Apps & Mobile Entwicklung
DeepSeek und Co.: Anthropic wirft chinesischen KI-Startups vor, Claude-Fähigkeiten zu stehlen
Anthropic wirft den chinesischen KI-Firmen DeepSeek, Moonshot und MiniMax vor, unrechtmäßig den Output von Claude zu nutzen, um Vorteile beim Training und Entwickeln eigener Modelle zu erhalten. Es handelt sich demnach um eine großangelegte Distillation-Kampagne mit industriellem Ausmaß.
Bei der Distillation-Technologie nutzen KI-Entwickler den Output eines leistungsfähigen Modells, um kleinere KI-Modelle zu trainieren. Laut Anthropic ist es ein weit verbreitetes und legitimes Verfahren, das auch die führenden KI-Firmen nutzen, um kleinere Ableger der Top-Modelle zu entwickeln.
Als nicht legitim bezeichnet es Anthropic aber, wenn konkurrierende KI-Firmen das Verfahren nutzen. Diese könnten damit leistungsfähige Modelle mit einem Bruchteil der Kosten entwickeln. Der Vorwurf richtet sich explizit gegen chinesische Firmen und die chinesische Regierung. Diese hätten das Ziel, mit diesen Verfahren die Lücke zu den US-Modellen zu schließen.
Wissen der Modelle erfassen
Anthropic versucht, Distillation-Angriffe zu unterbinden. Im Fall der chinesischen KI-Firmen registrierte man Vorgehensweisen, die einem ähnlichen Muster folgten. Diese nutzten gefälschte Konten und Proxy-Server, um den massenhaften Zugriff auf die Claude-Modelle zu verschleiern.
Zu den chinesischen Startups zählt DeepSeek. Das Unternehmen erlebte vor allem Anfang 2025 einen Hype, weil es Reasoning-Modelle auf Top-Niveau veröffentlicht hatte. Laut Anthropic hat man im Rahmen der Distillation-Analyse über 150.000 Interaktionen mit Claude erfasst, mit denen DeepSeek versucht hat, Trainingsdaten zu generieren.
Die Versuche der anderen Startups waren noch umfassender. Bei Moonshot AI verzeichnete man 3,4 Millionen Interaktionen, bei MiniMax sogar 13 Millionen Interaktionen mit Claude.
Zugeordnet wurden die einzelnen Distillation-Kampagnen einem Labor, indem man IP-Adressen korrelierte, Metadaten der Anfragen analysierte und weitere Infrastruktur-Indikatoren nutzte. Diese Untersuchungen kamen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu dem Ergebnis, dass die genannten Labore hinter den Angriffen steckten. Abgesehen hatten diese es vor allem auf die agentischen Fähigkeiten wie das Reasoning, die autonome Tool-Nutzung sowie die Coding-Fähigkeiten.
Destillation-Angriffe als geopolitisches Risiko
OpenAI hatte DeepSeek und weiteren KI-Startups aus China schon im letzten Jahr vorgeworfen, Distillation zu nutzen, um die eigenen Modelle zu trainieren. Das Vorgehen bezeichnete man als Risiko im AI-Wettrennen und geopolitisches Risiko. Die Konsequenz war, dass OpenAI von der US-Regierung verschärfte Urheberrechts- und Handelsvorgaben einforderte.
An diesem Punkt setzt auch Anthropic an. „Ausländische Labore, die amerikanische Modelle analysieren, können die ungeschützten Fähigkeiten dann in Militär-, Geheimdienst- und Überwachungssysteme einspeisen – und so autoritären Regierungen ermöglichen, hochentwickelte KI-Systeme für Cyberoperationen, Desinformationskampagnen und Massenüberwachung einzusetzen“, heißt es in der Mitteilung.
Würden entsprechende Modelle als Open-Source-Variante veröffentlicht, würde sich das Risiko laut Anthropic sogar vervielfachen, weil weder Firma noch eine Regierung die Kontrolle über die Verbreitung hätten. Kurzum: Wie schon OpenAI beschreibt nun auch Anthropic die Destillation-Angriffe der chinesischen Startups als geopolitisches Risiko für die USA.
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Anno 117: Pax Romana: Kostenloses Wochenende ab 26. Februar

Ubisoft hat ein kostenloses Wochenende für Anno 117: Pax Romana angekündigt, das vom 26. Februar bis 3. März stattfindet. Spieler auf PC über Ubisoft Connect, PlayStation 5 und Xbox Series X|S haben die Möglichkeit, kostenlos erste Schritte im eigenen Römischen Reich zu unternehmen.
Ebenfalls veröffentlicht wurde ein Live-Action-Video aus Latium, in dem eine Gruppe von Einwohnern über die Zukunft des Imperiums und die kommenden DLCs für Year One diskutiert.
Zeitgleich starten am 26. Februar Sonderangebote bei ausgewählten Händlern. So soll beispielsweise die Tribun-Edition von Anno 117: Pax Romana unter anderem bei Amazon* und Media Markt* stark vergünstigt erhältlich sein, ohne dass Ubisoft hierzu vorab Details nennt.
(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.
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Zweiter großer KI-Deal: Meta kauft für bis zu 60 Milliarden US-Dollar bei AMD ein

Vor einer Woche hieß es noch, dass Meta bei seinen KI-Rechenzentren voll auf Nvidia setzen wird. Dem ist aber nicht so, denn heute verkündet Meta eine Partnerschaft mit AMD. Diese umfasse die Abnahme von KI-Chips im Wert von 60 Milliarden US-Dollar. Im zweiten Halbjahr sollen die Helios-Racks ausgeliefert werden.
Meta fährt doch zweigleisig
Erst vor einer Woche hatte Meta einen Deal zur Abnahme hoher Mengen an KI-Beschleuniger-Chips von Nvidia verkündet, der ein Volumen von bis zu 50 Milliarden US-Dollar erreichen soll. Von AMD war dort keine Rede, daher gingen viele davon aus, dass der Nvidia-Konkurrent leer ausgehen wird.
Doch dem ist nicht so. Heute vermelden Meta und AMD im Einklang die neue Partnerschaft, die mit 60 Milliarden US-Dollar sogar noch ein Stück größer ausfällt. So viel soll Meta an AMD in einem Zeitraum von fünf Jahren zahlen, um im Gegenzug „AI Chips“ für die eigenen KI-Rechenzentren zu bekommen. Allerdings erhält Meta zugleich die Option, bis zu 10 Prozent der Firmenanteile von AMD zu erwerben.
Helios-Racks mit „Custom MI450“ und Epyc Venice
In den offiziellen Pressemitteilungen ist von „bis zu 6 Gigawatt“ an AMD Instinct GPUs die Rede. Doch letztlich handelt es sich um das Gesamtpaket in Form der Helios-Racks, die neben den KI-Beschleunigern auch klassische CPUs der neuen Generation AMD Epyc Venice umfassen. Die ersten Lieferungen sollen im zweiten Halbjahr 2026 erfolgen und eine „custom AMD Instinct MI450-based GPU“ beinhalten. Damit wird den von Semianalysis gestreuten und von AMD vehement dementierten Gerüchten um eine Verspätung der MI450-Generation eine weitere Absage erteilt. Ob es sich letztlich aber wirklich um die Modellreihe MI455X handelt, bleibt abzuwarten.
Der zweite große KI-Deal für AMD
Für AMD könnten bald rosige Zeiten anbrechen, während das Unternehmen bisher klar im Schatten des dominanten Marktführers Nvidia steht. Vor rund vier Monaten war nämlich ein weiterer großer KI-Deal beschlossen worden. In diesem hatte OpenAI seinerseits die Abnahme großer Mengen an Helios-Racks von AMD zugesichert. Für AMD könnte dieser Deal allein einen Umsatz von 100 Milliarden US-Dollar über die kommenden Jahre bedeuten. Allerdings wurde auch dort die Option von einem Aktienkauf vereinbart, über den OpenAI Stand heute etwa 10 Prozent der AMD-Anteile erwerben würde.
Im Zuge der beiden Mega-Deals könnten also 20 Prozent von AMD ihren Besitzer wechseln. Anleger sind aber vielmehr an den riesigen Umsatzsteigerungen interessiert, sodass die AMD-Aktie nach Bekanntwerden des neuen Meta-Deals um rund 10 Prozent zulegen konnte.
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Erdbebenwarnung: Smartwatches mit Wear OS könnten auch ohne Pairing warnen

Smartwatches mit Googles Wear OS könnten schon bald Sicherheitswarnungen auch dann empfangen, wenn sie nicht mit einem Smartphone gekoppelt sind. Damit würden entsprechende Uhren bei Gefahrmeldungen ein Stück unabhängiger agieren und ihre Nutzer noch besser schützen können.
Ein erster Hinweis auf die neue Funktion findet sich in den Release Notes zu den Google Play Services 26.07. Dort heißt es im Abschnitt „Safety & Emergency“:
[Wear] With this feature, you can now get earthquake alerts on your Wear devices even it’s unpaired from the phone.
Dies könnte auf eine Möglichkeit der Warnung ohne ein zwingendes Smartphone hinweisen.
Erdbebenwarnung bei Android bereits seit Längerem vorhanden
Wie Google diese Funktion auf unabhängigen Smartwatches umsetzen will, ist bislang gänzlich unklar. Für Android-Smartphones wurde eine entsprechende Funktion bereits im Jahr 2020 eingeführt und seitdem kontinuierlich ausgeweitet. Dabei werden Nutzer bei entsprechenden Ereignissen gewarnt, indem Daten der Beschleunigungsmesser, die Vibrationen erkennen können, die auf ein Erdbeben hindeuten, von Millionen von Smartphones zusammengeführt und ausgewertet werden.
Nimmt ein Android-Smartphone Bewegungen wahr, die auf seismische Aktivität schließen lassen, sendet es anonymisierte Daten zusammen mit dem jeweiligen Standort an die Erdbebenerkennungsserver von Google. Je mehr Signale aus einer bestimmten Region eingehen, desto wahrscheinlicher ist eine tatsächliche Gefahr durch ein Erdbeben, woraufhin Google eine Warnmeldung an andere Nutzer in der Nähe verschickt.
Kommt es lediglich zu leichten Erschütterungen, versendet Google einen „Be Aware Alert”. Fallen diese allerdings stärker aus, wird hingegen ein „Take Action Alert” ausgegeben, der mögliche „Nicht stören”-Einstellungen oder andere Lautstärke- und Benachrichtigungsbeschränkungen des Smartphones außer Kraft setzen kann – ähnlich wie beim Modularen Warnsystem des Bundes (MoWaS). Weitere Informationen zur jeweiligen Gefahr erscheinen anschließend auf dem Display des Smartphones oder der Smartwatch.
Warnung ohne Smartphone?
Bereits im Juli des vergangenen Jahres hat Google diese Funktion auf Wear-OS-Smartwatches ausgeweitet, sodass Nutzer direkt am Handgelenk vor seismischen Aktivitäten gewarnt werden können. Voraussetzung war bislang jedoch weiterhin die Kopplung mit einem Smartphone.
Nun scheint das Unternehmen den nächsten Schritt zu gehen und smarte Uhren ein weiteres Stück unabhängiger zu machen. Im vorliegenden Fall könnte eine Ausweitung allerdings nur Smartwatches mit eigener Mobilfunkverbindung betreffen – schließlich müssen die Warnmeldungen auf einem Weg übertragen werden.
Kein Starttermin bekannt
Der nun entdeckte Hinweis bedeutet allerdings nicht, dass sich kurzfristig etwas an der bisherigen Funktionsweise der Warnungen ändern wird. Nicht selten hat Google neue Funktionen bereits im Code hinterlegt, während es anschließend dennoch einige Zeit dauerte, bis das Unternehmen diese Features tatsächlich freigeschaltet hat.
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