Künstliche Intelligenz
Post zum Freitag: (sourveräne) Rechenzentren, Senioren-Smart-Home, Android-Tipps
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
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überall begegnen mir Nachrichten über neue Rechenzentrumsprojekte, in aller Regel gemessen in Megawatt statt in Megaflops. Das hat mich zunächst gewundert, denn eigentlich kaufen wir Server doch wegen ihrer Rechenleistung. Mein Kollege Christof Windeck erklärt in seinem Hintergrundartikel sehr anschaulich, warum die Angabe der elektrischen Anschlussleistung tatsächlich die ehrlichere Kennzahl ist. Über die 20- bis 30-jährige Lebensdauer eines Rechenzentrums kann sich die darin verbaute Rechenleistung locker verdreißigfachen, während Stromversorgung und Kühlung weitgehend gleich bleiben – ganz abgesehen davon, dass viele Herstellerangaben zur theoretischen Spitzenleistung ohnehin mit Vorsicht zu genießen sind.
Wo ich gerade bei großen Infrastrukturen bin: Rund 70 Prozent des europäischen Cloud-Markts liegen in den Händen US-amerikanischer Anbieter, die dem US Cloud Act unterliegen – auch wenn ihre Server in Frankfurt am Main stehen. Unser Hintergrundartikel zeigt, wie sich moderne KI-Funktionen auf europäischer Infrastruktur betreiben lassen, ohne dabei die digitale Souveränität an der Garderobe abzugeben. Von Hetzner über Mistral AI bis BunnyCDN gibt es inzwischen ein vollständiges Ökosystem – und nebenbei lassen sich beachtliche Kosten sparen.
Wer seinen Speicher dann selbst in der Hand behalten möchte, dem empfehle ich einen ausführlichen Praxisartikel zu CephFS, dem lange unterschätzten Dateisystem-Bruder von RBD und RADOS Gateway. Er beleuchtet, wie sich CephFS heute produktiv betreiben und sinnvoll skalieren lässt. Mit ausgereifter MDS-Architektur, zuverlässigem Failover und Techniken wie Subtree Partitioning oder Pinning ist CephFS endgültig dem Experimentierstatus entwachsen.
Vom Rechenzentrum geht es eine Etage kleiner – ins Wohnzimmer. Vielleicht kennen Sie das von Ihren Eltern oder Großeltern: Das Telefon wird überhört, die Türklingel ignoriert, und die Frage, ob der Herd wirklich aus ist, hält sie nachts wach. Unser Bauprojekt „hOma“ stellt eine Schaltzentrale vor, die genau hier helfen soll. Mit einem XIAO ESP32C6, fünf NeoPixel-LEDs und ein paar Tastern entsteht eine unauffällige Wanddekoration, die wichtige Ereignisse im Smart Home visuell meldet und per Knopfdruck quittiert werden kann – ganz ohne Handy oder Tablet. Ein wunderbares Wochenendprojekt für 20 bis 30 Euro.
Ich möchte noch kurz beim Thema „mehr aus dem Gerät herausholen“ bleiben: Android ist im Vergleich zu iOS noch angenehm offen, doch Google zieht die Leitplanken beim Rechtemanagement immer enger. Unser Ratgeber beschreibt, wie sich mit dem Werkzeug Shizuku Apps mit erhöhten Rechten ausführen und lästige Bloatware entfernen lassen. Damit funktionieren auch Automatisierungen und Cache-Bereinigungen wieder, die Google längst eingebremst hat.
Wenn Sie das Smartphone ohnehin schon in der Hand haben, dann nutzen Sie es doch gleich als Schnittstudio: In einem Vergleichstest treten sechs Videoschnitt-Apps für Android und iOS gegeneinander an. Von CapCut über InShot bis zu Adobe Premiere Mobile zeigen wir, welche App sich für Kurzvideos, welche für anspruchsvollen Schnitt und welche für die intuitive Bedienung eignet – und welche KI-Funktionen wirklich etwas taugen.
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Zum Schluss möchte ich Sie noch zu einer Testfahrt einladen. BMW hat mit der „Neuen Klasse“ ein großes Versprechen abgegeben, und mein Kollege Martin Franz hat sich den iX3 50 genauer angeschaut. Sein Fazit: ein harmonisches Fahrverhalten, große Reichweite und schnelles Laden treffen auf einen stolzen Preis und eine recht freche Aufpreispolitik. Wer die Wahl zwischen den Varianten 40 und 50 hat, sollte den Testbericht unbedingt vor dem Konfigurator öffnen.
Genießen Sie Ihr Wochenende mit einer hoffentlich spannenden Lektüre,
Ihr
Volker Zota
Chefredakteur heise medien
(vza)
Künstliche Intelligenz
Elektroautos: Was die GEIG-Novelle in der Ladeinfrastruktur verändert
Kurz vor der Sommerpause des Bundestages hat die Regierung eine Neufassung des Gebäudeenergiegesetzes und des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes (GEIG) durch Bundestag und Bundesrat gebracht. Teil der Neuregelung sind Vorgaben für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Es unterscheidet dabei zwischen Wohn- und Nichtwohn-Gebäuden, Bestand, Neubau und Sanierung.
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Neue Nichtwohn-Gebäude
In einem Neubau mit mehr als fünf Stellplätzen, beispielsweise einem Parkhaus, sollen künftig mindestens 50 Prozent vorverkabelt und die restlichen Stellplätze mit Leitungsinfrastruktur versehen werden. Außerdem soll es wenigstens einen Ladepunkt je fünf Stellplätze geben. Für neue Nichtwohn-Gebäude, in denen vor allem Verwaltungs-, Kommunikations- und Organisationsaufgaben erledigt werden, gelten strengere Vorgaben.
Wenn die Stellplätze in Neubauten öffentlich zugänglich sind, kann der Eigentümer auch öffentlich zugängliche Ladepunkte schaffen, deren Ladeleistung insgesamt mindestens dem Produkt aus der Anzahl der öffentlich zugänglichen Stellplätze und einer Ladeleistung von 2,2 kW entspricht. Bei zehn Parkplätzen wären das also ein 22-kW-Ladepunkt oder eben zwei 11-kW-Ladepunkte.
Nichtwohn-Gebäude im Bestand
Auch im Bestand ändert sich für die Besitzer etwas, und das sogar recht kurzfristig. Sofern mehr als 20 Stellplätze vorhanden sind, müssen ab dem 1. Januar 2027 mindestens 50 Prozent der Stellplätze mit Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität ausgestattet werden. Alternativ kann auch wenigstens jeder zehnte Stellplatz mit einem Ladepunkt versehen werden.
Ähnlich wie beim Neubau kann der Eigentümer auch im Bestand öffentliche Ladepunkte schaffen. Die Vorgaben an die Ladeleistung sind dann weniger streng: Anzahl der Ladepunkte mal 1,1 kW Ladeleistung. Bei zehn Stellplätzen reicht also ein 11-kW-Ladepunkt, um die Pflichtvorgaben zu erfüllen.
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Renovierung und Neubau
Wer in größerem Umfang renoviert, muss dabei künftig ebenfalls Lademöglichkeiten für Elektroautos berücksichtigen. Das betrifft Nichtwohn-Gebäude mit mehr als fünf Stellplätzen und Wohngebäude mit mehr als drei Parkplätzen. In beiden Fällen müssen wenigstens die Hälfte der Stellplätze mit Vorverkabelung und die übrigen mit Leitungsinfrastruktur ausgestattet werden. Außerdem muss ab dieser Anzahl von Stellplätzen mindestens ein Ladepunkt geschaffen werden.
Mehr zum Thema Elektromobilität
(mfz)
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Neu in .NET 10.0 [31]: Mehr Kontrolle beim Zertifikatsexport
Eine Neuerung in .NET 10.0 ist die Methode ExportPkcs12() zum Zertifikatsexport mit AES-Verschlüsselung und Hashing via SHA-2-256:
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byte[] pfxData = cert.ExportPkcs12(Pkcs12ExportPbeParameters.Pbes2Aes256Sha256, password);

Dr. Holger Schwichtenberg ist technischer Leiter des Expertennetzwerks www.IT-Visions.de, das mit 53 renommierten Experten zahlreiche mittlere und große Unternehmen durch Beratungen und Schulungen sowie bei der Softwareentwicklung unterstützt. Durch seine Auftritte auf zahlreichen nationalen und internationalen Fachkonferenzen sowie mehr als 90 Fachbücher und mehr als 1500 Fachartikel gehört Holger Schwichtenberg zu den bekanntesten Experten für .NET und Webtechniken in Deutschland.
Die bisherige Methode Export() verwendet noch veraltete Algorithmen (3DES-Verschlüsselung und SHA1-Hashing). Die alten Verfahren (3DES / SHA1) aus Export() sind allerdings ebenfalls über die neue Methode möglich, wenn man es wirklich will:
byte[] pfxData = cert.ExportPkcs12(Pkcs12ExportPbeParameters.Pkcs12TripleDesSha1, password);
Folgender Code zeigt ein Beispiel zum Erstellen und Exportieren eines Zertifikats:
public void Run()
{
CUI.Demo(nameof(FCL10_Certificates));
string certPath = @"c:\temp\meinZertifikat.pfx";
string password = "meinSehrGeheimesPasswort"; // Passwort zum Schutz des Zertifikats
// Selbstsigniertes Zertifikat erstellen
using (var rsa = RSA.Create(2048))
{
var request = new CertificateRequest(
"CN=TestZertifikat",
rsa,
HashAlgorithmName.SHA256,
RSASignaturePadding.Pkcs1);
// Zertifikat für 1 Jahr gültig machen
var cert = request.CreateSelfSigned(
DateTimeOffset.Now,
DateTimeOffset.Now.AddYears(1));
// ALT: Zertifikat mit 3DES-Verschlüsselung und SHA1-Hashing exportieren
// byte[] pfxData = cert.Export(X509ContentType.Pkcs12, password);
// NEU: Zertifikat als AES mit SHA-2-256 exportieren
byte[] pfxData = cert.ExportPkcs12(Pkcs12ExportPbeParameters.Pbes2Aes256Sha256, password);
// NEUE Methode, aber alte Sicherheitsverfahren: 3DES mit SHA-1
// byte[] pfxData = cert.ExportPkcs12(Pkcs12ExportPbeParameters.Pkcs12TripleDesSha1, password);
// PFX-Datei speichern
File.WriteAllBytes(certPath, pfxData);
Console.WriteLine($"Test-Zertifikat erstellt und gespeichert unter: {certPath}");
}
if (!File.Exists(certPath))
{
Console.WriteLine($"Datei nicht gefunden: {certPath}");
}
else
{
// Zertifikat laden
X509Certificate2 cert2 = X509CertificateLoader.LoadPkcs12FromFile(certPath, password);
Console.WriteLine($"Zertifikat geladen von {certPath}:");
Console.WriteLine($"IssuerName: {cert2.IssuerName.Name}");
Console.WriteLine($"Signaturalgorithmus (Hashing): {cert2.SignatureAlgorithm.FriendlyName}");
Console.WriteLine($"Öffentlicher Schlüsselalgorithmus: {cert2.PublicKey.Oid.FriendlyName}");
Console.WriteLine($"Key-Algorithmus OID: {cert2.GetKeyAlgorithm()}");
// Ob für ein Zertifikat-Export (z. B. .pfx/PKCS#12) AES verwendet wurde, steht nicht im Zertifikat selbst, sondern betrifft die Verschlüsselung der Containerdatei. Das Zertifikat enthält nur Infos zu Signatur- und Schlüsselalgorithmus (z. B. RSA, SHA256).
}
}

Der Beispielcode erzeugt diese Ausgabe (Abb. 1).
(Bild: King / stock.adobe.com)

Das ist neu in .NET 11.0: Dr. Holger Schwichtenberg und weitere Experten präsentieren am 17. November 2026 auf der Online-Konferenz betterCode() .NET 11.0 die Änderungen für Entwicklerinnen und Entwickler. Tickets zum Frühbucherpreis sind im Online-Shop verfügbar.
(rme)
Künstliche Intelligenz
Graustufen-Bild vom Jupiter: Wie ein Mann mit einem Gameboy Sterne fotografiert
Aufnahmen von Jupiter sind keine Seltenheit. Sowohl Amateur- als auch Profi-Astronomen haben in der Vergangenheit schon unzählige beeindruckende Fotos von dem Planeten gemacht. Trotzdem ist es dem Musiker und Retro-Tech-Fan Chris Graue Ende Juni gelungen, mit seiner Aufnahme für Aufsehen zu sorgen: Er hat den größten Planeten unseres Sonnensystems nämlich nicht etwa mit einer High-Tech-Kamera fotografiert – sondern mit einem Gameboy. In einem Video hat er jetzt detailliert erklärt, wie ihm das gelungen ist.
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Kreatives Projekt sorgt für Aufmerksamkeit
Der Gameboy war lange Zeit die meistverkaufte Handheld-Konsole der Welt. In den 1990er-Jahren ging das Gerät von Nintendo millionenfach über die Ladentheke – und gilt bis heute als Kultobjekt. Im Jahr 1998 kam eine Kamera als Zubehör auf den Markt, die das Gerät um Fotografie-Funktionen erweiterte – allerdings mit stark eingeschränkten Möglichkeiten. Mit einer Auflösung von gerade einmal 0,014 Megapixeln war sie lediglich in der Lage, winzige Bilder in vier Graustufen zu erzeugen. Obwohl die Produktion schon 2002 wieder eingestellt wurde, hatte die Kamera laut Popular Science viele Fans.
Im Rahmen seines Astrofotografieprojekts hat Graue der Gameboy-Kamera jetzt ein Comeback verschafft. Da deren Reichweite allein aber bei Weitem nicht ausreicht, um Himmelskörper zu fotografieren, waren einige Anpassungen nötig. Zusammen mit einigen Freunden schloss er die Kamera mithilfe eines 3D-gedruckten Adapters an das Hooker-Teleskops am Mount-Wilson-Observatorium im US-Bundesstaat Kalifornien an. Technisch gesehen fotografierte die Kamera somit durch ein 730.000-Millimeter-Objektiv.
Gameboy-Adapter zum Nachdrucken
Zunächst versuchte Graue, Aufnahmen vom Mond zu machen. Er stellte allerdings fest, dass dieser für das extrem leistungsstarke Teleskop schlicht zu nah war. Mit einer durchschnittlichen Entfernung von rund 444 Millionen Meilen zur Erde erwies sich Jupiter dagegen als deutlich geeigneteres Motiv. Ohne Kontext sind die Aufnahmen kaum zu erkennen, trotzdem gelang es Graue, Jupiters Wolkenstreifen und den Rand des Planeten festzuhalten – für ihn zweifellos ein erfolgreiches Experiment. „Die Antwort lautet ja – wenn man sich nur genug ins Zeug legt, kann man auch mit seiner Gameboy-Kamera ein Foto von Jupiter machen”, erklärte er in einem Video auf Social Media.
Wie Engadget berichtet, hat Graue die Baupläne für den Adapter jetzt kostenlos veröffentlicht, damit sich alle Gameboy-Fans eine eigene Version mit einem 3D-Drucker ausdrucken können. Ergänzend dazu hat er ein kurzes Tutorial-Video veröffentlicht, in dem er die Nutzung erklärt. Er beschreibt den Adapter als „ein Rohr, das sich unter Druck in ein handelsübliches 1,25-Zoll-Okular für Teleskope einpassen lässt”. Es müssen aber nicht direkt Aufnahmen von Planeten sein, denn der Adapter könne auch ohne Teleskop genutzt werden. Laut Graue ist es möglich, andere Objektive mit dem Gameboy zu verbinden, die eine bessere Bildqualität bieten als die originale Nintendo-Kamera.
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Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.
(jle)
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