Künstliche Intelligenz
KI-Update Deep-Dive: Künstliche Intelligenz als Security-Albtraum
Ein Wettlauf gegen die Zeit
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Die Bedrohungslage in der IT-Sicherheit verändert sich durch Künstliche Intelligenz grundlegend. „Manches verändert sie eher evolutionär, manches schon sehr nah an revolutionär“, sagt Dr. Christopher Kunz von heise security im Podcast. Während Angriffe wie Phishing-Mails durch KI raffinierter werden, liegt die größere Veränderung in der Geschwindigkeit, mit der Software-Schwachstellen ausgenutzt werden.

Ein Beispiel dafür ist das KI-Modell Mythos von Anthropic, das nicht nur Sicherheitslücken finden, sondern auch aktiv ausnutzen kann. Mozilla konnte damit nach eigenen Angaben 271 Lücken im Browser Firefox aufspüren. Kunz, der mit dem Mozilla-Security-Team sprach, ordnet dies ein: Firefox sei mit 20 Millionen Zeilen Code eine riesige Software, in der eine KI viele schlummernde Fehler finden kann. Dass Mythos kein Allheilmittel ist, zeigt die Prüfung der weit verbreiteten Bibliothek Curl, in der das Modell nur eine einzige Lücke fand. Laut Kunz können KI-Modelle wie Mythos keine wirklich neuen Arten von Sicherheitslücken erfinden, sondern variieren nur bekannte Muster. „LLMs bilden im Wesentlichen Durchschnitte und können keine Innovation in dem Sinne erzeugen, als dass sie sich komplett neue Arten von Sicherheitslücken ausdenken“, so der Experte.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
Von 30 Tagen auf zwei Stunden
Das eigentliche Problem ist die massive Verkürzung der Zeit zwischen der Behebung einer Lücke und deren Ausnutzung durch Angreifer. Kunz schildert den Fall einer Schwachstelle im Linux-Kernel von Mitte Mai. Nachdem die Fehlerbehebung veröffentlicht wurde, dauerte es nur wenige Stunden, bis Angreifer funktionierende Angriffsprogramme, sogenannte Exploits, entwickelt hatten. „Ein beliebiger Nutzer konnte damit Daten lesen, auf die er keinen Zugriff hätte haben dürfen“, berichtet Kunz.
Für Unternehmen bedeutet dies eine drastische Kehrtwende. Der monatliche Patch-Day, an dem gesammelt Updates eingespielt werden, ist überholt. „Wenn Softwarehersteller einmal im Monat einen Patch-Day ausrufen, dann bedeutet das, dass möglicherweise schwere Sicherheitslücken 29 oder 30 Tage […] bekannt waren und nicht behoben wurden“, erklärt Kunz. Diese Zeit könne man sich nicht mehr leisten. Unternehmen müssten ihre Systeme nahezu in Echtzeit aktualisieren können. Das erfordere ein hohes Maß an Automatisierung und eine genaue Dokumentation der gesamten IT-Landschaft, da manuelle Prozesse zu langsam seien.
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Die Verteidiger am Limit
Dass Anthropic den Zugang zu Mythos beschränkt, hält Kunz für sinnvoll. Nicht, weil das Modell zu gefährlich sei, sondern um die IT-Sicherheitsteams, die die Lücken beheben müssen, vor einer Überlastung zu schützen. Viele, gerade im Open-Source-Bereich, seien bereits an ihrer Belastungsgrenze. Würden weltweit zehntausende Menschen mit Mythos parallel dieselben Lücken melden, drohe ein „massiver Burnout“ der Verteidiger.
Gerade darum müssen Unternehmen und Privatpersonen klare Konsequenzen ziehen: „Die Zeit, in der man einmal im Monat den PC anschaltet, um Updates runterzuladen, die neigt sich rapide dem Ende zu und darauf müssen wir alle vorbereitet sein“, so Kunz. Der Wettlauf zwischen Angreifern und Verteidigern wird durch KI weiter beschleunigt – und erfordert von allen Beteiligten ein neues, höheres Tempo.
Mehr zu IT-Security-Themen hört Ihr jeden Mittwoch im Podcast Passwort von heise security mit Christopher Kunz und Sylvester Tremmel.
(igr)
Künstliche Intelligenz
CAPTCHAs reichen nicht mehr: Cloudflare stellt neue Bot-Erkennung vor
Cloudflare führt mit Precursor ein neues Verfahren zur Bot-Erkennung ein, welches das Verhalten von Besuchern über eine gesamte Websitzung hinweg auswertet. Statt nur einzelne Aktionen wie Login oder Checkout zu prüfen, sammelt das System fortlaufend Signale aus dem Browser. So soll es automatisierte Zugriffe zuverlässiger von menschlichen Nutzern unterscheiden. Die Funktion ergänzt Cloudflares Bot-Management und den CAPTCHA-Ersatz Turnstile zunächst als optionales Enterprise-Feature.
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Verhaltensanalyse über die gesamte Sitzung
Nach Angaben von Cloudflare schließt Precursor eine Lücke der klassischen Bot-Abwehr: Moderne Bots können JavaScript ausführen, echte Browser verwenden und einzelne CAPTCHA-Prüfungen bestehen. Schwieriger sei es hingegen, menschliches Verhalten über einen längeren Zeitraum konsistent nachzubilden.
Dafür bindet Cloudflare beim Ausliefern von HTML-Seiten automatisch ein kompaktes JavaScript-Skript ein. Es erfasst während der Sitzung unter anderem Mausbewegungen, Tastaturaktivität, Fokuswechsel und Sichtbarkeitsänderungen der Seite. Die Daten werden fortlaufend an Cloudflares Auswertungsplattform übertragen und fließen in den Bot-Score sowie bestehende Schutzmechanismen ein.
Zum Beispiel kann das System erkennen, wenn Tastatureingaben auftreten, obwohl kein Eingabefeld aktiv ist, oder wenn Mausbewegungen nicht zu der Zeit passen, in der eine Seite tatsächlich sichtbar war. Solche Inkonsistenzen sind zusätzliche Indikatoren für automatisierte Zugriffe.
Menschliche Bewegungsmuster als Erkennungsmerkmal
Cloudflare begründet den Ansatz damit, dass menschliche Mausbewegungen durch biomechanische und kognitive Faktoren geprägt sind – etwa die Drehbewegung des Handgelenks, messbare Verzögerungen durch kognitive Verarbeitung und das physiologische Handzittern. Automatisierte Werkzeuge erzeugen dagegen häufig mathematisch ideale Bewegungsbahnen oder wiederkehrende Muster.
Entscheidend sei dabei nicht ein einzelnes Ereignis, sondern die Gesamtheit der Interaktionen innerhalb einer Sitzung. Da Precursor sitzungsbasiert arbeitet, soll ein Bot seine Bewertung auch nicht durch einfaches Neuladen einer Seite zurücksetzen können.
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Parallel führt Cloudflare neue sitzungsbezogene Ansichten in Security Analytics ein. Administratoren sollen damit komplette Nutzerpfade analysieren können, statt lediglich einzelne HTTP-Anfragen zu betrachten.
Datenschutz soll berücksichtigt werden
Der Ansatz ist datenschutzrechtlich zumindest fragwürdig. Cloudflare betont in der Ankündigung jedoch, dass Precursor unter Datenschutzgesichtspunkten entwickelt worden sei. So würden bei der Tastaturerfassung beispielsweise nur zeitliche Muster und Eingaberhythmen ausgewertet, nicht jedoch die tatsächlich gedrückten Tasten. Die gesammelten Verhaltensdaten würden zudem aggregiert verarbeitet und weder Benutzerkonten noch dauerhaften Identitäten zugeordnet.
Precursor wird nach Angaben des Unternehmens derzeit eingeführt und lässt sich über das Cloudflare-Dashboard aktivieren. Bis zur allgemeinen Verfügbarkeit im Laufe des Jahres soll die Funktion kostenlos nutzbar sein, anschließend wird sie Teil von Cloudflares Enterprise Bot Management sein.
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(fo)
Künstliche Intelligenz
Elektroautos: Was die GEIG-Novelle in der Ladeinfrastruktur verändert
Kurz vor der Sommerpause des Bundestages hat die Regierung eine Neufassung des Gebäudeenergiegesetzes und des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes (GEIG) durch Bundestag und Bundesrat gebracht. Teil der Neuregelung sind Vorgaben für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Es unterscheidet dabei zwischen Wohn- und Nichtwohn-Gebäuden, Bestand, Neubau und Sanierung.
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Neue Nichtwohn-Gebäude
In einem Neubau mit mehr als fünf Stellplätzen, beispielsweise einem Parkhaus, sollen künftig mindestens 50 Prozent vorverkabelt und die restlichen Stellplätze mit Leitungsinfrastruktur versehen werden. Außerdem soll es wenigstens einen Ladepunkt je fünf Stellplätze geben. Für neue Nichtwohn-Gebäude, in denen vor allem Verwaltungs-, Kommunikations- und Organisationsaufgaben erledigt werden, gelten strengere Vorgaben.
Wenn die Stellplätze in Neubauten öffentlich zugänglich sind, kann der Eigentümer auch öffentlich zugängliche Ladepunkte schaffen, deren Ladeleistung insgesamt mindestens dem Produkt aus der Anzahl der öffentlich zugänglichen Stellplätze und einer Ladeleistung von 2,2 kW entspricht. Bei zehn Parkplätzen wären das also ein 22-kW-Ladepunkt oder eben zwei 11-kW-Ladepunkte.
Nichtwohn-Gebäude im Bestand
Auch im Bestand ändert sich für die Besitzer etwas, und das sogar recht kurzfristig. Sofern mehr als 20 Stellplätze vorhanden sind, müssen ab dem 1. Januar 2027 mindestens 50 Prozent der Stellplätze mit Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität ausgestattet werden. Alternativ kann auch wenigstens jeder zehnte Stellplatz mit einem Ladepunkt versehen werden.
Ähnlich wie beim Neubau kann der Eigentümer auch im Bestand öffentliche Ladepunkte schaffen. Die Vorgaben an die Ladeleistung sind dann weniger streng: Anzahl der Ladepunkte mal 1,1 kW Ladeleistung. Bei zehn Stellplätzen reicht also ein 11-kW-Ladepunkt, um die Pflichtvorgaben zu erfüllen.
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Renovierung und Neubau
Wer in größerem Umfang renoviert, muss dabei künftig ebenfalls Lademöglichkeiten für Elektroautos berücksichtigen. Das betrifft Nichtwohn-Gebäude mit mehr als fünf Stellplätzen und Wohngebäude mit mehr als drei Parkplätzen. In beiden Fällen müssen wenigstens die Hälfte der Stellplätze mit Vorverkabelung und die übrigen mit Leitungsinfrastruktur ausgestattet werden. Außerdem muss ab dieser Anzahl von Stellplätzen mindestens ein Ladepunkt geschaffen werden.
Mehr zum Thema Elektromobilität
(mfz)
Künstliche Intelligenz
Neu in .NET 10.0 [31]: Mehr Kontrolle beim Zertifikatsexport
Eine Neuerung in .NET 10.0 ist die Methode ExportPkcs12() zum Zertifikatsexport mit AES-Verschlüsselung und Hashing via SHA-2-256:
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byte[] pfxData = cert.ExportPkcs12(Pkcs12ExportPbeParameters.Pbes2Aes256Sha256, password);

Dr. Holger Schwichtenberg ist technischer Leiter des Expertennetzwerks www.IT-Visions.de, das mit 53 renommierten Experten zahlreiche mittlere und große Unternehmen durch Beratungen und Schulungen sowie bei der Softwareentwicklung unterstützt. Durch seine Auftritte auf zahlreichen nationalen und internationalen Fachkonferenzen sowie mehr als 90 Fachbücher und mehr als 1500 Fachartikel gehört Holger Schwichtenberg zu den bekanntesten Experten für .NET und Webtechniken in Deutschland.
Die bisherige Methode Export() verwendet noch veraltete Algorithmen (3DES-Verschlüsselung und SHA1-Hashing). Die alten Verfahren (3DES / SHA1) aus Export() sind allerdings ebenfalls über die neue Methode möglich, wenn man es wirklich will:
byte[] pfxData = cert.ExportPkcs12(Pkcs12ExportPbeParameters.Pkcs12TripleDesSha1, password);
Folgender Code zeigt ein Beispiel zum Erstellen und Exportieren eines Zertifikats:
public void Run()
{
CUI.Demo(nameof(FCL10_Certificates));
string certPath = @"c:\temp\meinZertifikat.pfx";
string password = "meinSehrGeheimesPasswort"; // Passwort zum Schutz des Zertifikats
// Selbstsigniertes Zertifikat erstellen
using (var rsa = RSA.Create(2048))
{
var request = new CertificateRequest(
"CN=TestZertifikat",
rsa,
HashAlgorithmName.SHA256,
RSASignaturePadding.Pkcs1);
// Zertifikat für 1 Jahr gültig machen
var cert = request.CreateSelfSigned(
DateTimeOffset.Now,
DateTimeOffset.Now.AddYears(1));
// ALT: Zertifikat mit 3DES-Verschlüsselung und SHA1-Hashing exportieren
// byte[] pfxData = cert.Export(X509ContentType.Pkcs12, password);
// NEU: Zertifikat als AES mit SHA-2-256 exportieren
byte[] pfxData = cert.ExportPkcs12(Pkcs12ExportPbeParameters.Pbes2Aes256Sha256, password);
// NEUE Methode, aber alte Sicherheitsverfahren: 3DES mit SHA-1
// byte[] pfxData = cert.ExportPkcs12(Pkcs12ExportPbeParameters.Pkcs12TripleDesSha1, password);
// PFX-Datei speichern
File.WriteAllBytes(certPath, pfxData);
Console.WriteLine($"Test-Zertifikat erstellt und gespeichert unter: {certPath}");
}
if (!File.Exists(certPath))
{
Console.WriteLine($"Datei nicht gefunden: {certPath}");
}
else
{
// Zertifikat laden
X509Certificate2 cert2 = X509CertificateLoader.LoadPkcs12FromFile(certPath, password);
Console.WriteLine($"Zertifikat geladen von {certPath}:");
Console.WriteLine($"IssuerName: {cert2.IssuerName.Name}");
Console.WriteLine($"Signaturalgorithmus (Hashing): {cert2.SignatureAlgorithm.FriendlyName}");
Console.WriteLine($"Öffentlicher Schlüsselalgorithmus: {cert2.PublicKey.Oid.FriendlyName}");
Console.WriteLine($"Key-Algorithmus OID: {cert2.GetKeyAlgorithm()}");
// Ob für ein Zertifikat-Export (z. B. .pfx/PKCS#12) AES verwendet wurde, steht nicht im Zertifikat selbst, sondern betrifft die Verschlüsselung der Containerdatei. Das Zertifikat enthält nur Infos zu Signatur- und Schlüsselalgorithmus (z. B. RSA, SHA256).
}
}

Der Beispielcode erzeugt diese Ausgabe (Abb. 1).
(Bild: King / stock.adobe.com)

Das ist neu in .NET 11.0: Dr. Holger Schwichtenberg und weitere Experten präsentieren am 17. November 2026 auf der Online-Konferenz betterCode() .NET 11.0 die Änderungen für Entwicklerinnen und Entwickler. Tickets zum Frühbucherpreis sind im Online-Shop verfügbar.
(rme)
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