Steam ist nach wie vor die größte Online-Plattform für Videospiele. Jetzt muss sich die Firma hinter dem Store, Valve, jedoch vor Gericht verantworten, denn in Großbritannien bahnt sich jetzt eine heftige Strafe an.
Wenn ihr am PC zockt, dann habt ihr mit großer Wahrscheinlichkeit Steam auf eurem Rechner installiert. Und das aus gutem Grund. Die Plattform ist einfach zu bedienen, bietet mehr Funktionen als die Konkurrenz und hier gibt es so gut wie jedes erdenkliche Videospiel zu kaufen. Doch gerade Steams Position als Marktführer könnte für den Gaming-Giganten jetzt zum Problem werden.
Valve in Großbritannien vor Gericht
In Großbritannien muss sich Valve schon bald vor Gericht verantworten. Dabei geht es um eine Summe von 656 Millionen Pfund. Die Klage vertritt 14 Millionen Steam-Nutzer aus Großbritannien, die im Fall eines gerichtlichen Sieges kompensiert werden.
Doch worum geht es überhaupt? Die Kläger behaupten, dass Steam seine Marktführerstellung missbraucht, was den Verbrauchern schadet. So sollen Videospiel-Publisher beispielsweise in strenge Verträge verwickelt werden, in denen 30 Prozent des Kaufpreises bei Steam landen.
Laut Vicki Shotbolt, die an der Klage beteiligt ist, zahlen Spieler deswegen zu hohe Preise für Spiele. Die Verträge hindern Publisher zudem daran, ihre Games bei Konkurrenten günstiger oder zu einem früheren Zeitpunkt anzubieten.
Des Weiteren müssen Spieler zusätzlichen Content wie Spielerweiterungen direkt bei Steam kaufen, sofern sie das Grundspiel hier gekauft haben. Somit bindet der Kauf eines einzelnen Spiels sie häufig auch bei zukünftigen Käufen an die Plattform.
Auswirkungen auf die Spielebranche
Aktuell bezieht sich der Gerichtsfall nur auf Großbritannien. Hat man hier allerdings Erfolg, könnten ähnliche Gerichtsfälle in anderen Ländern, beispielsweise in Deutschland, folgen.
Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Videospielpreise in Zukunft sinken. Immerhin sind die Preise in den letzten Jahren nahezu überall gestiegen, auch bei Spielen, die gar nicht erst über Steam verkauft werden. Der Fall in Großbritannien ist nicht die erste Klage, der sich Valve stellen muss. Bereits im August 2024 wurde Anklage gegen das Unternehmen in den USA erhoben.
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Marshall Bromley 450: Kleinerer Party-Lautsprecher mit austauschbarem LFP-Akku
Bild: Marshall
Nach dem Bromley 750, der den Einstieg in dieses Segment einläutete, bringt Marshall mit dem Bromley 450 einen etwas kleineren und dadurch portableren Party-Lautsprecher auf den Markt. Zentrale Merkmale wie das Retro-Design und der austauschbare LFP-Akku bleiben erhalten.
Deutlich kleiner bei halbem Gewicht
Der Marshall Bromley 450 setzt dabei grundsätzlich auf dasselbe Retro-Design der 70er Jahre wie der der Bromley 750, ist mit rund 36 × 26 × 50 cm und 12,2 kg aber deutlich kleiner und leichter als der 65 × 41 × 36 cm große und fast 24 kg schwere Bromley 750. Ein integrierter Tragegriff an der Seite macht den neuen Bromley 450 somit deutlich portabler als das erste Modell von Marshall. Funktionen wie True-Stereophonic-360°-Sound, über 40 Stunden Akku-Spieldauer und die integrierten LED-Lichter bietet aber auch das kleinere Modell des Bluetooth-Lautsprechers.
Der Bromley 450 teilt sich auch den austauschbaren LiFePO4-Akku mit dem Bromley 750. Ebenso ermöglichen auch beim kleineren Modell wieder viele Regler, selbst Hand an den Klang anzulegen. Mit zwei Kombibuchsen für Mikrofon- und Instrumenteneingänge kann man auch eigene Musik und Gesang über den Lautsprecher ausgeben.
Marshall Bromley 450 und Bromley 750 (Bild: Marshall)
Der nach IP55 gegen Staub und Spritzwasser geschützte Lautsprecher ist mit PU-Kunstleder umhüllt, die Ecken werden durch zusätzliche TPU-Schutzkappen geschützt.
Der Bromley 450 ist ab dem 17. März direkt bei Marshall für 649 Euro erhältlich und ab dem 31. März dann auch bei Händlern verfügbar.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Marshall unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
Wer für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen möchte, sollte eine Dashcam in Betracht ziehen. Die 70mai Dash Cam 4K A810S bietet unter anderem gestochen scharfe 4K-Aufnahmen, eine permanente Parküberwachung sowie praktische Fahrerassistenzsysteme. Wir haben uns das Modell genauer angesehen.
Ein Zusammenstoß kann schneller passieren, als man denkt. Im Nachhinein eindeutig zu klären, wer verantwortlich war, gestaltet sich jedoch oft schwierig. Genau hier kann eine Dashcam helfen. Doch nicht jedes Modell ist gleich. Manche filmen nur vorn, andere auch hinten, wiederum andere liefern sogar eine 24/7 Parküberwachung und weitere Zusatzfunktionen. Wo genau sich die 70mai Dashcam 4K A810S einordnet und wie sie sich im Alltag schlägt, zeigt unser Test.
Lieferumfang und Einrichtung der 70mai Dash Cam 4K A810S
Die Dashcam von 70mai kam in einer kompakten Verpackung bei uns an und brachte alles mit, was für den Start nötig ist. Im Karton befinden sich eine 4K-Frontkamera für die Windschutzscheibe sowie eine Rückkamera mit 1.080p-Auflösung. Auch sämtliche Kabel und ein USB-Adapter für den Zigarettenanzünder liegen bei. Praktisch: Der Adapter verfügt über zwei USB-Anschlüsse, sodass Ihr gleichzeitig ein Smartphone oder ein anderes Gerät laden könnt. Eine microSD-Karte mit 128 GB Speicher ist ebenfalls enthalten und bietet ausreichend Platz für Videoaufnahmen.
Die Rückkamera der 70mai Dash Cam 4K A810S wird an die Heckscheibe geklebt Bildquelle: inside digital
Die Installation lief unkompliziert ab. Die beiliegende Anleitung führt Schritt für Schritt durch den Prozess, und die Kameras lassen sich mithilfe von Klebepads einfach an den Scheiben befestigen. Wenn Ihr vermeiden möchtet, die Autobatterie während der Einrichtung zu belasten oder den Motor laufen zu lassen, empfiehlt es sich, die Kameras zunächst zu Hause über einen USB-Adapter zu verbinden, einzurichten und erst danach im Fahrzeug zu montieren. Auch die Verbindung mit der 70mai-App klappte bei uns problemlos. Dort könnt Ihr alle aufgenommenen Videos und Fotos abrufen sowie Einstellungen bequem anpassen.
Bildqualität und Fahrerassistenz im Alltag
Die Aufnahmen der Dashcam haben uns insgesamt überzeugt: Die Videos wirken scharf, detailreich und kontraststark. Besonders hilfreich ist, dass die Kamera bereits vor einer Unfallsequenz aufzeichnet, sodass entscheidende Momente nicht verloren gehen.
Die 70mai 4K Dashcam A810S macht gute Aufnahmen, auf denen man auch Details erkennt. Bildquelle: Nextpit
Wenn Ihr zusätzlich das 70mai 4G Hardwire Kit nutzt, lässt sich das Fahrzeug sogar im geparkten Zustand überwachen. So könnt Ihr beispielsweise Vandalismus oder ein vorbeifahrendes Auto identifizieren, das Euer Fahrzeug streift. So kannst du etwa aus der Ferne live sehen, was um dein Auto herum gerade passiert und du erhältst Benachrichtigungen, wenn sich verdächtige Personen in der Nähe deines Wagens aufhalten. Darüber hinaus kannst du so dein Auto ganz leicht per integriertem GPS finden und vieles mehr. Um diese Funktionen nutzen zu können, benötigst du allerdings das separat erhältliche 4G Hardwire Kit sowie eine SIM-Karte.
Der Bildschirm mit Front- und Rücksicht der 70mai Dash Cam 4K A810S Bildquelle: inside digital
Integrierte Assistenzfunktionen erhöhen zusätzlich die Sicherheit während der Fahrt. Und diese Assistenzsysteme funktionierten im Test erstaunlich zuverlässig. Nach einer kurzen Kalibrierung erkannte die Dashcam schnell, wenn der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu gering wurde oder die Spur unbeabsichtigt verlassen wurde. In solchen Situationen weist eine Sprachansage darauf hin. Dadurch profitieren sowohl Fahranfänger als auch erfahrene Fahrer von zusätzlicher Unterstützung. Einziges Manko: Beim gewollten Spurwechsel auf der Autobahn ertönt ebenfalls jedes mMaleine Warnung. Die Nachtsicht erwies sich ebenfalls als stark – selbst bei wenig Licht bleiben die meisten Details gut sichtbar.
70mai Dashcam – auch in der Dämmerung kann man noch alles gut erkennen Bildquelle: Nextpit
70mai 4K Dashcam A810S: Fazit und aktueller Preis
Insgesamt punktet die Dashcam vor allem mit sehr guter Videoqualität, einer Kombination aus Front- und Rückkamera sowie praktischen Sicherheits- und Assistenzfunktionen. Wirkliche Schwächen fallen kaum auf. Wer allerdings die Parküberwachung nutzen möchte, muss zusätzlich investieren und etwas technisches Verständnis für die Installation mitbringen. Mit dem Code NP4KA810S könnt Ihr den Preis der Dasham bis zum 31. März auf 179,99 Euro drücken.
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Die Vanguard Air 99 Wireless ist die nächste Tastatur von Corsair, die Elgato-Gene in sich trägt. Das tut sie allerdings subtiler als die Galleon 100 SD (Test), bei der der ganze Nummernblock ein Stream Deck ist. Ob der Ansatz bei der Vanguard funktioniert und was die flache Tastatur sonst noch zu bieten hat, klärt der Test.
Für viele Anwendungsbereiche suchen Nummernblock und Makrotasten einen neuen Sinn. Corsair hat ihn in Elgato-Streaming-Funktionen erspäht: Nachdem die Galleon 100 SD (Test) den Nummernblock mit Elgato-Anleihen neu erfunden hat, nimmt sich die Vanguard 99 Wireless jetzt die Makrotasten vor. Die Nutzung von Synergien ist smart und weist in die Zukunft. Sie ist auch zum Preis von 280 Euro aber noch nicht ganz konvergent mit dem Jetzt, zeigt der Test.
Flach & leise
Gelungene Taster
Web-App
Makrotasten mit Extrafunktionen
Tastenkappen aus ABS-Kunststoff
Zusatztasten brauchen separate Software
Gewöhnungsbedürftiges Layout
Die Corsair Vanguard Air 99 im Überblick
Wie viele neue Tastaturen spart die Vanguard Air 99 über das Layout Platz. An Tasten spart sie hingegen kaum: Es fehlt nur eine einzige aus dem regulären ISO-105-Set, dafür gibt es zwei Zusatztasten. Sie rufen das (virtuelle) Stream Deck von Elgato auf und aktivieren den Spiele-Modus, der unter anderem LED-Effekte abschaltet und die Polling-Rate erhöht.
Zwei Schokoriegel: Höher ist die Vanguard Air 99 nicht
Stream-Deck- statt Makrotasten
Funktions- und Pfeiltasten werden dafür an das Tastenfeld geschoben, um schmaler bauen zu können. Dadurch entsteht Platz für sechs Zusatztasten, die Corsair nicht mehr als Makro- sondern als „Stream-Deck“-Tasten bezeichnet. Das ist nicht nur Marketing: Die Tasten können auch mit Elgato-Software und den damit verbundenen erweiterten Funktionen programmiert werden. Neben macOS-Tastenkappen liegen daher auch Modelle mit Stream-Deck-Beschriftung bei.
Corsair-typisch besitzt die Tastatur darüber hinaus einen programmierbaren Multifunktions-Drehregler und ein Display (320 × 170p, 30 FPS) zur Anzeige von Bildern sowie Status- und Systeminformationen.
Corsair spart durch das Zusammenschieben der Funktionstasten Platz
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Daten werden an PC, Mac, Xbox und PlayStation per Kabel oder USB-Empfänger jeweils mit 8.000 Hz übertragen. Ein 4.170 mAh Akku sorgt für Laufzeiten von maximal 55 Stunden bei 1.000 Hz Polling-Rate, abgeschalteter Tastenbeleuchtung und einer auf 20 Prozent reduzierten Display-Helligkeit. Mit Tastenbeleuchtung halbiert sich dieser Wert grob.
Taster: Flach und mit Lichtschranke
Um die Tastatur flach zu machen, braucht es flache Taster. Corsair OPX Low Profile setzen auf die optische Signalerfassung. Sie unterbrechen dazu mit ihrem Stempel beim Eindrücken eine Lichtschranke auf dem PCB. Die eigentliche Besonderheit liegt jedoch in der Größe: die Switches sind extrem flach und ähneln mit ihrem kurzen Hub von nur 2,5 Millimetern Notebook-Tasten.
So tippen OPX Low Profile
Die leichtgängige Abstimmung fördert in Verbindung mit dem kurzen Federweg versehentliches Auslösen. Die Taster beim Schreiben genau zu nutzen erfordert Eingewöhnung und irritiert am Anfang. Gerade in den ersten Tagen führt dies zu häufigen Vertippern und ein wenig Frust, bis sich alles umgestellt hat.
Durchhalten lohnt sich allerdings. Qualitativ passt alles: Die Taster gleiten sauber ein, wobei Asus‘ LP-Switches noch eine Spur homogener und feiner betätigt werden können. Mit der Abstimmung trifft Corsair aber einen sinnvollen Punkt. Eine spürbare Feder und ordentliche Rückstellung erlauben kontrolliertes Eindrücken und erleichtern die Vermeidung harter Anschläge. Dass die Leertaste etwas schwergängiger ist, passt hier gut. Es verringert die Chance versehentlicher Betätigungen. Beim Tippen und Spielen gefallen die OPX nicht nur mit klarer Rückmeldung, sie machen Spaß.
Optische Taster unterbrechen beim Eindrücken eine Lichtschranke
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Die OPX Low Profile bauen extrem flach
Sie sind also gute Taster. Und trotzdem eine mäßige Wahl für eine 280-Euro-Tastatur, die sich in einem von einstellbaren Tastern dominierten Segment bewegt. Der Rückgriff auf optische Technik dürfte sich teilweise aus dem Energieverbrauch erklären. Hall-Effekt-Taster verbrauchen mehr, was sich im kabellosen Betrieb auswirkt. Ein Argument ist das nur bedingt und allenfalls in unmittelbarer Gegenwart: TMR-Sensorik löst das Verbrauchsproblem und etabliert sich zunehmend. Für die Zukunft ist eigentlich klar, wo die Reise hingehen dürfte. Die OPX-Switches wirken in diesem Kontext wie eine Brückentechnologie.
Tastenkappen sind schwach
Die durch den Flachbau kurze Aufnahme der Taster und Kappen führt dazu, dass breitere Tasten gelegentlich schief sitzen können. Machen lässt sich dagegen nichts, flache mechanische Tastaturen müssen damit in der Regel leben. Spürbar wird das beispielsweise auf der rechten Shift-Taste. Am Rand betätigt neigt sie zum Abkippen der Tastenkappe.
Einen großen Kritikpunkt handelt sich die Tastatur im ISO-Layout mit den Tastenkappen ein. Beschichteter ABS-Kunststoff passt selbst bei flachen Tastern nicht mehr in der oberen Preisklasse. Langlebigkeit und vor allem die glatte Oberfläche, die wenig Halt vermittelt, lassen PBT-Varianten vermissen und tun sich schwer damit, das nötige Gefühl von Präzision zu unterstreichen, dass in den Tastern angelegt ist.
Die blau-transparenten S-Tasten harmonieren jedoch wenig mit rotem LichtDie Ausleuchtung gelingt Corsair dank geschickter BeschriftungMit roter Beleuchtung sehen die Extratasten am schlechtesten aus
Die Ausleuchtung gelingt Corsair ebenso wie Ablesbarkeit. Nur bei der frontal aufgebrachten Zusatzfunktionalität muss aus dem richtigen Winkel geschaut werden. Die blau-transparenten S-Tasten sind zudem ebenfalls bei Beleuchtung mäßig lesbar, der Informationsgehalt von „S1“ bis „S6“ aber begrenzt. Farblich kann je nach Hintergrundbeleuchtung und Umgebungshelligkeit ein unästhetischer Kontrast entstehen. Schick wird es daher, wenn diese Tasten Blau oder Weiß angeleuchtet werden, was Corsair so auch als Standardkonfiguration hinterlegt.
Alltag & Akustik
Flache Tasten, ein flaches Metallchassis, mehrfache Schalldämpfung und
Gasket Mounting machen das Kapitel Lautstärke bei der Vanguard Air zum Heimspiel. Sie rutscht dafür überraschend an anderen Stellen aus.
Akustik: „Dunk“ statt „Klack“
Akustisch gefällt die Vanguard. Das Zusammenspiel von verringertem Körpervolumen in Tastern, Gehäuse und Kappen sowie dem eingebrachten Material produziert satte, dumpfe Anschläge mit leisem, klarem Klack auch beim Antippen einer Taste und eine insgesamt ruhige Tastatur. Das klingt Premium, das erfüllt die Ansprüche. Für die Allgemeinheit erscheint das Akustikprofil sehr viel angenehmer als die ploppende Gaming-Akustik einer Makr 75 und letztlich auf Augenhöhe mit der Spitze. Lediglich die Leertaste fällt durch leises Ticken ihres Stabilisators negativ auf.
Mit Metallgehäuse und vernünftiger Geräuschdämpfung klingt die Vanguard deutlich besser, das heißt satter als eine zugegeben weniger als halb so teure G515 Rapid TKL (Test). Eine knapp ein Drittel so teure Asus Falchion RX Low Profile (Test) erweist sich als ähnlich hochwertig, allerdings anders abgestimmt. Sie tickt an Anschlägen und liefert eine hellere, aber ebenso satte Akustik.
Corsair Vanguard Air 99
Alltag: Gewöhnung ist King
Ob das Layout ideal ist, hängt davon ab, ob man eher einen Nummernblock als Pfeil- und Funktionstasten benötigt und mit der dicht zusammengeschobenen F-Reihe leben mag. Bildlauf- und Entfernen-Tasten sind allerdings an gut erreichbare, leicht zu findende Stellen gelegt. Persönlich liegen die Bedürfnisse jedoch andersherum. Dann treten Nachteile deutlicher zu Tage, etwa die verkleinerte Shift-Taste, die das Muskelgedächtnis lange Zeit zusammen mit der oberen Pfeiltaste betätigte. Von kleineren Tastaturen umgestiegen liegen anfangs die Hände sehr oft an der falschen Position.
Corsair Vanguard Air 99Aufgrund der flachen Tasten ist der Drehregler gut greifbar
Makrotasten erfordern ein Umlernen und einen kleinen Kompromiss. Da sie dicht am Tastenfeld liegen, rutscht die Hand öfter auf „S6“ als vermeintliches „Strg“, weil der äußere Rand der Tastatur zur Positionsbestimmung der Hand genutzt, „Strg“ am linken Rand betätigt wird. Bis sich eine neue Art der Betätigung eingeschliffen hat, die sich natürlich anfühlt, vergeht Zeit. Man sollte sie also beim Umstieg einplanen. Das sind jedoch allgemeine Effekte von Makro-Tasten an dieser Stelle und kein spezifisches Problem der Vanguard.
Der Corsair-typische Multifunktionsregler gefällt auf der Vanguard besser als sonst. Das liegt an den flachen Tasten, die seine Bedienung erleichtern. Das Display bleibt ein vor allem ästhetisches Extra, das ein paar Statusinformationen und ansonsten Bilder anzeigt. Für die Ausgabe von Systeminformationen braucht es die iCUE-Software.
Ähnlich der Galeon 100 SD braucht es für die Nutzung von Elgato-Funktionen die Stream-Deck-App. Alles andere von Tastenbelegungen bis hin zu Drehregler, LEDs und Display konfiguriert Corsairs Web-App übersichtlich und zügig. Ausnahme bleibt die fest definierte FN-Taste. Auf dieser Ebene belegte Tasten werden beim Druck der FN-Taste weiß hervorgehoben und helfen so bei der Gewöhnung an das Layout.
In der App kann man auch die S-Tasten mit normalen Tastenfunktionen belegen. Sie werden beim Start der Elgato-App automatisch ignoriert und durch die Elgato-Funktionen ersetzt. Um maximalen Nutzen aus dem Featureset zu ziehen, braucht es allerdings Plugins. Einige, wie für Discord und Spotify, sind kostenlos erhältlich, andere müssen gekauft werden – teils für bis zu 30 Euro. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Produktivsoftware oder Spiele wie Star Citizen geht. Das ist die Kehrseite dieser Funktionalität: Sie kostet.
Ein virtuelles Steam Deck erweitert die Tastenzahl um Tasten auf dem Bildschirm des ComputersStream-Deck- und Makrotasten stehen für Elgato-Funktionen zur VerfügungAktionen können konfiguriert werden
Fazit: So sieht Zukunft aus
Für viele Anwendungsbereiche suchen Nummernblock und Makrotasten einen neuen Sinn. Corsair hat ihn in Elgato-Streaming-Funktionen erspäht: Nachdem die Galleon 100 SD (Test) den Nummernblock mit Elgato-Anleihen neu erfunden hat, nimmt sich die Vanguard 99 Wireless jetzt die Makrotasten vor. Die Nutzung von Synergien ist smart und weist in die Zukunft.
Denn Corsair ist auf dem richtigen Weg. Elgato-Funktionen werten die Sondertasten auf und bieten etwas, das aktuell niemand sonst hat. Anders als bei der Galeon 100 SD bleiben die Tasten aber auch in der (guten) Web App nutzbar. Ob man sie wirklich in jedem Fall braucht, steht auf einem anderen Blatt. So hat der Konzern aber eine klare, sinnvolle Perspektive für die Zukunft seiner Tastaturen.
Zu viele Kompromisse für den Preis im Jetzt: Ganz überzeugen kann die Tastatur noch nicht
Nur ganz dahinkommen, das müsste er dann doch noch. Im Jetzt braucht es für die Elgato-Nutzung separate Software und vielleicht die Einbindung von Drehregler und Display – sie sind ja schon auf allen Corsair-Tastaturen vorhanden. Eine kleine Hürde, Corsair sollte sie nehmen. Eine größere sind die Tasten der Vanguard Air. Sie sind als Tipp- und Gaming-Werkzeuge gelungen, es stört nur ihr Preis: Optische Signalerfassung und ABS-Kappen wirken ein wenig sehr Last-Gen für die fast 300 Euro, die Corsair verlangt.
So muss man die Vanguard Air 99 schon wirklich wollen, um die 280 Euro freudig zu bezahlen und den kleinen Kompromiss beim Layout einzugehen. Ungebunden vom Layout erscheint ansonsten die Asus Falchion RX Low Profile oder das Keychron-Angebot für Freunde von flachen Tastaturen eine sinnvolle und weit günstigere Alternative zum Corsair-Produkt – ohne Stream-Deck-Tasten, versteht sich.
Flach & leise
Gelungene Taster
Web-App
Makrotasten mit Extrafunktionen
Tastenkappen aus ABS-Kunststoff
Zusatztasten brauchen separate Software
Gewöhnungsbedürftiges Layout
ComputerBase hat die Vanguard Air 99 Wireless von Corsair leihweise zum Testen erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.
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