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Schön schräg › PAGE online


Darauf haben viele von uns gewartet: Ab sofort gibt es kursive Schnitte für die Neue DIN. Und zwar für alle neun Breiten und in allen neun Stärken, nach rechts und nach links geneigt.

Schön schräg › PAGE online

Seit ihrer Veröffentlichung bei der Berliner Foundry Fontwerk vor etwa drei Jahren, hat die Neue DIN ordentlich Wellen geschlagen. Sechs der wichtigsten internationalen Kreativ-Awards – darunter der iF Design Award, der ADC und der German Design Award – und viel positives Feedback von Anwenderinnen und Anwendern bezeugen ihre Qualitäten, zum Beispiel ihren extremen Designspace von XXCondensed bis XXWide jeweils in den Strichstärken Thin bis Black. Dem Design-Trio Andreas Frohloff, Olli Meier und Hendrik Weber ist es mit verschiedenen smarten Designentscheidungen gelungen, die deutsche Designikone DIN von jeglichem Staub zu befreien.

Einen ausführlichen Artikel dazu findet ihr hier.

Die neuen kursiven Schnitte der Schrift DIN in allen Stärken und Breiten

Was der Neuen DIN aber trotz ihres enormen Umfangs bisher fehlte, waren Kursive. Nun aber haben Andreas Frohloff und Olli Meier nicht nur die 81 normal schräggestellten Schnitte ergänzt, sondern zusätzlich die gleiche Menge an nach links geneigten Varianten (Retalic). Die auch als Backslanted bekannte Linkskursive bietet beispielsweise in plakativen Kontexten reizvolle Möglichkeiten. Damit erhöht sich die Anzahl der statischen Schnitte der Neuen DIN auf satte 243. Wer es überschaubarer mag: der Variable-Font erhielt eine dritte Achse zur Schrägstellung in beide Richtungen.

In weißer Schrift auf schwarzem Grund sieht man die neuen nach rechts und nach links geneigten Schnitte der Schrift DIN

Alle 243 Schnitte plus der Variable Font kosten 950 Euro. Aber natürlich gibt es auf der Fontwerk Website auch viele Angebote für einzelne Fonts oder Pakete. 

In schwarz auf weißem Grund sind alle 243 statischen Schnitte der Schrift DIN dargestellt.

Und wer sich für die Geschichte und Entwicklung der DIN Schrift interessiert, findet hier eine sehr gute Zusammenfassung.

 

Warum die Kursiven der Neuen DIN erst jetzt erschienen sind und wie sie sich von anderen serifenlosen Kursiven unterscheiden fragten wir Fontwerk-Gründer Ivo Gabrowitsch.

Warum habt ihr die Kursiven 2023 nicht gleich mitentwickelt?

Ivo Gbrowitsch: Wir waren von der Stringenz und Klarheit der aus 81 aufrechten Garnituren bestehenden Familie überzeugt. Wir fragten uns, ob es mit den Möglichkeiten, die sich durch neun Breiten und neun Strichstärken ergaben überhaupt noch kursiver Schnitte bedurfte. Zumal das geometrisch-konstruierte, dabei gleichzeitig offene Design keine echte Kursive mit eigens gezeichneten Glyphen zulässt, sondern lediglich Obliques – also schräg gestellte Versionen der geraden Schrift – und sich bei Bedarf auch mit guten Ergebnissen elektronisch schräg stellen lässt. Wenn man so will, wollten wir vom Bedarf nach Kursiven überzeugt werden.

War von Anfang an klar, dass es auch Retalics gibt oder hat sich das erst im Laufe der Gestaltung ergeben?

Als der Bedarf nach Kursiven offenkundig wurde, war uns die nach rechts geneigte Lage allein nicht genug. Über dem ganzen Projekt Neue DIN steht das Ziel, die DIN-Schrift wirklich neu zu denken. Es gibt bereits einige Interpretationen der DIN 1451, der Norm-Schrift für die Bereiche Technik und Verkehr. Für uns stellte sich daher von Anfang an die Frage nach der Daseinsberechtigung. Warum bedarf es der weiteren Variante? Weil das hundert Jahre alte Design weiter bestehen soll. Weil sich die Welt und die Anforderungen an Schrift verändern. Weil Typedesign heute dynamisch-variabel ist und das neue gestalterische Schlussfolgerungen mit sich bringt. Also gibt es mit unserem Variable-First-Ansatz eben nicht nur eine normale Kursive, sondern auch eine nach links geneigte Variante, die man im DIN-Kosmos noch nicht kannte – und das alles in einem einzigen Variable-Font.

»Wir wollten vom Bedarf nach Kursiven überzeugt werden.«

Welchen Neigungswinkel haben die Kursiven und wie unterscheiden sie sich von anderen?

Die Neue DIN Italic hat einen Neigungswinkel von 10°. Da wir im Wesentlichen keine neuen Formen zeichneten, sondern eine dezent nachjustierte Oblique gestalteten, ist dieser Winkel der beste Kompromiss aus Neigung und Verzerrung und zudem noch gut in den extremen Schnitten abbildbar. Bei dynamischen Schriften sind 12° üblich, heutzutage auch mal bis zu 15°. Geometrischen Schriften, zum Beispiel der Futura, genügen manchmal auch nur 8°. Mit unseren 10° gewährleisten wir, dass sich auch eine XXCondensed oder XXWide im selben Formenkanon bewegt wie die Normalbreite. Das mag vielleicht weniger mutig erscheinen, garantiert aber die zuvor beschriebene Langlebigkeit, die wir erzielen wollen.

Ist das Projekt Neue DIN jetzt abgeschlossen oder können wir uns auf künftige Erweiterungen freuen?

Ja, es kommt noch mehr. Mit dem Ansatz, alles neu denken zu wollen, fallen nach heutigem Stand einige Erweiterungen raus. So braucht es beispielsweise keine weiteren DIN Roundeds oder DIN Slabs – es sei denn, unsere Kundinnen und Kunden wünschen sich das explizit. Andere stilistische Optionen sind allerdings denkbar, dazu kann ich aber noch nichts verraten. Und dann gibt es Sprachen, für die bisher keine DIN-Entsprechungen existieren. So stehen wir kurz vor der Veröffentlichung von Neue DIN Thai, die wir – neben Kyrillisch und Griechisch – von internationalen Designerinnen und Designern haben gestalten lassen und die es natürlich auch in allen 243 statischen und dazwischenliegenden variablen Garnituren geben wird.

Anhand eines Mustertextes sieht man die verschiedenen Schnitte der Schrift DIN, aufrechte sowohl als auch kursive. Die linke Hälfte des Bildes zeigt weiße Schrift auf schwarzem Grund, die rechte Hälfte schwarze Schrift auf weißem Grund.



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Vom Tuch zum FABRIC › PAGE online


Wie die Hamburg Kreativ Gesellschaft einen interdisziplinäres Fashion Lab mitten in der Innenstadt geschaffen hat

Blick durch eine gläserne Drehtür in einen hellen Pop-up-Store von Jan 'N June. Die Schaufensterscheibe trägt den Hinweis „Temporary Pop-up, Aug 29th – Oct 19th". Im Inneren sind Kleiderstangen mit pink-weißen Hemden und eine Verkäuferin am Tresen zu sehen.Bild: FABRIC x Hamburg Kreativ Gesellschaft Ist Hamburg eigentlich eine Modestadt? Denkt man zurück, landet man schnell bei Handel, dem Hafen und Kontorhäusern wie dem »Zweiten Klöpperhaus«, früher ansässig Mönckebergstraße 3, in dem Tuch gehandelt wurde. Und bei Jil Sander und Karl Lagerfeld – geht doch! Mit dem Begriff der Nachfrage kann Hamburg durchaus umgehen, doch wird die Stadt maximal im Bereich Ausbildung wirklich mit dem deutschen Business of Fashion verbunden: So bieten HAW, M. Müller & Sohn und AMD Studiengänge und Kurse an, daneben auch mit großem Anwendungsbezug wie an der Macromedia oder der Akademie JAK.

Und genau hier, wo noch so viel Hafenluft nach oben ist, setzt ein neues Großprojekt der Hamburg Kreativ Gesellschaft an. Als Prototyp des Programms »Verborgene Potenziale Innenstadt« der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen – ein Leuchtturmprojekt zur Förderung von der lokalen Community und urbaner Kreativität – wird das FABRIC bisher durch öffentliche Gelder gefördert. Die erste Förderperiode wurde durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung ermöglicht, dann folgte weitere Starthilfe durch die Behörden für Stadtentwicklung und Wohnen, Kultur und Medien, Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft.

Moderner Nähmaschinenpark in einem industriellen Produktionsraum mit hoher Decke und Lüftungsrohren. Im Vordergrund eine professionelle Nähmaschine, im Mittelgrund eine Maschine der Marke Serdar; rechts grafische Dreiecksformen mit Punktmuster als Gestaltungselement.Bild: FABRIC x Hamburg Kreativ Gesellschaft

Eine kreative Insel im Herzen der Stadt

Durch die Stadt ermöglicht und von Branchenprofis ins Leben gerufen, feierte der besondere Space in der Galleria Passage in der Nähe des Rathauses im Mai 2025 seinen ersten Geburtstag. Das FABRIC versteht sich als interdisziplinäres Netzwerk und gemeinsame Plattform für die Kreativwirtschaft. Das Konzept ist auf die Bereiche Mode, Textil und Design ausgerichtet und bietet mit Memberships für Kreative, Kunstschaffende und Unternehmen die perfekte Infrastruktur für nachhaltigen Austausch und gemeinsame Projekte.

Außerdem dient das FABRIC als Wissenszentrum und Showcase für die vielfältigen kreativen Potenziale der Stadt – und als kreativer Arbeitsraum: Die Werkstatt im Untergeschoss ist mit derzeit 42 professionellen Fertigungsmaschinen ausgestattet, vom Textil-Direktdrucker bis hin zur High-End-Stickmaschine. Eine offene Coworking- und Eventfläche samt Fotostudio im Unter- und Obergeschoss laden zur Zusammenarbeit ein, Shop und ein Café mit Terrasse verknüpfen das FABRIC mit den Passant:innen in der Innenstadt.

Belebte Außenterrasse eines Restaurants in der Hamburger Innenstadt, umgeben von Backsteingebäuden. Viele modisch gekleidete Menschen stehen und sitzen unter großen weißen Sonnenschirmen; im Hintergrund ist das Schild „Weitz" zu sehen.Bild: FABRIC x Hamburg Kreativ Gesellschaft

Das FABRIC-Team initiiert zudem selbst kreative Projekte und steht anderen Kreativen mit Beratung und praktischen Lösungen zur Seite. Suzanne Darouiche, Projektmanagerin für Urbane Produktion, ist studierte Modedesignerin, Schnitt-Direktrice und Schneiderin. Und nicht zuletzt hat sie beste Beziehungen: »Ich habe meinen letzten Job eigentlich gekündigt, um Vollzeit im meinem Verein Vagabunt zu arbeiten. Dabei handelt es sich um ein Mode- und Nähprojekt für benachteiligte Jugendliche in Hamburg, die oft wohnungslos sind oder Flucht- und Gewalterfahrungen gemacht haben. Es könnte also nicht besser passen: Urbane Produktion ist das Konzept der Stunde. Unsere Werkstatt birgt für mein Projekt enorme Möglichkeiten und viele Symbiosen«, erzählt Suzanne.

»Die deutsche Modebranche hat ein einzigartiges Potenzial – es geht nicht darum, Frankreich oder Italien nachzueifern. Wir gehen unseren eigenen Weg. Wir sind vielleicht kein traditionelles Mode-Land, aber gerade das gibt uns die Freiheit, über den Tellerrand hinauszuschauen. Ich denke, der Fokus liegt bei uns vor allem auf Qualität, Handwerk und Innovation.«

— Mattis Dallmann, FABRIC-Member

Urbane Produktion und Nachhaltigkeit

Im FABRIC treffen aber nicht nur Menschen, sondern auch Ideen und Konzepte für nachhaltigeres Modedesign und Produktionswege aufeinander. Die Kreativ Gesellschaft erforscht dabei, wie urbane Produktion klassisches Handwerk und innovative Fertigungstechniken aus Industriezentren wieder in Arbeits- und Lebensräume zurückbringt. Erklärtes Ziel ist es, leere Flächen zu beleben, die lokale Wirtschaft zu stärken und kurze Wege für Designer:innen, Produktion und Verbraucher:innen zu schaffen.

Im FABRIC sind deshalb Upcycling-Disziplinen verschiedenster Couleur zu finden, alle Design- und Showprojekte werden direkt vor Ort umgesetzt. Ninu Dramis, verantwortlich für die konzeptionelle und inhaltliche Umsetzung vom Projekt, ist ausgebildete Mode- und Kommunikationsdesignerin und auf das Prompten von Fashion spezialisiert. Oder Memberin Katja Ellwart, die aus alten Herrenhemden, die sie aus Reinigungen erhält, verschiedenste neue Schnitte und Patchwork-Designs ohne den Zukauf von Stoffen herstellt.

Darüber hinaus präsentieren Erfolgskonzepte wie das gefeierte nachhaltige Label SVEASØN im FABRIC ihre Kollektionen. Dabei geht es nicht nur darum, selbst Stücke zu produzieren, sondern die Modewelt im Ganzen zu hinterfragen – und den Wert von gut gemachter Kleidung wieder deutlich in den Vordergrund zu rücken.

So hat Mattis Dallmann etwa ein Label gegründet, das auf handwerkliche Techniken setzt, in limitierten Editionen, dem Prinzip »made to order« folgend. Anti-industrielles Arbeiten begleitet den Designer seit seinem Master-Studium in Schweden. Deadstock-Fabrics, also solche, die aus Überproduktionen angekauft werden, bilden neben Patchwork-Techniken eine weitere Upcycling-Strategie, aus denen sich die Teile seines Labels »FREIKÖRPER« zusammensetzen. »Das können Interior-Materialien sein oder sehr hochwertige Stoffe, die bei Luxusmarken wie Prada abfallen«, erklärt Mattis. »Ich leiste mit meiner Marke gern Aufklärungsarbeit. Nachhaltigkeit ist nicht bieder, diese Zeiten haben wir in der Mode endgültig hinter uns.«

Ein junger Mann in schwarzem T-Shirt arbeitet konzentriert an einem Schneidetisch und befestigt Stecknadeln an schwarzem Stoff. Im Hintergrund arbeiten zwei weitere Personen in einem hellen Modedesign-Atelier mit Schneiderpuppen.Bild: FABRIC x Hamburg Kreativ Gesellschaft Kleiderstange mit verschiedenen Kleidungsstücken, darunter auffällige pink-weiß gestreifte Hemden und dunkle Basics. Im Hintergrund ist ein Schild mit der Aufschrift „I see it. I like it. I look out for the sustainable version." zu sehen.Bild: FABRIC x Hamburg Kreativ Gesellschaft

Überall Vielfalt, auch im Programm

Übrigens lohnt sich ein Blick ins Programm des FABRIC, denn gut vernetzt zu sein, ist die halbe Miete. So gibt es zum Beispiel PR- und Text-Training mit Modejournalist Fabian Hart, Legal-Fragerunden für junge Marken oder KI-Workshops, die in die Welt virtueller Entwürfe einführen. Darüber hinaus finden regelmäßig Modenschauen, Vernissagen, Panels und Talks, Stoffmarkt, Nachtflohmarkt oder thematische DIY-Clubs statt.

Wer noch mehr Inspiration sucht, wird auf der FABRIC-Website fündig.



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»You shape the world. Do it with love« › PAGE online


Das PAGE-Geburtstagsshirt: Wie der Artist und Illustrator Eric Schwarz aus 40 Jahren Designgeschichte vier Bilder und einen Satz macht.

»You shape the world. Do it with love« › PAGE onlineBild: Eric SchwarzWir kennen Eric Schwarz schon eine Weile. Genauer gesagt seit dem Tag, an dem er auf der Pictoplasma in Berlin auf die Bühne ging, von Begehren und Selbstzweifeln sprach und nicht nur uns damit beeindruckte. Seine Comics, meistens in diesem unverwechselbaren Blau und meistens mit nur vier Panels, treffen immer mitten ins Herz und haben seitdem ihren Platz in unserer Community.

40 Jahre PAGE sind 40 Jahre Geschichten aus, mit und über die Kreativbranche. Zum Jubiläum wollen wir diese Geschichten weitererzählen und laden dazu Artists ein, PAGE als Plattform zu nutzen, ihre Haltung sichtbar zu machen. Fragen zu stellen, die sie bewegen, und Antworten in die Welt zu tragen, die größer sind als ein einzelnes Projekt.

Den Anfang macht Eric Schwarz mit einer Frage, die uns seit vier Jahrzehnten beschäftigt: Design setzt Zeichen – wie wichtig ist Design heute? Seine Antwort sind vier Bilder, zwei Farben und ein Satz, der sich festsetzt.

Das Shirt gibt es direkt in Erics Shop. PAGE bringt seine Community ein, Eric bringt das Werk und seine Handschrift. Was dabei entsteht, ist genau das, was gute kreative Partner ausmacht: zwei Seiten, die sich gegenseitig stärken, weil sie an dieselbe Idee glauben.

»Wir brauchen mehr Liebe gegen all die Angst und den Hass«

Stefan Lara Torres im Gespräch mit Eric Schwarz über Hände, die eine Welt formen, und das, was er PAGE zum Geburtstag wirklich sagen wollte.

Stefan: Eric, was war dein erster Gedanke, als PAGE mit der Idee für ein Geburtstagsshirt auf dich zugekommen ist? Und wie ist dann das Shirt entstanden?
Eric: In unserem Gespräch hast du mir viel von PAGE und von den aktuellen Entwicklungen in der Designwelt erzählt. Als Illustrator versuche ich immer, aus Inhalten eine Idee abzuleiten – und so war es auch nach unserem Gespräch.

Dein Motiv zeigt Hände, die von Panel zu Panel eine Welt formen. War dir von Anfang an klar, dass es ein Comic-Strip werden soll?
Nein. Ich arbeite zwar oft im Comic-Format, weil es sich so gut eignet, um komplexe Ideen darzustellen, und ich mich so mittlerweile sehr gut ausdrücken kann. Dennoch versuche ich, mich am Anfang nicht auf ein bestimmtes Format festzulegen. Doch als die Idee schließlich in meinem Skizzenbuch entstand, war schnell klar, dass sie Entwicklung braucht und deshalb ein Strip wird.

PAGE wird 40 in einer Zeit, in der generative KI immer stärker unsere Welt gestaltet, sie »shaped«. Was bedeutet in diesem Zusammenhang die Botschaft »You shape the world. Do it with love.«, die auf deinem Shirt steht?
Erstens: Als Gestalter gestalten wir die Welt und haben dabei Einfluss auf die Ideen, die wir in die Welt tragen. Deswegen finde ich, dass wir darauf achten sollten, dass unsere Ideen die Welt verbessern. Und gerade in der heutigen Zeit brauchen wir mehr und mehr Liebe gegen all die Angst und den Hass.
Zweitens glaube ich, dass es in Zeiten von generativer KI noch viel wichtiger ist, dass wir uns auf die Liebe zu unserem Handwerk besinnen. Ich glaube, dass man den Unterschied zwischen Arbeiten, die mit Liebe gemacht sind, und Arbeiten, die ohne Herz entstanden sind, immer deutlich sehen wird.

Du lebst zwischen Saarbrücken und Paris, arbeitest für Kulturinstitutionen, queere Communities und Zeitschriften. Für wen machst du eigentlich Kunst, wenn niemand ein Briefing schickt?
Für alle, die meine Comics und Graphic Novels lesen möchten. Sie sind meist selbst initiierte Projekte, die ich dann an Verlage bringe. Ich habe auch meine eigene Marke und meinen Onlineshop, in dem ich Bücher, Shirts und Art Toys verkaufe. Da gibt es immer etwas zu tun!

Was soll jemand fühlen, der dein Shirt trägt?
Stolz! Hoffentlich stolz darauf, kreativ zu sein. Stolz darauf, die Welt zu verbessern. Stolz darauf, die mit ganz viel Liebe entstandene Arbeit eines Comickünstlers in die Welt hinauszutragen. Und auch stolz darauf, Teil der PAGE-Community zu sein. Happy Birthday!

So bekommst du das Shirt

Das PAGE-Geburtstagsshirt gibt es ausschließlich im Shop von Eric Schwarz unter comicblues.myshopify.com für 40 Euro (Unisex Organic Cotton T-shirt with Digital Print, Farben white und navy), verschiedene Größen, sicherer Checkout über Shopify. Eric organisiert Druck und Versand selbst. Kein Umweg, kein Zwischenhändler!

Zweiteiliges Bild eines Models in einem Raum mit roten, grafischen Postern: Links sitzt die Person frontal auf einem Hocker und trägt ein weißes T-Shirt mit kleinem „PAGE & Comicblues“-Logo auf der Brust. Rechts ist die Rückansicht zu sehen mit einem großen blauen Comic-Print aus vier Panels, in denen Hände eine Erde formen, sowie dem Text „40 years of PAGE. Celebrating design.“ und „You shape the world. Do it with love!“.Bild: Eric Schwarz
Zweiteiliges Bild einer Person in einem hellen Atelier: Links sitzt sie mit dem Rücken zur Kamera an einem Tisch mit Pinseln und trägt ein dunkles T-Shirt mit weißem Comic-Print aus vier Panels („40 years of PAGE. Celebrating design.“ und „You shape the world. Do it with love!“). Rechts ist die Person im Profil zu sehen, hält eine Holzkiste mit Malfarben und trägt das gleiche Shirt mit kleinem „PAGE & Comicblues“-Logo auf der Brust.Bild: Eric Schwarz

Über Eric Schwarz

Artist, Illustrator und Comicautor, pendelt zwischen Saarbrücken und Paris. Er studierte Kommunikationsdesign in Saarbrücken und spezialisierte sich in Brüssel auf Graphic Storytelling. Seine monochromen Webcomics über Liebe, Begehren und Selbstzweifel erscheinen im New York Times Magazine, in der Bloomberg Businessweek und waren Teil der Dresdner Oper. Bei der Pictoplasma Berlin sprach er über große Gefühle. Der Saal blieb still.

Sein erster Comicband ist 2026 erschienen:
Eric Schwarz: »Fühl zu viel«
208 Seiten, Edition Moderne, 15 Euro. ISBN 978-3-03731-293-3

Projekt »40 Jahre PAGE«

Du bist Artist, Illustrator:in oder Designer:in und möchtest mit PAGE gemeinsam ein Projekt starten? Dann melde dich direkt bei Stefan Lara Torres: stefan.laratorres@ebnermedia.de

Produktübersicht mit zwei T-Shirt-Varianten von PAGE & Comicblues: Oben ein weißes Shirt mit kleinem Logo auf der Brust und großem blauen Comic-Print auf dem Rücken („40 years of PAGE. Celebrating design.“ und „You shape the world. Do it with love!“). Unten ein dunkles Shirt mit identischem Motiv in weißer Liniengrafik auf dem Rücken sowie schlichtem Logo auf der Vorderseite.Bild: Eric Schwarz
Person von hinten in einem Atelier mit farbigen Postern an der Wand, trägt ein dunkles T-Shirt mit großem weißen Comic-Print auf dem Rücken: vier Panels mit Händen, die eine Erde formen, sowie den Schriftzügen „40 years of PAGE. Celebrating design.“ und „You shape the world. Do it with love!“.Bild: Eric Schwarz



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Was für eine Schrift! Und was für eine Geschichte! › PAGE online


12 Jahre lang arbeitete Nina Stössinger, Schweizer Typedesignerin bei der ikonischen New Yorker Foundry Frere-Jones, an der Cassis, die so persönlich wie unique ist und aus ihrem Leben, von belgischen Straßenschildern und amerikanischer Typografie erzählt.

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Diese Schrift hat eine lange Geschichte. Sie geht zurück bis ins Jahr 2014, als die Schweizer Typedesignerin Nina Stössinger, die seit 10 Jahren für die renommierte Foundry Frere-Jones Type arbeitet, ihren Abschluss im TypeMedia Programm in Den Haag gemacht hatte und anschließend nach Norwegen reiste.

Um ihre Abschlussarbeit hinter sich zu lassen, begann sie eine neue Schrift zu zeichnen. Eine geometrische Sans-Serif mit offenen und lebendigen Kurven und vertikal angeschnittenen Anschlüssen.

Sie sollte großzügig in ihren Proportionen sein, aber dennoch kompakt, einfach, klar, optimiert für größere Darstellungen. Und Nina Stössinger wollte, dass »sie handwerklich wirkt, nicht akademisch; dass sie eher Selbstbewusstsein als Eleganz ausstrahlt. Und gefühlvoller und sympathischer, als geometrische Sans-Serifs oft wirken – nicht autoritär oder kalt.«

Gestisch nahezu, direkt, frisch und fröhlich.

So begann sie eine Schrift zu entwerfen, die später die Cassis wurde.

Und sie ging ihr so von der Hand. Dass sie nicht aufhören konnte, an ihr zu arbeiten, wie sie Kolleg:innen schrieb und dass es sich so selbstverständlich anfühle, sie zu zeichnen.

Nicht glatt, sondern mit Charakter

In einem Blogpost der New Yorker Foundry Frere-Jones Type beschreibt Stössinger nicht nur, wie die Cassis entstand, sondern auch, wie generell ihre eigenen Schriften entstehen.

Dass sie dabei selten analytisch arbeitet, sondern dass sie plötzlich aus dem »großen Topf mit Buchstabensuppe« hervorstechen, der in ihrem Kopf hin- und herschwankt, voller Eindrücke der Buchstaben, die ihr auf der Straße begegnen, der vielen Fotos, die sie davon macht. Jeder, der mit ihr unterwegs sei könne ein Lied davon singen, sagt sie.

Plötzlich entstehen Verbindungen oder Muster, der Keim einer Idee melde sich zu Wort und möchte gezeichnet werden.

Deshalb hatte die Cassis auch erst den Namen »Anvers«, der französische Name von Antwerpen. Einige Jahre zuvor hatte Nina Stössinger die Stadt auf einer Art Klassenfahrt mit TypeMedia besucht – und die Straßenschilder dort ließen sie nicht mehr los.

Gerade auch, weil sie aus mehreren Generationen stammten. Die einen waren aus emailliertem Blech und mit geradlinigen, geometrischen Buchstaben versehen, andere mit vertikalen Einschnitten an den Kurvenenden. Und beide sah man immer wieder auf verschiedenen Straßenseiten.

Selbst in der Schweiz aufgewachsen, in »einer geordneten und gepflegten visuellen Umgebung, in der die serifenlosen Schriftarten so sauber sind wie die Bürgersteige und Oberflächen«, faszinierten die charaktervollen Schilder in Antwerpen umso mehr.

Haltung statt Genauigkeit

Aus diesem Hintergrund heraus entstand die Cassis als geometrische Sans-Serif-Schrift mit einer »einfachen, monolinearen Buchstabenform, bei der runde Formen ins Kreisförmige tendieren und die Proportionen zumindest so tun, als würden sie einem geradlinigen Rezept folgen«.

Die Geometrie der Cassis beschreibt Nina Stössinger als »ein wenig schief; gelebt, praktisch, abgenutzt«.

Die Haltung habe Vorrang vor der Genauigkeit. Auch deshalb sei die Cassis nur annähernd symmetrisch, die Breiten nie wirklich gemessen und die Rundungen etwas zu kantig.

Klar war von Anfang an, dass die Enden der Kurven vertikal geschnitten sind, um sie schärfer und aktiver wirken zu lassen. Den Kontrast hingegen hat sie »ein wenig weiter in Richtung mathematischer Gleichheit zwischen Horizontalen und Vertikalen getrieben als es als ausgewogen und „korrekt“ gilt« und so kein völlig glatter und monolinearer Eindruck entsteht.

Insgesamt entstand im Laufe der Arbeit das Ziel, nicht eine bestimmte Epoche heraufzubeschwören, sondern einen ganz eigenen Raum zu schaffen. Selbstbewusst und unique.

Heimweh und scharfe Enden

So sind die Kurven ein wenig »zu« aufgeblasen, die Kurvenenden gestisch und neigen dazu, ihre »ideale« Breite ein wenig zu überschreiten, und die Querbalken nehmen so viel Breite ein, wie sie können, ohne dabei »falsch« zu wirken, heißt es von ihr.

Und neben den Schildern in Antwerpen kamen dann irgendwann noch die Eindrücke aus New York hinzu, wo Nina Stössinger im Sommer 2016 mit zwei Koffern ankam, um als Senior Typeface Designerin bei Frere-Jones Type zu starten.

Dort fand sie unendliche Inspiration bei ihrer Suche nach rauer Geometrie, gleichzeitig wurde die Cassis, durch die Einflüsse der US-amerikanischen, sanfteren Typografie, deren Entwicklung nicht durch zwei Weltkriege unterbrochen wurde,» lockerer und gestischer.«

Aber auch etwas Heimweh umweht die Cassis, die jetzt erschienen ist. Und das ist in ihrem Namen zu finden, der an die Schwarzen Johannisbeeren erinnert, die in dem Garten ihrer Kindheit wuchsen und der aber gleichzeitig auch an die scharfen Enden der Schrift erinnert.

Die Cassis ist in sieben Schriftstärken erhältlich und unterstützt über 200 Sprachen. Sie deckt alle wichtigen Sprachen des lateinischen Alphabets in West-, Mittel- und Osteuropa, Nord-, Mittel- und Südamerika sowie Vietnam ab und eignet sich für Branding genau wie für Corporate Identitys oder Titeldesign.

 

 



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