Künstliche Intelligenz
Mathematiker fordern Verlegung des größten Fachkongresses weg aus den USA
Lieber nicht in den USA: Eine Gruppe von Mathematikern hat dazu aufgerufen, den International Congress of Mathematicians (ICM) im Juli nicht wie vorgesehen in Philadelphia abzuhalten. Grund ist die aktuelle politische Situation.
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Ein Grund sei „Amerikas Rolle bei der Destabilisierung der Welt durch ausgedehnte Angriffe“, schreiben die Mathematiker in einer Petition, in der sie die Verlegung des ICM fordern. Dazu gehörten die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und „ein dreister und gedankenloser Krieg gegen den Iran“ ebenso wie die unrechtmäßigen Tötungen von Menschen in der Karibik, die Unterstützung des israelischen Vorgehens gegen die Palästinenser sowie die Drohungen gegen Kuba und Grönland.
Auch die innenpolitische Situation spreche gegen eine Konferenz in Philadelphia: „Die derzeitige US-Regierung hat ihren ungezügelten Hass auf Einwanderer unmissverständlich gezeigt.“ Es sei zu befürchten, dass den Wissenschaftlern die Einreise in das Land verweigert werde – die US-Behörden verweigern Bürgern aus über 70 Ländern ein Visum. Beamte des Grenzschutzes und des ICE töteten und misshandelten Menschen.
Diskriminierung und Gewalt befürchtet
Zu der Konferenz seien Mathematiker aus aller Welt eingeladen, „Menschen, die für einen ICE-Beamten vielleicht nicht so aussehen, als ‚gehörten sie dazu’“. Diese Menschen könnten Diskriminierungen und physischer Gewalt ausgesetzt sein.
Damit disqualifiziere sich die aktuelle US-Regierung als Gastgeber für den ICM. Das Ziel des ICM sei, ein Gefühl internationaler Einigkeit unter Mathematikern zu erwecken. Wenn die Konferenz wie geplant in den USA stattfinde, „würde die IMU nach ihren eigenen Maßstäben völlig versagen“, resümiert die Petition.
Der ICM findet alle vier Jahre statt und bringt Mathematiker aus der ganzen Welt zusammen. Er wurde erstmals 1897 in Zürich abgehalten; der letzte ICM in den USA fand 1986 statt. Beim ICM werden auch eine Reihe von Auszeichnungen verliehen, darunter die Fields-Medaille, die höchste Auszeichnung in der Mathematik.
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Franzosen haben bereits abgesagt
Über 1800 Mathematikerinnen und Mathematiker haben die Petition unterzeichnet und sich damit verpflichtet, nicht am ICM teilzunehmen, sollte dieser in Philadelphia stattfinden. Zum Vergleich: Der Kongress 1998 in Berlin hatte über 3300 Teilnehmer, der in Madrid 2006 rund 4500. Die französische mathematische Gesellschaft hat bereits im Januar angekündigt, einem Kongress in Philadelphia fernzubleiben.
Die Konferenz zu verlegen, wäre kein Präzedenzfall: 2022 sollte der ICM in St. Petersburg in Russland stattfinden. Doch nach dem Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie im Hinblick auf die politische Situation im Land, insbesondere der fehlenden politischen Freiheiten und des Vorgehens gegen die LGBT-Community, entschlossen sich die Mathematiker damals, den Kongress online durchzuführen. Eine Eröffnungszeremonie sowie die Verleihung der Fields-Medaille fanden in Helsinki statt.
„Angesichts der damaligen Entscheidung gibt es einfach kein stichhaltiges Argument, dass internationale Teilnehmer bei dieser Ausgabe des ICM sicherer sind, als sie es 2022 in Russland gewesen wären“, schreiben die Initiatoren in der Petition.
(wpl)
Künstliche Intelligenz
Die inszenierte Anwesenheit: Büropräsenz wichtiger als die Leistung?
Büroangestellte setzen laut einer Umfrage mehrheitlich darauf, produktiver und engagierter zu wirken, als sie tatsächlich sind. Rund zwei Drittel gaben laut der Befragung des Jobportals Indeed und des Marktforschungsinstituts Appinio an, zu entsprechenden Maßnahmen zu greifen. Dazu gehören ein künstlich auf anwesend gehaltener Online-Status im Homeoffice (27 Prozent), längeres Verbleiben im Büro, weil die Führungskraft noch anwesend ist (25 Prozent), bewusst zu ungewöhnlichen Zeiten versendete E-Mails (23 Prozent) oder Wortmeldungen in Meetings ohne inhaltlichen Mehrwert, um Präsenz zu zeigen (22 Prozent).
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Das Verhalten ist laut Indeed einerseits der Unternehmenskultur, andererseits der wirtschaftlichen Lage geschuldet. 32,5 Prozent sehen demnach ihr Unternehmen durch Präsenzkontrolle geprägt. 31,6 Prozent begründeten ihr Verhalten mit Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz. Rund ein Fünftel führte auch Druck oder Mikromanagement durch Vorgesetzte als Auslöser an.
Zu Gehaltseinbußen bereit, wenn nur Ergebnisse zählen
Lediglich 33,3 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie ausschließlich ihre Arbeitsergebnisse für sich sprechen lassen. Generell zeigte sich auch die Mehrheit (55,9 Prozent) überzeugt, dass ihr Arbeitgeber Anwesenheit höher bewertet als messbare Ergebnisse. 66,2 Prozent würden sogar auf fünf Prozent oder mehr ihres Gehalts verzichten, wenn ihre Leistung ausschließlich an Ergebnissen gemessen würde. Befragt wurden den Angaben nach 1.000 hybrid arbeitende Büroangestellte.
Insgesamt verliert das Büro aus Sicht der Befragten seine Rolle als produktiver Ort. Etwas über 50 Prozent berichten, dass sie zwar ins Büro fahren, dort dann aber häufig in Videocalls mit Kollegen sitzen. Fast 70 Prozent beklagten, im Büro regelmäßig durch Lärm, Smalltalk oder spontane Unterbrechungen aus der Konzentration gerissen zu werden. 56,6 Prozent sprachen davon, vor allem ins Büro zu kommen, um „Gesicht zu zeigen“, obwohl sie im Homeoffice effizienter arbeiten könnten. Rund 70 Prozent würden für dauerhaftes Homeoffice finanzielle Einbußen in Kauf nehmen.
„Die Debatte um Büropräsenz hat in vielen Unternehmen ein problematisches Signal hinterlassen: Nicht die Qualität der Arbeit entscheidet, sondern ihre Sichtbarkeit“, kommentiert Indeeds Managing Director DACH Frank Hensgens die Ergebnisse. Inszenierte Anwesenheit statt Konzentration auf Ergebnisse sei aber weder für Unternehmen noch Angestellte nachhaltig.
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(axk)
Künstliche Intelligenz
Kalifornien wird zum Vorreiter der KI-Regulierung
Kalifornien will Künstliche Intelligenz in Zukunft stärker regulieren. Ein entsprechendes Dekret unterzeichnete der demokratische Gouverneur des US-Bundesstaats Gavin Newsom am Montag. Damit widersetzt sich die kalifornische Regierung der Forderung Trumps, die KI-Branche so weit wie möglich zu deregulieren.
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Dem Dekret zufolge haben die kalifornischen Behörden rund vier Monate Zeit, um Empfehlungen für KI-Richtlinien vorzulegen. Ziel der neuen Standards für KI-Unternehmen soll es sein, die öffentliche Sicherheit zu priorisieren und die Rechte und die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger zu schützen.
Missbrauch von KI verhindern
Kalifornien gilt als das globale Zentrum der KI-Innovation. In dem US-Bundesstaat sind 33 der weltweit 50 führenden KI-Unternehmen ansässig. Der Erlass von Newsom betrifft nun diejenigen KI-Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen mit dem Bundesstaat Kalifornien pflegen.
In Zukunft sollen sie nachweisen müssen, dass sie über Richtlinien und Sicherheitsvorkehrungen verfügen, die einen Missbrauch ihrer Technologien verhindern. Der Erlass nennt dabei explizit die Verbreitung illegaler Inhalte, beispielsweise nicht einvernehmlicher intimer Aufnahmen oder Darstellungen von Kindesmissbrauch. Außerdem müssen KI-Unternehmen künftig darlegen, wie sie den Bias ihrer KI-Modelle verringern. Zudem werden sie verpflichtet, Richtlinien zu entwickeln, die die Bürgerrechte schützen und „eine rechtswidrige Diskriminierung, Inhaftierung und Überwachung“ verhindern.
Der Erlass sieht des Weiteren vor, dass der Bundesstaat Kalifornien Verfahren entwickelt, mit denen KI-generierte oder -bearbeitete Bilder und Videos eindeutig gekennzeichnet werden können.
Klares Signal an Trump
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Der aktuelle Erlass des kalifornischen Gouverneurs Newsom widersetzt sich klar dem Willen Trumps. Der US-Präsident will eine Regulierung von KI-Anwendungen auf der Ebene der Bundesstaaten eigentlich verhindern. Erst im Dezember vergangenen Jahres hatte Trump ein Dekret erlassen, in dem er ein nationales politisches Rahmenwerk für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz formulierte.
„Um erfolgreich zu sein, müssen US-amerikanische KI-Unternehmen die Freiheit haben, ohne lästige Vorschriften innovativ zu sein“, heißt es in Trumps Dekret. Übermäßige staatliche Regulierung stehe diesem Gebot im Weg.
Trumps Erlass von vergangenem Dezember wies das Justizministerium zudem an, eine „Taskforce für KI-Rechtsstreitigkeiten“ einzurichten. Die seit vergangenem Januar bestehende Taskforce soll Regulierungsbestrebungen der US-Bundesstaaten im Bereich KI anfechten.
(rah)
Künstliche Intelligenz
Preise für DRAM und SSDs sollen massiv weitersteigen
Die angespannte weltpolitische Lage hat bislang keine Auswirkungen auf die laufende Speicherkrise. Weltmarktführer wie Samsung, SK Hynix und Micron verhandeln weiter langfristige Lieferverträge mit Abnehmern. Insbesondere US-amerikanische Cloud-Hyperscaler wie Amazon AWS, Google Cloud, Meta und Microsoft kaufen weiter massenhaft Arbeitsspeicher und SSDs. Alle Speicherkategorien sollen in den kommenden Monaten im Preis steigen.
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Der auf Speicher spezialisierte Marktbeobachter Trendforce erwartet, dass konventionelles DRAM im zweiten Quartal 2026 durchschnittlich 58 bis 63 Prozent teurer wird. Damit ist Arbeitsspeicher gemeint, der in Form von etwa DDR5 und LPDDR5X in Server, Desktop-PCs und Mobilgeräte gelangt. Explizit nicht darin enthalten: High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Beschleuniger. NAND-Flash für SSDs soll im selben Zeitraum 70 bis 75 Prozent teurer werden.
Diese Preissteigerungen kommen auf die bisherigen Anpassungen obendrauf. Für das jetzt endende erste Quartal 2026 rechnet der Marktbeobachter mit einem besonders steilen Anstieg: bis zu 98 Prozent bei DRAM und 90 Prozent bei NAND-Flash.
Endkunden verweilen am Ende der Nahrungskette
Endkunden und PC-Hersteller sind besonders betroffen, weil sich Speicherhersteller auf Server konzentrieren und große Anbieter den Markt verlassen. Trendforce dürfte damit unter anderem auf Micron anspielen, der seine Endkundenmarke Crucial einstellt.
Die sinkende Nachfrage nach Desktop-PCs, Notebooks und Smartphones reicht offenbar nicht ansatzweise, um die Liefersituation zu entspannen. Weil Hyperscaler weiter einkaufen, ist weiterhin mit „klaren Engpässen“ über das gesamte Jahr zu rechnen. Auch Trendforce betont, dass erst Ende 2027 oder 2028 mit signifikanten Kapazitätserweiterungen bei den Speicherherstellern zu rechnen ist, die die Krise lockern könnten.
(mma)
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