Künstliche Intelligenz
Over-Ear-Kopfhörer Nothing Headphone A: Rekord-Akku & tolles ANC für 159 Euro
Nothing bringt mit dem Headphone A eine günstigere Variante seines transparenten Over-Ear-Kopfhörers. Weniger Alu, mehr Akku – und ein Preis, der die Konkurrenz nervös machen dürfte.
Nothing hat mit dem Nothing Headphone 1 (Testbericht) bewiesen, dass der Smartphone-Hersteller auch Kopfhörer kann. Jetzt folgt die budgetfreundliche Variante: Der Nothing Headphone A kostet mit 159 Euro ziemlich genau die Hälfte der UVP des Flaggschiffs und verzichtet dafür auf Aluminium-Gehäuse, KEF-Tuning und Head-Tracking. Dafür gibt es eine geradezu absurde Akkulaufzeit von bis zu 135 Stunden und 19 Gramm weniger auf dem Kopf.
Die Frage ist: Wie viel Headphone 1 steckt wirklich im kleinen Bruder – und reicht das, um gegen etablierte Mittelklasse-Konkurrenten wie den Earfun Tune Pro (Testbericht) für 80 Euro zu bestehen? Wir machen den Test.
Design
Nothing bleibt sich treu: Auch der Headphone A setzt auf das charakteristische Transparent-Design mit sichtbaren inneren Komponenten hinter rechteckigen Fensterbereichen. Optisch ähnelt er dem Headphone 1 deutlich – man erkennt die Verwandtschaft sofort. Der Unterschied liegt im Material: Statt Aluminium kommt beim A weitgehend Kunststoff zum Einsatz, auch beim Bügel. Das spart Gewicht und Kosten, nimmt dem Kopfhörer aber etwas von der Premium-Anmutung des großen Bruders. Der schicke Kontrast zwischen matten und glänzenden Kunststoff-Elementen sorgt trotzdem für eine ansprechende Optik.
Erhältlich ist der Headphone A in Schwarz, Weiß, Pink und als limitierte Edition in Gelb. Die Farben beschränken sich dabei hauptsächlich auf die runden Kappen an den Ohrmuscheln – der Rest bleibt weiß-grau. Nur beim schwarzen Modell ist auch der Rest schwarz.
Nothing Headphone A Bilder
Verarbeitung
Die Verarbeitung überzeugt für die Preisklasse. Trotz des fast vollständigen Kunststoff-Einsatzes klappert nichts, die Scharniere sind mit etwas Metall verstärkt. IP52-Schutz gegen Staub und Spritzwasser macht den Kopfhörer schweiß- und spritzwassergeschützt – ein Vorteil gegenüber dem Sony WH-1000XM6 (Testbericht), der nach wie vor ohne IP-Rating auskommen muss.
Beim Gleit-Mechanismus des Kopfbügels zeigt sich allerdings der Preisunterschied zum Flaggschiff: Er hakelt etwas und gleitet spürbar weniger geschmeidig. Die Ohrmuscheln drehen sich um 90 Grad für die Nacken-Trageposition, zusammenklappen lassen sie sich nicht.
Das mitgelieferte Etui ist ein einfacher Stoffbeutel aus recyceltem Material mit Innentrenner. Funktional, aber weit entfernt vom Hartschalen-Case des Headphone 1. Wer seinen Kopfhörer im Rucksack vor Druckstellen schützen will, sollte sich nach einer Alternative umsehen.
Komfort
Mit 310 Gramm ist der Headphone A spürbar leichter als sein großer Bruder. Erstaunlich, was knapp 20 Gramm weniger ausmachen können – bei langen Sessions fällt der Unterschied auf. Die großen, tiefen Memory-Foam-Ohrpolster mit atmungsaktivem Bezug bieten reichlich Platz, auch für größere Ohren. Der Anpressdruck ist ausgewogen: fest genug, um beim Gehen oder leichtem Laufen nicht zu verrutschen, aber nicht so stark, dass nach einer Stunde der Schädel protestiert. Offenbar hat Nothing aus der Kritik am hohen Anpressdruck des Headphone 1 gelernt. Ein Nachteil fällt allerdings auf: Der Headphone A besitzt keine Trageerkennung. Wer den Kopfhörer abnimmt, muss die Wiedergabe manuell pausieren.
Nothing Headphone A Pics
Technische Spezifikationen
Im Nothing Headphone A arbeiten 40-mm-Treiber – ohne die KEF-Abstimmung des Flaggschiffs. Bluetooth 5.4 sorgt für eine stabile und effiziente Funkverbindung mit Multipoint-Unterstützung für zwei Geräte gleichzeitig, dazu kommen Google Fast Pair und Microsoft Swift Pair für schnelles Koppeln.
Bei den Codecs stehen SBC, AAC und LDAC zur Verfügung, wobei LDAC zunächst in der App aktiviert werden muss. Damit ist der Over-Ear-Kopfhörer Hi-Res-Audio-Wireless zertifiziert. Einen 3,5-mm-Klinkenanschluss gibt es ebenfalls. Das ANC reduziert Umgebungsgeräusche um bis zu 40 dB. Drei Mikrofone kümmern sich um Telefonate. Statisches Spatial Audio erweitert die Klangbühne, allerdings ohne das Head-Tracking des Headphone 1. Ein Low-Lag-Modus für Gaming aktiviert sich bei Nothing-Phones automatisch, bei anderen Smartphones über die App.
Bedienung und App des Nothing Headphone A
Nothing übernimmt das hervorragende Bedienkonzept des Headphone 1 – und das ist eine der besten Entscheidungen, die der Hersteller treffen konnte. Der Roller regelt Lautstärke, startet und pausiert die Wiedergabe und wechselt den ANC-Modus. Das Paddle springt zwischen Tracks und spult bei längerem Halten vor oder zurück. Ein separater Button ruft den Sprachassistenten auf oder lässt sich benutzerdefiniert belegen.
Die unterschiedlichen Formen und Materialien der Bedienelemente machen die Steuerung selbsterklärend. Innerhalb weniger Minuten sitzt jeder Handgriff blind – es macht richtig Spaß, an den Bedienelementen herumzuspielen. Das ist eine der besten Kopfhörerbedienungen am Markt, deutlich präziser und frustfreier als die Touch-Flächen, mit denen sich etwa der Bose QuietComfort Ultra (Testbericht) oder der Dyson Ontrac (Testbericht) herumschlagen. Alle Bedienelemente lassen sich über die App individuell anpassen.
Nothing Headphone A Screenshot
Die Nothing X App zeigt sich im typischen Nothing-Stil: minimalistisch, optisch ansprechend und trotz umfangreicher Funktionen gut bedienbar. Der 8-Band-Equalizer ermöglicht Feinjustierung mit eigenen Presets und Community-Downloads – eine clevere Funktion, die den Zugang zu bewährten Klangprofilen anderer Nutzer eröffnet.
Weitere Features umfassen räumliches Audio mit Konzert- und Theatermodus, Bass Enhance, Low-Lag-Modus und Multipoint-Verwaltung. Was fehlt, ist eine akustische Anpassung an das eigene Hörvermögen, wie sie etwa der JBL Tour One M3 mit Personi-Fi 3.0 bietet. Gerade bei einem Kopfhörer, der vom EQ-Tuning profitiert, wäre ein automatischer Hörtest ein willkommenes Extra gewesen.
Klangqualität und ANC
Die 40-mm-Treiber des Nothing Headphone A liefern einen basslastigen, energiegeladenen Sound mit präsenten Höhen und etwas zurückhaltenden Mitten. In der Standardeinstellung drückt der Bass kräftig – wer den Bass Enhancer hochdreht, riskiert allerdings, dass die tiefen Frequenzen die Mitten überlagern. Die Höhen können bei manchen Tracks, etwa lauten Gitarren oder Chören, scharf und etwas schleifend wirken. Basslastige Genres wie Hip-Hop oder elektronische Musik profitieren am stärksten von der hauseigenen Abstimmung.
Die gute Nachricht: Mit aktiviertem LDAC und einem Custom-EQ über den 8-Band-Equalizer verwandelt sich der Klang in ein deutlich ausgewogeneres und detaillierteres Erlebnis. Die Community-EQ-Presets in der App können dabei als Startpunkt dienen. Dabei ist die Klangbühne von Haus aus nicht riesig, lässt sich über den Equalizer und die Spatial-Audio-Modi (Konzert und Theater) aber spürbar vergrößern. Auch bei hoher Lautstärke bleibt der Sound verzerrungsfrei. Für kritische Hörer ist die EQ-Anpassung allerdings Pflicht – ohne sie bleibt der Klang unspektakulär.
Im Vergleich zum Headphone 1 fehlt dem A die Klarheit und Schichtung des KEF-getunten Klangs, und der Sony WH-1000XM5 (Testbericht) klingt insgesamt luftiger. Für 159 Euro ist die Klangqualität aber überzeugend.
Das Hybrid Adaptive ANC reduziert Umgebungsgeräusche um bis zu 40 dB – zwei Dezibel weniger als beim Headphone 1. In der Praxis hören wir im direkten Vergleich kaum einen Unterschied zwischen den beiden Modellen. Konstante tiefe Frequenzen wie Motorenbrummen oder Klimaanlagen werden gut gedämpft, bei Stimmen und klirrendem Geschirr dringt allerdings einiges durch.
Im Vergleich zur ANC-Elite – dem Sony WH-1000XM6, Bose QuietComfort Ultra oder JBL Tour One M3 – fehlt dem Headphone A die letzte Konsequenz bei mittleren und hohen Frequenzen. Das ist bei einem Kopfhörer für 159 Euro aber erwartbar. Der Transparency-Modus leitet Umgebungsgeräusche ordentlich durch. Die Telefonqualität ist okay, mehr aber auch nicht. Wer regelmäßig telefonieren will, sollte zu anderen Kopfhörern greifen.
Akku
Beim Akku spielt der Nothing Headphone A in einer eigenen Liga. Der 1060-mAh-Akku liefert bis zu 135 Stunden Musikwiedergabe ohne ANC bei AAC-Codec und 50 Prozent Lautstärke. Mit aktiviertem ANC sind es noch 75 Stunden, mit dem bandbreitenhungrigen LDAC-Codec 90 Stunden ohne beziehungsweise 62 Stunden mit ANC. Diese Werte übertreffen den ohnehin schon ausdauernden Headphone 1 massiv und stellen selbst den Earfun Tune Pro mit seinen 120 Stunden in den Schatten. Für Reisende, die tagelang ohne Steckdose auskommen müssen, ist der Headphone A ein Traum.
Die Schnellladefunktion überzeugt ebenfalls: Fünf Minuten Laden reichen für 8 Stunden ohne ANC beziehungsweise 5 Stunden mit ANC, eine Vollladung dauert rund zwei Stunden via USB-C.
Preis: Was kostet der Nothing Headphone A?
Der Nothing Headphone A kostet zum Marktstart etwa 160 Euro.
Fazit
Der Nothing Headphone A ist ein cleverer Kompromiss. Nothing streicht Aluminium, KEF-Tuning und Head-Tracking – und spart damit die Hälfte des Preises ein. Dafür gibt es eine Akkulaufzeit, die ihresgleichen sucht, das markante Transparent-Design und eine der besten physischen Bedienungen am Markt.
Klanglich muss man den Equalizer bemühen, um das volle Potenzial zu entfalten, und das ANC erledigt seinen Job solide, ohne die Spitzenklasse zu erreichen. Die fehlende Trageerkennung ist in dieser Preisklasse verzeihbar. Für 159 Euro bekommen Käufer einen charakterstarken Kopfhörer mit erstaunlich viel Ausstattung – wer das Nothing-Design liebt, aber keine 299 Euro ausgeben möchte, findet im Headphone A einen würdigen Einstieg.
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Kia EV3 AWD: Mehr Leistung und Allradantrieb für das Kompakt-SUV
Der Kia EV3 hat es aus dem Stand geschafft, ein ernsthafter und damit auch erfolgreicher Konkurrent für VW ID.3 (Test) oder den technisch ähnlichen Skoda Elroq (Test) zu werden. Ab sofort bietet Kia sein kompaktes Elektroautomodell auch mit höherer Leistung und Allradantrieb an.
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(Bild: Florian Pillau )
Die AWD-Version ist mit 195 statt der 150 kW des Synchronmotors im bisher erhältlichen Fronttriebler deutlich kräftiger durch die einfache Addition eines zusätzlichen Heckmotors mit 45 kW. Das Gesamtdrehmoment steigt auf 385 Nm. Damit erreicht der Kia EV3 AWD Tempo 100 in 6,6 statt bisher in 7,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit für alle EV-3-Modelle bleibt bei 170 km/h.

Der Kia EV3 AWD darf die doppelte Anhängelast ziehen.
(Bild: Florian Pillau / heise Medien)
Allrad nur mit großem Akku
Serienmäßig bekommt der Kia EV3 AWD die große Batterie mit 81,4 kWh und erreicht so laut Katalog eine Reichweite im WLTP von bis zu 597 Kilometer. Der Akku des neuen EV3 AWD soll unter günstigsten Bedingungen in rund einer halben Stunde von 10 auf 80 Prozent schnellzuladen sein. Die serienmäßige Batterievorkonditionierung für alle Ausführungen stellt sicher, dass diese Werte auch bei Kälte nicht zu weit in den Keller gehen. Ihr Vorteil ist eine zusätzliche manuelle Funktion, sie arbeitet also nicht nur – wie leider in vielen anderen E-Autos – wenn eine Ladesäule als Ziel im Routenplaner eingegeben ist.

Die Erscheinung bleibt auch beim Allradmodell unverwechselbar. Kia steht zur Kante.
(Bild: Florian Pillau / heise Medien)
Als neue Option – nicht nur für den Allradler – bietet Kia einen 22-kW-Wechselstromlader an, allerdings erst ab der Ausstattungslinie „Earth“. Damit soll die große Batterie im AWD oder in den FWD-Modellen in knapp unter vier Stunden von 10 auf 100 Prozent laden. Bei dem nur in den Fronttrieblern erhältlichen 58,3-kWh-Akku soll das knapp drei Stunden dauern. Mit dem serienmäßigen 11 kW-Ladegerät sind es 7:15 respektive 5:20 Stunden.
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1,5 Tonnen Anhängelast
Ein ganz handfester Vorteil des Allradmodells ist neben den verbesserten Fahrleistungen und einer überlegenen Traktion auch die gegenüber dem Fronttriebsmodell (Test) verdoppelte Anhängelast von bis zu 1,5 Tonnen. Die AWD-Ausführung ist sowohl in der Ausstattungslinie „Earth“ als auch für die sportlich positionierte GT-Line erhältlich. Diese bieten eine reichhaltige Ausstattung mit Assistenz- und Komfortfunktionen und, besonders erwähnenswert, auch eine Wärmepumpe und ein Glasschiebedach mit Öffnungsfunktion.
Zum Ausstattungsangebot des EV3 kommen zum Modelljahr 2027 außer dem Allradantrieb und dem 22-kW-Lader unter anderem noch eine neigungsverstellbare Rückbanklehne. Der EV3 Earth kostet als Allradler ab 46.880 Euro, der EV3 GT-Line mit AWD ab 51.190 Euro. Die Auslieferungen des neuen Modelljahrgangs inklusive der neuen Allradversionen beginnen im Juli dieses Jahres. Inbegriffen sind eine siebenjährige Herstellergarantie und acht Jahre oder 160.000 km Batteriegarantie. Für den Fronttriebler nennt Kia einen unveränderten Einstiegspreis von 35.990 Euro für die Basisversion „Air“ mit 58,3-kWh-Akku (Test) und einer Reichweite von bis zu 436 Kilometern.
Mehr über die Marke Kia
(fpi)
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Phishing-Urteil aus Koblenz: Kein Leichtsinn bei täuschend echtem Bankanruf
Das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz hat die Rechte von Bankkunden im Kampf gegen professionelles Phishing im Internet gestärkt. Es hatte zu klären, wann Nutzer von Online-Banking bei einem Betrugsszenario so unvorsichtig handeln, dass sie ihren Anspruch auf Erstattung des Schadens gegen die Bank verlieren. Die Richter stellten in einem heise online vorliegenden Urteil vom 17. April klar, dass selbst das Anklicken von Links in SMS und die Eingabe von Transaktionsnummern (TAN) in ein Browser-Formular der Home-Banking-Anwendung nicht automatisch den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit rechtfertigen (Az.: 8 U 682/24).
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Die drei gebündelten Fälle, über die das OLG nun in zweiter Instanz entschied, verdeutlichen die Professionalität moderner Betrüger. Dem hauptsächlich betroffenen Kunden der Sparkasse Westerwald-Sieg war am Telefon von einem angeblichen Mitarbeiter der Technik-Abteilung vorgespiegelt worden, er müsste sein Sicherheitsverfahren von Chip-TAN auf Push-TAN umstellen. Der Anrufer nutzte dabei „Call-ID Spoofing“, wodurch auf dem Telefondisplay des Betroffenen die echte Rufnummer ihrer Sparkasse erschien. Da dem Anrufer zudem diverse persönliche Daten des Kunden bekannt waren, schöpfte dieser keinen Verdacht und folgte den Anweisungen.
Im Zuge des Telefonats generierte der Kunde, dessen beiden Konten im Rahmen eines sogenannten Multibanking online zusammengeschlossen waren, zwar eine Transaktionsnummer mit seinem Chip-TAN-Generator und gab diese im Online-Banking-Portal ein. Er teilte die TAN aber nach eigenen Angaben dem Anrufer nicht mündlich mit. Kurz darauf erfolgten mehrere Echtzeit-Überweisungen ins Ausland, durch die insgesamt über 56.000 Euro von den zwei Konten der Kläger verschwanden. Während das Landgericht Koblenz in erster Instanz noch eine grobe Fahrlässigkeit des Kunden bejaht hatte, korrigierte das OLG diese Sichtweise jetzt grundlegend.
Die Rolle technischer Gutachten
Entscheidend für den Ausgang des Berufungsverfahrens war ein IT-Sachverständigengutachten. Die Bank hatte behauptet, der Kunde müsse den Tätern einen speziellen Freischaltcode aktiv übermittelt haben, da dieser technisch zwingend für die Verknüpfung der Push-TAN-App auf dem Täter-Handy notwendig gewesen sei. Der Gutachter widerlegte dies aber: Bei dem genutzten Verfahren werde der Freischaltcode unmittelbar in der App auf dem Endgerät angezeigt, das verknüpft werden soll – in diesem Fall also direkt auf dem Handy der Betrüger. Der Kunde habe diesen Code somit gar nicht sehen und folglich auch nicht grob fahrlässig weitergeben können.
Der 8. Zivilsenat betont, dass grobe Fahrlässigkeit nur dann vorliegt, wenn die erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt wird und dabei einfachste Überlegungen nicht angestellt werden. In einer Überrumpelungssituation durch professionelle Täter, die echte Bankdaten nutzen und Rufnummern fälschen, könne dem Kunden ein solch schwerer Vorwurf nicht gemacht werden. Auch das Anklicken eines Links in einer SMS der Bank, die im Rahmen des regulären Umstellungsprozesses automatisiert versandt wurde, sei nicht pflichtwidrig. Dies entspreche vielmehr der bestimmungsgemäßen Nutzung.
Signalwirkung für Bankkunden
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Die zweite Instanz unterstreicht in dem von der Kanzlei Ilex Rechtsanwälte für die Kläger erwirkten Urteil auch die Pflicht von Banken, unautorisierte Zahlungen gemäß Paragraf 675u Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) zu erstatten. Dies gilt zumindest, wenn den Finanzinstituten kein Nachweis eines grob fahrlässigen Verhaltens gelingt. Die Beweislast liegt hier demnach vollumfänglich beim Zahlungsdienstleister. Für Nutzer von Online-Banking bringt das Urteil mehr Rechtssicherheit: Solange Sicherheitsmerkmale nicht aktiv und leichtfertig an Dritte offenbart werden, bleibt der Schutz vor den finanziellen Folgen von Cyber-Kriminalität bestehen.
Die Sparkasse verdonnerte das OLG zur vollständigen Rückbuchung der Beträge nebst Zinsen. Eine Revision zum Bundesgerichtshof ließ es nicht zu. Die Beklagte könnte dagegen höchstens noch Beschwerde einreichen. Das Urteil zeigt so, dass die Justiz teils die technische Komplexität von Betrugsmaschen berücksichtigt und die Verantwortung nicht nur bei den Kunden ablädt, die mit immer raffinierteren Phishing-Methoden konfrontiert werden. Voriges Jahr hatte das Landgericht Rostock andererseits entschieden: Nutzer, die aufgrund einer manipulierten E-Mail bei einem Phishing-Angriff Geld auf ein falsches Konto überweisen, müssen Ansprüchen des Rechnungsstellers trotzdem nachkommen.
(mki)
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Gerücht: iPhone 20 mit nahezu rahmenlosem Samsung-OLED und neuer Displaytechnik
Apple überarbeitet nach Angaben eines chinesischen Leakers das Display des kommenden iPhones grundlegend: Zum 20-jährigen iPhone-Jubiläum im Jahr 2027 soll das sogenannte iPhone 20 ein vierseitig gekrümmtes OLED-Panel erhalten, das nahezu randlos wirkt. Das berichtet der chinesische Leaker Digital Chat Station im sozialen Netzwerk Weibo.
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Laut den bei MacRumors zusammengetragenen Informationen handelt es sich um ein „Micro-Curve“-Design, bei dem alle vier Kanten des Displays eine flache Krümmung aufweisen. Anders als bei sogenannten Waterfall-Displays, die stark an den Seiten abfallen, soll die Krümmung beim iPhone 20 dezent ausfallen und lediglich den Eindruck eines rahmenlosen Geräts vermitteln. Digital Chat Station beschreibt das Panel als „vierseitig subtil mikrogekrümmt“ und ohne Polarisationsschicht.
Samsung fertigt das Panel mit COE-Technik
Samsung soll das OLED-Panel exklusiv für Apple fertigen. Dabei kommt offenbar die sogenannte COE-Technologie (Color Filter on Encapsulation) zum Einsatz, bei der die Farbfilter direkt auf die Verkapselungsschicht aufgebracht werden. Der entscheidende Unterschied zu aktuellen iPhone-Displays: Die Polarisationsschicht entfällt komplett. Bei herkömmlichen OLEDs blockt der Polarisator mehr als die Hälfte des emittierten Lichts, um Reflexionen zu reduzieren. Ohne diese Schicht kann das Display bei gleichem Energieverbrauch deutlich heller leuchten und wird zudem dünner. Ergänzend sollen eine Lichtdiffusionsschichtt für gleichmäßige Ausleuchtung und eine verbesserte Anti-Reflex-Beschichtung zum Einsatz kommen.
Technisch birgt die Kombination aus Micro-Curve und fehlender Polarisationsschicht allerdings Risiken. Die Krümmung an den Kanten erhöht die Empfindlichkeit für unbeabsichtigte Toucheingaben – ein Problem, das von anderen Smartphones mit gebogenen Displays bekannt ist. Der fehlende Polarisationsfilter kann zudem zu Problemen bei den Touch-Signalen führen, etwa durch elektromagnetische Störungen oder Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeit. Spezialisierte Touch-Controller wären nötig, um eine stabile Erkennung zu gewährleisten. Auch die Bruchanfälligkeit an den Kanten dürfte höher ausfallen als bei flachen Panels.
Jony Ives Vision einer Glasscheibe
Apples ehemaliger Designchef Jony Ive hatte einst die Vision eines iPhones, das wie ein einzelnes Stück Glas in der Hand wirkt. Ein nahezu randloses Display ohne sichtbare Einfassungen käme diesem Ideal sehr nahe. Ob Apple für 2027 auch die Frontkamera und Face ID unter das Display verlegen kann, ist allerdings fraglich. Analyst Ross Young rechnet mit Under-Display-Face-ID bereits ab 2026 in ersten iPhones; ein vollständig notch-freies, randloses Gerät ohne jede Aussparung hält er hingegen erst ab rund 2030 für realistisch – möglicherweise behält das iPhone 20 daher noch eine Aussparung im Display.
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Digital Chat Station ist ein auf Weibo aktiver Leaker mit mehr als drei Millionen Followern und Kontakten in die chinesische und koreanische Zuliefererindustrie. Seine Vorhersagen zu Displaytechnologien und faltbaren Geräten gelten in der Branche als oft zutreffend, wenngleich er nicht die Trefferquote von Analysten wie Mark Gurman oder Ross Young erreicht.
2026 erstmal das Foldable
Bevor das iPhone 20 an der Reihe ist, steht für Apple zunächst das Jahr 2026 im Vordergrund. Im Herbst soll mit dem iPhone Ultra das erste faltbare iPhone erscheinen – ebenfalls mit Samsung-OLED und zu Preisen ab rund 2000 US-Dollar. Sollte Apple beim iPhone 20 tatsächlich ein Jubiläumsmodell mit besonderer Ausstattung planen, wäre das nicht ohne Vorbild: Zum zehnjährigen Jubiläum hatte Apple 2017 mit dem iPhone X einen deutlichen Designsprung vollzogen und erstmals auf ein nahezu rahmenloses OLED-Display gesetzt. Tim Cook sprach seinerzeit vom Beginn einer neuen Dekade.
(mki)
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