Künstliche Intelligenz
Hollywood-Stars wollen mit neuem Standard KI-Klone ausbremsen
Die Schauspielerin Cate Blanchett hat die Non-Profit-Organisation RSL Media ins Leben gerufen, die einen Einwilligungsstandard für KI-Nutzung etablieren will. Er soll KI-Systemen in maschinenlesbarer Form mitteilen, ob und unter welchen Bedingungen geschützte Werke, persönliche Merkmale und andere Rechte genutzt werden dürfen.
Weiterlesen nach der Anzeige
RSL Media beschreibt die Funktionsweise als eine Art Ampelsystem: Die Nutzung durch KI-Systeme, etwa durch Training, Generierung oder Nachahmung, kann erlaubt, nur unter Bedingungen erlaubt oder untersagt werden. Die Spezifikationen des sogenannten „RSL Human Consent Standard“ sind bereits öffentlich einsehbar, wurden jedoch noch nicht finalisiert.
Ergänzend dazu plant RSL Media ein öffentlich zugängliches Register. Dort sollen nicht nur Kreative und Künstler, sondern grundsätzlich alle Menschen ihre Identität verifizieren und für die vier Rechtebereiche Werke, Identität, Charaktere und Marken festlegen können, ob und unter welchen Bedingungen KI-Systeme diese nutzen dürfen.
Der Ansatz ist bewusst sehr breit gefasst und umfasst Songs, Filme, Bücher, Kunst und Fotos ebenso wie Namen, Abbilder, Stimmen, Bewegungen, geschützte fiktionale Charaktere sowie Logos, Markenzeichen und Designmerkmale. Die Angaben werden automatisch in maschinenlesbare Signale übersetzt. Das Register soll im Juni online gehen, Interessierte können jedoch bereits eine Einwilligungs-ID reservieren.
Vom Webstandard zum KI-Rechterahmen
„KI kann keine Rechte respektieren, die sie nicht sehen kann, menschliche Einwilligung ist in dieser neuen digitalen Ära daher praktisch unsichtbar“, sagt Nikki Hexum, Mitgründerin und CEO von RSL Media. Genau hier setzt die Initiative an. Der Mitautor des Standards, James Everingham, beschreibt das Projekt als eine Infrastruktur, die Einwilligungen und Nutzungsrechte in ein systemübergreifend nutzbares Format übersetzen soll, das von unterschiedlichen Plattformen und KI-Systemen verarbeitet werden kann.
Weiterlesen nach der Anzeige
Unterstützt wird die Initiative unter anderem von Javier Bardem, George Clooney, Viola Davis, Tom Hanks, Helen Mirren, Steven Soderbergh, Kristen Stewart, Meryl Streep und Emma Thompson sowie von der Creative Artists Agency und der Music Artists Coalition.
RSL Media baut auf dem älteren Standard RSL 1.0 des RSL Collective auf, ist aber eine eigenständige Non-Profit-Organisation mit anderem Schwerpunkt und deutlich erweitertem Ansatz. RSL 1.0 sollte über die bisherige robots.txt hinausgehen: Während diese Crawlern vor allem signalisiert, ob sie bestimmte Inhalte abrufen dürfen, können Rechteinhaber über RSL 1.0 zusätzlich maschinenlesbare Nutzungs- und Lizenzbedingungen für Webinhalte hinterlegen, etwa für KI-Training oder vergütungspflichtige Nutzung. Mit dem „RSL Human Consent Standard“ überträgt RSL Media dieses Prinzip nun auf zugrunde liegende Rechteobjekte wie Werke, Identitäten, Figuren und Marken, ohne sie an eine bestimmte Datei, Webseite oder Plattform zu binden.
Die Initiative ist zunächst ein technischer Standardisierungsversuch, keine rechtlich bindende Vorgabe. Wie wirksam der Standard in der Praxis wird, hängt davon ab, ob KI-Anbieter, Plattformen und Infrastrukturunternehmen die Signale tatsächlich auslesen, respektieren und technisch durchsetzen.
(tobe)
Künstliche Intelligenz
Apple Creator Studio: Update für Final Cut Pro, Logic Pro und mehr
Mit der Einführung des „Apple Creator Studio“-Abos schuf Apple eine Alternative zum Einmalkauf der Pro-Apps Final Cut Pro, Logic Pro und Co.. Jetzt legt das US-Unternehmen mit einem ersten großen Update für die Abo-Varianten der Kreativ-Apps nach und vergrößert damit die Unterschiede zwischen Abo- und Kaufsoftware, weil letztgenannte die Veränderungen zumindest vorerst nicht erhalten. Aus Sicht deutschsprachiger Nutzer gibt es aber bei einer zentralen Neuigkeit Wenn und Aber.
Weiterlesen nach der Anzeige
Das ist neu in Final Cut Pro
In der Videobearbeitungs-Software Final Cut Pro hat Apple die im November 2024 eingeführte Funktion zum Generieren von Untertiteln erweitert. Nutzer haben jetzt mehr Gestaltungsmöglichkeiten bei Schrift, Farbe, Animation und Position der Untertitel. Die Transkription erfolgt auf dem Gerät. Allerdings wird auch eineinhalb Jahre nach Erstvorstellung der Funktion weiterhin nur US-Englisch als Sprache unterstützt – und es gibt auch keinen Ausblick darauf, ob und wann Apple diese ändern wird.
Anknüpfend an die magnetischen Masken, die ebenfalls 2024 eingeführt wurden, gibt es jetzt am Mac neu die „Auto-Mask“. Sie soll automatisch Haut, Haare, Himmel, Laub oder Kleidung ohne manuelles Tracking erkennen können und sie ist kombinierbar mit der Funktion „Magnetische Maske“. Mit der Funktion kann zum Beispiel sehr einfach der Hintergrund ausgeschnitten werden. Die Auto-Mask könnte dies beschleunigen.
Neu ist die Möglichkeit, bereits geschnittene Videoclips am Stück zu importieren und wieder in Einzel-Clips zu zerlegen. Diese Bearbeitungs-Erkennung arbeitet mit KI und soll zum Beispiel nützlich sein, um bereits gerenderte Videos für Social-Media-Kurzschnitte oder nachträgliche Anpassungen leichter verwenden zu können.
Kleine Verbesserungen gibt es außerdem noch mit einem überarbeiteten Farbabgleich, für den jetzt ein Referenzbild herangezogen werden kann, und für das Trimmen, das mit Advanced Trimming einzelbildgenau möglich ist. Apple spendiert zudem neue dynamische Titel, anpassbare Hintergründe und Gestaltungsmaterial – Creator-Themen – für verschiedene Seitenverhältnisse.
Update für Final Cut Camera
Weiterlesen nach der Anzeige
Die App Final Cut Camera für iPhone und iPad ermöglicht nach dem Update erstmals das Abgreifen des unkomprimierten Bildsignals für externe Monitore und Recorder (Clean HDMI Out). Voraussetzung hierfür ist allerdings ein iPhone 17 Pro. Neu sind ferner eine erweiterte ProRes-Unterstützung und die Möglichkeit, den Digitalzoom abzuschalten, damit nicht versehentlich die Bildauflösung leidet und nur optische Zooms genutzt werden.
Mehr Verknüpfungen zwischen den Apps
Mit dem großen Update des Creator-Bundles verschränkt Apple die verschiedenen Apps noch stärker miteinander. Bilder aus den Office-Apps Keynote, Pages und Numbers können direkt in Pixelmator Pro geöffnet werden. Und auch Final Cut Pro kann einzelne Bildframes direkt an Pixelmator Pro senden. Letztgenannte Bildbearbeitung wird zudem auf den Content-Hub mit kuratierten Premium-Fotos, Grafiken und Formen aufgeschaltet. Pixelmator Pro kann zudem neu Bilder per KI generieren. Hierfür gelten aber die Mindestvoraussetzungen der Apple Intelligence (iPhone 15 Pro oder neuer, iPad mit A17 Pro/M1 oder neuer, bzw. Apple-Silicon-Mac).
Auch bei den übrigen Office-Apps gibt es Detailverbesserungen: Keynote bekommt neue Übergänge, Pages auf iPhone und iPad erhält eine automatische Silbentrennung sowie die Möglichkeit, unsichtbare Zeichen einzublenden. Pages, Numbers und Keynote sind seit dem Start von Creator Studio nur noch in der Abo-Variante im App Store erhältlich – die früheren Gratis-Versionen hat Apple zurückgezogen. In Numbers lassen sich einzelne Tabellenblätter künftig ausblenden oder farblich markieren, was die Navigation in umfangreichen Kalkulationen erleichtern soll. Freeform erhält mit dem noch ausstehenden Update auf iOS/iPadOS/macOS 27 einen Dunkelmodus, Ordner zur Organisation von Boards sowie Zeichenunterstützung am Mac.
Producer-Projekt für Logic Pro
Auch Logic Pro hat Apple überarbeitet. Die Akkord-Erkennung soll nun präziser arbeiten, selbst bei erweiterten Akkorden und Umkehrungen – etwa wenn diese auf einer verzerrten Gitarre oder einem leicht verstimmten Klavier gespielt werden. Neu ist außerdem ein sogenanntes Producer Project, das Einblick in die vollständige Logic-Pro-Session hinter dem Song „Shoulda Never“ von Grammy-Gewinner Khris Riddick-Tynes gibt – inklusive sämtlicher Mehrspuraufnahmen, MIDI-Performances und Gesangsspuren. Für den Sample-Synthesizer Alchemy führt Apple einen granularen Synchronisationsmodus ein, ergänzt um ein passendes Sound-Pack mit Loops und Presets. Der Beat Breaker wiederum bekommt neue Filter- und Pan-Modi sowie eine feinere Steuerung der Zufälligkeit.
Bei Preis und Verfügbarkeit ändert sich nichts: Bestandsabonnenten erhalten das Update kostenlos, Neukunden zahlen weiterhin 12,99 Euro im Monat oder 129 Euro im Jahr, Studierende und Lehrkräfte 2,99 Euro monatlich beziehungsweise 29 Euro jährlich. Ob sich das Abo gegenüber dem Einzelkauf lohnt, hat unser ausführlicher Creator-Studio-Test beleuchtet. Wer einen neuen Mac oder ein passendes iPad kauft, erhält drei Monate kostenlosen Zugang. Die Einzelkaufversionen der Apps – etwa Final Cut Pro für 349,99 Euro oder Logic Pro für 229,99 Euro – bleiben zwar im Mac App Store erhältlich, erhalten einen Teil der hier beschriebenen Neuerungen zumindest vorerst nicht. Wer von allen exklusiven Abo-Funktionen profitieren möchte, kommt am Creator Studio nicht vorbei – bei Final Cut Pro fließen laut Apple aber auch Einmalkauf-Nutzer in die neuen Intelligenzfunktionen ein.
Lesen Sie auch
(mki)
Künstliche Intelligenz
Induktive Dreifach-Ladestationen im Test: Strom für iPhone, Watch und AirPods
Seit dem iPhone 8 beherrschen Apples Smartphones das drahtlose Laden. Zunächst erfüllten sie den Industriestandard Qi, ab dem iPhone 12 kam Apples MagSafe hinzu. Dabei geleiten Magnete das Telefon an die richtige Stelle, sodass zum einen die Spulen von iPhone und Lader optimal übereinander liegen. Zum Zweiten sorgen die Magnete auch für sicheren Halt, sodass der Ladevorgang nicht versehentlich unterbrochen wird und das iPhone sich in aufrechter Position befinden kann, ohne herunterzufallen. Für iPhones ohne MagSafe gibt es spezielle Hüllen oder Aufkleber, die mit eigenen Magneten die Haftung nachrüsten.
- Alle Kandidaten betankten zuverlässig iPhone, Watch und AirPods.
- Unterschiede gab es bei der Geschwindigkeit, Ladeleistung und den Arbeitsgeräuschen.
- Alle Modelle brachten ein Kabel mit, aber nicht alle ein Netzteil.
Während Qi mit einer maximalen Ladeleistung von 7,5 Watt auskommen muss, schaffte schon das erste MagSafe meist bis zu 15 Watt. Seit einigen Jahren gibt es auch Geräte mit dem Standard Qi2, der die Vorzüge von MagSafe wie Magnethalterung und hohe Ladeleistung mitbringt, aber auch zu Geräten anderer Hersteller kompatibel ist. MagSafe-iPhones lassen sich auf Stationen mit Qi1 oder Qi2 laden, und umgekehrt betanken MagSafe-Charger auch Smartphones oder andere Geräte mit Qi, jedoch nicht immer mit der maximalen Power. Seit dem iPhone 16 vertragen die Geräte (bis auf die Modelle mit „e“) eine induktive Leistungsaufnahme bis zu 25 Watt.
Zu den Komfortfunktionen von lizenzierten MagSafe-Produkten gehört die kreisförmige Ladeanimation, wenn der Kontakt hergestellt wird. Bei anderen Geräten signalisiert nur eine kleine Ladestandsanzeige die Betankung – was im Grunde ausreicht, denn stets erklingt ein Ton bei Ladebeginn (sofern man ihn nicht ausgeschaltet hat). Viele der günstigen Stationen werden von den Herstellern als „kompatibel mit MagSafe“ beworben: Häufig halten sie ein iPhone zwar mit Magneten, laden es aber nur per Qi1 und 7,5 Watt. Die höchste Ladeleistung wurde stets nur zu einem Teil des Zeitraums erreicht.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Induktive Dreifach-Ladestationen im Test: Strom für iPhone, Watch und AirPods“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.
Künstliche Intelligenz
US-Luftfahrtbehörde will Verbot ziviler Überschallflüge über Land aufheben
Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) beabsichtigt, auf Grundlage der Executive Order 14304 des Weißen Hauses das seit 1973 geltende Verbot von zivilen Überschallflügen über US-Territorium aufzuheben. Das teilte die FAA am Mittwoch mit. Flüge sollen so mit zukünftigen, leisen Überschall-Passagierflugzeugen beschleunigt und Reisezeiten stark verkürzt werden. Die FAA erarbeitet nun Zertifizierungsstandards für Überschallflugzeuge sowie Lärmstandards für Start und Landungen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Beim Übergang zum Überschallflug kann sich die Druckwelle des Flugzeugs nicht mehr nach vorn ausbreiten und verdichtet sich zu einer Schallmauer. Dabei entsteht ein kegelförmiger Trichter aus Druckwellen hinter dem Flugzeug. Diese Druckwellen sind am Boden als lauter Knall zu hören, der zu einer Lärmbelastung bei Anwohnern in Fluggebieten führt. Auch Starts und Landungen führen in Flughafennähe zu Lärmbelästigungen. Entsprechend wurden in den USA 1973 Überschallflüge über Land für zivile Maschinen in der Luftfahrt verboten. Lediglich Militärjets dürfen seitdem weiterhin schneller als der Schall auch über Land unterwegs sein.
Die Regelung könne nun aber aufgehoben werden, heißt es von Michael Kratios, Assistant to the President for Science and Technology und Director of the White House Office of Science and Technology Policy. Alte Vorschriften hätten dafür gesorgt, dass technologischer Fortschritt ausgebremst werde. Die Aufhebung des Verbots auf Grundlage der Executive Order 14304 werde dafür sorgen, dass neue Techniken entwickelt und hochqualifizierte Arbeitsplätze in den USA entstehen.
Reduzierte Lärmbelastung
Tatsächlich haben in den vergangenen Jahren verschiedene Lärmschutzentwicklungen in experimentellen Überschallflugzeugen für eine Lärmreduzierung gesorgt.
„Fortschritte in der Luft- und Raumfahrttechnik, der Materialwissenschaft, der Lärmreduzierung und bei neuen Betriebskonzepten werden den alten Überschallknall beseitigen“, sagt FAA-Administrator Bryan Bedford. „Das bedeutet, dass wir das aus den 1970er Jahren stammende Verbot von Überschallflügen über US-Territorium schließlich aufheben können, während wir gleichzeitig die Lärmbelastung für die Anwohner entlang der Flugrouten und in Flughafennähe minimieren.“
Bis Überschallflüge mit zivilen Maschinen in den Bereichen Passagier- und Frachtbeförderung möglich sind, kann es jedoch noch einige Jahre dauern. Zunächst erarbeitet die FAA dazu die nötigen Grundlagen. So müssen etwa Zertifizierungsstandards für zivile Überschallflugzeuge erstellt werden. Die FAA arbeitet dabei mit der International Civil Aviation Organisation, der NASA, der Luftfahrtindustrie und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen. Deren Grundlagenwissen, Erfahrungen und Forschungsergebnisse zu Überschallflügen sollen in die Zertifizierungsstandards und zusätzlich in zu erarbeitende Lärmvorschriften einfließen. Hinzu kommt, dass für den internationalen Einsatz der Flugzeuge Abkommen mit Luftfahrtbehörden außerhalb der USA getroffen werden müssen, um einen internationalen Betrieb von Überschallflugzeugen auch außerhalb der Vereinigten Staaten zu ermöglichen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Die FAA strebt an, die nötigen Standards und Vorschriften bis Mitte 2027 fertigzustellen.
(olb)
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonateniX-Workshop Angriffsziel lokales AD − Schwachstellen finden und beheben
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten„Don’t Starve Elsewhere“: Survival‑Hit kehrt nach zehn Jahren zurück
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenKine‑Exakta: Die erste Spiegelreflexkamera fürs Kleinbild
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
xTool P3 im Test: CO₂-Laser mit 80 Watt schneidet und graviert auch Acryl
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenWeitere Entlassungswelle bei Disney: Bis zu 1000 Mitarbeiter betroffen
-
Social Mediavor 2 MonatenMetas neuer Creative Setup Workflow: Was sich wirklich ändert – und warum das nicht nur eine UI-Frage ist!
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenMega-GPUs für Nvidia, AMD & Co: TSMC zeigt CoWoS-Package mit >11.600 mm² & 24 × HBM5E
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenApple‑Geräte mit Microsoft Intune verwalten – zweiteiliges Live-Webinar
