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Fake it till you never make it


LLMs machen es heute extrem einfach, klug klingende Konzepte zu produzieren. In wenigen Minuten entstehen Businesspläne, Strategiepapiere, Produktvisionen und Pitch Decks auf hohem Niveau. Sprache ist sauber. Logik wirkt stimmig. Slides sehen professionell aus.

Das Problem: Gute Outputs sehen inzwischen aus wie Kompetenz. Sind es aber nicht.

Ich beobachte das regelmäßig bei Startup-Teams, vor allem in der Pre-Seed- und Early-Stage-Phase, aber auch in Innovation Units etablierter Organisationen. Die Geschwindigkeit, mit der qualitative Dokumente entstehen, steigt. Die Qualität der Umsetzung oft nicht, manchmal sinkt sie sogar.

Meine These: Wir erleben gerade eine neue Version von „Fake it till you make it“. Nur mit einem Unterschied. Viele bleiben im Fake stecken.

Warum LLMs diese Illusion verstärken

Die aktuellen LLMs sind vor allem Verstärker. Sie verstärken vorhandene Ideen, Denkmodelle und Annahmen. Sie ersetzen weder echte Erfahrung noch tiefes Verständnis für den Kontext.

Schnelle Ergebnisse erzeugen Sicherheit. Wer in einer Stunde ein fertiges Strategiepapier hat, fühlt sich vorbereitet. Das Gehirn bekommt ein falsches Signal: „Problem gelöst.“

In vielen Teams entsteht aktuell kein großer Effizienzgewinn, sondern zusätzlicher Overhead. KI-Outputs müssen permanent überprüft, korrigiert und angepasst werden. Das fühlt sich wie Beschleunigung an, ist aber oft nur ein improvisierter Quality-Assurance-Prozess. Das eigentliche Problem ist selten die KI. Es fehlt ein Setup für Standards und saubere Qualitätssicherung.

Wo es in der Realität kippt

Ein typisches Muster aus meiner Arbeit: Akademisch starke Founder-Teams bauen beeindruckende Konzepte. Deep Research. Saubere Modelle. Gute Storylines. Sobald es aber um Execution geht, bricht das System.

Kundengespräche werden vermieden oder mechanisch durchgeführt. Gespräche wirken wie Skriptabfragen. Keine echte Empathie. Kein echtes Zuhören. Keine Beziehung zum Kunden.

Auf der Tech-Seite sehe ich Ähnliches. In meiner aktuellen Umfrage mit 58 überwiegend Senior Engineers zeigt sich klar: AI-Code wird fast immer manuell überprüft. Vertrauen in KI als autonomen Entscheider existiert nicht. KI wird als Accelerator genutzt, nicht als Autorität.

Das ist kein Zufall. Denn produktive Software entsteht nicht durch Copy-Paste. Sie muss in bestehende Systeme und Rahmenbedingungen passen, Sicherheitsanforderungen erfüllen, Deployment-Prozesse integrieren und langfristig wartbar bleiben. Das kann aktuell keine einfache Prompt-Abkürzung ersetzen.
Teams, die das verstanden haben, gehen deshalb weg von Einzel-Prompts hin zu agentenbasierten Workflows mit klaren Übergaben, Prüfmechanismen und Verantwortlichkeiten.

Das eigentliche Problem ist dabei selten das Team. Es ist die fehlende strategische Entscheidung auf Management-Ebene, KI nicht nur als Produktivitätstool, sondern als neues Operating Model zu denken.

Welche Teams besonders gefährdet sind

Am stärksten gefährdet sind Teams, die:

  • stark konzeptionell arbeiten, aber wenig operativ liefern
  • wenig reale Kundenkontakte haben
  • sich auf Präsentationen statt auf Systeme fokussieren
  • Output mit Fortschritt verwechseln

Auch Innovationseinheiten in Corporates fallen oft in diese Kategorie. Viele Slides. Wenig reale Marktinteraktion. Viel Strategie. Wenig Ownership für Umsetzung.

Execution ist der neue Rare Skill

Execution bedeutet heute mehr als „machen“. Es bedeutet:

  • komplexe Systeme und Kontext verstehen
  • mit Unsicherheit arbeiten
  • Feedback aus der Realität integrieren
  • Technik, Menschen und Prozesse verstehen und orchestrieren
  • Verantwortung übernehmen, wenn es nicht funktioniert
  • und vor allem auch weitere Erfahrung sammeln und lernen mit KI zu wachsen

In meinen Umfrageergebnissen zeigt sich ein weiteres Muster: Der größte Aufwand liegt nicht im Schreiben von Code, sondern im Aufbau produktionsreifer Grundlagen. CI/CD, Infrastruktur, Sicherheit, Deployment. Genau dort entscheidet sich, ob ein Projekt tragfähig wird.

Execution ist nicht immer sexy. Aber sie ist der Engpass.

Wie LLMs sinnvoll genutzt werden sollten

LLMs sind kein Ersatz fürs Denken. Sie ist zur Zeit ein Sparringspartner.

Die besten Teams nutzen LLMs so:

  • als Ideengenerator, nicht als Entscheidungsinstanz
  • als Beschleuniger, nicht als Shortcut
  • eingebettet in agentenbasierte Workflows und Review-Prozesse
  • gekoppelt an klare Standards und Qualitätsschranken

Wer LLM-Output blind übernimmt, gibt Kontrolle ab. Wer die Technologie ignoriert, verliert Tempo. In der Praxis heißt das: KI beschleunigt Arbeit, aber sie nimmt dir nicht die Verantwortung ab. Und genau hier werden automatisierte Qualitätsmechanismen entscheidend. Ohne klare Checks, Standards und kontinuierliche Validierung skaliert KI nicht produktiv, sondern nur Fehler.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Gerade im Startup-Ökosystem werden wir in den nächsten Jahren immer mehr brillante Konzepte sehen. Aber nur wenige Startups werden sie wirklich umsetzen können. Der neue Wettbewerbsvorteil ist nicht, Ideen zu haben. Nicht Slides. Nicht Prompts. Es ist die Fähigkeit, komplexe Realität in funktionierende Systeme zu übersetzen und zuverlässig auszuführen. 

Oder anders gesagt: In einer Welt mit künstlicher Intelligenz gewinnt, wer konsequent executed. Denn das ist der härteste Skill beim Aufbau reproduzierbarer, automatisierter Systeme.

Über den Autor
Peyman Pouryekta arbeitet seit fast zwei Jahrzehnten im Bereich Technologie und Produktentwicklung. Mit seinem Unternehmen beschäftige er sich intensiv mit dem Thema, wie Startups den schnellen Erfolg mit einhergehenden Wachstumsschmerzen in den Griff bekommen.

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Foto (oben): Shutterstock



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Von Freundin trennen, um mehr arbeiten zu können


Von Freundin trennen, um mehr arbeiten zu können

Sorry, Schatz – mein Startup kommt zuerst.
BI

Unter den eher unerwarteten Folgen des KI-Wettlaufs ist eine neue Trennungsfloskel aufgetaucht: Es liegt nicht an dir, sondern an meinem Startup.

Lee Beckman, 30, Gründer eines Edtech-Startups, führte etwa fünf Monate lang eine Fernbeziehung mit seiner Freundin, als ihm klar wurde, dass ihn der Aufbau seines Unternehmens so sehr auslaugte, dass ihm kaum noch Energie für die Beziehung blieb. Wenn er sie abends anrief, sei sein Kopf „so voll mit Informationen und dem Versuch, so viele Dinge gleichzeitig zu erledigen“, dass „kein Platz mehr im Gehirn übrig war“.

„Ich habe gemerkt, dass ich mich für meine mentale Gesundheit auf sie verlassen habe – und das fand ich nicht fair“, sagt Beckman.

Die panische Angst vor der dauerhaften Unterschicht

Auch Archish Arun, 21, war rund sechs Monate mit seiner Freundin zusammen, als er beschloss, Stanford abzubrechen und Vollzeit an seinem von Y Combinator geförderten Video-Produktions-Startup zu arbeiten. Er geriet so stark in das rasante Tempo eines Frühphasen-Startups, dass er ungeduldig wurde, wenn sie Zeit brauchte, um einen Streit zu verarbeiten – er wollte eine Lösung so schnell wie einen Bugfix. Das Leben im Startup-Takt habe „viele unserer Probleme viel schneller an die Oberfläche gebracht“, sagt er.

Autorin Amanda Yen datet jetzt keine Gründer mehr.

Autorin Amanda Yen datet jetzt keine Gründer mehr.

Das ist auch mir passiert. Wie viele junge Gründer ist mein Ex-Freund überzeugt, dass in den kommenden Jahren die Gewinne des KI-Booms an diejenigen gehen werden, die jetzt darauf aufspringen – während der Rest von uns in einer dauerhaften Unterschicht feststeckt. Wir waren neun Monate zusammen, als er mir sagte, dass er nach San Francisco ziehen werde, um Fellow bei Andreessen Horowitz zu werden und sein Medien-Startup zu skalieren – und dass er dafür unsere Beziehung in New York beenden müsse.

Der ständige KI-Druck, etwas aufzubauen

„Ich habe das Gefühl, ich schulde es mir selbst, diesem Traum nachzugehen, den ich seit meiner Kindheit habe“, sagte er. „Und wenn wir zusammenbleiben, werde ich jede freie Minute damit verbringen, zu versuchen, nach New York zurückzukommen, um dich zu sehen.“

Autsch. Mich traf vor allem das Gefühl völliger Kontrolllosigkeit. Ich entwickelte eine einseitige, fast parasoziale Abneigung gegen Marc Andreessen, von dem ich das Gefühl hatte, er habe mir meinen Freund gestohlen, ohne es überhaupt zu versuchen. Gleichzeitig wurde mir klar, dass ich damit nicht allein bin.

Dating, ohnehin schon chaotisch für karriereorientierte Menschen in ihren Zwanzigern, ist aus den Fugen geraten. Die Diagnosen sind vielfältig: Swipe-Kultur, Ghosting, eine wachsende Einsamkeitskrise, die zunehmende politische Kluft zwischen Männern und Frauen, wirtschaftliche Unsicherheit, die Menschen dazu bringt, Heirat hinauszuzögern. Und für eine bestimmte Gruppe kommt heute ein weiterer, besonders heikler Faktor hinzu: der Druck, etwas aufzubauen.

Lieber aufs Startup konzentrieren, statt auf die Beziehung

Angelockt von den Versprechen der Künstlichen Intelligenz schotten sich viele junge Gründer zunehmend von ihrem sozialen Leben ab. Im vergangenen Jahr sagte ein General Partner von Y Combinator der New York Times, das Durchschnittsalter der Teilnehmer liege inzwischen bei 24 Jahren – nach 30 im Jahr 2022. Die Gründer, mit denen ich für diese Geschichte gesprochen habe, betonten, dass sie gute Partner sein wollen. Doch zwischen den ohnehin schon enormen Anforderungen eines Frühphasen-Startups und dem „Jetzt-oder-nie“-Druck des KI-Booms haben viele ihre bestehenden Beziehungen aufgegeben, um sich ganz auf die Arbeit zu konzentrieren. Ihre Ex-Partner wollten sich dazu nicht äußern.

Wenn ein junger Gründer „eine Beziehung führen will, muss er sie mit derselben Zielstrebigkeit behandeln wie sein Unternehmen – und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er dazu nicht in der Lage ist“, sagt Amy Andersen, Dating-Coach aus dem Silicon Valley. Unter ihren Gründer-Klienten seien diejenigen, die bereit für eine ernsthafte Beziehung sind, meist Mitte bis Ende 30. „Mitte 20 eher nicht“, sagt sie.

Ich frage Andersen, was sie einem 26-jährigen Gründer raten würde, der darüber nachdenkt, eine gesunde Beziehung zu beenden, um sich auf den Aufbau seines Startups zu konzentrieren. Ich erwähne nicht, dass dieses hypothetische Szenario meine eigene Realität war.

„Ich halte das für eine gute Idee, weil er auf sich selbst hört und sehr ehrlich einschätzt, was er leisten kann“, sagt Andersen. „Wenn er sich für die Beziehung entscheiden würde, hätte er am Ende wahrscheinlich Reuegefühle. Und irgendwann würden die Frustration und die Realität, dass es schwer ist, beides unter einen Hut zu bekommen, an die Oberfläche kommen.“ Hart.

Max Marchione, 25, Gründer des Longevity-Startups Superpower, sagt, er würde einer Frau eine einwöchige „Probezeit“ geben – und in dieser Zeit prüfen, ob er sich ein Leben mit ihr vorstellen kann.

Ein Grund, warum es so schwierig ist, mit einem jungen Gründer zusammen zu sein, liegt darin, wie eng ihr Startup mit ihrer Identität verknüpft ist, sagt Yariv Ganor, ein Startup-Psychologe, der häufig mit Gründern in Beziehungen arbeitet. „Der Partner muss in gewisser Weise akzeptieren, dass das Startup Priorität hat. Das Startup ist oft eine Erweiterung der Gründerperson – viele sehen es als eine Art Verkörperung ihrer selbst“, sagt Ganor. 

Für viele junge Gründer rückt Dating hinter den Aufbau ihres Startups zurück – weil es sich für sie schlicht unverantwortlich anfühlt, finanziell und emotional in etwas anderes zu investieren als in ihr Unternehmen.

„Ich investiere so viel und verbrenne jeden Monat so viel Geld mit meinem Business. Da wirkt es einfach nicht wirtschaftlich sinnvoll, zusätzlich ins Dating zu investieren“, sagt Beckman. Seit der Trennung von seiner Freundin im Jahr 2024 sei er auf gerade einmal zwei Dates gewesen. Mein Ex hat mir etwas Ähnliches gesagt: Er wolle in San Francisco erst einmal ein fast mönchisches, enthaltsames Leben führen.

Der „Hackathon-Ansatz“ beim Dating

Einige Gründer, die daten, haben gleichzeitig unrealistisch hohe Erwartungen daran, wie leicht sich der perfekte Partner finden lässt. Max Marchione, 25, Gründer des Longevity-Startups und Peptid-Anbieters Superpower, sagte mir, er würde einer Frau eine einwöchige „Probezeit“ geben – und in dieser Zeit prüfen, ob er sich ein Leben für immer mit ihr vorstellen kann.

„Es gab eine Phase, in der ich strikt gesagt habe: ‚Ich gehe gar keine Beziehung ein.‘ Jetzt ist es eher so: Wenn ich denke, dass ich jemanden vielleicht heiraten könnte, teste ich das eine Woche lang – und treffe danach eine Entscheidung“, sagt Marchione.

Andersen sagt, sie habe diesen „Hackathon-Ansatz“ beim Dating schon bei mehreren Gründern beobachtet. „Sie sind es gewohnt, voll reinzugehen, mit maximalem Einsatz zu testen, ob etwas funktioniert“, sagt sie. „Genau diese Mentalität hat ihnen wahrscheinlich auch zum Erfolg im Job verholfen.“ Sie hält sieben Tage allerdings für zu kurz, um jemanden wirklich kennenzulernen – hat aber auch mit Gründern gearbeitet, die innerhalb von zwei bis vier Wochen die Liebe gefunden haben.

Gründern fehle oft die emotionale Intelligenz, die Frauen suchen, die grundsätzlich offen dafür sind, sie zu daten, sagt Andersen. „Sie suchen jemanden, der die Balance zwischen IQ und EQ mitbringt. Und genau dieser EQ ist im Silicon Valley etwas schwerer zu finden“, sagt sie. Für viele Gründer sei „Kommunikation wahrscheinlich die am meisten unterschätzte Fähigkeit“.

Seine Ex-Freundin habe nicht zu ihm gepasst, weil sie „zwei bis drei Stunden Aufmerksamkeit pro Tag“ braucht

Um mit einem Early-Stage-Gründer eine Beziehung zu führen, braucht es einen bestimmten Typ Mensch. Dmitri Mirakyan, 31, sagt, seine Ex-Freundin habe nicht zu ihm gepasst, weil sie „zwei bis drei Stunden Aufmerksamkeit pro Tag“ gebraucht habe. Das sei „extrem schwer gewesen“, da er einen 9-to-5-Job hatte und parallel sein Startup Creed aufbaute, das sich selbst als „erste KI mit christlichen Werten“ bezeichnet.

Ganor sagt, am besten kämen Gründer mit Menschen zurecht, die „geben – also in Beziehungen viel einbringen, ohne ständig etwas im Gegenzug zu erwarten“.

Mirakyans aktuelle Freundin scheint genau so jemand zu sein. Sie spürt, was er braucht. Er erzählt, dass er vor einigen Monaten während der Hochzeitszeremonie eines Freundes in Indien in Panik geriet, weil es ein Problem mit seiner App gab.

Warum ich keine Gründer mehr date

„Eine völlig nachvollziehbare Reaktion wäre gewesen: ‚Du bist auf der Hochzeit meiner Freunde, du blamierst mich – was machst du da?‘ Das ist schon die zweite Hochzeit dieses Jahr, bei der ich meinen Laptop rausholen musste“, sagt Mirakyan. „Ich war sichtbar gestresst und am Handy – und statt genervt zu sein, hat sie mir das WLAN organisiert, einen Platz zum Sitzen gesucht und mir Snacks gebracht.“

„Für mich war es kein großes Problem, dass er einen Arbeitsnotfall hatte“, sagt seine Freundin. „Für mich war eher entscheidend: Es stresst ihn, und es stresst mich, ihn so zu sehen. Also wollte ich einfach helfen.“

Ich bin mir nicht sicher, ob ich so viel Geduld gehabt hätte. Mich hat es schon genervt, wenn mein Ex vergessen hat, ein Restaurant zu reservieren und wir dann irgendwo anstehen mussten – oder wenn er Pläne abgesagt hat, um nicht mit zu den Partys meiner Freunde zu kommen, sondern stattdessen die Nacht durchzucoden.

Ich date inzwischen keine Early-Stage-Gründer mehr. Mein neuer Freund ist verlässlich, entspannt und macht um 18 Uhr Feierabend. Er ist Engineer bei einem Big-Tech-Konzern. Vielleicht wird er eines Tages von KI ersetzt und landet in der permanenten Unterschicht – aber wenigstens haben wir Zeit füreinander.





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KI-Fans sollten sich auf diesen 315.000-Dollar-Job bewerben


Anthropic sucht eine gut bezahlte Person, die religiös klingende Skills mitbringen soll. Tech und Glaube haben noch andere erstaunliche Überschneidungen.

KI-Fans sollten sich auf diesen 315.000-Dollar-Job bewerben

Amen! Das Gehalt ist nicht auf Bettelmönch-Niveau.
krisanapong detraphiphat/Getty Images

Anthropic sucht einen überzeugten Anhänger, der bereit ist, das Evangelium von Claude zu verbreiten. Das Unternehmen stellt einen „Applied AI Claude Evangelist“ ein. In dieser Rolle wird die Person mit Startups zusammenarbeiten, um ihnen bei der Einführung der Produkte von Anthropic zu helfen.

Der Claude-Evangelist wird „das Gesicht von Anthropic“ unter Risikokapitalgebern, Startup-Gründern und Accelerators sein. Er oder sie wird die Einarbeitung von Entwicklern leiten, Demos und Tutorials erstellen und Feedback an das interne Team weitergeben.

Gehalt von einer Viertelmillion

Ein wesentlicher Teil der Tätigkeit wird die Durchführung von Live-Veranstaltungen sein. Eine der Aufgaben: „Entwerfen und Durchführen von praktischen technischen Sessions, die Entwickler innerhalb einer einzigen Veranstaltung von der Neugierde zum aktiven Entwickeln bewegen.“

Die Stelle erfordert sieben Jahre Berufserfahrung und einen Hintergrund als technischer Gründer oder Mitarbeitender eines Startups. Das Jahresgehalt liegt zwischen 240.000 und 315.000 US-Dollar.

„Evangelist“ mag auf den ersten Blick als ungewöhnliche Berufsbezeichnung erscheinen, ist aber in der Tech-Branche keineswegs beispiellos. Apple hatte beispielsweise einst eine Position als „Chief Evangelist“.

KI ist bisschen Sekte

Der Claude Evangelist ist einer von mehreren neuen Jobs, die aus der KI-Revolution hervorgegangen sind. Ein weiterer kürzlich geschaffener Job: „Forward Deployed AI Accelerator“. Der Titel stammt vom Zahlungsabwicklungsunternehmen Stripe, das eine Stelle in seinem Marketingteam besetzte, um gute KI-Gewohnheiten zu festigen.

Das „Forward Deployed“-Modell hat sich seitdem über Stripe hinaus verbreitet. Am Montag kündigte OpenAI die neue, mit 10 Milliarden Dollar ausgestattete OpenAI Deployment Company an. Dank der Übernahme des Beratungsunternehmens Tomoro wird sie mit einem Kern von rund 150 „Forward Deployed“-Ingenieuren starten.

Die Angst vor KI ist teilweise von einem Mangel an Religion getrieben

Shyam Sankar

CTO von Palantir

Und während die Berufsbezeichnung „Evangelist“ verständlicherweise an Religion denken lässt, gibt es in der KI-Branche noch deutlichere religiöse Bezüge. Der ehemalige Google- und Uber-Ingenieur Anthony Levandowski gründete vor Jahren bekanntlich eine KI-Kirche. Im Jahr 2024 sagte Arthur Mensch, CEO von Mistral, dass es bei der Besessenheit von AGI darum gehe, „Gott zu erschaffen“. Im Oktober erklärte Shyam Sankar, CTO von Palantir, dass der KI-Pessimismus durch einen Mangel an Religion getrieben sei.

Prediger-Skills gesucht

Unterdessen trafen sich Anthropic und OpenAI kürzlich mit religiösen Führern zu einem Rundtischgespräch unter dem Titel „Faith-AI Covenant“, um zu erörtern, wie KI-Systemen am besten ein Gefühl für Recht und Unrecht vermittelt werden kann.

Wer sich bewerben möchte, sollte bedenken, dass die Stelle bei Anthropic möglicherweise eher die Rolle eines Predigers als die eines Entwicklers erfordert. Ein guter Kandidat sollte „die Fähigkeit besitzen, einen Raum zu beherrschen“, heißt es in der Stellenanzeige.

 





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Warum der Palantir-Gründer von Deutschland genervt ist




Palantir-Chef Alex Karp warnt: Europas Skepsis gegenüber Palantirs Technologie sei gefährlich – und fordert mehr Fokus auf seine erprobte Lösung.



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