Digital Business & Startups
Julian Draxler: „Unternehmer sein ist anstrengender als Fußballprofi“
Draxler und Mostafa gründeten 2021 Haarwald. Nach Jahren der Entwicklung und Tests mit Fußballprofis wie Messi und Neymar ist das Produkt nun im Handel.
Julian Draxler sitzt in Katar, sein Co-Gründer Mustafa Mostafa in Essen, als Gründerszene mit ihnen spricht. Draxler spielt aktuell als Profifußballer beim katarischen Verein Al-Ahli SC und ist für das Gespräch von zu Hause zugeschaltet. Mostafa arbeitet seit 2012 als selbstständiger Friseur in Essen und führt parallel sein eigenes Geschäft. Gemeinsam gründeten sie 2021 Haarwald, eine Haarpflege- und Stylingmarke.
Obwohl Draxler im Gespräch mit kurzem Haarschnitt zu sehen ist, sagt er, dass er das Produkt selbst regelmäßig nutze, auch wenn es gerade nicht nach aufwendigem Styling aussehe.
Vom Friseurtermin zur Gründung
Dabei kennen sich die beiden Gründer laut eigener Aussage schon länger. Draxler sei 2017 Stammkunde bei Mostafa gewesen, hätte sich dort regelmäßig die Haare schneiden lassen. Dabei sei der Fußballer oft mit verschwitzten und nassen Haaren vom Training gekommen. Mostafa hätte dann zu Draxler aus Spaß gemeint: „Ich weiß nicht, wie du deine Haare immer machst, aber du siehst immer aus wie der letzte Idiot.“ Draxler daraufhin: „Wenn du alles besser weißt, dann mach es doch mal selber.“ Was anfangs locker daher gesagt war, entwickelte sich dann zur gemeinsamen Geschäftsidee.
Lest auch
Wie die beiden das Produkt dann entwickelt hätten? Sie kommen zwar aus verschiedenen Welten, würden sich aber laut Mostafa gut ergänzen. Mostafa sei dabei der „Macher“: Kreativ, impulsiv, und immer mit dem Produkt in der Hand. Dieses hätte er über sein Friseur- und Produzentennetzwerk entwickeln und testen lassen, sagt er.
Draxler hingegen hätte ihn bei seinem großen Elan manchmal etwas bremsen müssen, meinen die beiden. Als Fußballprofi denke er strategisch – und teste ihr Produkt am liebsten unter Extrembedingungen wie Schweiß, Regen und Kamera-Aufmerksamkeit. Mostafa hätte ihm dann immer die überarbeiteten Produkte mit in den Friseurladen gebracht, auch mit Feedback und Unterstützung aus seinem Salon-Netzwerk. „Jedes Feedback hilft, egal ob gut oder schlecht“, betont Mostafa und ergänzt: „Wir haben dann einfach gemacht, es war viel try and error.“
Werbung mit Neymar, Messi und Co.
Draxler habe dabei aber auch das Feedback seiner prominenten Teamkollegen genutzt. Er habe die Produkte großzügig in der Kabine bei seinem damaligen Fußballclub Paris St. Germain verteilt. So kam es, dass Fußballgrößen wie Messi, Neymar und Sergio Ramos das Haarprodukt testen und nutzen durften. Was diese dazu gemeint hätten? „Sie haben es gefeiert und genutzt, der Stock in der Kabine war ziemlich schnell leer“, meint Julian Draxler im Gespräch mit Gründerszene.
Und da er laut eigener Aussage nicht der unbeliebteste in der Kabine gewesen sei, hätten ein paar Spieler sich dann sogar zu spontanen Werbefotos mit dem Produkt bereit erklärt. Draxler habe diese dann Mostafa geschickt, und so die erste Werbekampagne für ihre Marke gestartet. „Das hat uns sicherlich am Anfang auch geholfen, ein bisschen Bekanntheit zu generieren“, sagt Draxler im Gespräch.
Für einen Serverausfall hätte aber jemand anderes gesorgt: Elias Nerlich. Der bekannte deutsche Streamer hat neben anderen Creatorn auch bereits für das Produkt geworben und mit seiner Werbung kurzzeitig die Server lahmgelegt. Draxler: „Darauf waren wir in der Form nicht vorbereitet und es war schon spannend zu sehen, welche Power dahintersteckt. Die Kombi macht es am Ende vermutlich.“
Jahre des Bastelns, bis alles passte
Von der Idee 2017 bis zum finalen Produkt dauerte es viele Proben und rund vier Jahre, bis beide wirklich zufrieden waren. Dabei machten sie laut eigenen Aussagen Tausende Tests, Mostafa sei bei fünf deutschen Fabriken mit der Produktion gescheitert – es sei nicht möglich gewesen, eine ausreichende Qualität zu erreichen. Sie feilten an Geruch, Textur und Halt – mit dem Anspruch, ein Produkt zu entwickeln, das im Alltag genauso funktioniert wie unter Extrembedingungen im Profisport.
Lest auch
Die Zielgruppe ist dabei bewusst breit gedacht: vom ganz normalen Alltag bis hin zu sportlichen Belastungen. „Wie hält das? Riecht das richtig?“, habe Mostafa Draxler immer wieder gefragt. Irgendwann hätten beide dann kein Verbesserungspotenzial mehr gesehen.
Drogerie-Kampf und große Träume
Nachdem die Online-Verkäufe gut angelaufen seien, hätten die großen Drogerieketten zunächst gezögert. Verpackung und Formel hätten aus ihrer Sicht nicht gepasst. Inzwischen aber stehe Haarwald deutschlandweit in den Regalen aller großen Drogerien. Mostafa sagt: „90 Prozent der Leute kaufen unser Produkt wieder, wenn sie’s testen. Wir liefern echte Friseurqualität für die Drogerie-Märkte.“
Auch bei der Produktentwicklung sei das Startup konsequent vorgegangen. In der Gründungsphase hätten sie so günstig wie möglich produziert, weil die Kosten in der Pandemie stark gestiegen seien. Später seien Verpackung, Haptik und Formeln verbessert worden, unter anderem mit veganen und dermatologisch getesteten Produkten. Das sei bei den kleinen Bestellmengen zwar rund dreimal teurer gewesen und habe auf die Marge gedrückt, sei aber aus dem eigenen Umsatz finanziert worden. Draxler betont dabei: „Es ist alles bootstrapped!“
Für die Erstbestückung in den Drogerien erwarte Haarwald nun Umsätze im hohen sechsstelligen Bereich. Mit guten Abverkäufen wolle das Unternehmen Marktanteile sichern und möglichst schnell in den siebenstelligen Umsatz kommen.
Wie es sei, mit einem Fußballprofi zusammen zu gründen, fragen wir Mostafa noch. „Gut, wir haben voneinander gelernt“, sagt er. Die Freundschaft bilde dabei die Basis der Zusammenarbeit. Draxler sei durch das gemeinsame Projekt offener geworden, während Mostafa vor allem Geduld gelernt habe, meint er. Es sei aber etwas nervig, dass Draxler durch Training und Reisen oft schwer erreichbar sei. Dieser kontert trocken: „Unternehmer sein ist anstrengender als Fußballprofi. Meetings im Office sind für mich herausfordernder als das Training auf dem Platz.“
Digital Business & Startups
Riesen-Deal: Berliner Startup verkauft Firma für 750 Millionen
Das Unternehmen hinter Gutschein- und Rabattsoftware wird verkauft – für Mitgründer Christoph Gerber ist es bereits der zweite große Exit.
Einer der größten Deals der deutschen Startup-Szene steht fest: Das Berliner Unternehmen Talon One wird für etwa 750 Millionen Euro vom niederländischen Zahlungsdienstleister Adyen übernommen. Für Mitgründer Christoph Gerber ist es bereits der zweite große Mega-Deal.
Das 2015 von Gerber und Sebastian Haas gegründete Unternehmen hat sich auf Software spezialisiert, mit der Firmen Rabattaktionen, Gutscheine und Loyalty-Programme zentral steuern können. Nach eigenen Angaben nutzen inzwischen mehr als 300 Unternehmen weltweit die Plattform.
Für Gerber ist ein solcher Verkauf kein Neuland: Er war zuvor am Aufbau von Lieferando beteiligt, das 2014 an den damaligen Rivalen Takeaway verkauft wurde. Auch nach dem aktuellen Deal sollen die beiden Gründer im Unternehmen bleiben.
Digital Business & Startups
Warum dein Startup jetzt LLM-Sichtbarkeit messen muss
Startups, die jetzt ihre LLM-Sichtbarkeit messen und gezielt steuern, verschaffen sich einen Wettbewerbsvorteil – bevor die großen Budgets der Etablierten in diesen Kanal fließen. Der erste Schritt ist nicht teuer. Er kostet vor allem Aufmerksamkeit. Ein Gastbeitrag von Julian Gottke (blinq).
Große Unternehmen diskutieren noch in Gremien, während du schon ranken kannst. Ein Content Hub, einige Reddit-Posts, eine passende Content-Partnerschaft und etwas PR reichen, um bei den vier wichtigsten Prompts deiner Zielgruppe zu erscheinen.
1. Der Funnel hat sich verändert – merkst du es?
Der erste Berührungspunkt mit einer Marke war früher fast immer eine Google-Suche. Heute ist es zunehmend eine KI-Antwort. Kaufentscheidungen, Produktvergleiche, Software-Recherchen, all das beginnt für einen wachsenden Teil der Nutzerinnen und Nutzer mit einer Frage an ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews. Keine Liste mit zehn Links. Eine kuratierte Empfehlung.
Das Problem: Wer in dieser Antwort nicht auftaucht, verliert potenzielle Kunden, bevor der eigentliche Rechercheprozess überhaupt beginnt. Nicht wegen schlechter Produkte. Nicht wegen fehlendem Budget. Sondern weil KI-Systeme noch nie von diesem Unternehmen „gehört“ haben.
Das ist kein Zukunftsszenario. Es passiert gerade – in jeder Branche, in jedem Marktsegment. Und es trifft Startups besonders hart, weil sie in der Regel keine jahrelange digitale Präsenz mitbringen, auf die LLMs zurückgreifen können.
2. Warum das für Startups eine Riesenchance ist
Etablierte Unternehmen stecken in ihrer eigenen SEO-Geschichte fest. Neue Kanäle müssen durch Quartalsplanungen, Abteilungsabstimmungen und Freigabeprozesse. Bis ein Konzern eine GEO-Strategie (Generative Engine Optimization) beschlossen und umgesetzt hat, sind schnell mal 12 bis 18 Monate vergangen.
Startups können heute in vier Wochen testen, was große Marken in einem Jahr nicht umsetzen. Das ist der strukturelle Vorteil, den es zu nutzen gilt – jetzt, solange das Feld noch offen ist.
LLMs greifen auf öffentlich verfügbare Quellen zurück: Fachartikel, Reddit-Threads, PR-Erwähnungen, Blogs, Wikipedia. Wer früh die richtigen Quellen besetzt, gewinnt Sichtbarkeit – auch ohne ein hohes Budget.
Ein gezielter Content Hub mit fünf bis zehn Artikeln, die auf relevante Suchanfragen einzahlen, dazu zwei bis drei gut platzierte Beiträge in einschlägigen Reddit-Communities und einige Erwähnungen in Fachpublikationen – das reicht als Startpunkt. Nicht als Garantie, aber als solide Basis, die messbar wirkt.
3. Was du messen musst – die vier KPIs für Startups
Bevor du optimierst, musst du verstehen, wo du stehst. GEO-KPIs (Key Performance Indicators aus dem Bereich Generative Engine Optimization) machen sichtbar, wie präsent eine Marke in KI-Antworten ist, wie stark sie sich gegen Wettbewerber durchsetzt und mit welchen Botschaften sie verbunden wird.
Für Startups im frühen Stadium sind vor allem vier Metriken relevant:
Brand Visibility: Wirst du überhaupt genannt? Diese Kennzahl misst auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent, wie präsent eine Marke in KI-Antworten ist. Sie berücksichtigt, wie häufig die Marke erwähnt wird, an welcher Position sie in Aufzählungen erscheint und ob eigene Domains als Quelle referenziert werden. Ab 50 Prozent gilt eine Marke als sichtbar im KI-Raum. Das ist das erste Ziel.
Markenposition: Position eins oder zwei in einer KI-Antwort ist kein Zufall – sie prägt die Wahrnehmung entscheidend. Wer zuerst genannt wird, wirkt als Marktführer, unabhängig davon, ob das der Realität entspricht. Für Startups bedeutet das: Frühzeitig auf die vorderen Plätze zu kommen, ist wertvoller als später große Budgets für Sichtbarkeit auszugeben.
Top Produkte & Wettbewerb: Welche Anbieter gelten im KI-Raum aktuell als Marktführer in deinem Segment? Diese Benchmarking-Metrik zeigt, gegen wen du antrittst und wie groß der Abstand noch ist. Sie verhindert, dass Ressourcen in die falsche Richtung fließen.
Metriken wie Brand Dominance (wie stark man sich im direkten Wettbewerbsvergleich durchsetzt) oder Sentiment (Tonalität der Darstellung) werden im nächsten Schritt relevant, sobald die Grundsichtbarkeit steht. Erst wenn man überhaupt genannt wird, lohnt es sich zu fragen, wie man genannt wird.
4. Das ROI-Argument: 60 Euro Tool, vielfacher Return
Ein spezialisiertes GEO-Tool wie blinq kostet rund 60 Euro pro Monat. Es führt täglich Abfragen bei führenden KI-Systemen wie ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews (Gemini 3) durch und baut aus den wiederholten Ergebnissen eine statistisch belastbare Datenbasis auf.
Warum tägliche Wiederholung? Large Language Models variieren ihre Antworten. Eine einmalige Abfrage ist eine Momentaufnahme, keine Messung. Erst durch kontinuierliches Tracking entsteht ein zuverlässiges Bild der eigenen Position.
Wenn dein Produkt bei den drei bis vier wichtigsten Prompts deiner Zielgruppe regelmäßig genannt wird, übertrifft ein einziger gewonnener Kunde oder Auftrag den Monatsbeitrag des Tools um ein Vielfaches. Das gilt erst recht, solange Wettbewerber diesen Kanal noch ignorieren.
5. Der 30-Tage-Plan: So startest du konkret
GEO muss kein langjähriges Projekt sein. Der erste Schritt braucht vor allem eines: die Bereitschaft, jetzt anzufangen.
Woche 1 – Prompts identifizieren: Was fragt deine Zielgruppe ChatGPT, wenn sie nach einer Lösung wie deiner sucht? Vier bis sechs konkrete Prompts definieren – das sind die Suchbegriffe des KI-Zeitalters. Beispiele: „Welche Software eignet sich für automatisiertes Onboarding in SaaS-Startups?“ oder „Was sind die besten Tools für HR-Analytics in kleinen Unternehmen?“
Woche 2 – Baseline messen: GEO-Tool einrichten, Prompts aktivieren, erste Daten erheben. Wo steht das Startup heute? Wer dominiert das Feld? Diese Ausgangslage ist der Referenzpunkt für alles, was folgt.
Woche 3 – Content Hub aufbauen: Fünf Artikel schreiben, die exakt auf die identifizierten Prompts einzahlen – klar strukturiert, mit konkreten Antworten, ohne Marketingsprech. Ergänzend: zwei bis drei Beiträge in relevanten Reddit-Subreddits, die echten Mehrwert liefern und das Produkt natürlich erwähnen.
Woche 4 – PR-Kampagne: Drei bis fünf Erwähnungen in Fachpublikationen anstreben, die LLMs als vertrauenswürdige Quellen verwenden. Das können Gastartikel, Experteninterviews oder Produktrezensionen sein. Wichtig: Qualität der Quelle zählt mehr als Quantität.
Nach 30 Tagen: Messung mit der Baseline vergleichen. In den meisten Fällen sind erste Bewegungen sichtbar. Dann entscheidet die Datenlage, welcher Hebel als nächstes betätigt wird.
6. Fazit: Das Fenster ist offen, noch
GEO ist heute, was SEO im Jahr 2005 war: eine Disziplin, die wenige aktiv betreiben und deshalb enormes Potenzial für Early Movers bietet.
Startups, die jetzt ihre LLM-Sichtbarkeit messen und gezielt steuern, verschaffen sich einen strukturellen Wettbewerbsvorteil – bevor die großen Budgets der Etablierten in diesen Kanal fließen.
Der erste Schritt ist nicht teuer. Er kostet vor allem Aufmerksamkeit und die richtige Frage: Bei welchen vier Prompts muss mein Startup genannt werden?
Über den Autor
Julian Gottke ist Gründer und Geschäftsführer von blinq. Die Idee der Software entstand aus 10 Jahren Marketing- und Kommunikationsarbeit für Kunden wie Wolt, Klarna und die Berlin Brands Group. Leser:innen von deutsche startups erhalten auf blinq 10% mit dem Code ds10 (gilt bis zum 31. 12. 2026, nur für Neukunden).
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): Shutterstock
Digital Business & Startups
Humanoide Robotersoldaten – Startup testet sie im Ukraine-Krieg
Humanoide Roboter könnten eines Tages anstelle von Soldaten aus Fleisch und Blut einige der gefährlichsten Aufgaben im Krieg übernehmen – und ein Startup testet diese Idee bereits in der Ukraine.
Sankaet Pathak, Mitbegründer und CEO von Foundation, sagte, es gebe eine „moralische Verpflichtung“, humanoide Roboter an die Front zu schicken, anstatt sie „in Küchen“ zu stellen.
„Ich fand all diesen Kram rund um den Heimgebrauch irgendwie dumm“, sagte Pathak gegenüber Gründerszene. „Ich finde, die Leute können ihren Kaffee selbst kochen und ihre Wäsche zusammenlegen. Ich dachte mir: ‚Wir müssen etwas anderes machen.‘“
Lest auch
Fortschritte in der Drohnentechnologie und Robotik sind mittlerweile zentraler Bestandteil des Arsenals der modernen Kriegsführung und ermöglichen präzise Angriffe in großem Umfang und zu geringeren Kosten; diese Fähigkeit hat jedoch nicht immer zu sauberen, risikofreien Operationen geführt.
Im Zeitalter intelligenter Waffen und KI-gestützter, autonomer Systeme birgt die moderne Kriegsführung nach wie vor ein hohes Risiko für zivile Opfer, insbesondere in dicht besiedelten städtischen Gebieten.
Pathak sagte, der derzeitige Ansatz in der Kriegsführung sei oft „rohe Gewalt“, bei der entweder das Leben von Soldaten riskiert oder ein Gebäude zerstört werde, um ein einzelnes Ziel zu eliminieren.
Er glaubt, dass Humanoide in Zukunft „präzise“ Operationen durchführen könnten, wie zum Beispiel die Entführung eines Ziels. Kurzfristig könnten sie militärische Operationen wie Aufklärung und Logistik unterstützen.
Foundation gab bekannt, kürzlich einen Test durchgeführt zu haben, der den Weg für solche Missionen ebnen könnte.
Im Februar schickte das Startup zwei seiner Phantom-Roboter an einen nicht genannten Ort in der Ukraine für eine geschlossene Pilotdemonstration.
„Man hört Bomben explodieren. Man hört, wie der Strom ausfällt. Man befindet sich mitten in einem Kriegsgebiet“, sagte Pathak über den Besuch von Foundation in dem Land, das seit Jahren gegen eine russische Invasion kämpft. „Sobald man Kiew verlässt, sind die meisten Orte ein Schlachtfeld.“
Der CEO erklärte, der Phantom-Test habe sich ausschließlich auf die „Abholung von Nachschub“ konzentriert, um zu demonstrieren, dass zweibeinige Roboter effektiv „Nachschub von außen nach innen transportieren und verhindern können, dass ein Soldat beschossen wird“.
Es habe „großes Interesse an dem gegeben, was dem Unternehmen mitgeteilt wurde“, sagte Pathak. Ein Sprecher von Foundation erklärte, das Startup habe zudem einen Vertrag über 24 Millionen Dollar mit dem Pentagon abgeschlossen. Eric Trump, der Sohn des Präsidenten, wurde im März zum Chefstrategen ernannt.
Humanoide Truppen sind noch nicht einsatzbereit
Pathak sagte, er wolle das Pilotprojekt in der Ukraine nicht „überbewerten“. Es bestehe nach wie vor eine große Lücke zwischen einem Humanoiden, der langsam eine Testküche reinigen kann, und einem, der auf dem Schlachtfeld im Feuergefecht einen M4-Karabiner einsetzen kann.
Die Batterielaufzeit und die Haltbarkeit gehören zu den Einschränkungen. Pathak sagte, Robotersoldaten bräuchten eine längere Batterielaufzeit und müssten Wasser, Staub und Stößen standhalten.
Zuverlässige Manipulation – die Fähigkeit eines Roboters, einen Gegenstand aufzunehmen und etwas damit zu tun, wie zum Beispiel den Abzug eines Gewehrs zu betätigen – bleibt ebenfalls ein großes technologisches Hindernis.
„Derzeit besteht die große technische Hürde darin, eine hochgeschickte Hand zu bauen, die zuverlässig und einfacher herzustellen ist, nicht zu massiv und nicht zu teuer“, sagte Pathak.
Der CEO gab ehrgeizige Prognosen zur Bewältigung dieser Herausforderungen ab und erklärte, dass die wichtigsten technischen Hürden innerhalb weniger Jahre überwunden werden könnten und dass humanoide Roboter innerhalb von fünf bis zehn Jahren komplexe Missionen wie die Zielerfassung durchführen könnten.
Roboter sollen Erlaubnis von Menschen bekommen, bevor sie andere Menschen töten
Über die technischen Fragen hinaus sind auch ethische Dilemmata im Zusammenhang mit autonomen Waffen zu berücksichtigen, darunter Bedenken hinsichtlich der Verantwortlichkeit, wenn Menschen nicht mehr in den Entscheidungsprozess eingebunden sind.
Pathak sagte, dass es zwar keine einfache Grenze gebe, die man um Autonomie ziehen könne, man aber unter normalen Umständen „wahrscheinlich einen Menschen im Regelkreis haben wolle, bevor irgendeine Art von Tötungsaktion ausgelöst wird“. Viele westliche Streitkräfte haben dies angesichts der rasanten technologischen Fortschritte bei künstlicher Intelligenz und autonomen Systemen zu einer Priorität gemacht, auch wenn das Ausmaß weiterhin aktiv diskutiert wird.
Lest auch
„Wenn man also tatsächlich eine Waffe abfeuern muss, braucht man einen Menschen, der das wirklich genehmigt, was heute auch bei Drohnen der Fall ist“, sagte er. „Aber auch in diesen Fällen gibt es Ausnahmen, wie zum Beispiel eine Anti-Drohnen-Kanone oder das Iron Dome-System. Bei diesen kann man nicht auf menschliche Reaktionszeiten warten, da die Alternative eine 100-prozentige Gewissheit des Todes ist.“
Wettrennen um KI-Waffen
Die Verteidigungsindustrie insgesamt treibt Robotik und autonome Waffen als eine Frage der nationalen Sicherheit voran. Palmer Luckey, Mitbegründer von Anduril, hat wiederholt erklärt, dass die Vereinigten Staaten China bei KI-Waffen voraus sein müssen. Der oberste US-Admiral im Pazifik sagte diese Woche, dass der Vorsprung der USA gegenüber China bei der KI-Technologie bestenfalls nur sechs Monate bis ein Jahr betrage.
Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen hat sich Foundation besonders deutlich zum Einsatz von Humanoiden auf dem Schlachtfeld geäußert.
„Mut ist ein knappes Gut“, sagte Pathak und argumentierte, dass in China keine vergleichbare Debatte über militärische Humanoide geführt werde und dass die USA, Europa und ihre Verbündeten wachsam sein müssten. „Wenn man eine Utopie aufbaut“, sagte er, „muss man in der Lage sein, sie zu verteidigen.“
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test – Akku, WLAN, LTE & Solar
-
Social Mediavor 2 MonatenCommunity Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast
-
Social Mediavor 3 MonatenCommunity Management zwischen Reichweite und Verantwortung
-
UX/UI & Webdesignvor 3 MonatenEindrucksvolle neue Identity für White Ribbon › PAGE online
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenSmartphone‑Teleaufsätze im Praxistest: Was die Technik kann – und was nicht
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenCommunity-Protest erfolgreich: Galera bleibt Open Source in MariaDB
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenIntel Nova Lake aus N2P-Fertigung: 8P+16E-Kerne samt 144 MB L3-Cache werden ~150 mm² groß
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenBlade‑Battery 2.0 und Flash-Charger: BYD beschleunigt Laden weiter
