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Edifier ES20 im Test: Mini-Bluetooth-Lautsprecher für 30 € besser als JBL Go 4


Edifier schickt mit dem ES20 einen Mini-Bluetooth-Lautsprecher ins Rennen, der im selben Preissegment wie der JBL Go 4 spielt – aber besser klingt und länger läuft.

Mini-Bluetooth-Lautsprecher liegen im Trend: Klein, leicht und günstig sollen sie großen Klang zum kleinen Preis liefern. Platzhirsche wie JBL haben sich mit dem Go 4 in Stellung gebracht, der mit rund 40 Euro zu den Tipps für Sparfüchse zählt. Mit dem ES20 hat die chinesische Konkurrenz einen Brüllwürfel am Start, der für dieselbe Summe (aktuell bei Joybuy gar nur 30 Euro) um die Gunst der Hörerschaft buhlt. Ob sich der Kauf lohnt oder Musikfans lieber zur Konkurrenz greifen sollten, finden wir in unserem Test heraus.

Design und Verarbeitung des Edifier ES20

Mit dem ES20 setzt Edifier auf ein elegantes, schlichtes Retro-Design, das an den mehr als doppelt so teuren Marshall Willen II erinnert. Der Mini-Lautsprecher ähnelt optisch einem klassischen Speaker aus den frühen HiFi-Jahren. In der oberen rechten Ecke der Vorderseite prangt eine dezente Metallplakette mit dem Edifier-Logo. Mit Maßen von 90,4 × 93,7 × 49,7 mm ist der ES20 ähnlich groß wie der JBL Go 4, wiegt mit 326 g aber 136 g mehr als das Konkurrenzmodell.

Das Gehäuse besteht aus Kunststoff mit Lederoptik, die Front hat Edifier mit einem massiven Metallgitter versehen. Insgesamt macht der Lautsprecher einen wertigen und robusten Eindruck – anders als die beiliegende Trageschlaufe, die ruhig etwas weniger filigran hätte ausfallen dürfen. Etwas unschön: Auf der Rückseite prangt ein Schild mit Modellnummer und CE-Kennzeichnung.

Eine große Farbauswahl bietet der ES20 nicht: Edifier verkauft den Speaker lediglich in Schwarz und Weiß. Andere Varianten könnten wir uns beim klassischen Design aber ehrlich gesagt auch nicht vorstellen.

Wie der JBL Go 4 ist auch der ES20 nach IP67 zertifiziert. Der Lautsprecher übersteht also das Eintauchen in einem Meter Wassertiefe für bis zu 30 Minuten, ohne Schaden zu nehmen. Staubdicht ist das Gehäuse ebenfalls.

Wie gut klingt der Edifier ES20?

Beim direkten Leistungsvergleich hat der ES20 gegenüber dem JBL Go 4 die Nase vorn: Statt 4,2 Watt schafft er 6 Watt, auch wenn er damit noch deutlich hinter dem Teufel Boomster Go und dem Marshall Willen II zurückliegt – die dafür aber auch spürbar teurer sind. Beim Frequenzbereich zieht der ES20 allerdings den Kürzeren: 93 Hz bis 19 kHz sind ein etwas enttäuschender Wert, zumal der JBL Go 4 90 Hz bis 20 kHz bietet.

Doch die besten Werte auf dem Papier nützen nichts, wenn der tatsächliche Klang enttäuscht. Wie sieht es also in der Praxis aus? Aufgrund der gleichen Preisklasse und ähnlichen Spezifikationen haben wir den ES20 im direkten Soundduell gegen den JBL Go 4 antreten lassen. Das Ergebnis ist eindeutig.

In unserem Test des JBL Go 4 hatten wir kritisiert, dass bei Phil Collins‘ In The Air Tonight der Sound matschig und dumpf klang, mit kratzigen und verzerrten Höhen. Der ES20 macht erstaunlicherweise einen besseren Job: Die Höhen sind klarer, der Bass wirkt weniger verwaschen. Auch bei hoher Lautstärke geht der Klang noch in Ordnung, auch wenn man in dieser Preisklasse keine Höhenflüge erwarten darf. Lediglich bei den Beats ab Minute 3:30 kommt der Edifier an seine Grenzen und liefert ein schrilles, unangenehmes Klangbild.

Edifier ES20

Bachs Cello-Suite Nr. 1 in G-Dur macht den Unterschied noch deutlicher, denn auch hier ist der ES20 der JBL-Konkurrenz überlegen. Klingt das Cello beim Go 4 erneut verwaschen und dumpf, wirkt der Sound beim ES20 klarer und sauberer.

Dasselbe Bild ergibt sich bei gesprochenen Inhalten: Der JBL Go 4 wirkt ein wenig, als hätte man ihn mit einem Kissen gedämpft, während Podcasts und Hörbücher beim ES20 klarer, auf hoher Lautstärke aber fast schon zu schrill klingen. Insgesamt würden wir den ES20 klar bevorzugen, wenn es rein um den Klang geht.

Was die Codecs anbelangt, gibt es zwischen beiden Speakern keinen Unterschied: Beide unterstützen lediglich den Standard-Codec SBC. Einen AUX-Eingang bietet der ES20 nicht, dafür aber ein eingebautes MEMS-Mikrofon mit Noise-Cancelling. Dadurch eignet sich der Edifier ES20 auch als Freisprecheinrichtung fürs Smartphone.

Bedienung und App des Edifier ES20

Anders als JBL setzt Edifier beim Bedienpanel auf betont schlichtes Design. Vier schmale Tasten an der Oberseite des Gehäuses dienen zum Einschalten sowie zur Steuerung von Wiedergabe und Lautstärke. Eine separate Taste steuert die Beleuchtungsleiste auf der Rückseite, die mit variablen Farben und fünf Effekten für Atmosphäre sorgen soll.

Leider fehlt dem Bedienpanel eine eigene Beleuchtung. Weil die Tasten zudem kaum hervorgehoben sind, lassen sie sich nur schwer ertasten – die Bedienung im Dunkeln wird dadurch erschwert. Immerhin informieren fünf kleine LEDs über den Ladestand des Akkus, ein nützliches Feature.

Der ES20 ist mit der Edifier ConneX App kompatibel (Google Play Store und App Store). Nach dem Download sucht die App direkt nach Geräten in der Nähe und koppelt den ES20 innerhalb weniger Sekunden. Wer möchte, kann außerdem gleich das aktuelle Firmware-Update aufspielen.

Die App bietet alle Steuerungsmöglichkeiten des Bedienpanels und erweitert sie um vier Soundmodi: Musik, Games, Film und Outdoor. Damit lässt sich der Klang an die jeweilige Situation anpassen.

Auch die Lichteffekte lassen sich über die App steuern, wobei sich die Farben sehr präzise einstellen lassen. Praktisch: Eine automatische Abschaltfunktion bietet sechs Zeitintervalle zwischen 10 Minuten und 1,5 Stunden.

Der Akku des Edifier ES20

Der ES20 bringt über 100 g mehr auf die Waage als der JBL Go 4 – ein Blick auf die Akkulaufzeit verrät, warum. Während der JBL-Speaker nur sieben Stunden im Standard-Modus durchhält, schafft der ES20 satte 15 Stunden bei 50 Prozent Lautstärke. Deaktiviert man die LED-Beleuchtung, reicht der Akku bei 80 Prozent Lautstärke noch für knapp 10 Stunden. Die Ladedauer über das beiliegende USB-C-Kabel liegt bei etwa zwei Stunden.

Die Ladestandsanzeige in Form von fünf LEDs an der Oberseite ist zusammen mit der hohen Akkulaufzeit ein echter Pluspunkt, der in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist.

Was kostet der Edifier ES20?

Der Edifier ES20 kostet laut UVP genauso viel wie der JBL Go 4: knapp 40 Euro. Aktuell ist die schwarze Variante sogar für 30 Euro (Joybuy) erhältlich.

Fazit

Wenn wir uns zwischen dem JBL Go 4 und dem Edifier ES20 entscheiden müssten – beide sind zum vergleichabren Preis am Markt –, fällt das Urteil klar aus: Der ES20 bietet das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Klangqualität ist höher, der Akku leistungsfähiger, und eine Freisprechfunktion bringt nur der ES20 mit.

Etwas schade: Die Edifier ConneX App bietet keinen richtigen Equalizer, sondern lediglich vorgefertigte Soundprofile. Auch die Trageschlaufe wirkt nicht hochwertig und das Bedienpanel hätte eine eigene Beleuchtung oder zumindest eine deutlich abgehobene Haptik gebrauchen können.

Als Alternativen bieten sich der noch günstigere JLab Pop Party an, bei dem Nutzer allerdings auf eine IP67-Zertifizierung verzichten müssen. Wer mehr Budget hat, sollte sich den Teufel Boomster Go oder den Marshall Willen II anschauen, die vor allem klanglich überzeugen.



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SADAS: Neue Software warnt Fahrer vor Gefahrenzonen im Straßenraum


Was haben dicke, gelbe Bücher mit autonomem Fahren zu tun? Mehr als man denkt, wenn es nach dem Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und der pdm solutions GmbH geht. In einem sechsmonatigen Forschungsprojekt haben die beiden Partner nach eigenen Angaben einen Proof of Concept abgeschlossen, der kuratierte Standortdaten aus dem Verzeichnis „Das Telefonbuch“ für moderne Fahrerassistenzsysteme (ADAS) nutzbar machen soll. Der Prototyp wurde auf dem Branchentreff des Verbands Deutscher Auskunfts- und Verzeichnismedien (VDAV) in Berlin präsentiert.

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Im Zentrum steht die am Fraunhofer FOKUS entwickelte Software SADAS (Support for Advanced Driver Assistance Systems). Sie soll die Verzeichnisdaten in den sogenannten „Digitalen Stadtzwilling“ integrieren – ein virtuelles Abbild des Straßenraums. Konkret identifiziere das System laut Fraunhofer Orte mit besonders schutzbedürftigen Verkehrsteilnehmenden, etwa Kindergärten, Spielplätze oder Schulen, und gleiche diese Informationen in Echtzeit mit Fahrtroute und Fahrzeugposition ab.

Erkenne das System eine potenzielle Gefahrenzone, soll der Fahrer optische oder akustische Signale über das Dashboard erhalten – und zwar, bevor die Situation im Sichtfeld auftaucht. Künftig sollen diese Warnungen nach Darstellung der Partner auch direkt an Bremsassistenten oder automatisierte Fahrfunktionen weitergereicht werden können. Wie KI-gestützte Assistenzsysteme im Fahrzeug funktionieren und welche Infrastruktur dahintersteckt, zeigt etwa das Forschungsprojekt Central Car Server der TU München, bei dem ein Zentralrechner alle elektronischen Komponenten steuert und neue Funktionen selbst programmiert.

Standortdaten von Schulen oder Kitas finden sich grundsätzlich auch in den Kartendiensten globaler Tech-Konzerne. Das Fraunhofer-Projekt zielt jedoch ausdrücklich auf eine souveräne Dateninfrastruktur. „Ein zentrales Ziel ist es, bestehende Datensilos aufzubrechen. Das unterstützt auch digital souveräne Systeme“, erklärt Dr.-Ing. Ilja Radusch, Leiter des Geschäftsbereichs Smart Mobility bei Fraunhofer FOKUS und Leiter des Daimler Center for Automotive IT Innovations (DCAITI) an der TU Berlin. Das Ziel digitaler Souveränität steht dabei im Mittelpunkt des Projekts.

Über offene, standardbasierte Schnittstellen sollen Städte und Mobilitätsdienstleister auf den Digitalen Stadtzwilling zugreifen können, ohne sich an die geschlossenen Ökosysteme einzelner Plattformanbieter zu binden. Das soll es zudem ermöglichen, dass nicht jeder Datenanbieter von vornherein sämtliche Qualitätsanforderungen aller – oft noch unbekannten – Datennutzenden erfüllen muss.

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Eine Herausforderung dürfte die Datenqualität sein. Während für Verzeichnisdienste eine korrekte Postadresse genügt, benötigen Fahrzeuge hochpräzise Geokoordinaten. Radusch nennt ein anschauliches Beispiel: Schulen oder Spielplätze erstreckten sich häufig über ganze Straßenblöcke und grenzten an mehrere Straßen. Würde ein Assistenzsystem pauschal an allen angrenzenden Straßen warnen, käme es schnell zum Gewöhnungseffekt – mit negativen Folgen für die Verkehrssicherheit.

Um die Daten für den Einsatz im Fahrzeug zu veredeln, will Fraunhofer FOKUS mehrere Quellen kombinieren: Informationen aus Verkehrsmanagementzentralen, stationäre Sensoren in Ampelanlagen sowie Sensordaten aus Fahrzeugflotten. Hinzu kommen soll Crowdsourcing über die KI-basierte App Eidos Road Glancr (PDF): Ein handelsübliches Smartphone an der Windschutzscheibe – beispielsweise in Bussen oder Taxis – soll datenschutzkonform Veränderungen im Straßenraum wie Baustellen, neue Verkehrszeichen, Straßenschäden oder verfügbare Parkflächen erfassen. Für seltene oder sicherheitskritische Ereignisse will das Team die Realdaten zusätzlich durch Simulationen in der Open-Source-Umgebung Eclipse MOSAIC ergänzen.

Nach dem nach eigenen Angaben erfolgreichen Proof of Concept wollen pdm solutions und Fraunhofer FOKUS die Zusammenarbeit fortsetzen. Perspektivisch sollen die datenbasierten Digitalen Stadtzwillinge nicht nur Assistenzsysteme ergänzen, sondern auch für automatisiertes und autonomes Fahren nutzbar werden. Andere Hersteller setzen bei der Integration von Fahrerassistenz auf KI-Plattformen wie etwa Google Gemini in Volvo-Fahrzeugen, wo die KI über Fahrzeugkameras Verkehrszeichen und die Umgebung in Echtzeit analysiert. Denkbar seien laut Radusch zudem klassische Telematik-Services wie barrierearme Routen zur nächsten Apotheke oder thematische Stadttouren.

Transparenzhinweis: Heise & Dumrath Medien ist am Herausgeber von „Das Telefonbuch“ beteiligt.

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(vza)



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Großstadt blockiert Überwachungssoftware Palantir | heise online


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Londons Bürgermeister Sadiq Khan (Labour) stoppt einen geplanten Vertrag zwischen der Londoner Metropolitan Police und dem US-Softwareunternehmen Palantir. Der Grund für das Veto gegen den 50 Millionen Pfund schweren Auftrag ist nach Angaben des Bürgermeisterbüros für Polizei und Kriminalität (MOPAC), dass die Metropolitan Police Palantir als einzigen ernsthaften Anbieter betrachtet hat. Die Behörde habe keine vollständige Beschaffungsstrategie zur Genehmigung vorgelegt. Dies stelle einen „klaren und schwerwiegenden Verstoß“ gegen die geltenden Verfahrensregeln dar, so das Büro.

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Berichten zufolge könnten auch ethische Bedenken des Bürgermeisters eine Rolle gespielt haben. Khan hatte in der Vergangenheit betont, dass öffentliche Gelder nur an Unternehmen fließen sollten, „die die Werte der Stadt teilen“. Das derzeitige britische Vergaberecht lässt ethische Bedenken bei der Ablehnung eines potenziellen öffentlichen Auftragnehmers allerdings nicht zu.

Sowohl Palantir als auch die Metropolitan Police kritisierten das Veto des Bürgermeisters. Ein Sprecher der Polizei erklärte laut BBC, die Behörde müsse sich modernisieren und dafür auf die bestmögliche Technologie zurückgreifen.

Palantir ist auf die Analyse großer Datenmengen spezialisiert und entwickelt unter anderem Software für Sicherheitsbehörden, Geheimdienste und militärische Anwendungen. Sie gilt als sehr effektiv, steht aber aus mehreren Gründen in der Kritik. Vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im transatlantischen Verhältnis wächst die Sorge vor einer starken Abhängigkeit von US-Softwareanbietern. Auch die Nähe des Unternehmens zur US-Regierung von Donald Trump sorgt diesseits des Atlantiks für Besorgnis.

Datenschützer haben große Bedenken, wenn massenhaft persönliche Daten aus verschiedenen Quellen kombiniert und ausgewertet werden – sie befürchten gläserne Bürger. In Großbritannien war Palantir in den vergangenen Monaten unter anderem wegen seines Einsatzes beim englischen Gesundheitsdienst in die Kritik geraten.

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In Deutschland setzen mehrere Polizeibehörden auf die Analyseplattform „Gotham“, auch bekannt als „VeRa“ oder in Hessen „HessenData“, darunter Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Laut Recherchen von NDR, WDR und SZ kommt sie hier bei diversen Ermittlungen zum Einsatz, nicht nur für große Gefährdungslagen wie Terroranschläge. Andere Länder wie Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sprachen sich im Bundesrat für eine Lösung aus Europa aus.

Auch bei den Sicherheitsbehörden ist die Debatte in Deutschland gespalten. Die Bundeswehr hat sich aus Sicherheitsgründen vorerst gegen Palantir ausgesprochen. Beim BKA lässt man zukünftige Software-Lösungen aktuell offen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz macht nun aber ernst mit digitaler Souveränität: Es hat sich gerade für den französischen Anbieter ChapsVision entschieden.


(rie)



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Proxmox VE 9.2 mit Dynamic Load Balancer und Linux Kernel 7.0


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Die Wiener Proxmox Server Solutions GmbH hat ihr Proxmox Virtual Environment (VE) 9.2 veröffentlicht. Es basiert auf Debian GNU/Linux 13.5 „Trixie“ einschließlich aktualisierter Pakete und Bugfixes. Proxmox VE 9.2 verwendet einen angepassten Linux-Kernel 7.0. QEMU wurde auf Version 11.0 aktualisiert und sorgt für die Emulation und Virtualisierung der virtuellen Maschinen (VMs). Für Linux-Container kommt LXC in Version 7.0 zum Einsatz. Den Storage-Stack bildet OpenZFS 2.4, verteilte Speicherlösungen stellen Ceph 19.2.3 „Squid“ oder Ceph 20.2.1 „Tentacle“ bereit.

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Als zentrale neue Funktion sieht das Proxmox-Team den neuen Dynamic Load Balancer. Im Modus für dynamisches Scheduling nutzt der Cluster Resource Scheduler (CRS) Echtzeitmetriken zur Ressourcen-Auslastung von Knoten und Gästen, um HA-verwaltete Gäste gleichmäßig über den Cluster zu verteilen. Der neue Load-Balancer kann HA-verwaltete Gäste automatisch migrieren, um Ungleichgewichte bei der Auslastung der Cluster-Knoten zu reduzieren. Verhalten und Empfindlichkeit des Load-Balancers lassen sich über verschiedene Parameter im HA-Bereich beziehungsweise in den Datacenter-Optionen anpassen.

Proxmox VE 9.2 erweitert seine Möglichkeiten, moderne Netzwerkarchitekturen zu unterstützen. Neu sind dabei WireGuard und BGP als Fabric-Protokolle. Zudem unterstützt Proxmox VE jetzt Route-Maps und Prefix-Lists für eine fein abgestufte Filterung von BGP- und EVPN-Routen. Ebenfalls neu sind die Weiterverteilung von Routen in OSPF-Fabrics, zusätzliche Optionen zur Konfiguration von EVPN-Controllern sowie Unterstützung für IPv6-Underlays in EVPN-Umgebungen.

Benutzerdefinierte CPU-Modelle sollen es dem Administrator ermöglichen, maßgeschneiderte virtuelle Prozessoren für spezielle Workloads zu definieren und gleichzeitig die verwendeten CPUs im Cluster zu standardisieren. Damit können unter anderem Kompatibilitätsprobleme innerhalb des Clusters vermieden werden. Ein neuer Bereich unter „Datacenter / Guest Resources/Hardware“ ermöglicht das Erstellen, Bearbeiten und Entfernen eigener CPU-Modelle direkt in der Weboberfläche. Der Auswahlbereich für CPU-Flags zeigt zudem die auf den einzelnen Cluster-Knoten unterstützten Funktionen an.

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Bei Wartungsarbeiten im Proxmox-Cluster können HA-Dienste unter Umständen eher hinderlich statt hilfreich sein. Über die neuen CRM-Befehle „disarm-ha“ und „arm-ha“ wird der HA-Stack in einem Rutsch clusterweit deaktiviert beziehungsweise später wieder aktiviert. So können geplante Wartungsarbeiten am gesamten Cluster einschließlich Änderungen an der Cluster-Netzwerkkonfiguration problemlos durchgeführt werden, ohne dass beispielsweise Fencing-Mechanismen für einzelne Knoten ausgelöst werden. Der Zustand der HA-Ressourcen bleibt während der Deaktivierung erhalten, sodass die Ressourcen nach Abschluss der Wartungsarbeiten automatisch in ihren vorherigen Zustand zurückkehren.

Sämtliche Verbesserungen und Neuerungen sowie mögliche Probleme beim Upgrade von Proxmox VE 9.1 auf 9.2 beschreibt die Proxmox-Roadmap detailliert. Proxmox VE 9.2 steht als Open-Source-Software ab sofort zum Download bereit und kann kostenlos eingesetzt werden. Die Preise für optionale Support-Abonnements wurden moderat um gut vier Prozent erhöht. Der Zugriff auf das Enterprise-Repository kostet nun ab 120 Euro netto pro Jahr. Professioneller Support schlägt je nach Paket mit 370 bis 1.100 Euro netto pro Jahr und CPU-Sockel zu Buche.


(axk)



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