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Künstliche Intelligenz

Instar IN-8815 4K im Test: 4K-Innenkamera mit PoE für Home Assistant


Stark: Die Instar IN-8815 4K bietet super Bild, PoE, Dualband-WLAN und offene Schnittstellen. Besser geht es nicht – oder?

Die Instar IN-8815 4K ist eine vielseitige PTZ-Überwachungskamera für innen mit 4K-Auflösung, PoE, Dualband-WLAN, App und klassischer Weboberfläche. Besonders interessant: offene Schnittstellen wie RTSP, ONVIF, MQTT v5 sowie Alarm-Ein- und Ausgang und Apple HomeKit Secure Video. Damit richtet sich die Kamera nicht nur an Einsteiger, sondern auch an Nutzer, die ihre IP-Kamera in ein Smart Home oder eine bestehende Videoüberwachung integrieren möchten. Im Test klären wir, ob sie diesem Anspruch gerecht wird.

Design und Montage

Mit 12,4 × 11,0 × 11 cm und rund 360 Gramm ist die PTZ-Kamera kompakt, bleibt optisch aber klar technisch geprägt. Sockel, Motorgabel, Kamerakopf und zwei externe Antennen wirken funktional, jedoch weniger wohnlich als bei minimalistischen Indoor-Kameras. Für einen unauffälligen Wohnzimmer-Look ist das Design daher nicht ideal.

Bei der Montage zeigt sich die Instar IN-8815 4K flexibel: Stand-, Wand- oder Deckenmontage sind möglich. Im Lieferumfang enthalten sind Halterung, Netzteil, LAN-Kabel, Schrauben, Dübel, Antennen sowie eine bereits eingesetzte 32-GB-microSD-Karte. Die Einrichtung erfolgt idealerweise per LAN oder PoE, alternativ per WLAN mit etwas mehr manuellem Aufwand.

Ausstattung

Technisch ist die Kamera solide aufgestellt: Ein Sony-Starvis-Sensor (1/2,8 Zoll) liefert 8 Megapixel mit bis zu 3840 × 2160 Pixeln bei 25 fps. Das 4,3-mm-Objektiv bietet etwa 100 Grad Sichtfeld bei einer lichtstarken Blende von f/1.6.

Die PTZ-Funktion ermöglicht 350 Grad Schwenken und 75 Grad Neigen. Unterstützt werden H.265, H.264 und MJPEG. Für Nachtsicht sorgen zehn IR-LEDs mit bis zu 12 Metern Reichweite. Eine Zoom-Funktion gibt es nicht, wohl aber zukaufbare Objektive mit anderen Brennweiten.

Ein Highlight ist die Netzwerk- und Protokollvielfalt: LAN, PoE (IEEE 802.3af), WLAN (2,4/5 GHz), WPA2/WPA3 sowie RTSP, ONVIF, MQTT v5, CGI und HTTP/HTTPS-Alarmserver. Genau diese Offenheit unterscheidet die IN-8815 4K von vielen einfachen App-Kameras, die sich fast immer nur im Herstellersystem wohlfühlen. Die Instar-Kamera wirkt damit eher wie eine klassische IP-Kamera mit Smart-Home-Anbindung.

Für die Aufzeichnung von Videos gibt es einen MicroSD-Slot bis 1 Terabyte, eine 32 GB Karte ist ab Werk eingesetzt. Alarmbilder und Videos lassen sich zusätzlich per FTP, FTPS oder SFTP sichern oder in die optionale Instar-Cloud hochladen. Praktisch ist die Vorab-Aufzeichnung vor dem Alarm mit 0 bis 10 Sekunden. So beginnt ein Clip nicht erst dann, wenn das Ereignis schon fast wieder vorbei ist.

Zur Ausstattung gehören außerdem Mikrofon, Lautsprecher, ein separater Audioausgang und ein Alarm Ein- und Ausgang. Der Relaisausgang ist potenzialfrei und unterstützt Geräte bis 24 Volt bei 1 Ampere. Das ist interessant, wenn etwa Sirenen, Sensoren oder andere externe Schaltungen dafür sorgen sollen, dass die Aufnahme startet. Im Massenmarkt für Innenkameras ist diese Anschlussvielfalt außergewöhnlich.

Instar IN-8815 4K: Flexible PTZ-Überwachungskamera mit PoE, WLAN und Smart-Home-Anbindung

Bedienung und App

Die Erstinstallation klappt auch ohne App. Ein Assistent führt im Browser unter der Seite install.instar.com durch die erste Einrichtung. Empfohlen wird die Verbindung per LAN-Kabel oder PoE, alternativ ist WPS für WLAN vorgesehen. Im späteren Betrieb werden entweder App oder Weboberfläche verwendet. Die App InstarVision ist dabei als Werkzeug für den täglichen Gebrauch zu verstehen. Sie bietet Live-Bild, Wiedergabe der Aufnahmen, Alarmaktivierung und zentrale Alltagsfunktionen. Für die eigentliche Einrichtung und die tiefe Konfiguration ist die Weboberfläche gedacht, die im Browser über die IP-Adresse der Kamera erreicht wird. Dort lassen sich Alarmbereiche setzen und mit dem PIR-Sensor verknüpfen sowie dessen Sensibilität einstellen, um Fehlalarme zu reduzieren. Auch alle anderen Einstellungen – von Nutzerdaten bis zu Verbindungsarten sowie Einstellungen für Bild und Ton werden in der Web-Oberfläche getätigt. Die wirkt auf den ersten Blick wegen des Funktionsumfangs erschlagend, ist an sich aber logisch aufgebaut und nach kurzer Einarbeitung gut verständlich. Wer nur eine möglichst einfache App-Kamera sucht, bekommt hier allerdings deutlich mehr vorgesetzt, als erwartet.

Die Web-Oberfläche läuft in aktuellen HTML5-Browsern und benötigt kein zusätzliches Plugin. Unterstützt werden unter anderem Microsoft Edge, Mozilla Firefox, Google Chrome, Opera und Safari. Für den Fernzugriff nennt Instar zwei Wege: DDNS und P2P. DDNS ist möglich, verlangt aber bei klassischer Portweiterleitung eine öffentliche IPv4-Adresse. Einfacher ist P2P. Dabei wird die Kamera in der App per QR-Code eingebunden, ohne dass eine Port-Weiterleitung nötig ist. Das ist im Alltag der bequemere Weg.

Bildqualität: Scharfes 4K mit kleinen Schwächen

Dank 4K-Auflösung mit 25 Bildern pro Sekunde, Sony- Starvis-Sensor und lichtstarker F/1.6-Offenblende sehen Aufnahmen ziemlich gut aus. Das Handbuch nennt außerdem eine werkseitige Schärfeebene von etwa 5 bis 10 Metern. Wer näher oder weiter weg überwachen will, kann das Objektiv per etwas störrischem Justage-Ring nachstellen. Diese manuelle Fokussierung eröffnet dem Nutzer zusätzliche Möglichkeiten, um bestimmte Entfernungen scharfzustellen. Auf der anderen Seite wirkt das aber auch etwas altbacken – das machen Konkurrenzprodukte meist automatisch und beweist erneut, dass die Instar IN-8815 nicht unbedingt Plug & Play ist.

Instar IN-8815 4K: Aufnahmen sind recht detailreich und scharf und bieten höhere Reserven als bei typischen Full-HD- oder 2K-Innenkameras.

So oder so: Aufnahmen sind recht detailreich und scharf und bieten höhere Reserven als bei typischen Full-HD- oder 2K-Innenkameras. An eine ordentliche Smartphone-Kamera kommt sie aber nicht heran. In der Grundeinstellung wirken die Aufnahmen etwas künstlich glattgebügelt. Die Web-Oberfläche bietet dafür aber viele Anpassungsmöglichkeiten, darunter WDR, Farben, Kontraste, Schärfe und einiges mehr. Wir hätten uns allerdings etwas mehr Weitwinkel gewünscht. Zwar kann die Kamera motorisch gedreht werden, aber in einer Ecke aufgestellt ist das auch nötig, um den ganzen Raum komplett sehen zu können. Dafür gibt es kaum Verzerrungen an den Rändern. Nachts arbeitet die Kamera mit Infrarot statt mit sichtbarer Zusatzbeleuchtung. Entsprechend gibt es in der Praxis Schwarzweiß-Aufnahmen statt farbiger Nachtansicht. Aufnahmen sind scharf und die IR-Reichweite von bis zu 12 Metern kommt hin. Wer farbige Nachtbilder oder aktives Weißlicht zur Abschreckung sucht, kommt hier aber nicht auf seine Kosten.

Sonderfunktionen und Smart Home

Im Betrieb kann die IN-8815 4K Personen, Fahrzeuge und Tiere erkennen, besitzt zusätzlich einen PIR-Wärme- respektive -Bewegungssensor und bietet softwarebasierte Bewegungszonen sowie Geräuscherkennung. Diese Kombination ist interessant, weil sich Alarme damit deutlich feiner filtern lassen als bei einfachen Bewegungsmeldern allein.

Instar IN-8815 4K: Zugriff per App, Browser oder Smart-Home-Zentralen wie Home Assistant

Für Smart-Home-Nutzer ist vor allem die Systemoffenheit wichtig. Offiziell unterstützt werden Apple HomeKit Secure Video, Amazon Alexa, Google Nest, IFTTT, ONVIF, RTSP, CGI und MQTT v5. Für Home Assistant dokumentiert Instar sogar eine MQTT-Auto-Discovery. Der Hersteller beschreibt außerdem, dass die KI-Erkennung inzwischen auch direkt in Drittsoftware abgefragt werden kann. Das ist für Besitzer, die gern selbst mit der Kamera herumprobieren, ein echter Mehrwert, weil sie nicht in einer Hersteller-App eingesperrt bleibt.

Bei kostenpflichtigen Extras bleibt Instar vergleichsweise transparent. Einen Pflichtdienst nach dem Kauf gibt es nicht. Optional sind aber Cloud-Speicherpläne und die PC-Software InstarVision für Windows und macOS verfügbar. Für die Software starten die Einzelplatzlizenzen bei 19,99 Euro für bis zu vier Kameras. Bei der Cloud nennt Instar ein Testkontingent von 10 GB für 30 Tage und danach eine Erweiterung je nach gebuchtem Speicherplatz. Wer alles lokal auf SD-Karte, FTP oder im eigenen Netzwerk speichert, vermeidet diese Zusatzkosten, ohne Nachteile zu haben.

Als Hardware-Extras gibt es Zubehör wie alternative Objektive. Instar bietet etwa Zoomobjektive mit 8 oder 16 Millimeter Brennweite sowie 45 respektive 25 Grad Blickwinkel, außerdem einen Weitwinkel mit 2,8 Millimeter und etwa 120 Grad. Das ist dann sinnvoll, wenn statt eines breiten Überblicks eher ein engerer, aber weiter entfernter Bildausschnitt oder noch mehr Weitwinkel gewünscht wird. Einen Akku gibt es übrigens nicht, die Kamera wird per Netzteil mit 5 Volt und 2 Ampere oder per PoE versorgt. Bei Strom über das LAN-Kabel ist zu bedenken, dass die Kamera zwar PoE beherrscht, ein passender PoE-Switch oder -Injektor aber Voraussetzung ist. Ein geeignetes LAN-Kabel gehört zum Lieferumfang.

Preis

Die UVP für Deutschland liegt bei 179 Euro. Der aktuelle Straßenpreis laut Geizhals.de beginnt je nach Farbe ab knapp 153 Euro (Stand: 03/2026). Wechselobjektive mit 2,8 mm, 8 mm und 16 mm gibt es für etwa 30 Euro.

Fazit

Die Instar IN-8815 4K ist keine „Kamera für zwischendurch“. Sie benötigt stattdessen etwas Einrichtungs- und Eingewöhnungszeit, ist dafür aber auch eine ungewöhnlich offene Überwachungskamera für Innen mit sehr breiter Ausstattung. 4K, PoE, Dualband-WLAN, lokale Speicherung, Audioausgang, Alarm Ein- und Ausgang, RTSP, ONVIF, MQTT v5 und HomeKit Secure Video ergeben ein Paket, das vor allem technisch interessierte Nutzer anspricht. Sie eignet sich daher hervorragend zur Einbindung in Home Assistant und ähnlich komplexe Smart-Home-Systeme. Kritik gibt es nur wenig. Der Blickwinkel hätte für unseren Geschmack ab Werk noch etwas weiter ausfallen dürfen – auch wenn es dafür die PTZ-Funktion gibt – und das Design ist wenig wohnlich. Beides dürfte für die meisten aber verschmerzbar sein. Beim Preis ist das Ansichtssache.



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Projekt Medusa: Dutzende Festnahmen wegen sexueller Übergriffe nach Sedierung


In einer international koordinierten Aktion haben Strafverfolgungsbehörden unter Federführung des deutschen BKA und seinem britischen Gegenstück NCA einen Schlag gegen Missbrauchsnetzwerke durchgeführt. Seit Donnerstag dieser Woche ist bekannt, dass einige neue solcher Netzwerke gefunden wurden, 57 Personen wurden festgenommen, insgesamt gibt es 113 Ermittlungsverfahren. 158 Opfer wurden in Sicherheit gebracht, über die Details der betroffenen Personen und der Schutzmaßnahmen lassen sich die Ermittler aus offensichtlichen Gründen nicht aus.

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Die Ermittlungen wurden von den Behörden unter dem Namen „Projekt Medusa“ geführt. Diese Anspielung auf das Fabelwesen aus der griechischen Mythologie zeigt schon die bis vor wenigen Jahren unbekannte Dimension dieser Verbrechen: Vier neue Netzwerke der Täter wurden bei der aktuellen Aktion entdeckt. Die Zahl der Mitglieder in diesen Vereinigungen, die sich in Chatgruppen von Messengern und Gruppen auf Pornoplattformen organisiert hatten, geben die Ermittler nicht an.

Beteiligt an der Aktion waren Behörden aus Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, den Niederlanden, Spanien, Ungarn, den Vereinigten Staaten sowie Europol. Das Projekt wurde im April 2026 gestartet, die konkreten Maßnahmen wurden dann Ende Juni in der Zentrale der britischen National Crime Agency (NCA) in London koordiniert.

Breite Aufmerksamkeit bekam das Phänomen des organisierten Missbrauchs von Personen, die mit Drogen und Medikamenten betäubt wurden, erst durch den Fall der Französin Giselle Pelicot. Die Frau war über Jahre von ihrem damaligen Ehemann und Dutzenden anderen Männern sediert vergewaltigt worden. Die Täter erstellten Aufnahmen der sexualisierten Gewalttaten, tauschten sie im Internet, und diskutierten über Mittel, mit der Menschen widerstandsunfähig gemacht werden und ihre Erinnerung beeinträchtigt werden sollte.

In der Folge rückten diese auch Vergewaltigernetzwerke genannten Gruppen mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Das Ziel der weit überwiegend männlichen Täter aus dem persönlichen Umfeld der Opfer wird von Ermittlern als „chemische Unterwerfung“ beschrieben. Der internationale und auch von Europol verwendete Begriff ist „drug-facilitated sexual assaults“. Dabei werden Frauen, teilweise auch Kindern, Medikamente, Alkohol, andere Drogen und auch Schmerzmittel ohne ihr Wissen verabreicht. Letztere Mittel dienen dazu, um für die Opfer die körperlichen Folgen nicht unmittelbar erkennbar zu machen, wie das BKA mitteilt.

Neben den sexuellen Übergriffen ist allein auch schon das Verabreichen dieser Substanzen ohne Zustimmung eine Straftat. Die Ermittler weisen darauf hin, dass durch Laien verabreichte Substanzen neben den sexualisierten Gewaltakten zusätzlich lebensgefährlich sein können. Daher wird den Beschuldigten auch gefährliche Körperverletzung und ein Tötungsversuch vorgeworfen. Weil das Erkennen der Gewalttaten durch die Substanzen auch für die Opfer schwierig sein kann, weisen die Ermittler vermehrt darauf hin, wie das besser erfolgen kann. Das BKA nennt dafür die folgenden im Volltext zitierten Auffälligkeiten:

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  • ungewöhnlich lange Schlafdauer bzw. ungewöhnlicher Schlafrhythmus
  • nicht nachvollziehbare Benommenheit / Abgeschlagenheit am Morgen
  • Erinnerungslücken
  • Erwachen an Orten, ohne zu wissen, wie man dorthin gelangt ist
  • Auffälligkeiten am Körper (z. B. Übelkeit, blaue Flecken, Geschlechtskrankheiten), für die es keine Erklärung gibt

Die Polizei Hamburg weist zudem darauf hin, dass wegen der Flüchtigkeit von manchen der verwendeten Mittel im Verdachtsfall möglichst schnell das jeweilige Institut für Rechtsmedizin verständigt werden sollte. Vom BKA wiederum kommt die generelle Empfehlung, gegebenenfalls den Notruf der Polizei (Telefonnummer 110) zu wählen. Als weitere Anlaufstellen nennt das Bundeskriminalamt die Online-Beratung des Weissen Rings sowie das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen (Telefonnummer 116 016). Unter letzterem Link finden sich zudem weiterführende Informationen für Betroffene und zum Erkennen von sexualisierter Gewalt.


(nie)



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Alibaba verbietet Beschäftigten die Nutzung von Claude-KI


Das chinesische Onlinehandelsunternehmen Alibaba verbietet seinen Mitarbeitern ab sofort die Nutzung von Anthropics KI-Modell Claude. Beschäftigte sind auch angewiesen, alle Claude-Modelle von ihren Dienstrechnern zu löschen. Hintergrund soll eine versteckte Funktion im Claude-Quellcode sein, die es Anthropic erlaubt, zu sehen, ob ein Nutzer aus China zugreift oder mit einem chinesischen KI-Entwickler in Verbindung steht, berichten die Mitarbeiter.

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Sie sprachen mit dem IT-Nachrichtenportal The Information. Obwohl Anthropic die Nutzung seiner Modelle in China generell verbietet, finden chinesische Unternehmen Wege, die Modelle trotzdem unerkannt zu nutzen. Damit verbietet Alibaba seiner Belegschaft etwas, das Anthropic ohnehin nicht mit seiner KI erlaubt.

Vorigen Monat hatte Anthropic Alibaba sozusagen des KI-Modell-Diebstahls beschuldigt. Durch massenhafte Zugriffe soll Alibaba versucht haben, die Logik von Claude widerrechtlich abzugreifen. Anthropic fordert deswegen vom US-Kongress Maßnahmen, die solche Attacken verhindern sollen, wie aus einem von der „Financial Times“ veröffentlichten Brief an amerikanische Senatoren hervorgeht. Alibaba hätte demnach zu der Methode der KI-Wissensdestillation gegriffen, bei der Entwickler einer neuen KI sie mit Wissen von einem bereits existierenden Modell anlernen lassen.

Unter anderem dieses Szenario nannte die US-Regierung im Juni als Grund, Anthropics Modelle Fable und Mythos für Nicht-US-Bürger zu verbieten. Alibaba äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Die jetzigen Berichte von seinen Beschäftigten sind aber ein klarer Hinweis darauf, dass Alibaba die KI von Anthropic widerrechtlich nutzt. Vorher hatte Anthropic bereits die chinesischen KI-Hersteller DeepSeek, Moonshot AI und MiniMax der Destillation beschuldigt.

Alibaba hat vor Kurzem auch gegen das Pentagon geklagt. Dieses hatte das chinesische Unternehmen auf eine Liste von mutmaßlichen Militärunternehmen gesetzt. Die Klage soll dies jetzt rückgängig machen.

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(nen)



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Akku-Rasenmäher Stihl RMA 235.1 im Test: kompakt, wendig und gut


Leise statt laut: Der Stihl RMA 235.1 will kleine Gärten ohne Benzin und Krach pflegen. Unser Test zeigt, ob der Akku-Rasenmäher wirklich überzeugt.

Stihl – das war jahrzehntelang der Soundtrack deutscher Samstagvormittage: knatternde Zweitakter, blauer Dunst und ein Nachbar, der pünktlich zur Kaffeezeit den Rasen in Form brachte. Doch die Zeiten ändern sich. Der schwäbische Traditionshersteller hat sein Portfolio längst um eine ansehnliche Riege akkubetriebener Gartengeräte erweitert, die weder qualmen noch die halbe Straße beschallen.

Wir haben uns den RMA 235.1 vorgenommen – einen der kleineren Vertreter im Stihl-Akku-Kosmos. Mit 33 cm Schnittbreite zielt er auf überschaubare Grundstücke und Gärten, inin denen größere Modelle schlicht keinen Platz finden. Das Versprechen: handlich, leise, alltagstauglich. Ob der kompakte Mäher tatsächlich hält, was das Datenblatt andeutet, oder ob man am Ende doch besser zum größeren Modell greift, klärt unser Praxistest.

Design

Orange und Weiß sind die aktuellen Hausfarben von Stihl. Was auf dem Rasen zunächst wie ein grellbunter Fremdkörper wirkt, entpuppt sich im Alltag als praktisch: Verschmutzungen fallen sofort ins Auge, die Reinigung geht entsprechend schnell vonstatten. Akku und Ladegerät setzen auf Schwarz-Orange, Mäher und Fangkorb auf Weiß-Orange – Verwechslungsgefahr im Geräteschuppen: gering.

Viele Annehmlichkeiten der größeren Modelle hat der kleine Stihl mit an Bord – der praktische „einarmige“ Bedienholm gehört allerdings nicht dazu. Stattdessen gibt es beim RMA 235.1 klassische Hausmannskost: zwei Holme, ein Sicherheitsbügel, fertig. Den 30-l-Grasfangkorb muss man wie bei den meisten Mähern umständlich unter dem Griff hindurchfädeln – idealerweise, ohne die halbe Schnittgutladung auf dem Weg zu Kompost oder Biotonne zu verlieren.

Der Fangkorb selbst ist erfreulich solide gebaut und lässt sich wie bei den großen Modellen aufklappen. Das erleichtert nicht nur die vollständige Entleerung, sondern auch die Reinigung mit dem Gartenschlauch. Wer mag, kann den Mäher auch ohne Korb betreiben; eine Abdeckklappe verhindert dann zuverlässig, dass einem der frische Grasschnitt entgegenfliegt. Eine mechanische Füllstandsanzeige signalisiert, wann Schluss ist – ähnlich wie bei manchen Staubsaugern. Hebt sich die Klappe im Luftstrom nicht mehr, ist der Korb voll.

Der Akku sitzt gut geschützt unter einer blickdichten Abdeckung, die sich dank der weißen Oberfläche auch in der Sonne kaum aufheizt. Auf den bei vielen Mähern üblichen Sicherheitsschlüssel verzichtet Stihl – ein Detail, das sowohl Fehlbedienungen als auch das klassische „Wo-hab-ich-den-bloß-hingelegt“-Problem elegant aus der Welt schafft. Bei längerer Nichtbenutzung soll man stattdessen den Akku entnehmen und im Haus lagern – was ohnehin die schonendere Variante ist.

Der Händler bezeichnete den RMA 235.1 augenzwinkernd als „Handtaschenmäher“ – ein Etikett, das angesichts der teils traktorgroßen Nachbarn im Verkaufsraum nachvollziehbar ist. Mit 14 kg inklusive Akku und Fangkorb bringt er zwar etwas mehr auf die Waage als die sprichwörtliche Herrenhandtasche mit sechs Flaschen Bier, lässt sich aber problemlos tragen und verstauen. Für die Lagerung klappt der Holm ein, zur Reinigung darf der Mäher auch auf die Seite.

Lieferumfang

Stihl setzt auf ein eigenes Akkusystem mit 36 V, das sich geräteübergreifend – innerhalb des eigenen Sortiments wohlgemerkt – für alle Akku-Geräte nutzen lässt. Der einzelne Akku ist damit teurer als bei den verbreiteten 18-V-Systemen, dafür leistungsfähiger: Auch größere Geräte kommen mit einem einzigen Akku aus.

Wer im Baumarkt bisher vergeblich nach Stihl-Mähern gesucht hat, muss nicht weitersuchen: Der Vertrieb läuft ausschließlich über den Fachhandel und den herstellereigenen Online-Shop. Der Vorteil: Wer nicht online bestellt, bekommt den Mäher fertig montiert und obendrein eine persönliche Einweisung. Trotzdem liegt eine ausführliche Anleitung bei – mit echtem Text statt der heute üblichen Ikea-artigen Rätselbildchen, inklusive Montagehinweisen für Online-Käufer. Reparaturen, Wartung und Ersatzteile übernimmt später der Händler bzw. bei Direktkauf der Hersteller.

Der Weg zum Fachhändler lohnt sich besonders für alle, die vom Einschicken eines Rasenmähers an ein anonymes Servicezentrum eher überfordert wären – und schon beim Aufbau eines Billy-Regals ins Schwitzen kommen. Vor dem ersten Einsatz muss man lediglich Akku und Ladegerät auspacken, verbinden und laden – sofern man noch keine Stihl-Akkugeräte besitzt und das Komplettset gewählt hat. Die Ladezustandsanzeige weicht etwas vom gewohnten Schema anderer Hersteller ab, ist aber eindeutig ablesbar.

Im Test kam der Akku AK20 mit 4 Ah zum Einsatz; kleinere und größere Varianten sind ebenfalls erhältlich. Dank der 36 V bewältigte er unser Testgrundstück problemlos in einem Rutsch. Stihl empfiehlt den RMA 235.1 für Flächen bis 300 m² – ein Wert, den der AK20 zuverlässig abdeckt. Die verbleibende Restladung lässt sich am Mäher jederzeit per Knopfdruck abrufen, sodass man nicht mitten im Rasen unerwartet steht.

Bedienung und Ergebnis

Die Bedienung des RMA 235.1 ist unkompliziert, und leise ist er obendrein – auch wenn er vom Klangeindruck her etwas präsenter wirkt als seine größeren Geschwister. Stihl gibt einen Schallleistungspegel von 90 dB(A) an. Die Nachbarn dürften trotzdem gnädig bleiben. In den klassischen Ruhezeiten – mittags, abends, sonn- und feiertags – ist ohnehin selbst mit dem leisesten Mäher Sendepause. Die Schnitthöhe lässt sich zentral in fünf Stufen von 25 bis 60 mm verstellen, das Mähen selbst geht zügig und leichtfüßig von der Hand.

Für dieselbe Fläche braucht man zwar etwas länger als mit einem großen Modell – was aber auch daran liegt, dass man mit dem Kleinen mühelos in Ecken, kleine Lücken und unter Hecken kommt und schlicht gründlicher arbeitet. Unterm Strich: leicht, sicher, überzeugend.

Der Mäher ist so konstruiert, dass sich der Fangkorb vollständig füllt, ohne vorzeitig zu verstopfen. Kurios nur: Der Sicherheitsbügel sitzt hier oberhalb des Holms statt wie bei den anderen Stihl-Mähern unterhalb. Bei einem Modell mit Radantrieb wäre das nachvollziehbar – beim antriebslosen RMA 235.1 wirkt es dagegen wie ein kleiner Ausreißer im ansonsten stimmigen Konzept.

Akku

Mit 144 Wh (36 V, 4 Ah) hatte der AK20 im Testgarten reichlich Reserven: Der Rasen war komplett gemäht und der Fangkorb dreimal geleert, lange bevor der Akku auch nur andeutungsweise schlappmachte. Dazu trägt nicht zuletzt der sparsame Motor bei. Wer größere Flächen bearbeiten will, kann problemlos weitere Akkus mit 2, 4 oder 5 Ah nachkaufen. Das Laden eines leeren 4-Ah-Akkus auf 100 Prozent erledigt das Ladegerät in maximal drei Stunden.

Preis

Der Vertriebsweg über den Fachhandel statt über die üblichen stationären und Online-Discounter schlägt sich naturgemäß im Preis nieder. Das Solo-Modell ohne Akku und Ladegerät kostet laut UVP 199 Euro, im Handel ist es ab rund 187 Euro zu haben. Das Komplettset inklusive Akku und Ladegerät ruft Stihl mit 339 Euro UVP auf, Straßenpreise starten bei etwa 288 Euro. Damit bewegt sich der RMA 235.1 auf Augenhöhe mit vergleichbaren Mähern dieser Klasse.

Fazit

Der Stihl RMA 235.1 ist klein, aber kräftig genug für höher gewachsenes Gras und flexibel genug, um in kleinen Gärten Freude zu machen. Mit 33 cm Schnittbreite, 14 kg Gewicht und einer empfohlenen Flächenleistung bis 300 m² zielt er klar auf Reihenhausgärten und überschaubare Grundstücke. Der 4-Ah-Akku des 36-V-Systems reichte im Test locker für den kompletten Rasen samt dreifacher Fangkorb-Entleerung.

Die Bedienung ist komfortabel und durchdacht: zentrale Schnitthöhenverstellung, solider 30-l-Fangkorb mit Füllstandsanzeige und ein Akku ohne fummeligen Sicherheitsschlüssel. Der Vertrieb über den Fachhandel bringt fertige Montage, Einweisung und einen direkten Ansprechpartner für Service und Ersatzteile.

Unterm Strich: ein leiser, wendiger und alltagstauglicher Akku-Mäher für den kleinen bis mittleren Garten – nachbarschaftsfreundlich und ganz ohne Zweitakter-Wolke am Samstagmorgen.



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