Datenschutz & Sicherheit
Patchday: Adobe schließt mehr als 50 Lücken in After Effects & Co.
Angreifer können an mehreren Sicherheitslücken unter anderem in Adobe After Effects, Connect und Premiere Pro ansetzen. Im schlimmsten Fall kann es zur Ausführung von Schadcode kommen. Sicherheitspatches sind verfügbar. In den Warnmeldungen des Softwareherstellers gibt es zurzeit keine Hinweise auf Angriffe.
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Mehrere Ansatzpunkte für Angreifer
Am gefährlichsten ist der Einstufung zufolge eine Schadcode-Lücke (CVE-2026-34659 „kritisch“) in Connect. Darüber können Angreifer Schadcode ausführen. Damit das klappt, muss der Beschreibung der Schwachstelle zufolge ein Opfer auf einen von einem Angreifer präparierten Link klicken. Davon sind macOS und Windows betroffen. Die Entwickler versichern, das Sicherheitsproblem in Connect Desktop Application 2026.01.39 (macOS) und 2026.3.125 (Windows) gelöst zu haben.
Die höchste Patchpriorität gilt für 15 Lücken in Adobe Commerce. Hier können Angreifer etwa Sicherheitsmechanismen umgehen oder DoS-Zustände und somit Abstürze auslösen. After Effects ist über vier Schadcode-Lücken angreifbar. Auch die verbleibenden Anwendungen sind primär für Schadcodeangriffe anfällig. Dementsprechend sollten Admins die Sicherheitsupdates zeitnah installieren, um möglichen Attacken vorzubeugen.
Sicherheitsupdates jetzt installieren
Weil die Auflistung der reparierten Ausgaben der Adobe-Anwendungen den Rahmen dieser Meldung sprengt, sollten Admins die unterhalb dieses Beitrags verlinkten Warnmeldungen von Adobe studieren. Dort finden sich neben den bedrohten und abgesicherten Versionen auch Informationen zu den geschlossenen Softwareschwachstellen.
Liste nach Patchpriorität absteigend sortiert:
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(des)
Datenschutz & Sicherheit
Angriff umgeht BitLocker mittels Windows Recovery Environment
Microsoft hat Windows mit dem BitLocker eine Laufwerksverschlüsselung verpasst, die auch physischen Angriffen standhalten soll, also auch die Fälle abfangen soll, bei denen etwa Geräte geklaut werden. Immer wieder werden jedoch Schwachstellen bekannt, etwa durch Auslesen der Secrets im TPM des Rechners. Eine weitere aktuell weitreichend funktionierende Variante setzt auf die Windows Recovery Environment (WinRE).
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Microsoft selbst hat zuletzt im Mai 2025 mit „BitUnlocker“ derartige Attacken über WinRE dokumentiert – und Updates veröffentlicht, die davor eigentlich schützen sollen. IT-Forscher von Intrinsec haben nun einen Weg entdeckt, mit dem sich der Schutz abermals aushebeln lässt, wieder mittels WinRE. Für die Praxisrelevanz der Angriffe ist wichtig zu wissen: Zum Aushebeln der BitLocker-Verschlüsselung ist physischer Zugriff nötig.
BitUnlocker-Angriffe
Die von Microsoft vorgestellte Angriffskette startet laut der IT-Forscher damit, dass der Boot-Manager das System Deployment Image (SDI) und die darin referenzierte WIM-Datei (Windows Image Format) lädt und die Integrität der WIM prüft. Durch das Hinzufügen einer weiteren WIM im Blob-Table prüft der Boot-Manager die erste WIM-Datei, lädt aber ungeprüft die zweite, die von Angreifern kontrolliert wird. Die zweite WIM enthält ein WinRE-Image, das eine cmd.exe-Datei starten kann, die bei Ausführung Zugriff auf das entschlüsselte BitLocker-Laufwerk ermöglicht. BitLocker wurde im weitreichend eingesetzten Auto-Unlock-Mode beim Start durch die bestandene Prüfung entsperrt (CVE-2025-48804, CVSS 6.8, Risiko „mittel“).
Im Juli 2025 hat Microsoft aktualisierte Boot-Manager verteilt, die das Problem lösen sollen. Der ist mit den PCA-2011- oder CA-2023-Secure-Boot-Zertifikaten signiert. Das nun gefundene Sicherheitsleck besteht darin, dass Secure Boot lediglich das Zertifikat einer Binärdatei prüft, jedoch nicht ihre Version. So lässt sich eine anfällige „bootmgfw.efi“-Datei vor dem Sicherheitsupdate starten, die mit dem PCA-2011-Zertifikat signiert ist – die ist aus Secure-Boot-Sicht genauso gültig wie die gepatchte Fassung.
Die Secure-Boot-Zertifikate lassen sich nicht einfach so zurückziehen, das wird auch gerade bei dem Auslaufen der alten 2011er-Zertifikate sichtbar. Microsoft müht sich redlich, die Zertifikate zu aktualisieren und liefert insbesondere für Admins in Unternehmensnetzen auch reichlich Hilfestellung, damit das Upgrade zügig erfolgen kann. Solange diese aktualisierten Zertifikate nicht verteilt und die veralteten Zertifikate zurückgezogen wurden, ist ein Angriff mit einem veralteten Boot-Manager (Downgrade-Attacke) möglich. Die IT-Forscher stellen auf GitHub auch einen Proof-of-Concept (PoC) bereit, der die Schwachstelle demonstriert. Der Angriff benötigt nur Minuten und kein komplexes Equipment, sondern etwa lediglich einen USB-Stick und physischen Zugriff.
Um den Schutz vor derartigen Angriffen zu verbessern, empfehlen die IT-Sicherheitsforscher, die Funktion der PIN-Abfrage beim Start zu aktivieren – das verhindert die meisten BitLocker-Angriffe. Das sei die einzige Maßnahme, die verlässlich vor diesen Angriffen schütze. Microsoft empfiehlt zudem, den Boot-Manager auf das CA-2023-Zertifikat zu migrieren und das alte PCA-2011-Zertifikat zurückzuziehen. Eine Anleitung von Microsoft aus dem Jahr 2023 erklärt den Vorgang. Das aktiviert demnach auch das Versionstracking mittels Secure Version Number (SVN). Da diese Gegenmaßnahmen etwas umständlich seien, sind sie nicht sehr weit verbreitet.
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Dieser Angriff dürfte sich jedoch mit dem Ablaufen der alten PCA-2011-Zertifikate im Oktober 2026 erledigen. Der vorgestellte Angriff zeigt jedoch einmal mehr, dass der Umzug auf die neuen Secure-Boot-Zertifikate rasch erfolgen sollte.
(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
Patchday Microsoft: Kritische DNS-Client-Lücke bedroht Windows
Von Microsoft als „kritisch“ eingestufte Sicherheitslücken bedrohen unter anderem Azure, M365, Office, SharePoint, Windows und Word. In vielen Fällen können Angreifer Schadcode auf Computer schieben und so Systeme vollständig kompromittieren.
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Admins sollten sicherstellen, dass die Windows-Update-Funktion aktiv ist und Systeme auf dem aktuellen Stand sind. Andernfalls sind PCs verwundbar. Bislang gibt es keine Berichte, dass Angreifer bereits Schwachstellen ausnutzen.
Kritische Lücken
Am bedrohlichsten gilt eine „kritische“ Lücke (CVE-2026-42826) mit dem höchstmöglichen CVSS Score 10 von 10 in Azure DevOps. An dieser Stelle können Angreifer auf einem nicht näher ausgeführten Weg auf eigentlich geschützte Informationen zugreifen. Microsoft gibt an, die Schwachstelle serverseitig gepatcht zu haben. Admins müssen an dieser Stelle also nichts tun.
Weitere „kritische“ Schwachstellen betreffen unter anderem Azure Managed Instance for Apache Cassandra (CVE-2026-33109), Microsoft Dynamics 365 On-Premises (CVE-2026-42898) und den DNS-Client in Windows (CVE-2026-41096). Im letztgenannten Fall können entfernte Angreifer ohne Authentifizierung über eine präparierte DNS-Anfrage Speicherfehler auslösen, sodass Schadcode auf Computer gelangt. Davon sind verschiedene Windows-11- und Server-Ausgaben betroffen.
Sicherheitslücken aufspüren
An diesem Patchday hat Microsoft insgesamt knapp 140 Sicherheitsprobleme gelöst. In einem Beitrag gibt das Unternehmen an, dass ein Großteil der Schwachstellen mithilfe mehrerer KI-Agenten entdeckt wurde.
Weiterführende Informationen zu den Schwachstellen und bedrohter Software findet man in Microsofts Security Update Guide.
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(des)
Datenschutz & Sicherheit
Chrome: Wie privat ist die lokale KI in Googles Browser?
Google verbaut in seinem Browser ein lokales KI-Modell, das Funktionen wie Betrugserkennung datenschutzfreundlicher ausführen soll. Eine eigene Javascript-API (Application Programming Interface) wird zudem Webseiten erlauben, mit dem Modell zu interagieren. Nun wirft eine Änderung in den KI-Einstellungen bei Chrome 148 Fragen auf: Funkt die lokale KI nach Hause und verrät dem Suchmaschinenriesen private Daten?
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Vor wenigen Tagen berichteten verschiedene Medien über das Tohuwabohu um ungefragt heruntergeladene Daten, nun verglichen Redditoren die Konfigurationseinstellungen der lokalen KI zwischen Chrome 147 und dem kürzlich erschienenen Chrome 148. Sie fanden heraus, dass ein kurzer, aber wichtiger Halbsatz fehlt.
Deine Daten an Google-Server?

Die Chrome-Systemeinstellungen zu lokaler KI vor…
Hieß es in Chrome 147 noch: „[..] KI-Modelle verwenden, die direkt auf deinem Gerät ausgeführt werden, ohne deine Daten an Google-Server zu senden“, fehlt der letzte Halbsatz in der aktuellen Chrome-Version. Wir konnten das auf einem Redaktionsgerät mit macOS nachvollziehen, die Option findet sich in den Systemeinstellungen des Browsers (chrome://settings/system).

…und nach dem Update auf Chrome 148.
Der Zweck der Änderung ist unklar. Womöglich möchte sich Google tatsächlich das Recht einräumen, die lokale KI durch Ergebnisse der cloudbasierten LLM anzureichern, womöglich handelt es sich auch um die Vorbereitung auf das „Prompt API“, das man in Mountain View offenbar derzeit im Eiltempo in den Browser einbaut.
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Skeptiker können das lokale KI-Modell abschalten, Google merkt jedoch in der Chrome-Hilfe an: Das spare zwar Speicherplatz, schränke aber KI-basierte Leistungsmerkmale ein. Das könnten etwa Hilfen beim Schreiben oder Umschreiben sein, Betrugswarnungen, Ordnung in Browsertabs oder Zusammenfassung von Webseiten.
(cku)
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