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„Euro-Office“: OnlyOffice wirft Projekt Lizenzverletzungen vor


Ionos, Nextcloud und weitere Partner arbeiten gemeinsam an einer quelloffenen Office-Suite mit dem Namen „Euro-Office“, die als Microsoft-Alternative gedacht ist und digitale Souveränität fördern soll. Dazu setzen sie auf das ebenfalls quelloffene OnlyOffice, das sie dafür geforkt haben. Nachdem Euro-Office am vergangenen Freitag angekündigt wurde, meldet sich nun OnlyOffice zu Wort – und wirft dem jungen Projekt Lizenzverletzungen vor.

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In einem Blog-Beitrag macht OnlyOffice seinen Ärger öffentlich. Euro-Office setze von OnlyOffice abgeleitete Technologie unter Verletzung der Lizenzbedingungen und internationalem Recht zu geistigem Eigentum (International Intellectual Property Law) ein. OnlyOffice unterliegt der AGPL-v3-Lizenz (GNU Affero General Public License v3) und stellt weitere Bedingungen, um Transparenz und angemessene Quellenangaben sicherzustellen. Laut OnlyOffice gehören dazu das Beibehalten der OnlyOffice-Markenzeichen in abgeleiteten Werken, Bereitstellen angemessener Quellenangaben zur Original-Technologie und dem vollständigen Befolgen von Open-Source-Auflagen zur Verteilung der Software.

OnlyOffice zitiert einen namentlich nicht genannten Anwalt, der sich auf die Sektion 7 der AGPL v3 bezieht. Demnach dürfen Urheberrechtsinhaber ausdrücklich zusätzliche Bedingungen stellen, die im Falle von OnlyOffice die Verpflichtung, das ursprüngliche Produktlogo beizubehalten (Sektion 7(b)) sowie die Verweigerung jeglicher Rechte zur Nutzung der Marken des Urheberrechtsinhabers (Sektion 7(e)) umfassen. Diese Zusätze seien am 25. Mai 2021 zur Lizenz ab Zeile 655 ergänzt worden.

Argumente, dass abgeleitete Arbeiten unter einer „reinen“ AGPL-v3-Lizenz verbreitet und dabei zusätzliche Bedingungen in der Sektion 7 entfernt werden dürfen, seien demnach rechtlich unbegründet. Die AGPL v3 erlaube keine selektive Anwendung, sondern verlange entweder die Anerkennung als Ganzes einschließlich zusätzlicher Bedingungen oder führe nicht zur Erlangung von Nutzungsrechten an der Software. „Die Einstufung solcher zusätzlichen Bedingungen als ‚nicht durchsetzbar’ oder ‚nicht verpflichtend’ ändert nichts an ihrem rechtlichen Charakter“, ergänzt der OnlyOffice-Anwalt.

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Auf Anfrage von heise online bezieht Nextcloud Stellung zu den Vorwürfen: „Wie OnlyOffice selbst angibt, handelt es sich bei seinem Produkt um Open Source. Forks sind ein zentraler Bestandteil des Open-Source-Ökosystems und ausdrücklich vorgesehen, um Weiterentwicklung, Anpassung und auch alternative Governance-Modelle zu ermöglichen. Das Projekt hat die rechtliche Einordnung transparent im öffentlichen Repository dokumentiert.

Diese Meinung wird auch von der Free Software Foundation, der Hüterin der AGPL- und GPL-Lizenzen geteilt. Die rechtliche Situation wurde auch mit Bradley M. Kuhn, dem Erfinder der AGPL Lizenz, diskutiert und er unterstützt unsere rechtliche Einschätzung zu 100 Prozent.“ Ionos antwortete auf unsere Nachfrage, dass das Unternehmen sich dieser Stellungnahme ausdrücklich anschließt.


(dmk)



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c’t-Workshop: Kubernetes im Blick: Observability mit Grafana LGTM meistern


Wer Kubernetes für Cloud-native Anwendungen nutzt, muss jederzeit nachvollziehen können, was im System geschieht. Observability macht genau das möglich: Sie bildet das Verhalten laufender Systeme ab und hilft, Probleme frühzeitig zu identifizieren. Doch die richtigen Daten zu sammeln, sinnvoll zu speichern und daraus die passenden Schlüsse zu ziehen, erfordert fundiertes Wissen und geeignete Werkzeuge.

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Im Workshop Observability für Kubernetes-Umgebungen verbinden die Teilnehmer Theorie mit praxisnahen Übungen. Im Zentrum stehen die drei Säulen der Observability: Metriken, Logs und Distributed Traces. Als technische Grundlage dient der Grafana-LGTM-Stack – bestehend aus den vier Open-Source-Projekten Loki, Grafana, Tempo und Mimir.

Die Teilnehmer lernen, Betriebsdaten zu sammeln, zu visualisieren, Trends zu erkennen und Alarme einzurichten. Damit können sie den Ressourcenbedarf fundiert einschätzen und eine zuverlässige Betriebsüberwachung aufbauen.

Der Workshop bildet den gesamten Observability-Workflow ab: Zunächst erhalten die Teilnehmer eine Einführung in die Grundlagen und den Grafana-LGTM-Stack. Danach sammeln sie mit Grafana Alloy entsprechende Daten, nutzen vorhandene Datenquellen und erheben anwendungsspezifische Informationen. Darauf aufbauend erstellen sie Dashboards in Grafana, formulieren Abfragen und richten Alarmierungskanäle mit passenden Schwellenwerten ein.

Am Ende des Workshops kennen die Teilnehmer die Zusammenhänge zwischen Metriken, Logs und Distributed Traces. Sie wissen, wie sie Fehlverhalten gezielt aufspüren und Ursachen eingrenzen. Außerdem erfahren sie, wie sich auf Basis etablierter Standards viele Daten automatisch erheben lassen, noch bevor ein manueller Eingriff nötig wird.

Durch den Workshop führt Nicholas Dille, Senior DevOps Engineer bei der Haufe Gruppe. Dort verantwortet er mit seinem Team die zentralen Dienste für die Softwareentwicklung und gibt intern Workshops und Vorträge. Er beschäftigt sich intensiv mit Kubernetes, Observability und CI/CD in heterogenen Umgebungen. Docker zeichnete ihn acht Jahre lang als Captain aus, Microsoft 13 Jahre lang als Most Valuable Professional.

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Der Workshop richtet sich an alle, die Kubernetes für den Betrieb Cloud-nativer Anwendungen einsetzen und ihre Fähigkeiten in Überwachung und Alarmierung vertiefen wollen. Der Umgang mit Kubernetes und das Deployment mit Standardwerkzeugen wie Helm sollten zum Alltag gehören. Erste Berührungspunkte mit der Erhebung und Auswertung von Metriken werden vorausgesetzt; Erfahrung mit Prometheus ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.

  • Datum: 30. April 2026
  • Uhrzeit: 9 Uhr bis 17 Uhr
  • Preis: 880,00 Euro

Weitere Informationen sowie Details zur Anmeldung finden Sie auf der Website zum Workshop.


(abr)



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Bau am weltweit größten Windrad in Deutschland geht nach Problemen weiter


In Deutschland, genauer im brandenburgischen Schipkau in der Lausitz, entsteht die größte Windkraftanlage der Welt. Mit einer Gesamthöhe von 365 m und einer Nabenhöhe von 300 m soll der Höhenwindturm nach Fertigstellung pro Jahr zwischen 30 und 33 GWh Strom erzeugen können. Die im Winter ruhenden Hochbauarbeiten hat das bauausführende Unternehmen GICON nach einer Qualitätskontrolle der Bauteile und teilweisem Austausch bereits wieder aufgenommen.

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Ende 2025 hatte GICON festgestellt, dass ein Subunternehmen Stahlbauteile für das Windrad geliefert hat, die nicht der erforderlichen Qualität entsprochen haben, wie GICON Anfang März mitteilte. Die Wintermonate hatte GICON genutzt, um auch bereits eingebaute Teile zu überprüfen. Mittlerweile seien nahezu alle Ersatzbauteile eingetroffen und der Austausch der Teile sei bis Ende März abgeschlossen. Der Weiterbau des Windrades werde dann mit neuen Teilen fortgesetzt. Ebenfalls habe GICON im Februar den Großkran für die folgenden Bautätigkeiten in Betrieb genommen.

Das GICOM-Höhenwindrad soll Windenergie in großen Höhen nutzen. Dort können je nach Standort optimale Bedingungen für die Nutzung von Windenergie herrschen. Winde wehen dort in der Regel stärker und gleichmäßiger, sodass jährlich ein höherer Stromertrag möglich ist. GICOM schätzt, dass mit solchen Windrädern pro Jahr zwischen 30 und 33 GWh gewonnen werden können. Das entspricht in etwa dem Jahresbedarf von 7500 Vier-Personen-Haushalten.

Der stetig nutzbare Wind soll sich neben der verlässlichen und ergiebigeren Stromversorgung auch auf die Kosten auswirken. Die Stromgestehungskosten sollen bei weniger als 5 Cent pro Kilowattstunde liegen.

Um die Turbinengondel auf eine Höhe von 300 m zu bringen, haben sich die Ingenieure etwas Besonderes einfallen lassen: Die Konstruktion ist teleskopartig ausgelegt. Die Turbine wird zunächst auf einer Höhe von 150 m montiert. Danach soll sie von dort auf ihre Endposition in noch luftigerer Höhe hochgefahren werden. Für die Montage in größeren Höhen sind spezielle „höhenfeste“ Montagearbeiter nötig. In Deutschland gibt es die aber nicht, sodass Monteure aus der Türkei diese Arbeiten übernehmen.

Nach derzeitigem Stand ist noch unklar, wann die Bauarbeiten an dem Windrad, die im Juli 2025 begonnen haben, abgeschlossen sein werden. Das hängt von den Baufortschritten ab, die in den nächsten Monaten erzielt werden. 2025 hieß es noch, dass der Bau im Sommer 2026 abgeschlossen sein wird. Weiter festhalten will die GICOM aber daran, dass das Höhenwindrad noch bis Ende 2026 ans Netz geht.

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(olb)



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Analyse: Was ein Boykott von ChatGPT bewirken kann


„Es ist Zeit aufzuhören“, schreibt QuitGPT in großen roten Buchstaben auf ihrer Webseite. Die Boykott-Kampagne ruft dazu auf, ChatGPT zu deinstallieren und auf andere Chatbots umzusteigen. Ihr zentraler Kritikpunkt: Die OpenAI-Führung finanziert mit Spenden die Regierung von Donald Trump. Dazu kommt Sorge um einen Deal mit dem Pentagon. QuitGPT befürchtet, dass Massenüberwachung und automatisierte Kriegsführung damit Tür und Tor offen stehen.

Die kleine Initiative hat sich einen großen Gegner ausgesucht: ChatGPT hat schätzungsweise 900 Millionen Nutzer. Der Chatbot löste den anhaltenden Hype um KI-Sprachmodelle aus und führte das Unternehmen fast über Nacht zu Milliardenbewertungen. OpenAIs anstehender Börsengang könnte über die Zukunft der ganzen Branche entscheiden – und das Unternehmen „too big to fail“ sein.

  • Kritiker von OpenAI befürchten, dass die Technik hinter ChatGPT beim US-Kriegsministerium für Massenüberwachung und autonome Waffen eingesetzt wird. Wir haben mit den Organisatoren des Protests gesprochen.
  • Auch wenn der Boykottaufruf wie der Kampf von David gegen Goliath wirkt, waren vergleichbare Kampagnen in der Vergangenheit bei anderen Tech-Konzernen erfolgreich. Dieser Artikel stellt konkrete Fallbeispiele vor.
  • Für OpenAI kommt der Angriff zu einem kritischen Zeitpunkt: Das Unternehmen muss seine finanzielle Schieflage richten, bevor es an die Börse geht. Gerade deshalb sind die Vorwürfe ein Problem.

Dieser Artikel zeigt, wie eng ChatGPT-Entwickler OpenAI tatsächlich mit der amtierenden US-Regierung von Donald Trump zusammenarbeitet. Dafür haben wir mit den Organisatoren hinter QuitGPT gesprochen und OpenAI mit den Vorwürfen konfrontiert. Wir schlüsseln die zentralen Kritikpunkte im Detail auf und erklären, ob und wie sich der Boykott tatsächlich auf das KI-Unternehmen auswirkt.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Analyse: Was ein Boykott von ChatGPT bewirken kann“.
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