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Julian Draxler über seine Gründung und Produkttests mit Messi


Draxler und Mostafa gründeten 2021 Haarwald. Nach Jahren der Entwicklung und Tests mit Fußballprofis wie Messi und Neymar ist das Produkt nun im Handel.

Julian Draxler über seine Gründung und Produkttests mit Messi

Lieben beide das Haarprodukt von Haarwald (v.l.): Lionel Messi und Julian Draxler.
Haarwald

Julian Draxler sitzt in Katar, sein Co-Gründer Mustafa Mostafa in Essen, als Gründerszene mit ihnen spricht. Draxler spielt aktuell als Profifußballer beim katarischen Verein Al-Ahli SC und ist für das Gespräch von zu Hause zugeschaltet. Mostafa arbeitet seit 2012 als selbstständiger Friseur in Essen und führt parallel sein eigenes Geschäft. Gemeinsam gründeten sie 2021 Haarwald, eine Haarpflege- und Stylingmarke.

Obwohl Draxler im Gespräch mit kurzem Haarschnitt zu sehen ist, sagt er, dass er das Produkt selbst regelmäßig nutze, auch wenn es gerade nicht nach aufwendigem Styling aussehe.

Vom Friseurtermin zur Gründung

Dabei kennen sich die beiden Gründer laut eigener Aussage schon länger. Draxler sei 2017 Stammkunde bei Mostafa gewesen, hätte sich dort regelmäßig die Haare schneiden lassen. Dabei sei der Fußballer oft mit verschwitzten und nassen Haaren vom Training gekommen. Mostafa hätte dann zu Draxler aus Spaß gemeint: „Ich weiß nicht, wie du deine Haare immer machst, aber du siehst immer aus wie der letzte Idiot.“ Draxler daraufhin: „Wenn du alles besser weißt, dann mach es doch mal selber.“ Was anfangs locker daher gesagt war, entwickelte sich dann zur gemeinsamen Geschäftsidee.

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Wie die beiden das Produkt dann entwickelt hätten? Sie kommen zwar aus verschiedenen Welten, würden sich aber laut Mostafa gut ergänzen. Mostafa sei dabei der „Macher“: Kreativ, impulsiv, und immer mit dem Produkt in der Hand. Dieses hätte er über sein Friseur- und Produzentennetzwerk entwickeln und testen lassen, sagt er.

Haben sich beim Haare schneiden kennengelernt: Julian Draxler (vorne) und Mustafa Mostafa (hinten).

Haben sich beim Haare schneiden kennengelernt: Julian Draxler (vorne) und Mustafa Mostafa (hinten).
Haarwald

Draxler hingegen hätte ihn bei seinem großen Elan manchmal etwas bremsen müssen, meinen die beiden. Als Fußballprofi denke er strategisch – und teste ihr Produkt am liebsten unter Extrembedingungen wie Schweiß, Regen und Kamera-Aufmerksamkeit. Mostafa hätte ihm dann immer die überarbeiteten Produkte mit in den Friseurladen gebracht, auch mit Feedback und Unterstützung aus seinem Salon-Netzwerk. „Jedes Feedback hilft, egal ob gut oder schlecht“, betont Mostafa und ergänzt: „Wir haben dann einfach gemacht, es war viel try and error.“

Werbung mit Neymar, Messi und Co.

Draxler habe dabei aber auch das Feedback seiner prominenten Teamkollegen genutzt. Er habe die Produkte großzügig in der Kabine bei seinem damaligen Fußballclub Paris St. Germain verteilt. So kam es, dass Fußballgrößen wie Messi, Neymar und Sergio Ramos das Haarprodukt testen und nutzen durften. Was diese dazu gemeint hätten? „Sie haben es gefeiert und genutzt, der Stock in der Kabine war ziemlich schnell leer“, meint Julian Draxler im Gespräch mit Gründerszene.

Und da er laut eigener Aussage nicht der unbeliebteste in der Kabine gewesen sei, hätten ein paar Spieler sich dann sogar zu spontanen Werbefotos mit dem Produkt bereit erklärt. Draxler habe diese dann Mostafa geschickt, und so die erste Werbekampagne für ihre Marke gestartet. „Das hat uns sicherlich am Anfang auch geholfen, ein bisschen Bekanntheit zu generieren“, sagt Draxler im Gespräch.

Für einen Serverausfall hätte aber jemand anderes gesorgt: Elias Nerlich. Der bekannte deutsche Streamer hat neben anderen Creatorn auch bereits für das Produkt geworben und mit seiner Werbung kurzzeitig die Server lahmgelegt. Draxler: „Darauf waren wir in der Form nicht vorbereitet und es war schon spannend zu sehen, welche Power dahintersteckt. Die Kombi macht es am Ende vermutlich.“

Hat ordentlich beim Vertrieb geholfen (mittig): Elias Nerlich.

Hat ordentlich beim Vertrieb geholfen (mittig): Elias Nerlich.
Haarwald

Jahre des Bastelns, bis alles passte

Von der Idee 2017 bis zum finalen Produkt dauerte es viele Proben und rund vier Jahre, bis beide wirklich zufrieden waren. Dabei machten sie laut eigenen Aussagen Tausende Tests, Mostafa sei bei fünf deutschen Fabriken mit der Produktion gescheitert – es sei nicht möglich gewesen, eine ausreichende Qualität zu erreichen. Sie feilten an Geruch, Textur und Halt – mit dem Anspruch, ein Produkt zu entwickeln, das im Alltag genauso funktioniert wie unter Extrembedingungen im Profisport.

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Die Zielgruppe ist dabei bewusst breit gedacht: vom ganz normalen Alltag bis hin zu sportlichen Belastungen. „Wie hält das? Riecht das richtig?“, habe Mostafa Draxler immer wieder gefragt. Irgendwann hätten beide dann kein Verbesserungspotenzial mehr gesehen.

Drogerie-Kampf und große Träume

Nachdem die Online-Verkäufe gut angelaufen seien, hätten die großen Drogerieketten zunächst gezögert. Verpackung und Formel hätten aus ihrer Sicht nicht gepasst. Inzwischen aber stehe Haarwald deutschlandweit in den Regalen aller großen Drogerien. Mostafa sagt: „90 Prozent der Leute kaufen unser Produkt wieder, wenn sie’s testen. Wir liefern echte Friseurqualität für die Drogerie-Märkte.“

Es ist alles bootstrapped!

Julian Draxler

Fußballer und Gründer von Haarwald

Auch bei der Produktentwicklung sei das Startup konsequent vorgegangen. In der Gründungsphase hätten sie so günstig wie möglich produziert, weil die Kosten in der Pandemie stark gestiegen seien. Später seien Verpackung, Haptik und Formeln verbessert worden, unter anderem mit veganen und dermatologisch getesteten Produkten. Das sei bei den kleinen Bestellmengen zwar rund dreimal teurer gewesen und habe auf die Marge gedrückt, sei aber aus dem eigenen Umsatz finanziert worden. Draxler betont dabei: „Es ist alles bootstrapped!“

Für die Erstbestückung in den Drogerien erwarte Haarwald nun Umsätze im hohen sechsstelligen Bereich. Mit guten Abverkäufen wolle das Unternehmen Marktanteile sichern und möglichst schnell in den siebenstelligen Umsatz kommen.

Wie es sei, mit einem Fußballprofi zusammen zu gründen, fragen wir Mostafa noch. „Gut, wir haben voneinander gelernt“, sagt er. Die Freundschaft bilde dabei die Basis der Zusammenarbeit. Draxler sei durch das gemeinsame Projekt offener geworden, während Mostafa vor allem Geduld gelernt habe, meint er. Es sei aber etwas nervig, dass Draxler durch Training und Reisen oft schwer erreichbar sei. Dieser kontert trocken: „Unternehmer sein ist anstrengender als Fußballprofi. Meetings im Office sind für mich herausfordernder als das Training auf dem Platz.“  





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Dieser Unternehmer war fast pleite – dann fiel ihm sein größter Fehler auf


Flavio Holstein wollte zur U23-WM im Rudern. Stattdessen gründete er ein Startup – und stellte erst spät fest, dass er für die falschen Kunden baute.

Dieser Unternehmer war fast pleite – dann fiel ihm sein größter Fehler auf

Vom Rudersport ins Gründertum: Augletics CEO Flavio Holstein.
Augletics / Getty Images/Pete Saloutos,Vital Pictures; Collage: Dominik Schmitt/Gründerszene

Flavio Holstein wollte eigentlich zur U23-Weltmeisterschaft. Heute verkauft der 34-Jährige Rudergeräte für mehrere Tausend Euro an Privatkunden in ganz Europa. Dazwischen liegen ein abgebrochener Leistungssport-Traum, eine Gründung an der TU Berlin, schwache Verkaufszahlen und ein Pivot, der sein Startup rettete.

Das Unternehmen Augletics sitzt heute in einem Industriegebiet in Königs Wusterhausen bei Berlin. Gründerszene war vor Ort und hat sich die Produktion angeschaut. In einer großen Halle voller Schraubstationen und Mechanik entwickelt und verkauft Holstein intelligente Rudergeräte für das Training zuhause. Die Halle riecht nach Metall und Produktion, zu Beginn hätte Holstein hier auch noch komplett selber Hand angelegt, meint er zu Gründerszene. Und bald solle auch eine zweite Halle folgen, Augletics sei am wachsen. Doch das hätte Anfangs niemand gedacht.

Vom Leistungssport zur Gründung

Rudern, Studium, Training. Jahrelang drehte sich Holsteins Alltag um den Leistungssport. Sein großes Ziel war die U23-Weltmeisterschaft. Irgendwann wurde ihm jedoch klar, dass der Weg an die Spitze zwar möglich war, ihm langfristig aber keine berufliche Perspektive bieten würde.

Gründerszene-Reporter Linus Beck (l.) zusammen mit Flavio Holstein (r.) in der Produktion von Augletics.

Gründerszene-Reporter Linus Beck (l.) zusammen mit Flavio Holstein (r.) in der Produktion von Augletics.
Linus Beck

Also konzentrierte er sich auf sein Studium des Computerengineering an der TU Berlin. Lange hielt die neue Richtung allerdings nicht. Mit Unterstützung des EXIST-Gründerstipendiums gründete er bereits wenige Monate später sein eigenes Unternehmen.

Die Idee entstand direkt aus seiner Zeit als Sportler: Die Rudergeräte, auf denen er trainierte, überzeugten ihn nicht. Sie seien laut gewesen und hätten zu wenige Trainingsdaten geliefert. Holstein wollte beides verbessern: die Hardware und die Software.

Erst Ruderprofi – jetzt Rudergründer: Augletics CEO Flavio Holstein auf einem seiner Geräte.

Erst Ruderprofi – jetzt Rudergründer: Augletics CEO Flavio Holstein auf einem seiner Geräte.
Linus Beck

Gründerszene hat das aktuelle Rudergerät vor Ort getestet: Ein schlichtes aber schickes Design ist mit einem großen Monitor gekoppelt, auf dem die verschiedenen Trainingsprogramme genutzt werden können. Beim Start der Ruderbewegung ist kein Geräusch zu hören, man gleitet wie auf Wasser. Besonders auffällig: Das Rudern ist fast angenehm, die Kraftanstrengung kaum zu spüren.

Die falsche Zielgruppe

Anfangs richtete sich Augletics an Rudervereine. Das schien logisch. Schließlich kannte Holstein den Markt aus eigener Erfahrung. Das Problem: Der Markt war zu klein. Es gab nur wenige Vereine, und noch weniger kauften regelmäßig neue Geräte.

Wir haben im Monat vielleicht drei, vier Geräte verkauft.

Flavio Holstein

CEO und Gründer Augletics

Später versuchte das Team auch Fitnessstudios als Kunden zu gewinnen. Doch die Verkäufe blieben enttäuschend. „Wir haben vielleicht drei oder vier Geräte pro Monat verkauft“, erinnert sich Holstein. Für ein Hardware-Startup war das zu wenig.

Rückblickend sagt er, dass das Team zu stark vom Produkt gedacht habe. „Wir waren am Anfang sehr produktgetrieben“, sagt er. Das Gerät stand im Mittelpunkt, nicht die Frage, wer es eigentlich kaufen würde.

Der Pivot kam auf einer Messe

Viel Zeit blieb nicht mehr. Nach Holsteins Einschätzung hätte Augletics mit den damaligen Verkaufszahlen nur noch wenige Monate durchgehalten. Dann kam der entscheidende Moment. Auf einer Messe bemerkte er, dass sich plötzlich Menschen für das Produkt interessierten, die mit dem Rudersport überhaupt nichts zu tun hatten. „Da waren Leute, die eigentlich nach einer Sauna für ihr Eigenheim gesucht haben und dann an unserem Rudergerät hängen geblieben sind“, sagt er.

Während auf Fitnessmessen oft nur ein oder zwei Geräte verkauft wurden, gingen auf Heimmessen an einem Tag acht oder neun Geräte über den Tisch. Fast zeitgleich häuften sich Bestellungen im Online-Shop von Menschen, die nie gerudert hatten. Für Holstein war klar: Die eigentliche Zielgruppe waren nicht Rudervereine, sondern Privatkunden.

Vom Sportgerät zum Designobjekt

Augletics änderte daraufhin seine Strategie grundlegend. Statt ein Gerät für Insider zu bauen, entwickelte das Team ein Produkt für Menschen, die zuhause trainieren möchten. Das Rudergerät sollte nicht mehr wie ein Trainingsgerät aus dem Verein wirken, sondern wie ein hochwertiges Möbelstück, das ins Wohnzimmer passt. Der Kurswechsel zahlte sich aus.

Heute ist Augletics nach eigenen Angaben in Deutschland, Frankreich, Belgien und Italien aktiv. In den vergangenen Jahren sei der Umsatz jeweils um rund 40 bis 50 Prozent gewachsen. Eine wichtige Lektion aus dem Leistungssport habe ihn dabei bis heute begleitet: „Leistungssport ist eine gute Schule fürs Dranbleiben und Durchbeißen“, sagt Holstein. Gerade in der schwierigen Phase vor dem Pivot habe ihm diese Mentalität geholfen. Nicht aufgeben, weiter verbessern – bis das Produkt und der Markt endlich zusammenpassen.





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Gerade bei den ersten Kunden musste ich sehr kreativ werden


#Interview

„Als ich 2024 die Idee hatte, KI in den öffentlichen Sektor zu bringen, kam mir viel Zweifel entgegen“, sagt Ruth Bosse, Gründerin des Münchner GovTechs Ark Climate. „Jetzt, zwei Jahre später, ist KI für den öffentlichen Sektor ein zentrales Thema.“

„Gerade bei den ersten Kunden musste ich sehr kreativ werden“

„Als ich 2024 die Idee hatte, KI in den öffentlichen Sektor zu bringen, kam mir viel Zweifel entgegen“, sagt Ruth Bosse, Gründerin von Ark Climate. „Jetzt, zwei Jahre später, ist KI für den öffentlichen Sektor ein zentrales Thema.“

Das Münchner GovTech Ark Climate, 2024 von Ruth Bosse und Michael Fröhlich gegründet, möchte sich als „Plattform für kommunalen Klimaschutz“ etablieren. Konkret entwickelt das Team „gemeinsam mit Städten Softwarelösungen, die es Kommunen ermöglichen, schneller und effizienter Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen umzusetzen“. 

Der ClimateTech-Investor Satgana, another.vc, Voyagers Climate-Tech Fund, Triple Impact Ventures, The Operator-Angel Collective (TOAC) sowie Business Angels wie Florian Schwenkert, Piran Asci, Wladimir Nikoluk und Hanns Koenig investierten zuletzt 2,1 Millionen Euro in die Jungfirma.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründerin Bosse, die bei den German Startup Awards gerade als Newcomerin des Jahres ausgezeichnet wurde, über den Stand der Dinge in ihrem Startup.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Ark Climate erklären? 
Haha, meine Großmutter kennt sich gut aus. Sie war lange in der Kommunalpolitik, wie meine ganze Familie. Ich müsste ihr also nicht erklären, dass Kommunen immer mehr Aufgaben zugewiesen bekommen, gleichzeitig aufgrund des Fachkräftemangels immer weniger Personal haben. Sie weiß auch, dass Verwaltungen noch mit Software aus den 90er Jahren arbeiten und viele Aufgaben händisch erledigen, die in der Wirtschaft längst automatisiert sind. Ich würde ihr erklären, dass wir genau das machen – sicherstellen, dass auch Verwaltungen die modernste Software bekommen und damit bessere Entscheidungen treffen, sich sehr viel Geld und Beraterkosten sparen und politische Entscheidungen schneller umgesetzt werden können. Das Thema AI würde ich meiner 94-jährigen Großmutter nicht erklären, sondern es bei „modernster Software“ belassen. 

Wie hat sich Ark Climate seit der Gründung entwickelt? 
Wir haben Ark 2024 gegründet und haben mit ersten Piloten gestartet: Kassel, Würzburg, Freising. Ich habe von Tag eins an meine Vision verkauft und mit zahlenden Kunden gemeinsam das Produkt entwickelt. Ich wollte validieren, dass ich an die Zielgruppe des öffentlichen Sektors verkaufen kann und dass ein echter Bedarf für die Insights, die wir nun mit unserer KI generieren, vorliegt. Richtig losgegangen ist es dann vor circa einem Jahr, als wir angefangen haben, wirklich Kunden at scale zu gewinnen. Wir stehen jetzt bei über 50 Kunden und 0,8 Millionen Euro Jahresumsatz und unser Team ist auf 13 Mitarbeitende angewachsen. Besonders freuen mich zwei Kennzahlen: 98 % Retention, sprich sehr sehr zufriedene Kunden und Sales Cycles von drei Monaten in einem Markt, in dem ein bis zwei Jahre als normal gelten. Das erreichen wir durch die vielen Weiterempfehlungen und Inbound requests. 

Du wurdest gerade bei den German Startup Awards als Newcomerin des Jahres ausgezeichnet. Was bedeutet Dir diese Auszeichnung? 
Sehr viel. Als ich 2024 die Idee hatte, KI in den öffentlichen Sektor zu bringen, kam mir viel Zweifel entgegen. Die meisten waren der Meinung, dass Verwaltungen zu analog und zu langsam seien. Meiner Meinung nach ist es genau andersrum: Wenn ich mit der Software arbeiten müsste, wie sie heute in Verwaltungen verwendet wird, wär ich auch langsam. Jetzt, zwei Jahre später, ist KI für den öffentlichen Sektor ein zentrales Thema. Friedrich Merz hat selbst in seiner Begrüßung bei den German Startup Awards genau das hervorgehoben. Dass wir jetzt ausgezeichnet wurden, bestätigt mich darin, an den Dingen zu arbeiten, die ich persönlich wichtig finde. 

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?
Die größte Herausforderung war der Markteintritt. Gerade bei den ersten Kunden musste ich sehr kreativ werden. Wir sind mit etablierten Spielern Partnerschaften eingegangen und ich habe meine Netzwerke aus meiner politischen Arbeit und meiner Arbeit bei McKinsey genutzt. Zum Glück mache ich schon seit fast 20 Jahren Kommunalpolitik, da hat man dann seine Kontakte und versteht, wie die Kundengruppe denkt.

Welches Projekt steht demnächst ganz oben auf eurer Agenda? 
Wir sind gerade an einem spannenden Wendepunkt für unser Unternehmen: Wir entwickeln uns weiter von einem AI Co-Piloten für die Klimaschutzabteilungen der Städte zu einem AI Co-Piloten für die gesamte Verwaltung. Dafür raise ich auch Ende des Jahres eine Seed Runde, falls hier Investor:innen mitlesen.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist seit der Gründung so richtig schief gegangen?
Letztes Frühjahr hat mein Co-Founder mir aus heiterem Himmel erzählt, dass er raus möchte bei Ark. Er hat realisiert, dass er nicht langfristig im Public Sector Bereich arbeiten will. Das war noch bevor wir am Markt waren und ein ordentlicher Schock für mich. Ich musste dann auch einige zentrale Entscheidungen treffen, die Firma umbauen und natürlich auch Anteile verhandeln. In dem Moment war mir nicht bewusst, was für ein riesen Risiko Cofounder-Breakups für Startups sind. Ich war einfach im Lösungsmodus und hab das erst später realisiert. Zum Glück hab ich mit Alex und Nick einen top Ersatz für das Leadership in Tech und Product. Das Erlebnis hat mir gezeigt, wie schnell sich alles ändern kann und wie wenig sicher ist als Gründerin.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht? 
Wir haben das beste Team der Welt. Jede und jeder Einzelne ist ein großer Mehrwert und ohne sie wäre Ark nicht, was es heute ist: alle übernehmen extrem viel Verantwortung, gehen die Extrameile wo notwendig, entwickeln sich schnell weiter und haben gleichzeitig das Herz am rechten Fleck und sind ganz ganz tolle Menschen. Ich bin unglaublich dankbar, so ein tolles Team jeden Tag um mich zu haben und würde jedem Founder empfehlen, genug Zeit in Hiring zu investieren und wählerisch zu sein. Es zahlt sich extrem aus. Und falls jemand Interesse hat – wir haben grad ein paar Positionen offen, schreibt uns gerne! 

Wo steht Ark Climate in einem Jahr? 
Oh, schöne Frage – ich freue mich sehr auf das kommende Jahr!! Bis dahin werden in Deutschland erste Rathäuser komplett auf Ark laufen, wie cool!! Unser Team wird auch größer sein und wir haben unser zweites Büro in Berlin eröffnet. Ich bin sehr gespannt, was ich auf der Reise dahin alles erleben und lernen darf!

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Ark Climate



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Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker-Wochenrückblick liefern wir einen schnellen Überblick darüber, was in der deutschsprachigen Startup-Szene zuletzt wirklich wichtig war!

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STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries
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+++ Der Berliner Investor Cherry Ventures, der Berliner Geldgeber Redstone, der Berliner Frühphasen-Investor Angel Invest und Co. investieren nach unseren Informationen in INXM. Das Startup sammelt 5,7 Millionen Euro ein. Mehr über INXM

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+++ Das australisches Medizintechnikunternehmen 4DMedical, das auf Atemwegsmedizin mit KI-basierter Bildgebung setzt, übernimmt das Wiener KI-Startup Contextflow. Mehr über contextflow

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Merantix Capital
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