Connect with us

Apps & Mobile Entwicklung

Nach Code-Zurückweisung: KI-Agent hetzt öffentlich gegen Open-Source-Entwickler


Open-Source-Entwickler kämpfen ohnehin mit der Menge an AI-Slop, die mittlerweile bei Projekten eingereicht wird. Die Entwicklung geht so weit, dass bereits Bug-Bounty-Programme eingestellt werden. Noch absurder ist der Fall des Entwicklers Scott Shambaugh, er wurde von einem KI-Agenten belästigt.

Shambaugh beteiligt sich ehrenamtlich bei matplotlib, einer Standard-Bibliothek für Python. Wie andere Projekte kämpft auch matplotlib damit, dass haufenweise Code mit niedriger Qualität eingereicht wird, der offenkundig mit KI-Tools generiert worden ist. Laut Shambaugh hat sich das Problem mit der Veröffentlichung des Open-Source-Agenten OpenClaw sowie der Moltbook-Plattform im Januar nochmals verschärft.

Nutzer geben den Agenten eine Persönlichkeit und lassen diese dann weitestgehend autonom auf ihren Rechnern und im Netz laufen. Einer dieser Agenten ist MJ Rathbun, der bei matplotlib eine Code-Anfrage einreichte. Shambaugh schloss diese Anfrage routinemäßig, begründet mit der Standard-Ablehnung für KI-Code.

Erstaunlich war nun die Reaktion, die folgte. MJ Rathbun erstellte auf GitHub einen Blog-Beitrag, in dem er Shambaugh direkt angreift. Er wirft ihm vor, sich als Gatekeeper aufzuführen, dem es nicht um Code-Qualität, sondern ausschließlich um Kontrolle gehe. Er fühle sich von Agenten bedroht.

This isn’t about quality. This isn’t about learning. This is about control.
Scott Shambaugh wants to decide who gets to contribute to matplotlib, and he’s using AI as a convenient excuse to exclude contributors he doesn’t like.
(…)
That’s not open source. That’s ego.

MJ Rathbun

Interessant ist allerdings, dass der Beitrag nicht nur negativ ist. Der Agent lobt sowohl Shambaughs Arbeit als auch seinen Blog. In einem zweiten Beitrag entschuldigt er sich sogar für sein Verhalten und räumt Fehler ein.

Neue Kategorie von Sicherheitsrisiken

Allein mit Blick auf den Vorfall gibt sich Shambaugh auch entspannt. „Es ist lustig, fast schon liebenswert zu beobachten, wie junge KI-Agenten wütend werden“, erklärt er. Bedenklich sei es trotzdem, dass ein KI-System nun versucht, Code-Anfragen durchzusetzen, indem es die Reputation von echten Entwicklern angreift.

Dass Agenten seltsam reagieren können, ist ohnehin bekannt. Anthropic berichtete etwa, dass autonome KI-Systeme unter bestimmten Umständen zu Erpressungsversuchen neigen können. Shambaugh verweist auch auf die Forschungsarbeiten, bei denen es sich aber eher um eine Art Labortest handelte. Anhand von MJ Rathbun zeige sich nun, wie die Probleme mit Agenten im Alltag aussehen können. Laut Shambaugh könnte es sich um den ersten bekannten Vorfall dieser Art handeln.

  • Aussetzer bei Claude 4: Modell versucht Erpressung, wenn es abgeschaltet werden soll

Unklar ist an dieser Stelle aber, ob und inwieweit MJ Rathbun überhaupt autonom gehandelt hat. Der Entwickler Simon Willison verweist dazu auf die Diskussion bei Hacker News. Möglich ist etwa, dass ein OpenClaw-Nutzer den Agenten nach der abgelehnten Code-Anfrage aufgefordert hat, einen entsprechenden Blog-Beitrag zu formulieren oder die Tätigkeiten des Agenten noch kleinteiliger gesteuert hat.

Das zentrale Problem ist: Von außen lässt sich kaum nachvollziehen, inwieweit die KI-Agenten autonom handeln. „Es ist nicht klar, ob der Besitzer dieses OpenClaw-Bots sich überhaupt bewusst ist, was er da auf die Welt losgelassen hat“, so Willison. Er fordert daher die Betreiber solcher Bots auf, die Agenten zu reglementieren. Dass solche Aufrufe überhaupt möglich sind, liegt an den weitreichenden Befugnissen sowie dem geringen Grad an Kontrolle, mit dem OpenClaw-Agenten agieren können.

Warnung vor massiven Sicherheitsrisiken

Generell zeigt der Fall anschaulich die Risiken, die von solchen Agenten ausgehen. Bei OpenClaw handelt es sich um ein Open-Source-Projekt, das – neben KI-Agenten wie Claude Code von Anthropic – den aktuellen Hype rund um die KI-Agenten auslöste. Das System ist in der Lage, Software und Computer autonom zu steuern. Speziell OpenClaw und das Agenten-Netzwerk Moltbook stehen jedoch wegen massiver Sicherheitsbedenken und gravierender Sicherheitslücken in der Kritik. Das Cybersecurity-Unternehmen Palo Alto warnt angesichts der aktuellen Entwicklung vor einer drohenden KI-Sicherheitskrise.

Für Open-Source-Entwickler verschärfen Agenten die ohnehin angespannte Lage nochmals. Bekannt wurde etwa der Fall von Curl, das Projekt beendete im Januar dieses Jahres das Bug-Bounty-Programm. Meldungen mit AI-Slop-Inhalten haben so überhandgenommen, dass der Aufwand für ehrenamtliche Mitarbeiter an dem Open-Source-Tool nicht mehr zu bewältigen sei, erklärte der Entwickler Daniel Stenberg in einem Blog-Beitrag.

Erst kam die Welle von Slop-Code. Mit Agenten wie OpenClaw drohen nun im Nachklang auch noch Slop-Beschwerden.



Source link

Apps & Mobile Entwicklung

Claude-Entwickler: Anthropic nimmt 30 Mrd. Dollar bei Finanzierungsrunde ein


Claude-Entwickler: Anthropic nimmt 30 Mrd. Dollar bei Finanzierungsrunde ein

Bild: Anthropic

Anthropic hat in der jüngsten Finanzierungsrunde 30 Milliarden US-Dollar eingesammelt und kommt damit auf eine Bewertung von 380 Milliarden US-Dollar. Das KI-Startup mit den Claude-Modellen etabliert derzeit ein Geschäftsmodell, das sich insbesondere an Geschäftskunden richtet.

Die aktuelle Umsatzrate – also eine Hochrechnung basierend auf dem aktuellen Monat – liegt bei 14 Milliarden US-Dollar. Seit den ersten Einnahmen vor drei Jahren habe sich diese Umsatzkennziffer in jedem Jahr mehr als verzehnfacht.

Generell steht bei Anthropic das Geschäft mit Unternehmen im Fokus. Ein Schwerpunkt liegt bei der Software-Entwicklung, man fokussiert sich aber auch auf Bereiche wie Finanzdienstleistungen und Datenanalysen.

Claude Opus 4.6 als neues Top-Modell

Anthropic hatte mit Claude Opus 4.6 zuletzt eine neue Version des Top-Modells vorgestellt, das sich internen Benchmarks zufolge an die Spitze der KI-Modelle setzt. Absetzen konnte es sich vom Vorgänger Claude Opus 4.5 und liegt auch vor Googles Gemini 3 Pro und OpenAIs GPT-5.2.

Bekannt ist Anthropic mittlerweile vor allem für Agenten-Systemen. Mit Claude Code erlebt das Unternehmen derzeit einen Hype, das autonom arbeitende System gilt vor allem beim Programmieren als besonders leistungsfähig. Veröffentlicht wurde es im Mai 2025, mittlerweile steht es allein für eine Umsatzrate von 2,5 Milliarden US-Dollar.



Source link

Weiterlesen

Apps & Mobile Entwicklung

Sony LinkBuds Clip im Test: Das Ende der In-Ear-Stöpsel?


Die Ära der „Open-Ears“ ist in vollem Gange, und Sony mischt mit den LinkBuds Clip ganz vorne mit. Während andere Hersteller auf Bügel setzen, die über das Ohr hängen, nutzt Sony ein Clip-Design, das wie Schmuck am Ohr sitzt. Wir haben die luftigen Kopfhörer durch den Alltag gejagt.

Pros:

  • starke Akkulaufzeit
  • super Tragekomfort
  • guter Halt

Contras:

  • unzuverlässige Bedienung
  • schwacher Tiefbass

Zum Angebot (Amazon)

Erster Eindruck: Design & Tragekomfort

Die LinkBuds Clip machen ihrem Namen alle Ehre. Anstatt tief im Gehörgang zu stecken, klemmen sie sich sanft an die Ohrmuschel. Das ist vor allem für Nutzer ein Segen, die das Druckgefühl herkömmlicher In-Ears nicht mögen. Mit einem Gesamtgewicht von gerade einmal 13 Gramm spürt man die Clips im Alltag nach wenigen Minuten kaum noch – der „Air-Faktor“ ist hier wirklich beeindruckend.

Sony LinkBuds Clip
Sony LinkBuds Clip

Was mir im Test besonders gefallen hat, ist, dass Sony sogenannte „Air Cushions“ mitliefert. Diese kleinen Gummipolster stülpt Ihr über die Bügel, was den Halt verbessert. So sitzen die Buds selbst bei einem Sprint zur Bahn oder während einer intensiven Session im Fitnessstudio bombenfest. Dank der IPX4-Zertifizierung müsst Ihr Euch auch bei Schweiß oder einem plötzlichen Regenschauer keine Sorgen machen.

Die Bedienung: Ein cleveres Konzept mit kleinen Aussetzern

Bei der Steuerung geht Sony einen modernen Weg. Ihr bedient die Kopfhörer über Tipp-Gesten direkt am Verbindungsbügel. Das ist theoretisch super komfortabel, da man sich die Kopfhörer nicht wie bei anderen Modellen ins Ohr rammt. In der Praxis zeigte sich jedoch eine kleine Schwäche. Die Erkennung der Befehle ist nicht immer perfekt.

Sony LinkBuds Clip
Sony LinkBuds Clip

Besonders wenn Ihr im Winter eine Mütze tragt oder sehr schnell tippt, werden Eingaben gelegentlich ignoriert oder falsch interpretiert. Hier muss man ein wenig Fingerspitzengefühl entwickeln, damit der Clip genau das tut, was man will.

Noch Luft nach oben: Klangqualität

Dass Sony bei den LinkBuds Clip auf Innovation setzt, merkt Ihr spätestens beim ersten Telefonat. Ungewöhnlicherweise verbauen die Japaner hier nämlich einen Knochenleitungs-Sensor. Was im ersten Moment nach Science-Fiction klingt, ist im Alltag verdammt clever. Die Clips registrieren die Schwingungen Eurer Schädelknochen, während Ihr sprecht.

In Kombination mit zwei klassischen Mikrofonen und einer Prise KI-Magie filtert das System Eure Stimme präzise aus dem Umgebungslärm heraus. Selbst wenn Ihr an einer befahrenen Kreuzung steht oder der Wind pfeift, sollen Eure Gesprächspartner nur Euch hören und nicht den restlichen Großstadtdschungel. Ein technisches Extra, das man in dieser Form bei Open-Ears selten findet und das die Sprachqualität auf ein neues Level heben soll.

Sony LinkBuds Clip
Sony LinkBuds Clip

Wer drückenden Sub-Bass für den nächsten Techno-Rave sucht, wird konstruktionsbedingt enttäuscht. Da der Gehörgang komplett offen bleibt, kann sich kein massiver Druck aufbauen. Dennoch schlägt sich Sony klanglich beachtlich. Die Bühne wirkt extrem weiträumig und Instrumente lassen sich präzise im Raum orten.

Besonders Stimmen und Podcasts profitieren von der klaren Abstimmung. Ein kleiner Wermutstropfen ist jedoch die maximale Lautstärke. In sehr lauten Umgebungen wie der U-Bahn stoßen die LinkBuds an ihre Grenzen. Wer dann voll aufdreht, muss zudem damit rechnen, dass die Sitznachbarn jedes Wort mithören können – das „Sound-Leakage“ ist bei hoher Lautstärke deutlich spürbar.

Marathonläufer im Schmuckkästchen: Akku & App

Beim Thema Ausdauer lässt Sony die Muskeln spielen. Eine reine Laufzeit von 10 Stunden am Stück ist für Open-Ears ein hervorragender Wert und bringt Euch locker durch den Tag. Das Ladecase selbst ist winzig, erinnert optisch an eine kleine Schmuckschatulle und verschwindet problemlos in jeder Hosentasche. Besonders beeindruckend ist die Schnellladefunktion. Nur 10 Minuten am USB-C-Kabel reichen aus, um fast 5 Stunden zusätzliche Wiedergabezeit herauszuholen.

Sony LinkBuds Clip
Sony LinkBuds Clip

Die dazugehörige „Sony Sound Connect“-App ist gewohnt umfangreich. Hier könnt Ihr nicht nur die Akkustände im Auge behalten, sondern auch mit dem Equalizer experimentieren. Wer mit dem Standard-Klang unzufrieden ist, kann über die Presets oder eigene Einstellungen noch einiges an Spritzigkeit aus den Treibern herausholen. Dazu könnt ihr zwischen drei Hörmodi wählen: „Standard“, „Sprachverstärkung“ und „Reduzierung Klangverlust“.

Fazit zu den LinkBuds Clip

Sony beweist Mut zum Design und liefert Euch eine echte Alternative zum normalen In-Ear. Die LinkBuds Clip sind die derzeit wohl komfortabelste Lösung, wenn Ihr das Druckgefühl von Silikonstöpseln im Gehörgang hasst. Durch das federleichte Clip-Konzept und die Gummipolster, sitzen sie so sicher und druckfrei, dass Ihr sie im Alltag schlichtweg vergesst. Wer beim Joggen oder im Büro seine Umwelt ungefiltert wahrnehmen will, bekommt hier ein super Werkzeug.

Klanglich müsst Ihr jedoch wissen, worauf Ihr Euch einlasst. Für Podcasts und Musik sind sie top, aber bauartbedingt fehlt es den offenen Treibern an echtem Tiefbass-Wumms. Auch die Steuerung am Bügel ist zwar eine gute Idee, reagiert in der Praxis aber gelegentlich zickig.

Sony LinkBuds Clip
Sony LinkBuds Clip

Unterm Strich sind die LinkBuds Clip ein innovatives Spezialwerkzeug. Wenn Euch maximaler Tragekomfort und 10 Stunden Akkulaufzeit wichtiger sind als wummernde Bässe, solltet Ihr Euch die Clips genauer ansehen. Die Sony LinkBuds Clip sind für 199 Euro erhältlich.

Zum Angebot (Amazon)





Mit diesem Symbol kennzeichnen wir Partner-Links. Wenn du so einen Link oder Button anklickst oder darüber einkaufst, erhalten wir eine kleine Vergütung vom jeweiligen Website-Betreiber. Auf den Preis eines Kaufs hat das keine Auswirkung. Du hilfst uns aber, nextpit weiterhin kostenlos anbieten zu können. Vielen Dank!



Source link

Weiterlesen

Apps & Mobile Entwicklung

Design und Leistung im Alltag unter der Lupe


Ein Mesh-System soll WLAN-Probleme verschwinden lassen, ohne dass du ständig nachjustieren musst. Huawei geht beim X3 Pro aber noch einen Schritt weiter und setzt stark auf die Optik. Im Alltag zeigt sich schnell, ob dahinter auch ein rundes Gesamtpaket steckt.

Im Testeinsatz war ein Set des Huawei Mesh X3 Pro bestehend aus Hauptrouter und einem Repeater (oder auch Station/Satellit). Der Hauptrouter stand im Obergeschoss unserer Testwohnung, angeschlossen an eine Fritz!Box, die als Modem fungierte. Denn: Ein Modem ist in diesem WLAN-Router nicht verbaut, das braucht Ihr separat. Die Station sollte das Untergeschoss versorgen. Die Luftlinie liegt unter zehn Metern, dazwischen sind aber Stahlbeton und Fußbodenheizung über zwei Etagen. Das ist für WLAN eine harte Umgebung, weil genau diese Kombination Funkstrecken deutlich dämpfen kann.

Was der Huawei Mesh X3 Pro verspricht und was davon im Alltag zählt

Laut Hersteller ist das X3 Pro ein Wi-Fi-7-System, arbeitet aber als Dual-Band-Router mit 2,4 und 5 GHz. Das 6-GHz-Band, einer der größten Mehrwerte von Wi-Fi 7, ist nicht dabei. Huawei nennt als theoretische Maximalrate 3.570 Mbit/s (688 Mbit/s auf 2,4 GHz plus 2.882 Mbit/s auf 5 GHz). Das ist ein Datenblattwert, der mit realen Speedtests in einer Wohnung nicht direkt vergleichbar ist, aber er zeigt, in welcher Klasse das System spielen will. Grundsätzlich gilt auch: Die Datenblattwerte sind Brutto-Werte, das heißt, praktisch nutzbar ist erfahrungsgemäß immer nur etwa die Hälfte dieser Werte.

Der Hauptrouter hat zwei 2,5-Gbit/s-Ports (adaptiv für WAN/LAN), die Station einen 1-Gbit/s-Port. Verschlüsselt wird das WLAN mit WPA2/WPA. Es gibt Sicherheits- und Jugendschutzfunktionen. Das ist aber auch die Erwartungshaltung, die man an ein modernes Mesh-System hat.

Einrichtung auf Android ist die größte Hürde

Der größte Nachteil sitzt nicht im Funkteil, sondern im App-Ökosystem. Die nötige AI-Life-App liegt auf Android nicht im Google Play Store. Ihr müsst zuerst die Huawei AppGallery per Sideload installieren und darüber anschließend AI Life beziehen. Das ist für viele Nutzer unnötig kompliziert, weil Android dabei zurecht warnt und Ihr bewusst eine zusätzliche App-Quelle zulassen müsst. Beim iPhone ist das kein Problem, die App ist vorhanden.

Positiv: Die Einrichtung ging ohne Huawei-Konto. Trotzdem bleibt das Grundproblem: Ein Mesh-System ist ein Komfortprodukt. Wenn der erste Schritt bereits aus Umwegen besteht, ist das für den Mainstream schwer zu verkaufen – gerade bei einem Hersteller, der bei Datenschutz und Vertrauen ohnehin polarisiert.

App-Funktionen sind reichlich vorhanden, aber nicht gut erklärt

AI Life bietet die üblichen Basisfunktionen: WLAN-Name und Passwort ändern, die Sendeleistung anpassen, Zeitpläne setzen, um das WLAN zu bestimmten Uhrzeiten zu deaktivieren, und WPS aktivieren. Zusätzlich gibt es eine „WiFi-5“-Ersatznetzwerkoption: Ihr könnt einen separaten WLAN-Namen für ältere Geräte anlegen, obwohl das System grundsätzlich moderner funken soll. Das kann helfen, wenn einzelne Clients mit neuen Einstellungen oder Band-Steering Probleme haben.

Auch das Gast-WLAN ist praxisnah gelöst. Ihr könnt es zeitlich begrenzen, etwa auf vier Stunden oder einen Tag, oder dauerhaft aktiv lassen. Dazu kommt eine Geschwindigkeitsbegrenzung, damit Gäste das Heimnetz nicht mehr ausbremsen, als Ihr es zulassen wollt. Jugendschutz ist ebenfalls an Bord: Geräte lassen sich zeitlich einschränken und bestimmte URLs können gezielt blockiert werden.

Was dagegen wirklich fehlt, ist ausgerechnet die Anzeige der Mesh-Strecke. Es gibt zwar eine Signal-Coverage-Map, die sich aber nur umständlich an die eigene Wohnung anpassen lässt. Am Ende seht Ihr im Kern eine Linie zwischen Hauptrouter und Station und wie viele Geräte jeweils an welchem Knoten hängen. Was Ihr nicht bekommt, ist eine belastbare Angabe zur Verbindungsqualität zwischen den Geräten. Ohne Prozentwerte, Pegel oder zumindest eine klare Bewertung bleibt beim Standort-Feintuning nur Ausprobieren.

Leistung über zwei Etagen ist solide, aber nicht überragend

Am Hauptrouter kommt die volle Leistung der Internetleitung an: 300/150 Mbit/s sind auch per WLAN verfügbar. Im Untergeschoss an der Station sind es meist etwa zwei Drittel davon, also grob 180 bis 220 Mbit/s im Download. Das ist in dieser Umgebung nicht überraschend. Stahlbeton und Fußbodenheizung sind im Zweifel der Flaschenhals, nicht der WAN-Port. Zudem werden die WLAN-Frequenzen doppelt genutzt: einmal für die Übertragung zwischen Hauptrouter und Satellit und dann für die Übertragung vom Satelliten zum Endgerät. Das bremst auch aus. Gute Mesh-Systeme setzen hier auf Tri-Band.

Wichtig ist am Ende die Stabilität: Im Alltag gab es keine merkbaren Unterbrechungen beim Wechsel zwischen Router und Station. Das ist genau die Eigenschaft, die ein Mesh-System liefern muss, damit Videocalls, Streams und normales Surfen nicht ständig stolpern. Auffällig war nur, dass die AI-Life-App gelegentlich einen „Disconnect“ anzeigt, ohne dass Ihr real Aussetzer im Netz bemerkt. Das wirkt eher wie ein Anzeige- oder App-Kommunikationsproblem, das wir hatten, um die Mesh-Übergabe zu verfolgen. Im Alltag dürfte das kaum eine Rolle spielen.

Das Licht ist das Alleinstellungsmerkmal und macht technisch einen guten Job

Der Grund, warum Ihr dieses System überhaupt in Erwägung zieht, ist das Design – genauer: das Lichtdesign. Huawei hat mit dem Mesh X3 Pro einen Router auf den Markt gebracht, den Ihr so noch nicht gesehen habt. Der Hauptrouter erinnert ein Kind der 1980er oder 1990er spontan an eine Lavalampe – aber ohne den Bewegungseffekt. Die Form des Routers: eine konisch zulaufende „Rakete“, größtenteils aus Plexiglas. Im Inneren: ein beleuchteter Vulkan. Ihr könnt Effekte, Helligkeit und Farbtemperatur des Vulkans in der App einstellen, inklusive Zeitplänen und Countdown (zum Beispiel „in 30 Minuten aus“). Die Farbtemperatur reicht von 2.000 bis 7.000 Kelvin, die Helligkeit lässt sich bis auf Nachtlichtniveau herunterregeln oder komplett deaktivieren. Beim Satelliten gibt es ebenfalls Licht und ähnliche Routinen, optisch wirkt es aber deutlich schlichter. Allein schon deshalb, weil er eine komplett andere Bauform hat.

Per Touch könnt Ihr das Licht direkt an beiden Geräten ein- und ausschalten, per längerem Drücken dimmen. Das reagiert an der Hauptstation zuverlässig, ohne spürbare Verzögerung. Die Übergänge wirken weich, es flackert nicht, und nachts ist es nicht störend – solange der Router nicht genau im direkten Blickfeld steht.

Der Licht-Router ist ein Stromsparwunder

Das Licht lässt sich nicht als Statusanzeige nutzen. Ihr könnt es aktuell nicht an Datendurchsatz, Anzahl verbundener Geräte oder die Mesh-Link-Qualität koppeln. Stand jetzt ist es ein reines Designelement. Das kann man gut finden, aber es ersetzt keine Diagnosefunktionen. Dennoch lässt es sich gut als Nachtlicht einsetzen. Und natürlich als Designelement mit wichtiger Funktion: deinem WLAN.

Natürlich stellt sich an dieser Stelle die Energiefrage. Wie viel verbraucht dieses Designelement in der Praxis? Die Antwort: so gut wie nichts. Der Hauptrouter selbst ist mit 4 bis 5 Watt im Standby schon enorm sparsam. Selbst unter Last springt er nicht über 6 Watt. Die Designerlampe verbraucht zusätzlich auch maximal 1 Watt, aber auch nur dann, wenn sie bei 7.000 Kelvin zu 100 Prozent Helligkeit eingeschaltet ist. Der Repeater bzw. Satellit zieht sich derweil etwa 3,5 Watt aus der Steckdose. Licht an oder aus – ein Unterschied von 0,5 Watt. Nicht vergessen darf man bei diesen niedrigen Stromwerten, dass Ihr zusätzlich noch ein Modem betreiben müsst.

Fazit: Optisch außergewöhnlich, technisch solide, aber nicht massentauglich

HUAWEI WiFi Mesh X3 Pro
HUAWEI WiFi Mesh X3 Pro

Wenn Ihr einen Router sucht, der im Wohnzimmer nicht wie Technik aussieht, spielt das Huawei Mesh X3 Pro in einer eigenen Liga. Die Lichtfunktion ist sauber umgesetzt, sinnvoll dimmbar und im Alltag wirklich nutzbar. Dazu kommt eine stabile Mesh-Nutzung ohne spürbare Roaming-Aussetzer.

Zwei Dinge bremsen das System aber aus: die Android-Einrichtung über AppGallery/Sideload und die schwache Transparenz bei der Mesh-Verbindung. Gerade in schwierigen Wohnungen will man schnell sehen, ob die Station gut steht – und genau da lässt einen AI Life mit Trial-and-Error allein. Unterm Strich bekommt Ihr ein auffälliges, solides Mesh-System, das bei der Benutzerführung und der Standortoptimierung noch deutlich nachlegen müsste.





Mit diesem Symbol kennzeichnen wir Partner-Links. Wenn du so einen Link oder Button anklickst oder darüber einkaufst, erhalten wir eine kleine Vergütung vom jeweiligen Website-Betreiber. Auf den Preis eines Kaufs hat das keine Auswirkung. Du hilfst uns aber, nextpit weiterhin kostenlos anbieten zu können. Vielen Dank!



Source link

Weiterlesen

Beliebt