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Künstliche Intelligenz

Gedächtnis der Menschheit: Das Internet Archive schlägt Wurzeln in der Schweiz


Vor drei Jahrzehnten trat Brewster Kahle mit der Vision an, einen universellen Zugang zum Wissen zu ermöglichen. Was 1996 als ehrgeiziges Projekt des US-Informatikers mit dem Internet Archive und der mittlerweile vor allem bekannt gewordenen Wayback Machine begann, ist heute Teil des digitalen Rückgrats der kollektiven Erinnerung. Doch das Internet transformiert sich aktuell durch generative KI radikal, was die Bewahrung des Wissens vor neue Hürden stellt. In diesem Umfeld schlägt die Organisation nun mit der Gründung des Internet Archive Switzerland in St. Gallen ein neues Kapitel auf.

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Die Wahl des Standorts ist kein Zufall: St. Gallen blickt mit ihrer Unesco-geschützten Stiftsbibliothek auf eine über tausendjährige Tradition der Archivierung zurück. Laut dem Geschäftsführer des Schweizer Ablegers, Roman Griesfelder, bietet das dortige akademische Umfeld den idealen Nährboden, um das universelle Wissen in einer sicheren Umgebung einen Schritt weiter in die Zukunft zu tragen.

Die eidgenössische Stiftung agiert nach Angaben der Institution rechtlich eigenständig, ist aber Teil eines globalen Netzwerks unabhängiger Bibliotheken. Ein Schwerpunkt liegt auf der Sicherung bedrohter Archive weltweit. Ein Thema, das auch bei einer im November geplanten Pariser Unesco-Konferenz im Fokus stehen wird. Parallel dazu widmet sich die Stiftung in Kooperation mit der Universität St. Gallen dem Gen AI Archive: Unter der Leitung von Professor Damian Borth sollen erstmals KI-Modelle systematisch archiviert werden.

Dabei handelt es sich um einen Wettlauf mit der Zeit. Webseiten gelten bereits als flüchtiges Medium. Doch KI-Modelle verändern sich so rasant, dass ihre historische Dokumentation klassische Archive überfordert. Um in Zukunft zu verstehen, wie Algorithmen die heutige Gesellschaft formen, will die Einrichtung neben Ergebnissen der KI auch die Modelle selbst konservieren. Weitere Internet-Archive-Dependancen gibt es bereits in beziehungsweise für Kanada und Europa als Ganzes.

Parallel wächst der Widerstand gegen die Bemühungen der Online-Historiker. Immer mehr Verlage wie die New York Times blockieren die Crawler der Wayback Machine: Sie fürchten, ihre Inhalte könnten ungefragt als Trainingsmaterial für KI-Giganten wie OpenAI dienen. Der Direktor der Suchmaschine, Mark Graham, sieht das Archiv so zum Kollateralschaden in einem Konflikt werden, in dem es eigentlich um Urheberrechte und Lizenzgebühren geht und der auf dieser Ebene gelöst werden müsste.

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Dabei zeigt sich oft, dass selbst große Medienhäuser ihre eigene digitale Historie nicht lückenlos pflegen können. Graham berichtet von Redakteuren, die in eigenen Archiven Material vermissten. Dieses sei dann nur noch in der Wayback Machine auffindbar. Experten wie die Medienanwältin Kendra Albert warnen: Wer Archiv-Bots pauschal sperre, um KI-Scraper fernzuhalten, drohe, das kulturelle Gedächtnis der Gegenwart zu löschen. Die neue Schweizer Präsenz soll hier als stabiler Anker für die öffentliche Zugänglichkeit dienen.


(mma)



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Künstliche Intelligenz

Top 5: Der beste Blinker für E-Scooter zum Nachrüsten im Test – gut ab 15 Euro


Blinken ist sicherer als ein Handzeichen. Wer noch einen E-Scooter ohne Blinklicht hat, sollte dieses nachrüsten. Wir zeigen die besten Blinker aus den Tests und erklären, was man beim Kauf beachten muss.

Nicht jeder E-Scooter ist standardmäßig mit Blinkern ausgestattet – insbesondere ältere und günstige E-Scooter haben wegen einer fehlenden Blinker-Pflicht oft keine integrierte Richtungsanzeige. In Österreich ist diese aber mittlerweile Pflicht.

Ist kein Blinker vorhanden, ist es notwendig, die Richtungsänderung rechtzeitig und deutlich per Handzeichen anzukündigen. Hierbei ist darauf zu achten, dass sich der Fahrer des E-Scooters durch das Lösen der Hand vom Lenker keiner Gefahr aussetzt und einen sicheren Stand bewahrt. Darauf wird klar in der Elektrokleinstfahrzeugverordnung eKFV in § 11, Ziffer 3 hingewiesen.

Das Problem in der Praxis: Lenken mit nur einer Hand ist wackelig und zudem kann der Gashebel nicht zeitgleich bedient werden. Hebt man die Hand fürs Abbiegesignal, wird die Energiezufuhr unterbrochen und der Roller bremst ab. Das kann im Straßenverkehr schnell zu gefährlichen Situationen führen, weshalb die Handzeichen in der Praxis oft nicht oder nur für wenige Sekunden gezeigt werden. Auch das birgt die Gefahr, dass das Handzeichen schlicht übersehen wird. Das Bein zu heben, um zu signalisieren, dass man abbiegen will, ist laut dem Bundesverkehrsministerium übrigens ebenfalls nicht zulässig.

Blinker bei E-Scootern sind nach jetzigem Stand zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber ein erprobtes und wirksames Mittel zur Unfallvermeidung. Ab 01. Januar 2027 gilt zudem für Neuzulassungen eine Blinker-Pflicht.

Wer nicht gerade allein auf weiter Flur unterwegs ist, kann mit einem nachgerüsteten Blinker deutlich entspannter und sicherer am Straßenverkehr teilnehmen. Nachrüstbare Blinker gibt es entweder für die Montage an den Lenkerenden oder über dem Hinterrad. Erstere werden meist in die Enden des Lenkers gesteckt und dann durch Antippen oder mithilfe einer Fernbedienung aktiviert. Am Heck werden Blinker entweder auf oder neben dem Hinterrad montiert, aktiviert wird per Fernbedienung am Lenker. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, auf die wir bei der jeweiligen Platzierung eingehen.

Welcher ist der beste Blinker zum Nachrüsten?

Der Preis-Leistungs-Sieger ist das Modell Winglights Pop für rund 16 Euro. Im Test ist kein anderer Blinker heller. Dass hier kein Akku, sondern eine Knopfzelle genutzt wird, ist allerdings schade.

Den Technologie-Sieg holt sich der Fxinruia Heck-Blinker für 24 Euro. Der ist zwar primär für E-Scooter mit schmalen Reifen geeignet, er ist dank Fernbedienung aber sehr bequem steuerbar.

KURZÜBERSICHT

Der Nachrüstblinker Handle Grip von Zametter für 32 Euro überzeugt im Praxistest. Gute Kaufargumente sind die unproblematische Installation, die einfache Bedienung und die selbst bei Sonnenschein deutlich sichtbare Blinker-LED. Auch das Nachladen gestaltet sich beim Handle Grip einfach.

VORTEILE

  • helle LEDs
  • einfache Installation
  • bequeme Bedienung
  • unauffälliges Design

NACHTEILE

  • nicht mit ergonomischem Handgriff erhältlich
  • gehobener Preis

Die Heck-Blinker von Fxinruia eignen sich wegen der Bauform primär für E-Scooter mit schmaleren Reifen. Ist der Blinker für 24 Euro aber erst befestigt, macht er einen wirklich guten Job. Hier überzeugen Helligkeit und Bedienung gleichermaßen.

VORTEILE

  • helle LEDs
  • einfache Bedienung
  • Akku & USB-Aufladung

NACHTEILE

  • primär für schmale Reifen
  • Warnton nervt

Die Winglights Pop für rund 16 Euro hinterlassen einen guten Gesamteindruck. Am besten gefällt uns hier die mit Abstand höchste Helligkeit im Testfeld und die damit verbundene höchste Sichtbarkeit. Die Montage der Winglights Pop ist ebenfalls einfach – zumindest wenn man seitlich offene Handgriffe am Scooter nutzt.

VORTEILE

  • helle LEDs
  • einfache Installation
  • intuitive Bedienung

NACHTEILE

  • primär für seitlich offene Griffe
  • Knopfzelle statt Akku

Ratgeber

Gibt es eine Blinkerpflicht für E-Scooter?

In Deutschland gilt die Blinkerpflicht zukünftig für Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2027. Österreich und Italien sind hier schon weiter, hier ist ein Blinker Pflicht. In Italien müssen Fahrer zudem einen Helm tragen. Mehr Informationen zu den E-Scooter-Vorschriften im Ausland gibt es etwa beim ADAC.

Wie rüstet man Blinker am E-Scooter nach?

Grundsätzlich empfehlen wir Blinker mit eigener Stromversorgung, da diese nur befestigt werden müssen und keinen Einfluss auf die Betriebserlaubnis haben. Es gibt hier Modelle zur Montage an den Enden des Lenkers und welche zur Befestigung am Heck.

Wie bedient man die Nachrüst-Blinker?

Die Blinker in den Lenkerenden werden in der Regel durch einfaches Antippen aktiviert. Lichtzeichen am Heck arbeiten mit einer kleinen Fernbedienung, welche am Lenker befestigt wird.

Wie teuer sind Blinker zum Nachrüsten?

Einige besonders günstige Modelle kosten weniger als 10 Euro – in der Praxis konnten die Billigheimer bislang aber nicht überzeugen. Wir empfehlen hier etwas tiefer in die Tasche zu greifen – mehr als 40 Euro Euro sollten die Blinker aber nicht kosten.

Darf ich Blinker nachrüsten?

Ja – Im Prinzip muss gar nicht viel beim Kauf solcher nachrüstbaren Blinker berücksichtigt werden. Wichtig zu beachten, dass die Blinker für einen E-Scooter geeignet sind und die Lenkerbreite inklusiver der Anbauten nicht mehr als 70 cm betragen darf. Zudem muss der Blinker über eine eigene Stromversorgung per Akku oder Batterie verfügen.

Laut eines TÜV-Prüfers, der für ABE-Abnahmen zuständig ist, erlischt die Betriebserlaubnis nicht, solange die Blinker eigenständige Stromkreise haben. Auch der Versicherungsschutz bleibt entsprechend erhalten. Problematisch wird es erst, wenn man am Stromkreis des Rollers herumbastelt – dann erlischt dessen Betriebserlaubnis. Ohne aufwendige Einzelabnahme gibt es dann auch keine Zulassung mehr für den elektrischen Tretroller. Deshalb raten wir davon ab, selbst am Stromkreis Hand anzulegen und empfehlen lieber Varianten mit eigener Stromversorgung.

Gibt es Alternativen für E-Scooter Blinker?

LED-Rucksäcke haben auch oft eine Blinkerfunktion

Am Lenker montierte E-Scooter Blinker haben allerdings den Vorteil, dass man selbst direkt überprüfen kann, ob sie tatsächlich funktionieren.

Fazit

Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, lohnt sich das Nachrüsten eines Blinkers für E-Scooter auf jeden Fall. Diese sind immer dann sinnvoll, wenn sie leicht zu bedienen sind und gut von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden können. Sehr kompakten Blinker am Lenker sind beispielsweise nicht so gut sichtbar wie ein ausladender Blinker oder jener am Hinterrad.

Beim Abbiegen und Spurwechsel geben Blinker anderen Verkehrsteilnehmern klare Hinweise auf die geplanten Absichten. Die Hände verbleiben zudem an der Lenkstange, was eine stabile Fahrweise garantiert. Dies schafft Vertrauen und minimiert das Risiko für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer.

BESTENLISTE

Handle Grip von Zametter im Test: Blinker für E-Scooter einfach nachrüsten

Einfach die Handgriffe am E-Scooter austauschen und so eine fehlende Blink-Funktion nachrüsten – das verspricht der Hersteller Zametter mit seinem Modell Handle Grip. Wir haben die Blinker getestet.

VORTEILE

  • helle LEDs
  • einfache Installation
  • bequeme Bedienung
  • unauffälliges Design

NACHTEILE

  • nicht mit ergonomischem Handgriff erhältlich
  • gehobener Preis

Einfach die Handgriffe am E-Scooter austauschen und so eine fehlende Blink-Funktion nachrüsten – das verspricht der Hersteller Zametter mit seinem Modell Handle Grip. Wir haben die Blinker getestet.

Blinker gehören bei modernen E-Scootern mittlerweile fast zur Standardausstattung, auch wenn sie in Deutschland erst bei Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2027 verpflichtend sind. Aktuell reicht hierzulande noch ein klassisches Handzeichen, was in der Praxis aber gefährlicher ist als ein Blinker am Lenker.

In Österreich gilt aber bereits seit 1. Mai 2026 eine Blinkerpflicht für E-Scooter. Wer seinen Roller mit in den Urlaub nehmen will, benötigt entweder ein Modell mit Blinkern oder eine nachrüstbare Variante. Diese sollte mit einem Akku funktionieren, einfach zu bedienen und zu befestigen und gut zu sehen sein.

In diesem Test muss das in gummierten Lenkergriffen integrierte Modell Handle Grip zeigen, was es in der Praxis taugt.

Design und Funktion

Bei der Variante von Zametter für 32 Euro, die wir bei Amazon erstanden haben, werden die Blinker nicht in die Enden der Lenkerstange eingedreht, sondern der Handgriff komplett ausgetauscht. Die beiden orangen Blinkermodule stecken in den Enden der runden und handlichen Griffe. Sie sind zwar herausnehmbar, sitzen im Test aber zuverlässig und fest. Die Akkus für die Stromversorgung werden bequem per USB-C geladen. Wer das nicht direkt am Scooter machen will, entnimmt einfach die LED-Module.

Blinker für E-Scooter zum Nachrüsten

Die Aktivierung der Blinker funktioniert hier auf zweierlei Weise. Sehr intuitiv klappt die Bedienung per Berührung – wer das nicht will, benutzt die beigelegte Fernbedienung. Diese wird einfach per Gummiband am Lenker befestigt und ist ebenfalls per USB aufladbar – zwar hat unsere Fernbedienung schon einige Regenschauer überstanden, trotzdem hätten wir uns hier eine Abdeckung für den Ladeport gewünscht. Damit die Leuchten ferngesteuert werden können, muss man erst die Fernbedienung einschalten und die Blinker per Berührung aktivieren. Wenn die Blinker kein Abbiegezeichen anzeigen, leuchten sie wahlweise dauerhaft, werden im Wechsel heller und dunkler oder sind ganz ausgeschaltet. Diese Wahl bieten die anderen Blinker nicht. Zudem punktet das Modell mit hellen und gut sichtbaren LEDs und aktuellem USB-C-Port zum Nachladen.

Wer zuvor ergonomische Griffe an seinem Scooter hatte, muss sich erst mit den runden Griffen anfreunden. Zudem sitzen die Griffe zwar ordentlich, können mit viel Kraftaufwand aber verdreht werden – im schlimmsten Fall zeigen die Blinker dann nach oben und unten, statt nach vorn und hinten. Auch, dass es keine Sperre für das versehentliche Aktivieren gibt, ist schade. Dank hellem Licht fallen versehentlich ausgelöste Blinker hier aber wenigstens auf.

Was uns gut gefällt, ist das unauffällige, integrierte Design. Wird die optionale Fernbedienung weggelassen, ist der Handle Grip nicht mehr als einfache Nachrüstlösung zu erkennen.

Preis

Bei Amazon kosten der Handle Grip im Zametter-Store rund 32 Euro. Die Griffe sind in Grau und Schwarz erhältlich. Das ist zwar nicht billig, wir finden den Preis mit Blick auf das gelungene Produkt aber gerechtfertigt.

Der identische Blinker ist auch unter zahlreichen anderen Namen erhältlich.

Fazit

Der Nachrüstblinker Handle Grip von Zametter für 32 Euro überzeugt im Praxistest und wird deshalb auch privat von uns genutzt. Kaufargumente für dieses Modell sind die unproblematische Installation, die einfache Bedienung und die selbst bei Sonnenschein deutlich sichtbare Blinker-LED. Auch das Nachladen gestaltet sich beim Handle Grip angenehm einfach.

Nur wer lieber mit ergonomischen Handgriffen unterwegs ist, benötigt eine Alternative.

Heck-Blinker von Fxinruia für E-Scooter im Test: mit Akku und Fernbedienung

Den alten E-Scooter bequem und günstig mit LED-Blinkern nachrüsten – das soll mit dem Nachrüst-Kit von Fxinruia funktionieren. Ob das Modell für die Heckmontage auch im Alltag überzeugt, zeigt unser Test.

VORTEILE

  • helle LEDs
  • einfache Bedienung
  • Akku & USB-Aufladung

NACHTEILE

  • primär für schmale Reifen
  • Warnton nervt

Den alten E-Scooter bequem und günstig mit LED-Blinkern nachrüsten – das soll mit dem Nachrüst-Kit von Fxinruia funktionieren. Ob das Modell für die Heckmontage auch im Alltag überzeugt, zeigt unser Test.

Mittlerweile haben sehr viele E-Scooter LED-Blinker an Bord. Der Grund hierfür: Sie funktionieren in der Praxis einfacher und somit sicherer als das klassische Handzeichen. Wer keine solche Richtungsanzeige am Roller hat, kann sie günstig nachrüsten.

Wie gut das mit dem Heck-Blinker von Fxinruia klappt, zeigt unser Test.

Design und Funktion

Der Heck-Blinker mit Fernbedienung, Akku und USB-Aufladung hinterlässt gemischte Gefühle. Los geht es bei der Befestigung – die leider nicht für alle E-Scooter-Typen geeignet ist. Bei unserem Outdoor-Scooter Joyor Y8-S (Testbericht) ist das hintere Schutzblech schlicht zu breit, um die Schraubbefestigung zu wählen. Mit dem beigelegten Gummiband hält der Blinker zwar auch, allerdings verdeckt er Teile unseres Kennzeichens. Die Heck-Blinker sind somit primär für klassische Stadt-E-Scooter mit schmaleren Reifen geeignet. Auch für die per Gummiband befestigte Fernbedienung am Lenkrad braucht es ausreichend Platz – sind hier noch Actioncam und Smartphonehalterung angebracht, wird es eng.

Richtig gut gefallen uns dann aber die hellen und gut sichtbaren orangen LEDs und die bequeme Steuerung per Lenkerfernbedienung. Neben rechts und links Blinken sind hier auch Warnblinken und Dauerlicht möglich.

Blinker für E-Scooter zum Nachrüsten

Allerdings blinken die Blinker nicht nur, sie geben gleichzeitig einen nervigen Warnton von sich. Das an einen Lkw im Rückwärtsgang erinnernde Hupen mag zwar zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugen, uns nervt es allerdings gewaltig. Zwar mag der Warnton beim Blinken im lauten Stadtverkehr wenig auffallen, trotzdem würden wir ihn liebend gerne deaktivieren.

Preis

Die Heck-Blinker von Fxinruia kosten bei Amazon rund 24 Euro, was fair ist.

Fazit

Die Heck-Blinker von Fxinruia eignen sich wegen der Bauform primär für E-Scooter mit schmaleren Reifen. Ist der Blinker aber erst befestigt, macht er einen wirklich guten Job. Hier überzeugen Helligkeit und Bedienung gleichermaßen.

Einzig der nicht abschaltbare akustische Warnton der Blinker nervt in der Praxis. Wer sich nicht am lauten Piepsen der Blinker stört, bekommt hier eine deutlich sichtbare Nachrüstlösung, die die Sichtbarkeit deutlich erhöht.

CYCL Winglights Pop im Test: Blinker beim E-Scooter bequem nachrüsten

LEDs seitlich am Lenker einschieben und schon ist der E-Scooter mit Blinkern ausgestattet – das stellt CYCL mit den Winglights Pop in Aussicht. Wir haben die nachrüstbaren Blinker einem Praxistest unterzogen.

VORTEILE

  • helle LEDs
  • einfache Installation
  • intuitive Bedienung

NACHTEILE

  • primär für seitlich offene Griffe
  • Knopfzelle statt Akku

LEDs seitlich am Lenker einschieben und schon ist der E-Scooter mit Blinkern ausgestattet – das stellt CYCL mit den Winglights Pop in Aussicht. Wir haben die nachrüstbaren Blinker einem Praxistest unterzogen.

An modernen E-Scootern sind Blinker mittlerweile fast überall mit dabei, obwohl sie in Deutschland erst zum 1. Januar 2027 bei Neuzulassungen Pflicht werden. Bislang reicht hierzulande noch das traditionelle Handzeichen aus – das ist im Straßenverkehr allerdings deutlich gefährlicher als Blinker am Lenker.

Anders sieht es in Österreich aus: Dort gilt bereits seit dem 1. Mai 2026 eine Blinkerpflicht für E-Scooter. Reisende, die ihren Roller mit in den Urlaub nehmen wollen, brauchen also entweder ein Modell mit integrierten Blinkern oder eine Nachrüstoption. Diese sollte akkubetrieben, leicht montierbar, einfach bedienbar und gut erkennbar sein.

Ob die Winglights Pop diese Anforderungen erfüllen, klärt unser Test.

Design und Funktion

Die Winglights Pop werden in den Lenkerenden verschraubt und so ist nur ein Teil davon zu sehen. Die Montage der Winglights Pop ist ebenfalls einfach. Zuerst werden die Griffstücke vom Lenker gezogen, dann der Schraubadapter in die Lenkerenden gesteckt. Jetzt muss man die Griffe wieder aufschieben und die Blinker einschrauben – fertig. Das klappt allerdings nur, wenn die Handgriffe des E-Scooters offen sind. Wer seitlich geschlossene Griffe hat, muss diese entweder durchbohren oder austauschen.

Aktiviert werden die orange leuchtenden Winglights per Berührung – das funktioniert zuverlässig und intuitiv. Im Vergleich zu anderen nachrüstbaren Blinkern sind die LEDs hier erfreulich hell. Die Blinker kennen aber nur zwei Betriebszustände: Aus oder Blinken – ein Dauerleuchten ist nicht möglich. Auch gibt es keine Möglichkeit, die Blinker auszuschalten und so reicht eine Berührung im Vorbeigehen und unser Roller blinkt. Das fällt wegen der hellen LED zwar schnell auf, geht aber zulasten der Batterie. Statt eines nachhaltigen Akkus kommen hier Knopfzellen des Typs CR2032 zum Einsatz. Die halten zwar auch bei regelmäßiger Nutzung mehrere Monate, allerdings fänden wir einen Akku deutlich besser.

Preis

Die Winglights Pop kosten rund 16 Euro, was ein fairer Preis ist.

Fazit

Die Winglights Pop für rund 16 Euro hinterlassen einen guten Gesamteindruck. Am besten gefällt uns hier die mit Abstand höchste Helligkeit im Testfeld und die damit verbundene höchste Sichtbarkeit. Die Montage der Winglights Pop ist ebenfalls einfach – zumindest wenn man seitlich offene Handgriffe am Scooter nutzt.

Wirklich schade ist die Tatsache, dass hier Knopfzellen statt eines Akkus genutzt werden. Das ist unnötig teurer und geht zulasten der Umwelt, weshalb wir hierfür einen Stern bei der Bewertung abziehen.

Lichtzeichen am E-Scooter nachrüsten: Fututech Lenkerenden-Blinker im Test

Mehr Sicherheit durch erhöhte Sichtbarkeit – das verspricht Fututech für seine nachrüstbaren Lenkerenden-Blinker. Ob sich die Investition in die nachrüstbaren Blinker lohnt, zeigt unser Test.

VORTEILE

  • abschaltbar
  • einfache Installation
  • Akku

NACHTEILE

  • primär für seitlich offene Griffe
  • bei Sonnenschein nur schwach sichtbar

Mehr Sicherheit durch erhöhte Sichtbarkeit – das verspricht Fututech für seine nachrüstbaren Lenkerenden-Blinker. Ob sich die Investition in die nachrüstbaren Blinker lohnt, zeigt unser Test.

Anfangs waren Blinker an E-Scootern nicht nur selten, sondern sogar verboten. Das hat sich längst geändert und so sind die Lichtzeichen ab 2027 sogar Voraussetzung für eine Neuzulassung. Abgesehen davon ist die Nutzung eines Blinkers deutlich sicherer als ein Handzeichen – ein guter Grund verschiedene Blinker zum Nachrüsten zu testen.

In diesem Test muss der Fututech Lenkerenden-Blinker zeigen, ob er den Anforderungen im Alltagsbetrieb standhält.

Design und Funktion

Die Blinker von Fututech werden, wie es der Name vermuten läßt, in den Lenkerenden verschraubt. Voraussetzung dafür sind seitlich offene Handgriffe – diese bekommt man bei diesen Blinkern direkt mitgeliefert. Seitlich geschlossene Griffe muss man hier also nicht aufschneiden, sondern tauscht sie aus.

Die Installation ist in wenigen Minuten erledigt und nicht sonderlich aufwändig. Zuerst werden die alten Handgriffe vom Lenker gezogen und dann die beiden Schraubadapter in die Lenkerenden geschoben. Nun werden die neuen Griffe aufgezogen und beiden Blinkermodule eingeschraubt – fertig. Zum Aktivieren der Blinker reicht ein leichter Druck am Lenkerende – das funktioniert zuverlässig. Zum Abschalten muss man die Blinker erneut berühren.

Insgesamt erinnert das Modell an die Winglights Pop, allerdings hat uns hier die Stromversorgung per Akku und die Lademöglichkeit per USB deutlich besser gefallen. Bei leerem Akku werden die Blinkermodule einfach wieder entnommen und dann etwa am Schreibtisch geladen. Dass man die Blinker ein- und ausschalten kann, gibt ebenfalls Pluspunkte. Unbeabsichtigtes Aktivieren ist dann nicht möglich.

In diesen Punkten gefallen uns diese Blinker sogar besser als die Winglights Pop – allerdings sind die LEDs bei Fututech nicht so hell und entsprechend weniger sichtbar. Bei bewölktem Himmel, bei Dämmerung und Dunkelheit sind sie zwar hell genug, aber bei Sonnenschein könnte man die orangen Blinker leicht übersehen.

Preis

Die Blinker von Fututech sind auch unter anderen Namen erhältlich und kosten bei Amazon rund 23 Euro.

Fazit

Die Lenkerenden-Blinker von Fututech überzeugen mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Neben der immerhin ordentlichen Helligkeit und damit Sichtbarkeit punkten diese Blinker auch mit einfacher Installation und fairem Preis. Die Stromversorgung per Akku und Lademöglichkeit per USB sind praktisch und nachhaltig.

Einziger Kritikpunkt: An besonders sonnigen und hellen Tagen, sind die Blinker leider nur noch schwach zu erkennen.

No-Name-Blinker für den E-Scooter: billiges Set zum Nachrüsten im Test

LED-Module in die Lenkerenden einschieben, festdrehen und schon sind die Blinker am alten E-Scooter nachgerüstet. Ob das in der Praxis auch für das günstige No-Name-Set zum Nachrüsten gilt, haben wir getestet.

NACHTEILE

  • Blinker in der Praxis kaum zu erkennen
  • primär für seitlich offene Griffe
  • Knopfzelle statt Akku

LED-Module in die Lenkerenden einschieben, festdrehen und schon sind die Blinker am alten E-Scooter nachgerüstet. Ob das in der Praxis auch für das günstige No-Name-Set zum Nachrüsten gilt, haben wir getestet.

Bei heutigen E-Scootern sind Blinker so gut wie immer mit an Bord, obwohl sie hierzulande erst ab dem 1. Januar 2027 bei Neuzulassungen verbindlich werden. Wer einen Roller ohne entsprechende Richtungsanzeige besitzt, nutzt stattdessen das Handzeichen. Das einhändige Fahren ist in der Praxis allerdings gefährlicher als der Griff zum Blinker, weshalb sich die Nachrüstung anbietet.

In unserem Test muss ein günstiges No-Name-Modell für knapp 10 Euro zeigen, wie es sich im Alltag schläft.

Design und Funktion

Grundsätzlich erinnert das günstige No-Name-Modell an die Winglights Pop, allerdings ist hier die Leuchte deutlich flacher. Außerdem werden die Blinker ohne zusätzlichen Adapter in der Lenkstange verschraubt, ähnlich wie beim Blinker von Fututech. Zu Beginn gefällt uns die kompakte und unauffällige Größe mit dem Zierrind aus Aluminium sehr gut. Leider ändert sich das im Laufe des Tests – mehr dazu gleich.

Zur Aktivierung des Blinkers reicht eine Berührung der Lenkerenden. Ein zweiter Kontakt schaltet auf schnelles Blinken um und erst das dritte Antippen deaktiviert den Blinker wieder. Das ist wenig intuitiv und lenkt vom Straßenverkehr ab. Der zweite Nachteil ist die Stromversorgung per Knopfzellen – welchen Typ man benötigt, muss man hier sogar selbst herausfinden – eine Anleitung gibt es schlicht nicht.

Abgesehen von der Nachhaltigkeit hat dieser Billigblinker aber ein viel größeres Problem: Wegen der kompakten und flachen Bauform in Kombination mit einer viel zu schwachen LED sind diese Blinker selbst bei Dämmerung und Dunkelheit nur schlecht zu erkennen. Hier fehlt es uns schlicht an Sichtbarkeit, was zulasten der Sicherheit geht. In der Praxis sind diese billigen Blinker kein sinnvoller Ersatz für ein deutlich besser zu erkennendes Handzeichen!

Preis

Die No-Name-Blinker hatten wir in der Vergangenheit für 4 Euro bei Aliexpress gekauft. Dort sind sie nicht mehr verfügbar, dafür tauchen sie nun für 10 Euro bei Amazon auf. Unsere Meinung: Selbst 4 Euro sind zu viel.

Fazit

Auf den ersten Blick sind sie schick und günstig, in der Praxis allerdings völlig unbrauchbar. Die billigen No-name-Blinker sind zwar schnell installiert und funktionieren grundsätzlich, die flachen und leistungsschwachen LEDs sind allerdings selbst in der Dämmerung kaum zu erkennen.

Geht es nur um die Erfüllung einer Blinker-Pflicht, etwa für die Nutzung in Österreich, tut das Set, was es soll. Wer sich aber ein Plus an Sicherheit im Alltag wünscht, sollte zu anderen Modellen greifen oder beim Handsignal bleiben.



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Künstliche Intelligenz

Schweizer Medienbranche gibt sich einen KI-Kodex


Die Schweizer Medienbranche gibt sich einen verbindlichen Verhaltenskodex für den verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Eine breite Allianz von Verbänden und Unternehmen hat das Selbstregulierungsinstrument am Donnerstag im Rahmen des Swiss Media Forums in Luzern vorgestellt. Die neuen Regeln sollen bis Ende des Jahres umgesetzt werden.

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Der Kodex wurde vom Verlegerverband Schweizer Medien (VSM) gemeinsam mit der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR) und der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erarbeitet. Er soll das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Medien stärken. Parallel führt das Werbemedienforschungsinstitut (WEMF) ein „Responsible AI“-Audit und ein entsprechendes Zertifikat für die Einhaltung der Standards ein.

„Vertrauen ist das wertvollste Gut der Medien“, erklärt VSM-Präsident Andrea Masüger. „Die rasante Entwicklung von KI stellt die Medienbranche vor große Herausforderungen und eröffnet zugleich Chancen.“ Die Unternehmen richten „KI-Meldestellen“ ein, bei denen alle einen Verstoß melden können. Dazu kommt eine unabhängige Ombudsstelle, die jährlich einen Bericht veröffentlichen soll.

Der Kodex orientiert sich an der Konvention des Europarats zur künstlichen Intelligenz, die im Bundesrat zur Ratifizierung ansteht und ist als Instrument der Selbstregulierung konzipiert. Im Zentrum des Kodex stehen vier Grundsätze: „Der KI-Kodex stützt sich auf Anwenderkenntnisse, Schutz demokratischer Prozesse, Datenschutz und Transparenz“, erläutert Keystone-CEO Hanspeter Kellermüller.

Das bedeutet unter anderem, dass Mitarbeiter von Medienunternehmen, die KI-Systeme anwenden oder deren Resultate verarbeiten, dafür geschult werden. Redaktionelle Inhalte und vertrauliche Daten sollen bei der Nutzung von KI-Tools besonders geschützt werden. Medienunternehmen haben die Öffentlichkeit darüber zu informieren, wie sie KI-Systeme einsetzen, etwa auf einer Infoseite ihrer Website.

Zudem gelten mit dem KI-Kodex verbindliche Kennzeichnungspflichten: Komplett KI-generierte sowie ungeprüft veröffentlichte Inhalte (Texte, Bilder, Audio) müssen für das Publikum grundsätzlich erkennbar gemacht werden. Mit KI-Systemen erstellte oder mit KI bearbeitete Inhalte sind angemessen auf ihre Richtigkeit zu überprüfen und eventuell zu kennzeichnen.

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Außerdem gilt eine Kennzeichnungspflicht für alle KI-Systeme (wie etwa Chatbots), die mit Nutzern interagieren und von diesen mit Menschen verwechselt werden könnten.

In Deutschland gibt es so einen branchenweiten Kodex noch nicht. In einem seltenen Schulterschluss fordern mehrere Medienorganisationen und Fernsehsender klare Regeln für KI und Urheberrecht. In einer Erklärung vom 21. April drängen ARD und ZDF gemeinsam mit dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), dem Medienverband der freien Presse (MVFP) sowie Verband Privater Medien (Vaunet) die Politik zu strengeren Regeln für KI-Anbieter und große Technologie-Plattformen.

Im Januar hatten sich die deutschen öffentlich-rechtlichen Sender auf einen gemeinsamen KI-Kodex verständigt. Damit sollen die Möglichkeiten von KI in Einklang mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag und den gemeinsamen Werten gebracht werden, hieß es. ARD, ZDF und Deutschlandradio setzen dabei auf einen „Human in the Loop“-Ansatz: Immer tragen Menschen die publizistische Verantwortung. Außerdem verpflichtet man sich mit dem Kodex zu Transparenz und einer klaren Kennzeichnung von KI-Inhalten.

Dass das in der Umsetzung noch nicht ganz rund läuft, hat das ZDF nur wenige Wochen später bewiesen. Der Skandal um einen KI-Filmschnipsel in einem Beitrag des heute journals löste eine landesweite Debatte aus. Und er führte zur Abberufung der US-Korrespondentin, die das ZDF für den Fehler verantwortlich machte.

Bereits im November 2023 unterzeichnete der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) die „Paris-Charta zu KI und Journalismus“, mit zehn Grundsätzen um sich verantwortungsvoll „vertrauenswürdigen Nachrichten und Medien im Zeitalter der KI zu verpflichten“.

Im November 2025 beschlossen die Mitglieder der European Federation of Journalists (EFJ), zu denen auch deutsche Journalistenverbände zählen, sich „für eine KI-Zukunft einzusetzen“, die journalistische Ethik und die Rechte der Autorinnen und Autoren sichert sowie die redaktionelle Unabhängigkeit gewährleistet.

Wenigstens wird ein wesentlicher Bestandteil der verschiedenen Selbstregulierungsansätze, die Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte, nun bald europaweit erreicht sein: Ab dem 2. August 2026 müssen diese klar ausgewiesen werden, wenn das EU-Gesetz zur Künstlichen Intelligenz (EU AI Act) in Kraft tritt. China ist da schon weiter.


(vbr)



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Künstliche Intelligenz

Kärcher dampft zu Google Workspace: „Microsoft weitermachen wollte man nicht“


Kärcher ist das Markensynonym für Hochdruckreiniger, hat aber mit seinen rund 17.000 Mitarbeitenden fast jedes Reinigungsgerät vom Staubsauger bis zum Roboter im Angebot – und vieles mehr. Als klassischer deutscher Konzern würde man erwarten, dass dort vor allem Microsoft Office herrscht, doch der EVP IT & Digital Transformation Leonhard Kerscher setzt schon seit Längerem auf Google Workspace plus Multivendor für die Cloud.

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Im Doppelinterview mit seinem Cloud-Berater Benjamin Hermann, Managing Director beim Stuttgarter IT-Consulter Zoi, erzählt der Kärcher-CIO, ob er Angst vor US-Firmen hat, was KI im Büro und auf dem Shopfloor verändert und wie man sich von einzelnen Anbietern nicht zu abhängig macht.


Leonhard Kerscher und Benjamin Hermann

Leonhard Kerscher und Benjamin Hermann

Kärcher / Zoi

heise online: Herr Hermann, Herr Kerscher, wir treffen uns hier zum Doppelinterview. Berater und Kunde sitzen an einem Tisch, um uns aus der Cloud-Praxis zu berichten, die zunehmend von KI und Agenten geprägt ist – beides oft noch ein Buch mit sieben Siegeln für den klassischen Mittelständler. Zunächst einmal die Frage an Herrn Hermann: Was macht Zoi genau?

Benjamin Hermann: Wir sind eine Cloud-Native-Beratung. Gegründet wurde Zoi 2017 in Stuttgart, inzwischen sind wir in sieben Ländern aktiv. Unser Anspruch war von Anfang an, im Enterprise-Segment eine Beratung aufzubauen, die konsequent auf Cloud-Technologien setzt.

heise online: Sie waren damit also vergleichsweise früh dran.

Hermann: Ja. Teile des Teams haben schon vorher zusammengearbeitet und die Technologien auch intern selbst genutzt. Später kam mit unserem Kunden Kärcher ein großer Schritt: Dort wurde nach einer Veränderung gesucht, die im Arbeitsalltag aller Mitarbeitenden ähnlich viel Wirkung entfaltet wie eine Data-Center-Migration in die Cloud.

Einfach mit Microsoft weiterzumachen, wollte man bewusst nicht. Die Vorgabe aus der C-Level-Suite war klar: Die Menschen sollten anders zusammenarbeiten.

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Also haben wir damals mit G-Suite pilotiert, es nach rund eineinhalb Jahren Proof of Concept ausgerollt und später um Gemini ergänzt. Kärcher war unser erster großer Ankerkunde in diesem Bereich. Inzwischen haben wir weitere große Projekte, etwa bei OBI, Canyon Bike oder DocMorris, und sind an einigen der größten Google-Workspace-Projekte in Europa beteiligt.

heise online: Heißt das, Herr Kerscher, dass es bei Kärcher praktisch kein Word und kein PowerPoint mehr gibt?

Leonhard Kerscher: Es gibt noch einen minimalen Restbestand, mit dem Ziel unter zehn Prozent der Nutzer, würde ich sagen. Hier sind wir auf einem guten Weg.

Hermann: Wir planen realistisch immer mit etwa 15 Prozent Office-Restbestand. Irgendetwas bleibt am Ende immer übrig. Das ist ungefähr die Größenordnung, auf der wir landen.

heise online: Und Microsoft Teams, das sich in immer mehr Office-getriebenen Unternehmen durchgesetzt hat, spielt bei Ihnen keine Rolle?

Kerscher: Nein. Wir setzen komplett auf den Google-Stack: Meet, Chat, Drive. Auch Slack gibt es nicht daneben. Wir arbeiten wirklich in einer Plattform, und das funktioniert gut.

Was ich spannend fand: Schon im damaligen Proof of Concept mit G-Suite war das Feedback bei einigen der Tester eindeutig. Egal, wie die Entscheidung am Ende ausfällt — die Leute wollten, das Google Mail, Kalender, Drive, Chat und Meet bleiben. Bei Excel oder PowerPoint im Vergleich zu Sheets und Slides war die Diskussion schon kritischer. Aber bei Gmail und Meet war die Zustimmung sehr schnell da.

Hermann: Wenn man nur auf den Lizenzpreis schaut, ist das die eine Seite. Viel wichtiger war für uns aber, dass die Zahl der Helpdesk-Tickets massiv gesunken ist — im Bereich Outlook, also Kalender und Mail, um 80 Prozent. Und jedes Ticket kostet Geld.

Kerscher: Die klassischen Probleme kennt man ja – Outlook-Profil kaputt, neu einrichten, Abstürze. Diese Fälle haben wir schlicht nicht mehr. Wenn im Browser doch einmal etwas hängt, wissen bei uns inzwischen alle: Cache und Cookies löschen, neue Session, weiterarbeiten.

heise online: Der Cloud-Einsatz geht bei Ihnen aber über ein reines Tool-Projekt hinaus, Sie wollten die Arbeitsweise ändern?

Hermann: Absolut. Wir waren vor zwei Jahren im Board und haben gezeigt, dass diese Umstellung bei Kärcher viel mehr umgebaut hat als nur die Office-Umgebung. Das Unternehmen hat sich dadurch tatsächlich intern wie extern stark verändert.

heise online: Nutzen Sie im KI-Bereich ausschließlich Gemini oder auch andere Modelle?

Kerscher: Im Wesentlichen Gemini. Im Coding-Umfeld nutzen wir auch andere Modelle, die etwa in GitHub Copilot integriert sind. Aber außerhalb der Softwareentwicklung ist Gemini der Standard.

Hermann: Und zwar wirklich für alle — bis hinein in die Produktion.



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