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Social-Media-Sucht: Klägerin siegt gegen Meta und YouTube
Nach eigenen Angaben nutzte die Klägerin, bekannt als Kaley, die Plattformen bereits im Kindesalter und bringt ihre späteren Depressionen und Angstzustände mit dieser intensiven Nutzung in Zusammenhang. Die Jury sprach ihr insgesamt sechs Millionen US-Dollar zu – drei Millionen US-Dollar Schadensersatz und weitere drei Millionen als Strafzahlung. Rund 70 Prozent davon soll Meta tragen, die restlichen 30 Prozent entfallen auf Google (YouTube). Sowohl Meta als auch YouTube kündigten an, gegen das Urteil vorzugehen. Auch der Meta CEO Mark Zuckerberg sagte im Verlauf des Verfahrens vor der Jury aus. Meta erklärte:
Teen mental health is profoundly complex and cannot be linked to a single app.
Mehrheit der Deutschen ist dafür:
Kommt jetzt das Social-Media-Verbot für Millionen Jugendliche in der EU?
Jury sieht Fahrlässigkeit im Plattformdesign
Im Prozess ging es nicht um einzelne Inhalte, sondern um das System dahinter. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob und wie die grundlegenden Funktionen der Plattformen das Nutzungsverhalten beeinflussen und gezielt verlängern. Die Klägerin argumentierte, dass Features wie endloses Scrollen, personalisierte Empfehlungen und automatisch nachladende Inhalte gezielt darauf ausgelegt sind, die Nutzung möglichst lange aufrechtzuerhalten. Diese Mechaniken seien darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit kontinuierlich zu verlängern und Nutzer:innen möglichst lange im Feed zu halten. Die Geschworenen folgten dieser Argumentation und bewerteten das Vorgehen der Digitalplattformen als fahrlässig, weil sie Nutzer:innen aus ihrer Sicht nicht ausreichend über mögliche Risiken informiert haben.
Sowohl Google als auch Meta weisen die Vorwürfe zurück und stellen die Einordnung des Falls grundsätzlich infrage. Google argumentierte im Verfahren, dass YouTube nicht als klassisches soziales Netzwerk zu verstehen sei, sondern primär als Videoplattform mit anderem Nutzungskontext. Entsprechend sieht der Konzern die Vorwürfe nicht als direkt übertragbar auf die eigenen Dienste. Meta widersprach dem Urteil ebenfalls und kündigte an, rechtliche Schritte zu prüfen. Der Konzern betont, bereits Maßnahmen zum Schutz insbesondere junger Nutzer:innen implementiert zu haben, und sieht die Verantwortung nicht allein auf Seiten der Plattformen. Beide Parteien zielen damit erkennbar auf eine Neubewertung in der nächsten Instanz ab.
Der Fall dürfte über den Einzelfall hinaus Bedeutung haben und könnte als richtungsweisend für zahlreiche ähnliche Klagen gelten. Die Social-Media-Expertin Lia Haberman verweist unter Berufung auf PBS News und die The New York Times auf ein weiteres Urteil, das nur einen Tag zuvor getroffen wurde: In New Mexico wurde Meta bereits zu 375 Millionen US-Dollar verurteilt, weil der Schutz junger Nutzer:innen als unzureichend bewertet wurde.
Meta treibt AI-Entwicklungen trotz juristischen Drucks voran
Die Millionenstrafe dürfte für die beiden Tech Player verkraftbar sein. Entscheidender ist die Signalwirkung, denn erstmals wird die Funktionsweise der Plattformen juristisch bewertet. Das Urteil könnte zum Präzedenzfall werden und zahlreiche weitere Klagen nach sich ziehen – eine potenziell erhebliche Hürde für Meta, Google und andere Plattformen. Wie eng diese Mechaniken zudem mit problematischen Inhalten verknüpft sind, zeigt eine Recherche der BBC.
In dieser Situation baut Meta parallel Stellen ab und plant, AI weiter auszubauen. Wie die New York Times berichtet, wurden 700 Mitarbeitende entlassen, um mehr Mittel in die Entwicklung eigener AI-Systeme zu investieren. Während Plattformmechaniken juristisch unter Druck geraten, setzt der Konzern damit auf Technologien, die Inhalte noch präziser ausspielen, Feeds weiter optimieren und Nutzer:innen länger binden – also genau auf die Logiken, die aktuell in der Kritik stehen.
BBC-Studie:
Meta und TikTok pushten toxische Inhalte systematisch
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Mit Clips erhält jetzt auch Prime Video einen Feed à la TikTok
Prime Video bekommt mit Clips einen neuen vertikalen Feed für Filme, Serien und Live Content. Damit ist Amazon der jüngste Streaming-Konzern, der die Macht kurzer Attention-Formate und algorithmischer Discovery nicht länger Social Media überlassen möchte.
Netflix hat erst vor wenigen Tagen bekanntgegeben, einen vertikalen Video-Feed namens Clips einzuführen. Unter demselben Namen führt jetzt auch Amazons Prime Video einen solchen Feed ein. Clips bei Prime Video soll, genau wie auf Netflix, Nutzer:innen Filme und Serien über einen vertikalen Social Feed à la TikTok, Instagram Reels oder YouTube Shorts entdecken lassen. Bei Prime Video können User im neuen Clips Tab sogar Live Content entdecken.
Der neue Tab startet zunächst für ausgewählte Nutzer:innen in den USA auf iOS, Android und Fire Tablets. Laut Amazon soll der Roll-out im Sommer ausgeweitet werden.
Netflix testet TikTok-ähnliche Discovery Experience für Streaming-Inhalte

So funktioniert der Clips Tab auf Prime Video
Der neue Clips Tab erscheint direkt auf der mobilen Startseite von Prime Video. Nutzer:innen können dort vertikale Kurzclips aus Filmen, Serien oder Sportformaten durchscrollen. Ursprünglich startete das Format laut Amazon nur mit NBA Highlights während der NBA-Saison 2025/26. Jetzt erweitert der Konzern Clips auf Inhalte aus dem gesamten Prime Video-Katalog.
Wer einen Clip antippt, landet in einem vertikalen Fullscreen Feed mit weiteren personalisierten Empfehlungen auf Basis des bisherigen Sehverhaltens. Direkt aus dem Feed heraus können Nutzer:innen Inhalte starten, kaufen, leihen, abonnieren, speichern, liken oder mit anderen teilen. Geteilte Clips führen per Link direkt zurück in die Prime Video App, wo anschließend weiter durch Clips gescrollt werden kann. Brian Griffin, Director of Global Application Experiences bei Prime Video, erklärt:
Clips gives customers a whole new way to browse with short, personalized snippets tailored to their interests […]. Whether they have a few minutes to scroll or are looking for something to watch when they have more time, entertainment is just a tap away.
Die Funktion reiht sich in mehrere größere Mobile Updates für Prime Video ein. Amazon verweist unter anderem auf automatisch abgespielte Trailer auf der Startseite, neue vertikale Vorschaubilder für Smartphones und einen überarbeiteten Player mit zusätzlichen Infos zu Cast, Trivia und weiteren Inhalten.
Der Kampf um Aufmerksamkeit macht Streaming social
Social-Dienste wie TikTok, Instagram oder YouTube haben zuerst verändert, wie Nutzer:innen Inhalte konsumieren und entdecken. Mit dem Aufstieg KI-gestützter Empfehlungssysteme übernehmen algorithmische Feeds inzwischen immer stärker die Auswahl passender Inhalte, statt dass User aktiv danach suchen. Gleichzeitig entwickeln sich TikTok, Instagram oder YouTube mit ihren Kurzvideo-Feeds immer stärker zu Entertainment-Plattformen, die klassischen Streaming-Diensten zunehmend Konkurrenz um Aufmerksamkeit und Nutzungszeit machen. Genau dadurch geraten klassische Streaming-Dienste immer stärker unter Druck.
Prime Video, Netflix und andere Plattformen wollen nicht länger nur Serien hosten, sondern die Aufmerksamkeit von TikTok und Co. wieder stärker in die eigenen Apps zurückholen. Die neuen vertikalen Feeds sollen deshalb nicht nur die Discovery verbessern, sondern vor allem Watchtime, Interaktion und In-App Engagement erhöhen. Denn je länger Nutzer:innen innerhalb des eigenen Plattformkosmos bleiben, desto stärker können Anbieter:innen Aufmerksamkeit, Empfehlungen und potenzielle Kaufentscheidungen kontrollieren. Neben Netflix und Prime Video testen auch Disney, Peacock oder Tubi bereits ähnliche vertikale Discovery Feeds oder haben sie schon eingeführt.
Für Marketer dürfte es angesichts des Trends hin zu kurzen Attention-Formaten immer wichtiger werden, aufmerksamkeitsstarke Snippets für algorithmische Feeds zu entwickeln. Filme und Serien werden schon heute häufig über kurze Clips auf TikTok, Instagram oder YouTube entdeckt. Dass die Oscars ab 2029 erstmals exklusiv auf YouTube übertragen werden und die traditionsreiche ABC-Ära nach der 100. Verleihung endet, ist eines der deutlichsten Zeichen dafür, wie stark sich Entertainment inzwischen Richtung Streaming und Social Discovery verschiebt.
Netflix-Werbung mit Amazon-Shopping-Daten:
Super Audience Match

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Google testet neues Videomodell Gemini Omni
Testoptionen für Googles Modell Gemini Omni sind aufgetaucht. Damit können User direkt im Gemini Chat Videos bearbeiten und remixen. Es könnte eine Weiterführung von Veo 3.1 und Nano Banana 2 sein.
Der Name Omni verspricht viel: Gemini Omni könnte Googles bisher leistungsfähigstes KI-Visual-Modell werden. Noch gibt es keine offizielle Bestätigung dazu, dass dieses überhaupt geplant ist, geschweige denn vor dem Roll-out steht. Doch die könnte im Rahmen der nahenden I/O am 19. und 20. Mai folgen. Dass kurz zuvor Hinweise auf den Test mit einem neuen Videomodell aufgetaucht sind, passt zum Timing. Der Reddit User Zacatac_391 informierte im Subreddit r/GeminiAI über seine Entdeckung. Dabei teilte er einen Screenshot, der ihm bei der Nutzung des Modells Gemini Flash in der Gemini App den Einsatz des Modells Gemini Omni vorschlug.
Mit dem Modell sollen mehrere Videobearbeitungsmöglichkeiten direkt im Gemini Chat ermöglicht werden, während die Kreation von Videos beispielsweise mithilfe von Templates stärker vereinfacht wird. Das erinnert an Fähigkeiten, die Googles Videomodell Veo 3.1 ebenso bietet, aber auch an Einsatzoptionen, die das KI-Bildgenerierungsmodell Nano Banana 2 inzwischen ermöglicht. Gemini Omni könnte sie verbinden. Und Zacatac_391 ist nicht der einzige User, der das Modell schon entdeckt hat.
Nach Sora-Aus:
Google pusht KI-Videogenerierung mit günstigem Veo 3.1 Lite

Gemini Omni taucht vereinzelt auf: Erster Test überzeugt Creator
Im Subreddit haben einige User ebenfalls berichtet, Gemini Omni beim Einsatz von Gemini schon gesehen zu haben. Wir selbst konnten im Test noch nicht darauf zugreifen. Doch auch der Publisher TestingCatalog berichtete jüngst von der Entdeckung des Modells im UI String für Gemini. In diesem Kontext tauchte Omni nahe dem Toucan genannten Videogenerierungsmodell auf Basis von Veo auf. Vorstellbar ist laut Autor Alexey Shabanov, dass Google mit Omni KI-Generierungsfähigkeiten der Veo- und Nano Banana-Modelle zusammenführt. Möglicherweise würde Omni dann eher ein Gemini-Modell darstellen und keine Nachfolgeversion von Veo 3.1.
Der Publisher konnte kurz darauf einen Test mit dem neuen Modell ausführen, der aber wie viele erste Tests von Usern im Subreddit schnell Nutzungs-Credits aufbrauchte. Im Test konnte das Modell die Prompt-Vorgaben größtenteils sehr genau umsetzen und sogar eine bessere Sound-Qualität als Veo 3.1 sowie passende Hintergrundmusik liefern.
Das leistungsstarke Modell Gemini Omni verspricht noch bessere KI-Videokreationen, die zahlreiche User – von Creatorn bis zu Brand Marketern – an Google und Gemini binden könnten. Allerdings steht die offizielle Ankündigung des Modells weiterhin aus. Wir blicken also gespannt auf die I/O kommende Woche und erwarten große Neuigkeiten, vielleicht auch zu Gemini Omni.
Nano Banana 2 ist da:
Googles schnellstes KI-Bildmodell mit Gemini-Weltwissen

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Schadenersatz in Millionenhöhe: Dua Lipa verklagt Samsung wegen unerlaubter Werbung
Dua Lipa
Popsängerin Dua Lipa geht mit einer Klage gegen den Elektronikriesen Samsung vor. Es geht um die Benutzung eines Fotos der Sängerin. Sie pocht auf Schadenersatz in Millionenhöhe.
Laut der Klageschrift hatte der Popstar den Konzern bereits im vorigen Jahr aufgefordert, das Bild zu entfernen, doch Samsung habe auf ihre Mahnung „abweisend und gleichgültig“ reagiert und es weiter genutzt. Dua Lipa zitiert in dem Rechtsdokument unter anderem Äußerungen von Kunden, die auf der Plattform X schrieben, dass das Foto der Sängerin auf dem Karton sie zum Kauf des Fernsehers verleitet habe.
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