Künstliche Intelligenz
Starker Mini-PC mit Ryzen 7, 32 GB RAM & USB4: GMKtec Nucbox K12 im Test
Gute Ausstattung mit Ryzen 7, USB4 und Oculink zum fairen Preis: Das bietet der Mini-PC Nucbox K12 von GMKtec – die Barebone-Version gibt es schon ab 279 Euro.
GMKtec ist ein aufstrebender Hersteller aus Fernost, der im Mini-PC-Nischenmarkt zu den größeren Marken gehört. Die Systeme, die wir zuvor getestet haben, überzeugten insbesondere mit einem Kampfpreis, hatten aber auch einige Schwächen.
Während es sich dabei meist um Mittelklasse-Rechner handelte, testen wir mit der Nucbox K12 nun einen Rechner, der der Oberklasse zuzuordnen ist. Dieser Mini-PC bietet ein interessantes Gesamtpaket zum fairen Preis: Mit einem Ryzen 7 255 H, 32 GB RAM und 1 TB Speicher kostet das System etwa 580 Euro. Zudem bietet es USB4, Oculink und Platz für insgesamt drei SSDs. Auch eine Barebone-Variante ist für attraktive 279 Euro zu haben.
Im Test haben wir das System bei Leistung, Kühlung und Stabilität auf den Prüfstand gestellt und zeigen, wie es sich geschlagen hat. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Ausstattung: Welche Hardware bietet der GMKtec Nucbox K12?
In der GMKtec Nucbox K12 sitzt ein Ryzen 7 H 255, der im August 2025 vorgestellt wurde und nur in China erhältlich ist. Das kennen wir so schon vom Ryzen 7 8745H, den wir etwa im Minisforum UM870 Slim (Testbericht) getestet haben. Dieser ist zum H 255 nahezu identisch, beide verfügen über acht Kerne bei 16 Threads sowie Taktraten zwischen 3,8 GHz und 4,9 GHz. Beide Chips entspringen der Hawk-Point-H-Serie mit Zen-4-Architektur und sind in 4 nm gefertigt. Die TDP (Thermal Design Power) liegt bei 45 W, die maximale Betriebstemperatur bei 100 Grad Celsius.
Als integrierte Grafikeinheit geht die uns bereits gut bekannte Radeon 780M ans Werk, die über 12 CUs (Compute Units), 768 Shader-Einheiten und einen Takt von bis zu 2600 MHz verfügt. Diese hat in vergangenen Tests häufig sogar das Spielen von aufwendigeren Spielen in Full-HD erlaubt – doch ob sie das auch in diesem System schafft, dazu später mehr. Eine NPU (Neural Processing Unit) für KI-Beschleunigung ist nicht vorhanden oder aktiviert.
An RAM bietet der Hersteller die Nucbox K12 mit 32 GB oder 64 GB sowie als speicherlose Barebone-Variante an. Wir haben das Gerät mit 32 GB vorliegen, welche in zwei 16 GB großen SO-DIMM-Modulen mit 5600 MT/s aufgeteilt sind. Diese stammen vom chinesischen Hersteller TWSC (Shenzen Techwinsemi), hierzulande unbekannt und vor allem in günstigen Mini-PCs aus China zu finden.
Als SSD kommt eine CT1000E100SSD8 im Format M.2-2280 zum Einsatz, die sich nach kurzer Recherche als Crucial E100 herausstellt. Diese ist 1 TB (1000 GB; sichtbar im Produktnamen) groß und arbeitet über PCIe 4.0. Ausweislich Crystaldiskmark schreibt sie mit 4406 MB/s und liest mit 4402 MB/s. Das sind solide Werte, aber unter der Maximalangabe des Herstellers „bis 5.000 MB/s“. Daneben gibt es noch zwei weitere, freie SSD-Slots, die sich jeweils mit 8 TB bestücken lassen, sodass das System maximal 24 TB Speicher erreichen kann.
Bei den Anschlüssen zeigt sich die Nucbox K12 stark aufgestellt. Für die Bildausgabe stehen HDMI 2.1 und Displayport 1.4 zur Verfügung sowie USB-C auf der Vorderseite und USB4 auf der Rückseite. Letzterer kann sogar die Eingangsstromversorgung des Mini-PCs herstellen, womit sich der K12 auch über entsprechend starke USB-C-Netzteile (Bestenliste) betreiben lässt. Das ist löblich und bisweilen noch selten unter Mini-PCs, obwohl es bei Laptops bereits seit vielen Jahren üblich ist. Ansonsten kann man den PC auch über das beiliegende, angenehm kompakte 120-W-Netzteil mit Rundhohlstecker betreiben.
Weiterhin bietet die Nucbox K12 noch fünf USB-A-Buchsen (3x USB 3.2 Gen2, 2x USB 2.0) sowie zwei LAN-Buchsen mit 2,5 GBit/s. Überdies gibt es eine OcuLink-Schnittstelle (Optical Copper Link), die über PCIe 4×4 angebunden ist und somit etwa den Anschluss externer Grafikkarten unterstützt.
Drahtlos bietet das System Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.2, wobei als Chipsatz der Mediatek MT7922 (AMD RZ616) eingesetzt wird. Für die LAN-Schnittstelle nutzt das System den Realtek 8125BG.
Performance: Wie schnell ist der GMKtec Nucbox K12?
Der Ryzen 7 8745H hatte in der Vergangenheit bereits recht gut überzeugen können. Entsprechend gehen wir beim Ryzen 7 255 H von einem ähnlich positiven Ergebnis aus. Bevor wir mit den konkreten Benchmarks beginnen, ein kurzer Hinweis vorweg: Zuletzt gab es bei unserem Standard-Benchmark PCMark 10 ein größeres Update mit einem Versionssprung von Workflow 1.x zu 2.x. Entwickler UL Solutions wies dabei in den Changelogs explizit darauf hin, dass die Ergebnisse der beiden Versionen nicht mehr miteinander vergleichbar sind. Aus diesem Grund führen wir bis auf Weiteres Tests mit beiden Workflows durch und geben beide Ergebnisse an, um die Vergleichbarkeit zu allen zuvor getesteten Mini-PCs aufrechtzuerhalten.
Mit dem Workflow der Version 1.x erreicht die Nucbox K12 im Schnitt 7136 Punkte, mit Spitzen bei 6919 und 7225 Punkten. Damit liegt sie 344 Punkte unter dem Minisforum UM870 Slim. Beim Workflow von Version 2.x ist es dann eine deutlich höhere Punktzahl: 8082 Punkte sind es im Schnitt, mit Spitzen bei 8347 und 7499 Punkten. Der Gaming-Benchmark 3DMark Time Spy attestiert dem System ein Gesamtergebnis von 3264 Punkten, das sich aus 2906 Grafik-Punkten und 10.844 CPU-Punkten zusammensetzt. Auch dieses liegt damit etwas unter dem 870 Slim (Gesamt: 3365; GPU: 2997; CPU: 11.075).
Bei Cinebench R24 erreicht die Nucbox K12 101 Single-Core-Punkte und 928 Multi-Core-Punkte. Beim Cross-Plattform-Benchmark Geekbench 6 sind es 2567 (Single-Core) und 12.874 Punkte (Multi-Core). Im OpenCL-Grafiktest erzielt die 780M 30.110 Punkte.
GMKtec Nucbox K12 – Bilderstrecke
Kommen wir noch zu den Tests mit richtigen Spielen. Wir setzen hierbei auf Full-HD-Auflösung und versuchen die Games Anno 1800, Counter Strike 2, Cities Skylines 2 sowie The Witcher 3: Wild Life.
Bei Anno 1800 können wir das Spiel selbst in hohen Presets mit FSR-Upsampler (AMD Fidelity FX Super Resolution) auf Leistung mit stabilen 30 FPS spielen. Im mittleren Preset sind es meist 60 FPS. Das ist ein gutes Ergebnis. Weiter zu Counter Strike 2: Dieses können wir selbst in hohen Settings mit stabilen 60 FPS spielen, im Preset mittel sind es dann bis zu 117 FPS. Damit ist der Ego-Shooter absolut flüssig spielbar. Auch The Witcher 3 läuft überzeugend auf dem K12 mit 59 FPS im hohen Preset. Cities Skylines 2 hingegen ist unspielbar, das Spiel läuft selbst in niedrigen Optionen nur mit 17 FPS, bei mittel sind es 7 bis 14 FPS. Damit zeigt sich die Nucbox K12 erstaunlich potent und vielseitig für Spiele.
Verbrauch: Wie hoch ist die Leistungsaufnahme des GMKtec Nucbox K12?
Der Verbrauch des Mini-PCs liegt im Idle ohne Last bei 11 bis 13 W. Im normalen Alltag, etwa bei der Verwendung des Browsers, verbraucht er etwa 21 bis 41 W. Stellen wir das System unter Volllast durch den Stresstest von Aida64, bezieht der K12 in der Spitze 84 W.
Unter Last erreicht das System maximal 83 Grad und taktet in der Spitze mit 4,9 GHz. Im weiteren Verlauf pendelt sich der Rechner bei einem über dreißigminütigen Stresstest bei durchschnittlich 3,5 GHz und 60 Grad ein.
Lüfter: Wie laut ist der GMKtec Nucbox K12?
Mini-PCs von GMKtec überzeugten in der Vergangenheit nicht immer mit der leisesten Kühlung, sondern setzten gerne mal Lautstärke-Rekorde. Bei der Nucbox K12 hat der Hersteller die Hardware aber gut abgestimmt und das System kommt selbst unter Volllast nicht über 36 dB(A). Ohne Last läuft der Lüfter meist bei 28 bis 32 dB(A). Einstellmöglichkeiten gibt es keine, über den Button „Fan-Mode“ auf dem Gehäuse lässt sich lediglich die Lüfterfarbe verstellen.
Software: Welches Betriebssystem ist auf dem GMKtec Nucbox K12 installiert?
Auf der GMKtec Nucbox K12 läuft Windows 11, zusätzliche Bloatware ist nicht vorinstalliert und unser routinemäßiger Systemscan mit Windows Defender findet keine Viren. Windows ist mit einer digitalen Lizenz aktiviert.
Auch der Betrieb von Linux auf dem System ist möglich. Ein Blick ins AMI-BIOS zeigt, dass Secure Boot bereits ab Werk deaktiviert ist. In der Bootauswahl wird unser USB-Stick zudem direkt priorisiert ausgewählt. Über Ventoy starten wir in das auf Ubuntu basierende Tuxedo OS und können dort WLAN, Bluetooth und Audio verwenden. Auch die Auflösung wird richtig erkannt und der PC lässt sich ohne Probleme aus dem Stand-by-Modus aufwecken.
Gehäuse: Wie ist die Verarbeitung des GMKtec Nucbox K12?
Das Gehäuse der GMKtec Nucbox K12 besteht aus zwei Teilen: einem durchgehenden Basisgehäuse aus Kunststoff und einer übergeschobenen Aluminiumblende. Diese hat allerdings mehr optische Relevanz. Die Verarbeitung des dunkelgrauen Kunststoff-Cases ist ordentlich, wenn auch nicht überwältigend gut. Einzelne Übergänge könnten schöner ausgefräst sein. Die Aluminiumblende, die links, rückseitig und vorn zu sehen ist, verleiht dem PC ein insgesamt ansprechendes, schlichtes Design. Der Powerbutton auf der Vorderseite ist in einem für GMKtec charakteristischen Grünton gehalten.
Das Gehäuse lässt sich nach dem Entfernen von sechs Schrauben öffnen. Zwei davon befinden sich an der rechten Seite, vier zur Unterseite hin. Letztere fungieren gleichzeitig auch als Standfüße. Danach kann man zunächst die Aluminiumblende abnehmen und danach den Lüfter vorsichtig vom unteren Gehäuseteil abheben. Dabei sollte man auf das recht kurze Lüfterkabel achten, das man am Mainboard ausstecken kann. Bei unserem Testgerät hatte sich eine Schraube am Mainboard gelöst, die wir vor dem ersten Start zunächst wieder festgeschraubt haben – vermutlich ein Montagsgerät.
Die Maße des PCs betragen 154 × 151 × 73,6 mm, das Gewicht liegt bei 920 g.
Preis: Was kostet der GMKtec Nucbox K12?
Aktuell bekommt man die GMKtec Nucbox K12 mit 32/1000 GB für 580 Euro direkt beim Hersteller. Für die Variante mit 64 GB RAM und 1 TB Speicher werden mit dem Code K12deal0210 850 Euro fällig.
Als Barebone ohne Speicher, RAM und Windows bekommt man das System ab 279 Euro bei Aliexpress, beim Hersteller sind es 330 Euro.
Fazit
Die GMKtec Nucbox K12 bietet ein breites Gesamtpaket. Positiv gefallen die ordentliche Oberklasse-Leistung des ungewöhnlichen Prozessors, die breite Anschlussauswahl mit Highlights wie Oculink und USB4 mit PD-in sowie der faire Preis. Auch der Platz für insgesamt drei SSDs ist ordentlich und kann sich sehen lassen. Während die bereits integrierte SSD immerhin von Markenhersteller Crucial stammt, kommt der RAM vom hierzulande unbekannten Unternehmen TWSC.
Die Kühlung hat GMKtec im Vergleich zu früheren Systemen deutlich besser im Griff. Leider kann man den Lüfter aber – wie bei vielen Mini-PCs – nicht frei einstellen. Die Verarbeitung dürfte an einigen Stellen gerne noch etwas besser sein, zumal manche Hersteller deutlich günstigerer Systeme unter 300 Euro schon Vollaluminiumgehäuse verwenden. Insgesamt macht die Nucbox K12 aber sehr viel richtig und auch die Spieleleistung gefällt. Von uns erhält das System insgesamt viereinhalb von fünf Sternen.
Wer bei einem chinesischen Händler kauft, bezahlt in vielen Fällen weniger. Allerdings besteht im Gewährleistungs- oder Garantiefall die Gefahr eines schlechteren Service. Außerdem ist das Einfordern von Verbraucherrechten (Rückgabe, Gewährleistung) mit Hürden versehen oder nicht möglich. Wir verlinken hier Händler, mit denen wir im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht haben.
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Top 7: Das beste WLAN-Mesh-System mit Wifi 7 – Asus vor Unifi, Xiaomi & Fritzbox
Mesh-Systeme eignen sich ideal für einen flächendeckenden und unterbrechungsfreien WLAN-Empfang. Wir zeigen die besten Modelle ab 150 Euro.
Egal, ob Asus, Fritzbox oder Xiaomi: Wifi 7 ist mittlerweile bei allen verfügbar – und das mit den unterschiedlichsten Features und Ausstattungen. Der Empfang ist damit noch einmal zuverlässiger und schneller geworden. Davon profitiert man sogar schon jetzt, auch wenn man noch keine Endgeräte mit Wifi 7 besitzt: Die einzelnen Mesh-Knoten kommunizieren untereinander nämlich stärker und stabiler – sofern man nicht ohnehin auf LAN setzt.
Wir fokussieren uns im Rahmen dieser Bestenliste auf Wifi-7-Mesh-Systeme aller Preis- und Ausstattungsklassen. Access-Point-Systeme – eine etwas andere Lösung für das gleiche Problem – testen wir zusätzlich. Diese sind aber nicht Kernbestandteil der Bestenliste und sollen nur eine weitere Option im komplexen Wifi-Kosmos beleuchten.
Welches ist das beste WLAN-Mesh-System?
Das Asus Zenwifi BT8 ist unser Testsieger, da es eine hohe Geschwindigkeit bereitstellt und viele Einstellungsmöglichkeiten bietet. Zudem deckt es einen Großteil der neuen Features von Wifi 7 ab. Das System kostet aktuell 391 Euro bei Amazon.
Das Ubiquiti Unifi Mesh-System zeichnet sich nicht durch das beste Mesh, dafür durch eine hervorragende Software aus. Auch die Hardware kann sich sehen lassen: zweimal WAN am Dream Router, davon eines als SFP+-Port und dreimal LAN mit 2,5 Gigabit, davon ein Port sogar mit PoE (Power over Ethernet). Daher wird es unser Technologiesieger. Aktuell kostet das Gesamtpaket im günstigsten Fall 422 Euro, davon werden 242 Euro für den Router und 180 Euro für den Express 7 fällig.
Das Xiaomi BE3600 Pro bietet enorm viel Mesh fürs Geld und ist daher klar unser Preis-Leistungs-Sieger. Das System richtet sich eher an den schmalen Geldbeutel, verzichtet dabei aber nicht auf eine schnelle Verbindung sowie praktische Features. Ein einzelnes Modul des Xiaomi BE3600 Pro ist bereits ab 69 Euro (chinesische Version) erhältlich oder in der globalen Version bei Joybuy für 80 Euro sowie bei Amazon für 110 Euro. Das Dreierpack gibt es für 199 Euro bei Joybuy (globale Version).
Was ist ein Mesh?
Ein Wifi-Mesh-Netzwerk (auch Mesh-WLAN) besteht aus mehreren kooperierenden Netzwerkgeräten (typischerweise einem zentralen Router oder Gateway und mehreren Satelliten oder Knoten), die gemeinsam ein einziges, logisches WLAN-Netzwerk unter einem einheitlichen Namen (SSID) und einem einzigen Kennwort bereitstellen.
Das zentrale und wichtigste Merkmal ist die intelligente Koordination der Knoten (Roaming). Das Mesh-System verwendet standardisierte Protokolle oder herstellerspezifische Algorithmen, um Endgeräte automatisch und nahtlos an den Knoten mit der besten Verbindungsqualität zu übergeben. Dies geschieht clientseitig (Client Roaming) und netzwerkseitig (Network Roaming).
Die Kommunikationskanäle zwischen den Mesh-Knoten werden als Backhaul bezeichnet. Bei einer drahtlosen Verbindung (Wireless Backhaul) nutzt das System dafür Frequenzbänder – oft ein dediziertes drittes Band bei Tri-Band-Systemen oder das gleiche Band wie die Clients bei Dual-Band-Systemen. Bei Letzteren halbiert sich der potenziell maximale Nettodurchsatz für Endgeräte auf dem jeweiligen Knoten, da das Band abwechselnd für Client-Kommunikation und Backhaul genutzt wird. Die Verbindung der Knoten per LAN-Kabel (Wired Backhaul) bietet hingegen die höchstmögliche Stabilität und den maximalen Durchsatz, da die gesamte Drahtloskapazität des Knotens vollständig für die Endgeräte zur Verfügung steht.
Was ist der Unterschied zu Access Points und Repeatern?
Ein Access Point (AP) ist ein Gerät, das ein kabelgebundenes Netzwerk (LAN) in ein drahtloses Netzwerk (WLAN) umwandelt. Der AP erweitert die Reichweite des WLANs, bietet aber keine oder nur minimale Router-Funktionalität. APs sind dabei immer über ein LAN-Kabel mit dem zentralen Router/Netzwerk verbunden.
Sie fungieren in der Regel als Netzwerkbrücke („Übersetzer“ von LAN auf WLAN) und sind nicht für Funktionen wie NAT, DHCP-Server oder VPN-Services zuständig; diese werden vom zentralen Router bereitgestellt. Im Gegensatz zum Mesh erfolgt das Roaming zwischen herkömmlichen, unverwalteten APs passiv und ist primär vom Endgerät abhängig. Das Endgerät entscheidet, wann es zu einem stärkeren Signal wechselt, was zu Verbindungsproblemen oder Verzögerungen führen kann.
Institutionelle Systeme (Enterprise/Managed Wifi) nutzen jedoch einen zentralen WLAN-Controller, der die Roaming-Entscheidungen der APs steuert. Diese Systeme ähneln in ihrer Funktion einem Mesh-Netzwerk sehr, sind aber technisch komplexer und auf größere Umgebungen ausgelegt. Die meisten Mesh-Systeme können auch in einem AP-Modus betrieben werden, wobei etwa der DHCP-Server und das Routing abgeschaltet sind.
Ein Wifi-Repeater (oder Range Extender) ist ein Gerät, das ein bestehendes WLAN-Signal drahtlos empfängt und verstärkt weiterleitet. Ein Repeater nutzt das gleiche Frequenzband wie der Ursprungs-Router, um sowohl Daten zu empfangen als auch weiterzuleiten. Dadurch halbiert sich der theoretisch verfügbare maximale Nettodurchsatz für alle Endgeräte, die mit dem Repeater verbunden sind. Repeater können entweder die gleiche SSID des Ursprungsnetzwerks nutzen, was zu Problemen beim automatischen Wechseln (Roaming) führen kann, oder ein eigenes, unabhängiges Netzwerk (eigene SSID) aufspannen. Bei Letzterem muss ein Nutzer zwischen den Netzwerken selbst manuell wechseln. Für mobile Geräte ist es daher die am wenigsten geeignete Lösung.
Wie kann man ein Mesh anschließen?
Der Vorteil von Mesh-Systemen ist, dass die einzelnen Satelliten nicht zwangsläufig verkabelt werden müssen, dies jedoch jederzeit nachgeholt werden kann. Bei vielen Mesh-Systemen halbiert sich bei einem Wireless-Backhaul allein schon die Durchsatzrate am Satelliten – ein Teil der Bandbreite wird ja auch zur Kommunikation mit dem Hauptrouter benötigt. Tri-Band-Systeme können dieses Problem teilweise mit weniger Bandbreitenverlust lösen. Dafür ist der Aufbau schnell erledigt und die Verbindungsstärke meist ausreichend.
Die beste Abdeckung und Verbindungsqualität gibt es aber immer bei einer LAN-Verbindung der Knoten, also einem Wired-Backhaul. Der Verbindungsaufbau, gerade bei mehreren Satelliten, kann dabei verschiedene Formen annehmen, etwa „Daisy-Chain“ (alle Knoten aneinandergereiht) oder „Stern“ (alle Satelliten mit dem Hauptrouter verbunden). In jedem Fall benötigt jeder Knoten mindestens eine LAN-Verbindung. Eine Mischung aus beiden Formen ist natürlich auch möglich und schöpft zumindest in Teilen die Vorteile des Wired-Backhauls aus.
Was kann Wifi 7?
Wifi 7 bietet einige Vorteile gegenüber den älteren Standards. Wie schon Wifi 6E kann es das 6-GHz-Band unterstützen, das auf kürzere Distanz eine enorm hohe Geschwindigkeit liefert. In Kombination mit einem verbreiterten Sendekanal auf 320 MHz sowie MLO liegt die theoretische Höchstgeschwindigkeit bei 46 Gb/s. Das MLO (Multi-Link-Operation) ist dabei eine zentrale neue Technologie, bei der ein Gerät gleichzeitig über mehrere Drahtlosbänder wie 5 GHz und 6 GHz kommunizieren kann. Diese Funktion summiert also die Einzelgeschwindigkeiten und stabilisiert zudem die Verbindung.
Fällt ein Band etwa aus, kann die Verbindung über die übrigen Frequenzbänder fortgeführt werden. Die Funktion kommt nicht nur bei der Kommunikation mit den Endgeräten, sondern auch zwischen den Satelliten, also als Wireless-Backhaul, zum Einsatz. Auch die Modulationsart konnte verbessert werden, wodurch Daten 20 Prozent effizienter gesendet werden – Stichwort 4K-QAM. Insgesamt ist Wifi 7 also deutlich durchsatzstärker, stabiler und hat weniger Latenz als seine Vorgänger.
Ist Wifi 7 weiterhin abwärtskompatibel?
Wie schon alle bisherigen Wifi-Standards ist auch Wifi 7 weiterhin abwärtskompatibel. Ein Wifi-7-Router kann also auch mit Wifi-5-Endgeräten problemlos kommunizieren – allerdings ohne die Vorteile der moderneren Standards.
Unterstützen alle Wifi-7-Router die neuen Funktionen?
Nein, hier haben die Firmen nahezu völlige Freiheit, welche der neuen Features es in ihre Produkte schaffen. Dadurch gibt es bei den Routern auch verschiedene Preisklassen, die mehr oder weniger Funktionen implementieren. Dadurch kann es auch sein, dass manche Wifi-6E-Router schneller sind als andere mit Wifi-7. Eine übliche Einsparung ist etwa das mit Wifi-6E eingeführte 6-GHz-Band.
Für wen lohnt sich das Upgrade auf Wifi 7?
Dank stabilerer und schnellerer Verbindungen lohnt sich ein Upgrade auf Wifi 7 grundsätzlich für jeden, der WLAN häufig und intensiv nutzt. Besonders beim Wechsel von älteren Standards wie Wifi 5, das noch sehr verbreitet ist, sind die Unterschiede deutlich spürbar. Hier können wir ein Upgrade besonders empfehlen, da die Router bereits viele Jahre gedient haben und teilweise schon keine Updates mehr bekommen.
Für Nutzer eines Wifi-6- oder Wifi-6E-Routers lohnt sich das Upgrade auch, ist aber nicht immer unbedingt sinnvoll. Power-User und Gamer, vor allem bei VR, profitieren hier deutlich, für alle anderen wird die Verbindung etwas stabiler. Ein Investment kann sich hier lohnen, aktuell gibt es dafür aber eigentlich noch zu wenige Endgeräte mit Wifi 7. Wir sprechen eine Upgrade-Empfehlung für alle mit Wifi-5-Router/-Mesh aus, da man die Vorteile deutlich wahrnimmt und mit der Investition wieder für viele Jahre auf dem aktuellen Stand ist.
Was muss man beim Upgrade beachten?
Bei Wifi-7 gibt es grundsätzlich nicht viel mehr zu beachten als bei den älteren Standards. Die Features unterscheiden sich je nach Preisklasse – hier muss man für sich selbst festlegen, was wirklich nötig ist und wie groß das Budget ist. Ansonsten gilt auch das Übliche: Hat das System bereits ein Modem integriert? Möchte ich ein NAS? Nutze ich ein DECT-Telefon? Soll der Router die Smart-Home-Zentrale werden? Oder welche Fläche muss mit WLAN abgedeckt sein? All diese Aspekte beleuchten wir in unseren Tests und vergleichen die Mesh-Systeme in den Preisklassen.
Wie testen wir die Mesh-Systeme?
Für jedes WLAN-Mesh nutzen wir genau zwei Knoten, die immer an den gleichen Positionen aufgestellt werden. Einer steht im ersten Stock des Hauses, der zweite im Flur im Erdgeschoss. Die beiden Punkte liegen nur wenige Meter voneinander entfernt, allerdings muss das Signal durch den Boden mit Fußbodenheizung dringen.
Um eine breite Spanne an potenziellen Endgeräten abzudecken, nutzen wir gleich drei verschiedene Endgeräte für unsere Tests. Zum einen den Mini-PC Geekom A9 Max (Testbericht) mit AMD-Ryzen-CPU und viel wichtiger: dem Wifi-Chipsatz Mediatek MT7925. Als weiteren Mini-PC nutzen wir den Minisforum M1 Pro (Testbericht) mit Intel-CPU und Intel-BE200-Chipsatz. Zuletzt verwenden wir das Pixel 10 Pro XL (Testbericht) mit dem Tensor G5, welcher bereits einen Wifi-7-Chipsatz integriert hat.
Dabei messen wir die Geschwindigkeit zunächst stationär an drei verschiedenen Stellen im Haus. Diese sind einmal nahe am Hauptrouter im ersten Stock und im Erdgeschoss, einmal im Flur neben dem Router sowie in der Küche. Der Messpunkt in der Küche ist dabei am weitesten vom Hauptrouter entfernt, der Mesh-Satellit im Flur liegt so etwa auf halbem Weg. Die Geschwindigkeitsmessung erfolgt lokal über einen Server mit Iperf3 und Openspeedtest.
Bei dem Server handelt es sich um den Minisforum UN100P (Testbericht), der mit seinem 2,5-Gigabit-LAN direkt mit dem schnellsten Port des Hauptrouters verbunden ist. Dieser erste Test soll zeigen, wie sich das WLAN in einer üblichen Umgebung schlägt. Die Mesh-Knoten sind absichtlich nicht für eine optimale Abdeckung platziert, sondern so, dass die Verbindung am letzten Messpunkt in der Küche schon deutlich abgeschwächt ist.
Die besten WLAN-Mesh-Systeme – Testaufbau
Im zweiten Test messen wir die Verbindungsstärke vom Mesh-Satelliten zum Router, indem wir unsere Endgeräte (nur Mini-PCs) direkt per LAN mit dem Mesh-Satelliten im Flur verbinden.
Im dritten Testszenario laufen wir während eines aktiven Stresstests mit dem Openspeedtest vom Hauptrouter am Satellitenrouter vorbei in die Küche und anschließend wieder zurück. Diesen Test können wir nur mit dem Pixel 10 Pro XL ausführen, er soll zeigen, wie zuverlässig das Mesh die Clients zwischen den einzelnen Knoten wechseln kann. Diesen Test führen wir sowohl mit einem Wireless-, als auch Wired-Backhaul im Mesh aus.
Im letzten Testfall platzieren wir den Hauptrouter, bei deaktiviertem Mesh, auf der Fensterbank und messen die Reichweite ohne Hindernisse. Dabei haben wir einen Messpunkt in 15 m und einen weiteren in 30 m Entfernung. Dieser Test wird ebenfalls nur mit dem Pixel durchgeführt und soll einen Anhaltspunkt für die Reichweite eines Knotens geben. So können die Mesh-Knoten optimal im eigenen Zuhause aufgestellt werden.
Das Einrichten des Mesh probieren wir immer erst ohne eine Internetverbindung, aktivieren diese dann aber nachträglich für unsere Tests. Dazu verbinden wir unseren OpnSense-Router mit dem WAN-Port des Haupt-Mesh-Knotens. Anschließend aktualisieren wir die Firmware und aktivieren, sofern vorhanden, MLO. Auch wenn die Unterstützung noch nicht für alle Endgeräte optimal umgesetzt ist, finden wir die Funktion enorm sinnvoll für eine zuverlässigere Verbindung.
Wie genau sind die Messwerte?
Wir bemühen uns, alle Testgeräte unter denselben Bedingungen zu testen, doch WLAN ist bekanntermaßen anfällig für diverse Störungen und im Vergleich zur kabelgebundenen Übertragung sehr instabil. Wir möchten die Geräte unter realistischen Bedingungen testen, wodurch unkontrollierbare Einflüsse nicht auszuschließen sind. Daher können die Ergebnisse teilweise deutlich von anderen Tests abweichen und unterliegen zudem immer einer gewissen Schwankung. Daher betrachten wir die Resultate nie als gesetztes Ergebnis, sondern vor allem als Anhaltspunkt für die tatsächliche Leistung. Deswegen tendieren wir zu längeren Messzeiten und mitteln daraus die Ergebnisse, um eine gewisse Vergleichbarkeit herzustellen.
Fazit
Wifi 7 ist mittlerweile keine Nische mehr und bietet deutliche Vorteile gegenüber den älteren Standards. Selbst wer aktuell noch kein Smartphone und keinen PC mit Wifi 7 hat, kann davon profitieren. Denn die drahtlose Kommunikation zwischen den Knoten ist dank Wifi 7 deutlich schneller und stabiler.
Wir haben verschiedene Modelle aus unterschiedlichen Preisklassen und mit unterschiedlichsten Features und Ausstattungen getestet. Dabei sind unser Testsieger Asus Zenwifi BT8, das Ubiquiti Unifi – bestehend aus Dream Router 7 und Express 7 – sowie das Xiaomi BE3600 Pro besonders aufgefallen. Alle bieten dabei die neue MLO-Funktion, also die Kombination von mindestens zwei Frequenzbändern.
Der Asus BT8 zeichnet sich durch den besten WLAN-Empfang aus, während die Fritzbox vor allem mit vielen und schnellen Anschlüssen glänzt. Der Xiaomi BE3600 Pro liefert sehr viel Mesh zu einem vergleichsweise niedrigen Preis. Features wie die passwortlose Verbindung zu WLAN via NFC sind dabei enorm praktisch. Doch auch die Konkurrenz, wie TP-Link bot im Test eine gute Wifi-Leistung.
Ein Problem, das auf alle Testgeräte zutrifft, ist das Fehlen eines integrierten Modems. Dieses muss zusätzlich erworben werden, was in manchen Situationen allerdings auch ein Vorteil sein kann.
Die Bestenliste zeigt zudem, dass ein 6-GHz-Band für ein modernes, schnelles und zuverlässiges Mesh nicht zwingend erforderlich ist. Meist sorgt dies für deutlich höhere Preise, allerdings auch für mehr Flexibilität und Zukunftssicherheit. Wir sehen immer mehr Geräte und damit eine immer größer werdende Auswahl, wodurch auch etablierte Hersteller wie Asus oder Fritzbox gezwungen sind, gute Features und eine starke Preis-Leistung zu liefern.
Künstliche Intelligenz
Dell-PC mit verriegeltem 12V-2×6-Stecker für die Grafikkarte
Die japanische Webseite Chimolog hat einen aktuellen Komplett-PC von Dell getestet. Beim Zerlegen des Rechners fand sich an der Grafikkarte vom Typ RTX 5070 Ti ein interessantes Detail: Das Adapterkabel von einer 12V-2×6-Buchse auf zwei PCIe-8-Pin-Buchsen weist eine mechanische Verriegelung auf.
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Dabei scheint es sich um eine Eigenkonstruktion zu handeln. Dem ausführlich bebilderten Bericht zufolge stammt sie von dem großen Zulieferer Amphenol. Dessen Logo ist auch auf dem Stecker angebracht. Amphenol hat auf seinen Webseiten zwar einige 12V-2×6-Komponenten, einen Stecker wie den im Dell-PC konnten wir dort jedoch nicht finden. Für große Hersteller wie Dell ist es nicht unüblich, bei Zulieferern eigene Designs zu bestellen. Laut Chimolog sitzt der Stecker bombenfest und lässt sich kaum bewegen. Bei herkömmlichen Verbindern der Bauform ist das nicht so.
Einzelne Adern und seitliche Kabelführung
Der Amphenol-Adapter verfügt nicht nur über eine mechanische Verriegelung, die sich mit Druck auf eine große Lasche wieder lösen lässt – das sieht deutlich zuverlässiger aus, als die bisher üblichen Stecker. Die zwölf Adern für den Strom sind auch einzeln zur Seite geführt, sodass sich die als eine Fehlerquelle identifizierten großen Biegeradien wie bei starren Kabelbündeln gar nicht ergeben. Etwas unverständlich ist, warum Dell weiterhin auf einen Adapter für die alten PCIe-Verbinder setzt, und nicht gleich ein Kabel mit zwei 12V-2×6-Steckern bestellt hat. Vermutlich soll das genutzte Bauteil auch für ältere Netzteile in verschiedenen PC-Serien genutzt werden. Den von Chimolog getesteten Rechner mit der Modellnummer EBT2250 gibt es auch bei Dell Deutschland. Ob er auch dort diesen Adapter besitzt, verrät Dells Angebot nicht.
Eine ordentliche Verriegelung eines Kabels kann nicht nur für weniger Schäden beim Transport sorgen. Die Hardwarebranche hatte schon beim ersten 12VHPWR-Stecker und dann auch beim überarbeiteten 12V-2×6 darauf hingewiesen, dass die von Nutzern gemeldeten Defekte bis zum Brand von Grafikkarten durch deren eigene Schuld verursacht sein können. Die filigranen Stecker lassen sich auch ohne große Fahrlässigkeit so einstecken, dass das System zwar funktioniert, aber kein voller Kontakt an allen Pins hergestellt ist. Dann können über die besser verbundenen Pins hohe Ströme fließen, sodass diese und die Plastikgehäuse der Stecker und Buchsen überhitzen.
Solche oft zitierten „Anwenderfehler“ könnten durch einen Stecker wie den von Amphenol reduziert werden. Nicht jeder solche Adapter löst die grundlegenden Probleme der filigranen PCIe-5-Stromstecker jedoch zuverlässig. Das eigentlich erfahrene Zubehörunternehmen Cablemod musste seine erste Version von gewinkelten 12VHPWR-Kabeln vor zwei Jahren zurückrufen.
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Künstliche Intelligenz
Apples KI-Accessoires sollen dem iPhone angeblich Augen verleihen
Im Zentrum von Apples geplanter KI-Hardware stehen ganz offensichtlich Kameras: Der Hersteller plant einem Bericht zufolge, die „Visuelle Intelligenz“ – eine KI-Analyse der physischen Umgebung des Nutzers – zum Hauptbestandteil der Produkte zu machen. Das berichtet der gewöhnlich intim mit Apples internen Plänen vertraute Mark Gurman in seinem Bloomberg-Newsletter.
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(lbe)
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