Künstliche Intelligenz
Post zum Freitag: Europas Raumfahrt, KI-Tools und effiziente Mini-PCs
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
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lassen Sie mich diese Ausgabe mit einem Blick in den Weltraum beginnen. Europa kämpft im Rennen um die Vorherrschaft im All und setzt dabei auf einen entscheidenden Trumpf: Mein Kollege Arne Grävemeyer hat sich in Bremen umgeschaut und erklärt in seinem Hintergrundbericht, warum die Oberstufe der Ariane 6 zum Schlüssel für Europas Raumfahrtambitionen geworden ist. Die mehrfach zündbare Oberstufe macht die Rakete flexibler als die amerikanische Konkurrenz – und in Bremen nimmt die Fertigung gerade richtig Fahrt auf.
Von der Raumfahrt zurück auf den Boden – genauer gesagt, ans Wasser. Wer schon einmal versucht hat, gleichzeitig die Welt über und unter der Wasseroberfläche in einem einzigen Foto einzufangen, weiß, wie knifflig das ist. Thomas Haider, der diese Technik seit Jahrzehnten praktiziert, verrät in unserem Ratgeber, wie Ihnen faszinierende Split-Level-Aufnahmen über und unter Wasser gelingen. Von der richtigen Optik bis zum unverzichtbaren Domeport – der Artikel erklärt alles, was Sie für diese besondere Art der Naturfotografie benötigen.
Ob Bilder oder Artikel, vielleicht kennen Sie das Problem? Ein interessanter Artikel landet im Lesezeichenordner, ein nützlicher Link wird irgendwo gespeichert – und drei Monate später ist nichts mehr auffindbar? Wir haben uns ein Tool angeschaut, das genau hier Abhilfe schafft: Karakeep als KI-gestützter Wissenssammler für Bookmarks und Dateien auf dem eigenen Rechner. Das Tool archiviert vollständige Webseiten, erkennt Texte in Bildern per OCR und kategorisiert alles automatisch – und das ganz ohne Cloud-Abhängigkeit.

Ein Makrelenschwarm aufgenommen mit einer Nikon D800 | 14 mm | ISO 640 | f/16 | 1/250 s
(Bild: Thomas Haider)
Wer seinen digitalen Alltag ohnehin gerade neu ordnet, dem empfehle ich auch einen Blick auf unseren Bauvorschlag für einen besonders effizienten Rechner. Christian Hirsch zeigt, wie Sie einen kompakten und sparsamen Mini-PC mit nur 8 Watt Leerlaufverbrauch selbst zusammenbauen. Trotz seiner geringen Abmessungen nimmt der Rechner einen Desktop-Prozessor sowie mehrere Datenträger auf und läuft reibungslos unter Windows 11 und Ubuntu – ein echter Allrounder für Büro und Heimserver.
Apropos Alleskönner: Wer gerne bastelt und Freude an ungewöhnlicher Hardware hat, wird unseren nächsten Test lieben. Andrijan Möcker hat sich einen modernen Pager angeschaut, der an vergangene Zeiten erinnert und gleichzeitig von zeitgemäßer Technik strotzt: der T-LoRa Pager mit LoRa-Modem, GNSS, WLAN und Bluetooth im Praxistest. Das kleine Gerät für rund 100 Euro vereint ESP32-Mikrocontroller, Farbdisplay und LoRa-Mesh-Kommunikation – und lässt sich frei programmieren.
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Kommen wir zum Thema KI, das uns auch in dieser Ausgabe nicht loslässt. Einerseits beschäftigt uns die Frage, was Künstliche Intelligenz für die Bildung der Zukunft bedeutet: Nico Jurran berichtet von der Learntec in Karlsruhe und erklärt, wie KI und der Digitalpakt 2.0 die Schule von morgen gestalten sollen. Fünf Milliarden Euro stehen bis 2030 bereit – doch ob das Geld wirklich zu einem echten Umdenken führt, bleibt spannend.
Andererseits stellt sich für Entwicklerinnen und Entwickler ganz konkret die Frage, was KI-gestützte Programmierung – oft „Vibe Coding“ genannt – eigentlich kostet. Stefan Müller-Mielitz hat dafür ein praktisches Modell entwickelt und erklärt, wie Sie das Tokenbudget und die Kosten für KI-gestützte Softwareentwicklung realistisch abschätzen. Spoiler: Der entscheidende Kostentreiber ist nicht der Tokenpreis, sondern die Qualität des eingesetzten Modells.
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende und viel Freude bei der Lektüre,
Ihr
Volker Zota
Chefredakteur heise medien
(vza)
Künstliche Intelligenz
Medizinregister: Psychotherapeuten warnen vor umfangreichen Gesundheitsprofilen
Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) kritisiert den aktuellen Entwurf des Medizinregistergesetzes scharf und warnt vor einer zunehmenden Verarbeitung sensibler Gesundheitsdaten ohne aktive Zustimmung der Betroffenen. Er fordert die „Beibehaltung echter informierter Einwilligungen“ und kritisiert den Trend zu Widerspruchslösungen wie bei der elektronischen Patientenakte (ePA), bei der Versicherte erst widersprechen müssen, um keine ePA zu haben. „Viele Bürger verstehen schon heute kaum noch, welche Gesundheitsdaten wo gespeichert, verknüpft oder ausgewertet werden. Gerade bei psychotherapeutischen Daten reicht eine bloße Widerspruchslösung aus unserer Sicht nicht aus“, so das DPNW.
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Der Entwurf ginge „weit über klassische Forschungsregister hinaus“ und schaffe die Grundlage für eine „immer umfassendere Zusammenführung und Auswertung sensibler Gesundheitsdaten“. Es verweist zudem darauf, dass in psychotherapeutischen Behandlungen oft Themen wie „Traumatisierungen, familiäre Konflikte, Beziehungsmuster, Ängste oder intime biografische Erfahrungen thematisiert“ werden und „bereits der Eindruck zunehmender staatlicher oder institutioneller Datenerfassung“ das für die Behandlung notwendige Vertrauen beeinträchtigen könne. Daher fordert es, dass psychotherapeutische Daten nicht registerübergreifend verknüpft werden können.
Sorge vor Gesundheitsprofilen
Das Netzwerk sieht die Gefahr, dass mit dem Ausbau registerübergreifender Datennutzung und der stärkeren Verwendung der Krankenversichertennummer langfristig umfassende personenbezogene Gesundheitsprofile entstehen könnten. Besonders problematisch sei dies bei psychotherapeutischen Daten, die hochpersönliche Informationen über Traumata, familiäre Konflikte oder intime biografische Erfahrungen enthalten. „Hier entsteht schrittweise eine Infrastruktur, die langfristig erhebliche Auswirkungen auf Datenschutz, informationelle Selbstbestimmung und therapeutische Vertraulichkeit haben kann“, erklärt das DPNW.
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Kritiker sehen zudem eine gesundheitspolitische Entwicklung hin zu einer immer weitergehenden Nutzung von Gesundheitsdaten für die Forschung, Steuerung und Qualitätssicherung. Zudem kritisiert das Netzwerk auch KI-gestützte Auswertungen. Dabei wird befürchtet, dass Datenverknüpfungen zwischen Registern, Krankenkassen- und Forschungsdaten schrittweise ausgeweitet werden, während individuelle Einwilligungen und Transparenz für Betroffene an Bedeutung verlieren könnten.
Verbände schon länger alarmiert
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Fachverbände warnen seit Längerem davor, dass die zunehmenden staatlichen oder institutionellen Zugriffsmöglichkeiten das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Behandlern beeinträchtigen könnten. Susanne Berwanger, Vizepräsidentin des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen, hatte beispielsweise davor gewarnt, dass bestimmte Register oder die Auflockerung der Schweigepflicht dazu führen würden, dass Erkrankte einer Behandlung „kritischer gegenüberstehen könnten“. Das würde die Chance auf Hilfe für die erkrankten Menschen verringern und auch die Verhinderung potenzieller Straftaten. Zudem seien psychisch erkrankte Menschen „im Allgemeinen nicht gefährlicher als psychisch ‚Gesunde‘,“, erklärte Berwanger.
Speziell bei geplanten Änderungen im Umfeld der Psychisch-Kranken-Gesetze (PsychKG) hatten Fachverbände bereits vor einer Ausweitung staatlicher Zugriffs- und Vernetzungsmöglichkeiten bei sensiblen Gesundheitsdaten gewarnt.
(mack)
Künstliche Intelligenz
Strom geschenkt: Wie Sie von negativen Börsenpreisen profitieren
Wenn viel Sonne scheint oder es flächendeckend kräftig stürmt, gehen die Strompreise an den Börsen in den Keller. Das passiert immer häufiger, wovon Verbraucher mit dynamischen Stromtarifen profitieren. Dabei fallen die Strompreise manchmal sogar ins Negative.
Solche negativen Strompreise sind das vielleicht prägnanteste Symptom eines Systems im Umbau: viel Erneuerbare, zu wenig Flexibilität. Viele Menschen bekommen davon gar nichts mit, andere verdienen bereits beim Stromverbrauch Geld.
- Negative Strompreise zeigen, wie sich das Energiesystem durch den Ausbau von Wind- und Solarstrom verändert.
- Für Haushalte werden solche Preisphasen erst mit dynamischen Tarifen und intelligenter Messtechnik nutzbar.
- Besonders lohnt sich das Verschieben großer Stromverbräuche, etwa beim Laden eines Elektroautos oder beim Betrieb einer Wärmepumpe/Klimaanlage.
- Das eigentliche Problem sind nicht die Erneuerbaren, sondern fehlende Flexibilität bei Verbrauch, Speichern, Kraftwerken und Netzen.
Was dahintersteckt, zeigt der Artikel. Er erklärt, warum Börsenstrompreise ins Minus rutschen und in welchem Umfang Haushalte davon profitieren können. Dazu kommt die Betrachtung, was negative Strompreise über Netze, Speicher und Flexibilität im System verraten.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Strom geschenkt: Wie Sie von negativen Börsenpreisen profitieren“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.
Künstliche Intelligenz
Top 10: Der beste Sportkopfhörer im Test – Shokz vor Beats & Soundcore
Sport macht mit Musik oder Podcasts einfach mehr Spaß. Von In-Ear bis Open-Ear: Wir zeigen die zehn besten kabellosen Kopfhörer für Sport.
Wer regelmäßig Sport treibt, hört dabei häufig Musik, Podcasts oder Hörbücher. Das verhindert Langeweile und motiviert zusätzlich. Bluetooth-Kopfhörer sind die naheliegende Lösung. Vielen Smartphones fehlt inzwischen die Klinkenbuchse, zudem ist nichts ärgerlicher, als wenn sich das Kabel beim Sport verfängt. Klassische MP3-Player spielen beim Sport nur noch eine Nebenrolle – das Smartphone hat sie weitgehend abgelöst.
Die wohl größte Herausforderung für Sportkopfhörer ist Schweiß. Mit der Zeit fängt der Kopfhörer an, unangenehm zu riechen. Die In-Ear-Sportkopfhörer dieser Bestenliste bringen alle mindestens einen Spritzwasserschutz mit. Diese Kopfhörer kann man dann mit einem feuchten Tuch nach dem Training abwischen.
In dieser Top 10 zeigen wir die unserer Meinung nach besten Kopfhörer für sportliche Aktivitäten. Darunter befinden sich klassische Open-Ear-Kopfhörer, Clip-On-Kopfhörer, In-Ear-Kopfhörer, Knochenschallkopfhörer und Hybrid-Varianten.
Welcher ist der beste Sportkopfhörer?
Unser Testsieger ist der Shokz Openrun Pro 2 für 150 Euro (Galaxus). Dank des klassischen Bügeldesigns in zwei Größen sitzt er besonders sicher und bequem. Zudem kombiniert er konventionelle Schallübertragung mit Knochenschall und klingt so besser als die meisten Open-Ear-Konkurrenten.
Wer beim Sport Wert auf optimales ANC legt, der sollte sich unseren Technologiesieger Beats Powerbeats Pro 2 für 229 Euro (Amazon) genauer anschauen. Neben perfektem Halt, tollem Klang und langer Akkulaufzeit bietet er zudem eine Herzfrequenzmessung.
Wer sparen will, greift zu unseren Preis-Leistungs-Sieger Earfun Air Pro 4+ für 75 Euro (Amazon). Auch wenn nicht explizit für Sport ausgewiesen, sitzen die In-Ear-Kopfhörer mit ANC super im Ohr und bieten sich dank IP55 für sportliche Aktivitäten an. Abseits davon klingen sie auch noch richtig gut.
Welche Kopfhörer sind die besten für Sport?
Sportkopfhörer kommen mit Schweiß oder Regenwasser in Berührung. Deswegen berücksichtigen wir in dieser Bestenliste nur Modelle, die mindestens gegen Sprühwasser (IPX4) geschützt sind, besser ist hier der Schutz vor Strahlwasser (IPX5). Dann kann man sie selbst nach einem ausgiebigen Training oder einem Wolkenbruch unterwegs problemlos weiternutzen, auch ein feuchtes Abwischen aus Hygienegründen ist kein Problem. Die Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit wird grundsätzlich über IP-Codes definiert, die international einheitlich genormt sind.
Kopfhörer ab IPX7 sind sogar wasserdicht. In der Regel gilt das nur für Süßwasser ohne Zusätze bis in eine Tiefe von 1 Meter und für maximal 30 Minuten, außer der Hersteller macht andere Angaben, etwa zu Chlor- oder Salzwasser. Für eine ordentliche Reinigung im Waschbecken ist das praktisch. Einige Modelle sind sogar nach IPX8 wasserdicht. Andere bringen eine Militärzertifizierung mit, die die Oberfläche besonders robust gegenüber Salzwasser macht. Wir raten dennoch aus hygienischen Gründen dazu, nach jedem Training die Kopfhörer zumindest mit einem nassen Lappen abzuwischen.
Sportkopfhörer benötigen einen sicheren Halt. Es hilft nichts, wenn man beim Laufen ständig stoppen und die Kopfhörer neu einsetzen muss. Einige Formen haben sich bewährt: Bügel, die man übers Ohr legt, sowie Flügel, die den Bluetooth-Kopfhörer im Ohr halten. Ohrhaken halten die Hörer auch bei Sprints zuverlässig in Position und gelten als sicherste Variante für intensive Trainingseinheiten. Alternativ gibt es zudem Kopfhörer, die über ein Nackenband verfügen und Modelle, die wie ein Ohrring am Ohr halten. On-Ear-Kopfhörer für Sportler sind eher selten. Für diese Bestenliste berücksichtigen wir nur Modelle, die wirklich fest sitzen.
Welche Kopfhörer sind gut für Fitness?
Im Fitnessstudio zählt vor allem eines: Konzentration. Aktive Geräuschunterdrückung reduziert die Geräusche von Hantelbänken, Laufbändern und anderen Trainierenden deutlich. Hier spielen geschlossene In-Ear-Kopfhörer ihre Stärken aus. Modelle wie die Beats Powerbeats Pro 2 oder die Earfun Air Pro 4+ liefern beim Workout den nötigen Druck im Bass, sitzen sicher und überstehen Schweiß ohne Probleme. Für Yoga oder lockeres Cardio bietet sich ein Open-Ear-Modell an, welches die Umgebungswahrnehmung erhält.
In-Ear, On-Ear, Over-Ear oder Open-Ear
Kopfhörer lassen sich grob in vier Gruppen einteilen: In-Ear-Kopfhörer, On-Ear-Kopfhörer, Over-Ear-Kopfhörer und Open-Ear-Kopfhörer. Klassische Sportkopfhörer kommen meist im In-Ear-Format und sitzen mit Flügeln oder Ohrhaken sicher im Ohr.
Alle Geräte im Test verzichten komplett auf Kabel. Die beiden Ohrstöpsel kommunizieren kabellos mit dem Smartphone und miteinander – unser Testsieger Shokz Openrun Pro 2 verbindet beide Ohrteile mit einem Silikonbügel. True Wireless Earbuds bieten überwiegend ein Transportetui mit USB-C, das sie nicht nur sicher verwahrt, sondern zeitgleich auflädt. Das sorgt dafür, dass die Geräte fast immer voll sind.
In-Ear-Kopfhörer punkten zudem durch ihre Bauweise: Die Silikonstöpsel sitzen direkt im Gehörgang, dämpfen Umgebungsgeräusche passiv und liefern oft den besten Bass und detaillierten Klang.
Eine andere Kategorie sind sogenannte Open-Ear-Kopfhörer. Diese sitzen nicht im, sondern vor dem Gehörgang, lassen Umgebungsgeräusche also zu und eignen sich deshalb gut für Aktivitäten im Freien. Beispiele dafür sind die Shokz Openfit, Soundcore Aerofit 2 und Soundcore Aerofit Pro sowie Huawei Freeclip. Diese Bauform empfehlen wir speziell für Jogger sowie Radfahrer. Denn wer im öffentlichen Raum läuft oder mit dem Zweirad unterwegs ist, nimmt zwangsläufig am Straßenverkehr teil. Wichtig ist es hierbei, seine Umgebung mitzubekommen, um gefährliche Situationen zu vermeiden.
Eine exotische Spielart sind zudem Knochenschallkopfhörer wie der Shokz Openrun Pro 2. Die Schallwellen gelangen hier nicht nur durch das Ohr, sondern auch über Vibrationen durch den Schädelknochen – genauer die Wangenknochen – zum Hörzentrum. Der Gehörgang bleibt auch hier frei. Praktisch: Die Schallübertragung über Knochenleitung funktioniert sogar unter Wasser.
Noise Cancelling & Bluetooth
Active Noise Cancelling oder aktives Noise Cancelling (ANC) ist eine Technologie, die Umgebungsgeräusche unterdrückt, indem sie Gegenschall erzeugt. Mithilfe des integrierten Mikrofons erfasst der Bluetooth-Kopfhörer den Umgebungslärm und reagiert darauf. Der Gegenschall wird mit den Umgebungsgeräuschen überlagert, um sie zu neutralisieren. Noise-Cancelling-Kopfhörer eignen sich gut für laute Umgebungen wie Flugzeuge oder Büros, um ein ruhigeres Hörerlebnis zu ermöglichen.
Auch im Fitnessstudio kann es laut sein, da ist Active Noise Cancelling besonders praktisch und blendet störende Geräusche aus. Beim Joggen raten wir In-Ear-Nutzern allerdings dazu, auf einen Ambient-Aware-Modus zu wechseln. Dieser transparente Modus erlaubt es dem Nutzer, Umgebungsgeräusche bewusst wahrzunehmen, indem er die Außengeräusche über die Mikrofone durchlässt, um eine bessere Wahrnehmung der Umgebung zu ermöglichen. Gerade in der Stadt schützt das möglicherweise vor Unfällen. Wer den Sport im Freien liebt, sollte sich mit einem Open-Ear-Modell auseinandersetzen.
Für die kabellose Verbindung erfüllen die meisten hier gezeigten Sportkopfhörer mindestens Bluetooth 5.3. Der Standard bietet eine verbesserte Übertragungsgeschwindigkeit, größere Reichweite und höhere Datenübertragungskapazität im Vergleich zu älteren Bluetooth-Headsets. Er ermöglicht auch die gleichzeitige Verbindung mit mehreren Geräten. Die aktuellste Version ist Bluetooth 6. Diese verbessert unter anderem Effizienz, Stabilität und Funktionen rund um LE Audio. Bis sich die neue Version flächendeckend durchsetzt, sollte es jedoch noch eine Weile dauern.
Welche Sportkopfhörer halten am besten?
Sportkopfhörer im In-Ear-Format bringen neben mehreren Aufsätzen häufig auch verschieden große Silikon-Flügel mit. Für die perfekte Passform sollte man etwas experimentieren und unterschiedlich große Stöpsel und Flügel ausprobieren. Dabei muss man nicht auf beiden Seiten die gleichen Größen verwenden, Ohren können unterschiedlich sein. Ein guter Sitz sorgt nicht nur für mehr Sicherheit, sondern kann auch die Klangqualität deutlich erhöhen. Zwangsläufig muss aber nicht jeder In-Ear solche Flügel anbieten, wie sich in unseren Test zeigt, halten auch klassische Modelle mitunter hervorragend im Ohr.
Ohrhaken bieten die höhere Sicherheit bei dynamischen Bewegungen wie Sprints oder HIIT. Sie verhindern zuverlässig, dass die Hörer aus dem Ohr fallen. Toll sind auch Modelle im Clip-On-Format. Diese klemmen vergleichbar einem Ohrring am Ohr.
Auch physische Tasten sind im Sportkontext praktisch: Sie lassen sich auch mit verschwitzten Fingern oder bei Regen sicher bedienen, während Touch-Steuerungen oft Fehleingaben produzieren.
| 0 | ungeschützt | 0 | ungeschützt |
| 1 | Schutz gegen Fremdkörper > 50 mm / Schutz gegen Berührung mit dem Handrücken | 1 | Schutz gegen Tropfwasser |
| 2 | Schutz gegen Fremdkörper > 12 mm / Schutz gegen Berührung mit dem Finger | 2 | Schutz gegen Tropfwasser < 15 °C |
| 3 | Schutz gegen Fremdkörper > 2,5 mm / Schutz gegen Berührung mit Werkzeugen | 3 | Schutz gegen Sprühwasser |
| 4 | Schutz gegen Fremdkörper > 1 mm / Schutz gegen Berührung mit Draht | 4 | Schutz gegen Spritzwasser |
| 5 | Schutz gegen Staub / Schutz gegen Berührungen | 5 | Schutz gegen Strahlwasser |
| 6 | staubdicht, Schutz gegen Berührung | 6 | Schutz gegen schweres Strahlwasser |
| 7 | Schutz gegen zeitweises Untertauchen | ||
| 8 | Schutz gegen dauerhaftes Untertauchen |
Wie wichtig ist die Akkulaufzeit?
Die Akkulaufzeit von Trainingskopfhörern variiert stark. Die meisten Modelle bieten zwischen 6 und 12 Stunden Wiedergabezeit – mit Ladecase oft 24 bis 36 Stunden. Für eine Trainingseinheit reicht das mehr als aus, für längere Outdoor-Trainings oder mehrtägige Touren ohne Ladegelegenheit wird es schon enger.
Praktisch sind Schnellladefunktionen: Viele Modelle liefern nach nur 10 Minuten Ladezeit mehrere Stunden Wiedergabe. Wer täglich trainiert und keine Lust auf permanentes Nachladen hat, sollte auf mindestens 8 Stunden Laufzeit am Stück achten. Der Shokz Openrun Pro 2 schafft sogar 12 Stunden – ein Spitzenwert in der Kategorie – kommt allerdings ohne Ladecase zum Zwischenladen.
Welche Kopfhörer sind am besten zum Joggen?
Beim Joggen im öffentlichen Raum ist die Wahl klar: Open-Ear-Kopfhörer wie der Shokz Openrun Pro 2 oder der Soundcore Aerofit 2 Pro sind erste Wahl. Sie lassen Verkehrsgeräusche durch und erhöhen damit die Sicherheit massiv. Wer auf der Laufbahn oder im Wald unterwegs ist und keinen Verkehr fürchten muss, kann auch zu In-Ear-Modellen greifen – und im Zweifelsfall den Transparenzmodus einschalten. Wichtig beim Laufen: Der Sitz muss bombenfest sein, denn jeder Schritt erschüttert die Hörer. Auch die Schweißresistenz ist beim Laufen entscheidend – Mindeststandard ist IPX4.
Markt und Trends bei Sportkopfhörern
Der weltweite Markt für Sportkopfhörer wächst rasant. Laut Branchenanalysen steigt das Volumen von 5,6 Milliarden Dollar im Jahr 2024 auf voraussichtlich 20,9 Milliarden Dollar bis 2034 – ein jährliches Wachstum von 14,1 Prozent. Treiber ist das wachsende Fitness- und Gesundheitsbewusstsein vieler Verbraucher. Sportkopfhörer entwickeln sich vom Nice-to-have zum unverzichtbaren Trainingspartner. Hersteller reagieren mit immer spezialisierteren Modellen: Open-Ear-Designs für Läufer, robuste In-Ear-Earbuds fürs Studio, wasserdichte Knochenschallkopfhörer für Schwimmer. Die Auswahl wird für jeden Sportler größer – die Wahl entsprechend schwieriger.
Worauf muss ich beim Kauf eines Sportkopfhörers achten?
Die Wahl des idealen Sportkopfhörers hängt von der Art des Trainings, der Ohrform und den persönlichen Vorlieben ab. Dabei sind mehrere Punkte entscheidend: die Übertragungsweise (Bluetooth oder kabelgebunden), die Bauweise (In-Ear, On-Ear, Over-Ear oder Open-Ear), die Schutzklasse gegen Schweiß und Wasser sowie die Akkulaufzeit. Zusätzliche Funktionen wie Noise Cancelling oder integrierte Pulsmessung erhöhen den Nutzen, sind aber je nach individuellem Bedarf unterschiedlich wichtig.
Wer hauptsächlich im Fitnessstudio trainiert, profitiert von ANC und festem Sitz. Wer draußen joggt oder Rad fährt, sollte zu Open-Ear oder Knochenschall greifen. Schwimmer benötigen IPX8 und idealerweise einen integrierten Speicher. Kompromisse muss man fast immer eingehen – etwa zwischen perfektem Halt und hohem Tragekomfort oder zwischen langer Akkulaufzeit und kompakter Bauform. Wichtig vor dem Kauf: die eigene Hauptsportart und den typischen Ort des Trainings definieren.
Fazit
Bluetooth-Sportkopfhörer sollten fest sitzen und den Kontakt mit Wasser und Schweiß vertragen. Die von uns vorgestellten Modelle bieten alle einen guten Halt und kommen auch mit Feuchtigkeit zurecht. Noise Cancelling ergibt jedoch nicht bei allen Sportkopfhörern Sinn. Wir raten dazu, In-Ear-Kopfhörer mit ANC nur Indoor zu nutzen. Wer im Freien läuft oder radelt, findet bei einem Open-Ear-Kopfhörer eine spannende Alternative oder sollte zumindest bei In-Ears den transparenten Modus aktivieren.
Unser Testsieger Shokz Openrun Pro 2 überzeugt mit seinem Bügeldesign, der Kombination aus Knochenschall und konventioneller Schallübertragung sowie 12 Stunden Akkulaufzeit. Wer maximale Performance und Noise Cancelling beim Workout will, greift zu den Beats Powerbeats Pro 2. Sparfüchse machen mit den Earfun Air Pro 4+ alles richtig. In jedem Fall gilt: Der beste Sportkopfhörer ist der, der zur eigenen Sportart, zum eigenen Ohr und zum eigenen Trainingsalltag passt.
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