Digital Business & Startups
+++ Startup-Stimmung +++ Zuversicht +++ Jupus +++ Lesestoff +++ Finanzmanagement +++ fonio.ai +++
#StartupTicker
+++ #StartupTicker +++ Startup-Stimmung in Deutschland: Es wird Zeit für mehr Zuversicht +++ StartupsToWatch Jupus aus Köln +++ Lesestoff: Finanzmanagement in Start-ups und Scale-ups +++ So funktioniert das Wiener KI-Startup fonio.ai +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Dienstag, 14. Juli).
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#STARTUPTICKER
Startup-Stimmung
++ Zeit für mehr Zuversicht! Die Stimmung in der deutschen Startup-Szene ist derzeit schlechter als die tatsächliche Lage. Ja, Fundraising ist schwieriger geworden. Viele Venture-Capital-Investoren haben Probleme, neue Fonds einzusammeln. Exits und IPOs fehlen, viel Kapital ist noch in älteren Investments gebunden. Das alles belastet die Szene. Gleichzeitig sprechen die aktuellen Zahlen aber eine andere Sprache: In Deutschland wird so viel gegründet wie noch nie. Im ersten Halbjahr 2026 entstanden mehr als 3.000 neue Startups – mehr als im gesamten Jahr 2024. Gleichzeitig entstehen neue Unicorns, spezialisierte Fonds gehen an den Start und einige Corporate VCs werden immer aktiver. Wer derzeit nur auf schwierige Finanzierungsrunden, Entlassungen und Insolvenzen blickt, übersieht, wie viel gerade gleichzeitig entsteht. Die Herausforderungen sind real – die Fortschritte aber ebenso. Vielleicht braucht die Startup-Szene derzeit deshalb vor allem eines: wieder etwas mehr Zuversicht. Mehr über den Unicorn-Boom in Deutschland
Jupus
+++ StartupsToWatch! KI hält zunehmend Einzug in Anwaltskanzleien – und Jupus möchte dabei ganz vorne mitspielen. Das Kölner Startup entwickelt kein weiteres Recherchetool für Juristen, sondern ein „KI-Sekretariat“, das Telefonate annimmt, Mandanten erfasst, Termine koordiniert und weitere Routineaufgaben automatisiert. Die Vision: Anwältinnen und Anwälte sollen sich wieder stärker auf ihre eigentliche juristische Arbeit konzentrieren können. Investoren wie Semapa Next, Acton Capital, NRW.Venture und der High-Tech Gründerfonds (HTGF) trauen dem Team dieses Potenzial zu und investieren nun weitere 13 Millionen Euro. Insgesamt flossen damit bereits rund 21 Millionen Euro in das erst 2022 gegründete LegalTech. Der Markt ist riesig: Kanzleien kämpfen seit Jahren mit Fachkräftemangel und wachsendem Verwaltungsaufwand – genau dort will Jupus mit KI ansetzen. Mehr über Jupus

Finanzmanagement
+++ Lesestoff! Finanzmanagement gehört zu den wichtigsten – und oft unterschätzten – Aufgaben in Startups. Wer als Gründer:in oder CFO ein Startup finanziell auf Wachstumskurs bringen möchte, sollte einen Blick in das neue Buch „Finanzmanagement in Start-ups und Scale-ups“ von everphone-CFO Veronika von Heise-Rotenburg werfen. Das Buch liefert praxisnahe Einblicke – von Accounting und Controlling über Fundraising und Treasury bis hin zur Rolle des CFO. Ein spannender Leitfaden für Gründer:innen und Finanzverantwortliche in Wachstumsunternehmen. Jetzt bei amazon bestellen
fonio.ai
+++ Das Wiener KI-Startup fonio.ai wächst rasant: Rund 7.000 Kunden setzen bereits auf die KI-Telefonassistenten des Unternehmens. Im Interview spricht Gründer Daniel Keinrath über Wachstum, Wettbewerb, Expansion und die ambitionierten Pläne für die kommenden Jahre. Mehr über fonio.ai
Startup-Radar
Es ist wieder Zeit für neue Startups! Hier einige ganz frische Firmen, die jeder kennen sollte. Heute stellen wir diese Jungunternehmen vor: Flowstate, OB7, Lexaru, StaySOTA und raaaw. Mehr im Startup-Radar
#DEALMONITOR
Investments & Exits
+++ DefenseTech Helsing erhält 1,8 Milliarden (Bewertung: 18 Milliarden) +++ ConTech Sodex sammelt 4 Millionen ein. Mehr im Deal-Monitor
#JOBS
RegioHelden
+++ Unser Job des Tages! RegioHelden sucht einen (Junior) Online Marketing Manager (m/w/d). Die RegioHelden GmbH | Ströer Online Marketing ist eines der führenden Unternehmen für lokale Internetwerbung in Deutschland. Für kleine und mittlere Unternehmen aus über 200 Branchen bieten wir regionale Onlinewerbung.
Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker
Digital Business & Startups
Dieser Student will euch zu Influencern machen
Ein Social-Media-Trend hat Klaas Wibker für ein Geschäftsmodell inspiriert, bei dem auch kleine Accounts Geld mit Posts verdienen können.
Er scheint keine Chance zu haben gegen die großen Player. Klaas Wibker gründet im Frühjahr 2026 sein KI-gestütztes Flugportal Tomtravel – und tritt an gegen Branchen-Riesen wie Check24 und Fluege.de. Die haben enorme Werbebudgets. Klaas aber ist Jurastudent, launcht seine App alleine neben der Uni. Also sucht der 23-Jährige einen neuen Weg. Er will günstige Kampagnen schalten, die viele Menschen erreichen.
Seit einer Woche baut Klaas die App dafür: Seine Plattform soll Unternehmen mit Social-Media-Usern zusammenbringen. Marken stellen Kampagnen ein, Nutzerinnen und Nutzer produzieren passende Inhalte und werden je nach Reichweite ihrer Videos bezahlt. Die App soll damit Normalos zu Influencern machen.
Klaas ist Fellow unseres Sommercamps „Gründerszene sucht die Supergründer“. Zehn Wochen lang bauen acht Teilnehmende mithilfe verschiedener KI-Modelle eigene Consumer-Apps.
„Gründerszene sucht die Supergründer“ ist ein zehnwöchiges Startup-Fellowship von Gründerszene. Acht ausgewählte Fellows entwickeln in Berlin mit Künstlicher Intelligenz Consumer-Startups – von der Idee bis zum ersten Produkt. Während des Programms arbeiten die Fellows gemeinsam im Axel-Springer-Hochhaus und werden von erfahrenen Unternehmern, Investoren und Experten begleitet. Partner wie OpenAI, Vercel, Dash0 und DHL unterstützen sie mit Technologie, Know-how und Mentoring. Gründerszene dokumentiert die gesamte Reise mit Artikeln, Videos und Social-Media-Inhalten – und zeigt hautnah, wie heute die nächste Generation von Startups entsteht.
“Mein Ziel war ganz klar, das Produkt nach dieser Woche fertig zu haben”, sagt Klaas. Denn „heute kann praktisch jeder am Wochenende mit KI eine Anwendung programmieren.“
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Ein Online-Marktplatz für Social-Media-Werbung
Seine Plattform soll Unternehmen und Social-Media-Nutzer zusammenbringen: Die Unternehmen stellen Kampagnen mit einem festgelegten Budget auf die Plattform. Die User produzieren passende Videos und werden je nach Reichweite bezahlt – bis das Budget der Kampagne aufgebraucht ist.
Die Idee leitet Klaas ab von einem Internet-Trend: Clipping. Nutzer schneiden dabei kurze Ausschnitte aus fremden Videos oder Livestreams. Sie veröffentlichen die Clips dann auf Tiktok oder Instagram und schneiden Werbung in die Inhalte rein. Es gibt sogar extra Online-Marktplätze, die Aufträge vermitteln: Unternehmen zahlen Geld, damit die sogenannten „Clipper“ ihre Logos in die Clips einbauen.
Das Konzept ist umstritten, weil die „Clipper“ häufig gegen das Urheberrecht verstoßen. Klaas denkt es um. „Ich möchte dieses Prinzip auf seriöse Marken übertragen“, sagt er. „Nutzer sollen dadurch ein echtes Nebeneinkommen aufbauen können.“ Seine User sollen Werbung jedoch in ihre eigenen, selbst produzierten Inhalte einfügen. Geld will Klaas verdienen mit einer Gebühr, die Werbetreibende zahlen.
Mit seiner App will er auch Menschen motivieren, online zu posten. „Ich glaube, viele Menschen trauen sich nicht, ihre Meinungen, Gedanken oder Erfahrungen öffentlich zu teilen. Dabei findet inzwischen ein großer Teil unseres Lebens im Internet statt”, sagt er. “Vielleicht kann diese Plattform Menschen motivieren, selbst Content zu erstellen und die Social-Media-Landschaft vielfältiger zu machen.”
Skills fürs Skalieren
„KI erklärt einem fast alles, was man wissen muss”, sagt Klaas. Das eigentliche Problem beginne erst danach. “Ein Produkt zu bauen, bedeutet noch lange nicht, ein Unternehmen aufgebaut zu haben. Ein Unternehmen entsteht erst, wenn es Kunden gewinnt, Geld verdient und wächst.” Um zu lernen, wie er das erreicht, “habe ich mich hier beworben”.
Für seine App klärt Klaas in der ersten Woche die rechtlichen Grundlagen. Er erstellt die Datenschutzerklärung, AGB und Hinweise zur Datenlöschung. Parallel baut er die Website auf. Danach stellt Klaas die Anträge für die Schnittstellen von Tiktok und Meta. Darüber will er die Aufrufzahlen der Videos automatisch erfassen. Auf dieser Grundlage erfolgt später die Vergütung der Creator.
Außerdem entwickelt Klaas einen Prüfmechanismus. Ein Large Language Model kontrolliert, ob eingereichte Videos den Richtlinien der jeweiligen Marken entsprechen – und ob die Beiträge korrekt als Werbung gekennzeichnet sind. Außerdem bindet der 23-Jährige einen Zahlungsdienstleister ein.
Jetzt wartet Klaas auf die Freigabe der Schnittstellen. Danach will er die Plattform testen. Den Anfang macht eine Kampagne für sein eigenes Flugportal. Läuft alles wie geplant, soll der Marktstart kurz darauf folgen. Dann beginnt die nächste Aufgabe. Klaas muss Marken gewinnen. Und er braucht Creator, die Inhalte für die Kampagnen produzieren.
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Klaas‘ Top-Learning nach einer Woche
Klaas‘ wichtigstes Learning: „Gerade im Geschäftsleben spricht man oft mit erfahrenen Geschäftsführern oder Unternehmern. Als junger Gründer muss man sich trotzdem zutrauen, auf Augenhöhe aufzutreten. Das ist wahrscheinlich mein größtes Learning aus dieser Woche.”
Das erste Fazit: “Es macht einfach Spaß. Eigentlich kann man den ganzen Tag mit der KI arbeiten und das Produkt weiter verbessern. Irgendwann erreicht man nur das Token-Limit – dann geht man eben schlafen.“
Ziel für die zweite Woche: „Ich brauche zwei Dinge: Marken, die Kampagnen einstellen, und Creator, die Content produzieren. Mein erster Schritt wird sein, gezielt Unternehmen anzuschreiben und ihnen vorzuschlagen, die Plattform mit einem überschaubaren Budget zu testen“, sagt er. „Sobald erste Kampagnen online sind und Budgets bereitstehen, werden hoffentlich auch die ersten Creator dazukommen.“
„Gründerszene sucht die Supergründer“ powered by Dash0, DHL, OpenAI & Vercel.
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5 neue Startups: Patronus Protect, Velth, hey mela, Netz & Werke, Tokura
#Brandneu
Die Startup-Welt schläft nie! Zeit, einen Blick auf einige brandneue Unternehmen zu werfen, die man unbedingt auf dem Radar haben sollte. Diese Jungfirmen stellen wir euch heute vor: Patronus Protect, Velth, hey mela, Netz & Werke und Tokura.

Bei deutsche-startups.de ist wieder Startup-Zeit! Wir zeigen euch heute junge Unternehmen, die in den letzten Wochen und Monaten gegründet wurden – und solche, die sich gerade erst aus dem Stealth-Mode herausgewagt haben. Noch mehr spannende Neugründungen warten in unserem Newsletter Startup-Radar auf euch.
Patronus Protect
Patronus Protect aus Regensburg, von Benedikt Veith, Dominik Hommer und Moritz Trautmann angeschoben, arbeitet an einer Sicherheitslösung für den Einsatz von KI-Anwendungen in Unternehmen. Die Software überwacht Interaktionen mit Sprachmodellen, um sensible Daten, Unternehmenswissen und Nutzerinformationen vor ungewollter Weitergabe oder Manipulation zu schützen.
Velth
Bei Velth aus München, von Alihan Sencan, Anshu Raj, Frederik Tress und Bruno Bauer auf die Beine gestellt, handelt es sich um eine KI-Plattform, „die Handwerksbetrieben und mittelständischen Unternehmen hilft, die Gefährdungsbeurteilung nach §5 ArbSchG in dreißig Sekunden vorzubereiten“.
hey mela
Die Firma hey mela aus Hannover, von Stephanie Pfeil-Coenen und Alina Eilers ins Leben gerufen, entwickelt nach eigenen Angaben den „weltweit ersten veganen Schwangerschaftstest“. Das Produkt nutzt Antikörper aus Kieselalgen statt tierischer Bestandteile und soll eine tierleidfreie Alternative zu herkömmlichen Tests bieten.
Netz & Werke
Hinter Netz & Werke aus Bremen steckt eine „Job-Plattform und Agenturverzeichnis für die Kreativbranche“. Das von Alexander Eleftherakis und Hannes Köpnick gegründete Startup bündelt Jobs und Agenturen aus Design, Webentwicklung, Branding und Marketing für den DACH-Raum an einem Ort. „Bei uns finden Agenturen, Freelancer und Talente direkt zusammen. Ohne Umwege“, ist zu lesen.
Tokura
Das Berliner HealthTech Tokura, von Daniel Kreter und David Rizor an den Start gebracht, baut eine Infrastruktur für ambulante Chirurgie auf. Dafür kombiniert das Unternehmen Operationszentren, digitale Prozesse und Software, um die Organisation chirurgischer Eingriffe zu vereinfachen.
Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über neue Startups. Alle Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der Startup-Szene. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3
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Zweifel an Liliums Versprechen: War der Jet physikalisch überhaupt möglich?
Im Herbst 2019 bekommt Lars Reinhold, Chefredakteur des Fachmagazins „Aerokurier“, eine E-Mail. Der Absender: ein Ingenieur, der anonym bleiben will. Im Anhang befinden sich Berechnungen zum Lilium-Jet. Sein Fazit ist vernichtend: Die Versprechen des Münchner Flugtaxi-Startups seien „völlig zweifelsfrei als nicht realisierbar entlarvt“, schreibt er in seinem Konzeptpapier. Stimmt das?
Reinhold beginnt zu recherchieren. Wenige Monate später veröffentlicht das Fachmagazin seine Kritik unter dem Titel „Liliums Scheinwelt“. Darin werden Liliums Technologie und die Kernversprechen des Startups angezweifelt: ein elektrisches Fluggerät, das wie ein Hubschrauber senkrecht starten und landen, im Flug jedoch wie ein Flugzeug effizient gleiten sollte. So sollten mehrere Menschen regionale Strecken schnell und emissionsfrei zurücklegen können.
Unsere ganze Recherche hört in Teil 4 unseres Podcasts „Cashburners: Die Lilium-Story“:
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Zweifel an großen Versprechen
Der anonyme Ingenieur hatte auf Basis öffentlich verfügbarer Angaben und eigener Schätzungen nachgerechnet, ob das Konzept plausibel ist. Seine Kritik zielte vor allem auf drei Punkte: den Rotorenantrieb, den hohen Energiebedarf beim senkrechten Start und die begrenzte Energiedichte der Batterien. Aus seiner Sicht passte das nicht zusammen. Statt der von Lilium in Aussicht gestellten rund 300 Kilometer Reichweite kam er auf 18 Kilometer, also einen Bruchteil davon.
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