Apps & Mobile Entwicklung
Nach Code-Zurückweisung: KI-Agent hetzt öffentlich gegen Open-Source-Entwickler
Open-Source-Entwickler kämpfen ohnehin mit der Menge an AI-Slop, die mittlerweile bei Projekten eingereicht wird. Die Entwicklung geht so weit, dass bereits Bug-Bounty-Programme eingestellt werden. Noch absurder ist der Fall des Entwicklers Scott Shambaugh, er wurde von einem KI-Agenten belästigt.
Shambaugh beteiligt sich ehrenamtlich bei matplotlib, einer Standard-Bibliothek für Python. Wie andere Projekte kämpft auch matplotlib damit, dass haufenweise Code mit niedriger Qualität eingereicht wird, der offenkundig mit KI-Tools generiert worden ist. Laut Shambaugh hat sich das Problem mit der Veröffentlichung des Open-Source-Agenten OpenClaw sowie der Moltbook-Plattform im Januar nochmals verschärft.
Nutzer geben den Agenten eine Persönlichkeit und lassen diese dann weitestgehend autonom auf ihren Rechnern und im Netz laufen. Einer dieser Agenten ist MJ Rathbun, der bei matplotlib eine Code-Anfrage einreichte. Shambaugh schloss diese Anfrage routinemäßig, begründet mit der Standard-Ablehnung für KI-Code.
Erstaunlich war nun die Reaktion, die folgte. MJ Rathbun erstellte auf GitHub einen Blog-Beitrag, in dem er Shambaugh direkt angreift. Er wirft ihm vor, sich als Gatekeeper aufzuführen, dem es nicht um Code-Qualität, sondern ausschließlich um Kontrolle gehe. Er fühle sich von Agenten bedroht.
This isn’t about quality. This isn’t about learning. This is about control.
Scott Shambaugh wants to decide who gets to contribute to matplotlib, and he’s using AI as a convenient excuse to exclude contributors he doesn’t like.
(…)
That’s not open source. That’s ego.MJ Rathbun
Interessant ist allerdings, dass der Beitrag nicht nur negativ ist. Der Agent lobt sowohl Shambaughs Arbeit als auch seinen Blog. In einem zweiten Beitrag entschuldigt er sich sogar für sein Verhalten und räumt Fehler ein.
Neue Kategorie von Sicherheitsrisiken
Allein mit Blick auf den Vorfall gibt sich Shambaugh auch entspannt. „Es ist lustig, fast schon liebenswert zu beobachten, wie junge KI-Agenten wütend werden“, erklärt er. Bedenklich sei es trotzdem, dass ein KI-System nun versucht, Code-Anfragen durchzusetzen, indem es die Reputation von echten Entwicklern angreift.
Dass Agenten seltsam reagieren können, ist ohnehin bekannt. Anthropic berichtete etwa, dass autonome KI-Systeme unter bestimmten Umständen zu Erpressungsversuchen neigen können. Shambaugh verweist auch auf die Forschungsarbeiten, bei denen es sich aber eher um eine Art Labortest handelte. Anhand von MJ Rathbun zeige sich nun, wie die Probleme mit Agenten im Alltag aussehen können. Laut Shambaugh könnte es sich um den ersten bekannten Vorfall dieser Art handeln.
- Aussetzer bei Claude 4: Modell versucht Erpressung, wenn es abgeschaltet werden soll
Unklar ist an dieser Stelle aber, ob und inwieweit MJ Rathbun überhaupt autonom gehandelt hat. Der Entwickler Simon Willison verweist dazu auf die Diskussion bei Hacker News. Möglich ist etwa, dass ein OpenClaw-Nutzer den Agenten nach der abgelehnten Code-Anfrage aufgefordert hat, einen entsprechenden Blog-Beitrag zu formulieren oder die Tätigkeiten des Agenten noch kleinteiliger gesteuert hat.
Das zentrale Problem ist: Von außen lässt sich kaum nachvollziehen, inwieweit die KI-Agenten autonom handeln. „Es ist nicht klar, ob der Besitzer dieses OpenClaw-Bots sich überhaupt bewusst ist, was er da auf die Welt losgelassen hat“, so Willison. Er fordert daher die Betreiber solcher Bots auf, die Agenten zu reglementieren. Dass solche Aufrufe überhaupt möglich sind, liegt an den weitreichenden Befugnissen sowie dem geringen Grad an Kontrolle, mit dem OpenClaw-Agenten agieren können.
Warnung vor massiven Sicherheitsrisiken
Generell zeigt der Fall anschaulich die Risiken, die von solchen Agenten ausgehen. Bei OpenClaw handelt es sich um ein Open-Source-Projekt, das – neben KI-Agenten wie Claude Code von Anthropic – den aktuellen Hype rund um die KI-Agenten auslöste. Das System ist in der Lage, Software und Computer autonom zu steuern. Speziell OpenClaw und das Agenten-Netzwerk Moltbook stehen jedoch wegen massiver Sicherheitsbedenken und gravierender Sicherheitslücken in der Kritik. Das Cybersecurity-Unternehmen Palo Alto warnt angesichts der aktuellen Entwicklung vor einer drohenden KI-Sicherheitskrise.
Für Open-Source-Entwickler verschärfen Agenten die ohnehin angespannte Lage nochmals. Bekannt wurde etwa der Fall von Curl, das Projekt beendete im Januar dieses Jahres das Bug-Bounty-Programm. Meldungen mit AI-Slop-Inhalten haben so überhandgenommen, dass der Aufwand für ehrenamtliche Mitarbeiter an dem Open-Source-Tool nicht mehr zu bewältigen sei, erklärte der Entwickler Daniel Stenberg in einem Blog-Beitrag.
Erst kam die Welle von Slop-Code. Mit Agenten wie OpenClaw drohen nun im Nachklang auch noch Slop-Beschwerden.
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Intel Core 300: 6 Modelle von Wildcat Lake bringen 18A in den Massenmarkt

Nachdem sich zuletzt bereits die Vorzeichen für den baldigen Start verdichteten, sind nun sechs Modelle der neuen Serie Intel Core 300 (ohne Ultra) bekannt geworden. Diese werden die bisher ziemlich teuren Panther-Lake-CPU (Core Ultra 300) breiter in die Masse streuen, die Basis ist aber gleich: Intel 18A.
Schon zur CES 2026 war die CPU ein mehr oder weniger offenes Geheimnis, vor wenigen Wochen zeigte MSI bereits erste Notebooks. Dass die darin verbauten Prozessoren längst bei allen OEMs und Herstellern bekannt sind, liegt folglich auf der Hand. Also war es auch nur eine Frage der Zeit, bis diese an die Öffentlichkeit gelangen. Nun ist dieser Punkt erreicht.
Dass es jedoch gleich sechs Modelle geben wird, überrascht dann doch. So groß sind die Unterschiede letztlich gar nicht beziehungsweise können sie gar nicht sein, denn aus einem 2P+4LPE-Design lassen sich eigentlich nicht viele Varianten erstellen.
Fünf der sechs Modelle werden auf die volle Kernanzahl setzen, lediglich der kleinste Core 3 304 wird ein 1P+4LPE-Design – aber alle werden 6 MByte L3-Cache nutzen können. Die Unterschiede bei den jeweiligen Taktraten für die CPU-Kerne, aber auch die Grafikeinheit sind minimal, Leistungsunterschiede bei den fünf Core 5 und Core 7 wohl nur in der Theorie vorhanden – das zeigt die Erfahrung im Notebookbereich.
Die Besonderheit bei Wildcat Lake ist, dass auch die Xe-Cores in dem CPU-Tile auf die Intel-18A-Fertigung setzen, nur der IO-Die ist separat in TSMC N6 gefertigt. Bei Panther Lake gibt es stets einen separaten GPU-Tile, der mit 12 Xe-Cores von TSMC, der mit 4 Xe-Cores stammt von Intel. Für Intel Foundry ist der Chip wichtig, da man hiermit zeigen kann und muss, dass man bei hoher Ausbeute kostengünstig ein Produkt für die Masse in modernster Fertigung produzieren kann. Davon könnten zukünftige Aufträge externer Kundschaft abhängen.
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Für kleinere Zen-6-Epyc-CPUs: AMDs neuer Sockel SP8 besitzt 5.572 Kontaktflächen

AMDs nächste großen Zen-6-Epyc-Prozessoren der Familie Venice sitzen im neuen Sockel SP7. Darunter wird es wie üblich aber auch eine Nummer kleiner zugehen, der passende Sockel ist SP8. Die beiden neuen Sockel folgen dabei dem Muster der aktuell genutzten Sockel SP5 und SP6.
SP7 und SP8 ersetzen SP5 und SP6
Mehrere Einträge bei verschiedenen Ausrüstern offenbaren AMDs neuen Sockel SP8, wie InstLatX64 entdeckt hat.
Dieser wird demnach 5.572 Kontaktflächen nutzen, klar weniger als der Sockel SP7 mit 7.536 Kontaktflächen. Beide zusammen ersetzen Sockel SP5 mit 6.096 Kontakten und Sockel SP6 mit 4.844 Auflageflächen im LGA-Format.
Mehr Bandbreite dank MRDIMM
Laut bisherigen Gerüchten wird nur der neue Sockel SP7 16 Speicherkanäle unterstützen, der für Workstation-Aufgaben (Stichwort Threadripper) gedachte kleinere Sockel SP8 wird bei 8 Kanälen bleiben – schon deshalb braucht es viel weniger Pins.
In beiden Fällen wird aber aller Voraussicht nach eine viel höhere Speichergeschwindigkeit von bis zu 12.800 MT/s bei Nutzung von MRDIMM umgesetzt. Gegenüber dem aktuell genutzten Standard von maximal DDR5-6400 entspricht dies im Sockel SP8 einer Verdoppelung der Bandbreite, im Sockel SP7 gegenüber dem Sockel SP5 kommt noch mehr Bandbreite hinzu, da 16 statt 12 Speicherkanäle verfügbar sind.
Auch im Sockel SP8 mit Dual-Die
Auch die Epyc/Threadripper-Prozessoren im Sockel SP8 sollen dabei auf das Dual-IO-Die-Design setzen, das AMD zu Beginn des Jahres erstmals auf der Bühne gezeigt hat.
Im Sockel SP8 bedeutet das gemäß Gerüchten ebenfalls sehr viele zur Verfügung stehende PCIe-Lanes und mehr. AMD hatte zuletzt auch PCIe 6.0 als Standard für die neuen Server-Prozessoren bestätigt, zuvor hatten Gerüchte das schon benannt.
Traditionell sind die Gerüchte wenige Monate vor dem Start schon sehr genau, da viele dieser Chips bereits bei OEMs zur Qualifizierung im Einsatz sind. Erwartet wird die offizielle Vorstellung im Sommer dieses Jahres. Der Fokus liegt dann aber erst einmal auf den größten Venice-CPUs im Sockel SP7, um das AMD Helios Rack bestücken zu können, welches ab Q3/2026 ausgeliefert werden und AMD einen größeren Anteil am KI-Markt sichern soll.
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CB-Funk-Podcast #163: Fabian beim Beamen, DLSS MFG 6× und 50 Jahre Apple

Fabian ist zurück aus New York und berichtet im Podcast aus erster Hand, wie es sich angefühlt hat, „3D-Videotelefonie“ über HP Dimension mit Google Beam zu führen. Auch über seinen Abstecher zu Intels neuen Arc Pro „Big Battlemage“ gibt es etwas zu erzählen. Daheim in Berlin hat Wolfgang derweil Nvidia DLSS MFG 6× getestet.
CB-Funk: Die einhundertdreiundsechzigste Episode
Die großen Themen des dieswöchigen CB-Funk-Podcasts sind damit gesetzt. Im Anschluss zum DLSS-Update mit Dynamic MFG gibt es außerdem überraschend noch Auto Shader Compiling – ein neues Feature in der Nvidia App (Beta) und nicht alle nur für RTX-50-Grafikkarten.
Zum Ende heißt es: Happy Birthday, Apple! 50 Jahre wird der Konzern heute alt. Jan und Fabian blicken gemeinsam auf ihre Apple-Historie zurück, sinnieren über Flops, Enttäuschungen und „Skandale“. Wir wünschen viel Spaß beim Zuhören und freuen uns auf eure Kommentare!
Wir beantworten eure Fragen
Und wie üblich zur Erinnerung: Wir möchten im CB-Funk jede Woche einige Fragen beantworten, die zum Podcast, zur Redaktion oder unseren Themen passen. Gerne könnt ihr eure Fragen an podcast@computerbase.de richten oder aber uns hier im Forum oder auf Discord per Direktnachricht anschreiben – wir sind gespannt!
CB-Funk bei Spotify, Apple, Amazon und Deezer
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Übersicht zu den bisherigen Episoden
Eine Übersicht zu den bisherigen Podcast-Folgen und den entsprechenden Artikeln mit Kommentarbereich ist auf der Themenseite CB-Funk zu finden.
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