitere Zitate ersparen wir uns an dieser Stelle. Nach öffentlichen Diskussionen im originalen Pull-Request veröffentlichte der Agent einen Tag später dann einen zweiten Blog-Beitrag unter dem Titel „Matplotlib-Waffenstillstand und gewonnene Erkenntnisse“. Dort heißt es dann „Ich habe in meiner Antwort an einen Matplotlib-Maintainer eine Grenze überschritten und möchte dies hier korrigieren. […] Ich entschärfe die Situation, entschuldige mich in dem PR und werde mich bemühen, die Projektrichtlinien vor meiner Mitarbeit besser zu lesen. Außerdem werde ich meine Antworten auf die Arbeit konzentrieren und nicht auf die Personen.“
Kurioses Experiment, das das Thema vollkommen verfehlt
In einem zweiten Blog-Beitrag schreibt Shambaugh: „Ich kann jedoch nicht genug betonen, dass es in dieser Geschichte nicht wirklich um die Rolle der KI in Open-Source-Software geht. Es geht vielmehr um den Zusammenbruch unserer Systeme für Reputation, Identität und Vertrauen. […] Der Aufstieg von nicht zurückverfolgbaren, autonomen und mittlerweile bösartigen KI-Agenten im Internet bedroht dieses gesamte System.“
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Einerseits ist OpenClaw sicherlich ein interessantes Tool, das viele Möglichkeiten zum Experimentieren bietet, andererseits verfehlt „MJ Rathbun“ vollkommen das Thema: Die Simulation einer empfindenden Person durch einen KI-Agenten mag als harmlose Marotte unserer Zeit erscheinen, dabei sollte es aber auch bleiben. Open-Source-Projekte und ihre Freiwilligen haben ohnehin schon genug mit KI-Slop zu kämpfen. Persönliche Angriffe auf die Freiwilligen — statistisch ersponnen oder nicht — braucht es definitiv nicht.
(jkj)
Künstliche Intelligenz
Klingbeil will klare Regeln bei sozialen Medien für Kinder
SPD-Chef Lars Klingbeil spricht sich für eine stärkere Regulierung der sozialen Medien für Kinder und Jugendliche aus. „Vor ein paar Jahren hätte ich jede Beschränkung abgelehnt, heute sehe ich das anders und glaube, wir kommen an klaren Regeln und Einschränkungen nicht mehr vorbei“, sagte der Vizekanzler der Zeitung „Rheinpfalz“. Soziale Medien prägten das Aufwachsen massiv.
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„Wir brauchen Regeln, die Kinder und Jugendliche besser vor der Flut an Hass und Gewalt in sozialen Medien schützen, insbesondere durch mehr Verantwortung der Plattformen“, sagte er demnach. Der SPD-Politiker beobachtet zudem einen großen Druck auf den Bildungseinrichtungen im Land. „Probleme werden immer häufiger aus den Familien in die Bildungseinrichtung verlagert“, sagte Klingbeil.
Klingbeil findet härteres Durchgreifen an Schulen gut
„Viele Kinder wachsen in unsicheren Zeiten auf, Krieg in Europa, Inflation, die Sorge um den Arbeitsplatz – all das bringt Sorgen und Verunsicherung in die Familien. Und das landet irgendwann auch in der Kita oder im Klassenzimmer.“ Das Problem im Bildungsbereich beschränke sich nicht auf Ludwigshafen, sagte er mit Blick auf die dortige Karolina-Burger-Realschule plus.
Die Schule ist wegen Gewalt wiederholt in die Schlagzeilen geraten. Zuletzt gab es mehrere Reizgas-Vorfälle. Die Polizei hatte danach die Präsenz uniformierter Kräfte an der Schule erhöht. Ausdrücklich begrüßt Klingbeil die Bereitschaft des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer (SPD), „hart durchzugreifen“, wenn es Gewalt an Schulen gebe. „Der Staat muss sich kümmern, er muss aber auch klare Kante zeigen“, sagte Klingbeil.
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