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Sandisk Extreme Pro Dual Drive & Ultra Dual Drive Go im Test
Schon USB-C oder noch USB-A? Den Dual-USB-Sticks ist das egal, denn diese bieten beide Anschlüsse. ComputerBase hat nach dem PNY Duo Link V3 zwei Modelle von Sandisk im Test: das winzige Sandisk Ultra Dual Drive Go mit 128 GB und das schnellere Sandisk Extreme Pro Dual Drive mit 512 GB. Nur eines davon kann überzeugen.
Die beiden USB-Sticks im Überblick
Sandisk Ultra Dual Drive Go 128 GB
Das Sandisk Ultra Dual Drive Go ist mit knapp 4,5 cm Länge und lediglich 6,5 Gramm Gewicht besonders kompakt. Breit gefächert ist nicht nur die Farbauswahl mit Absinthe Green, Lavender, Navagio Bay oder Schwarz, denn die Modelle reichen von 32 GB über 64 GB, 128 GB, 256 GB und 512 GB bis hin zu 1 TB Speicherplatz. Doch erst ab 128 GB gibt es eine versprochene Leseleistung von 400 MB/s laut Hersteller. Die Herstellergarantie liegt bei 5 Jahren.
ComputerBase hat das Modell mit 128 GB in der Farbe Navagio Bay getestet, das Sandisk für 26,99 Euro anbietet. Weitere Informationen liefert das offizielle Datenblatt (PDF).
Sandisk Extreme Pro Dual Drive 512 GB
Das Sandisk Extreme Pro Dual Drive ist mit 8 cm fast doppelt so lang und auch dicker. Es bietet aber die gleiche Dual-Funktion mit Steckerwechsel per Rotation. Statt Kunststoff kommt beim Gehäuse Metall zum Einsatz. Das Gewicht liegt mit 23 Gramm entsprechend höher. Eine Farbauswahl gibt es nicht, jedes Modell „trägt“ Anthrazit. Aufmachung und Funktion sind dem zuvor getesteten PNY Duo Link V3 (Test) sehr ähnlich.
Die Speicherkapazitäten starten erst bei 256 GB und reichen über 512 GB und 1 TB bis hin zu 2 TB. Für alle Modelle nennt Sandisk maximale Transferraten von 1.000 MB/s beim Lesen und 900 MB/s beim Schreiben laut Datenblatt (PDF). Die Garantie wird mit „lifetime“ angegeben, gilt also demnach lebenslang. Allerdings wird eine solche Angabe nicht in allen Regionen akzeptiert, sodass für Deutschland stattdessen 30 Jahre gelten.
ComputerBase hat die Version mit 512 GB getestet, die bei Sandisk 108,99 Euro kostet.
Eckdaten im Vergleich
Testergebnisse
ComputerBase hat die USB-Sticks von Sandisk am üblichen SSD-Testsystem mit Asus B650E-F Strix Gaming Wifi und dem AMD Ryzen 9 7900 getestet. Das Mainboard bietet gleich mehrere USB-Anschlüsse nach USB 3.2 Gen 2 (10 Gbit/s), wie sie der Stick maximal unterstützt. Als Betriebssystem dient Windows 11 Pro 22H2 22621.1413 – der vergleichsweise alte Build dient zur Wahrung der Vergleichbarkeit. Windows-Updates haben nämlich schon mehrfach bewiesen, dass sie einen großen Einfluss auf die Leistung von Massenspeichern haben können.
CrystalDiskMark
Im synthetischen Benchmark CrystalDiskMark erreichen die USB-Sticks von Sandisk mehr oder weniger die Herstellerangaben. Das Extreme Pro Dual Drive liegt mit 1.060 MB/s etwas darüber und nahezu am Limit der Schnittstelle. Beim Ultra Dual Drive Go liegen die 378 MB/s unter dem Herstellerwert (400 MB/s) und dem Schnittstellenlimit von etwa 450 MB/s.
Die Grenze zwischen externen SSDs und USB-Sticks ist zwar fließend. Beim Blick auf die sehr niedrige Leistung beim wahlfreien Lesen (RND4K) wäre das Label „SSD“ an dieser Stelle aber unangebracht. Das gilt insbesondere für das Ultra Dual Drive Go mit knapp 12 MB/s.
Während das Extreme Pro Dual Drive mit rund 1.000 MB/s beim Schreiben erneut die Herstellerangabe (900 MB/s) überbietet, wird deutlich, warum Sandisk beim Ultra Dual Drive Go keine Angaben zur Schreibleistung macht. Rund 80 MB/s sind im Vergleich zum restlichen Testfeld wirklich sehr wenig. Beim wahlfreien Schreiben gab es dann sogar eine glatte „Null“. Das Ergebnis war reproduzierbar.
Schreibleistung in der Praxis
In der Praxis fallen die maximalen Durchsatzraten stets niedriger als unter Idealbedingungen im CrystalDiskMark mit kleiner Datenmenge aus. Erst beim vollständigen Beschreiben am Stück im Praxistest zeigt sich die wahre sequenzielle Schreibleistung, wie sie ein Anwender im Alltag unter Windows 11 erwarten kann. Nur kurzzeitig erreicht das Sandisk Extreme Pro Dual Drive mehr als 500 MB/s, um sich rasch bei etwa 330 MB/s einzupendeln. Die Messungen deuten auf einen SLC-Cache von etwa 10 bis 15 GB hin.
Unter Einsatz von Kühlung über einen Lüfter verbessert sich die Dauerschreibrate leicht auf etwa 350 MB/s. Auch ungekühlt bleibt sie aber stabil. Der Stick von PNY kann zwar kurzzeitig viel schneller, schreibt sonst aber ähnlich schnell und verliert wegen hoher Temperaturen bei Dauerlast erheblich an Leistung.
Schreibleistung nach Füllstand
Beim winzigen Sandisk Ultra Dual Drive Go wird das isolierende Kunststoffgehäuse zum Verhängnis: Hier ist klar eine thermische Drosselung zu beobachten, denn die Schreibrate bleibt mit zusätzlicher Kühlung stabil bei 90 MB/s. Ungekühlt sinkt sie wiederum schon nach wenigen Gigabyte kontinuierlich ab, bis sie bei nur noch 50 MB/s verbleibt.
Zugriffszeiten
Für einen Flash-Speicher-Datenträger der Kategorie USB-Stick ist die Latenz des Sandisk Extreme Pro Dual Drive mit 182 µs sehr ordentlich. So manche externe „SSD“ ist deutlich langsamer und auch der direkte Konkurrent von PNY kann nicht mithalten.
Das Sandisk Ultra Dual Drive Go spielt in einer ganz anderen Liga und zwar der untersten! Die Latenz liegt mit 1.420 µs oder 1,42 Millisekunden weit abgeschlagen hinter allen bisher in diesem Benchmark getesteten SSDs und USB-Sticks. Selbst manche HDD ist schneller (sichtbar durch Ausklappen der vollständigen Liste über das „+“ oben rechts im Diagramm).
USB-Stick erstellen (bootbar)
Der Unterschied in der Schreibleistung und Latenz spiegelt sich abschließend im Praxistest beim Erstellen eines bootbaren USB-Sticks mit Fedora KDE Plasma 43 Live (Linux) oder Windows 11 25H2 über Rufus wider – sei es für die Installation oder im Falle von Linux das Testen der Distribution.
Der Sandisk Ultra Dual Drive Go liegt meilenweit hinter der Konkurrenz zurück. Der Stick von PNY profitiert in diesem Fall davon, ca. 30 GB – ausgehend vom frisch formatierten Zustand – besonders schnell schreiben zu können und setzt sich auf Platz 1.
Temperaturen
Tools erkennen die USB-Sticks von Sandisk zwar, spucken aber keine Temperaturdaten aus, sodass dieser Abschnitt entfallen muss.
Fazit
Nur den doppelten USB-Stecker nach A- und C-Standard haben die Dual-USB-Sticks von Sandisk gemein. Die Unterschiede bei der Leistung sind hingegen noch deutlicher als die Unterschiede bei der Größe.
Das Sandisk Extreme Pro Dual Drive in der Ausführung mit 512 GB kann die Redaktion an dieser Stelle ausdrücklich loben. Die Leistung ist für einen USB-Stick lesend wie schreibend sehr hoch, auch wenn die Werte aus dem Datenblatt im Alltag unrealistisch sind, aber das gilt grundsätzlich für diese Form von Massenspeicher.
Das robuste Metallgehäuse leistet bei der Wärmeabfuhr gute Arbeit, sodass es (anders als beim PNY Duo Link V3) selbst nach über 500 GB am Stück geschriebenen Daten nicht zu einem Einbruch der Schreibrate kommt, die so stets bei über 300 MB/s liegt. Die Latenzmessungen sind ebenfalls gut für diesen Speichertyp, der sich mit mancher externen SSD messen kann. Wer einen flotten USB-Stick mit freier Wahl bei der USB-Buchse sucht, wird hier fündig – eine klare Empfehlung!
Der nicht minder schnelle PNY Duo Link V3 (Test) ist mit 512 (und 256) GB in Deutschland aktuell nicht mehr zu bekommen, mit 1 und 2 TB hingegen schon. Mit 1 TB kostet er mit einem Preis ab 125 Euro nur geringfügig mehr als der Stick von Sandisk mit 512 GB, dafür gibt es allerdings nur zwei Jahre Garantie. Beim robusten Alu-Wende-Chassis nehmen sich beide Konkurrenten nichts.
- Für einen USB-Stick sehr schnell
- Stabile Schreibrate von 330 MB/s
- Keine thermische Drosselung
- Geeignet für USB-C und USB-A
- Robustes Metall-Gehäuse
- 30 Jahre Garantie
Für den Sandisk Ultra Dual Drive Go spricht abseits der schicken Optik (im fragilen Kunststoff-Gehäuse) und der noch kompakteren Ausführung hingegen wenig, außer der potenziell niedrigere Preis. Immerhin: Unter 50 MB/s fielen die Schreibraten nicht. Dass Sandisk in diesem Fall nur die Lesetransferraten bewirbt, ist am Ende aber keine Überraschung.
Insgesamt erhalten Käufer mit diesem USB-Stick eine sehr niedrige Leistung über nahezu alle Disziplinen hinweg. Aufgrund extrem hoher Latenzen (teils auf HDD-Niveau) sind insbesondere wahlfreie Transfers schnarchlangsam – für den CrystalDiskMark war die Leistung teils nicht einmal mehr messbar, sodass „0,0 MB/s“ gemeldet wurden. Das rächt sich auch beim Erstellen eines Boot-Volumens mit Windows 11 oder Linux.
Nur sofern wirklich nicht mehr als „mal in Ruhe ein paar Dateien mitnehmen“ gewünscht ist, ist das Ultra Drive Dual Go mit 128 GB überhaupt einen Blick wert.
- Sehr kompakt und federleicht
- Schicke Farbauswahl
- Geeignet für USB-C und USB-A
- 5 Jahre Garantie
- Sehr geringe Leistung
- Schreibrate unter 100 MB/s …
- … ohne Kühlung nur 50 MB/s
- Sehr hohe Latenzen
- Kunststoff-Gehäuse
ComputerBase hat die USB-Sticks leihweise von Sandisk zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.
(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.
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Pro Jahr nur 100 Stück?: Samsung tritt bei MicroLED-Fernsehern auf die Bremse

Die Fertigung der großen MicroLED-Displays für Fernseher lohnt sich für Samsung nicht. Quellen aus Südkorea sprechen von einem Herunterfahren der Produktion und sogar einem Ausstieg. Die extrem hohen Herstellungskosten bei sehr geringen Stückzahlen gelten als Grund.
Angeblich nur 100 MicroLED-TVs pro Jahr
Darüber berichtet die koreanische Website ET News und beruft sich auf verschiedene anonyme Quellen aus der Branche. „Samsung fährt sein Micro-LED-TV-Geschäft herunter“ heißt es in dem Bericht. Jährlich sollen nur rund „100 Stück“ von den teuren Micro-LED-Fernsehern verkauft worden sein. Die Preise lagen bei umgerechnet über 50.000 Euro pro Stück. Entsprechend klein ist der Markt.
Herstellung nicht profitabel
Da die Fertigung der winzigen MicroLEDs komplex und teuer ist, wurden die Fernseher auch nur auf Bestellung hergestellt, heißt es weiter. Die Produktion sei nun aber „bereits eingestellt“ worden, behauptet eine der Quellen, laut der die Panel-Fertigung nun stattdessen ausgelagert werde.
Das könnte also künftig Samsung-Fernseher mit MicroLED-Panels von einem anderen Hersteller bedeuten. Langfristig wolle Samsung aber voraussichtlich ganz aus dem Geschäft mit Micro-LED-Fernsehern aussteigen, vermutet ein „Display-Experte“.
Micro-RGB-Backlight im Fokus
Zuletzt hatte Samsung auf Messen im Fernseherbereich die Aufmerksamkeit auf die neue Micro-RGB-Backlight-Technik gelenkt. Bei dieser handelt es sich um eine Variante der lang etablierten und günstigen LCD-Technik, die mit winzigen Backlight-Dioden kombiniert wird.
Für Smartwatches ist MicroLED noch ein Thema
Eine völlige Abkehr von der Technik wird aber nicht erwartet, denn in deutlich kleinerem Format für Produkte wie Smartwatches oder AR-Brillen (Augmented Reality) gehöre der MicroLED-Technik die Zukunft. Garmin hatte mit der fenix 8 Pro Serie erst im vergangenen Jahr die erste Smartwatch mit MicroLED-Display eingeführt. Gerüchte über MicroLED-Displays für eine kommende Apple Watch wechseln sich immer wieder mit Gerüchten über eine Einstellung dieser Pläne ab. Letztlich dürften auch hier die Kosten eine Rolle spielen und die Umsetzung zumindest verzögern.
Auch LG soll MicroLED-Ambitionen gezügelt haben
Schon vor knapp zwei Jahren gab es Berichte, dass die Display-Sparten von Samsung wie auch LG ihre MicroLED-Ambitionen heruntergeschraubt hätten, da die Herstellung schlicht nicht profitabel sei. Zudem könne die Konkurrenz aus China wie TCL die Preise dank geringerer Lohnkosten weiter drücken.
Die Redaktion dankt Community-Mitglied „Suspektan“ für den Hinweis zu dieser News.
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Sony Alpha 7R VI: Voll gestapelter Sensor liefert 30 FPS bei 66,8 Megapixeln
Sony bringt mit der Alpha 7R VI erstmals einen Stacked-CMOS-Sensor in die hochauflösende R-Serie und kombiniert 66,8 Megapixel mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde. Die neue spiegellose Vollformatkamera rückt damit auch bei Geschwindigkeit und Autofokus deutlich näher an die Topmodelle der Alpha-1-Serie.
66,8 Megapixel × 30 FPS
Herzstück der neuen Kamera ist ein neu entwickelter, rückwärtig belichteter Exmor-RS-Vollformatsensor mit 66,8 Megapixeln und vollständig gestapelter („stacked“) Architektur, der ganze 16 Blendenstufen Dynamikumfang bei mechanischem Schluss bietet. Unterstützt wird er von einem ebenfalls neuen Bionz-XR2-Bildprozessor samt dedizierter KI-Einheit. In der Kombination sind bei elektronischem Verschluss erstmals in der R-Serie Serienaufnahmen mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde in 14-Bit-RAW möglich – inklusive Blackout-freiem Sucherbild. Zuvor war mit der Alpha 7R V mit 61 Megapixeln schon bei 10 Bildern pro Sekunde Schluss. Mit mechanischem Verschluss bleibt es wiederum auch bei der Alpha 7R VI genau dabei.
Bislang waren vollständig gestapelte Bildsensoren innerhalb von Sonys Alpha-Reihe den besonders schnellen Modellen der A1- und A9-Serie vorbehalten. Die A7R-Linie bot zwar traditionell die höchste Auflösung im Vollformatsegment, war bei der Sensorauslesung aber vergleichsweise langsam. Der Vorgänger Alpha 7R V benötigt für das elektronische Auslesen des Sensors rund 100 ms und eignet sich damit nur eingeschränkt für schnelle Motive. Mit der Alpha 7R VI soll sich das grundlegend ändern. Sony spricht bei 19,5 ms von einem rund 5,6-fach schnelleren Auslesen.
An die Alpha 1 II mit weniger als 4 ms reicht die Kamera damit zwar nicht heran, für viele Szenarien außerhalb professioneller Sportfotografie sollte die Geschwindigkeit fortan aber kein Hindernis mehr darstellen. Ein Grund für die vergleichsweise niedrige Auslesegeschwindigkeit trotz vollständig gestapeltem Sensor ist darin zu finden, dass Sony – im Gegensatz zu aktuellen α1- und α9-Modellen – auf eine integrierte DRAM-Schicht im CMOS-Sensor verzichtet, um im Gegenzug eine zusätzliche signalverarbeitende Schicht umzusetzen, auf die wiederum der höhere Dynamikumfang zurückgeführt werden kann.
Autofokus mit KI-Unterstützung und Pre-Capture
Beim Autofokus setzt Sony weiterhin auf ein Hybrid-AF-System mit 759 Phasenautofokuspunkten, erweitert dieses jedoch um einen neuen Echtzeit-Erkennungs-AF+. Die KI-gestützte Motiverkennung analysiert dabei Körperhaltung und Bewegungsmuster anhand eines skelettbasierten Modells und soll insbesondere kleine, temporär verdeckte oder weiter entfernte Motive zuverlässiger verfolgen können. Erkannt werden Menschen, Tiere, Vögel, Insekten, Autos, Züge und Flugzeuge. Zusätzlich bietet die Kamera einen automatischen Motiverkennungsmodus. Möglich sind bis zu 60 Autofokus-Berechnungen pro Sekunde, wohingegen es bei der Alpha 1 II bis zu 120 AF-Berechnungen pro Sekunde sind.
Die maximale Serienbildgeschwindigkeit von 30 Bildern pro Sekunde lässt sich zudem mit einer Pre-Capture-Funktion kombinieren. Dabei speichert die Kamera Bilder bereits temporär vor dem vollständigen Durchdrücken des Auslösers, um sie im Fall einer Auslösung permanent auf der SD-Karte ablegen zu können. Der Vorlaufpuffer lässt sich zwischen einer Sekunde und 0,03 Sekunden konfigurieren. Ebenfalls integriert ist eine Speed Boost-Funktion, mit der sich die konfigurierte Serienbildgeschwindigkeit kurzfristig steigern lässt. Anders als bei α1 II und α9 III fehlt der α7R VI allerdings der dedizierte C5-Knopf auf der Vorderseite des Gehäuses.
Neuer OLED-Sucher, neuer Akku und beleuchtete Tasten
Sony überarbeitet auch das Gehäuse, wenngleich die R-Serie grundsätzlich beim Design- und Bedienkonzept der übergreifenden α7-Produktkategorie bleibt. Der elektronische Sucher löst weiterhin mit 9,44 Millionen Bildpunkten auf, nutzt nun aber ein neues OLED-Panel. Dieses soll rund dreimal heller sein als beim Vorgänger, den DCI-P3-Farbraum abdecken und 10-Bit-HLG-HDR unterstützen. Damit bietet die Alpha 7R VI erstmals eine HDR-Vorschau direkt im EVF. Das rückseitige 3,2-Zoll-Display mit 2,1 Millionen Bildpunkten übernimmt Sony weitgehend unverändert von der Alpha 7R V. Der Monitor bleibt als kombinierte Klapp- und Schwenklösung ausgeführt.
Neu sind hingegen beleuchtete Tasten auf der Kamerarückseite. Über einen separaten Licht-Button lassen sich unter anderem C1-, C3-, AF-ON-, AEL-, Fn-, Wiedergabe-, Löschen- und Menü-Taste beleuchten. Die Helligkeit ist dreistufig regelbar. Die Funktion richtet sich insbesondere an Nacht-, Landschafts- und Astrofotografen.
Mit der Alpha 7R VI verabschiedet sich Sony außerdem vom langjährig genutzten NP-FZ100-Akku mit 2.280 mAh. Stattdessen kommt erstmals der NP-SA100 mit 2.670 mAh zum Einsatz. Die effektive Kapazität steigt laut Sony um rund 27 Prozent. Nach CIPA-Standard sollen bis zu 710 Aufnahmen über das Display beziehungsweise 600 Aufnahmen über den Sucher möglich sein. Sony legt der Kamera ein neues Doppelladegerät bei. Die bisherigen Akkus älterer Alpha-Modelle werden allerdings inkompatibel.
Neu sind darüber hinaus gleich zwei USB-C-Anschlüsse; der Micro-USB-Anschluss entfällt. Einer der beiden USB-C-Ports unterstützt gemäß USB 3.2 Gen 2 Datenübertragungen mit bis zu 10 Gbit/s, der zweite dient mit USB 2.0 in erster Linie dem Aufladen des Akkus oder der dauerhaften Stromversorgung der Kamera.
Stabilisierung, Weißabgleich und Video mit Verbesserungen
Der integrierte 5-Achsen-Bildstabilisator kompensiert laut Sony nun bis zu 8,5 Blendenstufen in der Bildmitte beziehungsweise bis zu 7 Blendenstufen am Rand. Vorher waren es 8 Blendenstufen in der Bildmitte. Auch der automatische Weißabgleich wurde überarbeitet. Ein zusätzlicher Infrarotsensor sowie Deep-Learning-Algorithmen sollen insbesondere bei Mischlicht und schwierigen Schattenbereichen präzisere Ergebnisse liefern.
Für Videoaufnahmen erweitert Sony die Funktionen ebenfalls deutlich. 8K-Aufnahmen unterstützt die Alpha 7R VI jetzt mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde statt bislang 24 FPS. Dabei bleibt allerdings ein Crop-Faktor von ×1,2 bestehen. 4K hingegen liest die Kamera über die volle Sensorbreite aus und unterstützt bis zu 120 FPS ohne zusätzlichen Crop. Bei gewöhnlicher Umgebungstemperatur sollen bis zu 120 Minuten ununterbrochener 8K-Aufnahme möglich sein, so Sony.
Neu ist außerdem ein Dual-Gain-Aufnahmemodus für Videos bis 4K bei 30 FPS. Ähnlich wie Panasonics DR-Boost-Technologie kombiniert Sony dabei die beiden Conversion-Gain-Ausgänge des Sensors, um den Dynamikumfang zu erhöhen. Der Modus reduziert allerdings die Auslesegeschwindigkeit, wodurch Rolling-Shutter-Effekte potenziell zunehmen können. Abseits dessen lässt sich RAW-Video weiterhin nicht intern speichern, kann aber extern über HDMI ausgegeben werden.
Marktstart mit neuem f/4.5-Telezoom
Die maßgeblichen Verbesserungen zum Vorgänger konzentrieren sich somit auf die deutlich höhere Serienbild- und Auslösegeschwindigkeit des Sensors, einen höheren Dynamikumfang, eine bessere fortlaufende Motiverkennung und einen helleren OLED-Sucher. Sony lässt sich das Gesamtpaket gemäß unverbindlicher Preisempfehlung mit 5.099 Euro bezahlen. Damit überschreitet die α7R-Serie erstmals die Marke von 5.000 Euro. Insofern rückt die Alpha 7R VI auch preislich zwischen die α7- und α1-Produktkategorie. Erhältlich ist die Kamera ab Juni 2026.
Parallel hat Sony auch ein neues Supertelezoomobjektiv der GM-Reihe vorgestellt. Das FE 100-400mm F4.5 GM OSS an bietet zum UVP von 4.999 Euro eine durchgehende Offenblende von f/4.5 bei internem Zoommechanismus. Möglich machen das 28 Linsenelemente in 20 Gruppen, darunter zwei asphärische, zwei ED- und drei Super-ED-Linsen. Das Objektiv ist mit Sonys Telekonvertern kompatibel, bietet einen Filtereinschub und kommt auf ein Gewicht von 1.840 Gramm. Als Zielgruppe identifiziert Sony insbesondere Tier- und Vogelfotografen sowie die Sportfotografie.
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16 statt 8 GB VRAM: Mehr Speicher für die GeForce RTX 3070 aus dem Hobbykeller

Kann man eine RTX 3070 mit 16 anstelle der normalen 8 Gigabyte bestücken? ComputerBase-Leser AssassinWarlord hat sich auf die Reise begeben und sie in seinem Leserartikel „Projekt: RTX3070 Umbau auf 16GB mit 8GB/16GB Schalter“ dokumentiert. Die Antwort ist ein eindeutiges „Ja“, allerdings nicht ohne unerwartete Hürden.
Zwei defekte Grafikkarten ergeben eine neue
Die Basis des Umbaus von AssassinWarlord lieferten zwei defekte Komponenten: Eine GeForce RTX 3070 Gaming von Gigabyte (Test) mit defektem Speicher und eine AMD Radeon RX 6900 XT mit beschädigter GPU. Das Motto lautete also: Aus zwei mach eins.
Das klingt einfacher, als es ist, denn der Leserartikel beschreibt eine ziemliche Reise, die mit dem Kauf einer AliExpress-Schablone mit selbst gebauter Halterung aus dem 3D-Druck begann. „Eigentlich gar nicht so schwer das ganze“, hält der Bericht trocken fest. Auch die RTX 3070 musste durch Ersetzen abgerissener Widerstände noch repariert werden, bevor der eigentliche Umbau beginnen konnte.
Umlöten alleine reicht nicht
Mit dem Austausch der Speicherchips durch die Exemplare der Radeon-Grafikkarte war es allerdings nicht getan. Der Karte muss auch mitgeteilt werden, welcher Speicher von welchem Hersteller in welcher Menge nun verbaut ist. Dies sei durch durchgesickerte Servicedokumente und den Umstand, dass es laut AssassinWarlord 16-GB-Karten als Prototypen gegeben haben muss, prinzipiell durch Ändern von Widerständen auf der Karte möglich: Sie aktivieren als eine Art Schalter verschiedene Speicher-Profile.
Ich konnte problemlos ein Benchmark laufen lassen, wenn es bis dahin kein Blackscreen gab. Unter Last also lief die Karte problemlos, auch 1h Furmark war kein Problem. Aber sobald man das Bench-Programm geschlossen hat, gab’s ein Crash. Auch Speicher Übertakten oder stark Untertakten änderte rein gar nichts.
AssassinWarlord
Dadurch wurde die RTX 3070 zwar als 16-GB-Karte erkannt, lief aber nicht stabil – zumindest nur unter Last im Furmark-Stresstest, nicht aber beim Wechsel von Lastzuständen. Für weitere Tests lötete AssassinWarlord deshalb einen Schalter auf die Karte, der die Konfiguration der Widerstände zwischen 8-GB- und 16-GB-Variante tauscht.
Einen wesentlichen Hinweis lieferte die Erkenntnis, dass ein festgesetzter Speichertakt Abstürze eliminierte, aber 10 bis 15 Prozent Leistung kostete. Im 8-GB-Modus lief die Karte hingegen ohne Abstürze und Software-Änderungen mit voller Regelleistung.
Ein intensiver Test im 8GB Modus zeigt – die Karte lief Stabil, also liegt es nicht an den Speicherchips, sondern muss etwas mit den Timings im Bios zu tun haben.
AssassinWarlord
Der Schuldige waren tatsächlich Timings, die für die hinterlegte 16-GB-Konfiguration offenbar nicht final seien, notiert der Tüftler im Leserartikel. Und sich nicht ändern lassen, da Änderungen am BIOS der Grafikkarte einen erfolgreichen Systemstart verhindern. Die Lösung: Das Heruntertakten des Speichers über ein Skript unter Windows zu verhindern, auf Kosten des Verbrauches im Leerlauf, der nun 70 Watt erreichte. Weil der Verbrauch damit ohnehin nicht mehr auf Effizienz getrimmt war, modifizierte der experimentierfreudige Leser die Karte gleich noch weiter, um das werksseitige Power-Limit von 220 auf 370 Watt anzuheben.
Alle spannenden Details und Benchmarks, die die Auswirkungen auf die Leistung von Übertaktung und Speicherverdopplung zeigen, finden sich im Leserartikel „Projekt: RTX3070 umbau auf 16GB mit 8GB/16GB Schalter“.
Feedback und Hinweise ausdrücklich erwünscht
Rückfragen, Anregungen sowie Lob und Kritik zum Leserartikel sind in den Kommentaren zu dieser Meldung sowie in dem entsprechenden Thread wie immer ausdrücklich erwünscht. Auch Hinweise zu weiteren Leserprojekten oder Erfahrungsberichten werden gerne entgegengenommen.
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