Entwicklung & Code
Spotify-Co-CEO: Top-Entwickler schreiben dank KI keinen Code mehr
Dieser Satz von Spotify-Co-CEO Gustav Söderström sorgt für Diskussionen: „Wenn ich mit meinen erfahrensten Ingenieuren spreche, den besten Entwicklern, die wir hatten, sagen sie, dass sie seit Dezember keine einzige Zeile Code mehr geschrieben haben. Sie generieren nur noch Code und überwachen ihn.“ Die Aussage aus der Analystenkonferenz zu den jüngsten Geschäftszahlen stößt im Netz auf gemischte Reaktionen: Während die einen fasziniert davon sind, wie stark Spotify die KI-Transformation in seinem Unternehmen vorangetrieben hat, womit Söderström vermutlich auch werben sollte, nehmen andere daran Anstoß. Das sei doch ein Kontrollverlust und kein Qualitätsmerkmal, kommentieren Kritiker.
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Tatsächlich soll aber gerade die Kontrolle in der Softwareentwicklung bei Spotify bedeutsamer denn je geworden sein. Mit seiner Aussage in der Analystenkonferenz (Transkript bei Seekingalpha) wies Söderström auf einen fundamentalen Wandel in der Arbeitsweise hin. Und nicht ohne Grund stellte er vermutlich heraus, dass es gerade die besten Entwickler sind, die keinen Code mehr schreiben.
Vom Spieler zum Trainer
KI übernimmt in dieser Neuordnung die aktive Programmierung, während Entwickler – um es mit der Sportart Fußball zu vergleichen – zunehmend vom Spieler zum Trainer werden. Über Sieg oder Niederlage entscheiden Strategie und Vorbereitung der Spieler, nicht die Fähigkeit, den Ball selbst über den Platz zu bewegen. Und der Trainer muss während des Spiels alles im Auge behalten. Mit Einwechselungen und Zurufen nimmt er Einfluss auf das Spielgeschehen. Bezogen auf die Entwicklung wäre dies das Feedback an die KI, das Festlegen von Prioritäten und Reihenfolgen und das Beurteilen ihrer Leistung. Auch vor dem Einsatz agentischer KI haben erfahrene Entwickler architektonische Entscheidungen getroffen – mit der KI verlagert sich der Fokus noch mehr.
Spotify nutzt hierfür ein selbst entwickeltes System namens „Honk“ zur Beschleunigung von Coding und Produktentwicklung. Als technische Basis hierfür kommt Claude Code von Anthropic zum Einsatz. Entwickler können per Slack vom Smartphone aus Änderungen an der App beauftragen und etwa Bugfixes oder neue Funktionen hinzufügen. Das Ergebnis bekommen sie als Testversion zurückgespielt und geben der KI Feedback, bis der gewünschte Reifegrad erreicht ist.
Umfangreiche Infrastruktur aufgebaut
Spotifys Erfolg mit KI-gestützter Entwicklung basiert nicht primär auf Claude Code selbst, sondern auf jahrelanger Infrastruktur-Arbeit. Seit dem Jahr 2020 nutzt Spotify „Backstage“, ein Portal, das als zentrale Anlaufstelle dient. Jeder im Unternehmen kann dort nachvollziehen, welches Team welchen Code verantwortet und wie die Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Komponenten aussehen.
Darauf aufbauend entwickelte Spotify ab 2022 „Fleet Management“ – ein Framework, das Code-Änderungen über hunderte oder tausende Repositories gleichzeitig durchführen kann. Die Integration des Claude Agent SDK erfolgte erst im Juli 2025.
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Spotify-Co-CEO: Erst der Anfang
Spotify gehört zu einer kleinen Elite: Laut einer Deloitte-Studie von 2025 nutzen nur 11 Prozent der Organisationen Agentic AI in der Produktion. 30 Prozent explorieren das Thema, 38 Prozent betreiben Pilotprojekte.
Söderström sieht den aktuellen Stand nicht als Endpunkt: „Wir sehen dies nicht als Ende der Entwicklung bei KI, sondern erst als Anfang.“ Spotify plane weitere KI-Integration in Entwicklungsprozesse. Unklar bleibt freilich, ob sich das am Ende nicht doch auch auf die Job-Sicherheit der Entwickler auswirkt. Gespart werden könnte hier vor allem an Nachwuchskräften, denen die Erfahrung fehlt, die KI zu steuern. In Deutschland zeichnet sich ein solcher Trend bereits ab. Kritiker befürchten indessen, dass Entwickler zunehmend ihre praktischen Coding-Kenntnisse verlieren.
(mki)
Entwicklung & Code
Software Testing: TACON – Eine Praxis-Konferenz rund um Testautomatisierung
In dieser Episode sprechen Richard Seidl und André Köhler über die TACON, eine Konferenz mit klarem Fokus auf Testautomatisierung. Die beiden beleuchten, warum sie entstanden ist, was sie unterscheidet und wohin sie sich entwickelt. Praxisberichte aus Unternehmen, offene Einblicke in Stolpersteine und ein lernfreundliches Format prägen das Programm. Die familiäre Größe mit rund 130 Teilnehmenden und der feste Standort Leipzig schaffen Nähe, kurze Wege und abends tiefe Gespräche. Neue Elemente wie eine Gaming Area bringen Leichtigkeit.
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André Köhler ist Gründer und Geschäftsführer von summit. Das Team von summit richtet zahlreiche Fachkonferenzen, Kongresse und Community Days rund um IT-Managementthemen aus. Dazu gehört auch die TACON (Test Automation Conference), die einmal jährlich stattfindet und interessierte Personen aus dieser Domäne zusammenbringt. Köhler ist darüber hinaus Professor für IT-Management an der IU Internationale Hochschule, wo er zu IT-Servicemanagement und IT-Projektmanagement lehrt und forscht.
Software-Testing im Gespräch
Bei diesem Format dreht sich alles um Softwarequalität: Ob Testautomatisierung, Qualität in agilen Projekten, Testdaten oder Testteams – Richard Seidl und seine Gäste schauen sich Dinge an, die mehr Qualität in die Softwareentwicklung bringen.
Die aktuelle Ausgabe ist auch auf Richard Seidls Blog verfügbar: „Eine Praxis-Konferenz rund um Testautomatisierung – André Köhler“.
(mai)
Entwicklung & Code
Super Productivity 18.0: Aufgaben automatisieren statt Handarbeit
Die Aufgabenverwaltung Super Productivity bringt in Version 18.0 ein regelbasiertes Automationssystem, konfigurierbare Issue-Provider, Deadline-Funktionen und Sicherheitsverbesserungen in der Electron-Basis. Das Open-Source-Projekt erscheint für Linux, macOS, Windows, Android und iOS.
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Das neue Automatisierungssystem
Kern der neuen Version ist ein Automationssystem. Nutzer definieren Regeln, die bei bestimmten Auslösern automatisch Aktionen ausführen. Die Regeln unterstützen Titelabgleiche per Regex sowie eine Bedingung für Titelpräfixe („Titel beginnt mit“). Regex (Regular Expressions) sind musterbasierte Suchausdrücke, mit denen sich Titel präziser erfassen lassen als mit einfachen Textfiltern. Damit lassen sich typische Triage- oder Inbox-Abläufe automatisieren.
Die Anbindung an externe Systeme wie Jira, GitHub oder GitLab wird flexibler. Super Productivity erlaubt jetzt, das Polling-Intervall zu konfigurieren – also festzulegen, wie oft die App entfernte Dienste nach Änderungen abfragt. Importierte Vorgänge erhalten auf Wunsch automatisch Standard-Tags und Standard-Notizen. Neu sind außerdem eine Zwei-Wege-Feldsynchronisation und Erweiterungen unterstützen nun auch das Löschen entfernter Issues. Der Google-Calendar-Provider wird nun als mitgeliefertes Plugin eingebunden.
Aufgaben in der Task-Ansicht lassen sich jetzt nach Fälligkeit sortieren, gruppieren und filtern. Die Ansicht unterscheidet dabei Zeitfenster wie „heute“, „morgen“ oder „diese Woche“. Beim Ziehen einer Aufgabe in den Kalender zeigt eine Vorschau, wie lang der geplante Zeitblock wird. Unteraufgaben heben sich in Suchergebnissen visuell stärker ab.
Mobil: Wischgesten, besseres OAuth
Die Mobilversionen bekommen unter anderem ein Rechtswischen zum Abhaken, touchfreundlichere Kontextmenüs und vertikal begrenztes Drag-and-drop auf kleinen Displays. Android zeigt jetzt auch Erinnerungen aus der Hintergrundsynchronisation an.
Sicherheitsrelevant: Für Google-OAuth nutzt die App auf Mobilgeräten nun den Systembrowser statt einer eingebetteten WebView. Das entspricht der Empfehlung aus RFC 8252 für native Apps – ein externer Browser trennt Cookies und Seiteninhalt von der App. Google blockiert OAuth-Anfragen aus eingebetteten WebViews ohnehin.
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Electron-Basis abgesichert
Auf dem Desktop aktiviert Super Productivity die webSecurity in Electron wieder und ergänzt einen Permission-Handler. Das ist kein kosmetischer Eingriff: Ohne webSecurity fällt die Same-Origin-Policy, und die App kann unsichere Inhalte domänenübergreifend ausführen. Electrons eigene Sicherheitsdokumentation warnt ausdrücklich davor, diese Einstellung in Produktionsanwendungen abzuschalten.
Das Preload-Skript wird nun mit esbuild gebündelt, was die Nutzung des Electron-Sandbox-Modus erleichtert. In sandboxierten Renderern gibt es keine vollständige Node.js-Umgebung; privilegierte Aufgaben laufen über IPC zum Hauptprozess. Preload-Skripte behalten dabei nur einen begrenzten Satz an Node- und Electron-APIs. Das verkleinert die Angriffsfläche.
Mehrere Sync-Fehler haben die Entwickler ebenfalls behoben: ein falscher „in sync“-Status bei Fehlern, der Verlust von Auth-Daten nach temporären Serverproblemen und Abstürze der Markdown-Synchronisation beim Anlegen von Unteraufgaben während einer Sync-Oszillation. Die Sync-Server-Bereitstellung validiert jetzt Caddyfile und Container.
Neues Theme, überarbeitetes Onboarding
Ferner bringt Version 18.0 ein minimalistisches Zen-Theme, ein überarbeitetes Onboarding mit Preset-Auswahl und lokalisierten Beispielaufgaben, klickbare Links in Aufgabentiteln, Tastenkürzel für Fett- und Kursivschrift in Kommentaren sowie ein größenverstellbares Always-on-top-Overlay. An Community-Plugins kommen eine Obsidian-Integration und ein StudyForge-Leaderboard hinzu.
Unter der Haube aktualisiert das Projekt Angular und Capacitor, behebt Speicherlecks und validiert die Formate von dueDay und deadlineDay beim Schreiben, um falsche Überfällig-Anzeigen zu verhindern. Der CSV-Export für Arbeitsprotokolle verarbeitet jetzt auch chinesische Zeichen korrekt.
Alle Informationen zu Super Productivity 18.0 finden sich in den Release Notes auf GitHub.
(fo)
Entwicklung & Code
Eclipse Theia: Community-Release 2026-02 integriert GitHub Copilot
EclipseSource hat verkündet, dass das neue Community-Release 2026-02 für Eclipse Theia fertig ist. Die Community-Releases der Plattform zum Erstellen von integrierten Entwicklungsumgebungen (IDEs) und Tools für das Web und den Desktop erscheinen vierteljährlich.
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Sie legen im Gegensatz zu den meist monatlich erscheinenden regulären Releases den Fokus stärker auf Stabilität und Kompatibilität. In der neuen Version finden Entwicklerinnen und Entwickler Features aus den Theia-Versionen 1.67 und 1.68, die sich unter anderem um künstliche Intelligenz drehen.
Rund um KI: GitHub-Copilot-Integration und Agent Skills
Das neue Community-Release bietet eine GitHub-Copilot-Integration sowohl für die Theia IDE als auch für alle mit Theia AI gebauten Tools. Wer bereits ein bestehendes GitHub-Copilot-Abo besitzt, kann dieses direkt ohne zusätzliche API-Keys oder Abos einsetzen. Dieses Feature stammt aus Eclipse Theia 1.68, ebenso wie Agent Skills. Diese befinden sich noch im Alpha-Status und ermöglichen es, Agenten mit wiederverwendbaren Anweisungen und Domänenwissen zu versorgen.
(Bild: TechSolution/Adobe Stock)

Der betterCode() GenAI Summit zeigt am 11. Juni, welche KI-Tools für welche Aufgaben geeignet sind und wie die KI-Integration effizient funktioniert. Außerdem thematisiert er die Auswirkungen der KI-gestützten Softwareentwicklung auf die Security und die Arbeit von Entwicklungsteams.
Terminal Manager vereint mehrere Terminals
Der seit Eclipse Theia 1.67 verfügbare Terminal Manager hat nun auch in das Community-Release Einzug gehalten. Er erlaubt das Verwalten mehrerer Terminals aus einer einzigen Ansicht heraus, mit vertikaler und horizontaler Teilung, Tree-basierter Navigation sowie den Möglichkeiten der Terminal-Umbenennung und ihrer Anordnung per Drag & Drop. Der Terminal Manager lässt sich mit dem Setzen der Einstellung terminal.grouping.mode auf tree aktivieren.

Der Terminal Manager in Eclipse Theia zeigt mehrere Terminals an.
(Bild: EclipseSource)
Alle Neuerungen im Community-Release 2026-02 für Eclipse Theia führt der EclipseSource-Blog auf.
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