Apps & Mobile Entwicklung
Intel Core Ultra 5 250K Plus und Core Ultra 7 270K Plus im Test
Intels Arrow Lake-Refresh ist da und ComputerBase hat Core Ultra 5 250K Plus und Core Ultra 7 270K Plus in Spielen und Anwendungen im Test. Beide bieten zum Preis der Vorgänger ab Werk deutlich mehr Leistung und schlagen den hauseigenen Core i9-14900K endlich beim Gaming. Für sich genommen richtig überzeugen kann der 250K Plus.
Zwei Core Ultra 200 Plus „K“ machen den Anfang
Intel startet den Refresh der Arrow-Lake-Generation für Desktop-PCs mit den beiden Modellen Core Ultra 5 250K Plus und Core Ultra 7 270K Plus sowie dem Core Ultra 5 250KF Plus ohne aktive iGPU. ComputerBase hat beide neuen K-CPUs bereits testen können.
Es wird auch noch weiterer Plus-Modelle inklusive mobiler Varianten geben – die neuen HX-Plus-Modelle hatte Intel bereits am 17. März einfach per Pressemitteilung als direkt verfügbar vorgestellt.
Im Test stellt sich der neue Intel Core Ultra 7 270K Plus nicht nur dem Vorgänger Core Ultra 7 265K, sondern auch dem neuen alten Flaggschiff Core Ultra 9 285K – und schlägt es. Dazu tritt der neue Core Ultra 5 250K Plus gegen seinen Vorgänger Core Ultra 5 245K an und viele aktuelle und ältere AMD Ryzen (X3D) sind ebenfalls vertreten. Extra noch einmal neu getestet wurde zudem der Core i9-14900K, den Intel in Spielen endlich geschlagen haben will.
Insgesamt zeigt sich, dass vor allem der kleine Neuling als „Quasi-Core-Ultra-7-zum-Core-Ultra-5-Preis“ ein sehr gutes Gesamtpaket bietet. Der neue „Quasi-Core-Ultra-9-zum-Core-Ultra-7-Preis hat es nicht ganz so leicht. Beiden gemein ist das „Plattformthema“: LGA 1851 wird nach der Plus-Serie keine neuen CPUs mehr sehen.
- Sehr hohe Anwendungsleistung
- Hohe Spieleleistung
- Speichersupport für DDR5-7200
- Energieverbrauch im Leerlauf
- Energieverbrauch unter Maximallast
- Sehr hohe Anwendungsleistung
- Hohe Spieleleistung
- Speichersupport für DDR5-7200
- Energieverbrauch im Leerlauf
- Energieverbrauch unter Maximallast
- Energieverbrauch in Spielen viel höher als beim 250K ohne großen Leistungsgewinn
- Hohe Temperaturen
Intel Core Ultra 200 Plus im Überblick
Intel muss bei Arrow Lake im Desktop die Preiskarte ziehen – und bringt deshalb auch keinen neuen Core Ultra 9. Und nicht nur das: In vielen Märkten wird der Core Ultra 7 270K Plus den Core Ultra 9 285K komplett ersetzen. Der Test wird zeigen, warum das die richtige Konsequenz ist.
Mehr Kerne, etwas weniger Takt
Aber schon der Blick auf die technischen Daten der neuen CPUs lässt es erahnen: Der Intel Core Ultra 7 270K Plus bietet fortan 24 Kerne (8P+16E) und ist damit fast ein 285K – nur einige Megahertz Takt fehlen in gewissen Szenarien; auch gegenüber dem 265K. Der Intel Core Ultra 5 250K Plus bringt es wiederum auf 18 Kerne (6P+12E). Das sind jeweils vier E-Cores mehr, als die bisherigen Modelle an dieser Position boten, namentlich Core Ultra 7 265K und Core Ultra 5 245K. Auch hier sinkt der Takt leicht. Die TDP bleibt in beiden Fällen identisch.
Die direkten Vorgänger gab es in jeweils zwei Versionen: Also 265K ab 282 Euro und 245K ab 177 Euro sowie als Varianten ohne aktive iGPU 265KF ab 239 Euro und 245KF ab 160 Euro. Da der 270K Plus fast an den 285K herankommt, sei auch sein aktueller Marktpreis genannt: ab 502 Euro ist er verfügbar.
Eine F-Variante ist laut Intel auch beim 250K geplant, der in der Pressemitteilung vor zwei Wochen noch erwähnte 270KF kommt nun wohl aber doch nicht. Das Aus scheint extrem kurzfristig beschlossen worden zu sein, dass die Ankündigung schon erfolgt war, ist mehr als unglücklich.
Warum „Plus“?
Intel erklärt zum Start, dass das Unternehmen bei der Bezeichnung auf Feedback unter anderem von Kunden und den Medien gehört habe. Man hätte diese Produkte auch leicht Core Ultra 300S nennen können – denn so ein Produkt wird es nun letztlich gar nicht geben (Nova Lake wird aller Wahrscheinlichkeit nach als Core Ultra 400 erscheinen).
In diesem Fall spielt Intel aber die Karte „Ehrlichkeit“ aus und hat entschieden in der aktuellen Serie zu bleiben, das Plus wiederum soll aber zeigen, dass es die beste Ausbaustufe der gleichen zugrunde liegenden Architektur und Serie ist.
We believe this approach strikes the right balance between signaling “newness” for less experienced customers, and “truth in naming” for more experienced customers.
Intel
Damit kann Intel zugleich mit dem Finger auf AMD zeigen: Die „neue“ Ryzen-AI-400-Serie ist nichts anderes als das bisherige Produkt mit optimierter Firmware und neuem Namen – und schon bald könnten noch weitere folgen. Intel hat in der Vergangenheit allerdings genau die gleichen Dinge gemacht.
Das Plus sei allerdings gekommen um zu bleiben, erklärt Intel: Auch in zukünftigen Serien soll ein Refresh und damit die ultimative Version einer Architektur und Familie mit einem „Plus“ gekennzeichnet werden. Mal sehen, wie lange das so bleibt.
Das steckt hinter „Plus“?
Die neue Plus-Serie setzt auf die gleichen Chips im gleichen B0-Stepping wie die seit Ende 2024 verfügbaren Core Ultra 200. Auch die Konfiguration (P- und E-Cores) der beiden neuen CPUs gab es schon und mit dem
200S Boost war seit Frühjahr 2025 auch schon ein optionaler Betriebsmodus mit höherem RAM- und Inter-Chip-Takt verfügbar. Also was ist neu?
Drei wesentliche Unterschiede
Im Endeffekt sind es drei Dinge, die Core Ultra 200 Plus in der K-Serie von Core Ultra 200 abheben:
- Die jeweils kleinere Klasse bietet in der Plus-Serie die Kern-Konfiguration der vormals größeren Klasse. Mit Blick auf die Kerne ist der neue Core Ultra 5 also ein alter Core Ultra 7 und der neue Core Ultra 7 ein alter Core Ultra 9.
- Der ab Werk offiziell unterstützte RAM-Takt liegt bei DDR5-7200 statt DDR5-6400.
- Der Die-to-Die-Interconnect taktet 900 MHz höher. Mit 200S Boost waren bisher bis zu 1.100 MHz möglich. Die Plus-Serie bringt davon +900 MHz ab Werk mit.
DDR5-7200 weiterhin nur auf 2-CUDIMM-Slot-Boards
Den Support von DDR5-7200 gibt es dabei offiziell nur mit CUDIMM und auch nur, wenn das Board maximal zwei Speicherslots bietet. Alles darüber hinaus oder die Nutzung von regulären UDIMM fällt laut Spezifikationen sofort auf DDR5-5600 zurück.
Doch Spezifikation und Realität driften auch bei Intel schnell weit auseinander. Denn auch UDIMMs laufen mit 7.200 MT/S und mehr, dafür gibt es ja schließlich XMP-Unterstützung. Und so wurde selbst von Intel für die Testzwecke ein UDIMM-Speicherkit mitgeliefert.
Auch das wirft die Frage auf, wie es in Zukunft mit CUDIMM denn weitergeht. Core Ultra 300 alias Intel Panther Lake braucht diese Module gar nicht, auch beim Nachfolger Nova Lake alias Core Ultra 400 für alle Segmente sieht es so aus, als sei klassischer UDIMM einfach wieder gesetzt. Die CUDIMM-Ära könnte demnach schon bald wieder vorbei sein.
Software verstärkt im Fokus
Zum Start der neuen Prozessoren hat Intel auch Anpassungen an den Softwarepaketen und ihren Auswirkungen für die Prozessoren und die Plattform vorgenommen. Fortan gibt es nur noch ein einziges kombiniertes Paket von Intel, welches auch Optimierungen für zusätzliche Leistung bietet – Opt-in in dem Fall. Mehr zu den Entwicklungen in dem Bereich liefert der parallel erschienene Bericht:
- Intel APO, iBOT, IPPP & Co: Softwaretechnologien für bis zu 24 % höhere CPU-Leistung
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3 Erkenntnisse: Wie das Abschalten von Claude Fable einen KI-Kill-Switch etabliert
Mehr als eine Woche ist vergangen, seit die Trump-Administration Anthropics neues Spitzenmodell Claude Fable 5 und Mythos 5 vom Markt genommen hat. Es ist keine kurze Episode, die Modelle sind weiterhin nicht nutzbar. Mittels der Exportkontrolle wurde so ein Kill Switch für KI-Modelle etabliert, der Konsequenzen für Europa hat.
Wenn die Trump-Administration entscheidet: Exportkontrollen als aggressive Form der KI-Regulierung
Der Lesart der US-Regierung zufolge waren es Sicherheitsbedenken, die zur Sperre von Fable 5 und Mythos 5 führten. Mit einem Jailbreak war es möglich, die Mechanismen auszuhebeln, die die Cyber-Sicherheitsfähigkeiten von Fable 5 begrenzten. Die Konsequenz war der Exportbann, der beide Modelle ausschließlich für Nutzer sperrte, die keine US-Staatsangehörigkeit besitzen. Weil Anthropic technisch nicht trennen kann, wurden die Modelle für alle abgeschaltet.
Freigeben will die US-Regierung erst wieder, wenn Anthropic sicherstellen kann, dass sämtliche Jailbreaks unterbunden werden. Sicherheitsexperten bestreiten, dass so etwas überhaupt möglich ist. Allerdings krankt diese Lesart noch bei weiteren Argumenten. Zwei Punkte:
- Wenn es nur um Jailbreaks geht, warum wurde neben Fable 5 auch noch Mythos 5 abgeschaltet? Das steht ohne Sicherheitsmechanismen für ausgewählte Organisationen bereit, damit diese Systeme absichern können (Mythos Preview soll noch laufen). Wird der Sicherheitsargumentation gefolgt, müsste das Modell eigentlich erhalten bleiben.
- Warum nur Ausschluss von Ausländern? Bei Sicherheitsbedenken hätte tatsächlich jeder ausgeschlossen werden müssen, weil es ja auch Angreifer im Inland geben könnten (Anthropic hat es nur komplett abgeschaltet, weil nicht zwischen Nationalitäten unterschieden werden kann)
Eine potenzielle Erklärung für das Abschalten beider Modelle ist laut Wired, dass der koreanische Telekom-Anbieter SK Telecom zu den Unternehmen zählt, die Zugang zu Mythos erhalten haben. Innerhalb der US-Regierung besteht laut Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind, jedoch der Verdacht, SK Telecom habe Verbindungen nach China. Die Sorge ist daher, dass China über den koreanischen Telekom-Konzern auf Anthropics Top-Modelle zugreifen könnte.
Neben den Sicherheitsaspekten ist jedoch auch der Gedanke naheliegend, dass hier ein Kontrollmechanismus etabliert werden soll. Axios berichtete bereits von einem Lizenzregime, das die US-Regierung im Sinn hat. Die Executive Order, die Präsident Trump Anfang Juni unterzeichnete, setzt noch auf ein freiwilliges Regelwerk. KI-Entwickler können selbst entscheiden, ob sie der US-Administration die neuen Modelle zur Prüfung vorlegen.
Festzuhalten ist aber: Berichte und Aussagen sind nach wie vor nicht eindeutig, die Motive der US-Regierung bleiben am Ende unklar. So könnten auch die persönlichen Konflikte zwischen den Verantwortlichen von Anthropic und der US-Regierung zur Eskalation beigetragen haben, berichtet etwa The Verge.
Was bewertet werden kann, ist jedoch die praktische Konsequenz: Auf Anordnung der US-Regierung wurde erstmals ein Modell gesperrt. Ohne stichhaltige Begründung oder nennenswerte Diskussion wurde so ein KI-Kill-Switch etabliert. Es ist ein neues Zeitalter der KI-Regulierung, heißt es daher auch bei The Verge. Das zentrale Problem: Es handelt sich nicht um ein fixiertes und standardisiertes Regelwerk. Angesichts der Möglichkeiten, die eine US-Regierung bei der Exportkontrolle hat, kann die Trump-Administration laut The-Verge-Reporterin Hayden Field mehr oder weniger willkürlich und nach Tagesform entscheiden, welche Modelle gesperrt werden.
Epochenbruch: keine Top-KI-Modelle mehr für alle?
Dass Claude Mythos gefährlich ist, war allerdings nicht die Idee der US-Regierung. Vielmehr sind es die Vertreter von Anthropic, die seit Wochen und Monaten predigen, wie riskant solche Modelle in freier Wildbahn sein könnten. „Wenn man sein Produkt in jeder Presseerklärung als Munition beschreibt, nimmt einem die Regierung irgendwann beim Wort“, sagt Peter Girnus, Forscher bei der Zero Day Initiative, laut einem Bericht von Business Insider. So gesehen war es also das Marketing von Anthropic, was dem Unternehmen jetzt zum Verhängnis wird.
Selbst in den wenigen Tagen, in denen Fable 5 verfügbar war, sorgten die Sicherheitsmechanismen für Diskussionen. Anthropic selbst argumentierte, Restriktionen in Bereichen wie Cyber-Sicherheit und Biologie wären aufgrund der Risiken nötig. In solchen Fällen wechselte das Modell dann automatisch auf das weniger leistungsfähige Opus 4.8. Der Haken: Der Wechsel erfolgte sogar bei alltäglichen Fragen, die Journalistin Eva Wolfangel bezeichnete Fable in diesem Kontext sogar als „kaputt“.
Brisanter mit Blick auf die Kontrollinfrastruktur ist jedoch eine weitere Restriktion, die Anthropic bei Fable implementiert hat. Wer Fable nutzen wollte, um KI-Modelle zu entwickeln, wurde ebenfalls abgestuft. In diesem Fall wurden Nutzer aber nicht informiert, das Vorgehen geschieht heimlich im Hintergrund. In der Systemcard des Modells (via Marcel Weiß) wird von der Sorge gesprochen, dass andere KI-Entwickler mit den Fähigkeiten von Fable die KI-Entwicklung noch weiter beschleunigen könnten.
We have also added safeguards related to frontier LLM development. As discussed in Section 6.1 of our February 2026 Risk Report, we are concerned about the risks of accelerating the overall pace of AI development, though we remain uncertain about the severity of these risks. In particular, our concern is with—as we wrote then—“accelerating other AI developers in building powerful AI systems that pose similar risks to the ones ours pose – without necessarily having commensurate safeguards.
Unlike our interventions for cybersecurity, biology and chemistry, and distillation attempts, these safeguards will not be visible to the user. Fable 5 will not fall back to a different model. Instead, the safeguards will limit effectiveness through methods such as prompt modification, steering vectors, or parameter-efficient fine-tuning (PEFT).
Fable 5 Systemcard, Auszug S. 13
Erneut wird also die Sicherheit als Vorwand für etwas verwendet, das der Analyst und Autor Marcel Weiß zusätzlich noch als Marktabschottung interpretiert. Anthropic wollte bei Mythos und Fable 5 schon vor dem Bann der US-Regierung bestimmen, wer auf welche Fähigkeiten des Modells zugreifen kann. Der Bruch in der Art und Weise, wie KI-Modelle veröffentlicht werden, erfolgte also schon, bevor die Trump-Administration tätig wurde.
Open Source als Alternative für Europa
Per Anordnung KI-Modelle sperren lassen ist nicht nur für Entwickler wie Anthropic brisant. Dass es sich um eine Exportkontrolle handelt, die sämtliche Nicht-US-Bürger aussperrt, rückt auch die Abhängigkeiten in Europa in den Fokus. Der Analyst Marcel Weiß spricht von einem Grönland-Moment, der zeigt, wie verwundbar der Kontinent ist.
Das Argument ist: Nicht nur bei der KI-Entwicklung, sondern bei zentralen technischen Infrastrukturen kommt die EU ohne die Dienste der Big-Tech-Konzerne nicht aus. „So eine Exportkontrolle könnte (…) auch Software oder Hardware treffen, bei der es unmittelbar spürbare Alltagsfolgen hätte. Microsoft Teams, Google Maps oder Cloud-Services, ohne die kaum noch etwas funktioniert“, heißt es in einer Analyse des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie. Was bislang nur als hypothetisches Szenario galt, wurde mit der Exportkontrolle für Fable 5 und Mythos 5 zur realen Bedrohung.
Der Kill Switch ist Realität.
Zentrum für Digitalrechte und Demokratie
Mehr digitale Souveränität für Europa war daher eines der Schlagworte in dieser Woche. Die EU-Kommission hat bereits Anfang Juni mit dem Tech Sovereignty Package ein Maßnahmenpaket vorgelegt, das neben KI-Projekten wie dem Chips Act 2.0 und Cloud and AI development act (CADA) noch einen interessanten Punkt enthält: Eine Open-Source-Strategie.
Dabei geht es nicht nur um die Art, wie Software entwickelt wird, heißt es in einer Analyse von Inside Global Tech. Stattdessen handelt es sich um ein Regulierungsmodell für Verwaltung und Industrie, das Kosten senken, Innovationen beschleunigen und Abhängigkeiten von ausländischen Anbietern reduzieren soll. Ein offenes Ökosystem soll demnach also die Alternative für Europa sein.
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Alte Spiele auf neuen Rechnern: ScummVM 2026.3.0 bringt Unterstützung für weitere Spieleklassiker
ScummVM 2026.3.0 erweitert die Unterstützung klassischer Spiele um mehrere Adventures, darunter zwei „Nancy-Drew“-Titel sowie „Noctropolis“. Zudem liefert das Update zahlreiche Fehlerbehebungen und Verbesserungen für verschiedene Engines und Plattformen, von denen insbesondere Nutzer der Atari- und PS3-Version profitieren.
Durch eine auf den Originaldateien basierende Re-Implementierung sorgen die Entwickler von ScummVM dafür, dass zahlreiche Spieleklassiker auch heute noch plattformunabhängig lauffähig bleiben. Die Umgebung wird dabei häufig mit Spielen von LucasArts in Verbindung gebracht, was nicht unbegründet ist: Ursprünglich lediglich für Adventures auf Basis der Skript-Sprache SCUMM („Script creation utility for maniac mansion“), die von LucasArts für das namensgebende Spiel entwickelt wurde, vorgesehen, geht die Emulation inzwischen deutlich weiter und unterstützt mittlerweile eine Vielzahl von Titeln und Engines anderer Hersteller wie Revolution Software, Adventure Soft oder Sierra Entertainment.
Inzwischen sind Umsetzungen auch für zahlreiche Plattformen erschienen, darunter Microsoft Windows, macOS sowie verschiedene BSD- und Linux-Systeme, iOS, Android und die Konsolen Dreamcast, Nintendo DS, PlayStation 3, PlayStation Portable, PlayStation Vita, Nintendo Wii und Nintendo Switch. Auch für AmigaOS und den Atari ST stehen entsprechende Versionen bereit.
Viel neuer Spielspaß für Retro-Fans
Mit der neuen Version erweitern die Entwickler die Unterstützung um mehrere weitere Klassiker. Neu spielbar sind unter anderem „Nancy Drew: The Haunted Carousel“, „Nancy Drew: Danger on Deception Island“, „Noctropolis“, „Cartoon Carnival“ und „Alfred Pelrock: En Busca de un Sueño“. Hinzu kommen mehrere Titel auf Basis der Gamos-Engine, darunter „Pilot Brothers: On the Track of Striped Elephant“ und „Pilot Brothers: The Case of Serial Maniac“.
Stabilität vieler Titel verbessert
Darüber hinaus wurden zahlreiche Fehler in unterstützten Spielen und Engines behoben. So beseitigt das Update unter anderem Probleme bei Animationen und Kamerabewegungen in Myst III. Für „Simon the Sorcerer 2“ wurde zudem die Unterstützung für Sprachdateien der Amiga- und Macintosh-Version ergänzt. In der Nancy-Engine nahmen die Entwickler außerdem zahlreiche Korrekturen an Rätseln, der Cursor-Anzeige, Sound-Effekten und Ladefunktionen vor.
Fehlerkorrekturen auch an System und Plattformen
Neben den spielbezogenen Verbesserungen haben sich die Entwickler auch zahlreicher grundsätzlicher Probleme angenommen. Klickbare Links im Interface werden nun per Cursor hervorgehoben, GUI-Listen unterstützen ab sofort kinetisches Scrollen und ein neuer NULL-OPL-Treiber reduziert die Anforderungen auf leistungsschwächeren Systemen. Zudem wurde bei 3D-Engines ein Problem mit der Fenstergröße nach dem Verlassen des Vollbildmodus behoben.
Auch verschiedene plattformspezifische Probleme wurden adressiert. So erhält unter anderem der Atari-Port Unterstützung für native CD-Audio-Wiedergabe, Plugins, den YM2149-Soundchip, der derzeit bei „Elvira 1“ und „Elvira 2“ genutzt wird, sowie einen überarbeiteten Audio-Mixer. Darüber hinaus sind Autosaves standardmäßig deaktiviert, da diese Klangstörungen verursachen können. Bei den PS3-Ports lassen sich ScummVM-Engines künftig als separate Module beziehungsweise ausführbare Dateien laden. Dadurch soll sich der Speicherbedarf um rund 90 MB verringern. Diese Funktion ist allerdings ausschließlich in den Release-Paketen aktiviert.
Die hier genannten Änderungen und Neuerungen stellen lediglich einen kleinen Ausschnitt dar. Eine vollständige Übersicht findet sich in den ausführlichen Release Notes.
Ab sofort verfügbar
Die vollständig unter der GPL stehende und damit frei verfügbare Anwendung steht ab sofort auf der Website des Projektes für zahlreiche Plattformen wie Windows, macOS und Linux bereit, einschließlich auch des Sourcecodes. Alternativ lässt sich ScummVM 2026.3.0 wie gewohnt bequem über den am Ende dieser Meldung verlinkten Download-Bereich von ComputerBase beziehen.
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Konkurrenz: Google greift Nvidia mit eigenem KI-Chip-Geschäft an
Google will seine eigenen KI-Beschleuniger stärker außerhalb der eigenen Cloud vermarkten und rückt damit direkter an Nvidia heran. Neben Technik spielen dabei Finanzierungsmodelle, Rechenzentren und Großkunden wie Anthropic eine zentrale Rolle.
Google setzt stärker auf eigene TPUs
Google arbeitet seit Jahren an eigenen KI-Beschleunigern, den Tensor Processing Units, kurz TPUs. Bislang wurden diese vor allem intern und über die Google Cloud genutzt. Nun zeichnet sich aber ab, dass Google daraus ein größeres Geschäftsfeld machen will, das stärker mit Nvidias GPU-Geschäft konkurriert.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Hardware selbst. Google versucht offenbar, ein breiteres Ökosystem aus Chips, Cloud-Diensten, Rechenzentrumskapazitäten und Finanzierung aufzubauen. Genau dieses Zusammenspiel gilt als einer der Gründe, warum Nvidia im KI-Boom so stark wachsen konnte: Neben den GPUs selbst profitieren Kunden von Software, Infrastrukturpartnern und einem großen Entwicklerumfeld.
Blackstone soll TPU-Cloud mitfinanzieren
Ein wichtiger Baustein ist die im Mai angekündigte Zusammenarbeit mit Blackstone. Der Finanzinvestor will zunächst 5 Milliarden US-Dollar Eigenkapital bereitstellen. Damit soll eine neue TPU-Cloud entstehen, die voraussichtlich ab 2027 zunächst 500 Megawatt Rechenzentrumskapazität bereitstellt.
Google liefert dafür die TPUs, Software und weitere Dienste. Blackstone bringt Kapital und Erfahrung im Aufbau digitaler Infrastruktur ein. Die neue Plattform soll KI-Rechenleistung für externe Kunden bereitstellen und damit eine Alternative zu GPU-orientierten Cloud-Anbietern schaffen.
Damit nähert sich Google einem Modell, das bei Nvidia bereits zu beobachten ist: Der Chipanbieter profitiert nicht nur vom Verkauf einzelner Beschleuniger, sondern auch von einem Netzwerk aus Cloud-Anbietern, Rechenzentren und Kunden, die ihre KI-Modelle in großem Maßstab trainieren oder ausführen wollen.
Anthropic als großer TPU-Kunde
Parallel dazu baut Anthropic seine Partnerschaft mit Google und Broadcom aus. Das Unternehmen hinter Claude hat eine Vereinbarung über mehrere Gigawatt an TPU-Kapazität geschlossen, die ab 2027 verfügbar werden soll. Diese Rechenleistung soll für die Weiterentwicklung und den Betrieb künftiger Claude-Modelle genutzt werden.
Für Google ist Anthropic damit ein besonders wichtiger Referenzkunde. Große KI-Anbieter benötigen enorme Mengen an Rechenleistung, suchen zugleich aber nach Alternativen zu knappen und teuren Nvidia-GPUs. Wenn Google hier ausreichende Leistung, Verfügbarkeit und passende Software bieten kann, könnten TPUs für weitere Anbieter interessanter werden.
Broadcom spielt in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Rolle, da das Unternehmen an der Bereitstellung der TPU-Infrastruktur beteiligt ist. Google bleibt damit nicht allein auf die eigene Cloud beschränkt, sondern bindet Partner für die technische und infrastrukturelle Umsetzung ein.
Nvidia bleibt vorerst schwer einzuholen
Trotz der neuen Offensive bleibt Nvidia der dominierende Anbieter im Markt für KI-Beschleuniger. Neben der reinen Rechenleistung ist vor allem das Software-Ökosystem rund um CUDA ein entscheidender Vorteil. Viele KI-Anwendungen, Entwicklerwerkzeuge und bestehende Arbeitsabläufe sind auf Nvidia-Hardware ausgelegt.
Google kann hier zwar auf eigene Chips und eine große Cloud-Plattform zurückgreifen, muss Kunden aber nicht nur von der Leistung der TPUs überzeugen. Ebenso wichtig sind Verfügbarkeit, Preis, einfache Nutzung und die Frage, wie gut bestehende KI-Software auf Googles Infrastruktur läuft.
Mehr Wettbewerb im KI-Infrastrukturmarkt
Die aktuellen Schritte zeigen dennoch, dass Google das KI-Infrastruktur-Geschäft deutlich breiter aufstellen will. Statt die eigenen Beschleuniger nur als internes Werkzeug oder Cloud-Option zu behandeln, entsteht ein Angebot, das stärker als eigenständige Infrastruktur für KI-Unternehmen positioniert wird.
Für Kunden könnte das langfristig mehr Auswahl bedeuten. Der Markt für KI-Rechenleistung ist weiterhin von hoher Nachfrage und begrenzter Verfügbarkeit geprägt. Jede ernsthafte Alternative zu Nvidia-GPUs dürfte deshalb auf Interesse stoßen, vor allem bei Unternehmen, die große Modelle trainieren oder im großen Maßstab betreiben wollen.
Ob Google damit tatsächlich zu einem Gegengewicht zu Nvidia wird, hängt weniger von einer einzelnen Partnerschaft als vom Ausbau des gesamten Ökosystems ab. Die Kombination aus eigenen TPUs, Blackstones Kapital, Broadcoms Infrastrukturbeitrag und Anthropic als Großkunde zeigt aber, dass Google diesen Markt nicht länger nur Nvidia überlassen will.
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