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Wer bin ich ohne meine Firma?


Was bleibt, wenn die Firma plötzlich weg ist? Mawave-Gründer Jason Modemann erklärt, warum sich Unternehmer früh mit ihrer Identität außerhalb des Businesses beschäftigen sollten.

Wer bin ich ohne meine Firma?

Mawave-Gründer Jason Modemann schreibt bei Gründerszene über seinen Alltag als Unternehmer
Mawave / Logo: Gründerszene

Gründer sind untrennbar mit ihrer Firma verbunden. Doch was passiert, wenn das Unternehmen plötzlich weg ist? Jason Modemann, Gründer und CEO von Mawave, darüber, warum diese Frage unbequem, aber essenziell, ist.

Auf Events werde ich hin und wieder angesprochen mit: „Hey, bist du nicht Jason von Mawave?“ Und ja, klar. Der bin ich. Aber genau dieser Satz bringt mich auch manchmal ins Grübeln. Wer wäre ich eigentlich ohne mein Unternehmen? Ich habe schon einige Gründer erlebt, deren Firma gescheitert ist, die als Geschäftsführer zurückgetreten sind, oder die nach einem Exit plötzlich ohne Daily Business – und Lebensaufgabe – dastanden. Viele sind daraufhin in ein Loch gefallen. Einfach, weil ein Teil ihrer Identität weg war.

Wenn es im Business gut läuft, geht es mir gut. Wenn es kriselt, bin ich unausgeglichen.

Gründer, CEO, Ehemann, Vater und Freund

Wenn ich ganz ehrlich bin, kann ich das durchaus verstehen. Denn ich sehe bei mir, wie eng das alles verknüpft ist: Wenn es im Business gut läuft, geht es mir gut. Wenn es mal kriselt, bin ich unausgeglichen. Die Stimmung in der Company geht sehr schnell auch auf meine persönlichen Emotionen über. 

Das zeigt meiner Meinung nach schon ziemlich deutlich, wo meine Identität hängt. Natürlich bin ich auch Ehemann, Vater, Freund. Aber unter der Woche bin ich vor allem Gründer. Mein ganzes Berufsleben ist mit der Agentur verbunden, sie ist mein erstes „Baby“ und ich habe noch nie wirklich einen anderen Job gemacht. 

Diese Dinge helfen mir, meine Identität zu definieren

Genau deshalb halte ich die Frage „Wer bin ich ohne meine Firma?“ für extrem wichtig. Und ich denke, es ist auch gesund, sich als Gründer mit dem Thema auseinanderzusetzen und eine Identität abseits des Unternehmens zu definieren.

Diese drei Dinge helfen mir dabei:

1. Abstand trainieren

Ich nehme mir bewusst Tage oder ein verlängertes Wochenende, an denen ich nicht „Jason von Mawave“ bin. Ich versuche dann rauszukommen und abzuschalten, um wieder mich selbst kennenzulernen und wieder zu wissen, wer ich auch ohne mein Unternehmen bin. Da helfen natürlich auch Freundschaften, Sport, Familie, Hobbys. Denn wenn alles im Leben mit der Company verknüpft ist, gibt es keinen emotionalen Ausgleich.

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2. Ownership abgeben

Ich habe außerdem begonnen, Verantwortungsbereiche aktiv abzugeben. Wenn alles an dir hängt, hängst du automatisch auch emotional an allem. Je mehr ich abgebe, desto weniger definiere ich mich über operative Kontrolle.

3. Unabhängigkeit prüfen

Und ich stelle mir auch immer mal wieder die Frage: Wenn die Agentur morgen weg wäre – womit würde ich übermorgen anfangen? Das mache ich gar nicht, weil ich plane, aufzuhören, sondern um zu merken: Ich bin mehr als diese Firma. Ich habe Skills und Ideen. Das beruhigt mich enorm.

Jason Modemann ist Gründer und Geschäftsführer von der Social Media Agentur Mawave Marketing. Mit 27 Jahren führt er 150 Mitarbeiter. Zu Mawaves Kunden zählen unter anderem Red Bull, Nike und Lidl. Zudem ist er Autor des Buches „Always hungry, never greedy.“

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Zwei israelische Ex-Soldaten verkaufen ihr Startup für fast 8 Milliarden


Zwei Ex-Soldaten bauen mit Armis ein Milliarden-Startup – und schützen damit die Geräte, die bisher niemand auf dem Schirm hatte.

Zwei israelische Ex-Soldaten verkaufen ihr Startup für fast 8 Milliarden

Kennen sich durch die Israel Defense Forces: Yevgeny Dibrov und Nadir Izrael.
Yevgeny Dibrov / Nadir Izrael + Getty Images, Collage: Gründerszene

Nicht im Startup-Inkubator, sondern in einer Eliteeinheit der israelischen Armee haben sich Yevgeny Dibrov und Nadir Izrael kennengelernt. Jahre später bauen sie ein Unternehmen, das ein Problem löst, das selbst große Konzerne lange übersehen haben: die Sicherheit ihrer wichtigsten Maschinen.

Fabrikroboter, Infusionspumpen, Überwachungskameras – genau die Geräte, von denen ganze Unternehmen abhängen, sind oft kaum geschützt. Mit Armis Security wollen Dibrov und Izrael das ändern. Das läuft so erfolgreich, dass ServiceNow, eine Cloud-Plattform zur Automatisierung von Geschäfts- und IT-Abläufen, Armis Security nun für 7,75 Milliarden US-Dollar übernommen hat.

Wie aus einer Militärfreundschaft ein Milliardenunternehmen wurde

Schon während ihrer Zeit in der Armee arbeiteten die beiden Gründer an einem geheimen Projekt, das mit dem israelischen Verteidigungspreis ausgezeichnet wurde. „Das war der erste Moment, in dem wir unsere Stärken in Teamwork unter extremem Druck entdeckt haben“, meint Izrael. Nach dem Militärdienst treffen sie sich dann wieder am Technion, dem israelischen MIT, wo sie gemeinsam Informatik studieren.

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Die größte Lüge der Startup-Szene: Nicht die Idee entscheidet über Erfolg

Dibrov arbeitet nach dem Studium zuerst bei Adallom, einem Cloud-Security-Unternehmen, das später an Microsoft verkauft wurde. Als er hier 2015 mit potenziellen Kunden spricht, kommt er auf die Idee: „Wir saßen stundenlang mit Chief Security Officers, IT-Managern und Fabrik-Ingenieuren aus allen Branchen zusammen – von Tech über Fertigung bis Airlines“, erinnert sich Dybrov. „Wir wollten nicht die coolste Tech erfinden, sondern das größte Problem verstehen.“

Die größte Lücke sitzt nicht im Server – sondern in der Maschine

Was ihm dabei auffiel? Laptops und Server ließen sich mit Antiviren-Software schützen. Aber alles andere – Fabrikroboter, Infusionspumpen oder Überwachungskameras – blieben ungeschützt. Dies sei vielen CEOs nicht bewusst, dabei seien besonders diese Geräte oft sehr kritisch. „Was ist in einem Krankenhaus wichtiger als eine Infusionspumpe? Oder in einer Fabrik als ein Roboterarm?“, meinen Izrael und Dibrov zu Gründerszene.

Die Attacken auf Versorgungsbetriebe, Industrie und Flughäfen nehmen stark zu.

Yevgeny Dibrov und Nadir Izrael

Gründer Armis Security

Diese Blindheit in kritischen Umgebungen sei auch Hackern bekannt. Besonders staatliche Akteure aus Russland, Iran, Nordkorea oder China würden das Ausnutzen und wichtige Infrastruktur digital angreifen. „Die Attacken auf Versorgungsbetriebe, Industrie und Flughäfen nehmen stark zu“, warnt Dibrov. „Und es lohnt sich für Hacker: Diese Umgebungen bringen Geld.“

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Aus diesen Erkenntnissen entstand dann Armis Security. Die Gründer meinen dabei, sie würden auf einen riesigen Markt mit schwieriger Technik wetten. Der Vorteil: Dieser sei weit entfernt von dem, was Konkurrenz aus dem Silicon Valley schnell kopieren könnte. „Wir lieben Herausforderungen, die nicht mit 20 Entwicklern lösbar sind“, sagt Dibrov.

Das „Shazam für Maschinen“

Armis wolle das Problem lösen, ohne Software auf jedem Gerät installieren zu müssen. Dafür müsse man erstmal die einzelnen Schwachstellen identifizieren: „Stellt euch das Shazam für Maschinen vor“, erklärt Izrael. Shazam ist dabei eine App, die Musiktitel durch Zuhören erkennt.

Die besten Angriffe sind die, die nie passieren.

Yevgeny Dibrov und Nadir Izrael

Gründer Armis Security

Das System von Armis positioniere sich als Beobachter im Netzwerk von Firmen – ähnlich wie Shazam bei Musik. Dabei würde es den Datenverkehr aus Protokollen, Verhaltensmustern und Timing analysieren. Aus diesen Signalen entstehe dann ein digitaler Abdruck jedes Geräts. Aus diesem könne man ableiten, welche Software laufe und ob diese bekannte Schwachstellen habe. Auffälligkeiten, wie Kontakte zu russischen Servern, würden dann vom System kontrolliert werden.

„Innerhalb von Minuten sehen Kunden mehr, als sie je wussten“, sagt Izrael zu Gründerszene. „Plötzlich entdecken sie Geräte, die davor niemand kannte.“

Warum die Weltlage ihr Geschäft beschleunigt

Doch Armis bleibe nicht bei der Diagnose, sondern werde auch zum Therapeuten. Das System könne die Pfade nachzeichnen, die Hacker tatsächlich nutzen würden. Statt vieler isolierter Schwachstellen priorisiere es: „So können wir zum Beispiel die drei kritischsten Lücken, die 80 Prozent der Angriffe verursachen würden, schließen.“ Die Gründer meinen: „Die besten Angriffe sind die, die nie passieren.“

Die geopolitische Situation habe ihr Geschäftsmodell dabei gestärkt: Schon 2017 traf NotPetya, eine russische Cyberwaffe aus dem Ukraine-Krieg, Mondelez – einen frühen Armis-Kunden und Süßwarenkonzern. „Damals sagten die Chief Security Officers noch: ‚Staaten interessieren sich nicht für uns.‘ Heute wissen sie aber: Jeder ist ein Ziel.“





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Einer der größten Deals der Szene: Berliner verkauft Firma für 750 Millionen


Das Unternehmen hinter Gutschein- und Rabattsoftware wird verkauft – für Mitgründer Christoph Gerber ist es bereits der zweite große Exit.

Einer der größten Deals der Szene: Berliner verkauft Firma für 750 Millionen

Zweiter großer Exit für Mitgründer Christoph Gerber.
Lieferando

Einer der größten Deals der deutschen Startup-Szene steht fest: Das Berliner Unternehmen Talon One wird für etwa 750 Millionen Euro vom niederländischen Zahlungsdienstleister Adyen übernommen. Für Mitgründer Christoph Gerber ist es bereits der zweite große Mega-Deal.

Das 2015 von Gerber und Sebastian Haas gegründete Unternehmen hat sich auf Software spezialisiert, mit der Firmen Rabattaktionen, Gutscheine und Loyalty-Programme zentral steuern können. Nach eigenen Angaben nutzen inzwischen mehr als 300 Unternehmen weltweit die Plattform.

Für Gerber ist ein solcher Verkauf kein Neuland: Er war zuvor am Aufbau von Lieferando beteiligt, das 2014 an den damaligen Rivalen Takeaway verkauft wurde. Auch nach dem aktuellen Deal sollen die beiden Gründer im Unternehmen bleiben.





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5 frisch geschlüpfte Kölner Startups, auf die sich ein Blick lohnt


#Brandneu

Die Kölner Startup-Szene bleibt dynamisch. Hier sind erneut einige der vielversprechendsten, vor allem noch jungen Kölner Gründungen, die wir genauer verfolgen. Dazu gehören: ROOBS, copany, Snackl, Amba und roofline.

5 frisch geschlüpfte Kölner Startups, auf die sich ein Blick lohnt

In Köln und Umgebung lässt es sich gut leben, feiern und gründen. Auch in den vergangenen Wochen und Monaten sind wieder spannende neue Startups in der Domstadt entstanden. Einige Unternehmen davon stellen wie an dieser Stelle einmal vor.

ROOBS
Hinter der Firma ROOBS verbirgt sich „ein Hersteller, Importeur und Großhändler von medizinischem Cannabis mit einem eigenen GDP-zertifizierten Lager“. „Von der Entwicklung bis zum Vertrieb vereinen wir Fertigungskompetenz, regulatorische Zuverlässigkeit und logistische Exzellenz unter einem Dach“, heißt es vom Team der Gründer:innen Johannes Quandt und Julia Sadza. 

copany
Bei copany, das vom Seriengründer Burak Dönmezer (Luoro) gegründet wurde, geht es um Marketing und Vertrieb. „Wir analysieren Potenziale, schulen Teams und bauen die technische Infrastruktur. Damit KI in Marketing und Vertrieb kein Experiment bleibt”, erklärt das Unternehmen zum Konzept.

Snackl
Das Food-Startup Snackl, von Paul Schönborn und Johann Kunz ins Leben gerufen, setzt auf „natürliche, unverarbeitete Snacks ohne Zusätze und ohne Kompromisse“. Konkret geht es um Beef-Sticks als „Alternative zu herkömmlichen Protein-Snacks“. Wobei das Unternehmen kein Nitritpökelsalz und keine künstlichen Aromen einsetzt.

Amba
Amba, von Bastian Fischer und Yves Maurice Clever an den Start gebracht, hilft seinen Nutzerinnen und Nutzern dabei, weniger Zeit mit Social Media zu verbringen. Die ausgewählten Apps sind mit Hilfe von Amba zunächst blockiert. Um diese zu öffnen, müssen die Nutzer:innen einen physischen Schlüsselanhänger an ihr Smartphone halten.  

roofline
Die Kölner Jungfirma roofline, von Jan Moritz Joseph, Thomas Zimmermann und Maximilan Bartel angeschoben, arbeitet an einem „Software Development Kit, mit dem sich jedes Modell auf in Edge-Umgebungen ausführen lässt”. Auf der Website schreibt das Team zu seiner Idee: „Simply bringing the power of chips into the hands of innovators.“

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln beleuchten wir das dynamische Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind die Bedingungen für Gründer:innen, welche Investitionen fließen in innovative Ideen und welche Startups setzen neue Impulse? Rund 800 Startups haben Köln bereits als ihren Standort gewählt – unterstützt von einer lebendigen Gründerszene, einer starken Investor:innen-Landschaft sowie zahlreichen Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents. Als zentrale Anlaufstelle für die Startup- und Innovationsszene stärkt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung die Rahmenbedingungen für Gründer:innen, vernetzt sie mit Investor:innen und bietet gezielte Unterstützung. Diese Rubrik wird unterstützt von KölnBusiness. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

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Foto (oben): Shutterstock





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