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EU streicht Lieferkettengesetz massiv zusammen


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der EU-Rat hat den Forderungen nach einer „Vereinfachungsrevolution“ nachgegeben und nach dem Parlament das „Omnibus I“-Paket endgültig gebilligt. Betroffen ist etwa das EU-Lieferkettengesetz: Was als Prestigeprojekt für mehr globale Verantwortung startete, wird damit erheblich eingedampft. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sollen durch die neuen Beschlüsse spürbar entlastet werden: Die EU-Staaten haben die Schwellenwerte für die Berichts- und Sorgfaltspflichten massiv nach oben geschraubt.

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Die Kernstücke der europäischen Nachhaltigkeitsregulierung, die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CS3D), erhalten mit der am Dienstag final bestätigten Reform ein neues Gesicht. Besonders deutlich fällt die Korrektur beim Lieferkettengesetz (CS3D) aus. Hier greifen die Regeln künftig erst ab einer Marke von 5000 Beschäftigten und einem Nettoumsatz von 1,5 Milliarden Euro. Laut dem Berichterstatter des EU-Parlaments, Jörgen Warborn (EVP), fallen damit rund 85 Prozent der ursprünglich erfassten Firmen aus dem Anwendungsbereich. Schätzungen zufolge sollen nur noch rund 1500 Konzerne betroffen seien.

Die Logik dahinter: Nur die großen Player verfügen laut dem Ministerrat über den nötigen Hebel, um tiefgreifenden Einfluss auf globale Wertschöpfungsketten auszuüben und die enormen Kosten der Überwachungsprozesse zu schultern. Damit reagiert Brüssel auf die Kritik, dass kleine Zulieferer durch den sogenannten „Trickle-down-Effekt“ indirekt erdrückt würden, wenn Großkonzerne jede Information bis zum kleinsten Glied der Kette lückenlos abfragten.

Mit der Richtlinie werden betroffene Unternehmen generell verpflichtet, ihre negativen Auswirkungen auf Menschenrechte und Umwelt wie Kinderarbeit, Sklaverei, Arbeitsausbeutung, Verschmutzung, Entwaldung, übermäßigen Wasserverbrauch oder die Schädigung von Ökosystemen abzumildern. Zuvor traten etwa bei Apple, Samsung & Co. mehrfach Missstände in den Lieferketten zutage.

Bei den Regeln zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) haben die EU-Gesetzgebungsgremien den Anwendungsbereich ebenfalls verengt. Künftig müssen nur noch Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 450 Millionen Euro die komplexen Berichte vorlegen. Für Firmen aus Drittstaaten gelten auch verschärfte Umsatzgrenzen, was den bürokratischen Filter für den europäischen Markt vergrößert.

Besonders relevant für viele Betriebe ist zudem die Übergangsregelung: Unternehmen der ersten Welle, die eigentlich schon für 2024 berichtspflichtig gewesen wären, sind für 2025 und 2026 außen vor, sofern sie die neuen Schwellenwerte unterschreiten.

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Die Novelle sieht ferner vor, dass Unternehmen ihre Bemühungen auf „vernünftigerweise verfügbare Informationen“ stützen dürfen. Bei der Identifizierung von Risiken erhalten die Firmen zudem mehr Flexibilität. Wenn mehrere Problemfelder identifiziert werden, dürfen sie priorisieren und sich zunächst auf die direkten Geschäftspartner konzentrieren. Ein entscheidender bürokratischer Brocken wurde zudem komplett gestrichen: Die Pflicht, im Rahmen der CS3D einen dedizierten Transformationsplan zur Klimaschutzminderung zu erstellen.

Auch bei der Haftung und den Sanktionen wurde gestrichen. Das ursprünglich vorgesehene harmonisierte EU-Haftungsregime ist vom Tisch. Die Verantwortung für die korrekte Umsetzung verbleibt auf nationaler Ebene, wobei die Strafzahlungen bei Verstößen auf maximal drei Prozent des weltweiten Nettoumsatzes gedeckelt sind. Die EU-Kommission soll dazu Leitfäden veröffentlichen, um einen Flickenteppich an Sanktionen zu vermeiden.

Für die Wirtschaft bedeutet dieser Beschluss vor allem einen Zeitgewinn. Die Frist für die Umsetzung der CS3D in nationales Recht wurde um ein weiteres Jahr auf den 26. Juli 2028 verschoben. Erst im Juli 2029 müssen die Unternehmen die neuen Maßnahmen dann verbindlich anwenden. Marilena Raouna, die zuständige zyprische Ministerin, betont, dass die EU damit das Versprechen einlöse, unnötige und unverhältnismäßige Belastungen abzubauen, um die Union autonomer und wettbewerbsfähiger zu machen.

Das Paket folgt den Empfehlungen der Berichte von Enrico Letta und Mario Draghi, die 2024 vor einer Überregulierung der europäischen Wirtschaft warnten. Die Veröffentlichung des Gesetzestextes im EU-Amtsblatt wird in den kommenden Tagen erwartet. Damit endet vorerst ein Tauziehen, das zuletzt auch durch Forderungen aus Deutschland befeuert wurde. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verlangte, das EU-Lieferkettengesetz ganz zu streichen. Die Bundesregierung hat das nationale Lieferkettengesetz vor einem halben Jahr bereits faktisch abgeschafft.


(wpl)



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Post zum Freitag: iPhone ohne iCloud, Fritzbox-Reiserouter, Gebraucht-PCs kaufen


Beginnen möchte ich dieses Mal mit einem Thema, das viele von Ihnen kennen dürften: der Suche nach dem günstigen PC. Wer beim Kauf eines neuen Rechners sparen möchte, tappt schnell in eine Falle – denn nicht jedes vermeintliche Schnäppchen ist eines. Mein Kollege Axel Vahldiek hat sich angeschaut, worauf Sie beim Kauf billiger Windows-PCs wirklich achten müssen – von der Wahl des richtigen Händlers bis hin zur Frage, ob die vorinstallierte Windows-Lizenz überhaupt gültig ist.

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Wer seinen neuen PC dann auch unterwegs nutzen möchte, stößt schnell auf das nächste Problem: Das gewohnte Streaming-Angebot ist plötzlich nicht mehr verfügbar, weil man sich außerhalb des Heimatlandes befindet. Ernst Ahlers hat eine elegante und erstaunlich günstige Lösung parat: die Fritzbox als Reiserouter, mit der man unterwegs online ist wie daheim. Eine gebrauchte Fritzbox 4040 für 30 bis 40 Euro kann dabei als VPN-Zentrale dienen und gleich mehrere Geräte versorgen – ganz ohne monatliche Abokosten für einen VPN-Anbieter.

Apropos Reisen: Wer mit dem Elektroauto in den Urlaub fährt, kennt das mulmige Gefühl vor der ersten Ladesäule auf der Strecke. Was kostet das eigentlich? Wir haben uns durch den Tarifdschungel der öffentlichen Ladeinfrastruktur gekämpft und die wichtigsten Ladetarife für Elektroautos verglichen und gegenübergestellt. Spoiler: Die Wahl des richtigen Tarifs kann über das Jahr gerechnet einen erheblichen Unterschied machen.

Während Sie an der Ladesäule stehen, arbeiten Forscher bereits daran, das Fahrzeug der Zukunft grundlegend neu zu denken. Wir berichten über ein spannendes Forschungsprojekt der TU München, bei dem Autos ihre Sicherheitsfunktionen künftig mithilfe von KI selbst programmieren sollen. Ein Sprachmodell übersetzt dabei textliche Spezifikationen direkt in Code – menschliche Entwickler müssen nicht eingreifen. Klingt nach Science-Fiction, ist aber bereits als Prototyp auf der Straße.

Doch nicht nur Autos, auch Smartphones stehen unter dem Vorzeichen von Kontrolle und Vertrauen, oder eben nicht (mehr). Leo Becker hat sich einer Frage gewidmet, die angesichts der politischen Entwicklungen in den USA immer drängender wird: Wie lässt sich ein iPhone nutzen, ohne auf iCloud angewiesen zu sein? Seit Tim Cook und Co. sich demonstrativ hinter Donald Trump gestellt haben, wächst bei vielen Nutzerinnen und Nutzern das Unbehagen gegenüber dem iCloud-Datenschatz. Wir zeigen, was möglich ist – und wo die Grenzen liegen.


Aufgesprengtes iPhone

Aufgesprengtes iPhone

In politisch rauen Zeiten mögen nicht alle ihre Daten einem US-Unternehmen aushändigen. Auch das iPhone lässt sich weitgehend von Apple-Diensten befreien.

(Bild: Madlen Grunert / KI / heise medien)

Das Thema Datenkontrolle beschäftigt bekanntlich nicht nur Privatnutzer, sondern auch Unternehmen. Wir haben einen strukturierten Leitfaden erarbeitet, der zeigt, wie Unternehmen den Weg in eine souveräne Cloud gestalten können. Wer die Kontrolle über seine Daten und Systeme behalten möchte, findet hier einen praxisnahen Fahrplan – von der Strategie bis zur Exitstrategie.

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Und zum Abschluss noch ein Tipp für alle, die das Wochenende nutzen möchten, um sich ein bisschen Arbeit für die kommende Woche zu ersparen: Unser Ratgeber zeigt, wie man mit Python PowerPoint-Präsentationen automatisch mit aktuellen Daten befüllen lässt. Wer kennt das nicht: Kurz vor dem Meeting noch schnell 17 Zahlen aus 12 verschiedenen Quellen zusammenkopieren. Mit ein bisschen Python-Code gehört das der Vergangenheit an.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende und viel Spaß bei der Lektüre!

Ihr
Volker Zota
Chefredakteur heise medien


(vza)



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Digitale Souveränität in der Praxis – Cloud, KI und Security krisensicher machen


Clouddienste, KI-Systeme und Kommunikationsplattformen stammen überwiegend von wenigen internationalen Anbietern – Daten fließen dabei oft unkontrolliert ab. Im Classroom Digitale Souveränität in der Praxis – Cloud, KI und Security krisensicher gestalten zeigt unser Experte Manuel „HonkHase“ Atug, wie man Abhängigkeiten systematisch identifiziert, Risiken bewertet und mit konkreten Strategien die digitale Selbstbestimmung zurückgewinnt.

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Zunächst erhalten Teilnehmende einen umfassenden Überblick zur politischen Weltlage. Unser Experte ordnet dabei ein, welchen Einfluss diese auf digitale Souveränität und Abhängigkeiten in der IT hat. Er geht auf die Rolle der Big-Tech-Konzerne ein und wie man sich mit Derisking statt Decoupling absichert, ohne direkt alle Arbeitsgewohnheiten ändern zu müssen. Im weiteren Verlauf stehen souveräne Optionen für die Cloud- und KI-Nutzung im Fokus, um die teils gravierenden Risiken in der täglichen Nutzung zu umgehen, insbesondere den Kontrollverlust über die eigenen Daten. Mit einem Schutz vor Vendor-Lock-in und einer durchdachten Exitstrategie für den Notfall macht man sich weniger angreifbar und setzt Cloud und KI souverän ein.

Auch zahlreiche Kommunikationsmittel stehen unter der Kontrolle weniger mächtiger Konzerne. Hier bietet die klassische E-Mail als dezentrales Medium ohne Plattformbindung entscheidende Vorteile, die wiederum durch Clouddienste zunehmend untergraben werden, etwa Microsoft 365. Selbiges gilt für die meisten Office-Rechner, die Windows einsetzen und somit ebenfalls von Microsoft abhängen. Hier bieten Linux und Open-Source-Software Auswege aus der Abhängigkeit, die den kommerziellen Lösungen in vielen Bereichen ebenbürtig sind.




Bereits ab dem zweiten Classroom oder einem Classroom und drei Videokursen rechnet sich unser Professional Pass mit Zugriff auf den gesamten heise academy Campus!

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Abschließend widmet sich unser Experte dem Thema Security und erklärt, welche entscheidenden Vorteile digitale Souveränität bietet. Er stellt Open-Source-Sicherheitswerkzeuge vor und zeigt, was eine wirklich souveräne IT-Infrastruktur ausmacht – von der Datenverarbeitung ausschließlich in der EU bis hin zur vollständigen Einhaltung europäischer Gesetzgebung als Sicherheitsvorteil. Die Termine des Classrooms lauten:

  • 11.05.26: Digitale Souveränität verstehen – Abhängigkeiten erkennen und strategisch handeln
  • 18.05.26: Cloud und KI souverän nutzen – Risiken erkennen, Strategien entwickeln
  • 01.06.26: Unabhängige Kommunikation im Unternehmen – dezentrale Alternativen für Social Media, Messenger, E-Mail und Suchmaschinen
  • 08.06.26: Open-Source-Lösungen und freie Standards – Praxisstrategien für Office-Alternativen, Browser und mehr
  • 15.06.26: IT-Sicherheit durch digitale Souveränität – Herstellerunabhängigkeit mit Open Source

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Die Sessions haben eine Laufzeit von jeweils vier Stunden und finden von 9 bis 13 Uhr statt. Alle Teilnehmenden können sich nicht nur auf viel Praxis und Interaktion freuen, sondern haben auch die Möglichkeit, das Gelernte mit allen Aufzeichnungen und Materialien im Nachgang zu wiederholen und zu vertiefen. Fragen werden direkt im Live-Chat beantwortet und Teilnehmende können sich untereinander zum Thema austauschen. Der nachträgliche Zugang zu den Videos und Übungsmaterialien ist inklusive.

Weitere Informationen und Tickets finden Interessierte auf der Website des Classrooms.

E-Mail-Adresse

Ausführliche Informationen zum Versandverfahren und zu Ihren Widerrufsmöglichkeiten erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.


(cbo)



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Teslas FSD in den Niederlanden zugelassen – nur in den Niederlanden


Die niederländische Regulierungsbehörde RDW (Rijksdienst voor het Wegverkeer, etwa: nationaler Straßenverkehrsdienst) hat zum 10. April 2026 Teslas Technik für autonomes Fahren FSD (Supervised) für den allgemeinen Verkehrsbetrieb zugelassen. Es ist damit das erste europäische Land, in dem die Technik legal auch abseits von Testfahrten eingesetzt werden kann. Die überwachte Version von FSD entspricht dem SAE-Level 2, der Fahrer muss jederzeit die Steuerung des Fahrzeugs übernehmen können. Der RDW weist ausdrücklich darauf hin, dass etwa das Lesen einer Zeitung hinter dem Steuer nicht erlaubt ist.

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Damit endet ein monatelanges Tauziehen mit dem RDW, bei dem Tesla die Behörde mit immer neuen Ankündigungen vor sich hertrieb. Nun melden der RDW selbst und Tesla auf der Plattform X – beide Unternehmen gehören Elon Musk – dass die Zulassung erreicht wurde. Sprach Tesla zuvor noch von 1,6 Millionen Testkilometern auf europäischen Straßen, so werden in der aktuellen Mitteilung gleich „Milliarden Kilometer“ genannt, was vermutlich weltweite Daten meint. Etwa in den USA ist „Full Self Driving“ (FSD) seit Ende 2020 verfügbar, derzeit unter anderem als Abo für 99 US-Dollar im Monat. Was sich Tesla die niederländische Version von FSD kosten lassen wird, ist noch nicht bekannt.

Der RDW nennt als Basis seiner Zulassung den Artikel 39 der Allgemeinen Zulassungsregeln für Fahrzeuge. Demnach können Mitgliedsstaaten der Europäischen Union als Ausnahme Technologien zulassen, für die es noch keine harmonisierten Regulierungen gibt. Die Behörde weist ausdrücklich darauf hin, dass FSD Supervised vorerst nur in den Niederlanden zugelassen ist. Ein dort damit ausgestatteter Tesla müsste also wohl beim Überqueren der Landesgrenze FSD deaktivieren. Der RDW weist aber auch darauf hin, dass man der EU und der EU-Kommission gerne beratend zur Seite stehen will. In den USA laufen derzeit Untersuchungen der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA zu Unfällen mit Teslas Assistenzsystemen.

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(nie)



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