Künstliche Intelligenz
Auch in Australien fallen Parlamentarier einer Phishing-Kampagne zum Opfer
Die WhatsApp-Konten eines Mitglieds des australischen Parlaments und dreier Mitarbeiter wurden von vermeintlich staatlichen Angreifern aus dem Ausland übernommen. Sie wurden Opfer einer Phishing-Kampagne, die in der Vorgehensweise der kürzlichen Signal-Affäre Deutschlands ähnelt. Auch in Australien haben die Angreifer vermeintlich vertrauenswürdige Konten verwendet, um die Opfer zur Herausgabe von Prüfcodes zu verleiten, mit denen das WhatsApp-Konto übernommen werden konnte.
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In Deutschland haben die Sicherheitsbehörden seit Monaten vor Phishing-Angriffen über den Messenger-Dienst Signal gewarnt, auch hier besteht Spionageverdacht. Die Bundesanwaltschaft ermittelt angesichts anhaltender Angriffe. Zuvor hatte sich herausgestellt, dass in Deutschland nicht nur Politikerinnen und Politiker, sondern auch etliche Journalisten und Militärs betroffen sind. Es hieß, die Kampagne werde „wahrscheinlich durch einen staatlich gesteuerten Cyberakteur durchgeführt“.
WhatsApp-Phishing von vertrauensseligen Opfern
Das ist offenbar auch in Australien der Fall, wie aus einer Anhörung des dortigen Senats hervorgeht. Mike Webb, Chief Information Officer der Abteilung für parlamentarische Dienste in Canberra, der Hauptstadt Australiens, bezeichnete den Angriff als „gezieltes Phishing gegen Parlamentarier und Mitarbeiter“. Nach Angaben des IT-Leiters wurden WhatsApp-Konten, die sowohl mit persönlichen als auch geschäftlichen Geräten verbunden sind, auf dieselbe Weise kompromittiert und übernommen, berichtet News.com.au.
Die Angreifer fordern bei WhatsApp zunächst einen legitimen Prüfcode an, der an die Geräte der Opfer geschickt wird. Dann bitten sie die Opfer, ihnen den Prüfcode weiterzuleiten. Damit können sich die Angreifer in das WhatsApp-Konto der Opfer einloggen. „Der nächste Schritt besteht darin, eines ihrer Geräte zu verknüpfen – und aus kommunikativer Sicht werden sie im Grunde zu genau dieser Person“, erklärte Mike Webb bei der Anhörung, wie die australische Nachrichtenagentur AAP schreibt.
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Vermutlich staatlich gelenkte Angreifer
Nach Angaben Webbs gebe es „Beweise für einen ausländischen staatlichen Akteur“, führte dies aber nicht weiter aus. „Weltweit haben zahlreiche Regierungen Warnungen vor dieser Art von Angriff ausgesprochen, darunter Deutschland, die Niederlande, die USA und eine Reihe anderer Länder“, sagte er noch. „Dies richtet sich also gegen unsere Parlamentarier, doch es handelt sich um ein echtes globales Problem.“
Während in Deutschland aufgrund der Signal-Affäre Vorschläge zu alternativen Messenger-Diensten aufkamen, etwa der Empfehlung zum Wechsel von Signal zu Wire, wollte Webb das Problem nicht an WhatsApp selbst festmachen. Auf die Frage, ob er Bedenken zur Nutzung WhatsApps habe, erklärte er, dass Parlamentarier unabhängig von der Plattform „hochrangige Ziele“ sind.
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(fds)
Künstliche Intelligenz
US-Behörden sorgen sich um wachsenden „Anti-Tech-Extremismus“
US-Sicherheitsbehörden nehmen technikkritische Bewegungen unter Beobachtung und warnen intern vor einem wachsenden „Anti-Tech-Extremismus“. Das geht aus internen Unterlagen verschiedener Behörden wie des US-Heimatschutzministeriums oder der Bundespolizei FBI hervor, über die das US-Magazin Wired berichtet. Demnach herrscht in Sicherheitskreisen etwa die Sorge, dass die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) schwerwiegende gesellschaftliche Konsequenzen haben könnte.
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Angst vor „Unruhen“
So heißt es laut Wired in einem Papier einer New Yorker Anti-Terror-Einheit: „Die chaotische Atmosphäre, die in den nächsten fünf Jahren durch die sich rasch entwickelnde KI-Technologie entstehen könnte, könnte zu weiträumigen Protesten führen, die in Unruhen und gewalttätige extremistische Aktivitäten gegen die Technologie ausarten, insbesondere in großen Ballungsräumen wie New York City.“
Dabei geraten neben radikalen Kritikern offenbar auch Protestveranstaltungen und öffentliche Versammlungen in den Fokus der Behörden. So seien Demonstrationen gegen Tesla in den Dokumenten erwähnt worden. Laut dem Bericht haben verschiedene „Fusion Center“, die in den USA der Koordination zwischen Bundesbehörden und lokalen Sicherheitsbehörden dienen, auch über technikkritische Äußerungen bei öffentlichen Sitzungen von Gemeinderäten oder Schulverwaltungen berichtet. Auch ein Informationsvideo einer Non-Profit-Organisation, das über negative Folgen von Datenzentren sprach, sei in einem früheren Sicherheitsbericht markiert worden.
Überwachung durch Dienstleister
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Dabei bebachten nicht nur Sicherheitsbehörden diese neue Spielart des mutmaßlichen Extremismus, sondern laut dem Bericht auch von privatwirtschaftlichen Firmen, die im Auftrag des Staates zum Beispiel Social Media überwachen und für Sicherheitszwecke auswerten. So habe ein Unternehmen über Aktivitäten auf einem Discord-Server berichtet, auf dem zur Gewalt gegen Tech-CEOs und Kraftwerke aufgerufen worden sei.
(rie)
Künstliche Intelligenz
Bericht: Tesla FSD-Sicherheit statistisch verzerrt – und Zulassung in Estland
Geht es nach Teslas Werbedarstellung, ist das überwachte teilautonome Fahren (FSD Supervised) etwa zehnmal sicherer als das Fahren ohne FSD. Ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf verschiedene namentlich nicht genannte Tesla-Mitarbeiter beruft, zeichnet ein anderes Bild: Der Autohersteller von Elon Musk vergleiche Äpfel mit Birnen, sagen sie. Unterdessen wurde FSD Supervised nach den Niederlanden und Litauen jetzt mit Estland in einem weiteren EU-Land zugelassen.
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Laut dem Reuters-Bericht vergleiche Tesla FSD-Unfälle mit Airbag-Auslösung mit Unfalldaten der US-Bundesbehörden, die weit weniger schwere Unfälle ohne Auslösung der Airbags beinhalten. Würde die Airbag-Auslösung als Maßstab herangezogen werden, verringere sich die zusätzliche Sicherheit von FSD bereits von 10 zu 1 auf 3 zu 1.
Mitarbeiter berichten von Schwächen
Hinzu kommt laut dem Bericht, dass Tesla bei den Vergleichen das Fahrzeugalter ignoriert. Die eigene Flotte habe mit einem Durchschnittsalter von 4,1 Jahren alleine schon wegen der moderneren Sicherheitssysteme die Nase vorn – dies sei nicht ausschließlich FSD zuzuschreiben und verzerre damit die Statistik zugunsten von Tesla. Im US-Bundesschnitt sind Autos 12,8 Jahre alt. Weitere Kritik betrifft die Zählweise: Tesla werte nur Unfälle innerhalb von fünf Sekunden nach FSD-Abschaltung aus. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) schreibe aber 30 Sekunden vor.
Neben den statistischen Verzerrungen will Reuters aber auch von Unzulänglichkeiten der FSD-Software erfahren haben. Die befragten Mitarbeiter arbeiten in der Auswertung von Videoaufnahmen und Datenaufzeichnungen der Fahrzeuge. Ihre Arbeit soll die eingesetzte KI der Fahrzeuge verbessern. So erkenne das System zum Beispiel Schulbusse nicht zuverlässig, die mit ausfahrbaren Stopp-Schildern und Warnlichtern das Überholen an Haltestellen unterbinden. Diese Hinweise würden ignoriert. Auch komme es vermehrt zu Problemen mit Einsatzfahrzeugen, Baustellen, die das Auto nicht richtig erkenne, und Fußgängern, die Zebrastreifen passieren.
Ständiges Streitthema im Netz
Über die Zuverlässigkeit von FSD findet in sozialen Netzwerken ein reger Austausch statt. Kritiker zeigen immer wieder Videos von Fahrzeugen, die Situationen nicht richtig erkennen und sich falsch verhalten. FSD-Befürworter kontern mit Aufnahmen, die zeigen, wie Verkehrsunfälle vermieden wurden und sich die Fahrzeuge geschmeidig in den Straßenverkehr einfügen. Tesla flankierte dies jeweils mit seiner Sicherheitsstatistik.
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Die Rohdaten legt das US-Unternehmen laut Reuters jedoch nicht offen. Auch mache es intern bestimmte Aufnahmen zur Geheimsache. Beinahe-Kollisionen mit Fußgängern würden etwa von ausgewählten Mitarbeitern ausgewertet, die sich „Trauma Team“ nennen.
Erheblicher Vorbereitungsaufwand für Robotaxi
Die mutmaßlichen Unzulänglichkeiten beträfen auch Teslas Robotaxi-Dienst im texanischen Austin. Dem Start seien nächtliche Streckenaufzeichnungen und hunderte Stunden Daten-Labeling vorausgegangen, während Musk behauptete, FSD funktioniere überall ohne Kartierung. Aktuell sollen außerdem nur 50 statt der avisierten 500 Fahrzeuge im Einsatz sein, teilweise immer noch begleitet von Sicherheitsfahrern.
In den USA laufen laut Reuters vier Untersuchungen der Verkehrsbehörden, in denen es um FSD oder die Autopilot-Funktion Teslas geht.
FSD Supervised jetzt auch in Estland
In Europa wurde FSD Supervised derweil nach den Niederlanden und Litauen in einem weiteren Land zur Benutzung freigegeben: Die Verkehrsbehörde in Estland teilte am Freitag mit, dass es die Typgenehmigung der niederländischen Straßenverkehrsbehörde RDW erkenne. In den Niederlanden hatte es vor der Zulassung umfangreiche Testreihen gegeben, in denen FSD Supervised seine Verlässlichkeit unter Beweis stellen musste. Für Deutschland gibt es aktuell noch keine Aussage dazu, ob FSD Supervised hier auch zugelassen wird.
(mki)
Künstliche Intelligenz
Sieben Millionen BMWs aus China: Neue-Klasse-Produktion ab Ende des Jahres
Das Joint Venture BMW Brilliance Automotive (BBA) hat an seinem Produktionsstandort im chinesischen Shenyang das siebenmillionste Fahrzeug gefertigt. Bei dem Jubiläumsfahrzeug handelt es sich um einen BMW 3er „Horse Edition“, wie die BMW-Group mitteilt. Seit dem Start der lokalen Produktion im Jahr 2003 hat BMW den Standort in der Provinz Liaoning zu einem der wichtigsten Produktions- und Innovationszentren des Konzerns weltweit ausgebaut.
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Der Konzern sieht den Meilenstein als Beleg für die Leistungsfähigkeit der lokalen Fertigung. „Seit über 30 Jahren sind wir tief in China verwurzelt. Der siebenmillionste BMW aus unserem Produktionsstandort in Shenyang ist ein bedeutender Meilenstein dieser Erfolgsgeschichte“ sagte Raymond Wittmann, Mitglied des Vorstands der BMW AG für Produktion. Er kündigte zudem an, dass mit dem Beginn der lokalen Produktion von Modellen der Neuen Klasse Ende des Jahres „eine neue Ära für BMW in China“ starte.
Der Standort Shenyang, der mehrere Werke umfasst, wird derzeit für die Serienproduktion der batterieelektrischen Neue-Klasse-Modelle umgerüstet. Rund 20 Milliarden Yuan, etwa 2,53 Milliarden Euro, fließen laut Berichten in die Modernisierung. Auch die Hochvoltbatterien für die neuen E-Modelle sollen lokal gefertigt werden, was BMW eine engere Kontrolle über Lieferketten und Kosten in seinem wichtigsten und dem weltweit größten E-Auto-Markt verschafft. Die Serienproduktion ist für 2026 vorgesehen.
KI und Digitalisierung in der Fertigung
BMW bezeichnet den Standort als globalen Kompetenzhub für intelligente Fertigung. Digitalisierungs- und KI-Technologien seien „umfassend in alle Produktionsprozesse“ integriert. Das umfasst laut dem Unternehmen unter anderem virtuelle Produktionsplanung, Echtzeit-Datenanalyse und KI-gestützte Qualitätskontrolle, etwa bei der Erkennung von Lack- oder Montagefehlern. Das Konzept dieses flexiblen, hochvernetzten Produktionssystems bezeichnet BMW als „BMW iFACTORY“.
BMW hält seit Februar 2022 eine Mehrheitsbeteiligung von 75 Prozent an BBA, zuvor lag das Verhältnis bei 50:50. Der Joint-Venture-Vertrag wurde bis 2040 verlängert. Seit 2010 hat BBA rund 105 Milliarden Yuan, etwa 13,31 Milliarden Euro, in den Standort investiert. China fungiert damit nicht nur als größter Einzelmarkt, sondern auch als Drehscheibe für Produktions- und Entwicklungskompetenzen, die sich auf andere asiatische Märkte übertragen lassen, von Batterietechnologie über softwarebasierte Fahrzeugarchitekturen bis zu schnelleren Modellzyklen für die Region.
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(fpi)
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