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Xiaomi Tag im Test: Günstig aber einfach gehalten


Seit ich ein Handy habe, muss ich neben Geldbörse und Schlüsseln ständig auf etwas anderes achten. Bei so vielen Dingen, an die man denken muss, passiert es nur allzu oft, dass man eines verliert. Deshalb habe ich angefangen, intelligente Bluetooth-GPS-Tracker oder Smart Tags zu verwenden. Sie sind kompakt, leicht und machen es einfach, Gegenstände zu überwachen und sie wiederzufinden, wenn sie verlegt wurden. Xiaomi hat vor kurzem den Xiaomi Tag auf den Markt gebracht, eine günstigere Option im Vergleich zu den Premium-Alternativen.

Der neue Xiaomi Tag ist ein schlanker und eleganter Tracker zu einem wettbewerbsfähigen Preis, obwohl er keine UWB-Konnektivität (Ultra-Wideband) bietet. Ich habe ihn auf Herz und Nieren geprüft, um die Leistung und die Funktionen mit anderen Trackern zu vergleichen und festzustellen, ob er eine lohnende Alternative ist.

Design und Akku

Die meisten Tracker, die ich getestet habe, haben eine kreisförmige, abgerundete, quadratische oder elliptische Form. Der Xiaomi Tag verfolgt einen einzigartigen Ansatz mit einem länglichen Design. Er hat einen zentralen Puck aus Polycarbonat, der von einem integrierten Metallring gehalten wird. Dadurch wirkt er wie ein hochwertiges Schlüsselanhänger-Accessoire. Mit der Metallschlaufe könnt ihr ihn direkt an einem Schlüsselring oder Karabiner befestigen, ohne dass ihr eine zusätzliche Halterung oder ein Etui benötigt.

Obwohl er breit erscheint, ist der Anhänger dünn und leicht. Mit den Maßen 46,5 x 31 x 7,2 mm passt er problemlos in eine Brieftasche oder Tasche, ohne sich zu breit zu machen. Mit nur 10 Gramm ist er leichter als viele Konkurrenten, wie der AirTag 2 oder Galaxy SmartTag 2.

Xiaomi Tag smart GPS Bluetooth tracker review for Android and iPhone
Unter der oberen Abdeckung, findet ihr das Batteriefach, das eine CR2032-Batterie aufnimmt. Bildquelle: nextpit

Der Xiaomi Tag ist nach IP67 staub- und wasserdicht, so dass ihr ihn bedenkenlos an Haustieren oder Taschen befestigen könnt. Der abnehmbare Akkudeckel fühlt sich sicher und gut abgedichtet an. Eine zentrale Taste aktiviert das Gerät aus dem Schlafmodus oder setzt es zurück.

Die obere Abdeckung verdeckt die austauschbare CR2032-Batterie. Dank einer gekerbten Kante lässt sie sich leicht mit einem Nagel oder einem Werkzeug aufhebeln. Der Austausch der Batterie ist einfach, aber angesichts der langen Lebensdauer nur selten nötig. Xiaomi gibt die Laufzeit der Batterie mit über einem Jahr an, was den meisten Trackern entspricht. Samsungs Galaxy SmartTag 2 bietet bis zu zwei Jahre im Energiesparmodus.

Pairing und Doppelnetzwerk-Kompatibilität

Der Xiaomi Tag verwendet Bluetooth 5.4 und NFC (iOS-Geräte). Er funktioniert sowohl mit Android als auch mit iOS. Auf unterstützten Android-Geräten wird er über die Find Hub App gekoppelt. Die Xiaomi Home App unterstützt dies nicht, auch nicht beim Pairing mit einem Xiaomi Telefon oder Tablet.

Pairing mit einem Android-Gerät

Habt ihr die App installiert und euch im Google-Konto angemeldet, reicht es, das Schutzband der Batterie herauszuziehen. Der Tag wird automatisch erkannt. Vergewissert euch, dass Bluetooth und Standort aktiviert sind, falls die Verbindung nicht sofort angezeigt wird. Xiaomi empfiehlt, bei Bedarf manuell nach Find-Hub-Geräten zu scannen, aber in meinen Tests wurden mehrere Tags sofort mit allen Geräten gekoppelt.

Die Einrichtung auf dem Host-Android-Telefon oder -Tablet dauert nur ein paar Fingertipps, einschließlich der Bestätigung der Richtlinie. Anschließend könnt ihr den Tag umbenennen, eine Kategorie zuweisen und sein Symbol ändern. Anschließend könnt ihr den Tag auf den Karten anzeigen lassen.

Xiaomi Tag smart GPS Bluetooth tracker review for Android and iPhone
Der Xiaomi Tag wird automatisch erkannt, sobald ihr das Batterieband entfernt. Vergewissert euch, dass auf eurem Android-Handy oder -Tablet Bluetooth und Ortung eingeschaltet sind. Bildquelle: nextpit

Kopplung mit einem iPhone

Auf dem iPhone oder iPad verwendet ihr die Apple-App „Find My“ und wählt die Option „Drittanbietergerät“. Schaltet außerdem Bluetooth auf eurem Gerät ein. Das Pairing geht genauso schnell wie bei einem normalen AirTag oder AirTag 2.

Xiaomi Tag smart GPS Bluetooth tracker review for Android and iPhone
Fügte den Xiaomi Tag über die Apple Find My App hinzu. Wählt bei den Einstellungen der App auf eurem iPhone oder iPad die Option Drittanbieter-Tracker. Bildquelle: nextpit

Die Verwaltung, z. B. das Aufheben der Kopplung und die erneute Kopplung, erfolgt im selben Abschnitt. Es gibt jedoch einen Nachteil, den ihr euch merken solltet: Dem Tag fehlt ein Manipulationsschutz. Wenn er verloren geht, kann ihn jeder zurücksetzen und mit einem anderen Gerät koppeln. Ich vermisse hier Sicherheitsvorkehrungen, die ein einfaches erneutes Pairing ohne vorheriges Entfernen des Tags vom Originaltelefon verhindern.

Ich habe den Wechsel zwischen Android-Geräten mit demselben Konto ohne Probleme getestet. Es ist möglich, dass künftige Updates kontobasierte Beschränkungen für eine bessere Sicherheit nachliefern.

Funktionen und Genauigkeit

Das Crowdsourced Network hängt vom gekoppelten Ökosystem ab. Android verwendet Find Hub (über Android-Geräte in der Nähe), während iOS Find My verwendet. Die Standortdaten bleiben in beiden Fällen verschlüsselt, sodass keine der beiden Plattformen auf eure Informationen zugreifen kann.

In meinen Tests lieferte Android schnellere und genauere Standortaktualisierungen als iOS, was wahrscheinlich auf die Gerätedichte in der Umgebung zurückzuführen ist. Das bedeutet, dass die Ergebnisse je nach Standort und Ökosystem-Traffic variieren können.

Die Ortung in der Nähe ist einfach, mit einer grafischen Anzeige, die die Entfernung anhand der Kreisgröße anzeigt. Es fehlt die präzise Ortung von UWB-fähigen Trackern wie Samsungs Galaxy SmartTag oder Apples AirTag. Außerdem ist die Positionsbestimmung langsamer, selbst wenn der Tag nur wenige Meter entfernt ist, was ein häufiges Problem bei nicht UWB-fähigen Modellen ist.

Xiaomi Tag smart GPS Bluetooth tracker review for Android and iPhone
Verfolgt den Xiaomi Tag aus der Ferne auf der Karte und über die Umkreissuche. Bildquelle: nextpit

Für die Ortung in der Nähe könnt ihr den Tag klingeln lassen, um akustische Warnungen zu erhalten. Der Ton ist dezent, aber für ruhige Räume ausreichend. Er reicht nicht an die lautere Ausgabe des Galaxy SmartTag 2 oder der Solum-Tracker heran.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass ihr nur Live-Standortkoordinaten erhaltet. Im Gegensatz zu Samsungs Galaxy SmartTag und einigen anderen Konkurrenten wird kein Standortverlauf unterstützt. Für einen preisgünstigen Tracker sind die grundlegenden Funktionen jedoch gut.

Zu den weiteren Funktionen gehören der Verloren-Modus, der eine Standortfreigabe für Kontakte und Fluggesellschaften, Trennungswarnungen und Benachrichtigungen über unerwünschte Ortungen, die sowohl von Find Hub als auch von Find My unterstützt werden, beinhaltet.

Xiaomi Tag smart GPS Bluetooth Tracker Testbericht für Android und iPhone
Xiaomi Tag ist nur in weißer Ausführung erhältlich Bildquelle: nextpit

Fazit

Ich hatte hohe Erwartungen an den Xiaomi Tag. Zwar fehlen Standortverlauf und UWB, sodass die Genauigkeit der Ortung und die Geschwindigkeit der Ortung im unteren Bereich liegen. Angesichts des niedrigen Preises und der Kompatibilität mit zwei Netzwerken, kann sich der Tag trotzdem lohnen.

Insgesamt bietet der Xiaomi Tag eine zuverlässige, preisgünstige Ortung mit durchdachtem Design. Er ist eine gute Wahl, wenn ihr Erschwinglichkeit und plattformübergreifende Flexibilität gegenüber erstklassigen Präzisionsfunktionen bevorzugt.

In der EU der Tracker für 17 € pro Stück oder 59 € im Viererpack verkauft. Das ist viel billiger als der Galaxy SmartTag 2 oder der AirTag 2.

Wenn ihr mehrere Dinge mit Tags bestücken wollt, bietet das Viererpack eine große Preisersparnis. Wenn ihr Smart Tags nur einmal testen möchtet, solltet ihr mit einem einzelnen Gerät beginnen. Er ist nur in weißer Farbe erhältlich.



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Im Lesertest: Strix Halo Tablet


In seinem Leserartikel: OneXPlayer SuperX Tablet mit AMD 395+ widmet sich Community-Mitglied Haldi der Frage, wie sich AMDs größte APU in Form eines Tablets schlägt. Immerhin handelt es sich um die stärkste iGPU, die derzeit auf dem Markt ist.

Vorgeschichte

Der Nutzer hatte schon immer einen Fimmel für die Tablet-Sparte, vom langsamen Asus Transformer Book mit Dual-Core CPU und Windows 8 ging es zu einem Surface Pro 3 mit ursprünglich Windows 8.1. Dank Haswell etwas schneller, aber heutzutage natürlich veraltet.
In den letzten Jahren kam kein Produkt auf den Markt, das den Spieltrieb von Haldi entfesselte: „Jedenfalls gab es in den letzten paar Jahren so gut wie keine Tablets mit AMD Chips drin. Und die Intel Chips waren halt einfach Müll.“

Was liegt da näher, als sich ein Tablet mit AMDs aktuell größter iGPU zuzulegen? Immerhin dürfte es sich nicht nur um eine der größten Leistungssteigerungen der letzten Jahre, sondern allgemein eines der stärksten Tablets der letzten Zeit handeln.

Das Tablet

Dieses ist mit 13 mm relativ kompakt, wenn bedacht wird, dass sich in der CPU nicht nur 16 Kerne, sondern auch eine 40 CU starke Grafikeinheit verbirgt, die theoretisch bei einer Standard-TDP von 55 W arbeiten. Zum Vergleich, eine der schnellsten Mobil-CPUs von AMD, der Ryzen 9 9955HX begnügt sich mit 2 CUs in der Radeon und ist damit bei Spielen auf eine diskrete Grafikeinheit angewiesen.

Rechts: USB A, 2x Typ C, HDMI, Lautstärketasten und den Turboknopf für das OSD
Rechts: USB A, 2x Typ C, HDMI, Lautstärketasten und den Turboknopf für das OSD (Bild: Haldi)
Oben: Powerbutton und Lüftungsschlitze
Oben: Powerbutton und Lüftungsschlitze (Bild: Haldi)
Tastatur
Tastatur (Bild: Haldi)

Der Lieferumfang

Im Lieferumfang befinden sich zwei Hüllen, ein Ladegerät inklusive Schachtel und die Tastatur.
Zum Ladegerät kann nicht viel gesagt werden.

Das Ladegerät hat nen XT60 Adapter und geht auf proprietary 5.5mm oder isowas.. habs nicht nachgemessen.
Auch wenn das Ladegerät 240W hat, Die es über XT60 mit 20V12A auch ausgeben kann hab ich noch nie mehr als 125W gemessen.
Es kann alternativ auch über USB Typ-C Geladen werden! Allerdings nur mit 60W…. in der Theorie…

Haldi

Die Leistung

In einigen Benchmarks zeigt sich die Limitierung im Tablet-Format. So kann ein Lenovo Legion Pro 5 im Cinebench 2026 mit einem Ryzen 9 9955HX im Multi-Thread-Test 8.074 Punkte und im Single-Thread-Test 527 Punkte erreichen.
Das OneXPlayer erreicht hier, als Variante mit Luftkühlung, 6.604 und 436 Punkte.
Die Vorgänger-CPUs Ryzen 9 8945HX und Ryzen 9 7945HX erreichen hier jeweils 7.286 und 463, sowie 6.202 und 432 Punkte, jeweils ebenfalls in einem Legion Pro 5.
Das sind für die baulich bedingten Begrenzungen keine schlechten Werte.

Ryzen Ai Max +395 im Cinebench Test
Ryzen Ai Max +395 im Cinebench Test (Bild: Haldi)
Ryzen 9 9955HX im Cinebench Test
Ryzen 9 9955HX im Cinebench Test
Ryzen 9 8945HX im Cinebench Test
Ryzen 9 8945HX im Cinebench Test
Ryzen 9 7945HX im Cinebench Test
Ryzen 9 7945HX im Cinebench Test

Im UL 3DMark Benchmark und dem Steel Nomad Light sowie Steel Nomad liegt die Radeon 8060S bei 9.801 und 2.036 Punkten. Eine RTX 3050 mit 8 GB und einem Core i3-10105 (4C/8t) erbringt hier 6.355 und 1.337 Punkte.

Wird eine aktuelle RTX 5070 Laptop mit 8 GB und einem Ryzen 9 8945HX genommen, stehen hier am Ende des Tages 13.868 und 3.019 auf dem Zähler.
Eine Radeon RX 6500 XT, ebenfalls in einem Core i3-10105 System, liegt im Steel Nomad mit 910 Punkten deutlich zurück.

Da gerade die mobilen Begleiter nicht immer unter voller Last und damit hoher Lautstärke betrieben werden, hat Haldi selbstverständlich auch noch Tests mit verringerter TDP laufen lassen.

Die Spezifikationen im Vergleich zur Konkurrenz

Da der Ryzen Ai Max +395 in dieser Konfiguration in der Computerwelt, abgesehen von den Konsolen Chips der aktuellen PlayStation und Xbox, doch eher die Ausnahme darstellt, werden hier noch einmal die einzelnen Daten, auch im Vergleich zu anderen CPUs und GPUs, aufgeführt.

Mobile CPUs im Vergleich

Obwohl der Ryzen Ai Max zusätzlich 40 CUs der Radeon iGPU integriert hat, ist zum Beispiel der Basistakt höher als beim konzerneigenen Konkurrenzprodukt Ryzen 9. Beide nutzen auch dieselbe Zen 5 Architektur, sowie den 4 nm Prozess von TSMC.

Daten von 8060S, RTX 4060 und RTX 5060

Da AMD im mobilen Sektor mit diskreten Grafikkarten so gut wie nicht mehr vertreten ist, sind nur die beiden Konkurrenzprodukte von Nvidia, die GeForce RTX 4060 und 5060 im Vergleich aufgeführt.

Der ausführliche Testbericht, mit unterschiedlichen TDP-Stufen, inklusive Videos mit der Lautstärke der Lüfter, findet sich im Leserartikel: OneXPlayer SuperX Tablet mit AMD 395+.
Ebenfalls wurde die Performance gemessen, wenn das Tablet nicht über das herkömmliche Ladegerät, sondern über USB-C betrieben wird.
Auch hat Haldi das Tablet unter Linux getestet.

Feedback und Hinweise ausdrücklich erwünscht

Rückfragen, Anregungen sowie Lob und Kritik zum Leserartikel sind in den Kommentaren zu dieser Meldung sowie im entsprechenden Thread wie immer ausdrücklich erwünscht. Auch Hinweise zu weiteren Leserprojekten oder Erfahrungs­berichten werden gerne entgegen­genommen.

Die letzten sieben vorgestellten Lesertests im Überblick:



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Mercedes MB. Drive Assist Pro Level 2++ im CLA ausprobiert


Deutsche Autohersteller wie BMW und Mercedes-Benz haben ihre Level-3-Ambitionen vorerst aufgegeben. Bei Mercedes liegt der Fokus derzeit auf dem „Level 2++“ und dem MB. Drive Assist Pro. ComputerBase konnte das auf Nvidia-Hard- und Software laufende System im Rahmen der GTC 2026 erleben. Im zweiten Quartal soll die Beta starten.

Beta für US-Kunden im zweiten Quartal

Der MB. Drive Assist Pro wird seit Ende letzten Jahres für den aktuellen CLA in China angeboten. Im Verlauf des zweiten Quartals dieses Jahres soll für interessierte Kunden in den USA eine Beta des Assistenzsystems angeboten werden. Das ist ungewöhnlich für einen Hersteller wie Mercedes, der Kunden bislang immer erst das fertige Produkt anbieten wollte. Beim MB. Drive Assist Pro wird diesmal aber ein anderer Weg eingeschlagen, der Parallelen zu den Beta-Releases für Tesla-Kunden erkennen lässt.

3.950 US-Dollar für drei Jahre Laufzeit

Mercedes bietet den MB. Drive Assist Pro in den USA bereits zum Verkauf an. Wer einen CLA 250+ zum Basispreis von 48.600 US-Dollar konfiguriert, kann das Assistenzsystem als Sonderausstattung für 3.950 US-Dollar hinzufügen. Das Extra kommt mit einer Laufzeitbeschränkung von drei Jahren, was es im Anschluss kosten wird, ist bislang nicht bekannt. Für die voraussichtlich Anfang 2027 geplante Markteinführung in Deutschland stehen entsprechende Details ebenfalls noch aus.

Für was stehen die zwei Pluszeichen?

Zur Probefahrt durch die Innenstadt von San Jose war gleich eine der ersten Fragen der Redaktion, für was die zwei Pluszeichen bei „Level 2++“ stehen. L2+ ist eine inoffizielle Bezeichnung, die bislang für leistungsfähigere Assistenzsysteme nach Level 2 genutzt wurde, um sich vom klassischen L2 abzusetzen. Der Autobahnassistent von BMW ermöglicht zum Beispiel freihändiges Fahren auf Autobahnen bis 130 km/h und Spurwechsel nur mit Blickbestätigung. Das Verkehrsgeschehen muss vom Menschen überwacht werden, Nebentätigkeiten sind im Gegensatz zum Level 3 (Test) untersagt.

Level 2++ für Highway und Stadt

Nvidia erklärte „Level 2++“ folgendermaßen: Demnach stehe das erste Pluszeichen für das assistierte Fahren auf dem Highway und das zweite Pluszeichen für das assistierte Fahren in der Innenstadt. Das urbane Szenario ist für Hard- und Software das deutlich anspruchsvollere. Diese Erweiterung auf die Stadt will Nvidia mit der Bezeichnung zusätzlich hervorheben.

Nvidia Drive AGX Orin und Alpamayo

Mercedes setzt für den MB. Drive Assist Pro auf Technologie von Nvidia, einerseits Drive AGX Orin für die Hardware und andererseits Alpamayo für die Software, Nvidias Familie offener Vision-Language-Action-Modelle, Simulations-Tools und Datensätze für autonome Fahrzeuge. Das Assistenzsystem läuft einem einzelnen Orin mit 254 TOPS, auch wenn bei Mercedes weiterhin von 508 TOPS die Rede ist. Laut Nvidia habe es mal Pläne für zwei Orin gegeben, in den Serienfahrzeugen komme aber nur ein Modul zum Einsatz. Zehn Kameras, fünf Radar- und zwölf Ultraschallsensoren sind im CLA verbaut.

GIF Wahrnehmung der Umgebung im Fahrer-Display

Echtes freihändiges Fahren ist nicht erlaubt

Die Probefahrt war für rund eine Stunde durch die Innenstadt von San Jose angesetzt. Was schon nach wenigen Metern auffiel: Nvidia spricht zwar von einem Hands-free-Erlebnis, freihändiges Fahren gibt es aber selbst mit zwei Pluszeichen nicht bei Mercedes. Der MB. Drive Assist Pro verlangt aus Sicherheitsgründen weiterhin leichte Berührungen des Lenkrades, ansonsten kommt es in mehreren Eskalationsstufen zu akustischen und optischen Warnhinweisen. Das Greifen ans Lenkrad in regelmäßigen Abständen gilt auch für das Fahren auf dem Highway, was jedoch nicht Teil der Probefahrt war.

GIF Level 2++ mit Händen am Lenkrad

Der MB. Drive Assist Pro fährt sicher

Freihändiges Fahren ist mit dem Assistenzsystem zwar nicht möglich, aber durchaus sicheres Fahren. Mercedes und Nvidia haben den MB. Drive Assist Pro eher vorsichtig ausgelegt. Lieber hier und da ein paar Sekunden länger warten, eine vorhandene Lücke nicht komplett schließen, etwas früher bremsen oder doch noch mal die Umgebung checken – erst dann wird gefahren. Sicherheit geht beim MB. Drive Assist Pro eindeutig vor, das zeigte sich zur Probefahrt immer wieder. Und weil sich das Assistenzsystem „überkorrekt“ an alle Tempolimits, Stoppschilder und andere Verkehrsregeln hält, ließ sich die Probefahrt auch nicht abschließen, ohne einmal von einem ungeduldigen Fahrer angehupt zu werden.

GIF Halten und Anfahren am Stoppschild

Als ob zwei Fahrer im Auto sitzen würden

Was also bringt der MB. Drive Assist Pro an zusätzlichem Komfort und Nutzen, wenn man nicht freihändig fahren kann? Nvidia erklärt, dass dass Assistenzsystem dem Fahrer eine Reihe unterbewusst ausgeführter Aktionen abnimmt und damit entlastet. Ist das System aktiv, muss man als Fahrer seltener in die Spiegel blicken, Spurwechsel durchführen, innerhalb der Spur korrigieren oder für Bremsschwellen bremsen.

GIF Verlangsamen für Bremsschwelle

Der MB. Drive Assist Pro agiert so, also würden zwei Fahrer das Fahrzeug steuern, wobei der Mensch die Fahrt primär nur noch überwacht, aber bei der eigentlichen Ausführung in den Hintergrund rückt, während das Assistenzsystem diesen Teil übernimmt. Um Tempolimits und Verkehrszeichen muss man sich nur noch eingeschränkt kümmern, das Auto übernimmt diesen Part. Das Zusammenspiel von Mensch und Maschine zeigt sich auch anhand des kooperativen Lenkansatzes von Mercedes-Benz, bei dem manuelle Lenkanpassungen jederzeit möglich sind, ohne das System zu deaktivieren.

GIF Ausweichen innerhalb der Spur

Mercedes und Nvidia arbeiten an Level 4

Eine Revolution beim assistierten Fahren ist der MB. Drive Assist Pro somit nicht, eher ein Schutzschild, das mit Hilfe zahlreicher Sensoren den Fahrer unterstützt und beschützt und dabei zugleich den Stresslevel senkt. Das ist ein sinnvoller Ansatz, der erhoffte Wow-Effekt blieb damit zur Probefahrt aber aus. Der wiederum könnte zu einem späteren Zeitpunkt folgen, denn Mercedes und Nvidia wollen in der S-Klasse gemeinsam auch das Level 4 anbieten, wie es zum Beispiel Waymo (Test) anbietet. Geplant sind Luxus-Robotaxis, die auf der Uber-Plattform angeboten werden.

GIF Abbiegen nach links bei Gegenverkehr

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Nvidia im Rahmen einer Veranstaltung des Herstellers in San Jose, Kalifornien erhalten. Die Kosten für An-, Abreise und fünf Hotelübernachtungen wurden vom Unternehmen getragen. Eine Einflussnahme des Herstellers oder eine Verpflichtung zur Berichterstattung bestand nicht.

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Platzt jetzt die KI-Blase? USA im freien Fall


Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz. Während Deutschland die Nutzung generativer KI innerhalb eines Jahres verdoppelt hat, erleben die USA eine überraschende Flaute. Platzt dort gerade die große Produktivitäts-Blase?

In der Tech-Welt galt die Führung der USA im Bereich der Künstlichen Intelligenz lange Zeit als unumstritten gesetzt. Doch die neuesten Daten des „HR-Monitors 2026“ zwingen Analysten nun zu einer grundlegenden Neubewertung der globalen Dynamik. Die Zahlen offenbaren eine Entwicklung, die viele Marktteilnehmer überrascht haben dürfte: In den USA ist die regelmäßige Nutzung von KI am Arbeitsplatz innerhalb von nur zwölf Monaten massiv eingebrochen. Besonders bei den täglichen Anwendern verzeichnet der bisherige Vorreiter einen Rückgang, der Fragen zur langfristigen Produktivität der Tools aufwirft.

Warum die Begeisterung in Übersee schwindet

McKinsey-Partner Julian Kirchherr sieht den Grund für diesen Rückzug vor allem in einer mangelnden Nachhaltigkeit der Implementierung. Aus der Studie geht hervor, dass der Anteil der US-amerikanischen Beschäftigten, die KI mindestens mehrmals pro Woche einsetzen, von 64 % auf 47 % gefallen ist. Auch die tägliche Nutzung sank in diesem Zeitraum spürbar von 32 % auf 22 %.

Frühe, durch Neugier getriebene Nutzungsraten bleiben demnach nur dann stabil, wenn die Technologie konsequent in bestehende Arbeitsprozesse integriert wird. In den USA scheint genau hier eine Diskrepanz entstanden zu sein. Ein deutliches Indiz dafür ist das rückläufige Schulungsangebot. Nur noch 31 % der US-Unternehmen bieten spezifische KI-Weiterbildungen an. Dies ist ein massiver Rückgang im Vergleich zu den 45 % des Vorjahres. Ohne diese Qualifizierung berichten Nutzer vermehrt von Ineffizienzen und wachsender Skepsis. Knapp 48 % der Befragten identifizieren fehlerhafte oder „halluzinierte“ Ergebnisse mittlerweile als größtes Risiko.

Deutschland im Aufwind: Wachstum trotz struktureller Hürden

Im krassen Gegensatz dazu steht die aktuelle Entwicklung in der Bundesrepublik. Hier hat sich die regelmäßige Nutzung von KI-Tools wie ChatGPT, Gemini oder Copilot im selben Zeitraum von 19 % auf 38 % verdoppelt. Auch der Anteil derer, die KI täglich in ihren Arbeitsalltag einbinden, kletterte von 7 % auf 16 %.

Doch trotz dieses Booms steht Deutschland vor erheblichen strukturellen Herausforderungen. Zwar steigt die Nutzung nominell an, doch die notwendige Ausbildung im Hintergrund erweist sich oft als lückenhaft. Derzeit bieten lediglich 28 % der hiesigen Firmen formale Trainings für ihre Belegschaft an. Ein Blick nach China verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Qualifizierung und Anwendung. Dort offeriert fast die Hälfte der Unternehmen (49 %) entsprechende Schulungen, was zu einer deutlich höheren täglichen Nutzungsrate von 28 % führt.

Hemmnisse durch Verbotskultur und fehlendes Know-how

In Deutschland erschwert zudem eine teilweise restriktive Haltung den flächendeckenden Einsatz. Bemerkenswerte 14 % der Unternehmen untersagen ihren Mitarbeitenden die Nutzung von KI am Arbeitsplatz derzeit noch komplett. Experten warnen, dass diese Kombination aus mangelnder Befähigung und einer ausgeprägten Verbotskultur einen digitalen Grabenbruch verursachen könnte, der die internationale Wettbewerbsfähigkeit langfristig gefährdet.

Zwar sind die Erwartungen der Beschäftigten weiterhin hoch. Doch über 50 % hoffen auf Produktivitätsgewinne und verbesserte Datenanalysen. Die Realisierung dieser Ziele hängt jedoch maßgeblich von der Beherrschung komplexer Fähigkeiten wie dem Prompt Engineering und der Datenvalidierung ab.

Vom Hype zur Konsolidierung

Die Daten aus den USA fungieren derzeit als Frühindikator dafür, was passiert, wenn Technologie ohne begleitende Prozessänderungen eingeführt wird: Das Interesse sinkt, sobald die erste Neugier verflogen ist und die Tools im Alltag mehr Reibungsverluste als Erleichterungen erzeugen. Deutschland befindet sich aktuell in einer entscheidenden Phase. Ob die hiesige Kurve 2027 ebenfalls stagniert oder sich stabilisiert, wird davon abhängen, ob KI künftig als bloßer Text-Editor oder als tief integriertes Analyse-Werkzeug begriffen wird.


Was denkt Ihr? Habt Ihr im Job bereits Zugang zu qualifizierten Schulungen oder müsst Ihr Euch den Umgang mit KI komplett selbst erarbeiten? Schreibt es uns in die Kommentare!



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