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Digital Business & Startups

Aktuell ist das Umfeld besser, als viele denken


#Interview

„Gerade in Europa und speziell in Deutschland sehen wir eine solide Ausgangslage für Gründerinnen und Gründer, Kapital einzusammeln. Gleichzeitig ist es aber anspruchsvoller geworden“, sagt Jasper Roll von Haufe Group Ventures.

„Aktuell ist das Umfeld besser, als viele denken“

Seit 2023 investiert Haufe Group Ventures, ein Ableger der bekannten Haufe Group (Haufe, Lexware), in junge „Corporate-Service-Startups“. Gemeint sind damit „Startups, die im B2B-Kontext und im Bereich Software-as-a-Service (SaaS)“ unterwegs sind und die „Arbeitswelt der Zukunft mitgestalten“.

Das Team rund um Jasper Roll investiert initial bis zu 1 Million Euro. Zuletzt investierte Haufe Group Ventures gemeinsam mit Venture Stars, TKM, Gründerfonds Ruhr und Caesar Venture in CyberDesk. Das Startup aus München, 2022 gegründet, setzt auf identitätszentrierte Datensicherheit. Zum Portfolio des Geldgebers gehören ansonsten Startups wie become.1, Doctorflix und Dyno.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Haufe Group Ventures-Macher Jasper Roll einmal ausführlich über die aktuelle Investmentsituation in Deutschland.

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Wie würdest Du Deiner Großmutter Haufe Group Ventures erklären? 
Haufe Group Ventures ist im Kern ein Investor, aber nicht nur im klassischen Sinne. Wir unterstützen Gründerinnen und Gründer dabei, digitale Lösungen zu bauen, die echte Probleme in Unternehmen lösen. Das Ziel ist dabei immer das gleiche: Firmen den Rücken freizuhalten, damit sie sich auf das konzentrieren können, was sie wirklich gut können. Neben Kapital bringen wir vor allem eines mit: Verständnis für den Mittelstand und Zugang zu einem Netzwerk, das hilft, Ideen schneller in den Markt zu bringen. Oder einfacher gesagt: Wir helfen dabei, gute Ideen zu funktionierenden Geschäftsmodellen zu machen. 

Wie bewertest Du die aktuelle Investmentsituation in Deutschland? 
Aktuell ist das Umfeld besser, als viele denken – zumindest für gute Teams. Gerade in Europa und speziell in Deutschland sehen wir eine solide Ausgangslage für Gründerinnen und Gründer, Kapital einzusammeln. Gleichzeitig ist es aber anspruchsvoller geworden. Die Geschwindigkeit, mit der neue Themen entstehen – vor allem rund um KI – ist extrem hoch. Das führt zu einer Art „Abundance of Solutions“. Es gibt sehr viele Ansätze für sehr ähnliche Probleme. In diesem Umfeld gewinnen diejenigen, die wirklich differenzieren können: mit klaren Lösungen, echten Wettbewerbsvorteilen und einem belastbaren Geschäftsmodell. 

Mit welchen Erwartungen blickst Du auf die kommenden Monate? 
Ich glaube, es bleibt herausfordernd, aber Europa ist gut positioniert. Was sich klar zeigt: Auswahl wird wichtiger. Es gibt immer mehr Lösungen für immer mehr Probleme. Das heißt im Umkehrschluss, dass nicht alles davon relevant ist. Langfristig werden sich die Unternehmen durchsetzen, die einen echten „Moat“ haben – also etwas, das sie schwer kopierbar macht. Das kann Technologie sein, ist es aber immer seltener allein. Viel wichtiger sind ein klarer Anwendungsfall, echte Kundenrelevanz und ein tiefes Verständnis für das Problem. 

Was rätst Du Gründer:innen, die derzeit auf Kapitalsuche sind? 
Software wird zunehmend zur Commodity. Deshalb ist die entscheidende Frage nicht mehr: Was kann eure Technologie? Sondern: Welches Problem löst ihr wirklich – und warum ist das relevant genug, dass jemand dafür bezahlt? Mein Rat wäre: Das Problem messerscharf herausarbeiten, früh Beweise liefern und schnell Momentum aufbauen. Viele Startups scheitern nicht an der Idee, sondern daran, dass sie zu spät merken, dass das Problem nicht groß genug ist. Validierung schlägt Vision – gerade in frühen Phasen.   

Welche Startups begeistern Dich derzeit ganz besonders? 
Natürlich schaue ich zuerst auf unser eigenes Portfolio, da arbeiten wir mit Teams, die genau diesen Anspruch haben, reale Probleme zu lösen. Was mich aktuell aber generell begeistert, sind weniger einzelne Unternehmen als vielmehr ein Trend: Wir sehen gerade viele sehr starke Teams, die extrem lösungsorientiert arbeiten und nicht mehr nur auf Technologie fokussiert sind. Gerade im Worktech- und Corporate-Service-Bereich passiert viel Spannendes. KI ist dabei gleichzeitig Chance und Herausforderung. Sie senkt zwar Eintrittsbarrieren, aber genau deshalb wird es umso wichtiger, echte Probleme zu lösen und nicht nur gute Technologie zu bauen. 

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Foto (oben): Haufe Group Ventures



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Was die EU Inc. für Gründer wirklich bedeutet – erklärt von zwei Anwälten


Bisschen Delaware in Europa? Die EU will das Gesellschaftsrecht vereinfachen. Zwei Anwältinnen haben sich die Pläne angeschaut.

Was die EU Inc. für Gründer wirklich bedeutet – erklärt von zwei Anwälten

Die EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen.
picture alliance / Anadolu | Dursun Aydemir

Wer in Deutschland ein Startup gründet, kennt das Ritual: Termin beim Notar, Stammkapital einzahlen, wochenlang warten – auf das Konto, die Handelsregistereintragung und die Steuernummer – und das alles, bevor man überhaupt richtig loslegen kann. 

Vorbild Delaware

Die EU-Kommission will genau das jetzt ändern. Erstmals soll eine einheitliche europäische Kapitalgesellschaft entstehen, die es insbesondere Startups ermöglicht, innerhalb kürzester Zeit zu gründen und europaweit zu skalieren. Die Idee zur EU Inc. stammt aus der europäischen Startup- und Venture-Capital-Community: Nach dem Vorbild des US-amerikanischen Delaware-Modells wurde ein Vorschlag für eine europäische Startup-Gesellschaftsform erarbeitet: Schnelle, günstige und digitale Gründung, flexible Kapitalstrukturen und klare Regeln für Investoren. 

Ein Gastbeitrag von Karen Frehmel-Kück und Ann-Kristin Lochmann, Anwältinnen bei der Kanzlei Osborne Clarke.

Am 18. März 2026 legte die EU-Kommission den formellen Vorschlag für eine entsprechende Verordnung vor. Dieser wurde von der Startup-Szene begrüßt, wenngleich schnell Kritik laut wurde, dass der Vorschlag kein „echtes“ 28. Regime ist, also keine Gesellschaftsform, die einheitlich für alle EU-Mitgliedstaaten gilt und nationales Recht vollständig verdrängt.

Nationales Recht als Fallback

In allen Fällen, wo die Verordnung Themen nicht abschließend regelt, gilt weiterhin das nationale Recht des jeweiligen Sitzstaats – also etwa deutsches Recht, wenn die Gesellschaft in Deutschland gegründet wird. Steuerrecht, Arbeitsrecht und Mitbestimmung bleiben national geregelt. Mit allen Komplexitäten, die das mit sich bringt, insbesondere auch beim Thema Mitarbeiterbeteiligung. Genau dieser Flickenteppich war eigentlich nicht von den Initiatoren gewollt. 

Nichtsdestotrotz bringt die Verordnung, wenn sie denn kommt wie angekündigt, diverse Verbesserungen für europäische Startups:

Digital, schnell, günstig

Herzstück des Verordnungsvorschlags ist die vollständige Digitalisierung des Lebenszyklus der Gesellschaft („digital only“-Prinzip). Alle Vorgänge – von der Gründung über Anteilsübertragungen bis zu Gesellschafterversammlungen – sollen ausschließlich digital ablaufen. Das sog. „once only„-Prinzip verpflichtet Behörden dazu, keine Informationen erneut anzufordern, die bereits im Register hinterlegt sind. Wer einmal registriert ist, muss nichts doppelt einreichen.

Wer die Muster-Satzung der EU-Kommission nutzt, kann die EU Inc. im Fast-Track-Verfahren innerhalb von 48 Stunden eintragen lassen – bei maximalen Kosten von 100 Euro. Kein Papierkram und kein wochenlanger Behördenmarathon. Eine präventive Kontrolle der Satzung findet zwar statt, ist aber in die 48 Stunden eingepreist. Aber auch bei Nutzung einer individuellen Satzung wäre die Gründung bereits nach fünf Arbeitstagen erledigt. Ein durchaus ambitioniertes Vorhaben, führt man sich allein den Status der Digitalisierung in Deutschland vor Augen. 

Kein verpflichtendes Mindestkapital – aber klare Ausschüttungsregeln

Ein zentraler Unterschied zur deutschen GmbH: Die EU Inc. kennt kein verpflichtendes gesetzliches Mindestkapital. Statt der Pflicht, bei Gründung mindestens 12.500 Euro einzuzahlen, setzt der Verordnungsvorschlag vor jeder Gewinnausschüttung auf einen Bilanz- und Solvenztest. Das Modell schützt Gläubiger, ohne Gründungskapital zu binden, das in der Frühphase oft dringend an anderer Stelle gebraucht wird. Allerdings ist hier große Sorgfalt erforderlich: Zahlen die Direktoren Dividenden aus, ohne dass Bilanz- und Solvenztest positiv ausfallen, haften sie unter Umständen persönlich.

VC-taugliche Kapitalstruktur

Die EU Inc. ist zwar für jedermann offen, aber vor allem auf typische Venture Capital-Finanzierungsstrukturen ausgelegt: Es können verschiedene Anteilsklassen ausgegeben werden, etwa Common und Preferred Shares, mit jeweils differenzierten Rechten bei Gewinnverteilung, Liquidationserlös, Mehrstimmrechten und Vetorechten. Weiterhin sollen Anteilsübertragungen und die Ausgabe neuer Anteile vollständig digital erfolgen können – ausdrücklich ohne notarielle Mitwirkung und ohne Gebühren. Das spart bei jeder Finanzierungsrunde erheblich Zeit und Kosten. 

Mitarbeiter am Erfolg beteiligen

Der Verordnungsvorschlag ermöglicht der EU Inc. die Etablierung eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms – das EU-ESO – über Warrants, die Direktoren und Mitarbeiter nach Ausübung zur Übernahme von EU Inc.-Anteilen berechtigen. Während sich die Besteuerung des (späteren) Einkommens aus den EU Inc.-Anteilen nach nationalem Recht richtet, legt die EU-Kommission den Besteuerungszeitpunkt fest: Einkommen im Zusammenhang mit dem EU-ESO gilt erst als bezogen, wenn die EU Inc.-Anteile veräußert werden und entsprechend Liquidität zugeflossen ist. Die EU-Kommission adressiert damit das „Dry Income“-Problem, das in Deutschland bereits mit der Einführung und konzeptionellen Überarbeitung des § 19a EStG gelöst wurde. 

Ein Schritt in die richtige Richtung 

Die EU Inc. ist eine echte Chance für Europa – wenn alle mitziehen. Die EU Inc. würde nicht nur eine zügige, einfache und günstige Alternative für die Gründung von Startups darstellen, sondern wäre auch für Scale-ups – insbesondere bei deren europäischer Expansion und für Exit-Szenarien – geeignet, können die Anteile der EU Inc. doch ohne Formwechsel im Freiverkehr gehandelt werden. 

Wünschenswert – und im ursprünglichen Vorschlag aus der Startup Szene noch vorgesehen – wären Standardformulare für ein vollständiges Mitarbeiterbeteiligungsprogramm und für ein einfaches (Wandel-) Finanzierungsinstrument. Gerade in der Frühphase würden solche Templates enormen Rechtsgestaltungsaufwand ersparen.

Bis die EU Inc. in der Praxis jedoch nutzbar ist, wird noch etwas Zeit vergehen: Der Vorschlag durchläuft nun das europäische Gesetzgebungsverfahren, sodass die EU Inc. frühestens 2028 für Gründerinnen und Gründer zugänglich sein dürfte.

Entscheidend wird sein, dass die EU Inc. im weiteren Gesetzgebungsverfahren nicht verwässert wird, die Mitgliedstaaten – insbesondere Deutschland – die Schnittstellen zum nationalen Recht praxistauglich ausgestalten und die erforderliche digitale Infrastruktur rechtzeitig bereitstellen. Gelingt das, kann die EU Inc. ein echter Wettbewerbsvorteil für den europäischen Startup-Standort werden. 





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Brad Pitt schweigt im Trade Republic-Werbeclip: Was verdient er damit?


Trade Republic holt Hollywood-Star Brad Pitt für den neuen Werbespot. Der Schauspieler sagt darin kein einziges Wort. Warum?

Brad Pitt schweigt im Trade Republic-Werbeclip: Was verdient er damit?

Brad Pitt – sitzt, schaut gut aus und sagt: nichts. Während andere arbeiten, arbeitet hier vor allem seine Bekanntheit.
Trade Republic

Brad Pitt sitzt in einem dunklen Raum. Er sagt kein Wort. Er schaut nur in die Kamera. Dann eine Stimme aus dem Off: „Kostenloses Konto mit Karte. Zwei Prozent Zinsen. Investieren ab einem Euro.“ Zum Schluss erscheint nur ein Satz: „Was bietet deine Bank?“ Mehr passiert im neuen Werbespot von Trade Republic nicht. Und genau das dürfte ziemlich teuer gewesen sein.

Warum ausgerechnet Brad Pitt?

Trade Republic setzt bei der Kampagne bewusst auf Aufmerksamkeit durch Bekanntheit. „Es ging uns gar nicht darum, dass unser Markenbotschafter die Vorteile unseres Produkts bewirbt, sondern jemanden zu haben, der durch seine Prominenz Aufmerksamkeit generiert“, heißt es auf Gründerszene-Anfrage von Trade Republic. Der Hollywood-Star als Statussymbol und nicht als Erklärer von Tagesgeld.

Wichtig sei außerdem gewesen, „jemanden zu haben, der nicht jede zweite Woche für eine andere Marke sein Gesicht hergibt.“ Der Drehort war in Los Angeles, die Vorbereitung hat zwei Tage vor Ort beansprucht, der eigentliche Dreh dauerte dann nur einen Tag. 

Hoher einstelliger Millionenbetrag für Brad Pitt nicht unrealistisch

Anett Sass

Professorin für Medien- und Bewegtbildmanagement an der Hochschule Fresenius

Ganz neu ist das Spiel mit bekannten Gesichtern für Trade Republic nicht. In der Vergangenheit setzte das Unternehmen bereits auf Promis, wie den Rapper Luciano, Entertainer Bruce Darnell oder Schauspieler Sky du Mont. Mit Brad Pitt hebt Trade Republic die Messlatte jetzt auf ein neues Level.

Millionen für Schweigen?

Was bekommt man eigentlich dafür, wenn man Brad Pitt einfach nur hinsetzt? Eine konkrete Zahl gibt es von Trade Republic nicht.

Anett Sass, Professorin für Medien- und Bewegtbildmanagement an der Hochschule Fresenius und Mitgründerin der Agentur Professionistas, sagt zu Gründerszene: „Dass Brad Pitt in dem Spot nichts sagt, ist vermutlich der teuerste Teil der Kampagne. Trade Republic kauft damit weniger einen Schauspieler als sofort internationale Aufmerksamkeit. Für europaweite Kampagnen mit globalen Stars wird in der Branche aber oft über hohe einstellige Millionenbeträge gesprochen.“

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Zum Vergleich: Rund um George Clooney und Nespresso kursieren über Jahre Schätzungen von etwa 40 Millionen Dollar, erklärt die Expertin. Und Stars wie Messi, LeBron James oder Ronaldo verdienen mit Werbung und Sponsoring längst hohe zweistellige Millionenbeträge pro Jahr. „Vor diesem Hintergrund wirken hohe einstellige Millionenbeträge für Brad Pitt nicht unrealistisch“, so Sass.

Die Logik hinter dem Nichts

Der Marketingexperte Simon Knittel, Managing Director von Jung von Matt Start, ordnet diese Kampagne folgendermaßen ein: „Ich finde den Spot sehr gelungen – und vor allem: Er funktioniert. Zur möglichen Gage ist es extrem schwer, eine seriöse Zahl zu nennen. Das hängt stark von den Buyouts ab, also davon, in welchen Ländern, auf welchen Kanälen und wie lange der Spot läuft. Bei einem Star wie Brad Pitt zahlt man nicht für die paar Sekunden vor der Kamera, sondern für seine globale Strahlkraft und die Aufmerksamkeit, die sein Name erzeugt. Unter normalen Umständen würde ich sagen: siebenstellig.“

Er muss nichts tun. Seine Präsenz reicht

Simon Knittel

Managing Director von Jung von Matt Start

Auch die Inszenierung sieht Knittel als bewussten Gegenentwurf zu klassischen Hochglanzkampagnen: Statt auf große Kulissen oder teure Inszenierungen zu setzen, reduziere der Spot alles radikal. Das Budget sei durch das Star-Testimonial zwar nicht kleiner, das Ergebnis aber ein anderes, und genau darin liege die Wirkung. Entscheidend sei dabei vor allem die Rolle von Brad Pitt selbst: Er werde nicht als „Normalo“ inszeniert, sondern bewusst als Superstar in den Mittelpunkt gestellt. „Er muss nichts erklären, nichts vorspielen, nicht einmal wirklich etwas tun. Seine Präsenz reicht.“





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Berliner Startup-Legende hört auf: Delivery-Hero-Gründer tritt ab


15 Jahre lang war Niklas Östberg das Gesicht von Delivery Hero. Jetzt kündigt der Gründer seinen Rückzug an.

Hat ein Startup in den DAX geführt.

Hat ein Startup in den DAX geführt.
Delivery Hero

Der Gründer geht: Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg kündigt seinen Rückzug an. Der 46-Jährige will spätestens Ende März 2027 als Vorstandschef des Berliner Lieferdienstes aufhören. Damit verliert eines der bekanntesten deutschen Tech-Unternehmen seinen prägenden Gründer. „Delivery Hero war mein Lebenswerk – und heute beginnt das nächste Kapitel dieser Geschichte“, schreibt Östberg in seinem Linkedin-Post.

Die Ankündigung überrascht und dürfte kaum freiwillig sein. Hintergrund ist offenbar der zunehmende Druck des Großaktionärs Aspex. Der Hongkonger Investor hatte seinen Anteil zuletzt auf knapp 15 Prozent erhöht und immer wieder die schwache Profitabilität sowie Östbergs Strategie kritisiert.

Bis in den DAX getragen

Östberg hatte Delivery Hero 2011 in Berlin mitgegründet und das Unternehmen zu einem globalen Lieferkonzern aufgebaut. Zwischenzeitlich schaffte es Delivery Hero sogar in den Dax. Heute ist der Konzern in rund 65 Ländern aktiv und an der Börse knapp 7,4 Milliarden Euro wert.

Zuletzt lief es für Delivery Hero allerdings holprig: Das Asiengeschäft galt als schwierig, der Deutschland-Comebackversuch mit Foodpanda scheiterte und mehrere Töchter stehen wegen des Umgangs mit Fahrern unter Druck der Behörden.

Bis zu seinem Abschied soll Östberg nun noch ein Strategie-Update ausarbeiten und „strategische Optionen“ prüfen. Einen Nachfolger will der Aufsichtsrat bis Ende 2026 finden.





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