Künstliche Intelligenz
Drohende Arbeitslosigkeit: „Es gibt nur zwei Strategien, richtig zu reagieren“
In Deutschland macht sich die Arbeitslosigkeit in manchen Branchen breiter bemerkbar als in anderen und steigt stark, vor allem bei jungen Akademikern. Stühle, die bislang sicher standen, wackeln nun oder werden erst gar nicht besetzt. Wie können und sollten Menschen mit so tiefgreifenden Veränderungen in unserer Gesellschaft umgehen? „Aktiv und bloß nicht resignieren“, sagt Dr. Uwe Kanning. Er ist Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Osnabrück.
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Uwe Kanning
heise online: Was passiert mit Beschäftigten, wenn sich deren Situation verschlechtert und es an einer absehbaren Lösung mangelt, weil die Wirtschaft einfach nicht in Schwung kommen will?
Kanning: Das bereitet vielen Menschen Sorge bis hin zur realen Angst, seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Daran hängt der aktuelle Wohlstand bis hin zum künftigen mit der Rente im Alter. Wir müssen aber auch sehen, dass nicht alle Menschen gleichermaßen stark von den Auswirkungen eines möglichen Arbeitsplatzverlusts betroffen sind. Für einige ist die Situation viel bedrohlicher, etwa wenn sie in einer strukturschwachen Region wohnen, an die sie familiär gebunden sind. Im anderen Extremfall können junge und flexible Leute sagen: Ach, so schlimm ist ein Jobverlust auch nicht. Dann lerne ich eben was Neues.
heise online: Die Zahl arbeitsloser Akademiker unter 30 Jahren ist in den vergangenen Jahren extrem gestiegen. Verliert die junge Generation dadurch den Glauben ans Studium und die damit verbundene berufliche Zukunft?
Kanning: Generell ist unter Akademikern die Arbeitslosigkeit gering und wenn sich die Quote verdoppelt, ist das zwar ein starker Anstieg absolut gesehen, aber nicht relativ, was viel mehr über eine Veränderung aussagt. Eine akademische Ausbildung ist nach wie vor der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Deshalb wird dieser Anstieg der Arbeitslosigkeit unter angehenden und jungen Akademikern nun nicht massenhaft zu einer Resignation führen, sondern nur eine kleine Teilmenge von Leuten betreffen.
heise online: Vom Stellenabbau war im vergangenen Jahr insbesondere die Industrie betroffen. Am massivsten hat es die Automobilindustrie erwischt. Diese Branche war weltweit einst die Vorzeigeindustrie Deutschlands. Wie wirkt dieser Imageverlust auf die Beschäftigten?
Kanning: Für die Beschäftigten dieser Branche ist die Situation besonders schlimm. Die deutsche Automobilindustrie ist über Jahrzehnte ein Leuchtturm gewesen, was Qualität und Luxus angeht. Von Beschäftigten in dieser Branche weiß ich, dass viele mit Herzblut hinter ihren Produkten stehen. Für sie ist es schwer zu verstehen, dass diese Produkte weniger abgenommen werden und dass es irgendwelche Konkurrenz gibt, die viel billiger produziert, aber dennoch hochwertig. Hinzu kommt: Wenn sie die Branche wechseln müssen, werden sie deutliche Einkommensverluste haben, weil in der Automobilbranche auf allen Ebenen viel höhere Gehälter gezahlt werden als in anderen Branchen. Ein Wechsel aus der Automobilbranche ist somit meist ein wirtschaftlicher Abstieg.
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heise online: Es sind aber auch moderne Branchen wie die IT von Stellenabbau betroffen. Eine Ausbildung oder Studium in Informatik galt viele Jahre als Garantie gegen Arbeitslosigkeit. Muss nun ein ganzer Berufsstand umdenken?
Kanning: Für IT-Personal beurteile ich die Lage positiver als in anderen Tätigkeiten. Aktuell werden zwar IT-Arbeitsplätze abgebaut. Auf einen längeren Zeitraum bezogen, in 10 oder 15 Jahren, wird sich das ausgleichen. Einfach, weil durch die weiter voranschreitende Digitalisierung der Gesellschaft in Unternehmen und Behörden viel mehr Servicepersonal gebraucht wird, das sich beispielsweise um IT-Sicherheit kümmert. Der kurzfristige Einbruch gleicht sich ziemlich sicher langfristig aus.
heise online: Viele Tech-Firmen nennen Automatisierung und Künstliche Intelligenz als einen wesentlichen Grund für Entlassungen. Entwickelt wird KI von IT-Fachleuten. Schaufeln sie sich damit ihr eigenes Grab?
Kanning: Das scheint zum Teil tatsächlich so zu sein. Was ich so mitbekomme, geht in die Richtung, dass Menschen heute die Software programmieren, die morgen oder übermorgen sich selbst programmieren kann. Viele Programmierer schaffen sich so selbst ab – und müssen sich dann umorientieren, weil sie technische Alternativen zu sich selbst entwickelt haben.
heise online: Eine Alternative hätten die Programmierer wohl kaum gehabt?
Kanning: Das glaube ich auch. Die Leute haben die Annehmlichkeiten ihres Jobs auch gerne mitgenommen, flexibel von zu Hause aus arbeiten zu können und sehr gut bezahlt zu werden. Aber das ist in deren Berufsbiografie dann vielleicht eben nur eine Phase von wenigen Jahren.
heise online: Lange Zeit saßen die Beschäftigten in Deutschland fest im Sattel, mussten nicht um ihren Job bangen. Jetzt wackeln viele Stühle. Wie wirkt sich diese Situation auf betroffene Menschen aus?
Kanning: Unsicherheit nimmt zu und es kommen Fragen auf: Wie geht es nach dem Arbeitsplatzverlust weiter? Kann ich meinen Arbeitsplatz vielleicht doch behalten? Muss ich umschulen? Kann ich meine Kredite künftig noch abbezahlen? Das Schlimmste, was gesellschaftlich passieren könnte, wäre eine politische Radikalisierung. Seit Jahren erleben wir in Deutschland, dass es an den Rändern unserer Gesellschaft extremer wird und mehr Menschen das akzeptieren. Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt und die Menschen erkennen, dass es immer auch noch eine Alternative gibt im Sinne von Umschulung und Flexibilität. Es soll nun nicht zynisch klingen, aber vielleicht sind drohende oder reale Entlassungen für manche auch eine Möglichkeit, was Neues auszuprobieren und nicht 20 oder 30 Jahre in derselben Branche Tag für Tag das gleiche zu tun. Was noch wichtig ist: Die Rezession, in der wir uns aktuell befinden, wird nicht ewig anhalten. Irgendwann geht es wieder aufwärts.
Trotz steigender Arbeitslosigkeit besteht ein Arbeitskräftemangel? Liegt in dem einen Problem nicht schon die Lösung des anderen?
Kanning: Durchaus. Vor zwei, drei Jahren hieß es noch, dass wir jährlich einige hunderttausend Menschen nach Deutschland holen müssen, um den Fachkräftemangel zu beseitigen. Einerseits gibt es eine Suche nach Fachkräften, andererseits werden Stellen abgebaut. Zumindest ein Stück weit könnte sich das kompensieren. Das mag manchen Menschen ein Stück weit Hoffnung geben.
Wirkt sich Angst vor Arbeitsplatzverlust auf die Arbeit aus?
Kanning: Sie kann einen Leistungsanstieg oder einen Leistungsabfall bewirken, weil auch hier die einzelnen Leute ganz unterschiedlich regieren. Wenn sie relativ gut qualifiziert und flexibel sind, dann ist zu erwarten, dass sie ihren Arbeitgeber verlassen, weil sie erkennen: Ich muss mich um meine berufliche Zukunft selbst kümmern, obwohl aktuell eine Kündigung nicht im Raum steht. Andererseits gibt es Menschen, die Angst haben um ihren Arbeitsplatz und sich mehr anstrengen, weil sie nicht die ersten sein wollen, die gehen müssen. Wiederum andere resignieren.
heise online: Was können Menschen gegen ihre Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes außerdem zum Selbstschutz tun?
Kanning: Wichtig ist vor allem, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und nicht zu resignieren. Sie sollten ihre Lage aktiv angehen und sich überlegen: bin ich jemand, der vom Arbeitsplatzabbau in den nächsten Jahren bedroht ist und wenn das so ist, was kann ich tun? Im Grunde gibt es zwei Strategien. Die eine ist, sich frühzeitig einen neuen Arbeitsplatz zu suchen, um sich aus der Situation der Stärke heraus bewerben zu können. Die andere ist, sich Gedanken über Weiterbildung zu machen. Wichtig ist, von sich aus aktiv zu werden und nicht einfach nur abzuwarten.
heise online: Was können Arbeitgeber tun?
Kanning: Nur ein Teil der Branchen wird in den kommenden zehn Jahren konsequent Personal abbauen müssen. Die anderen brauchen ihr Personal weiterhin, nur eben anders qualifiziert. Arbeitgeber sollten sich überlegen, wie sie ihre Mitarbeitenden so qualifizieren, dass sie für die Arbeit von morgen besser qualifiziert sind. Dafür müssen sie Geld investieren. So wie in Azubis: Weil sie die Beschäftigten der Zukunft sind, sollten die Firmen in Beschäftigte investieren, die derzeit zwar nicht so richtig gebraucht werden. Mit der Weiterbildung sorgen sie aber dafür, dass sie künftig wieder wertvoller für den Arbeitgeber sind. Es ist klug von Arbeitgebern, die es sich leisten können, ihre Leute zu halten. Wenn die Wirtschaft wieder anzieht, werden sie nämlich wieder gebraucht.
heise online: Vielen Dank für das Gespräch.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Sexualisierte Deepfakes: EU-Länder einigen sich auf Verbot
KI-Anwendungen zum missbräuchlichen Erstellen von sexualisierten Deepfakes sollen in der EU künftig verboten sein. Vertreter der Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments einigten sich auf eine entsprechende Anpassung des KI-Gesetzes, wie die zyprische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. Zugleich sollen andere KI-Regeln vereinfacht werden, um das wirtschaftliche Potenzial von Künstlicher Intelligenz (KI) in Europa auszuschöpfen.
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Bevor die Änderungen in Kraft treten können, muss die Einigung noch vom Plenum des EU-Parlaments und dem Rat der Regierungen der Mitgliedstaaten bestätigt werden. In der Regel gilt das als Formalie. Geht die Reform durch, würde das Verbot ab 2. Dezember 2026 federführend vom KI-Amt der EU durchgesetzt werden, das vor zwei Jahren geschaffen wurde.
Bei sogenannten Deepfakes wird etwa das Gesicht einer Frau in ein anderes Video – etwa eine Porno-Sequenz – eingefügt oder die Stimme künstlich nachgeahmt, sodass es wirkt, als würde sie Dinge tun oder sagen, die tatsächlich nie passiert sind. Durch die Entwicklung von KI ist die Erstellung täuschend echter Inhalte sehr viel einfacher geworden.
Das neue Verbot soll explizit auch auf das Erstellen von Inhalten abzielen, die sexuellen Kindesmissbrauch darstellen. Die FDP-Europaabgeordnete Svenja Hahn begrüßte die Einigung: „KI darf kein Werkzeug für sexualisierte Gewalt gegen Kinder sein“, teilte sie nach den bis tief in die Nacht andauernden Verhandlungen mit.
Grok-Skandale und deutsche Debatte über digitale Gewalt
Auf EU-Ebene rückte das Thema Ende vergangenen Jahres durch den KI-Chatbot Grok in den Fokus: Bis die von Tech-Milliardär Elon Musk geführte US-Firma hinter der Software diese Funktion einschränkte, befahlen Menschen der KI immer wieder, Frauen in von ihnen ausgewählten Bildern zu entkleiden. An Silvester entschuldigte sich der Chatbot selbst dafür, ein Bild von zwei Mädchen im Teenager-Alter „in sexualisierten Outfits“ erstellt zu haben.
In Deutschland bekam die Debatte über sexualisierte digitale Gewalt Ende März neue Dringlichkeit, als Collien Fernandes mit Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen an die Öffentlichkeit ging. Sie wirft ihm vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Inhalte verbreitet zu haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
Seit Bekanntwerden der Vorwürfe gibt es bundesweit eine große Diskussion über digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen – und breite Medienberichterstattung darüber. Tausende Menschen zogen für Demonstrationen auf die Straße und forderten mehr Schutz für Opfer. Im Zusammenhang mit dieser Debatte ging es auch immer wieder um sexualisierte Deepfakes und Deepfake-Pornografie. Material dieser Art kursiert schon seit Jahren im Netz.
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EU legte bereits 2024 Richtlinie vor
Die geplanten Gesetzesverschärfungen sind nicht die ersten EU-Regeln zur Bekämpfung digitaler Gewalt. Bestehende Regularien sehen bereits vor, dass in allen Mitgliedstaaten das Anfertigen und Verbreiten von manipulierten Darstellungen sexueller Handlungen ohne Zustimmung der Betroffenen unter Strafe gestellt werden soll.
Die entsprechende EU-Richtlinie ist zwar seit Mai 2024 in Kraft, von Deutschland allerdings bisher nicht in nationales Recht übertragen worden. Dafür hat die Bundesrepublik noch bis zum Sommer nächsten Jahres Zeit. Zuletzt kündigte Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) entsprechende Verschärfungen im Strafrecht und mehr Rechte für Geschädigte an.
Das neue Verbot in der KI-Verordnung auf EU-Ebene, das sich nun abzeichnet, würde die Perspektive von der Bestrafung der Tat hin zum Verbot des Werkzeugs wechseln, also der KI-Anwendung an sich. Wobei Verhandlungsteilnehmer betonen, dass das Verbot nicht dazu führen soll, die Erstellung oder Manipulation von Bildern übermäßig stark einzuschränken.
Dafür soll in dem neuen Gesetz genau definiert sein, was sexualisierte Inhalte sind und was nicht. Nicht-einvernehmliche Bikini-Bilder, wie sie von Grok erstellt und auf X verbreitet wurden, könnten demnach erlaubt bleiben.
Verpflichtende Wasserzeichen für KI-Inhalte verschoben
Ursprünglich hatte die EU-Kommission Änderungen am KI-Gesetz vorgeschlagen, um die Wirtschaft und insbesondere die KI-Branche zu entlasten. Unternehmen forderten zuletzt aber immer wieder mehr Zeit, um die nötigen Anpassungen für die strikteren Vorgaben umzusetzen. Diese Zeit sollen die Anbieter von Chatbots und anderen Diensten laut der Einigung bekommen.
An Teile des Gesetzes, die das Europäische KI-Amt ursprünglich bereits ab August durchsetzen sollte, müssen sich die Firmen hinter ChatGPT, Claude und Co. jetzt erst ab Dezember 2026 halten. Spätestens dann sollen die Anbieter KI-Inhalte deutlich als solche kennzeichnen – generierte Bilder und Videos müssten sie also mit Wasserzeichen markieren. Andere Regeln soll das KI-Amt erst ab Dezember 2027 durchsetzen.
Industrie befürchtet Doppelregulierung
Aus der Industrie kamen zuletzt Forderungen, Doppelregulierungen abzubauen, um Europas Wettbewerbsfähigkeit nicht zu untergraben. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich zuletzt dafür ausgesprochen, die europäischen Regeln in diesem Bereich zu vereinfachen. Damit etwa die Maschinenbaubranche sich beim Einsatz von KI nicht an mehrere EU-Regularien gleichzeitig halten muss, sollen Ausnahmen geschaffen werden.
Für den CDU-Europaabgeordneten Axel Voss gehen diese Änderungen nicht weit genug: „Wir brauchen einen Rahmen, der Innovation ermöglicht und Schutz garantiert – nicht einen Flickenteppich aus sektoriellen KI-Sonderregeln“, kommentierte der Parlamentarier.
(olb)
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#heiseshow: .de-Domain-Probleme, EU-Digitalsteuer, Commodore 64C
Anna Bicker, heise-online-Chefredakteur Dr. Volker Zota und Malte Kirchner sprechen in dieser Ausgabe der #heiseshow unter anderem über folgende Themen:
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- Kein Anschluss unter dieser Domain: Warum es bei .de hakte – Ein DNS-Problem beim DENIC sorgte dafür, dass Millionen .de-Domains zeitweise nicht aufgelöst werden konnten – unabhängig von Provider und DNS-Resolver. Was genau ist im Domain Name System schiefgelaufen? Wie anfällig ist die zentrale Internet-Infrastruktur für solche Ausfälle? Und welche Konsequenzen sollte ein solches Ereignis für Betreiber und Nutzer haben?
- Kasse 1, bitte: Kann der EU-Plan für eine Digitalsteuer funktionieren? Das EU-Parlament fordert eine Milliardenabgabe für große Technologiekonzerne. Eine eigene Digitalsteuer auf EU-Ebene soll Big Tech stärker zur Finanzierung des Gemeinwesens heranziehen. Ist ein solches Modell überhaupt umsetzbar – und würde es die richtigen Unternehmen treffen? Wie reagieren die USA auf europäische Digitalsteuerpläne? Und wäre eine EU-weite Regelung besser als die bisher uneinheitlichen nationalen Ansätze?
- Comeback des Brotkastens: Braucht die Welt einen neuen Commodore 64C? Jahrzehnte nach seinem ursprünglichen Erscheinen soll der Commodore 64C in einer modernisierten, schlankeren Version zurückkehren. Was steckt hinter dem Neuauflageprojekt – Nostalgie, Spielerei oder mehr? Für wen ist so ein Gerät heute überhaupt gedacht? Und was sagt der anhaltende Retro-Computing-Boom über unsere Beziehung zur Technikgeschichte aus?
Außerdem wieder mit dabei: ein Nerd-Geburtstag, das WTF der Woche und knifflige Quizfragen.
Jeden Donnerstag ab 17 Uhr live
Fragen an die Moderatoren und Gäste können während der Sendung im YouTube-Chat und in unserem Twitch-Kanal (twitch.tv/heiseonline) sowie vorab per E-Mail und im heise-Forum gestellt werden. Die Redaktion freut sich bereits auf zahlreiche Zuschauer und auf reges Feedback.
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Die #heiseshow wird jeden Donnerstag um 17 Uhr live auf heise online gestreamt. Nach der Live-Übertragung ist die Sendung zum Nachschauen und -hören auf YouTube und als Podcast verfügbar:
(mki)
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Anthropic erhöht Claude-Nutzung für KI-Abonnenten durch Kooperation mit SpaceX
Anthropic ist eine Partnerschaft mit SpaceX eingegangen und hat sich dabei einen Großteil der KI-Rechenkapazitäten in dessen großen Supercomputer Colossus gesichert. Gleichzeitig und vielleicht auch deshalb erhöhte das KI-Unternehmen die Nutzungslimits für Abonnenten seiner KI-Modelle dramatisch. Anwender von Claude Code bekommen deutlich mehr Nutzungszeit, und das bisherige Limit in Spitzenzeiten wird aufgehoben. Zudem werden die API-Grenzen für Token von Claude Opus deutlich angehoben.
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Der Grund dürfte im Zukauf neuer Rechenkapazitäten liegen. Bei seiner Fertigstellung im Herbst 2024 galt Colossus als womöglich schnellster Supercomputer der Welt und wurde zunächst für das Training von Grok, dem KI-Modell von xAI, genutzt. Doch jetzt schreibt Anthropic, dass sich die KI-Firma „die gesamte Rechenkapazität“ dieses Rechenzentrums gesichert hat. Das läuft demnach auf eine Rechenleistung von 300 Megawatt pro Monat hinaus, basierend auf mehr als 220.000 Nvidia-GPUs.
Token- und Nutzungslimits deutlich erhöht
Die zusätzliche Rechenkapazität soll Abonnenten von Claude Pro und Max zugutekommen. Deshalb verdoppelt Anthropic nach eigenen Angaben die bisherige Tarifbegrenzung von fünf Stunden für Pro-, Max-, Team- und Enterprise-Abos von Claude Code. Pro- und Max-Abonnenten dieses KI-Agenten für Programmieraufgaben werden zudem von der Begrenzung in Spitzenzeiten befreit. Diese Upgrades sind ab sofort nutzbar.
Für Claude Opus, das Mitte April in der Version 4.7 freigegeben wurde und Anweisungen substanziell besser befolgen soll, wurden die Token-Limits bei der Nutzung per API auch ab sofort dramatisch erhöht. In der niedrigsten Stufe (Tier 1) wurden die Input-Token mehr als verzehnfacht (von 30.000 auf 500.000 pro Minute) und die Output-Token exakt verzehnfacht (von 8000 auf 80.000 pro Minute). In der höchsten Stufe (Tier 4) sind es nun 10 statt 2 Millionen Input-Token pro Minute und 800.000 statt 400.000 Output-Token pro Minute.
Anthropic-Interesse an orbitalen Rechenzentren
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Anthropic erwägt zukünftig auch die Nutzung von Rechenzentren im Weltall für die eigenen KI-Modelle. „Wir haben außerdem unser Interesse an einer Partnerschaft mit SpaceX zur Entwicklung einer orbitalen KI-Rechenkapazität von mehreren Gigawatt bekundet“, heißt es seitens der KI-Firma. Einen Zeitplan gibt es bislang nicht, aber bei der Übernahme von xAI samt Grok und X durch SpaceX im Februar 2026 hatte Konzernchef Elon Musk erklärt, dass der Erdorbit aufgrund der Sonnenenergie schon in wenigen Jahren der günstigste Ort für KI-Rechenzentren sein werde.
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(fds)
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